Test: Ein Horrortrip

Cryostasis

Was haben ein russischer Eisbrecher, eine russische Parabel und ein russischer Wissenschaftler gemeinsam? Das Adjektiv, und außerdem sind alle drei wichtige Story-Bestandteile dieses Horrorshooters. Trotz extrem vieler Defizite hat uns Cryostasis stellenweise großen Spaß gemacht. Und es ist hübsch...
Christoph Hofmann 13. Mai 2009 - 16:10 — vor 5 Jahren aktualisiert
PC

Auf dem Schreibtisch liegt ein Zettel. Ihr nehmt ihn in die Hand. Neben einigen Sätzen in russischer Sprache zeigt er eine krude Zeichnung eines Manns an einer Schiffsreling nebst Eisberg im Hintergrund. Dann hört ihr die tiefe Stimme des Kapitäns. Sie erzählt von einem Eisbären, der von der Crew erlegt wurde. Von der philosophischen Bedeutung hinter dem Kampf des mächtigsten Tieres hier in der Arktis mit den Herrschern der Welt. Danach versagt die Stimme und ihr befindet euch wieder in der unheimlichen Stille des nuklearen Eisbrechers "North Wind" wieder, der sein Ende in einem Eisberg fand. Unklar darüber, welche Bedeutung die Erzählung hatte, fahrt ihr fort mit der Erkundung des Schiffs. Nach einiger Zeit versperrt euch plötzlich ein ausgestopfter Eisbär den Weg. Der Kreis beginnt sich zu schließen.

Eine weitere Postkarte: Dieses Mal erzählt die Stimme einer alten Dame die Parabel weiter.

"Psychonauts" für Erwachsene

Viele Notizzettel erwarten euch während eurer Reise durch den Egoshooter Cryostasis. Während einige Tagebucheinträge des Kapitäns darstellen, erzählen andere die Parabel über einen Mann namens Danko. Letztere wurde nicht für das Spiel erfunden, sondern stammt aus der Feder des russischen Autors Maksim Gorky und seiner 1895 veröffentlichten Kurzgeschichte "Old Izergil". Sie alle sind Puzzleteile, die sich langsam aber sicher während der nächsten 10 bis 12 Spielstunden zu einem Gesamtbild zusammensetzen und einen Sinn ergeben. Ihr spielt den Wissenschaftler Alexander Nesterov, der eine besondere Gabe namens "Mentales Echo" besitzt. Kommt er an einer gefrorene Seemannsleiche vorbei, kann er damit die letzten Minuten vor dem Tod des Mannes noch einmal erleben - und ihn nachträglich retten! Neben einem guten Gewissen und etwas mehr Ausdauer für Sprints als Belohnung, werden so Veränderungen in der Gegenwart herbeigeführt. Ein Schott, das vorher das Fortschreiten verhinderte, ist plötzlich geöffnet, oder eine Leiter heruntergelassen. Schafft Alex es nicht das Rätsel zu lösen und den Tod zu verhindern, muss er die Sequenz von vorne starten.

Auf der Krankenstation war viel los - aber warum?

Keine Macht den Drogen

Außerdem erlebt ihr Visionen von Alexander, in denen er wie in Trance durch bestimmte Bereiche des Schiffes läuft und sie in ihrer Vergangenheit sieht. Andere Visionen sind so stark mit der Gegenwart verwoben, dass der Unterschied im ersten Moment gar nicht auffällt. All diese Trips treiben neben den mysteriösen Zetteln die Hintergrundgeschichte voran während Alexander in der realen Welt mit anderen Problemen zu kämpfen hat. Die immense Kälte, die das Schiff erfasst hat, ist dabei nur eines davon. Statt auf die Lebensenergie zu achten, müsst ihr Alex immer schön warm halten: Solange seine Körperenergie höher ist als die Raumtemperatur, schrumpft die Anzeige langsam aber sicher. In bestimmten Räumen des Schiffes und an Deck ist es jedoch so kalt, dass die Kälte wie ein Blitz durch Alex Körper schießt und ihn schneller Richtung Erfrierung treibt. Schrumpft die Anzeige auf null oder macht ihr gar den Fehler in eiskaltes Wasser zu fallen, ist es aus mit euch. Nicht nur deshalb ist es wichtig, die unzähligen Schalter umzulegen um einzelne Räume des Schiffes mit Strom zu versorgen. An Lampen, Heizern und sogar riesigen Ventilatoren kann sich Alexander dann wieder aufwärmen.

malcolmY 09 Triple-Talent - 292 EXP - 16. Mai 2009 - 13:31 #

Wirklich ein sehr ungewöhnliches Spiel, gemessen daran, daß es ein AAA-Titel ist.

Leider zeigt sich etwa ab der Hälfte des Spiels, daß man etwas müde wird von den ewig gleichen Korridoren und etwas generischen Räumen. Die Flashbacks und gut verteilten Storyhäppchen retten es aber ins Finale.

Wenn das Spiel jetzt noch feedbacklastigeren Nahkampf und ein etwas flotteres Pacing (nichts gegen gemütliche Unruhe, aber es zieht sich teilweise schon echt hin!) hätte, wär's ein echter Knaller.

