USK-Freigaben künftig auch für Apps und Online-Spiele

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Benjamin Braun 318106 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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17. März 2015 - 16:15 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert

Das Thema Jugendschutz spielt bei größeren PC- und Konsolentiteln bereits seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle. Seit dem Jahr 2004 vergibt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) gar rechtsverbindliche Altersfreigaben, anstelle der zuvor vergebenen Altersempfehlungen. Online-Spiele oder auch Spiele-Apps etwa im Google Play Store wurden bislang allerdings höchstens in Ausnahmefällen von der deutschen Freigabe-Instanz mit einer Prüfplakette versehen.

Wie die USK heute mitteilte, wird sich das allerdings ab sofort ändern. Konkret soll die Altersfreigabe-Einstufung im Rahmen einer weltweiten Kooperation von USK, dem Classificação Indicativa (Brasilien), dem australischen Classification Board, dem nordamerikanischen Entertainment Software Rating Board (ESRB) und der PEGI erfolgen, die gemeinsam die sogenannte International Age Rating Coalition (IARC) bilden. Die Alterseinstufung in den jeweiligen Ländern wird jedoch von der jeweiligen Prüfbehörde vorgenommen und nicht etwa gemeinschaftlich getroffen. "Die länderspezifischen kulturellen Normen und lokalen Kriterien werden dabei berücksichtigt.", heißt es in der Mitteilung.

Der Prüfung durch die IARC werden sich zunächst die Inhalte im Google Play Store sowie die des Firefox Marketplace unterziehen, deren Betreiber sich freiwillig dazu bereiterklärt haben. Im Rahmen des IARC sollen später weitere Partner hinzustoßen, wobei Microsoft Xbox Live Store, der Nintendo eShop sowie der PlayStation Store genannt werden.

Die USK-Freigaben dürften auch im Google Play Store verbindlich sein, wie im konkreten Fall jedoch kontrolliert werden soll, ob beispielsweise Minderjährige mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren freigegebene Inhalte erwerben, bleibt unklar. Vielmehr scheint die im Shop vermerkte Altersfreigabe sowie detaillierte Informationen über die Eignung des Inhalt für bestimmte Altersgruppen vor allem als Kontrollelement für Eltern gedacht zu sein.

Zumindest eine Folge könnten die künftigen USK-Einstufungen in jedem Fall haben. Bislang gibt es im Google Play Store etwa auch immer wieder Spiele, in denen verfassungsfeindliche Symbole enthalten sind, die somit hierzulande eigentlich nicht angeboten werden dürften. Solche Titel, genauso wie solche, die aufgrund einer besonders expliziten Gewaltdarstellung keine Freigabe durch die USK erhalten würden, könnten künftig von den genannten Anbietern beispielsweise mittels IP-Sperre aus dem Shop entfernt werden.
 
Ob sich dem IARC künftig weitere Parteien anschließen, bleibt abzuwarten. Apples App Store gehört bislang jedenfalls nicht dazu. Unklar bleibt ferner, wer die Alterseinstufung der Apps bezahlen muss beziehungsweise soll. Bislang zahlt im Regelfall der Publisher eine Pauschale für die Prüfung an die USK, die sich für einen Kleinanbieter kaum lohnen würde.

Der Marian 19 Megatalent - P - 18284 - 17. März 2015 - 16:19 #

Wie passt der Steckbrief rechts hierzu?

Benjamin Braun Redakteur - P - 318106 - 17. März 2015 - 16:29 #

Es ist 'ne Spiele-App, also einer der Inhalte, die künftig geprüft werden könnten.

Wunderheiler 20 Gold-Gamer - 21312 - 17. März 2015 - 22:58 #

Die dafür sorgt, dass die News nur mit iOS getagged ist... Aber gut, vielleicht ist das ja so gewollt.

Der Marian 19 Megatalent - P - 18284 - 17. März 2015 - 23:00 #

Ah, danke für die Antwort. Konnte das echt nicht zuordnen.

Dennis Kemna 15 Kenner - P - 3852 - 17. März 2015 - 16:43 #

Boris Schneider Johne hat auf Twitter klargestellt das MS nicht nachziehen wird weil sie schon längst da sind!
Inkl. Datenbank zum sperren von Spielen für die Accounts von Kindern...

Saphirweapon 16 Übertalent - 5262 - 17. März 2015 - 17:56 #

Aus meiner Sicht bezogen auf Apps unpraktisch, da diese im Vergleich zu "normalen" Spielen deutlich öfter inhaltliche Updates erfahren. Jede neue Version die alte Einstufung übernehmen zu lassen ist genauso wenig sinnvoll wie jede neue Version prüfen zu lassen.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7485 - 17. März 2015 - 17:59 #

Bah, es wird Zeit ein neues Internet zu bauen... mit Blackjack und Nutten. Diese Überregulierung schützt kein einziges Kind vor den wirklichen Problemen. Wenn Kinder Eltern haben, die sich um sie kümmern und sorgen braucht es keine solchen Mechanismen. Wenn die Eltern sich so wenig um die Kinder kümmern, dass sie solche Systeme brauchen, dann helfen auch die Systeme nicht mehr.

D43 15 Kenner - 3603 - 18. März 2015 - 8:36 #

Blackjack und nutten... Hast wohl vor kurzem die Futurama folge auf dem Mond gesehen, was ;)

Novachen 19 Megatalent - 13050 - 18. März 2015 - 13:59 #

Nutten... und ich dachte der Traum vom Harem sei nicht zuletzt durch IS wieder lebendig...

