Test: Körper- und Gehirnübungen

Dr. Kawashima für Kinect Test

Beim Gehirnjogging motorisch untätig auf der Couch herumlümmeln war gestern: Der bekannte Gehirnforscher Dr. Kawashima im Bunde mit Microsofts neuer Xbox 360-Fuchtelsteuerung lässt euch beim Lösen von Matheaufgaben ordentlich ins Schwitzen geraten. Ob der Japaner unser Gehirnalter erfolgreich senken konnte, lest ihr in unserem Test.
Jörg Langer 11. Februar 2011 - 22:50 — vor 6 Jahren aktualisiert
360
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Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper, das wussten schließlich schon die alten Römer: Mens sana in corpore sano. Ob der japanische Neurobiologe Dr. Ryuta Kawashima die Grundidee für die von ihm inspirierten Spiele den eigenen Nachforschungen oder diesem alten Spruch entnahm, konnte bisher nicht endgültig geklärt werden. Tatsache ist jedoch, dass die Logik- und Knobelspiele sich unter seinem Namen auf dem Nintendo DS und dem PC in den letzten Jahren millionenfach verkauften. Der Unsitte aber, nur die grauen Zellen alleine zu trainieren, während der Spielerkörper zusehends zum Homer Simpson degeneriert, kann jetzt glücklicherweise abgeholfen werden. Mit Dr. Kawashimas Körper- und Gehirnübungen erscheint zum ersten Mal seit der vorweihnachtlichen Launch-Welle ein neues Spiel für Kinect, der seit November letzten Jahres erhältlichen controllerlosen Bewegungssteuerung für die Xbox 360.

Hier müssen gleiche Symbole markiert werden. Dies ist nicht immer so einfach, da diese auch gedreht sein können.
 
Gehirnalter: Vom Frührentner zum Mittzwanziger
 
Zu Kinect-Spielen gibt es bekanntlich geteilte Meinungen: Die eine Fraktion lobt die neuartige Technik und die damit verbundenen Verrenkungsmöglichkeiten, die andere jammert über Preis, Platzbedarf und langsame Reaktionszeiten des Systems. Letzteres zumindest ist bei den Körper- und Gehirnübungen kein Problem, in unserem Test reagierte Kinect immer sofort und ohne merkbare Verzögerungen auf unsere Bewegungen. In den fünf Disziplinen Mathematik, Körper, Reflexe, Logik und Gedächtnis stellt Dr. Kawashima den Spieler auf die Probe, wobei der Körper in der Praxis immer zum Einsatz kommt, meistens um mit den Armen ein oder mehrere Ergebnisse zu markieren. Dabei steht man, wie von den Kawashima-Spielen gewohnt, permanent unter Zeitdruck – schließlich fließt in die Ergebnispunktzahl nicht nur die Richtigkeit der Antwort ein, sondern eben auch, wie schnell diese kommt.
 
Am Anfang steht das berühmt-berüchtigte "Gehirnalter", das in einem möglichst täglich zu absolvierenden Test ermittelt wird (wer das Spiel ein paar Tage lang tatsächlich jeden Tag spielt, bekommt zur Belohnung ein Achievement und einen hübschen Stempel in den Trainingkalender). Dazu werden drei Übungen aus den etwa 20 enthaltenen Minispielen ausgewählt. Die tägliche Verjüngung eures zerebralen Kortex verfolgt ihr über ein Diagramm, das aber immer nur den Wert des ersten Tests am Tag zeigt – die Übungen solange wiederholen, bis ihr hirnmäßig wieder im zarten Teeniealter ankommt, ist also nicht. Wir starteten beim ersten Versuch mit einem Wert von 56 Jahren, den wir während der Testphase allerdings glücklicherweise halbieren konnten…
 
Rechnen im Stehen
 
Habt ihr den täglichen Gehirntest hinter euch gebracht, könnt ihr aus den Minispielchen frei auswählen oder euch ein paar der Games vorschlagen lassen. Die beiden höheren Schwierigkeitsgrade werden allerdings erst freigeschaltet, wenn ihr im Anfänger-Modus eine halbwegs brauchbare Punktzahl erreicht habt. Die Palette der Übungen ist breit gefächert und reicht von Gedächtnis- und Koordinationsaufgaben bis zu Mathematik- und Reflextests. Meistens werden mehrere der Fähigkeiten in Kombination trainiert, wobei von Dr. Kawashima in pseudo-wissenschaftlicher Manier erklärt wird, welche Gehirnregion von der jeweiligen Übung profitiert („Fange die goldenen Mäuse, um deinen Frontallappen zu trainieren“).
 
