Beyond Earth: Rising Tide Test

Komplett neue Diplomatie & mehr

Jörg Langer / 8. Oktober 2015 - 16:09 — vor 1 Jahr aktualisiert
Beyond Earth kam zwar nicht an Alpha Centauri heran, stellte aber doch eine interessante Civilization-5-Abwandlung auf fernen Planeten dar. Kann das Addon mit brandneuem Diplomatiesystem, Artefakten und Co. die bislang eher mäßige Langzeit-Motivation nachliefern?
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Es gibt einfachere Zielgruppen für eine Spielefirma als die Anhänger von Hardcore-Strategiespielen. Wie schön wäre es, muss man sich bei Firaxis ab und zu denken, wenn wir die Transformers-User hätten! Oder die Skylanders-Fraktion! Oder jene Leute, die sich Schrumpf-Simulationen Marke "Forstwirtschaftssimulator 2022" kaufen! Stattdessen aber trifft Take Twos Strategie-Abteilung mit der aktuellen Generation der alten Microprose-Marke Civilization seit 2010 auf eine Gruppe von Fundamentalisten-Fans, die selbst dann noch Civilization 4 und dessen angeblich so tolle KI nebst Einheitenstapel-System loben werden, wenn man ihnen schon längst die Computermaus durch einen Trinkschnabel-Becher ersetzt haben wird. Klingt das böse? Alles nicht so gemeint; auch GamersGlobal hielt sich, anders als der überwiegende Teil der Mitbewerber, bei Civilization 5 noch halbwegs zurück und vergab aufgrund der KI-Probleme und des ausbaufähigen Tiefgangs "nur" eine 8.0, die uns im Nachhinein aber erst nach einigen größeren Patches wirklich gerechtfertigt erschien. Doch mit zwei großartigen Addons besserte Firaxis 2012 (Gods & Kings) und 2013 (Brave New World) nach, sodass das "komplette" Civ 5 mittlerweile bei einer 9.0 (User-Wertung: 8.9) steht.
 
2014 enttäusche Firaxis dann abermals auf hohem Niveau: Zwar enthielt Civilization 5 – Beyond Earth zahlreiche neue Ideen wie Missionen und vielstufige Spielsiege, doch abermals krankte es an KI und Langzeitmotivation. Eine gnädige 8.0 unsererseits war die Folge, die nun das Addon Rising Tide gerne nach oben verschieben würde. Ob sich Geschichte wiederholt? Ob es das Gesamtpaket gar mit dem heimlichen Vorbild Alpha Centauri aufnehmen kann? Wir werden sehen.
 

Vier neue Fraktionen

Einige neue Gebäude stehen nur in Seestädten zur Verfügung, die ihrerseits nicht alle Land-Gebäude bauen dürfen.
Beim Alpha-Centauri-Addon Alien Crossfire von 1999 kamen unter anderem zwei verfeindete Alien-Rassen dazu, unter den fünf weiteren war auch eine See-Fraktion, die die Meere besiedeln durfte. Letztere Idee greift Rising Tide wieder auf: Alle Fraktionen dürfen nun auch auf dem Meer siedeln. Doch zwei davon, die Nordsee-Allianz (ungeschickterweise von Firaxis mit NSA abgekürzt) und die spionagestarken Chungau, dürfen auf geeigneten Planeten auch sofort mit einer schwimmenden Stadt starten – sie erhalten in jedem Fall eine Startposition, von der aus sie an der Küste oder auf dem Meer siedeln können. Die Schwimmstädte der NSA sind zudem robuster und leichter zu bewegen als die der anderen Fraktionen. Ja, genau: "zu bewegen", dazu gleich mehr. Ihr dürft übrigens auch als NSA jederzeit auf dem Land siedeln.
 