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 24743 - 17. März 2015 - 18:13 #

Auf der Xbox One ist letztens ein Indie-Spiel (Slice Zombies) nicht erschienen, weil den Entwicklern die 500 Euro für die USK-Prüfung zu viel waren. Dieses Schicksal könnte auch einige Apps ereilen.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11874 - 17. März 2015 - 18:18 #

D.h. man muss sich ohnehin nach alternativen Shops umschauen. Bei Android ja problemlos möglich, bei den Konsolen und Apple ja leider nicht.

Lorin 15 Kenner - P - 3761 - 17. März 2015 - 19:57 #

Der letzte Absatz ist der interessanteste.... Wer soll das bezahlen? Wird gar die USK prozentual am Umsatz beteiligt?

GustavVomPluto (unregistriert) 17. März 2015 - 21:40 #

Hier Auszüge aus der Mail an Developer:

Lieber Google Play-Entwickler,

Damit sich unsere Nutzer besser über die bei Google Play angebotenen Artikel informieren können, führen wir ein neues System mit Altersfreigabe zur Einstufung von Apps und Spielen ein, das mit den Best Practices der Branche im Einklang steht. [...]

Ab sofort können Sie einen Fragebogen zur Einstufung des Inhalts für alle Ihre Apps und Spiele ausfüllen, um eine objektive Einstufung zu erhalten. Das neue Einstufungssystem von Google Play enthält offizielle Einstufungen der International Age Rating Coalition (IARC) [...]

Stellen Sie sicher, dass Sie in den Fragebogen Ihrer Apps korrekte Angaben machen, sodass Ihre App von der richtigen Zielgruppe gefunden wird. Nachdem Sie eine Einstufung für Ihre App(s) erhalten haben, müssen Sie den Fragebogen einer App nur dann erneut ausfüllen, wenn Sie ein Update vornehmen und sich die Inhalte der App so ändern, dass sich dies auf die Einstufung der App auswirkt. [...]

Damit Ihre Apps bei Google Play verfügbar bleiben, melden Sie sich in der Google Play Developer Console an und füllen Sie den neuen Einstufungsfragebogen für jede Ihrer Apps aus. Apps ohne ausgefüllte Fragebogen werden als "Nicht bewertet" gekennzeichnet. Nicht bewertete Apps können in bestimmten Regionen oder für bestimmte Nutzer gesperrt werden. Außerdem muss für alle neuen Apps und Updates bestehender Apps ein Fragebogen ausgefüllt werden, bevor diese im Google Play Store veröffentlicht werden können. Gemäß der Vereinbarung für den Entwicklervertrieb von Google Play sind die Konformität mit dem neuen Einstufungssystem für Apps sowie die Teilnahme daran verbindlich. Künftig können Apps, die nicht mithilfe des neuen Einstufungssystems bewertet wurden, aus dem Play Store entfernt werden.

GustavVomPluto (unregistriert) 17. März 2015 - 21:46 #

Also: Kostet den Developer direkt nichts extra und scheint zu bedeuten, dass man mehr oder weniger selbst für seine USK-Einstufung sorgen kann. (Fragebogen ausfüllen, dann bekommt man eine automatische Einstufung lese ich da raus.) Unsere Apps sind auch eher 18er-Content und wurden von uns bisher als "mittel" eingestuft und problemlos so vertrieben. Ich denke, dass dies mit den Fragebögen auch so funktionieren wird, genaueres weiß ich noch nicht, da ich das Ausfüllen so lange wie möglich rauszögern werde. Vermutlich werden wir aber irgendwie auf 12er-/16er-USK kommen können. Ich denke kaum, dass bei kleineren Apps da genauer überprüft wird. Es gibt einfach zu viele.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11362 - 18. März 2015 - 11:15 #

ist mir immer noch nicht klar wie das funktionieren soll. zumindest für den deutschen markt wird die USK wohl kaum dir eine entsprechende einstufung geben nur weil du einen fragebogen ausgefüllt hast. die frage ist nur, wer gibt die USK-prüfung in auftrag (und bezahlt sie somit)? hat die USK überhaupt die resourcen alle möglichen spiele von online-plattformen zu testen und muss für den deutschen markt dann der release stets verschoben werden um auf das prüfungsergebnis zu warten?

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 37108 - 18. März 2015 - 12:19 #

Ich verstehe das auch nicht so ganz. Das Fragebogen-Prinzip ist ja das Vorgehen bei PEGI, während die USK immer darauf besteht, die Spiele selbst zu beurteilen. Bei Apps soll das jetzt auf einmal anders sein? Andererseits: Warum diese internationale Union gründen, wenn doch jedes Land sein eigenes Süppchen kocht und selbst nach eigenen Standards einstuft? Alles sehr mysteriös...

Decorus 16 Übertalent - 4246 - 17. März 2015 - 21:57 #

Ich find ja besonders lustig, wie die eingehende Prüfung bei der USK unbedingt notwendig ist und diese Selbsteinstufung bei der PEGI absolut nicht tragbar für die hohen deutschen Jugendschutzanforderungen ist.
Bei dieser online-Geschichte ist das dann plötzlich eine Riesennummer für den Jugendschutz.

Der Marian 19 Megatalent - P - 18284 - 17. März 2015 - 23:01 #

Für Indie-Entwickler keine gute Entwicklung.

Wunderheiler 20 Gold-Gamer - 21312 - 18. März 2015 - 3:14 #

Ich finds richtig und gut.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11362 - 18. März 2015 - 11:15 #

kann da beim besten willen nichts guten daran erkennen, siehe meine obige ausführung.

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