DLC-Test: Mehr Mysteriöses

Alan Wake: Das Signal Test

75mal wurde die Dunkelheit vom Tageslicht verdrängt, seit am 14. Mai mit Alan Wake eines der meist erwarteten Spiele für die Xbox 360 erschien. Ob die erste Download-Episode „Das Signal“ die beklemmende Spannung aufrecht erhalten und die Geschichte plausibel weiterführen kann, verrät unser Test.
Jörg Langer 27. Juli 2010 - 23:07 — vor 6 Jahren aktualisiert
360
von Florian Pfeffer

Eines sei vorweg genommen: Wer sich nicht mit dem offenen und interpretationsfähigen Ende von Alan Wake anfreunden konnte, wem der zunehmend surreale und metaphysische Stil in den letzten Episoden nicht zusagte, der sollte um den DLC Das Signal einen großen Bogen machen. Allen anderen aber sei die Lektüre der folgenden Zeilen wärmstens empfohlen.

Die Reise geht weiter 

Das Signal beginnt direkt im Anschluss an die Geschehnisse der ersten sechs Folgen (also dem Hauptprogramm) in einer düsteren, irgendwie abwegig anmutenden Version des bekannten Diners aus Episode 1. Die Kellnerin, Rose Marigold, begrüßt Alan und schwärmt von seinen Romanen. Ranger Rusty bringt ebenso leidenschaftliche Begeisterung für den Kaffee des Lokals auf und die beiden Altrocker Tor und Odin fordern Alan zur Inbetriebnahme der Jukebox auf. Das alles wirkt wie eine 1:1-Kopie des Hauptprogramms, doch irgendetwas stimmt nicht – der vertraute Ort wirkt auf eine seltsame Art fremdartig. Die Personen sind halbtransparent, sprechen mit verzerrten Stimmen und scheinen nicht tatsächlich anwesend zu sein. Erst nach einem Besuch auf der Herrentoilette und einem Kontakt mit „dem Licht“ stellt sich heraus, was tatsächlich passiert ist. Die Schauplätze im DLC sind zwar altbekannt, beispielsweise die Kirchengruft oder der Buchladen, jedoch sind sie anders angeordnet und scheinen sich fortwährend zu verschieben, während Wake immer weiter ins Delirium sackt.

Die Motivation für die erneute Reise durchs Dunkel seiner Albträume erhält Alan durch das namensgebende GPS-Signal, mit dem der Autor und Hobbytaucher Thomas Zane versucht, Wake zurück in die Realität zu lotsen. In Schlüsselszenen tritt dieser auch selbst in seinen Reinkarnationsformen als gleißende Lichtkugel oder als Big-Daddy-Verschnitt in Erscheinung. Allgegenwärtig sind Alans Agent Barry und dessen Antagonist, Wakes wahnsinniges Selbst. Letzterer spricht vorrangig durch Fernseher zu uns. Wie die Manuskriptseiten in den ersten sechs Episoden verraten diesmal die Fernseher auch mehrfach Ereignisse, die wenig später tatsächlich eintreten.

Obwohl man erwarten könnte, dass dieses Stilmittel die aufgebaute Spannung zunichte macht, tritt in Wahrheit das Gegenteil ein: Wenn ein irres Auge aus dem Fernseher heraus blickt und verkündet: „Wake wurde von allen Seiten umzingelt, aussichtslos, nur Schatten, kein Fleisch mehr“, dann läuft es uns eiskalt den Rücken hinunter, und wir klammern unsere Hände in angstvoller Erwartung fester um den Controller. Die zahlreichen Erinnerungsfetzen und Reminiszenzen tragen ihren Teil zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei.

Wieder schickt euch Alan Wake durch düstere Waldgebiete. Und das niemals bei Tage...
Henry Heineken 15 Kenner - 3569 - 27. Juli 2010 - 23:18 #

Schöner Test!

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23639 - 27. Juli 2010 - 23:30 #

Guter Test, hab die Episode heute Vormittag durchgespielt.
Sie hat die gleichen Stärken und Schwächen wie das Hauptspiel, gehört aber zu den besseren Episoden von Alan Wake.
Der Schwiereigkeistgrad empfand ich etwa leichter als in Episode 6 (kam mir aber vielleicht auch nur so vor, weil ich es zwei Monate nicht angerührt habe).
Hab zwar nie mehr als drei Mal für eine Szene gebraucht, aber trotzdem frustriert mich das Ableben bei Alan Wake viel mehr als bei manch anderen Spielen. Es wirkt einfach unfair und ich hab nur selten das Gefühl, dass ich zurecht gestorben bin. Das lösen viele deutlich schwierigere Spiele als Alan Wake deutlich besser.