Der eigene Xbox-Avatar steht bei den meisten Spielen im Mittelpunkt; er ist es auch, der euch visuelles Feedback zur Ausführung der Übungen gibt. Beim Flaggenheben beispielsweise steht eure Spielfigur in der Mitte zwischen zwei anderen Figuren und hat in jeder Hand eine farbige Flagge. Von einem Sprecher wird angesagt, welche der Flaggen angehoben oder gesenkt werden muss. Dabei kommt es nicht nur auf die Reaktionsgeschwindigkeit an, sondern auch darauf, sich nicht ablenken zu lassen: Die anderen beiden Figuren reagieren nämlich manchmal falsch auf die Kommandos oder lassen sich selbst zu viel Zeit.
 
Pac-Man: Hier weiß die linke Hand, was die rechte tut.
Bei einem anderen Spiel müsst ihr mit beiden Armen Brücken bauen, um fahrende Autos verschiedener Farben zum richtigen Ziel zu lenken. Hier kann man richtig ins Schwitzen geraten, wenn die Fahrzeuge in den höheren Schwierigkeitsgraden von unterschiedlichen Seiten kommen – eine echte Herausforderung an die eigene Koordinationsfähigkeit. Wie alle anderen Minispiele auch kommt dieses aus der Kategorie „leicht zu lernen, aber schwer zu meistern“. Ebenfalls sehr nett: Wenn wir einen Fehler machen, ärgert sich unser Avatar und bekommt einen zornigen Gesichtsaudruck, bei einem mit hoher Punktzahl gemeisterten Spiel verfällt er in euphorischen Jubel.
 
Einen alten Bekannten konnte Namco zu einem Gastauftritt bei Dr. Kawashima überreden: Pac-Man ist mit von der Partie und will in einem der Minispiele vor den Geistern beschützt werden. Diesmal folgt der gelbe Kugelmampfer allerdings keinem Steuerknüppel, sondern eurer linken Hand, mit der ihr versucht, ihn möglichst weit von den bunten Gespenstern zu entfernen. Mit der rechten Hand sammelt ihr gleichzeitig Extras ein – auch hier ist wieder die Koordinationsgabe massiv gefragt.

Sportwagen nach Rot, Bus nach Gelb, Laster nach Blau: Bei diesem Minispiel ist Koordinationsvermögen gefragt.
floppi 22 AAA-Gamer - P - 33999 - 11. Februar 2011 - 23:32 #

Ich fordere ein Testvideo der GG-Redaktion! ;)

Vin 18 Doppel-Voter - 11829 - 12. Februar 2011 - 13:15 #

Und zwar zu 4 auf 3m²!

floppi 22 AAA-Gamer - P - 33999 - 12. Februar 2011 - 14:42 #

Das setze ich einfach mal voraus. ;)

Orxus 13 Koop-Gamer - 1436 - 12. Februar 2011 - 16:33 #

nunja wenn wir unsern lieblingschefredaktuer so oft klonen sollte es ja passen :P
also ein testvideo wäre grandios

Gerjet Betker 19 Megatalent - 13638 - 12. Februar 2011 - 18:56 #

Vin, dann bewegst du dich aber in die Redaktion.

TheWitcher (unregistriert) 12. Februar 2011 - 7:43 #

Testvideo! Testvideo! Testvideo!

Christoph Vent Redakteur - P - 132160 - 12. Februar 2011 - 10:13 #

Sehr schöner Test! Hätte ich Kinect bzw. überhaupt erstmal den Platz dafür, würde ich mir es sicher mal angucken.

Makariel 19 Megatalent - P - 13891 - 12. Februar 2011 - 18:07 #

Wo bleibt das Testvideo?!?

Sohn (unregistriert) 12. Februar 2011 - 22:31 #

Oh cool, noch ne Minispielsammlung für Kinect. Wenn noch ein paar rauskommen, kauf ichs mir vielleicht.

Woldeus 14 Komm-Experte - P - 1924 - 18. Februar 2011 - 2:41 #

kommt für kinect eig. auch noch ein "richtiges" spiel? ...jedenfalls schliesse ich mich mal dem tenor hier an: Testvideo!

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