Gears of War 4 Preview

E3 2016: Brutal, episch, auch für PC

Benjamin Braun / 14. Juni 2016 - 22:56 — vor 24 Wochen aktualisiert
Steckbrief
PCXbox One
Action
Third-Person-Shooter
ab 18
18
The Coalition
Microsoft Game Studios
11.10.2016
Link
Amazon (€): 44,00 (Xbox One), 75,99 (Xbox One), 69,99 (xbox_one)
Gears of War ist zurück – mit neuen Helden, brutalen Waffen und markigen Sprüchen. Vor allem aber bietet der neueste Teil anders als der Vorgänger Judgment eine richtige Kampagne – und nicht bloß einen Horden-Modus mit ein bisschen Story gemischt. Wir haben das Actionspiel angespielt.
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Die Kettensägen-bewehrten Sturmgewehrträger sind wieder da: Gears of War 4 schickt sich am 11. Oktober an, Epic Games Spielereihe in die nächste Runde zu schicken. An Bord ist natürlich auch ein erweiterter Horde-Modus, der kompetitive Spielvarianten genauso umfasst wie kooperative. Hier aber soll es um die Kampagne von Gears of War 4 gehen, die vieles besser machen muss als es in People Can Flys Vorgänger Judgment der Fall war. Doch der Reihe nach.


Muskeln, Knarren und jede Menge Blut

Zu dritt durchqueren wir die halbverfallenen Gemäuer. Ein Gotteshaus, ein Friedhof und überall diese sonderbaren fleischroten Klumpen am Boden. Klar eigentlich, dass darin nur ein paar schlüpfbereite Locust stecken können, die nichts anderes kennen als Töten. Aber macht nichts, für uns gilt das schließlich genauso. Also greifen wir zum Lancer, bringen Köpfe zum Zerplatzen oder schmeißen die angebrachte Säge an, um unseren Feind in zwei Teile zu zerlegen – oder auch mal ein, zwei mehr. Ja, brutal ist Gears of War 4 wie die Vorgänger schon, und auch sonst hat sich an der grundlegenden Spielmechanik eigentlich nichts verändert.

Der Third-Person-Shooter, dessen Kampagne wie üblich auch im Koop-Modus gespielt werden kann, liefert wuchtige Kämpfe, die durch das sehr zentrale Deckungssystem weniger auf Tempo als auf Taktik und Präzision ausgelegt sind. Die ewigen Abwehrschlachten wie in Judgment, haben wir im gespielten Abschnitt nicht erlebt. Vielmehr geht es hier wieder, wie in den ersten drei Teilen, um das Durchlaufen linearer Levels, die mittels diverser Skriptevents bei Laune halten. Hier stürzen wir an einer Stelle ein Stockwerk tiefer, dort geht plötzlich etwas in die Luft, das uns den Weg versperrt. Außerdem gibt es viele Cutscenes, die die Geschichte der Akteure vorantreiben. Ob die sich lohnt? Nun, falls euch die von Marcus Fenix gefallen hat, dann dürfte auch die von Gears of War 4 etwas für euch sein. Denn Kait und Co. sind mindestens genauso klischeehafte Sprücheklopfer wie er. Wenn euch diese Art nicht liegt, könnt ihr die Story aber auch hier getrost ignorieren und dennoch euren Spaß haben.

Starke Technik

Die Unreal Engine 4 hat bislang noch nicht so häufig gezeigt, was sie auf dem Kasten hat. Mit Gears of War 4 ändert sich das. Die Licht- und Schatteneffekte sind hervorragend. Partikeleffekte wie Nebelschwaden sind ebenso realistisch wie atmosphärisch. Die Unreal-typischen (aber schon vorher in Gears of War eher seltenen) Texturnachlader gibt es hier nicht. Ansonsten zählt aber auch GoW 4 zu den Spielen, denen man die zugrundeliegende Engine gleich ansehen kann. Dem „Unreal“-Look generell ablehnend gegenüberstehen solltet ihr also nicht.

Das Ganze läuft auch in der von uns gespielten Xbox-One-Fassung stets flüssig. In der frühen Version sind die Ladezeiten noch extrem lang, aber das sind Optimierungs-Punkte, an denen in den kommenden Monaten noch einige Fortschritte zu erwarten sind. Wie sich die PC-Fassung schlagen wird, die exklusiv als Windows-10-App verfügbar sein wird und via Crossplay zwischen PC und Xbox funktioniert, können wir aktuell nicht sagen. Ein Armutszeugnis wie bei der Release-Version von Quantum Break ist aber wohl nicht zu befürchten. Sehr schön ist indes, dass Nutzer von Xbox- und Windows-10-Version alle kooperativen Modi miteinander spielen können, egal ob Kampagne oder Horde. Kompetitive Modi werden wohl getrennt bleiben. Verständlich: Immerhin ist theoretisch die Verwendung der Maus beim Zielen deutlich genauer als die mit dem Gamepad. Da per stärkerer Zielhilfeunterstützung die Balance zu wahren, wäre bei PC gegen Xbox kaum machbar.