Die drei anderen neuen Fraktionen sind Al Falah, "gut ausgebildete Nomaden aus dem Mittleren Osten", deren Stadt-Verbesserungen um die Hälfte mehr produzieren. Die Fraktion Chungau scheint aus Korea zu stammen, sie startet (bei entsprechender Spielweise ein gewaltiger Bonus) mit einem Agenten und erhält für erfolgreiche Agentenaktionen außerdem Wissenschaftspunkte. Lustig fanden wir Fraktion Numero 4: INTEGR wird von einer verbrämten deutschen Gutmenschin geführt, deren Spezialeigenschaft "Kategorischer Imperativ" lautet, die diplomatische Abmachungen für sie verbilligt. Dem komplett neuen Diplomatiesystem widmen wir weiter hinten einen eigenen Abschnitt.
 

Schwimmende Städte

Anders als in Alpha Centauri lassen sich die neuen Schwimmstädte über die Karte bewegen, als wären es riesenhafte (und, wir erinnern uns, bis zu drei Felder weit schießende) Flugzeugträger. Dazu steht ein spezielles Bauprojekt zur Verfügung: Wird es in Auftrag gegeben, sucht ihr euch das angrenzende Zielfeld aus – anfangs darf das nur ein Küstengewässer sein, später auch der offene Ozean –, und zu Beginn der Runde, in der dieser "Bau" fertig wird, verändert sich die Position der Stadt entsprechend.
 
Damit verknüpft ist eine weitere interessante Regel: Seestädte erweitern ihr Territorium nicht über Kulturpunkte, sondern durch diese Bewegungen: Alle früheren Gebiete bleiben erhalten. Da es am effizientesten ist, sich stetig in eine Richtung zu bewegen oder allenfalls kleinere Kurskorrekturen zu machen, unterscheiden sich die Seestädte also auch dadurch merklich von den normalen Städten. Dass es einige neue Ressourcen auf den Ozeanen gibt, versteht sich fast von selbst.
 
Eine ganze Reihe neuer Projekte bleiben den Seestädten vorbehalten, darunter Möglichkeiten zur Energie- oder Nahrungsgewinnung sowie ein verbesserter Antrieb, der die Kosten für das Fortbewegungsprojekt senkt. Obwohl letztere mit jedem Gebäude steigen, hatten wir in einer fortgeschrittenen Partie große Städte, die sich binnen ein oder zwei Runden fortbewegen konnten. Damit ist eine Strategie denkbar, solche Städte gezielt zum Angriff auf die Küste eines Feindes einzusetzen. Im Gegenzug bleiben den Seestädten einige bekannte Ausbauten versagt, was in unserem Fall mindestens eine Questreihe torpedierte: Da wir keine Alien-Gehege in unserer schwimmenden Hauptstadt bauen dürfen, konnten wir die entsprechende Mission nicht abschließen.

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Unsere Seestadt bewegt sich ein Feld nach links und wird dadurch ihren Einflussbereich um drei Felder erweitern.
Jörg Langer Chefredakteur - P - 342995 - 8. Oktober 2015 - 16:09 #

Viel Spaß beim Lesen!

endymi0n 17 Shapeshifter - P - 6200 - 8. Oktober 2015 - 16:31 #

Ich habe es jetzt (trotz der Wertung?)für rund 21€ bestellt. In Multiplayer-Partien gegen meine Frau werden sicher 40-50 Stunden Spaß anfallen. Und auf einen KI-Patch kann man ja immer hoffen – hier würden ggf Mods der Community helfen, mal sehen ob solche erscheinen.

Scando 23 Langzeituser - P - 40338 - 8. Oktober 2015 - 16:40 #

Habe es mir auch vorbestellt und hoffe auf Patches.

ReD_AvEnGeR 12 Trollwächter - P - 972 - 9. Oktober 2015 - 10:42 #

man darf nie irgendwas kaufen in der hoffnung das irgendwas kommt - meine meinung

floppi 22 AAA-Gamer - P - 34126 - 8. Oktober 2015 - 16:46 #

Ernüchternd. Danke für den Test. Ich hatte die Hoffnung Beyond Earth nach etwa 20 Stunden Spielzeit mit dem AddOn wieder rauszuholen, aber so bleibe ich doch lieber bei Civilization 5. Vielleicht mal in einem Sale.

