Vom Code Wheel bis zu "Alway On"

Kopierschutz: Das ewige Wettrüsten Report

Seit kurzem ist Ubisofts Always-on-Kopierschutz da -- und heftig umstritten. Noch vor wenigen Jahren war Valves Steam der Stein des Anstoßes. Und auch davor wurden immer wieder neue Kopierschutzmodelle ersonnen, eingebaut, von Crackern überwunden. Dieser Artikel gibt einen Überlick über Kopierschutzmechanismen von gestern und heute.
Camaro 1. April 2010 - 20:44 — vor 6 Jahren aktualisiert

Begriffserklärungen
ATIP-Code: ATIP ist die Abkürzung für Absolute Time In Pregroove und befindet sich auf einem Rohling. Der Code enthält Angaben über den Hersteller, die Kapazität, die Laserleistung zum Beschreiben und die zum Löschen (CD-RW)
 
Blacklist: Die "Schwarze Liste" enthält Programme oder Angaben zu diesen, die nicht auf dem Computer installiert sein dürfen. So weigern sich viele Kopierschutz-Systeme, ein Spiel zu starten, wenn sie Image-Mount-Programme wie Alcohol entdecken.

Debugger: Ein Werkzeug zum Diagnostizieren, Auffinden und Beheben von Fehlern.

Digitale Signatur: Ein Verschlüsselungsverfahren, bei dem für beliebige Daten eine Zahl (digitale Signatur) berechnet wird. Anhand dieser kann jeder die Zugehörigkeit zu den Daten überprüfen.

Digitales Wasserzeichen: Es ist möglich, zusätzliche Informationen in einen digitalen Inhalt einzubetten, und diese dann abzufragen oder zur Entschlüsselung zu nutzen.

Disassembler: Wandelt eine binär kodierte Maschinensprache in eine für Menschen lesbare Programmiersprache um.
 
EFM-Kodierung: Die Eight-to-Fourteen-Modulation (EFM) bezeichnet das Verfahren, nach dem der Datenstrom von CDs und Minidiscs codiert wird. Jedem Byte-Datenblock (8 Bits) wird hierzu ein 14 Bit langes Codewort zugeordnet.
 
Glasmastering-Prozess: Eine Zusammenfassung der gesamten Herstellung des für die Produktion benötigten Presswerkzeuges (Stamper). Nachdem eine speziell beschichtete Glasplatte (Glasmaster) bearbeitet worden ist, wird diese metallisiert, um den Stamper zu erstellen. Mit dem wiederum werden dann die Datenträger "gepresst".
 
Mainchannel: Der Datenbereich einer CD, auf dem die eigentlichen Daten gespeichert sind.
 
Pregroove: Eine spiralförmige Rille, die dem Laser als Schreib- und Lesehilfe auf dem Rohling dient.
 
Ressource-Dateien: In der Regel nicht ausführbare, aber von der Anwendung verwendete Datendateien.

RMPS: Wegen der Recordable Media Physical Signature (RMPS) liest das Laufwerk die Signatur des Datenträgers automatisch aus.
 
Rootkit: Eine Sammlung von Software-Werkzeugen, die unterhalb der Betriebssystemebene Dateien überwachen oder manipulieren. Wird von manchen Kopierschutzmechanismen klammheimlich installiert, ist ohne spezielle Software nicht wegzubekommen.
 
Subchannel: Bei Daten-CDs braucht man diesen normalerweise nicht, da auch nicht jedes Laufwerk/jeder Brenner ihn lesen beziehungsweise schreiben kann. Bei Musik-CDs wird hier zum Beispiel der CD-Text hinterlegt.
 
TOC: Die Table of Contents ist das technische Inhaltsverzeichnis des Mediums.
 
Twinsektoren-Methode: Zwei Sektoren besitzen dieselbe Adresse, was nicht mit dem Standard vereinbar ist.
von Christian Kamrad







Der ewige Kampf

Schon seit einigen Jahrzehnten versuchen Entwickler und Produzenten, ihre Software-Schöpfungen vor dem illegalen Kopieren zu schützen. Denn nicht nur laufende Kosten, Mitarbeitergehälter und natürlich neue Projekte, sondern auch der Support für schon veröffentlichte Produkte wird mit den Einnahmen am Leben erhalten. Dennoch zwingen Raubkopierer sowie die immer modernere Technik die Entwickler von Kopierschutzsystemen dazu, diese ständig zu erneuern oder komplett neu zu entwickeln. Hierbei gibt es immer wieder Mechanismen, die ziemlich übel bei den treuen und kaufenden Kunden aufstoßen.

