Crysis-Macher suchen Nachwuchs

Spieleschmiede Crytek Report

Spielemacher bei Deutschlands größtem Entwicklerstudio Crytek zu werden, ist für viele ein Traum – und auch entsprechend schwierig: Das Unternehmen betreibt die Suche nach den Besten der Besten fast mit wissenschaftlicher Akribie. Die Far-Cry- und Crysis-Schöpfer gewährten uns bei einem Besuch in Frankfurt Einblicke in ihre Welt.
Harald Fränkel 29. Oktober 2010 - 14:29 — vor 6 Jahren aktualisiert

Für viele junge Menschen ein Traumjob: Spiele-Entwickler. Und, wenn man denn die Wahl hätte, vielleicht nicht gerade bei einer Browserspiel-Klitsche, sondern bei einer "richtigen" Spielefirma, die "richtige" Games produziert! So viele auf internationalem Niveau arbeitende Enticklungsstudios gibt es in Deutschland nicht, und eines der ersten, die jedem einfallen werden, ist sicherlich Crytek. Man sollte also glauben, dass die Leute der Firma die Bude einrennen, und sie sich vor hochklassigen Bewerbung nicht retten kann. Doch ganz so ist die Realität nicht...

Der Anteil deutscher Mitarbeiter liegt bei Crytek bei 50 Prozent
Obwohl das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten in den vergangenen zehn Jahren in der Bundesrepublik deutlich gewachsen ist, bleibt es für Spieleentwicklungsfirmen schwer, gute Mitarbeiter aus heimischen Gefilden zu finden. Wer international an der Spitze mitmischen möchte wie Crytek, muss vor allem den Faktor "Erfahrung" aus dem Ausland importieren. Denn es herrscht Notstand im Entwickler-Entwicklungstaat Deutschland. Trotzdem schaffen natürlich immer wieder auch deutsche Kreative den Sprung in die Crysis 2-Schmiede. Um passendes Personal zu rekrutieren, betreibt das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt am Main einigen Aufwand: Es beschäftigt unter anderem einen "Talentmanager" und züchtet gewissermaßen mit der eigenen Software Nachwuchs heran -- nämlich mit der Modding-Community.

Der Talentmanager heißt Cortney Endecott. Er verrät uns: "Wir schauen nicht in erster Linie auf den Abschluss oder wo jemand studiert hat. Letztlich ist das ebenso wenig wichtig wie das Land, aus dem er kommt. Begabung und Erfahrung entscheiden." Die Mitarbeiterstatistik gibt dem gebürtigen Amerikaner Recht: Aktuell sind 630 Menschen aus über 40 Nationen für Crytek tätig, an mehreren Standorten. Der Anteil deutscher Arbeitskräfte beträgt nach Auskunft von Pressesprecherin Franziska Lehnert jedoch gerade mal 50 Prozent -- obwohl die Hauptniederlassung nach wie vor Frankfurt ist.

Derzeit arbeiten die Entwickler in Frankfurt am kommenden Blockbuster Crysis 2. Erscheinen soll es am 25.03.2011.

Mangel an Erfahrung

Dass die Quote so niedrig ist, liegt natürlich vor allem daran, dass Crytek Tochterstudios in Nottingham, Budapest, Kiew, Sofia und Seoul führt, wo zusammen rund 300 Männer und Frauen werkeln -- also fast 50 Prozent der Gesamtbelegschaft. Andererseits kann das Unternehmen nach den Worten von Personalmanager Cortney Endecott besonders den Bedarf an führenden kreativen Köpfen nicht mit dem in Deutschland vorhandenen Angebot decken. So gesehen ist die Republik nach wie vor Spieleentwickler-Entwicklungsland. "Gerade leitende Mitarbeiter müssen wir europaweit, in den Vereinigten Staaten, Neuseeland oder Australien suchen. Das liegt nicht unbedingt an der Ausbildungssituation in Deutschland, sondern daran, dass es an Erfahrung mangelt." Es gebe hierzulande zu wenige Entwicklerstudios. Junges Blut sei ausreichend vorhanden, junges Blut gepaart mit Erfahrung leider nicht.