Slaytanic 23 Langzeituser - P - 38197 - 9. Oktober 2015 - 1:16 #

So wird das bei mir wohl auch aussehen.

Drugh 15 Kenner - P - 3042 - 9. Oktober 2015 - 20:41 #

Same here. Ich fand 1-2 Runden BE ganz nett, erinnerte mich sogar positiv an AC. Die Wassergeschichte fand ich allerdings bei AC schon nicht ganz so überzeugend. Im sale wirds aber gekauft und dann noch 1-2 mal durchgespielt. Mehr freue ich mich als Strategiefan auf Anno 2205!

TSH-Lightning 18 Doppel-Voter - P - 9645 - 8. Oktober 2015 - 16:52 #

OK, ist dann wie das Hauptspiel zu schnell ausgelutscht. Das mit der Diplomatie hasse ich sowieso, da es selbst in Civ5 immer vollkommen unlogisch ist.

KlausigerKlaus 12 Trollwächter - 992 - 8. Oktober 2015 - 16:55 #

Danke für den Test, der mich vom Addon wie bfürchtet Abstand nehmen lässt, solange wie beschrieben das neue Diplomatiesystem fehlerhaft ist und mehr verärgert als motiviert. Es ist so schade, dass die Serie so sehr unter der KI leidet und es noch immer nicht zu schaffen scheint, in entscheidenden Bereichen Fortschritte zu vermelden.

Auch wenn ich mir vielleicht ein Böses Wort von Herrn Langer abholen werde - auf dumme Sprüche anderer Nutzer würde ich eh nicht reagieren - hätte ich eine Bitte: Der Satz "Lustig fanden wir Fraktion Numero 4: INTEGR wird von einer verbrämten deutschen Gutmenschin geführt[...]" lässt mich schaudern.
Der Begriff "Gutmensch" hat sich leider als beleidigender Ausdruck speziell von antidemokratischer und rechtsradikaler Seite - so wie der von rechtsradikalen erdachte Ausdruck "Asylant" - etabliert, um ein aus rechtsradikaler Sicht zu naives Vorgehen in der Ausländerpolitik zu brandmarken.
Es ist äußerst schade, wenn er nun hier verwendet wird, da ich Herrn Langer eben diese politische Gesinnung nicht zutraue.
Ich fände es daher klasse, wenn sich solche Wortbedeutungen nicht weiter etablieren würden, auch wenn es bedeuten würde, dass der Satz länger werden würde, um eine etwas zu naive Präsentation der INETGR Fraktion zu belächeln.
Ich wäre Herrn Langer sehr danbkbar für eine Korrektur und hoffe, ich konnte erklären, warum ich darum bittten möchte, ohne Herrn Langer zu beleidigen oder ihn in eine falsche politische Ecke zu drängen.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11359 - 8. Oktober 2015 - 17:33 #

da hatten wir schon mal eine diskussion zu dem thema hier unter einer der nachtkolumne von lenhardt. da wurde auch darauf hingewiesen und interessanterweise wussten das viele nicht. ich will damit sagen, dass man diesen begriff auch in vielen anderen zusammenhängen liest wenn nicht sogar in der mehrheit der fälle.
dass der begriff angeblich eine solch rechtsradikale prägung hat, wurde auch erst in den letzten jahren propagiert, etwa durch den welt-artikel "Wer Gutmensch sagt, verdient sich seinen Shitstorm" oder durch den deutschen journalisten-verband der fälschlicherweise behauptet hat, dass der begriff aus dem dritten reich stammen würde.

von irgendwelchen wortverboten, weil jene oder diese gruppe angeblich den begriff gepachtet hat, halte ich nichts. das an sich ist dann auch wieder gutmenschentum, was ja nach der definition des duden ein "[naiver] Mensch ist, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o. ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt".
generell sollte man sich weniger an der wortwahl anderer aufhängen und somit eine diskussion verhindern, sondern sich mit dem eigentlichen inhalt auseinandersetzen. um da mal abschließend den ZDF-journalisten Wolfgang Herles zu zitieren:

"Konformistische Gesellschaften gehen Auseinandersetzungen aus dem Weg, ohne die Probleme zu lösen. Sie verengen den Diskurs. […] Konformismus ist die Degenerationserscheinung einer politikmüden, zugleich tief verunsicherten Gesellschaft. Es zählt, was sich gut anfühlt. Fühlen gilt überhaupt mehr als Wissen und Argumentieren."

