Der Wahnsinn geht weiter

Saints Row - The Third Preview

"Von Proleten, für Proleten", so könnten Unwissende Saints Row 3 betiteln. Denn wer von hochseriösen Open-World-Spielen wie GTA 4 kommt, wird von den überzogenen und krassen Situationen in diesem Spiel erst mal erschlagen. Obwohl das schon genug Existenzberechtigung wäre: Unter der aberwitzigen Hülle versteckt sich ein tolles Spiel!
Jonas Schramm 27. Oktober 2011 - 22:18 — vor 3 Jahren aktualisiert
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Um herauszufinden worum es in Saints Row – The Third vorrangig geht, müsst ihr euch eigentlich nur einen Trailer, Screenshot oder die Pressemitteilungen von THQ anschauen. „Strap it on!“ ist dort beispielsweise als eine Art Abschiedsgruß zu lesen. Aber auch aus den veröffentlichten Videos und Bildern dürfte schnell hervor gehen, dass der dritte Teil von Saints Row einen weiteren großen Schritt weg von der GTA-Serie macht – hin zu einem vollkommen verrückten Humor- Spielprinzip. Nachdem wir das Spiel zuletzt auf Messen gesehen haben, konnten wir es jetzt in der Redaktion länger ausprobieren.

Seitdem THQ im August 2006 Saints Row veröffentlichte, hat die Serie mit dem Ruf zu kämpfen, ein auf lustig machender GTA-Klon zu sein. Dabei sollte es schon mit Saints Row 2 klar geworden sein, dass die beiden Spiele nicht mehr als das Prinzip "offene Spielwelt mit Haupt- und Nebenmissionen" teilen. Diejenigen, die dem immer noch nicht zustimmen, will THQ nun mit Saints Row – The Third überzeugen. So lässt das Spiel einen vom inneren Konflikten getriebenen Protagonisten, wie es Niko Bellic in GTA 4 war, komplett vermissen. Dafür stehen hier der Spielspaß, die Action und nicht zuletzt der derbe Humor im Mittelpunkt.

Ein rasanter Anfang

Auch diesmal dreht sich die Handlung um die Third Street Saints. Wir spielen von Anfang an den Anführer der Gang.

Die Ereignisse in Saint's Row – The Third schließen direkt an das Ende von Saints Row 2 an. Die Third Street Saints haben die Stadt Stillwater unter ihre Kontrolle gebracht und sind seitdem zu einem Medien-Imperium aufgestiegen. Es gibt nicht nur die typischen lila Klamotten und Schuhe der Gang zu kaufen, sondern auch Energy Drinks und Bobblehead-Figuren. Die Gangmitglieder sind nach ihrem großen Sieg zu Pop-Stars avanciert, die auf der Straße Autogramme verteilen und in Werbespots mitwirken.

Nicht nur mit diesen eher zweifelhaften Protagonisten, sondern auch bei der Ausgangssituation bricht Saints Row – The Third mit typischen Spielekonventionen.Denn ihr schlüpft nicht etwa in die Rolle eines Anfängers, der sich vom Tellerwäscher zum Bandenboss hocharbeiten muss. Nein, ihr spielt schon gleich zu Beginn die Rolle des Bosses der Gang, wodurch ihr natürlich auch gleich Zugang zu allen möglichen Waffen und verrückten Gegenständen habt.

In Saints Row – The Third verschlägt es euch aber nicht mehr nach Stillwater, sondern in die in die Industriestadt Steelport. Den Grund dafür liefert das Spiel gleich zu Beginn. So überfallen wir und drei unserer Gangkollegen eine Bank. Der Plan ist eigentlich ganz einfach: Rein gehen, Tresorraum frei legen, diesen dann an einem Helikopter befestigen und abhauen. Wie ihr euch es jetzt wahrscheinlich schon vorstellen könnt, läuft es aber alles andere als glatt, denn die Bankangestellten, eine feindliche Gang und nicht zuletzt die Polizei haben etwas gegen unseren Plan. Folglich scheitert auch der Bankraub und wir finden uns als Gefangene an Bord eines Flugzeugs wieder, wo sich uns der Chef der feindlichen Syndicate-Gang Phillipe Loren vorstellt. Ein kurzes, wenig konstruktives Gespräch später fliegen einmal mehr die blauen Bohnen, und wir können fliehen.

