Report: Gameplay-Geheimnisse

Starcraft 2: Missionen und Worldeditor Report

Mit unseren auf der BlizzCon gewonnenen Erfahrungen können wir euch etwas mehr über die Missionen von StarCraft 2 erzählen, und was der neue World Editor alles kann. Vor allem aber zwei Videos sind das Highlight unseres Reports, viel Spaß beim Anschauen!
Christian Korndoerfer 28. August 2009 - 1:42 — vor 7 Jahren aktualisiert

Bereits im orignalen Starcraft versuchte Blizzard, die Missionen der Singleplayer-Kampagne möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Die Missionen wurden durch die Story des Spiels bestimmt, so entstanden immer wieder neue Szenarien, wie beispielsweise Rettungs-, Infiltrations- oder Konvoi-Missionen. Dies war zu damaliger Zeit ein wichtiger Schritt, da man von dem klassischen "Build & Attack"-Schema im RTS-Genre weg wollte. Zusätzlich integrierte man komplett neue Interface-Elemente, wie Timer oder Scoreboards in das Spiel, um sich weitere Variationsmöglichkeiten zu schaffen. 
Dank der Fangemeinde fanden Mini-Games ihren Weg ins Spiel.

Mit Warcraft 3 führte Blizzard diese Philosophie in ihren Grundzügen fort, die Story des Spiels wurde durch Ingame-Cinematics mehr in die Missionen integriert. Außerdem versuchte man, in jede Schlacht eine Art Minigame zu integrieren. Die Verwendung von Scoreboards (also z.B. "töte 10 Gegner") oder Timern ("Verteidige die Basis noch 10 Minuten") ist nun Standard, doch der Missionsablauf weiterhin linear. Zum ersten Mal findet in einer geheimen Mission das Spielprinzip der Towerdefense Verwendung.

Die Idee der klassischen Towerdefense entstand ursprünglich durch die Fangemeinde der StarCraft-Spieler. Blizzard gefiel die Idee, und so wurde sie schlicht in die Singleplayer-Kampagne von WarCraft 3 übernommen, nicht nur als Spielelement, sondern auch als eine Art Tribut an die Entwickler dieses Spielprinzips. In noch viel größerem Maßstab ist so eine Fan-Entwicklung natürlich Defense of the Ancients , welches mittlerweile das meist gespielte Custom-Game in WarCraft 3 ist und sogar eSports-Niveau erreicht hat.

Mit StarCraft 2 sollen diese Mission-Design-Elemente durch zusätzliche Punkte ergänzt werden. So wird der Spieler in StarCraft 2 bekanntlich die Möglichkeit haben, aus mehreren Missionen die nächste auszuwählen, und außerdem durch eine Vielzahl von Upgrades seine Streitkräfte an seinen Spielstil angleichen können. Die Geschichte wird auch zwischen den Missionen weitergeführt, durch die in unserem Angespielt-Artikel erwähnten Anklickgespräche. Somit entsteht ein nichtlineares, für jeden Spieler individuelles Spielerlebnis. Zusätzlich wird man sehr viel mehr Ingame-Cinematics zwischen und in den Missionen selbst erleben. Die Spieler sollen dadurch noch tieferen Einblick in die einzelen Charaktere der Kampagne erhalten. Im Prinzip geht es den Designern darum, eine Art Spielfilm zum Mitspielen zu erschaffen, aber im positiven Sinne. Dazu engagierte die Firma professionelle Sprecher, die teils bekannte Schauspieler sind -- siehe auch unseren Report Die Sprecher der StarCraft Kampagne.

Video: Ausschnitte aus diversen Missionen der StarCraft 2 Kampagne, u.a. Mine Your Own Business und The Evacuation Of Agria.