Klabauter 10 Kommunikator - P - 492 - 8. Oktober 2015 - 17:40 #

Leider wird der Begriff "Gutmensch" heute idR eben gerade nicht im Sinne eines Diskurses verwendet, sondern um genau diesen abzuwürgen und das Gegenüber zu diskreditieren (als naiv etc).

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11359 - 8. Oktober 2015 - 17:45 #

der begriff soll ja auch abwertend sein.

Ganesh 16 Übertalent - 5024 - 9. Oktober 2015 - 9:19 #

Immer diese Angst vor Verboten... niemand verbietet irgendjemandem etwas. "Gutmensch" ist einfach ein Unwort, dass Diskussionen beenden soll. Die Verwender des Begriffs wollen häufig Diskussionen verhindern, nicht umgekehrt. Zu sagen, dass man das Wort deshalb besser nicht verwenden sollte, ist weder ein Verbot, noch ein Ende der Debatte. Es ist vielmehr eine Aufforderung, über die eigene Wortwahl einen Moment nachzudenken (aber allein diese Aufforderung empfinden ja heute viele als Provokation).

Und dein Zitat finde ich, sofern es nicht völlig aus dem Kontext gerissen wurde, völligen Schwachsinn. Weder leben wir in einer konformistischen Gesellschaft (zumindest nicht mehr als in anderen Zeiten), noch geht es nur ums Fühlen. Aber der Konsens, dass man Probleme nicht durch Gefühle, sondern durch Argumentation löst, ist vielleicht böser Konformismus.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11359 - 9. Oktober 2015 - 9:58 #

aufgrund der wortwahl seines gegenüber diesen in eine bestimmte ecke zu stellen, welche man ignoriert da diese ja verbohrt, dickköpfig, faschistisch oder ewig gestrige wären, ist genau das was eine diskussion verhindert.

gerade bei erhitzten debatten darf man sehr wohl auch sein gegenüber provozieren oder auf unsinnige argumentationen und ablenkungsmanöver hinweisen und dies zum vorwurf machen. das wort 'gutmensch' ist dabei genauso wenig ein unwort wie es 'lügner' oder 'heuchler' ist.

das zitat fande ich an der stelle schon passend. da es generell in den letzten jahren einen trend gab zu immer weniger frei geführten diskussionen, wo man, gerne auch wild und aggressiv, sich mit verschiedensten positionen argumentativ auseinandersetzt.

stattdessen werden stellvertreterdebatten geführt oder diskussionen komplett verhindert. so wurden etwa in den letzten jahren bei immer mehr online-portalen von tageszeitungen und magazinen die kommentarfunktion stark eingeschränkt oder komplett entfernt. die tiefe inhaltiche auseinandersetzung mit themen ist dann oftmals einer schilderung von meinungen und gefühlen gewichen. welche dann bei entsprächen konträren positionen eben nicht mehr zu argumenten führt, sondern stattdessen zu einem moralismus und alarmismus gegenüber redewenungen, positionen oder eben der wortwahl die vermeintlich unhaltbar wären.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 342995 - 9. Oktober 2015 - 10:06 #

Ich möchte sowohl dich als auch Ganesh und ggf. Klabauter bitten, die weitere Diskussion im Forum fortzuführen.