Aktuell ist es der neue von Ubisoft verwendete Schutz: Alle Welt erzürnt sich darüber, dass er eine dauerhaft stehende Internetverbindung voraussetzt. Und das auch dann, wenn man etwa Siedler 7 nur im Solomodus genießen möchte. Aber Ubisofts neuer Kopierschutz ist nicht der erste, der negativ für Aufsehen sorgt, und wird auch nicht der letzte sein. Valves Steam etwa war für viele Computerspieler weltweit ein absolutes Hassobjekt, da es Informationen des Client-Rechners überträgt und ein Spiel zwar auf beliebig vielen Rechnern, aber immer nur einmal gleichzeitig erlaubt. Durch ein immer breiteres Angebot, durch spannende Spiele, die zwingend Steam voraussetzen, aber auch durch ständige Schnäppchenaktionen hat es Valve längst geschafft, dieses Negativimage loszuwerden. Wer weiß: Vielleicht sind wir in einigen Jahren sogar froh darüber, wie "wenig invasiv und nervend" der aktuelle Ubisoft-Schutz ist?

Die ein Kopierschutz sein wollten

Eines vorweg: Dieser Artikel erhebt nicht den Anspruch, alle jemals verwendeten Kopierschutzsysteme oder auch nur alle, die gerade aktuell sind, lückenlos aufzulisten. Insbesondere sparen wir uns Sprünge zurück in die Zeit, als noch rein softwarebasiert mit im Code versteckten Passwörtern oder Kombinationen gearbeitet wurden -- die berühmten Codescheiben etwa bei Monkey Island lassen grüßen...

Dennoch erhaltet ihr einen guten Überblick über das ständige Wettrüsten, das es in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Wir wollen vor allem aufzeigen, welche technischen Lösungen hinter bekannten Kopierschutzmechanismen stecken -- und wieso viele davon heute keinen Schutz mehr bieten können. Außerdem gilt selbstverständlich: Wird ein Schutz programmtechnisch entfernt (gecrackt), hilft auch das ausgeklügelste System nichts mehr -- das Programm startet einfach ganz ohne Abfrage von DVD oder Codes oder defekten Sektoren. Dazu aber muss jedes Spiel speziell "bearbeitet" werden -- viel angenehmer ist es für Raubkopierer, wenn Brennprogramme oder andere Tools gleich alle mit einem bestimmten Schutzmechanismus versehenen Spiele kopieren oder in Image-Mountprogrammen abspielen können.

Genau deswegen zwingen Ubisoft und EA den ehrlichen Spieler, eine ständige Internetverbindung aufrechtzuerhalten: So kann unter anderem geprüft werden, ob jedes Konto auch wirklich nur eine Instanz der Spielesoftware laufen lässt.

Die physischen Mechanismen

Während eine 1:1-Kopie dieselben digitalen Inhalte bietet wie das Original, ist das bei Veränderung der physischen Eigenschaften des Originals unter Umständen nicht gegeben. Auf diese Idee setzen mehrere Schutzmechanismen, darunter CD-Cops, das den physikalischen Winkel zwischen dem ersten und dem letzten logischen Datenbereich der auszuführenden Anwendung misst. Dieser Wert ist verschlüsselt auf der CD hinterlegt und wird bei jedem Start der Anwendung mit dem Wert der eingelegten Disc verglichen. Sollten diese nicht identisch sein, kann die Anwendung nicht gestartet werden. Da es geringfügige physikalische Unterschiede zwischen einer CD-ROM und einer CD-R/RW gibt, ist ein Kopieren des Datenträgers von keinem Erfolg gekrönt -- der Wert des Winkels wird nie übereinstimmen. Dennoch ist dieser Schutz nicht hundertprozentig sicher, weil es Rohlinge geben soll, deren physikalischen Merkmale denen einer CD-ROM sehr stark ähneln. Deshalb könnten vereinzelte Vervielfältigungen den Kopierschutz überlisten. Erkennen kann man CD-Cops an der Datei cdcops.dll und weiteren Dateien mit *.gz_ und *w_x, die sich im Installationsverzeichnis befinden. 

Nicht mit Winkeln, sondern mit Fehlern arbeitet CD-Protect. Während des Mastering-Prozesses wird im nicht genutzten Bereich der Disk ein physikalischer Fehler eingebaut. Dieser führt bei moderner Hardware bei einem Brennversuch zu einem Abbruch des Lesevorgangs, ausgelöst vom Betriebssystem. Sollte ein Programm es dennoch nach einer Ewigkeit schaffen, die CD auszulesen, ist es dennoch mit aktuellen Brennern nicht möglich, den Fehler auf dem Rohling zu reproduzieren. Ein während der Installation auf dem Computer hinterlegtes Software-Modul kann den Unterschied schnell ermitteln und somit einen Start der Anwendung verhindern.

