Test: Kartenspiele

Battleforge

Ob WorldShift, Tom Clancy’s EndWar oder Dawn of War 2 – Strategiespiele versuchen sich vermehrt neu zu erfinden und weiterzuentwickeln. Auch Siedler-Erfinder Volker Wertich hat mit seiner SpellForce-Serie bereits die ausgetretenen Wege verlassen. Mit Battleforge mixt er nun Echtzeit-Strategie mit Sammelkarten.
Christoph Hofmann 13. Mai 2009 - 16:06 — vor 1 Jahr aktualisiert
PC
 
Magic: The Gathering, das wohl bekannteste Sammelkartenspiel, wird dieses Jahr 16 Jahre alt und begeistert immer noch Millionen von Spielern. Die kaum weniger bekannte Sammelkartenversion von Pokémon feiert 2009 ihr 10jähriges Jubiläum. Was das mit dem Battleforge zu tun hat? Battleforge verbindet Elemente der Sammelkartenspiele mit denen der Echtzeitstrategie. Anstatt eine Basis und Einheiten auf dem Schlachtfeld zu bauen, spielt ihr immer neue der 20 Karten eures Decks aus. Ob Abwehrtürme, Bogenschützen, ausgewachsene Drachen oder mächtige Zauber – Karte auswählen, auf einen Punkt auf dem Schlachtfeld klicken, und die darauf abgebildete Einheit ist erscheint sofort kampfbereit. Zumindest in der Theorie. In der Praxis gehört selbstverständlich noch etwas mehr dazu.

Wichtige Info vorweg: Battleforge ist komplett auf Multiplayer ausgelegt. Ohne eine Internetverbindung kommt ihr nicht einmal über die Installation hinaus. Dafür werdet ihr mit einer kooperativen Kampagne belohnt und auch sonst so ziemlich allem, was ein Spiel via Internetanschluss langfristig fordernd halten kann.

In der Schmiede der Schöpfung könnt ihr jederzeit eine eurer Karte ausspielen und Feinde heraufbeschwören.

Die Qual der Wahl

Ihr schlüpft in die Rolle eines Himmelsfürsten und sollt den Menschen von Nyn im Kampf gegen das Zwielicht zur Hilfe zu eilen. Die Hintergrundgeschichte spielt bloß eine Nebenrolle; nur ein geringer Teil wird von einem Sprecher während der langen Ladezeiten vorgelesen. Den Rest müsst ihr euch selbst aus einem dicken Buch im Spiel zusammentragen. Wer das nicht macht, versteht nicht viel von, dem was eigentlich passiert. In jedem Fall ist euer erster Halt die Schmiede der Schöpfung – die Zentrale des Spiels. Hier bereitet ihr euch auf den nächsten Kampf vor, stellt euer Deck zusammen und könnt eure neuen Karten bereits in einer Sandboxumgebung austesten. Je 16 Karten der Elemente Feuer, Frost, Natur und Schatten stehen euch dazu zu Beginn zur Verfügung. Außerdem habt ihr nach der Installation bereits 3.000 Battleforge-Punkte auf eurem Konto. Diese könnt ihr in zusätzliche Booster-Packs investieren. Für 250 Battleforge-Punkte erhaltet ihr so acht weitere, zufällig sortierte Karten, bei denen es aber eine gewisse Verteilung von Allerwelts- und seltenen Karten gibt – ganz so wie es die Bootser Packs in den glitzernden Cellophan-Verpackungen in der echten Welt vormachen. Bestenfalls erhöht sich so eure Anfangsauswahl auf bis zu 160 Karten.
Auch virtuell ist die Spannung beim Auspacken groß.

Welche ihr davon nun in euer Deck übernehmt, bleibt alleine euch überlassen. Aber Vorsicht: Jede Wahl will wohl überlegt sein, möchte man nicht später auf dem Schlachtfeld den „Game Over“-Bildschirm sehen. Nicht nur die Werte der Einheiten sind wichtig: Um eine Karte ausspielen zu können, müsst ihr auf dem Schlachtfeld auch genug Energie dafür besitzen, die richtigen Element-Sphären müssen in eurer Kontrolle sein und das Einheitenlimit beachtet werden. Wer sein Deck also nur mit den stärksten Karten vollstopft, wird im Spiel keine einzige davon benutzen können – es fehlen im schlicht die Normalokarten, um erstmal genug Ressourcen zu erobern.

