Indie-Check: War for the Overworld
Teil der Exklusiv-Serie Indie-Check

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12. April 2015 - 13:05 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
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In unserer Rubrik Indie-Check stellen wir euch jede Woche ein interessantes PC-Spiel eines unabhängigen Entwicklerstudios vor. Die Rubrik wird von unseren Usern Der Marian, Zaunpfahl und Dominius betreut.

Es war einmal im Dezember 2012, da tauchte auf Kickstarter der bis dato unbekannte Entwickler Subterrean Studios auf und versprach "den besten Dungeon Keeper Klon aller Zeiten" zu produzieren. Alles was man dazu bräuchte, wären 150.000 britische Pfund (ungefähr 210.000 Euro nach heutigem Wechselkurs) und acht Monate Zeit bis zur ersten spielbaren Version. Vier Wochen später endete die Kampagne erfolgreich mit 211.371 gesammelten Pfund und die Entwicklung konnte fortgesetzt werden. Im Mai 2013 erschien das Spiel dann im Early Access auf Steam und wurde regelmäßig erweitert und gepatched. Zum 2.4.2015 war es dann endlich soweit: War for the Overworld erschien als fertige Version 1.0. Ob das Spiel aber tatsächlich fertig ist und wie viel Dungeon Keeper drin steckt, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.
Unsere grünen Monster greifen das blaue Dungeon-Herz an.
Endlich wieder böse sein
Ob nun der Klassiker Dungeon Keeper oder das neue War for the Overworld: beide stillen ein in Spielen eher selten gewordenes Bedürfnis. Wir dürfen endlich mal der oder die Böse sein. In der Rolle des Dungeon-Meisters erschafft ihr ein Imperium voller Monster, Kultisten, Ogern und anderem Viehzeugs. Die Kampagne führt euch in eine nette Geschichte ein, die während der Missionen aber kaum eine Rolle spielt. Als einer der letzten überlebenden Götter der Unterwelt sollt ihr nun endlich die Menschen und Zwerge auslöschen, die das natürlich nicht allzu gerne sehen. Dabei erhaltet ihr mal Unterstützung von anderen bösen Kollegen – die im wesentlichen aus humorigen Kommentaren besteht – oder legt euch mit der Göttin Kaira an.

Und so egal die Story im Spielverlauf wirkt, wenigstens ist sie nett geschrieben und wird vom selben Sprecher wie anno 1997 beziehungsweise 1999 in Dungeon Keeper 1 & 2 gut vertont vorgetragen, wenn auch nur auf Englisch mit deutschen Untertiteln. Die Übersetzung der Kampagnen-Texte ist gut gelungen, an manchem Tooltipp und Menüeintrag aber vorbei gegangen. Weshalb etwa "Spiel speichern" mit "sparen" übersetzt wurde, bleibt wohl auf ewig ein Geheimnis des Übersetzungsroboters.
Schaffe, schaffe, Räumle baue
War for the Overworld - Screenshot mehrerer Räume
Links die Mini-Schweine-Farm, oben die Kaserne, in der Bildmitte der Schlafraum.
In den meisten Missionen der Kampagne besteht euer Ziel in der Vernichtung eines freundlichen Dungeons, der mit allerlei Helden gefüllt ist. Um eure eigene Monster-Armee aufzustellen, grabt ihr mit euren Imp-Arbeitern rechteckige Räume in die Erde und füllt sie anschließend mit der passenden Inneneinrichtung. Jeder Raum erfüllt einen bestimmten Zweck und lockt meist ein dazu passendes Monster an. Der Knarzling erfreut sich zum Beispiel schon an einer einfachen Kaserne und ist zusammen mit dem Kultisten aus dem Archiv (man könnte auch Bibliothek sagen) einer eurer Standard-Kämpfer. In der Schmiede werden von "Kampfspucker"-Monstern Fallen zur Verteidigung eures Dungeons hergestellt, die Folterkammer zieht wie gehabt äußerst nett anzusehende Sukkubi in euren Dungeon. Und so stellt ihr nach und nach euer Traum-Verlies zusammen, das mit immer mehr Räumen immer mehr und mehr Kreaturen anlockt.