Ganz radikal arbeitet der Schutztyp Physische Fehler, um das Medium zu schützen. Hierbei wird dieses absichtlich "beschädigt", was durch einen circa 1 mm breiten sichtbaren Ring an der Außenseite erkennbar ist. Die meisten Laufwerke können diese Fehler nicht kopieren und brechen deshalb das Auslesen erfolglos ab. Beim Lesen des Originals hingegen ist der Fehler nicht relevant, da in den Bereich keine Daten abgelegt sind.

Veraltete Mechanismen

Bei CDLock werden in den Subchannel-Daten hunderte von Software-Keys abgespeichert. Jedoch stellt dies für aktuelle Brenner und Software kein Hindernis mehr dar, weshalb der Schutz, als veraltet angesehen werden kann. Ein weiterer alter und veralteter Kopierschutz ist ProRing (Sysiphus). Er baut auf einem digitalen Wasserzeichen auf, das in der Software integriert ist und von keiner Brennsoftware gelesen werden kann. Doch ohne Wasserzeichen funktioniert die Anwendung nicht richtig. Der Beiname Sysiphus ist Programm bei diesem Schutz, da eine Erstellung einer Sicherheitskopie eine richtige Sysiphus-Arbeit darstellt.

Protect-CD beziehungsweise Protect-DVD kann man an einem Eintrag in der Registry erkennen. Dort befindet sich im HKCU-Software-Verzeichnis ein Unterordner VOB (Hersteller des Schutzes), der Protect-CD Einträge enthält. Die während der Produktion integrierten, individuellen und unsichtbaren Spuren helfen dem Kopierschutz dabei, eine Kopie vom Original zu unterscheiden. Diese im Subchannel der Disc versteckten Informationen können von modernen Brennern und Brennprogrammen mittlerweile mitkopiert werden. Allerdings setzt das Verfahren sehr stark auf das Blacklist-Verfahren von Emulatoren und unangenehmen Brennprogrammen. Sollte eines dieser aufgelisteten Programme auf dem Computer installiert sein, verweigert das Spiel den Betrieb. Über den Protect-DVD6-Schutz, der beispielsweise bei Darkstar One angewendet wird, ist wenig bekannt. Er weicht zumindest von der Methode ab, was allerdings nicht viel geholfen hat. da schon wenige Stunden nach dem Release des Spiels ein passender Crack im Internet herum geisterte.

Der neue Ubisoft-Kopierschutz in Aktion bei Siedler 7: Keine Netzwerkverbindung, kein Internet? Und tschüss!
Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23270 - 1. April 2010 - 21:13 #

Interessanter Artikel!

Half-Life 2 musste ich damals wieder zurückgeben, da ich an meinem PC keinen Internetanschluss hatte. Sehr viele Spiele zickten mit meinem DVD-Laufwerk rum, sodass ich sie mit meinem CD-Brenner abspielen musste. Hätte ich nur ein Laufwerk gehabt, hätte ich diese Spiele auch zurückgeben müssen.
-
Heute spiele ich auf meinem PC nur noch Adventures, fast alle für mich interessanten Spiele erscheinen auch für Konsole. Ich hoffe nur, dass UbiSoft ihr System bei Erfolg nicht auf PS3 und 360 ausweitet.
-
Die Musikindustrie hat ja vor ein paar Jahren auch fest an DRM geglaubt, aber weil sich die Musik dadurch nicht mehr auf den MP3 Player kopieren ließ, hab ich damals kaum noch CDs gekauft. Heutzutage erscheinen alle Musik-CDs ohne Kopierschutz und ich kauf mir wieder fast jeden Monat eine neue CD.
-
UbiSoft vegrault mit ihrem rigorosen Kopierschutz viele Käufer und die Raubkopierer hatten eh nie vor das Spiel zu kaufen.

