Kurztest: Age of Wonders 3 - Eternal Lords

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Rüdiger Steidle 4506 EXP - Freier Redakteur
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7. April 2015 - 17:18 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
Zum leckeren Strategieeintopf gibt es einen weiteren Nachschlag. Zwar reichert der das bewährte Rezept nur um wenige neue Zutaten an, dürfte hungrigen Gelegenheitsgenerälen aber trotzdem munden.
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Gut ein Jahr ist es her, dass uns Age of Wonders 3 (GG-Test: 8.5) Lobeshymnen anstimmen ließ. Es ist noch immer eines der spannenderen und komplexeren Globalstrategiespiele der letzten Jahre, und ganz sicher das derzeit spaßigste vor einem Fantasy-Hintergrund. Die erste Erweiterung Golden Realms (GG-Test: 8.5) bescherte uns mit den Halblingen ein frisches Volk mit einer pfiffigen Kampfmechanik, die primär auf Glück ausgelegt war – das wir aber mit geeigneten Zaubersprüchen, Ausrüstungsgegenständen und Belohnungen planbar steigern konnten. Zumindest im Solomodus gehörten die untersetzten Kämpfer mit ihrer detailliert ausgearbeiteten Hintergrundgeschichte deshalb zu unseren Favoriten.

Liebe auf den zweiten Blick
Verkürzte Belagerung: Tigraner und Frostlinge überwinden Mauern schnell.
Die beiden neuen Fraktionen, die nun das zweite Add-on Eternal Lords einführt, wirken zunächst weniger sympathisch: die Frostlinge und die Tigraner. Sie könnten auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein. Die Frostlinge kommen, wie der Namen schon vermuten lässt, aus dem verschneiten Norden des Fantasy-Reichs. Sie zählen Dämonen, Hexen sowie Untote zu ihren Verbündeten. Die katzenartigen Tigraner sind hingegen Wüstenbewohner und scharen Gepardenrudel, axtschwingende Berserker und frömmelnde Priester um sich.

Allerdings teilen Frostlinge und Tigraner auch einige Gemeinsamkeiten: Beide Rassen setzen verstärkt auf Magie und spielen sich vergleichsweise offensiv; sie haben beispielsweise zahlreiche Einheiten in ihren Reihen, die Mauern und andere Hindernisse schnell überwinden können. Und noch etwas haben die beiden Völker gemein: Sie werden vom ausufernden Commonwealth, der tonangebenden Partei des Hauptprogramms, vor sich hergetrieben und kämpfen ums Überleben, geraten dabei jedoch unweigerlich aneinander.

Auferstanden aus Ruinen
Eternal Lords bringt außerdem eine zusätzliche Anführerklasse, den Nekromanten. Er spielt in Gestalt des Frostlinghelden Arvik auch die Hauptrolle in der neuen Einzespielerkampagne, die uns durch drei äußerst umfangreiche Missionen führt. Nekromanten haben allerhand Tricks auf Lager. Sie können etwa auf Ruinen neue Siedlungen gründen, verlorene Seelen beschwören, Feinden die Lebenskraft rauben und sogar Tote wiedererwecken. Wobei auferstandenen Zombies permanent geheilt werden wollen, damit sie nicht wieder zu Staub zerfallen. Als Todesmagier müssen wir freilich auch einige Nachteile in Kauf nehmen. So wachsen unsere Städte von allein nur langsam. Um das Wachstum zu beschleunigen, müssen wir im Umland Schlachten schlagen und möglichst viele Leichen hinterlassen, damit deren Seelen unsere Bastionen füllen. Auch regenerieren die meisten unserer Einheiten zwischen den Gefechten keine Lebenspunkte. Dafür haben wir ein großzügiges Arsenal spezieller Zauberformeln und Einrichtungen.
So verlockend es allerdings wäre, unseren finsteren Gelüsten freien Lauf zu lassen und das Land mit Verderben zu überziehen, sollten wir auch als Todesfürst die Diplomatie nicht vernachlässigen und uns mit neutralen Fraktionen möglichst gutstellen. Schon allein aufgrund des neuen Siegziels „Vereiniger“, die uns zur Aufgabe setzt, alle Völker auf der Karte unter unserem Banner zu sammeln.