Ihr habt eure Standpunkte dargelegt, ich hatte auf den Eingangskommentar von KlausigerKlaus geantwortet, das reicht aus meiner Sicht. Hier im Thread sollte es vorrangig um den Testbericht und das Spiel an sich gehen.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11359 - 9. Oktober 2015 - 10:10 #

sry fürs offtopic, wird gemacht chef!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 342995 - 8. Oktober 2015 - 18:02 #

Es wäre mir neu, dass Neonazis das Wort Gutmensch mit einem Copyright belegt hätten. Ein Gutmensch ist für mich ein von seiner Rechtschaffenheit und moralischen Überlegenheit überzeugter Mensch, der zur Intoleranz neigt. Naivität schwingt da schon mit, aber nicht einem bestimmten Thema gegenüber.

Dass sich Nazis und andere Wirrköpfe bestimmte Begriffe aneignen und mit eigenen Bedeutungen versehen, ist das eine. Deswegen den eigenen Sprachwortschatz entsprechend zu kastrieren, das andere. Ich würde gerne auch weiterhin Begriffe wie Heimat benutzen dürfen, ohne mich rechtsradikalen Gedankenguts verdächtig zu machen.

Ob "Asylant" tatsächlich eine rechtsradikale Wortschöpfung ist, kann ich nicht beurteilen. Sie erscheint mir sich aber, den Regeln deutscher Sprachverwendung folgend, sehr logisch aus dem Wort Asyl abzuleiten und ist in der Verkürzung griffiger als Asylsuchender. Insoweit möchte ich da meine starken Zweifel anmelden.

Sicher gibt es bestimmte Begriffe, die aus der NS-Zeit "verbrannt" sind, beispielsweise kann man seitdem, trotz der älteren Herkunft des Ausdrucks, nicht mehr guten Gewissens von "bis zur Vergasung" sprechen aus meiner Sicht. Aber Gutmensch zähle ich nicht dazu.

Klabauter 10 Kommunikator - P - 492 - 8. Oktober 2015 - 18:17 #

Das Problem ist nur wenn sich allgemein eine von persöhnlichen Deutungsmuster abweichende Interpretation/Verwendung eines Begriffes durchgesetzt hat.

"In der politischen Rhetorik Konservativer und Rechter wird Gutmensch als Kampfbegriff verwendet.[1] Im Januar 2012 erhielt das Wort bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den zweiten Platz. Die Jury kritisierte die aus ihrer Sicht 2011 einflussreich gewordene Funktion des Wortes als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“.[2] Mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“."
https://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11359 - 8. Oktober 2015 - 18:25 #

dabei handelt es sich ja nicht um eine andere interpretation. rechte verwenden den begriff gutmensch ja mit derselben bedeutung wie er auch sonst in debatten verwendet wird. vlt solltest du dir auch mal den abschnitt "Herkunft und Verwendung" durchlesen, das ist etwas ausführlicher und differenzierter als die einleitung des artikels.

Klabauter 10 Kommunikator - P - 492 - 8. Oktober 2015 - 19:07 #

Doch es gibt eine erheblichen Interpretationsunterschied: ironischer Gebrauch vs verächtlicher Gebrauch; letzteres ist wohl "Mainstream"

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11359 - 8. Oktober 2015 - 19:59 #

abwertende begriffe kann man natürlich auch immer ironisch verwenden. das ändert natürlich nichts an der eigentlichen bedeutung, sondern hängt vom genutzten kontext ab.

KlausigerKlaus 12 Trollwächter - 992 - 9. Oktober 2015 - 3:22 #

Diese Argumentation muss ich akzeptieren und möchte ja auch nicht aus einem Testbericht eine politische Diskussion werden lassen. Ich hätte eine andere Wortwahl besser gefunden, aber ich akzeptiere Ihre Aussage dazu.

Ganesh 16 Übertalent - 5024 - 9. Oktober 2015 - 9:12 #

Ich würde den Begriff jetzt eher der neuen Rechten als den Neonazis zurechnen. Das Problem an ihm ist die implizite Annahme, dass gemeinsame Regeln ohnehin zu nichts führen, die genau von denen getroffen wird, die von den genau diesen Regeln am wenigsten profitieren würden.