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Ein Spielplatz für ErwachseneNach dieser spektakulären – und teilweise spielbaren – Intro-Sequenz dürfen wir uns erst einmal einen Charakter erstellen. Dabei bietet uns Saints Row 3 wie schon der Vorgänger viele Freiheiten. Wir wählen nicht nur Frisur, Klamotten und Accessoires aus, wir können auch die Stimme und zwei Gesten für unseren Charakter festlegen. Anhand dieser können wir uns immer adäquat ausdrücken. Wagt es ein Passant, uns blöd von der Seite anzureden, quittieren wir das dann beispielsweise mit zwei erhobenen Mittelfingern. Sollten wir im Verlauf von Saints Row – The Third mal unseres Charakters überdrüssig werden, können wir ihm neue Klamotten oder Tattoos verpassen, oder uns gleich einer Schönheits-Op Unterziehen.

Danach geht es auch schon ins eigentliche Spiel. Mit Steelport steht uns eine recht große Spielwelt offen, die von drei Gangs regiert wird. Dazu gehören der Morning Star, die Luchadores und die Deckers, die aber allesamt unter der Kontrolle des Syndicates stehen. Natürlich machen wir uns nicht nur zu Fuß auf den Weg durch die Stadt, wir können uns auch Autos oder andere Fahrzeuge klauen.

Im Editor könnt ihr euren Charakter anpassen. Es gibt auch verrückte Kleidungsstücke wie diesen Raumanzug.

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 27. Oktober 2011 - 22:41 #

Wenn das Spiel auch nur ansatzweise so geschnitten wurde wie SR 2, dann ist die deutsche Version schlicht unbrauchbar weil absolut steril. Die Einschränkung, dass man nur mit anderen Besitzern einer USK-Version spielen kann ist da nur das Sahnehäubchen.

Red Dox 16 Übertalent - 4237 - 27. Oktober 2011 - 22:49 #

True. Und dann bleibt die Frage bisher offen ob es bei der Steamfreischaltung dann wieder IP Hickmeck gibt bzgl. UK Import, wie beim Vorgänger.

Old Lion 26 Spiele-Kenner - P - 69002 - 28. Oktober 2011 - 14:34 #

Wird, wenn ich mich denn durchringe zum Kauf, n Import! Klare Sache!

Anonymous (unregistriert) 28. Oktober 2011 - 15:30 #

Nein, die Schnitte sind immer noch ärgerlich, aber so eine Vergewaltigung wie bei SR2 wird es nach dem, was bisher dazu gesagt wurde, wohl nicht.
Ich würde soger behaupten, dass man sich die deutsche Version eigentlich durchaus kaufen kann, ich persönlich werde aber aus Prinzip schon die Uncut Version kaufen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 341740 - 28. Oktober 2011 - 17:55 #

Ich ergänze im Text, dass das mit den Schutzschilden durchaus geht, nur nicht mit Zivilisten.

THQ Sebastian Neuling - 3 - 30. Oktober 2011 - 20:36 #

Erstmal danke für das Feedback! Die Anpassungen bei der deutschen Version des Titels sind diesmal wirklich gering und fallen - wenn überhaupt - nur im direkten Vergleich mit den internationalen Fassungen aus. Die Waffen, Aktivitäten, Zwischensequenzen und Missionen sind bei der deutschen Fassung alle enthalten. Waffen wie die Apokalypse-Fäuste - welche die Gegner explodieren lassen - funktionieren in allen Versionen gleich.

Janno 15 Kenner - 3472 - 27. Oktober 2011 - 23:02 #

Ich hab mir einfach die AT-Version für die PS3 bestellt. Damit sollte dem uneingeschränkten Vergnügen nichts mehr im Wege stehen :)

Pitzilla 18 Doppel-Voter - - 11467 - 28. Oktober 2011 - 0:30 #

Habs jetzt genauso gemacht, werde es mir aber zu Weihnachten schenken lassen, da ich bis dahin genug Games zum Zocken habe.

Maddino 16 Übertalent - P - 5135 - 27. Oktober 2011 - 23:26 #

Klingt ja gar nicht so schlecht. Die deutsche Version ist natürlich auf jeden Fall ein No Go. Zensur bleibt Zensur.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 96623 - 28. Oktober 2011 - 0:12 #

abjefaaaahn! :)

Ekrow 15 Kenner - 3352 - 28. Oktober 2011 - 0:28 #

Sehr eigenartiges Spiel ehrlich gesagt :D Werd mir aber erstmal ein paar Gameplay-Videos ansehen bevor ichs kaufe :> Der November wird hart

Lorion 17 Shapeshifter - 7630 - 28. Oktober 2011 - 0:58 #

Hab 3 Codes für die Initiation Station abzugeben (kann man sich dann jetzt schon runterladen und muss nicht bis nächste Woche warten).