Larnak 21 Motivator - P - 25577 - 2. April 2010 - 0:18 #

Schade nur, dass es bei Spielen keine Dinge gibt, die den Nutzer allgemein so sehr stören, wie die nicht-Kopierbarkeit auf den MP3-Player. Da ist es logisch, dass das niemand wollte.
Aber bei Ubi stört es ja scheinbar immer noch nur sehr wenige Menschen, was da passiert.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23270 - 2. April 2010 - 11:16 #

Auch wenn Amazon und Internetforen wie Gamestar nicht repräsentativ sind, scheint es doch recht viele zu stören.
Trotzdem wahrscheinlich, dass sich die Mehrheit im Laufe der Jahre an den Schutz gewöhnen wird.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12270 - 1. April 2010 - 21:28 #

wirklich interessanter Artikel Respekt dafür :)

Jadiger 16 Übertalent - 4885 - 1. April 2010 - 22:09 #

Ja deswegen haben sie ihn ja jetzt gebracht den DRM weil Ubisoft nur Toptitel hat zur Zeit.
Denke die schauen jetzt wie es läuft mit den Top spielen um Leute an den zu gewöhnen weil weniger bekannte Titel würden denke ich nicht mal
gekauft aber bei Assasin Creed2,Siedler und Splinter Cell kann man ja noch drüber hinweg sehen. Ich zwar nicht aber viele.
Aber bestimmt haben die so eine Liste bis wie lange der erstmal drauf bleibt und dann werten sie es aus.

Doomhammer 11 Forenversteher - 759 - 1. April 2010 - 22:14 #

Schade, das immer nur Steam erwähnt wird, und nie das deutliche kundenfreundlichere Impulse von Stardock: http://www.impulsedriven.com/

Spitter 12 Trollwächter - 1180 - 1. April 2010 - 23:22 #

Steam ist ja auch nur ein beispiel , eben weil es jeder kennt und sich darunter eher was vorstellen kann als Impulse .

Ich habe Impulse auch nur drauf wegen Sins of a Solar Empire .

Andreas Peter 11 Forenversteher - 612 - 1. April 2010 - 22:21 #

Sehr interessanter Artikel, ausgezeichnet recherchiert!

Kup (unregistriert) 1. April 2010 - 23:28 #

Hmm was mich noch interessieren würde wäre das System von der PS3 und der Xbox die ja scheinbar funktionieren ... könnte man doch am Pc auch machen spezielle Laufwerke oder immer nen speziellen Usb stick mitlifern ^^

Machiavelli 13 Koop-Gamer - 1470 - 2. April 2010 - 1:49 #

Naja die 360 gilt schon länger nicht mehr sicher, da ein ersetztes Laufwerk mit gebrannten Spielen zurecht kommt.

Die PS3 arbeitet sehr viel mit Schlüsseln die sich direkt auf der Hardware befinden. Für PC vergleichbar wäre wohl TPM (http://de.wikipedia.org/wiki/Trusted_Platform_Module).

Das mit einem USB-Stick ausliefern kenn ich persönlich nur von Steinberg. Cubase SX3 benutzt zum Beispiel einen Dongle, was jedoch soweit ich weiß auch durch einen emulierten USB-Stick umgangen werden kann.

Die Probleme für einen effektiven Offline-Kopierschutz liegen imho in dem großen Aufwand (den Kosten) für eine durchgänige Verschlüsselung und dem Aufwand Sicherheitsmaßnahmen nicht kopierbar jedoch für den Endbenutzer dennoch lesbar zu machen.

DdCno1 (unregistriert) 2. April 2010 - 2:22 #

Feiner Artikel, mir gefallen die ausführlichen, ungewohnt detaillierten Beschreibungen der Kopierschutztechnik (hat Wikipedia da vielleicht geholfen? :P ).

Mich stört aber, dass hier vorgegaukelt wird, diese technischen Schutzmaßnahmen wären auch nur annähernd effektiv. Oft im Artikeltext gefallene Aussagen wie "ist extrem schwer zu knacken" sind schlicht unwahr, da es bei allen genannten Beispielen bereits kurz vor oder nach dem Release der Software zuverlässig funktionierende Cracks von den etablierten und oft mit jahrzehntelanger Erfahrung gesegneten Releasegroups gab.

Kein Programm ist perfekt und erst recht kein Kopierschutzprogramm. Irgendwo gibt es immer einen Fehler, seien es im Speicher unverschlüsselt abgelegte Schlüssel oder ein allzu leicht nachvollziehbares und vor allem protokollierbares Programmverhalten.

Aufgrund dieser, trotz aller anerkennenswerten technischen Ausgefeiltheit, stets vorhandenen Schwäche aller Kopierschutzmaßnahmen sorgen diese vor allem für eines: Nutzergängelung.

Ich habe mir schon mehr als einmal, obwohl ich das Original erworben hatte, einen Crack besorgt und konnte damit in vielen Fällen (GTA IV war ohne Zweifel das extremste) Installation, Programmstart und -ablauf vereinfachen. Häufig konnte ich sogar Performancegewinne beobachten, denn diese aufwendige Kopierschutztechnik schluckt nicht selten inakzeptabel viel Leistung oder verzögert den Start der Software um bis zu eine Minute.