Mining your own Business

Die beiden im obigen Video zu sehenden Beispielmissionen waren sowohl auf der BlizzCon wie auch auf der Gamescom spielbar. Die erste spielt auf einem mit Lava bedeckten Planeten, der jedoch reich an wertvollen Ressourcen ist. Hier stellt uns Blizzard gleich mehrere neue Ideen zum Missionsdesign vor. Als Spieler gewinnt man hier das Spiel durch pure Gier nach Ressourcen, welche allerdings nicht leicht zu ergattern sind. Das klingt noch einfach, aber die Oberfläche des besagten Planeten ist alles andere als sicher. Der Lavapegel steigt in unregelmäßigen Abständen und sinkt anschließend wieder. Die benötigten Resourcen befinden sich blöderweise in den tieferen Regionen des Planeten. Ihr müsst also so lange wie möglich Resourcen abbauen, jedoch rechtzeitig das Abbaugebiet evakuieren, um nicht Opfer des Lavamassen zu werden. Unter Umständen kann es auch vorkommen, dass ihr sogar eure Gebäude abheben lassen müsst! Blizzard wird damit ihrem Ruf als geniale Ideenklauerin einmal mehr gerecht: Dieses "Play Chicken" genannte Prinzip gleicht in der zugrundeliegenden Mechanik dem Spice-Abbau in Frank Herberts Der Wüstenplanet (Dune), nur dass hier Carryalls regelmäßig die riesenhaften Erntemaschinen vor angreifenden Sandwürmern retten müssen. Auch das Westwood-Spiel Dune 2 verwendete Anfang der 90er diesen Mechanismus...

Der World Editor

Der neue Worldeditor umfasst auch ein Beleuchtungstool.

Anhand dieser und der zweiten Beispielmission (The Exvacation of Agria, siehe unsere Angespielt-Preview) stellte Blizzard auf der BlizzCon neue Features des World Editors vor. So wird dieser nun über zwei neue Klifftypen sowie neuen Tools zum Wasser und der Beleuchtung der Umgebung verfügen. Texturen besitzen nun unter anderem einen Alphachannel und können somit dadurch beliebig übereinander gelegt werden, um so neue, einzigartige Texturen zu schaffen.

Die Gestaltung des Terrains soll sehr viel offener als im WarCraft 3 Editor sein und praktisch keinen Beschränkungen unterliegwn. Zu was der neue World Editor sonst noch fähig ist, wird anhand des folgenden Videos deutlich. Hier haben professionelle Mapmaker von Blizzard ihrem Spieltrieb ein wenig freien Lauf gelassen. Die gezeigten Bilder sind vollständig mit Starcraft 2 und dem neuen Editor entstanden. Man beachte übrigens die Verwendung des Models von Nova, Hauptcharakter des gecancelten Actionspiels StarCraft: Ghost, welche auf ein Wiedersehen in StarCraft 2 schließen lässt.

Autor: Christian Korndoerfer (GamersGlobal)


Dieses Video demonstriert einige der -- teils sehr kreativen -- Optionen, die der neue World Editor bietet.

Christian Korndoerfer 28. August 2009 - 1:42 — vor 7 Jahren aktualisiert
breedmaster 13 Koop-Gamer - 1501 - 31. August 2009 - 14:29 #

Ich freue mich schon auf den Editor :)

Creasy (unregistriert) 31. August 2009 - 14:39 #

blizzard ist so unglaublich grandios, es treibt einem jedes mal aufs neue die tränen in die augen.

Tchibo 13 Koop-Gamer - 1448 - 31. August 2009 - 14:41 #

Alter Falter...
Also das Video für den Editor is ja mal ziemlich heftig.
Das bietet mal ne ganze Menge Möglichkeiten für eine Vielzahl an Games, welche dann in der "Starcraft 2 Engine" laufen

PS: 100 Comments wohoo!

SynTetic (unregistriert) 1. September 2009 - 23:56 #

Ja, aber sei dir sicher, dass derart komplexe Modifizierungen mit dem Editor alles anderes als "Kinderkram" sind, soll heißen: Dafür musst du dich schon echt gut in das Teil einarbeiten. ;)

Sebastian Conrad 16 Übertalent - 4740 - 31. August 2009 - 20:02 #

Ich habe mich damals schön Monatelang mit dem Editor von Teil 1 beschäftigt. Um so mehr freue ich mich auf den Editor von Teil 2. Jetzt wird die Wartezeit noch wibbeliger :)

Gadeiros 15 Kenner - 3062 - 31. August 2009 - 20:15 #

der editor wird ja ne C-ähnliche sprache haben. also wenn ihr damit arbeiten wollt- jetzt scho n bisserl in C einlesen.

auch helden (obwohl man wohl keine helden wie in Warcraft3 sehen wird) gibts ja usw.
schön wäre auch derart veränderbares terrain. da gabs ja in einer mission vom warcraft3addon immer mal wieder veränderte wasserpegel. kann man afaik garnicht nachmachen mitd em normalen warcraft3-editor.
aber das mit der lava (und dem "Wassertool") lässt hoffen.

aber überzeugt hat mich dieser ultralisk-mutant da.. das ist cool

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33825 - 2. September 2009 - 11:27 #

Ah, dann kommt Starctaft Ghost also als Fan-Mod von Starcraft 2. ;-)

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