Einmal für PSN (Nordamerika)(kann man ggf. auch mit nem US-Account hier runterladen?), PSN (Europa) und Steam (alle Territorien). Einfach ne PM schreiben.

Amco 18 Doppel-Voter - P - 10784 - 28. Oktober 2011 - 6:31 #

Das Spiel wird schon super.

Fohlensammy 16 Übertalent - 4187 - 28. Oktober 2011 - 9:14 #

Danke für den Bericht, jetzt steht ein weiteres Spiel auf der Möchte-Haben-Liste. :D

Kirkegard 19 Megatalent - 15751 - 28. Oktober 2011 - 10:19 #

"Wir haben noch nicht einmal unsere erste Mission angenommen, da zeigt sich schon, wie viel Spaß Saints Row – The Third machen kann. Wir laufen nämlich einfach die Straße entlang und prügeln uns mit Passanten. Uns stehen aber nicht nur die obligatorischen Tritte und Faustschläge zur Verfügung: Mit ein bisschen Anlauf führen wir auch spektakuläre Wrestling-Manöver aus. So rennen wir beispielsweise von hinten auf eine nichtsahnende Person zu, springen über ihre Schultern und schließen das Ganze mit einem Tritt in ihr Gesicht ab. In manchen Fällen folgt dann auch eine coole Pose um den Stunt gebührend zu zelebrieren. Haben wir gerade "Spaß" geschrieben? Ja, und so meinen wir das auch. Es steht ja nicht "politisch-korrekter" davor!"

Erklär das "politisch korrekte" mal den RL Tretern und Opfern. Das ist ne andere Liga.
Wär ja alles kein Problem wenn solche Artikel nur Erwachsene und charakterlich gefestigte Persönlichkeiten lesen würden...
Auf wehr und ahnungslose Passanten in einem Spiel einprügeln hat nix mit "politisch inkorrekt" zu tun. Das ist hier in der mangelhaft undifferenziert dargestellten Form nur bedenklich.
Nein, ich hab kein Problem mit Gewalt in Computerspielen. Mit solchen Artikeln aber schon.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 341740 - 28. Oktober 2011 - 10:43 #

Hallo Kirkegard, eines vorweg: Wie der Artikel auf dich wirkt, ist natürlich deine Sache, ich werde dich da nicht vom Gegenteil überzeugen können.

Aber: Du machst aus meiner Sicht den gleichen Fehler, den sonst eigentlich vorrangig CSU-Ordnungspolitiker jenseits der 60 machen. Zwar ist dir bewusst, dass es sich um eine Spielbeschreibung handelt, und du sagst auch, du hättest kein Problem mit Gewalt in Spielen. Dann aber verknüpfst du dennoch unsere Beschreibung einer Handlung im Spiels mit der echten Welt. Das "politisch-korrekt" beziehungsweise dessen Nichtvorhandensein ist selbstverständlich und klar erkennbar ausschließlich auf die Situation im Spiel gemünzt -- also im Regelwerk einer völlig verrückten, im RL gar nicht zu findenden Spielwelt -- und darf deshalb nicht als Umkehrschluss ins "RL" übertragen werden. Zumindest nicht, wenn dir an einem fairen Diskurs gelegen ist.

Deiner Dimensionsverletzung (Dimension 1: Saints Row, Dimension 2: "RL") folgend könnte ich genauso gut schreiben: "Ach, du hast also kein Problem mit Gewalt!" Denn das "in Computerspielen" billigst du unserer Aussage ja auch nicht zu.

Ich finde deinen Kommentar zudem latent beleidigend dem Autoren gegenüber: Du insinuierst, der Autor fände es politisch korrekt, wenn im echten Leben Personen getreten werden. Ich hoffe sehr, dass du das nicht wirklich meinst?

Anonymous (unregistriert) 28. Oktober 2011 - 10:32 #

Da ich mir SR3 für den PC holen will, stellt sich die Frage, ob und welche Gamepads unterstützt werden. Gibt es dazu schon Infos?

Kirkegard 19 Megatalent - 15751 - 28. Oktober 2011 - 13:20 #

Hallo Jörg,
schön das du dich für deinen Kollegen einsetzt. Was meine Meinung angeht hast du Recht, die werde ich auf Grund deines Textes nicht ändern. Da du in keinster Weise einsiehst, das der Autor versäumt hat zu differenzieren. Gerade weil nicht nur gefestigte Charakter diesen Artikel lesen. Darum ist leider eine weitere Diskussion mit dir sinnlos.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 341740 - 28. Oktober 2011 - 15:13 #

Schade, dass du die Diskussion mit mir sinnlos findest. Hätten wir weiterdiskutiert, hätte mich nämlich interessiert, was du dir als Differenzierung erwartet hättest. Dem Autoren macht das Verprügeln von menschenähnlichen Polygonen in Saints Row 3 sehr großen Spaß, was soll er da differenzieren? Hätte er schreiben sollen: "Aber im echten Leben ist das nicht okay"? Oder: "Eigentlich macht das Spaß, auch wenn es natürlich politisch nicht korrekt ist, wobei das sowieso kein Vokabular für so etwas Schlimmes sein darf, jemanden zu treten."