Von Inkompabilitäten wie schon bei Die Siedler 3, einem der ersten Spiele mit CD-Kopierschutz, das bisher auf keinem meiner PCs seit dem Release des Titels ohne Crack starten wollte, will erst gar nicht berichten, denn damit könnte man mühelos drei Beiträge dieser Länge füllen...

gast (unregistriert) 2. April 2010 - 3:11 #

Mir ging es auch so, als ich den Text gelesen hab. Es wird hier nicht klar gesagt was erfolgreich und was nicht war. Man erhält eher den Eindruck, dass viele der Mechanismen immer noch funktionieren/schützen. Es wäre vielleicht besser gewesen klar zu beschreiben welche Mechanismen mittlerweile durch "einfache" Brennprogramme und welche nur durch Einsatz von Hackergruppen umgangen werden können. Es wird zwar hier und da erwähnt, kommt aber nicht deutlich genug rüber...

Ganesh 16 Übertalent - 4868 - 2. April 2010 - 9:47 #

Ich schließe mich der Meinung an. Der Titel spricht von Wettrüsten - schön wäre, wenn auf die Gegenmaßnahmen auch eingegangen worden wäre.
Mir hat auch gefehlt, was für Folgen dieser Kopierschutz-Irrsinn hat: Deutliche Einschränkungen für den Nutzer (gab es da nicht mal so ein Recht auf Privatkopie?) und keine wesentlichen Verbesserungen für den Verkäufer.

Das ist es eigentlich, was mich am meisten stört: Die Spiele-Industrie glaubt im Großen und Ganzen immer noch, dass sie mit derartigen Maßnahmen Kopien verhindern können, statt endlich mal zu einem entspannteren Verhalten überzugehen... Stardock hat's doch vorgemacht.

vicbrother (unregistriert) 10. April 2010 - 18:09 #

Die Verbesserung für den Verkäufer ist, dass er etwas verkaufen kann. Leider gibt es heute zuviele Klau-Kids, die denken, dass Spieleprogrammierung ein Spaß und wenig Aufwand bedeutet. Daher ist der Kopierschutz leider notwendig.

Stardock hat mehrere Standbeine, daher dürfte das "entspanntere Verhalten" (welches ich nicht kenne und du daher vielleicht erläuterst) kaum auf andere Spielefirmen zu übertragen sein. Es sind ja in den letzten Jahren viele sehr bekannte und gute Entwickler untergegangen - das ist leider Fakt.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324131 - 2. April 2010 - 17:55 #

Es steht doch immer wieder dabei, logischerweise gerade bei älteren Schutzmechanismen, dass diese nicht mehr effektiv sind, und umgekehrt, wenn Schutzmechanismen besonders effektiv sind.

Und es ist auch erwähnt, dass sich selbstverständlich jedes Spiel irgendwie cracken lässt, indem sämtliche Kopierschutzroutinen rausprogrammiert werden. Was aber eben viel aufwändiger ist, als eine Version eines Kopierschutzmechanismus generell zu knacken und dann alle Spiele mit genau diesem Schutz kopieren zu können.

Was der Artikel sicher nicht erfüllt, und in soweit verspricht das "Wettrüsten" vielleicht zu viel: Er erlaubt keine Einblicke in die Welt der "Gegenseite", also der Cracker und Raubkopierer.

Wobei ich zum Thema Raubkopieren die Kolumne von "GamingHorror" hier auf GamersGlobal.de empfehlen möchte.

Anonymous (unregistriert) 2. April 2010 - 2:59 #

Es gibt zwei Verfahren, die mich zur Weissglut treiben.

1) Spiele für handverlesene DVD-Laufwerke.
Immersion Racing, MotoGP 3 und Pure Pinball waren bei mir
so Kandidaten, die oft erst im 3. oder 4. PC funktionierten.
Pure Pinball konnte ich erst spielen, als
es auf der CBS mit drauf war - ohne Kopierschutz!

2) Die Fade-Methode wie im Artikel beschrieben.
Wenn ein Spiel meint, ich bin Raubkopierer, dann so es
mir das mitteilen! Es geht nicht an, dass ich z.B.
bei Schlacht um Mittelerde wegen "Fade" nicht weiterkomme.
Wenn ein Spiel nach einer Neuinstallation von XP auch
neu installiert werden will, soll es mir das sagen
(fehlende Registry-Schlüssel, etc). Es soll nicht
einfach in den Fade-Modus wechseln. Kann ich ja nicht
riechen!

gast (unregistriert) 2. April 2010 - 3:13 #

Der ehrliche Kunde war mal wieder der Dumme. :)

Orxus 13 Koop-Gamer - 1436 - 2. April 2010 - 11:40 #

guter artikel, danke für ein paar mehr infos zu diversen schutzmethoden ;)
sollte man immer im hinterkopf haben

Ganesh 16 Übertalent - 4868 - 2. April 2010 - 13:48 #

Mir ist noch aufgefallen, dass es mit Sicherheit 'Alway_s_ on' heißen sollte. Ist auch auf der Startseite falsch.