Cortney Endecott ist Personal- und Talentmanager bei Crytek.
Das beste Personal zu rekrutieren, lässt sich Crytek deshalb einiges kosten. "Wenn jemand aus dem Ausland kommt, fliegen wir ihn ein, zahlen den Umzug und stellen für die ersten drei Monate kostenlos eine Wohnung zur Verfügung." Der Job des Talentmanagers ist nicht beendet, wenn er jemanden ausgewählt und eingestellt hat. Die Neuen sollen sich unbedingt von Beginn an gut aufgehoben fühlen. "Weil wir so ungewöhnlich international aufgestellt sind, kann man nicht sagen: Hallo, heute ist dein erster Tag, bitte Lohnsteuerkarte abgeben und los geht's! Bei ausländischen Arbeitnehmern ist viel Betreuung nötig." Entsprechend unterstützt der Personalmanager den Neuankömmling, macht etwa Termine für Behördengänge. Außerdem erhält der Schützling abends kostenlosen Deutschunterricht und eine Handynotrufnummer fürs Wochenende – ja, die von Cortney Endecott.

Mehr Akademiker

Erfahrene Entwickler für gehobene Posten zu finden, ist in Deutschland also nach wie vor extrem schwierig. Wenn es um Nachwuchs geht, sieht es laut Cortney Endecott etwas besser aus. Schließlich bieten sich seit Beginn des neuen Jahrtausends hierzulande immer mehr Möglichkeiten, eine Ausbildung in der Spielebranche zu absolvieren: Die Industrie- und Handelskammer führt den "Game Designer" als offiziellen Lehrberuf, ferner gibt es einschlägige Studiengänge an der Games Academy (Frankfurt und Berlin) und am Bildungsinstitut L-4 (Berlin), am Qantm Institute (München und Berlin), bei der SRH Fachschulen GmbH und der SRH Hochschule (beide Heidelberg) sowie der Fachhochschule Trier. Im Jahr 2006 nahm mit Axel Hoppe sogar der erste Professor für Game Design an der Mediadesign Hochschule in München die Arbeit auf. Doch trotz der daraus resultierenden gestiegenen Quote von Fachkräften und Akademikern muss Crytek einigen Aufwand betreiben, um für sich die Personalperlen herauszupicken. Das Unternehmen setzt dafür an mehreren Punkten an.

Natürlich gibt’s das Standardprozedere: Man sucht über Agenturen und bei Messen neue Leute, schaltet Anzeigen und Stellenangebote auf der Internetseite. Die Crytek'sche  Besonderheit ist, neue Mitarbeiter verstärkt aus Fan-Kreisen zu gewinnen. Es geht dabei um die begeisterungsfähigen jungen Leute, die mit den Level-Editoren zu den Ego-Shootern Far Cry und Crysis hobbymäßig Add-ons erstellen. "Es arbeiten bereits 22 ehemalige Modder in Frankfurt, davon kamen 15 in den vergangenen zwei Jahren", spricht Cortney Endecott von einer steigenden Tendenz. Er schätze, dass die Zahlen zwischen 2011 und 2013 noch deutlich zunehmen. Momentan warten zehn Kandidaten auf ihr Bewerbungsgespräch oder werden demnächst eingestellt.

Inoffizielles Ausbildungsprogramm der Firma Crytek: Der Sandbox-2-Editor kann Moddern den Sprung in die Spielebranche bescheren, wenn sie damit hobbymässig Add-ons erstellen.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23275 - 29. Oktober 2010 - 14:37 #

Wenns mit dem Controlling nichts wird, würd mich ja der Bereich "Story writing" interessieren, welche Ausbildung benötigt man denn dafür?
Die meisten Spiele haben ziemlich dumme Storys und noch dümmere Dialoge (Hallo Modern Warfare 2!), das muss doch definitiv besser gehen.
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Schöner Bericht übrigens, auch wenn ich mich frage woher Harald die ganze Zeit dafür hernimmt, es stammt gefühlt jeder zweite Artikel auf GG von ihm.^^

Thymian 11 Forenversteher - 797 - 29. Oktober 2010 - 15:08 #

Als Story Writer wirst du eher nach Beispieltexten und -Artikeln beurteilt, als nach dem beruflichen Hintergrund. Natürlich ist sowas wie Germanistik von Vorteil, allerdings wirst du es mit diesem Abschluss generell schwer haben, in der Berufswelt Fuß zu fassen.