Einfacher als es klingt

Energie wird aus Energiebrunnen gewonnen. An vordefinierten Plätzen auf dem Schlachtfeld und nur wenn eigene Einheiten in der Nähe sind, könnt ihr diese für 100 Energiepunkte platzieren und erhöht damit die Produktion. Je stärker die zu spielende Karte, desto mehr Energie wird dafür gebraucht. Eine Rang-1-Karte (im Spiel „tier“ genannt, das englische Wort für Rang) eines Trupps Soldaten gibt es für magere 50 Energiepunkte. Für einen ausgewachsenen Juggernaut (Rang 3) müssen es hingegen 220 sein. Das Gleiche gilt für die Anzahl der Sphären: 1er-Karten benötigen nur eine aktive Sphäre der gleichen Farbe. 4er-Karten wie der grüne Wyrm hingegen vier. Diese müssen aber nicht zwingend alle von der gleichen Farbe sein. Die starken Karten brauchen zwar bis zu vier Sphären, aber ein Teil davon kann von einer beliebigen Farbe sein. So wird gewährleistet, dass ihr auch mit mischfarbigen Decks eine Change habt.

Welche Art von Sphäre aktiviert wird, bestimmt ihr beim Aufstellen eines Monuments. Wie im Falle der Energiebrunnen geht dies nur an vorbestimmten Orten, und der Bau dauert einen Moment. Ausspielen lassen sich Karten auch nur in der Nähe von eigenen Gebäuden oder Bodeneinheiten. Ist also vom ursprünglichen Stoßtrupp nur noch ein Drache übrig, lässt sich in seiner Nähe keine Einheit mehr herbeirufen, er muss sich würdelos zu den eigenen Linien zurückziehen...
 
Name 15. Mai 2009 - 15:21 #

Welchen Kopierschutz hat das Spiel?

Christoph Hofmann Redakteur - 55036 EXP - 15. Mai 2009 - 15:38 #

Keinen. Der Kopierschutz ergibt sich durch den Zwang den CD-Key an ein Onlinekonto zu binden und sich bei jedem Spielstart damit einloggen zu müssen (ist schließlich Multiplayer-only). Die DVD wird nach der Installation nicht mehr gebraucht.

ShadowGaara 09 Triple-Talent - 280 EXP - 15. Mai 2009 - 15:39 #

Ich habe das Spiel und es lohnt sich, solange man der Kartensucht nicht verfällt.

FlySkyBomex (unregistriert) 15. Mai 2009 - 16:39 #

Scheint ein gelungenes Rts-Game zu sein, das einzig blöde ist das man irgendwann mal gezwungen ist sich diese Karten zu kaufen.Wer das Geld hat,hat auch die besseren Karten im Spiel(haha Wortwitz).

Razyl 18 Doppel-Voter - 9091 EXP - 15. Mai 2009 - 21:39 #

Man ist nicht gezwungen für echtes Geld Battleforge-Punkte zu kaufen.Du bekommst beim Spielkauf 3000 Battleforge-Punkte dazu - wenn man damit gut umgeht reichen die locker aus um sich neue Karten im Auktionshaus zu kaufen für sein Deck.Und nicht immer zählt in Battleforge "Bessere karten = Gewinn" - der Skill zählt auch dazu.

flow7 (unregistriert) 15. Mai 2009 - 17:25 #

Battleforge ist eine gutes Spiel! Leider hat mir die Langzeitmotivation nicht gepackt und ich hab es nach gut einem Monat wieder von der Platte genommen.

TECC (unregistriert) 15. Mai 2009 - 22:15 #

Das Spiel ist ein Witz. Um Aktiv MP zu spielen, muss man monatlich zich Karten und somit geldausgeben ... nein danke.

Phin Fischer 15 Kenner - 3780 EXP - 17. Mai 2009 - 12:15 #

Das stimmt nicht.
Wenn du dir das Spiel kaufst und keine Ahnung hast, auf welche Karten es im MP ankommt, dann besorgst du dir mit deinen 3000bf-Punkten oft willkürlich irgendwelche Karten. Dass du dann gezwungen bist, dir nach 2 Wochen Spielzeit die Karten zu kaufen, die du wirklich brauchst,weil deine Decks unzureichend sind, ist klar.

Aber wenn man sich vorher informiert, im MP mit den Standard-Karten die Vor- und Nachteile auslotet, dann reichen die 40 Euro für das Spiel dicke aus, ohne dass man Zusatzkosten hat.

Sievert 04 Talent - 11 EXP - 19. Mai 2009 - 14:24 #

ja das stimmt. habe auch einfach drauflos gekauft und erst hinterher gemerkt das mir entscheidene karten fehlen. es gibt genug seiten im netzt mit genug infos zu den karten. das sollte man vorher mal studieren.