Alles Oldschool?
Soweit dürfte Fans von Dungeon Keeper alles bekannt vorkommen, denn War for the Overworld hat sich in Sachen Gamedesign nur wenig neues einfallen lassen. Ihr könnt Gefechte immer noch direkt mit Zaubern beeinflussen, wenn auch leider keine Gegner mehr in Hühner zu verwandeln sind. Die Hühnerfarmen wurden durch Mini-Schweine-Farmen ersetzt, was vielleicht den Wegfall dieses Zaubers erklärt.

Dafür gibt es aber einige zusätzliche neue Elemente, die zum größten Teil ganz passend eingefügt wurden. So können im Alchemie-Labor Tränke mit verschiedensten Wirkungen erzeugt werden: der Frost-Trank friert alle Kreaturen im Umkreis einiger Felder ein, der Erfahrungstrank lässt eure Kreaturen im Level aufsteigen. Ähnliches gilt für die Rituale im Heiligtum, in dem eure Kultisten längere Zeit beten müssen, bevor ihr eine Aktion durchführen könnt. Gegen drei Opferungen lassen sie zum Beispiel einen Vampir auferstehen, oder ihr könnt den gegnerischen Dungeon für kurze Zeit aus dem Kriegsnebel holen. Die neuen Aktionen passen gut und erweitern das Spiel deutlich, machen den Tech-Tree aber auch arg unübersichtlich, da fast alle dieser Extra-Aktionen erst einmal freigeschaltet werden müssen. Das gilt allerdings nur für die Skirmish-Gefechte und den Multiplayer-Modus, in der Kampagne seid ihr zumeist auf eine bestimmte Auswahl begrenzt.
Zwei Bilder, eine Situation: unsere Nekromanten machen Jagd auf nette Heilerinnen. Wie schon in Dungeon Keeper könnt ihr auch in WftO mittels Zauber eure Monster direkt kontrollieren. Macht nicht viel Sinn, aber zwischendurch mal Spaß. (ACHTUNG: leichte Spoiler-Gefahr auf Bild 2)
Fazit
War for the Overworld schafft im ersten Moment das, was es erreichen wollte: die Wiederbelebung des Spieleklassikers Dungeon Keeper mit ein paar frischen Ideen oben drauf. Es kommt mit hübscher Grafik und einem soliden Grundgerüst an Spiel daher und die Kampagne motiviert trotz der eher egalen Geschichte zum durchspielen. Leider ist das technische Grundgerüst trotz der langen Entwicklungszeit und der öffentlichen Early-Access-Phase nicht ausgereift. Es kommt öfter zu Abstürzen und erst am 9.4. wurde von den Entwicklern ein schweres Speicherüberlaufproblem gelöst – laut Foren-Meldungen allerdings auch nicht vollständig. Dazu trifft man fast überall noch auf Platzhalter-Texte, und Skirmish- sowie Multiplayer-Modus haben erst drei sehr kleine Karten zur Auswahl. Immerhin sollen in naher Zukunft beide Modi in gründlich verbesserter Form kostenlos nachgereicht werden. Auch jetzt, beinahe zwei Wochen nach der offiziellen Veröffentlichung folgen noch fast jeden zweiten Tag neue Updates und Anpassungen.

Wären die technischen Schwierigkeiten nicht, könnte man WftO fast bedenkenlos für Dungeon-Keeper-Fans empfehlen. Es macht zwar nicht alles genauso wie der Klassiker, aber spielt sich dennoch wie ein würdiger Nachfolger.
  • Dungeon-Baumeister-Strategie-Spiel
  • Einzel- und Mehrspieler-Modi
  • Für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Preis: 27,99 Euro (Standard Edition), 36,99 Euro (Underlord Edition mit Extras)
  • In einem Satz: Wiederbelebung des Spieleklassikers Dungeon Keeper mit technischen Mängeln

Vampiro 22 AAA-Gamer - P - 35226 - 12. April 2015 - 13:53 #

Vielen Dank für den Check! Fazit ist also sozusagen, lieber DK1 und DK2 spielen.

schlammonster 28 Endgamer - P - 109166 - 12. April 2015 - 14:04 #

... oder noch 2 Wochen auf Dungeons 2 warten.