Ich kenne einen ehem. leitenden Redakteur von FHM, da läuft viel über persönliche Kontakte und freie Mitarbeit. Interessenten senden ihm einen woanders gedruckten Artikel als Referenz zu und werden dann pro Wort bezahlt. Am Ende des Monats kommt aber nur sehr wenig bei raus, wenn nicht gerade mehrere riesige Beiträge von dir gedruckt werden.

Würdest du 40 Stunden die Woche schreiben, wäre das Gehalt OK, die tatsächliche Auslastung ist in den ersten Jahren aber viel zu gering. Der Bedarf an fest eingestellten Writern ist im Vergleich zur Größe der Firma äußerst niedrig und gilt schon fast als 6er im Lotto.

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6437 - 29. Oktober 2010 - 15:36 #

Danke ... momentan isses ein bisschen mehr hier, was mich freut, weil ich sehr gern für GG schreibe. Thema Zeit: Ich bin von Beruf Schreiberling, da muss ich mir Zeit nehmen ;)

bam 15 Kenner - 2757 - 29. Oktober 2010 - 14:50 #

Das Problem was Crytek hinsichtlich deutscher Bewerber hat ist doch hausgemacht. Man kann nicht einerseits junges Blut fordern aber andererseits jahrelange Erfahrung voraussetzen. Das sind zwei unvereinbare Eigenschaften. Crytek kann wohl kaum erwarten, dass andere Unternehmen da anders denken. Wenn niemand in Deutschland Leute ohne jahrelange Berufserfahrung einstellen will, wie soll dann jemand die nötige Berufserfahrung sammeln? Für mich klingt das so, dass man die Ausbildung bzw. das Sammeln der Erfahrung gerne auf andere Entwickler ablädt um dann genau diese Leute ein paar Jahre später abzugreifen.

Das wird für Crytek sicherlich wunderbar funktionieren, aber förderlich für junge Leute die in der Spielebranche arbeiten wollen und dem Spielestandort Deutschland ist das nicht. Da muss man sich auch nicht wundern, dass es mitlerweile zwar Studiengänge in diese Richtung gibt, diese aber alles andere als boomen. Eine Quasi-Garantie eines Arbeitsplatzes gibt es nämlich nicht, wenn Unternehmen jahrelange Berufserfahrung voraussetzen. Da studieren dann nämlich selbst prinzipiell Interessierte eher in eine konventionelle Richtung (Medien, Informatik, Wirtschaftsinformatik etc.) weil die Job-Chancen dort um ein vielfaches höher sind.

floppi 22 AAA-Gamer - - 32775 - 30. Oktober 2010 - 10:07 #

Genau das ist das Problem. Und der Artikel legt nahe, dass auch Crytek genau danach handelt.

Mir ging es mal genauso als ich mich bei einigen Firmen bewarb. (Nicht Games sondern Elektroindustrie in gehobener Position).
Die ziemlich einhellige Meinung aller Personaler: "Ihre Erfahrung ist sehr gut, die Unterlagen passen auch und sie sind sehr flexibel. Aber sie sind für uns leider zu alt."
Ach ja, ich war zu dem Zeitpunkt 30. 30!

Solange Firmen nach Abiturienten mit 15 Jahren Berufserfahrung suchen, kann etwas nicht stimmen.

Sok4R 16 Übertalent - P - 4432 - 30. Oktober 2010 - 14:51 #

Ich kenne die andere Richtung. Nach meiner Ausbildung (Fachinformatiker/Systemintegration) hab von den meisten Firmen eine Absage bekommen, weil ich keine 2 oder 3 Jahre Berufserfahrung hatte. In einer Firma wurde ich wenigstens zum Gespräch eingeladen und mir wurde schnell klar, dass ich überqualifiziert bin (hab davor auch Server administriert und kleine Anwendungen geschrieben, die wollte mich nur für den 1st Level Support, was ich in meiner Ausbildung ab dem zweitne Jahr quasi nebenher gemacht habe). Mein Ausbildungsbetrieb hat nur 6 Monate angeboten und dann evtl. weiter - aber auf das Glücksspiel wollte ich mich nicht einlassen, hab meine Fachhochschulreife gemacht und studiere jetzt Informatik. Mal gucken obs dann besser aussieht, aber da scheinbar die ganz deutsche Wirtschaft nach 20jährigen Akademikern mit 10 Jahren Berufserfahrung sucht sind die Aussichten auch nicht allzu rosig.