Gewohntes Spielgefühl

Das Spielgefühl in Gears of War 4 ist immer noch dasselbe wie in den Vorgängern. Die Third-Person-Ansicht passt optimal zur Gattung der Deckungs-Shooter, Rennen und Zielen fühlt sich, im Gegensatz zu anderen Third-Person-Actionspielen mit Schusswaffen, deutlich schwammiger an. Ob sich Entwickler The Coalition nicht an diesen Punkt herantraut oder ernsthaft anderer Ansicht ist, wissen wir nicht. Beim ersten Auftritt auf der neuen Konsolengeneration hätte man gerade in diesem Punkt vielleicht etwas mehr Mut beweisen können.

Sehr konservativ bleibt man auch bei den Waffen. So ziemlich alles aus den Vorgängern ist dabei. Wenigstens bei den dicken Schießprügeln, die wir zusätzlich zu den vier Standard-Ausrüstungsteilen auflesen können, gesellen sich aber zumindest ein paar neue. So ballern wir etwa scharfkantige, runde Scheiben auf die Gegner, die natürlich ebenfalls einen, nun, blutigen Effekt beim Gegner hervorheben. Neue Gegner wird es auch geben genauso wie dicke Bosse. Allzu viel davon gezeigt haben die Entwickler bislang aber noch nicht.

Autor: Benjamin Braun (GamersGlobal)



Meinung: Benjamin Braun

Ich war nie der allergrößte Fan von Gears of War – und das wird sich mit dem neuen Teil nicht ändern. Spaß hatte ich allerdings mit fast allen von ihnen. Nur Judgment war ein ziemlicher Absturz mit seinen ewigen Verteidigungsschlachten.

Verglichen damit ist Gears of War 4 klar eine deutliche Verbesserung, zumal die Technik erstklassig ist. Da stört es mich auch nicht wirklich, dass man diesen Serienteil als sehr konservativ bezeichnen kann. Denn mutige Innovationen sehen anders aus. Das Wichtigste ist: Ich habe Bock drauf, es zu spielen, und Fans bekommen den bisherigen Eindrücken nach genau das, wonach es ihnen dürstet.

Gears of War 4
Vorläufiges Pro & Contra
  • Starke Technik
  • Keine "Horde-Modus-Kampagne" mehr
  • Guter Sound
  • Hochwertig inszenierte Story
  • Klischeehafte Handlung und Charaktere
  • Sehr konserativ ohne Mut zu Neuerungen
Aktuelle Einschätzung
Gears of War 4 sieht gut aus und dürfte gerade Fans nach dem enttäuschenden Judgment wieder deutlich mehr ansprechen. Aufgrund der sehr konservativen Herangehensweise konservieren die Macher die Stärken der Reihe, aber eben auch die Schwächen.
Gut
Aktueller Stand
  • Aktuelle Alpha-Version (Xbox One)
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Benjamin Braun 14. Juni 2016 - 22:56 — vor 24 Wochen aktualisiert
Bitte das falsche Wort/die falsche Phrase einkopieren, ohne Änderungen
Hier nur nötige inhaltliche Infos, nicht richtige Schreibweise oder Positionsangabe
Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23272 - 14. Juni 2016 - 23:17 #

"Ob sich Epic Games nicht an diesen Punkt herantraut oder ernsthaft anderer Ansicht ist, wissen wir nicht."

Haben die denn überhaupt noch was mit der Franchise zu tun? Oder liegt jetzt nicht alles in den Händen von The Coalition? Dürfte eine Design-Entscheidung sein, um den Spieler ein Gefühl für das Gewicht der Spielfigur zu geben.

Vom Hocker gehauen hat mich die E3-Präsentation nicht, aber für ein paar Stunden macht die Kampagne bestimmt Spaß.

Athavariel 21 Motivator - P - 27872 - 15. Juni 2016 - 5:12 #

Ich freu mich vor allem auf den Horde Modus der war schon bei Gears of War 3 ein Traum, aber die Kampagne wird ganz sicher auch wieder rocken.
Im letzten Abschnitt sollte man Epic Games noch durch The Coalition ersetzen.

Aladan 21 Motivator - - 28631 - 15. Juni 2016 - 6:54 #

Koop geht immer, darauf freue ich mich am meisten.

Kanonengießer 14 Komm-Experte - 2391 - 15. Juni 2016 - 9:54 #

Geil! Vor kurzem erst die Ultimate Edition vom ersten Teil gezockt. Als Fan der ersten Stunde freu ich mich tierisch drauf :)

Fliege 11 Forenversteher - 803 - 15. Juni 2016 - 10:06 #

Ich freue mich auch auf das Spiel. Bin gespannt wie die Story wird. Ich fand sie immer recht unterhaltend. :)

andreas1806 16 Übertalent - 4297 - 16. Juni 2016 - 5:44 #

Hat mir gut gefallen, Sci-Fi-"Horror" pur.

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