Dann wären da noch die zufälligen „kosmischen Ereignisse“, welche die Gegebenheiten im ganzen Einsatzgebiet verändern. So kann es passieren, dass wir mehrere Runden von einem erhöhten Ressourceneinkommen profitieren oder mehr Glück in Gefechten genießen, aber auch, dass Schneestürme unsere Bewegung hindern oder sich bestimmte Monster dramatisch vermehren. Unsere Gegenspieler betreffen diese Modifikatoren genauso. Eine weitere Neuerung sind die Regierungsedikte.

Mit diesen können wir bei Erreichen bestimmter Meilensteine – etwa wenn unsere Untertanen eine gewisse Zahl überschreiten oder einen bestimmten Zufriedenheitswert erreichen – diverse Boni für unser Herrschaftsgebiet herausschlagen. Der Unterschied zu den bereits früher verfügbaren Globalzaubern oder Reichsverbesserungen ist, dass wir uns jeweils zwischen zwei verschiedenen Vorteilen entscheiden müssen, also zum Beispiel allen unsere Harpunieren eine durchschlagenden Fernkampfattacke spendieren oder aber unsere Schwertträger aufrüsten. Zu guter Letzt gibt es für Multiplayer-Fans noch eine Play-by-E-Mail-Funktion, wobei die Züge tatsächlich nicht klassisch per E-Post verschickt, sondern auf einen Server der Entwickler hochgeladen werden; dort müssen sich Age-of-Wonders-Spieler sowieso registrieren.

Weiter geht's auf Seite 2 mit Gegenpolen, Gemeinsamkeiten und der Wertung
Über Edikte erhalten wir nun diverse Boni für unsere Truppen, im Prinzip ist das aber auch nichts anderes als die bekannten Globalzauber.
Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8067 - 7. April 2015 - 17:25 #

Irgendwann, wenn mir meine Bank endlich mein Zeitkonto auszahlt, werde ich mal in AoW3 rumhüpfen. Auf der Spieluhr hab ich gerade mal ne Stunde und das Ding liegt seit gefühlt 20 Jahren auf meiner Platte ("Schnäppchenkauf")...

Wahrscheinlich dann am besten bissle warten, das Addon günstig mitnehmen und gleich mit dem in die volle Starten, liest sich gut.

Muss nur schnell vorher Dragons Dogma, Elite und die anderen 1000 Sachen fertigmachen. *help!*

Jörg Langer Chefredakteur - P - 328966 - 7. April 2015 - 17:29 #

Dann bist du aber sehr mutig: Ich finde AoW3 bereits in der Vanilla-Version beeindruckend komplex, wenn du da ins kalte Wasser springst inklusive der drei Zusatzvölker (und womöglich weiteren, wer weiß, ob noch ein Addon erscheint), dürfte das RICHTIG kalt sein :-)

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8067 - 7. April 2015 - 19:21 #

Ist doch aber nicht so "übelst" wie Crusader Kings II, oder? Das ist eines der wenigen Spiele wo ich nach ner Weile das Handtuch geworfen habe. Das und Battlecruiser 3000 AD ...

Evtl überdenke ich mir die Anschaffung dann noch mal. :)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 328966 - 8. April 2015 - 8:44 #

Nein, so übel nicht :-) BC3000, hihi.

Barraccuda77 03 Kontributor - 13 - 7. April 2015 - 17:34 #

Ich freu mich drauf! Nur schade, das nichts grundlegendes geändert wurde. Egal, AOW3 ist für mich eines der besten Runden Strategie Spiele!

Kenner der Episoden 19 Megatalent - P - 16669 - 7. April 2015 - 17:48 #

Die Frostlinge klingen für mich wie eine Mischung aus Game of Thrones und Demonworld. :)

Ach, das Spiel steht schon ne Weile auf meiner Warteliste. Irgendwann muss ich das mal nachholen. Am besten im Herbst/Winter, wenn auch draußen das entsprechende Rundenstrategie-Wetter herrscht. ;)

Siak 13 Koop-Gamer - P - 1413 - 7. April 2015 - 17:51 #

Kenne bisher nur das Hauptspiel und in diesem empfand ich es als unpassend das Einheiten in Truppenversion auch nach Verlusten nur noch vollen Schaden austeilten. Man gewohnt sich zwar rasch an diese Spielmechanik, aber vom Spielgefühl blieb es störend.
Daran hat man im Zuge der Addons vermutlich nichts mehr geändert, oder?