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6437 - 30. Oktober 2010 - 16:38 #

Wobei ich zu bedenken gebe, und ich wähle mal ein Beispiel aus dem Journalismus, dass man als "Neuling" auch selten sofort bei Die Zeit, Spiegel oder FAZ unterkommtt. Will heißen: Crytek will natürlich Top-Leute, weil sie es sich leisten können. Insofern ist es aus meiner Sicht nicht verkehrt, als Interessent erst kleinere Brötchen zu backen ... es kann auch mal das deutsche Entwicklerstudio Nr. 2 sein ... Aufstieg nicht ausgeschlossen.

Tchibo 13 Koop-Gamer - 1448 - 29. Oktober 2010 - 14:53 #

Ich war ja bei den Herrschaften auch schon auf der Matte gestanden, damals hab ich mich noch als Betatester für X-Isle beworben ...
JA Ja.. da haben die drei Brüder noch in Coburg in nem gemieteten Wohnhaus gearbeitet ....

man is das schon lange her.

Oh Ja ... und ich müsste mal glatt schauen ob ich die Stellenausschreibung von Crytek noch finde; in kurzform:
Alter: < 25
Ausbildung: Abgeschlossenes Informatikstudium + evtl Medizinstudium

KingJames23 15 Kenner - 3225 - 29. Oktober 2010 - 15:14 #

Abschnitt "Mehr Akademiker", zweiter Satz:

"Wenn es um Nachwuchs gehten sich, sieht es laut Cortney Endecott etwas besser aus."

glaub da stimmt was nicht

Thymian 11 Forenversteher - 797 - 29. Oktober 2010 - 15:18 #

Das "en sich" gehört in den nächsten Satz:
"Schließlich biet seit Beginn des neuen Jahrtausends..."

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6437 - 29. Oktober 2010 - 15:25 #

Danke für die Hinweise, nu sollte es passen ;)

Daniel001 11 Forenversteher - P - 673 - 29. Oktober 2010 - 15:15 #

Also da muss ich echt mal meinen Respekt zollen super Artikel sehr gut das war auch mal ein Thema das mich wirklich interessiert !

roshi 13 Koop-Gamer - 1610 - 29. Oktober 2010 - 16:00 #

So schwer ist es nich in die Branche zu kommen. Man muss was können und vor allem muss mans wollen, man muss es wirklich wollen und hart dran arbeiten. Ich kanns nur aus Erfahrung sagen.

Ein jeder der gerne in die Branche möchte, soll sich einen Kontakt aus dem Bereich suchen in dem er arbeiten will und diesen einfach mit seinen guten Arbeiten überzeugen.

Eine Knaller Möglichkeit ist da Facebook.

Wer was kann, und dass hat jeder selbst in der Hand, und dies den richtigen Leuten ausdauernd zeigt, der bekommt seinen Job.

Bums aus Nikolaus so einfach is das.

randomdude (unregistriert) 29. Oktober 2010 - 18:19 #

Ja potzblitz, so einfach ist das also. Und jeder hat es selbst in der Hand was er kann? Du kennst offensichtlich die Realität für Hartz-IV-Kinder nicht. Die haben oft nicht mal einen Computer. Und glaub mir, die "wollen" durchaus.