Sven 18 Doppel-Voter - 9146 - 2. April 2010 - 18:19 #

Erstmal vielen Dank für die ganze Arbeit, die in diesen ausführlichen Report geflossen ist - für sonst ereignisarme Feiertage ist das genau der richtige Lesestoff. :-)

Auf eine Sache würde ich dennoch gerne hinweisen: Das Ziel, zu dem all die neuerlichen Maßnahmen hinführen sollen, ist doch längst bekannt! Ein Service wie OnLive bietet den Spielern keine Möglichkeit mehr, die Software dauerhaft zu manipulieren - selbst wenn sie es kurzzeitig schaffen sollten, sich Zugang auf einem Server zu verschaffen. In einer offiziellen Präsentation, die vor ein paar Monaten zu diesem Thema stattfand, wurde diesbezüglich auch kein Blatt vor den Mund genommen: Volle Kontrolle über die Software, den Gebrauchtmarkt und vor allen Dingen über die Preisgestaltung. Die derzeitigen Praktiken der Industrie, auch abseits von reinen Kopierschutzmaßnahmen, nämlich Gutschein-Codes für Downloads, als Community-Tool getarnte DRM-Plattformen, aberwitzige Sonderangebote, die regulär, im Gegensatz zum Retail-Gebrauchtmarkt, ein kleines Vermögen kosten und eben die konsequente Anbindung ans Internet, die übrigens beispielsweise schon den Fussball Manager 09 aufgrund einem (absichtlich?) mangelhaften Online-News-Ticker zum Absturz brachte, sollte sie unterbrochen werden, sind alles kleine Schritte, um zumindest den spielenden Mainstream schon jetzt an die Zukunft zu gewöhnen.

Kamuel 12 Trollwächter - 1162 - 2. April 2010 - 19:30 #

Ich fand SecuRom bisher am schlimmsten z.b. bei Spore, ich meine 5mal installieren dann Ende definitiv der größte Mist aller Zeiten im Vergleich zu Ubi jetzt, wo ich immerhin das Ding xmal installieren kann zu Zeiten von Windows 7 was man nicht wie vista/xp alle 1-2 monate neu machen muss...

Internet hat in der heutigen Zeit eh sogut wie jeder Mensch, der das Geld hat sich Pc-Spiele zu kaufen.. zumal man in der heutigen Welt eh nicht mehr drum herum kommt, weil sämtliche Firmen/Ämter/Ärzte und und und einen auf Internetseiten verweisen um an Informationen zu kommen, weil die alte Briefform längst ausgestorben ist...

Und ich habe lieber eine Platform/log-in im hintergrund laufen (wie steam/windows/ubi/rockstar/etc *steam ja noch geil weil pc neuinstallieren und einfach steam ordner kopieren ohne dinge mehrfach zu installieren und sie funktionieren wieder*) als das mir ein kopierschutz vorschreibt wie oft ich etwas installieren darf...

Aber selbst Steam/windows life wurden ja meines wissens schon gecracked mit eigenem server der localhost connecten und somit umgehbar ist und ubisoft macht es halt nur "intelligent" und sagt das man connectet bleiben muss, weil immer wen man was anklickt findet die überprüfung statt und nicht nur einmal am start.. bei c&c4 zb mit dem rangsystem zum upgraden von einheiten etc, (gibt es gecracked allerdings hat man dann keinen zugriff aufs upgraden und wird scheitern) fand ich bei siedler 7 dann schon besser umgesetzt..
Allerdings denke ich auch das es irgendwann in geraumer Zeit programme gibt die jene Server von Ubi imitieren und die localhost laufen und dann wird das auch ausgehebelt werden, ist ja nur eine frage der Zeit...