Stephan Windmüller 17 Shapeshifter - 7628 - 12. April 2015 - 19:33 #

Bei dem Tempo, das die Entwickler von WftO gerade vorlegen, haben sie zum Release von Dungeons 2 ein stabiles, vollständiges Spiel.

Dungeons 2 kommt für mich aber eh nicht in Frage, da sie nur Windows-PCs als Plattform unterstützen.

Vampiro 22 AAA-Gamer - P - 35226 - 12. April 2015 - 20:06 #

Wenn die Haken noch ausgemerzt werden, werde ich es wohl tatsächlich mal anschauen :)

nothanks 10 Kommunikator - 541 - 12. April 2015 - 14:04 #

Es gibt auch noch Dungeons und Dungeons 2: http://en.wikipedia.org/wiki/Dungeons_2

Ein Vergleich-Artikel von Dungeon Keeper 1+2, War for the Overworld, Dungeons 1+2, Evil Genius und Startopia wäre echt hilfreich.

Besonders gut gelungen ist die deutsche Version von Dungeon Keeper 1.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 248592 - 12. April 2015 - 14:07 #

Sehr schöner Check, liest sich prima. +3 Kudos :)

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 15130 - 12. April 2015 - 16:56 #

Danke :)
Auch an Vampiro, Claus und Endamon.

Claus 30 Pro-Gamer - - 133870 - 12. April 2015 - 14:23 #

Prima Check, vielen Dank!

Endamon 15 Kenner - 3900 - 12. April 2015 - 14:28 #

Liest sich doch gut, danke für den Test und die Mühe!

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 21271 - 12. April 2015 - 14:51 #

Spiel sich schon wie ein Nachfolger zu DK 2 ;) Wenn EA nicht will, dann machen das halt andere!

Der Preis ist gut hochgegangen. Hab 12 Dollar bei der Kickstarter Aktion bezahlt Oo

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 15130 - 12. April 2015 - 16:54 #

Noch als kleine Zusatz-Anmerkung: mein System befindet sich am unteren Ende der Systemanforderungen und ich habe teilweise mit enormen Framerate-Einbrüchen zu kämpfen gehabt, besonders auf großen Karten mit vielen Einheiten. In einer Mission fast bis zur Unspielbarkeit. Spiel speichern und neu laden hat dann für 5 Minuten nochmal geholfen, bis die Framerate wieder in den einstelligen Bereich rutschte.
Das kann zum Teil an meinem eher schwachen Prozessor liegen (Intel Core2Quad Q6660 2,4GHz), aber auch an der scheinbar wirklich schlechten Optimierung der Unity-Engine durch die Entwickler. In Cities: Skylines, was ja ebenfalls Unity basiert ist, habe ich solche krassen Probleme jedenfalls nicht.
Spaß macht WftO trotzdem ne Menge, 2-3 Monate länger im Early Access hätte der Bewertung aber sicherlich gut getan.

nothanks 10 Kommunikator - 541 - 13. April 2015 - 16:03 #

"Cities: Skylines" kommt als 64-bit build daher, vielleicht liegt's an dem. WftO benützt zudem vielleicht eine ältere Unity-Version.

Can1s 15 Kenner - 3239 - 12. April 2015 - 20:27 #

Klingt für mich interessant.

Slaytanic 23 Langzeituser - P - 39738 - 12. April 2015 - 21:59 #

Für mich auch.

Arrr 16 Übertalent - P - 5820 - 19. April 2015 - 22:37 #

Hallo liebes Indie-Check-Team :)
wollte fragen, ob ich den Check für diese Woche verpasst habe oder ob er noch kommt? Oder macht ihr erstmal eine Pause? :)

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 15130 - 22. April 2015 - 16:24 #

Fällt leider kurzfristig aus, da der geplante Autor keine Zeit gefunden hat und wir momentan keinen Ersatztitel haben. Nächste Woche gehts weiter.

Arrr 16 Übertalent - P - 5820 - 28. April 2015 - 12:05 #

Schade, aber vielen Dank für die Rückmeldung. Dann freue ich mich schon mal auf die nächste Ausgabe. :)

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