Es ist ja normal, daß Leute die es "geschafft" haben, sich den Erfolg gern selbst zurechnen. Tatsache ist aber, daß du von vornherein privilegiert warst und einfach eine gehörige Portion Glück hattest. Dein Beitrag ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die nie eine Chance hatten.
Das soll jetzt übrigens nicht heißen, daß du nichts für deinen Erfolg getan hast.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23275 - 29. Oktober 2010 - 19:42 #

Das Problem dürfte eher die fehlende Bildung als der fehlende PC sein.
Es müssten in der Schule AGs angeboten werden, die die Lust der Kinder aufs Modden und Programmieren wecken. Dafür braucht es aber auch einen jungen Lehrer, mit Ahnung davon der trotz seines stressigen Jobs noch Zeit und Motivation für sowas hat.
Natürlich kann man es sich auch alles selber beibringen, aber dafür fehlt im Teenageralter wohl den meisten die Motivation, weil es zu viele andere spannende Sachen gibt.

Goh 14 Komm-Experte - P - 2488 - 31. Oktober 2010 - 16:59 #

Bei uns am Gymnasium war kurzzeitig das Facharbeits-Seminar "Comuterspiele" im Angebot... habemn sich auch welche eingetragen... aber es ist anscheinend am direktor hängen geblieben und es hats deshalb nicht gegeben... fand ich echt traurig, dass da so wenig toleranz ist...
der selbe Lehrer der das übernommen hat, hat in nem freiwilligen programmierkurs die teilnehmer Asteroids programmiern lassen...

aber allgemein hätt ich gerne ein wahlfach "Computerspiele und Modding" gehabt oder sowas in der art... aber naja, jetz dann nachm abi und vorm studium versuch ich mich mal am modden, vllt klappts^^

Anonymous (unregistriert) 29. Oktober 2010 - 23:51 #

Ich seh seinen Kommentar weniger als Schlag ins Gesicht der Unterpriviligierten als eher einen Tritt in den Arsch der faul gewordenen Anhaenger des Bildungsbuergertums (zu denen ich mich auch zaehle). Wenn man will geht einiges, sich in der missing Community einen Namen zu machen erfordert aber sicher *richtig* Arbeit.

Ukewa 15 Kenner - P - 3689 - 29. Oktober 2010 - 17:11 #

@Harald
Hat großen Spaß gemacht zu lesen, danke!
Nach dem letzten Satz wollte ich unten auf "Vor" klicken...und war total
irritiert, daß es schon zu Ende ist :-) (im Ernst!)

STF 11 Forenversteher - 623 - 29. Oktober 2010 - 17:18 #

Schön geschriebener und auch interessanter Artikel von Herrn Fränkel.
Danke für die Einblicke!

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11357 - 29. Oktober 2010 - 19:44 #

Ich bekomme wirklich Interesse in die Branche ein zu steigen und das obwohl ich noch nie gemoddet habe xD Vielleicht sollte ich mal sehn, ob ich Talent habe xDD

cornholio (unregistriert) 29. Oktober 2010 - 22:52 #

"nach den Besten der Besten fast mit wissenschaftlicher Akribie"
ist mir egal, es ist ein entwicklerstudio, mehr nicht, weder gott noch belafarinrod. sie sind "Akademiker" oha; so wie im salon die IHK bestimmt wer hier seinen whiskey bekommt. ich kann nur eines empfehlen, zu lernen wie es geht und es dann zu versuchen. "Personalperlen" wie den Vater aller Hennen, Hähnel, gibt es wohl wie sand vor sylt. wer sich genau so gut verkaufen will kann es ja mal hiermit versuchen. Gruß und Kuss, der stift wird kalt..
artgeek.de/2010/02/12/andrew-loomis-lebt-im-netz-weiter/ , davor www setzen,

Worth2die4 13 Koop-Gamer - 1434 - 30. Oktober 2010 - 9:52 #

wow, Herr Fränkel kann auch auf seriös ! ^^

Guter Artikel ! Crytek ist auf jeden Fall eine sympathische Firma und für die deutsche Spielelandschaft eine echte Bereicherung!

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6437 - 30. Oktober 2010 - 16:45 #

Danke für das Lob in Sachen "Seriösität". Ich war beinahe selbst ganz überrascht - aber nur beinahe! ;)

Imperitum 18 Doppel-Voter - 9391 - 30. Oktober 2010 - 11:46 #

"Mehr Akademiker"

Problematisch finde ich persönlich, dass ein Studium/Ausbildung in der Fachrichtung Game Design grundlegend von privaten Hochschulen/Ausbildungsstätten angeboten wird.