Für mich ist es in jedem Fall ein politischer Kampfbegriff und hat als solcher wenig in einem Spieletest zu suchen...

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11359 - 9. Oktober 2015 - 10:02 #

die definition des wortes ist keine speziell politische und es wird auch nicht nur in diesem kontext innerhalb des deutschen sprachgebrauchs verwendet.

Taris 13 Koop-Gamer - P - 1623 - 8. Oktober 2015 - 19:11 #

Eigentlich hätte ich mich auf das Addon gefreut, aber wenn sie die Diplomatie so vergeigt haben, werde ich die Anschaffung wohl nochmal überdenken und erstmal abwarten, ob das so gewollt ist oder nachgebessert wird.

Foxhound2011 10 Kommunikator - 397 - 8. Oktober 2015 - 19:24 #

Wir wollen doch nur ein Alphacentaury mit Addon in einer Zeitgemässen Grafik.
Dazu das bewerte Luxus Ressorsen und Handelsystem aus Civ 4. Eventuell Das Religions System aus Civ 5 und Das KapitalUnternehmens System ( Wenn auch Etwas Abgemildert) aus Civ 4 Addon beyond the Sword.
Und das Handlskaravanensystem Aus Civ 5
Wir Wollen PSY Kämpfe und normale Kämpfe. Einen Einheiten Baukasten mit Spezialfähigkeiten. Nachschubtranzportraupen zur Ressorsenerschließung auserhalb der Stadtgrenze. Einen Verbindung zwischen Ökonomy Ökology und dem Planetenabwehr durch die PSY Würmer.
Warum können wir das nicht Kriegen?
Ich glaube ich bleibe bei Alpha Centaury oder Pandora First Contact.

H.E.R.O. 11 Forenversteher - P - 797 - 8. Oktober 2015 - 20:16 #

Bzgl Alpha Centauri:
Falls es das hier noch nicht geben sollte (ich hab jetzt gerade nicht gesucht): Mich würde sehr stark ein "Retro-Test" von Jörg bzgl. Alpha Centauri und Add-on plus Vergleich zu aktuellen Titeln interessieren (losgelöst vom Interface). Gerade weil immer und immer wieder AC genannt wird (selbst damals gespielt, aber dann irgendwie vom "Schirm" verloren). Gibts das schon Jörg?

supersaidla 16 Übertalent - 4113 - 8. Oktober 2015 - 20:55 #

Ist schon echt schade dass die seit Jahren mit der KI und der Spielmechanik nicht weiterkommen.

DalaAufArbeit (unregistriert) 9. Oktober 2015 - 9:06 #

Hm so dramatisch empfinde ich das alles nicht. Im Gegenteil, mir macht Beyond Earth dank dem Add On nun endlich Spaß. Natürlich kommt es nicht an Civ5 heran, aber damit habe ich auch nie gerechnet. Dennoch finde ich die Wertung etwas hart. Aber wie Herr Langer schon sagte: Vielleicht muss ich einfach noch viel länger spielen, bis sich Ernüchterung einstellt. Wobei: Selbst ein schlechtes Civ gefällt mir immer noch besser als so ziemlich alles andere auf dem Markt.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 342995 - 12. Oktober 2015 - 18:06 #

Als Solitär-Spiel kann es bestimmt auch länger Spaß machen. Ist ja nicht unbedingt einfach, aufgrund von Faktoren wie Energiemangel, Gesundheitslevel und so. Nur macht so ziemlich alles, was mit den KI-Parteien zusammenhängt, auf Dauer keinen großen Spaß mehr.

Ganesh 16 Übertalent - 5024 - 9. Oktober 2015 - 9:08 #

Das erste Civ seit vielen Jahren, dass ich nicht sofort haben will. Klar, viele interessante Neuerungen, aber den Schilderungen zufolge scheinen sie ja nicht ausgereift. Gerade wenn ich das zum Diplomatie-System lese: Ja, Warscore ist schön von Paradox-Spielen kopiert, aber warum fehlt deren Möglichkeit, Frieden zu schließen?