Ich würde wirklich gerne verstehen, was dich daran so stört, dass jemand aus der Spiel-Perspektive heraus schreibt. Wir schreiben doch auch bei jedem Action-Shooter von unseren Abenteuern ohne ständiges Caveat à la "Aber im echten Leben ist Krieg das Letzte".

Wie gesagt, solche Gedanken hätte ich vermutlich geäußert, würdest du die Diskussion mit mir nicht sinnlos finden. Solltest du wider Erwarten von deinem Diskussionsende Abstand nehmen, noch ein Tipp: "Antwort", klein und grau unter dem Posting.

Escalbryt (unregistriert) 30. Oktober 2011 - 8:13 #

Hm...
Naja ich finde, das man durchaus eventuell auch kritisch darüber reflektieren kann ohne lächerlich mit der Moralkeule zu kommen.
z.B. ist Dead Island auch so ein Spiel wo ich mich anfangs ständig frage: Darf es eigentlich so viel Spass machen auf Zombieköpfe zu springen und diese wie eine Melone platzen zu lassen? Ist es nicht irgendwie krank auf Nummer sicher zu gehen und jeder nicht verbrannten Leiche den Kopf ab zu trennen, damit diese nicht hinter meinem Rücken aufsteht und mich ins virtuelle Jenseits befördert.
Je länger ich es spielte, desto seltener kamen diese Fragen auf. Diese "Abstumpfung" ist imho nicht zu unterschätzen. Übrigens gilt das gleiche auch für andere Medien. Allerdings möchte ich die Diskussion nicht in diese Richtung führen.

Ich halte es durchaus angebracht in einer (P)Review auch inhaltliche Thematiken zu thematisieren. Dies geht auch ohne die schwarz-weiss-Malerei. Gerade da Spiele immer immersiver werden, sollte imho darauf hingewiesen werden, dass ein Titel Gewalt als wichtiges Feature beinhaltet. Habe bisher keinen Titel der Reihe (an)gespielt und kann daher nicht sagen, wie es sich speziell bei SR3 anfühlt.

Hoffe, dass einigermaßen rüberkommt was ich meine. Argumentieren und Formulieren um 6 Uhr morgens ist nicht gerade meine Stärke.

MfG

Seal (unregistriert) 30. Oktober 2011 - 18:11 #

Man muss kein CSU-Politiker jenseits der 60 sein, um diese Passage in dem Test - gelinde gesagt - befremdlich zu finden.

Würde hier in gleicher Weise ("Spaß, ja, Spaß!") über ein Spiel berichtet, in dem man wehrlose Passantinnen vergewaltigen kann? Wenn nein: Wo liegt der Unterschied? Greift dann vielleicht die von Dir, Jörg, propagierte Unterscheidung zwischen RL-Gewalt und virtueller Gewalt dann nicht mehr? Wenn nein, warum nicht?

Vidar 18 Doppel-Voter - 12655 - 28. Oktober 2011 - 13:46 #

Welchen Kopierschutz hat denn die PC Version?
Vorallem ist schon absehbar ob sich das Teil überhaupt aktivieren lassen wird falls man zur uncut version greift?

Denn wenn ein ganzer Spielmodus wegfällt ist es eindeutig zu viel. Punkt

THQ Sebastian Neuling - 3 - 30. Oktober 2011 - 20:43 #

Hallo Vidar,

Danke für dein Feedback! Der gestrichene Spielmodus ist nicht Teil des Hauptspiels. Die Kampagne wird dadurch nicht beeinflusst.
Die deutsche Version bietet stattdessen aber einen anderen Mehrwert. Das "Genki Pack" liegt bei allen drei Plattformen kostenlos bei. Dieses DLC-Paket enthält Professor Genkis Stuntman-Anzug und -Maske, die Oktopus-Kanone und das irrwitzige »Man-A-Pult«.

neotoma 05 Spieler - 30 - 29. Oktober 2011 - 23:52 #

Interessant. Aber eigentlich nicht so mein Ding.

Trotzdem auf die erweiterte Liste...

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