Auch wenn es mittlerweile für 'alle' möglich ist, die Kosten für derartig private Institutionen zu bezahlen (es existieren etliche Finanzierungsmodelle) schrecken die Kosten für eine solche Ausbildung/ein solches Studium doch viele ab.

Beispiel:

(Games Academy)
Wenn ich von einer Regelstudienzeit von ca. 6 Semestern ausgehe, alle Nebenkosten nicht mit einbeziehe und den Begriff "Ab" - 895,00 Euro pro Monat bei dem Studiengang 'Gamedesign' mal außen vor lasse, kommen 32.220€ auf mich zu (OHNE Nebenkosten).

Bei einer staatlichen Hochschule/Fachhochschule belaufen sich die Kosten durch Semesterbeiträge und Studiengebühren auf 4.000€ aufwärts (abhängig von den Semesterbeiträgen).

Wenn man sich nun z.B. für ein Studium an der Games Academy entscheidet und anschließend kaum oder vielleicht auch gar keinen Fuß in der Branchen fassen kann, sitzt man mal eben auf über 32.000€ Schulden.

Aus dem Grund halte ich ein spezialisiertes Studium (besonders an einer privaten Hochschule) immer für sehr gewagt.
Besonders wenn man in dem Bereich noch kein allgemeineres Studium abgeschlossen hat (z.B. Angewandte/Technische Informatik; Medieninformatik etc.).

Sok4R 16 Übertalent - P - 4432 - 30. Oktober 2010 - 14:54 #

kleiner Randhinweis: In den USA sind Studiengebühren von 20.000$ pro Jahr völlig normal, da ist es in Deutschland vergleichsweise billig zu studieren - 1000€ Studiengebühren pro Jahr (500 pro Semester) sind dagegen fast schon lächerlich. Trotzdem sind die Unis in den USA alles andere als unterbevölkert.

Felian (unregistriert) 1. November 2010 - 10:41 #

Hallo? Und das soll uns Vorbild sein? Das ist doch eine der nächsten Blasen, die in Amerika platzen wird: Etliche Studenten werden sich in Zukunft die Unmengen an Krediten für das Studium nicht mehr leisten können, weil man langsam merkt, dass man selbst wenn man eine Arbeit findet, kaum mehr alle Schulden wird abbauen können.

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6437 - 30. Oktober 2010 - 16:43 #

Yep ... eigentlich sollte wirklich jeder eine Chance auf eine Top-Ausbildung erhalten. Die Praxis sieht leider anders aus - und wenn es nur die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen ist, die einen talentierten Menschen abhalten.

roshi 13 Koop-Gamer - 1610 - 30. Oktober 2010 - 20:36 #

@ randomdude jau so einfach is das. Und auch ein Hartz4 Kind kann sein Leben selbst in die Hand nehmen, allerdings nicht, wenns wie du die Einstellung hat von Vorne herein keine Chance zu haben. Das ist nämlich die Ausrede aller die gerne wollen aber nicht bereit sind dafür auch was zu tun. Und wenn ich privilegirt war, dann höchstens dadurch, deine Einstellung nich zu teilen.

hoschi 13 Koop-Gamer - 1465 - 30. Oktober 2010 - 22:29 #

machen die nicht auch Grafikengines. Dazu braucht man keine jungen Spieleentwickler sonder Hardcore Mathematiker...

zeiteisen 11 Forenversteher - 705 - 31. Oktober 2010 - 20:06 #

Deswegen sind die ganzen *cry-Spiele auch nur aufgebohrte Grafikdemos. Und das trotz dem Besten der Besten...
Ein MineCraft haben die nicht im Portfolio

mph-94 10 Kommunikator - 401 - 31. Oktober 2010 - 17:43 #

Interessanter und schöner Artikel - liefert einen guten Einblick in die Arbeit Cryteks.
Ähnliche Artikel über die Arbeit anderer deutschsprachiger Entwickler - wie z.B. Related Designs - würde ich sehr begrüßen.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 31. Oktober 2010 - 18:56 #

Sehr schön, solche Einblicke und Hintergründe finde ich überaus lesenswert.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33821 - 3. November 2010 - 17:54 #

Super Artikel! Sowas lese ich von Harald immer wieder gern. Im Gegensatz zu seinem PCA-Humor, aber das erwähnte ich schon einmal...

no_games (unregistriert) 5. November 2010 - 0:38 #

Korrektur zum Thema Games Academy: Das Programm Game Design hat 2 Semester, die Gebühren belaufen sich auf ca. 10.000 Euro.