Noir 15 Kenner - 2711 EXP - 16. Mai 2009 - 15:42 #

... klingt auf jeden Fall nach einem Spiel mit hohem Suchtpotential :)

BLoDDy 06 Bewerter - 86 EXP - 16. Mai 2009 - 16:32 #

Sieht ja interessant aus...

Knight925 05 Spieler - 42 EXP - 17. Mai 2009 - 14:14 #

Desweiteren ist es möglich durch geschickten Handel im Auktionshaus Battleforge-Punkte "gutzumachen". Daher, du kaufst Karten günstig ein und verkaufst sie teurer. Das setzt natürlich vorraus dass du den Wert der Karten für andere Spieler gut einschätzen kannst.
Es gibt zb ein paar schlecht gebalancte Ultra-Rare-Karten, die eher schwach sind, du kannst sie aber an unwissende Spieler teuer verhökern.
Die dadurch erlangen Punkte kannst du dann wiederum verwenden, um dir Karten zu kaufen, die du selbst benötigst.

Ich denke desweiteren, dass es bezüglich des Balancings bald Probleme geben wird. EA hat sich vorgenommen, neue Karten, die bei Release zu stark oder schwach sind, nicht weiter zu verändern um nicht in das dann bereits etablierte Wertsystem einzugreifen und Spieler zu übervorteilen.
Sie können Ideen für neue Karten auch nicht wirklich realistisch testen, denn dazu müssten sie in das Spiel eingebaut werden, aber dann dürften sie ja schon nichtmehr verändert werden.

Wir werden sehen was zukünftige Karteneditionen bringen.

Christoph Hofmann Redakteur - 55036 EXP - 17. Mai 2009 - 16:32 #

Hab deinen anonymen doppelt-post mal gelöscht.

Ansonsten geb ich dir natürlich in Bezug auf das Balancing Recht und ich bin sehr gespannt darauf wie das dann ab Sommer wird, wenn die nächste Kartenedition kommen soll. Vielleicht kommt gleichzeitig dann ein Testserver? Mal schauen. Ich habe auf jeden Fall, auch aufgrund der bereits veröffentlichten Patches mit mehr Content, doch ein wenig Vertrauen in die Jungs bei EA Phenomic. Da ist trotz des EA-Logos schon Herzblut dahinter.

Phin Fischer 15 Kenner - 3780 EXP - 18. Mai 2009 - 9:22 #

Wenn die karten im Nachhinein nicht verstärkt oder abgeschwächt werden, wofür gibts dann die offzielle Watchlist im Forum?

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2174 EXP - 20. Mai 2009 - 22:29 #

wird sich nicht halten denke ich.
Die bereitschaft für micro payments sind in europa (anders als in asien und amerika) einfach net so hoch.
Und auch der kartenaspekt (vergleiche zu magic yu gi oh etc.) wird viele spieler abschrecken.
Und die balance bei vielen karten stell ich mir auch schwierig vor.

BFBeast666 14 Komm-Experte - 1931 EXP - 21. Mai 2009 - 3:05 #

Ich bin kein Freund des Microtransaction-Systems. Mag ja sein, daß man Punkte zum Start bekommt, aber das ganze System beruht doch darauf, noch mehr Geld aus dem Kunden rauszuholen - ähnlich wie bei Rock Band. Man BRAUCHT die extra-Songs ja nicht wirklich, Aber... dann ist da doch der Song, den man selbst mal ganz gut findet, oder auf 'ner Party kommen Freunde vorbei, die unbedingt Song XYZ spielen wollen etc. Und ehe man es sich versieht, hat man mal wieder eine 800er-Pointscard durchgenudelt.

Nee, ich laß von solchen Dingen die Finger.

Gadeiros 14 Komm-Experte - 2679 EXP - 22. Mai 2009 - 10:16 #

stellt euch vor, das spiel wird mal mit nem addon erweitert. und dann kommen einige neue klopperkarten und schon ist das eigene deck, mit dem man so erfolgreich war nurnoch lauwarme plörre. bitte nachzahlen^^.
ich halte mich gerne von spielen fern, die wollen, daß ich ab und an in die tasche greife.
das sind ja wie klingeltöne am handy.
auch MMOs schrecken mich deshalb großteilig ab. natürlich.. wenn die mal das game zum download anbieten (oder habe ich das mit dem freeclient falsch verstanden), dann schau ichs mir mal an, wenns bis dahin noch läuft. nur bis dato ist das mir n rotes tuch. zahl weiter, wenn du weiter spaß haben willst ist kein konzept, was ich wirklich unterstütze. da wären mir die 50 euro für den einmaligen kauf zum antesten schon fast zu viel. das ist zu sehr katze im sack bei derartigem pay to play.

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