Aber letzten Endes ist es mir egal was das für ein Kopierschutz ist, solange der meine Privatsphäre in Ruhe lässt und mein Inet nicht komplett beschlagnahmt oder meinen Pc ausbremst.
Zumal wenn man es original besitzt muss man ja eh sich keine gedanken drum machen (außer bei securom wo man sich fragt was man machen soll wenn man es zuoft installiert hat *g*).

deswegen wird es niemals einen kopierschutz geben der nicht gecracked werden kann, wobei wir ja auf einem gutem wege sind zumindest ist ubi das und dann immerhin sagt "ihr könnte es gecracked spielen aber dann halt nicht auf alle im spiel enthaltenen inhalte zugreifen"

meines erachtens ist das ein guter weg, aber wir werden sehn was die zukunft bringt aber spätestens wenn ich noch extra usb-stick oder so benutzen müsste, wäre dann meine schmerzgrenze erreicht^^

zumal blizzard mit wow auch den gesamten Pc ab"scannt" wegen bots etc und das spielen ja auch "sehr viele" menschen und da meckert auch kaum wer rum, weil man letzten endes als endbenutzer eh das mitmacht, wie alles im leben...

ich vergleiche das mit bahnfahren.. solange man ein ticket hat ist man "online und auf der sicheren seite" hat man es nicht ist es "illegal" nur im gegensatz zu programmen wird man nicht andauernd kontrolliert und sofort zu einem bußgeld verdonnert.. und da hat auch nie wer gefragt ob man mit diesem ticketsystem einverstanden ist, und da kann man sich auch nicht wehren (außer man meidet bahnfahren) also ist das ganze aufregen darüber ein wenig zwecklos, entweder man möchte es benutzen und dann nimmt man es in kauf oder man lässt es sein...

wobei was haben indie-games fürn kopierschutz? da muss man sich online ein konto erstellen, zb popcap-games, darüber zahlt man, bekommt den schlüssel , kann die exe downloaden(die dann frei von jedem kopierschutz ist) da stellt sich auch die frage auf sinnvoll...

letzten endes ist es jedem selber überlassen was er tut und was nicht, aber man sollte auch immer die seite der entwickler verstehen die wahnsinnig lange, meistens jahre ein spiel/programm entwickelt haben und dafür natürlich eine leistung haben wollen, weil sie auch leben müssen und dann würde sich jeder mensch aufregen wenn einer ankommt und es klaut:
wenn ich zb papier knüllen würde und das verkaufen und irgendwer würde ankommen und es nachmachen, mach ich bei mir nen logo drauf, klaut es mir wer, würde ich mir auch überlegen wie ich es mache, damit ich "keinen verlust" habe, und somit ist das wettrüsten ganz normal, länder machen dies mit waffen, politiker versuchen es mit gesetzen, überall auf der welt passiert es in allen lebenslagen, dass etwas geschützt und ge"cracked" wird und dann gibt es was neues...

*hmm ein wenig viel geworden*

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 2. April 2010 - 22:54 #

Zumindest Plants vs. Zombies von PopCap fragt die genutzte Hardware ab und verweigert den Start nach größeren Änderungen oder auf einem anderen PC. Ein Kopierschutz ist hier also auch gegeben, selbst wenn man direkt beim Hersteller bezieht. Besonders ärgern kann man sich dann bei Spielen, die eh nix kosten. Das alte Trackmania Nations (ohne "Forever") nutzt Starforce und das in einer Version, die dummerweise nicht einmal 64Bit-tauglich ist und auf aktuellen Rechnern nicht nur dem Spiel den Start verweigert sondern nach dem nächsten Neustart auch den PC nicht mehr booten lässt. Zumindest wenn man nicht weiß, was es mit digital signierten Treibern auf sich hat und wie man erzwingen kann, dass der Rechner diese Signatur ignoriert. 99% der "Normaluser" dürften da scheitern und Windows verfluchen. Wegen einem kostenlosen Spiel! Kostenlos. Mit Kopierschutz.

ronnymiller 12 Trollwächter - 858 - 2. April 2010 - 21:20 #

Es läuft doch darauf hinaus: Die Firmen wollen und können doch das Raubkopieren nicht wirklich verhindern - sondern konzentrieren sich mit ihren Versuchen jetzt darauf, das Verkaufen von Gebrauchtspielen zu verhindern - und das klappt sogar. Glückwunsch.

Slomo86 06 Bewerter - 95 - 2. April 2010 - 21:57 #

Sehr interessanter Artikel, danke. Ich denke, dass Speilabbruch, insbesondere wenn er mit Daten-/Spielfortschrittverlust bei Trennung der Internetverbindung einher geht, nicht tolerierbar ist.