Tara (unregistriert) 11. Juni 2011 - 2:04 #

also ich muss mal was zu den aufgezählten Fachhochschulen sagen, besonders zu der FH Trier!

KLAR ist, dass man bei einer NICHT PRIVATHOCHSCHULE für Games, sehr viel selber tun muss! Man kann nicht erwarten, dass einem die Dozenten im Schoß liegen und ihnen alles über das modellieren und texturieren erzählen! ( Es ist nur eine Vorlesung sozusagen, die angeboten wird in den Fhs, wo man NICHT 200000 Tausend Euro im Monat bezahlen muss.

Ich selber studiere an der FH Trier, weil mich das "GAME DESIGN" auf der Homepage gelockt hatte!! So ist das auch mit den anderen Fachhochschulen, die damit Studenten anlocken. Naja, was heisst " anlocken". Es ist halt kein "Games Academy" ersatz.

Also heisst es... viel selber TUN, DAHEIM, wenn man ZEIT hat, sowie ich z.b. Der Dozent oder besser gesagt, DIE DOZENTEN, die in der Vorlesung sind, geben einem Neuling im GameDesign, einen kleinen Einblick in z.B 3dsmax. Für Fragen, sind die auch immer da.

Das problem ist, dass studierende direkt erwarten, sie würden von einem 3D-MEISTER-MODELIERER unterrichtet werden, was überhaupt nicht stimmt.

Wie gesagt! Jeder sei gewarnt, sich auf solche Studienangebote wie GameDesign in Fachhochschulen einzulassen. Vielleicht wird der oder diejenige enttäuscht.

IMMER DRAN DENKEN! ES sind halt keine 20.000EURO und keine privaten Schulen. Es sind Fachhochschulen, die das Angebot machen um einem Neuling, einen kleinen Einblick in das 3D zu gewähren. (Wobei die Dozenten meist auch nur sehr begrentzt über die Programme bescheid wissen.)

Und NOCH etwas sei gesagt!
20.000 und sich dann dabei denken, dass man viel lernt? Eben, WEIL es "Games Academy" oder " Crytek Schule " heisst und es "Privat" ist und man einen sicheren Platz in der GamesBranche bekommen kann, wenn man diese Privatschulen absolviert?

Mh.. Wer weiss, ob man dort viel lernt. Einige Abschlussarbeiten, die ich mir angesehen habe, von diesen sogenannten "Privatschulen", waren sau schlecht. Dafür das man so viel bezahlt, habe ich nichts geboten bekommen.

TIPP:

SELBST LERNEN! Es gibt MILLIONEN von TUTORIALS.
Modeling, Texturing, Lightning... etc..

Schade, dass der Artikel schon so alt ist. Ich würd die Fhs gerne aus diesem Text nehmen. Oder ganz dick schreiben, dass es nur kleine Vorlesungen sind und das man sich keine Hoffnungen machen soll.

Aber auch hier ist es wieder so! Man kann z.B auch nicht von einem Dozenten verlangen, dass er einem alles beibringt, vorausgesetzt, er ist besser als du.

Es ist alles dasselbe.

Sei es 3D, After Effects, Zeichnen...

Es hängt irgendwie immer an 3D, in diesen DesignFachhochschulen.
In anderen Fächern gibt es doch auch Dozenten, die dir DENKSTÜTZEN geben! Die sind dafür da, damit du selber was daraus machst!

Ahh!! Wir haben 3 Uhr und es sind bestimmt massig Fehler im Text.

Musste dies mal loswerden.

Gruß

Asto 15 Kenner - 2904 - 20. Juli 2011 - 22:30 #

Sehr schön! Mehr davon! Eine Serie mit (deutschen) Firmenportraits wäre vllt mal was :)

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