Atomsk 16 Übertalent - 4878 - 27. Juli 2010 - 23:44 #

"...nur ein neuer Gegnertyp ist dazu gekommen." - Das sind immerhin 33%, wenn man bedenkt, dass es im Hauptprogramm gerade mal drei verschiedene Gegner gab :D Kommt Alice denn gar nimmer vor? Ich mochte die Frau irgendwie.

Guter Test, danke :)

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11645 - 28. Juli 2010 - 1:59 #

Wieso heißt es dann in der Wertung als Minus: Keine neuen Waffen oder Gegner, wenn es doch einen neuen Gegner Typ gibt?xD Das ist immer hin mehr als keiner :P

Atomsk 16 Übertalent - 4878 - 28. Juli 2010 - 9:50 #

Keine Ahnung, im Text steht "Neue Waffen sind Fehlanzeige, nur ein neuer Gegnertyp ist dazu gekommen."

Benjamin Braun Redakteur - 284473 - 28. Juli 2010 - 11:34 #

Ich schätze, dass es "nicht mal ein neuer Gegnertyp" heißen sollte. Mir ist jedenfalls kein neuer Gegner aufgefallen. Normale, dicke und schnelle Feinde sowie die Kettensägenheinis, die Poltergeister, Vögel und Fahrzeuge als Gegner gab es ja alle bereits im Hauptspiel.

Ist aber auch egal. Spielerisch hat Alan Wake mit dieser Erweiterung so oder so nicht nennenswert was gewonnen. Mir hat's trotzdem Spaß gemacht. Wer das Spiel gebraucht gekauft hat und somit den Code nicht hat, dem würde ich aber eher davon abraten, 560 Punkte für den DLC zu zahlen. Etwa 1,5 Stunden Spielzeit, die größtenteils mit Kämpfen gefüllt ist, die man so oder so ähnlich schon zig mal im Hauptspiel absolviert hat, lohnt sich nicht unbedingt.

Florian Pfeffer Freier Redakteur - P - 25276 - 28. Juli 2010 - 11:23 #

Es gibt statt Vögeln jetzt auch noch Schwärme von fliegenden Büchern, ob man das aber als "neuer Gegnertyp" zählen möchte, kann man so oder so sehen. Daher die unterschiedliche Interpretation in Text und Wertungskasten.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 329359 - 28. Juli 2010 - 11:31 #

Ist dennoch missverständlich (und mir beim Gegenlesen entgangen), wird korrigiert.

Darkim 06 Bewerter - 88 - 28. Juli 2010 - 8:08 #

Bleibt nur inständig zu hoffen, dass Remedy sich die Umsetzung für PC doch nochmal überlegt.
Wäre ein weiterer Zuwachs meiner Spielesammlung.

Sgt. Nukem 15 Kenner - 3506 - 28. Juli 2010 - 9:47 #

Das müsste sich wohl eher Microsoft, nicht Remedy, überlegen... :/

Hoschimensch 14 Komm-Experte - 2046 - 28. Juli 2010 - 11:16 #

Freu mich schon sehr den DLC heute Nachmittag spielen zu können.

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 28. Juli 2010 - 20:06 #

Schöner Test und egal wie das Fazit auch ausgefallen wäre, da ich ihn umsonst herunterladen kann, hätte ich ihn mir so oder so geholt. Doch nach so einem überwiegend positivem Fazit freu ich mich umso mehr auf den DLC und ihn zu spielen. Wobei mir der im Wertungskasten erwähnte extreme Cliffhänger schon jetzt Angst macht, denn immerhin wird es noch eine Weile dauern, bis der nächste DLC erscheint :(.

Hoschimensch 14 Komm-Experte - 2046 - 29. Juli 2010 - 8:47 #

Gestern The Signal durchgespielt und ich bin wirklich sehr zufrieden. Das schlimmste vorweg, der Schwierigkeitsgrad ist teils wirklich übertriben hoch, aber davon abgesehen passt der DLC perfekt in das restliche Spiel, bietet ein paar neue coole Ideen und macht sehr viel Spaß. Einige Male hat das Spiel in seiner großartigen Inszenierung mich auch ganz schön ins Schwitzen gebracht. Außerdem wird die Story spannend und mysteriös weitergeführt und endet in einem fiesen Cliffhanger. Will nun The Writer spielen!

NoUseForAName 17 Shapeshifter - 7069 - 29. Juli 2010 - 15:55 #

Ich werde hoffentlich am Wochenende endlich dazu kommen, mir diesen DLC auf meine Platte zu ziehen. Was ich bis jetzt hier gelesen habe, riecht nach guter Unterhaltung. Da dieser DLC auch noch gratis ist für Erstkäufer, stimmt mich noch föhlicher :D

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