Kamuel 12 Trollwächter - 1162 - 3. April 2010 - 8:28 #

naja bei ubisoft wird das spiel pausiert, also bei 24h dc oder keiner server connectivität (die ich persöhnlich noch nicht hatte) und wenn man dann nicht auf den button für "zurück zum desktop" klickt, sondern wartet bis man wieder inet hat, hat man auch keinerlei verlust, sofern man soloplayer/kampagne spielt (so war/ist es zumidenst bei mir)..

also auch keinerlei unterschied bei multiplayer games wie cs:s, cod:mw2 oder anderen, fliegt man auch vom server wenn man kein internet mehr hat und die "stats sind weg und man bekommt keine punkte bei ranking systemen angerechnet(oder wie bei wc3 sogar noch minus bei connection lost ala verloren) und damit vergleich ich es halt mal so einfach und da meckert auch nie wer so stark..

*okay bei ubisoft trifft es dummerweise auch den soloplayer aber naja*

Kobi666 13 Koop-Gamer - 1432 - 3. April 2010 - 10:20 #

Ich erinnere mich noch an Siedler auf dem Amiga wo man immer eine Seite im Handbuch aufschlagen musste und da eine bestimmt Bildfolge nachgucken musste. Das war der erste Kopierschutz an den ich mich erinnern kann!

MichaelK. (unregistriert) 3. April 2010 - 15:00 #

Auf Amiga Disketten gabs auch schon Kopierschütze quasi wo man spezielle Kopierprogramme brauchte.

Cam1llu5_EX 14 Komm-Experte - 2584 - 7. April 2010 - 15:28 #

Die Entwickler/Publisher sollten sich lieber auf das Produkt konzentrieren und nicht auf Sicherheitsmaßnahmen, da sie früher oder später eh geknackt oder umgangen werden.
Ein solides Spiel hat seine Absatzzahlen und wird sie auch immer haben.

Man sollte das Geld lieber in bessere Qualitätskontrollen und eventuell länger anfallende Entwicklungszeit investieren, sodass daraus ein bugfreier Hit entsteht. Es ist langsam nicht mehr mit anzusehen, in welcher Form manche Spieler heute erscheinen und fragwürdige Kopierschutzmaßnahmen machen dies dann nur um so schlimmer.

Anonymous (unregistriert) 8. April 2010 - 23:40 #

Mich würde mal interesieren was die das kostet das so leute wie ich sich einfach keinen neuen PC somit auch keine Spiele mehr kaufen. Es gibt ja acuh noch andere Hobbys, das ist meine Freizeit da will ich mich doch nicht ständig veräppeln lassen.

Was für ne idiotische taktik, wir bringen ein halbfertiges spiel raus, mit einen millionenteuren Kopierschutz. Scheis drauf ob das spiel gut ist haupsache es kopiert keiner, lange dauerts nicht mher dan bringen die Spiele raus die so grottig sind, die will dann noch nicht mal mehr jemand kopieren. Was dann ??? GEZ taktik alle bezahlen einfach pauschal weil man hätte ja rein teoretisch irgendwie die möglichkeit es zu spielenweil gecrackt wirds ja irgendwo angeboten??? hehe die merken doch garnix mehr die jungs die sich sowas ausdenken und das gut finden.

vicbrother (unregistriert) 10. April 2010 - 18:24 #

Es kostet weniger, als wenn nach tausend verkauften Exemplaren es keiner mehr kaufen muss, gerade weil es Internet und der leichen Verbreitung von Raubkopien gibt.

Dein Argument mit "halbfertigem Spiel" würde ich auch nicht gelten lassen, denn gerade hierfür gibt es die Spielezeitschriften und Netzreviews, die das Spiel und dessen Inhalt, Gameplay und Spielbarkeit bewerten. Ist es "halbfertig" musst du es nicht kaufen.

Wie hier viele schreiben sind die Kopierschutzmechanismen meist erhebliche Systemeingriffe die nicht immer kompatibel mit dem eigenen Rechner sind. Das ist großer Mist, habe ich als zahlendem Spieler aber den Langfingern zu verdanken.

PS: Gibt es eigentlich schon verknackte Raubkopierer in D? Die sollten doch mit bis zu 5 Jahre Haft bestraft werden oder?

Joehnsson 13 Koop-Gamer - 1382 - 13. April 2010 - 14:13 #

Eine gute Übersicht, vor allem die ganzen alten Kopierschutzmaßnahmen kannte ich in der Form gar nicht, während ich allerdings mit neueren wie Starforce auch schon meine Probleme hatte...

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 17. April 2010 - 5:04 #

Danke für die Übersicht :)

Anonymous (unregistriert) 8. Januar 2012 - 6:23 #

Ich bin auf Legale Spiele Umgestigen wegen "Fade"
Und erlich gesagt war es mir immer zu blöd alles zu umgehn, ein Crack zu suchen... das das und das will auch nicht.

Da kaufe ich es mir und habe meine Ruhe D

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)