Und dann wird mein Hauptproblem mit Beyond Earth offenbar nicht behoben. Civ "in space" war halt sehr uninspiriert, was die Welt angeht. Die Welt und deren Hintergründe waren mit der heißen Nadel gestrickt und das hat man gemerkt...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 342995 - 9. Oktober 2015 - 10:09 #

Das ärgert mich ja so: An sich ist dieses neue Diplomatiesystem super (wenngleich geklaut, du denkst an Paradox, ich dachte z.B. an Nobunaga, wo auch bestimmte Handlungen einen festen Punktewert "Diplomatiekapital" kosten), aber zumindest aktuell funktioniert es hinten und vorne nicht.

Aber auch auf Dauer finde ich es enttäuschend, wenn an die Stelle des Feilschens und Zusammenklickens von teils auch mal abstrusen Vereinbarungs-Paketen nur noch das Einsammeln von Boni steht.

Die Präsentation ist insgesamt schon noch "andersweltlicher" geworden, es gibt ein paar große Erkundungsobjekte (z.B. so eine Art riesenhaftes Giganto-Korallen-Gehirn, zu dem es auch eine Quest gibt, oder die Spur eines großen Meteroiten-Einschlags) und du hast den viel ausgeprägteren Meeresboden, dazu die neuen Flora wie die Korallen.

Ganesh 16 Übertalent - 5024 - 9. Oktober 2015 - 10:45 #

Okay, also ist das Erkunden vielleicht ein bisschen besser geworden. Allerdings habe ich in deinen Ausführungen immer noch kein Gesamtkonzept gefunden, dass eine wirkliche Welt glaubhaft macht.

Es gab da mal einen netten Podcast von StayForever zu den Unterschieden von Civ und AC. Civ ist im Prinzip wie ein Euro-Game - das Setting schaffst den anfänglichen Reiz, sich mit dem Spiel auseinanderzusetzen, anschließend übernimmt beim Spieler die Faszination für ein weitestgehend abstraktes Regelkonstrukt. AC war demgegenüber anders, weil die Regeln eher dazu dienen, das Setting zu erkunden.

Das Problem mit "Civ im Weltraum" ist, dass der anfängliche Reiz jetzt nicht mehr lang genug da ist, weil das Spiel nicht auf historische Stereotypen zurückgreifen kann. Es müsste halt eine gute Welt schaffen, es müsste erklären, was, wie, wo, wann passiert ist. Genau darum hat sich Civ:BE gedrückt, weshalb niemand versteht, warum Brasilianer einen Bonus auf Handelsrouten kriegen. Bei Civ hat man hingegen schnell geglaubt, dass die Griechen tolle Diplomaten sind, die Boni auf das Verhältnis zu Stadtstaaten bekommen...

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7124 - 9. Oktober 2015 - 15:41 #

Ich freu mich auf eine Runde nächste Woche, Writing Bull und Christian hatten viel Spaß beim Addon.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 342995 - 9. Oktober 2015 - 15:44 #

Ich auch, für etwa 15 Stunden.

Lorin 15 Kenner - P - 3761 - 9. Oktober 2015 - 17:20 #

Ich warte auf den nächsten Steam Sale. :)

Hanseat 13 Koop-Gamer - P - 1622 - 9. Oktober 2015 - 18:48 #

Danke für den Test. Ist für mich eine klare Kaufwarnung. Ein Civ das 15 vielleicht sogar 20 Stunden Spaß macht ist halt kein Civ. Sowas erinnert mich an die Warlockspiele. Die machen auch exakt solange Spaß bis man alles verstanden hat und dann denkt man: "Uh das wars?"

Calmon 13 Koop-Gamer - 1283 - 12. Oktober 2015 - 14:39 #

Danke für den Test. Die KI ist mein KO Kriterium. Die Spieleschmieden haben es anscheinend nicht mehr nötig STRATEGIESPIELE eine vernünftige KI zu geben bzw. eigentlich war es schon immer das Hauptproblem. Auch bei Civ & Co.

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