Jörg Langer Chefredakteur - P - 328966 - 7. April 2015 - 19:01 #

Nein, leider nicht. Dieses Detail ist wirklich blödsinnig. Zumal man ja sogar weniger Charaktermodelle dargestellt bekommt, also die Einheit ganz offenkundig Schaden genommen hat...

Horschtele 16 Übertalent - P - 5397 - 7. April 2015 - 19:19 #

Frage bzgl. Schwierigkeitsgrad:
Im Hauptprogramm fängt jede Runde relativ knifflig an (hab auf Schwer gespielt), sobald aber die erste Gegner-Stadt inkl. dickem Einheiten-Stapel besiegt ist gibt es fast keine Gegenwehr mehr. So liefen bei mir die Missionen immer auf einen interessanten Kampf (ca. 18 gegen 18 Einheiten) je Gegner/Mission hinaus, der Rest war unspektakulär.

Falls es noch jemandem so ging: hat sich an diesem Rhytmus etwas geändert?

Rüdiger Steidle Freier Redakteur - 4506 - 7. April 2015 - 20:50 #

Das ist immer noch ähnlich, allerdings dauert es bis zur ersten dicken Stadt eine Weile. Ich wüsste auch nicht ganz, warum eine vernichtende Niederlage für den Gegner nicht die Entscheidung bringen sollte; das ließe sich höchstens durch Trigger-Ereignisse und "herbeigezauberte" Verstärkungen vermeiden. Davon bin ich allerdings kein großer Freund.

Horschtele 16 Übertalent - P - 5397 - 8. April 2015 - 20:47 #

Es wäre besser, wenn die NPCs aus allen verbleibenden Städten schleunigst nachproduzieren würden, um die neuen Einheiten anschließend an der wichtigsten Grenzstadt zu bündeln. Stattdessen bleibt die KI ab dem genannten Zeitpunkt entweder komplett passiv, oder greift nur noch mit Kleinstverbänden an.

Im Gegenzug ist es für den menschlichen Spieler viel zu einfach, sein großes Reich zu halten: es gibt keine Unruhen in der Bevölkerung, Geld spielt auch bei vielen hochstufigen Einheiten keine Rolle mehr, neutrale Einheiten bleiben untätig. Da gäbe es also schon noch Stellschrauben, wo mit vergleichweise wenig Aufwand ein bisschen mehr Spieltiefe herausgeholt werden kann.

Hanseat 13 Koop-Gamer - P - 1579 - 7. April 2015 - 22:52 #

Genau dieser Umstand ist der Grund, warum ich das Spiel nach einger Zeit weggepackt habe. Die Zufallskarten machen einfach recht wenig Spaß auf Dauer und die Kampagne motiviert ebenfalls kaum.

Magnum2014 16 Übertalent - 4735 - 8. April 2015 - 6:28 #

Das Game ist auf meiner willhabenliste jedoch kommen andere Games wie Pillars o E. Vorher drann und ich warte auf eine Allesineinemversion..ich mag solche Games jedoch muss es warten

worobl 14 Komm-Experte - P - 1929 - 9. April 2015 - 11:00 #

100% Zustimmung.

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15258 - 8. April 2015 - 7:34 #

Ich finde das Prinzip der "Kurztests" klasse. Nicht jedes Spiel braucht einen ausführlichen Megatest. Und so kommen auch interessante Nischentitel auf den Testtisch.

Magnum2014 16 Übertalent - 4735 - 8. April 2015 - 8:13 #

Apropos Kurztest. Macht jemand von GG auch einen Kurztest zu der DLC von Dragon Age Inquisition? Würde mich mal interessieren ob sich ein Kauf echt lohnen würde oder ob es nur Abzocke ist...

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