Aber auch so interessant genug für jeden, der mal was anderes als CoD und Co haben will. :)

Name 16. Mai 2009 - 23:44 #

Ohje, diese Text zeigt, wie NICHT die Zukunft des Gaming-Journalismus aussieht. Ellenlange Textwüsten braucht kein Mensch und will keiner lesen. Und dann auch noch Rechtschreibfehlr ohne Ende, schlechter Stil, etc. Bitte einmotten. Schnell.

_poolice_ 10 Kommunikator - 399 EXP - 17. Mai 2009 - 12:15 #

da gibts ne ganz einfache lösung...
meld dich an, hock dich an deinen PC & machs BESSER...

Noir 15 Kenner - 2711 EXP - 16. Mai 2009 - 23:51 #

Mir hat der Beitrag gefallen :) Das Spiel würde ich jetzt in jedem Fall antesten :D

NoFear13 13 Koop-Gamer - 1634 EXP - 17. Mai 2009 - 0:04 #

Ich persönlich hab das Spiel natürlich auch einmal angespielt musste mich aber angesichts des doch etwas langweiligen und langwierigen Spielstils und der zu verwirrenden Story dem Spiel geschlagen geben und ohne das ganze vollständige verstanden zu haben in die Ecke stellen.

Jacob Klein 08 Versteher - 160 EXP - 17. Mai 2009 - 15:15 #

Die Levels sehen auf den screenshots aber wirklich extrem trist aus...

Name 19. Mai 2009 - 15:50 #

Wenn sie denn wenigstens eigene Screenshots verwenden würden (sind aber nur Promo-Screenshots des Publishers). Aber dazu müsste man ja länger "als ne halbe Stunde" spielen/testen. Ne, Herr Langer?

Christoph Hofmann Redakteur - 55036 EXP - 19. Mai 2009 - 17:44 #

Die Screenshots sind alle selbstgemacht, bis auf das Startbild. Beim Startbild verwenden wir häufig Hersteller-Grafiken als "Aufmacher", ebenso wie das Printhefte bei ihren Artikelaufmachern tun.

GROBI 04 Talent - 35 EXP - 21. Mai 2009 - 15:26 #

Ich verstehe nicht, warum dieses Meisterwerk mit Wertungen im Mittelmaß abgespeist wird. In Sachen Storytelling ist mir noch kein beeindruckenderes Spiel begegnet und macht vieles weitaus besser als sein überschätzter "Bioshock"-Kollege. Alleine die Rückblenden-Technik und ihre einfallsreiche Inszenierungen machen die tatsächlich maue Technik mehr als wett. Cryostasis konzentriert sich auf das wesentliche, verliert sich nicht in nebensächliches Geplänkel und entwickelt einen atmosphärischen Sog, den ich viel zu lange nicht mehr erleben durfte.
Ein exzellentes Spiel! Aber der zweite Teil wird's für den Massenmarkt schon richten...

Name 27. Mai 2009 - 11:24 #

An genau solchen Beispielen merkt man als Spieler das viele Wertungen in den Printzeitungen "gekauft" sind. Ein Gothic 3 wird Spiel des Jahres und Crysis bekommt in der GS ein 90er Wertung, obwohl deren Additions-Wertungssystem eigentlich solche Grafikblender enttarnen soll. Spielerisch ist Crysis aber um einiges schlechter als Cryostasis! Und trotzdem bekamm is meist nur mittlere 70er-Wertungen!!!

GottfriedBenn 05 Spieler - 46 EXP - 24. Mai 2010 - 19:01 #

Doofster Endkampf seit geraunmer Zeit. Langweiliges Gekämpfe. Ich kann nur raten sich die Geschichte von einem Käufer erzählen zu lassen.

Etomi 15 Kenner - Abo - 3098 EXP - 30. August 2011 - 22:11 #

Irgendwie ist das Spiel ja total an mir vorbei gegangen. Gabs das überhaupt wirklich mal im Verkauf? ;-)

Tr1nity Community-Moderator - Abo - 61911 EXP - 31. August 2011 - 10:04 #

Ja :). Ich kann's echt empfehlen, sehr atmosphärisch das Spiel.

Casa 11 Forenversteher - Abo - 820 EXP - 3. Juli 2014 - 13:44 #

Bin grad durch GameTube drauf gestossen und hab das auch irgendwie total verpasst, sieht 5 Jahre später immer noch richtig gut aus.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)
Action
3D-Action
ab 16 freigegeben
16
Action Forms
505 Games
27.02.2009
6.5
7.1
PC
Amazon (€): 24,44 (PC)
GamersGlobal: Das Spiele-Magazin für Erwachsene
Impressum Nutzungsbedingungen So geht's
GamersGlobal auf Facebook Creative Commons License GamersGlobal auf Twitter.com
Die User-generierten Inhalte dieser Website, nicht aber die redaktionellen, sind unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert, bis auf zwei Ausnahmen (siehe Nutzungsbedingungen).

Seitenanfang