EA prozessiert gegen Verwandten des Bankräubers John Dillinger

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3. September 2009 - 22:07 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Urheberrecht ist mitunter eine vertrackte und komplizierte Angelegenheit. Besonders dann, wenn es um Geld geht, entwickeln sich solche Streitereien schnell zu kostspieligen juristischen Auseinandersetzungen. Da macht es keinen Unterschied, ob der Grund für den Streitfall eine handvoll illegale MP3s oder ein 1934 erschossener Bankräuber sind -- in beiden Fällen fühlt sich jemand seines Eigentums beraubt.

Diese Erfahrung musste jüngst Electronic Arts machen, als ihnen die Firma Dillinger LLC (= Kapitalgesellschaft) mit einer Klage in Millionenhöhe drohte. Der Grund: EA hatte in den Spielen Der Pate und Der Pate 2 jeweils ein Maschinengewehr nach dem Bankräuber John Dillinger benannt. Die Dillinger Tommy Gun und die Modern Dillinger sind in den Spielen Variationen des bekannten Thompson Maschinengewehrs, welches seit seinem Erscheinen im Jahr 1918 schnell zur Lieblingswaffe von Gangstern wie Dillinger und Angehörigen der Mafia wurde. Diese Waffe im Spiel als Dillinger zu bezeichnen war aber seitens EA wohl eher als Hommage an einen der bekanntesten Verbrecher der Vereinigten Staaten gedacht.

Die Firma Dillinger LLC wird von Jeffery Scalf geleitet, der behauptet der Enkel von John Dillingers Halbschwester zu sein und damit alleinigen Anspruch auf die Verwendung des Namens und der Marke Dillinger zu haben. Bereits 2007 sei Scalf in einer ähnlichen Angelegenheit aktiv geworden, als er von einem Hotel die Genehmigung einforderte, eine Touristenveranstaltung unter dem Motto Dillinger Days abzuhalten.

EA will sich aber offenbar nicht so schnell geschlagen geben und eröffnete nun ein juristisches Verfahren. Vor dem Bundesgericht in San Francisco will man erwirken, dass EA gestattet wird, den Namen Dillinger für ein paar virtuelle Gewehre benutzen zu dürfen. Die Spiele seien eine künstlerische Darstellung, die durch den 1. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten (Meinungsfreiheit) geschützt werden.

John Dillinger war einer der bekanntesten Gesetzesbrecher in den Vereinigten Staaten. Zusammen mit seiner Bande überfiel er in den 20er und 30er Jahren zahlreiche Banken und befand sich oft auf der Flucht vor der Polizei und den Bundesbehörden. Er wurde zum ersten Staatsfeind der USA erklärt und schließlich 1934 von FBI-Agenten erschossen. Aktuell beschäftigt sich der Kinofilm Public Enemies -- in den Hauptrollen: Johnny Depp und Christian Bale -- mit dem Leben von John Dillinger.

bersi (unregistriert) 2. September 2009 - 21:33 #

Geht es nur mir so, oder steigt in noch Jemandem gerade die Schadenfreude auf? :D

ganga Community-Moderator - P - 15968 - 2. September 2009 - 21:50 #

Typisch Amerika kommt mir da nur in den Sinn :)
Demnächst reichen 300.000 US-Bürger die mit Vornamen "Tommy" heißen eine Klage ein, weil es u.a. in Mafia und der Pate "Tommy Gun" heißt...

André Pitz 15 Kenner - 2976 - 2. September 2009 - 22:12 #

Exakt das wollte ich auch schon schreiben. Die ganze Sache kommt meiner Meinung nach mehr als lächerlich rüber.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 335621 - 3. September 2009 - 22:07 #

Sehr schöne News, gut aufbereitet. Hab sie leider erst bewusst gelesen, aber besser spät Top-News als nie...

hoschi 13 Koop-Gamer - 1484 - 4. September 2009 - 0:06 #

auf der einen Seite zwar sehr lächerlich auf der anderen aber auch irgendwie verständlich. Warum sollte er es nicht versuchen ? Wenn man dadurch in Amerika mal eben schnell ein paar Millionen verdienen kann, warum denn nicht und bei EA ist ja einiges zu holen... Ist die Überschrift nicht falsch ? EA wird doch verklagt von dem Typ und nicht andersrum. EA klagt zwar auch aber eher allgemein.
By the way: Warum wird eigentlich ein Bankräuber und Mörder wie dieser Dillinger so verehrt ?

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 4. September 2009 - 0:17 #

EA wurde bislang nur mit einer Klage gedroht, wirklich juristisch vorgegangen ist bislang aber nur EA.

raumich 16 Übertalent - 4673 - 4. September 2009 - 7:54 #

Die überschift ist trotzdem nicht gerade glücklich gewählt!
Reißerisch aber unglücklich.

EA verklagt ja niemanden. Sie klagen lediglich ihr Recht ein, eine Sache so nennen zu dürfen, wie sie es getan haben. Verklagen heißt für mich IMO, jemandem für etwas die Schuld zu geben.

Bin aber kein Jurist aber die Wortwahl ist meiner Meinung nach trotzdem unglücklich und sollte überdacht werden.

EA führt einen Prozess gegen Dillingers Nachkommen

wäre in meinen Augen treffender.

Davon abgesehen: Schön geschriebene News.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 3. September 2009 - 23:25 #

"Ich führe eine Kapitalgesellschaft, benannt nach meinem Großvater, dem berühmten Bankräuber."

...

...

ich lache immer noch :)

Quin 12 Trollwächter - 1150 - 4. September 2009 - 13:36 #

"Führ mich zum Schotter" - mal wieder.

melone 06 Bewerter - 1512 - 4. September 2009 - 14:14 #

Zwischen Bankraub und Lizenzgeschäft empfinde ich ersteres als die romantischerere Art Leute auszunehmen.

Darino 14 Komm-Experte - 2412 - 5. September 2009 - 19:23 #

Man mag ja von EA halten, was man möchte. Aber das, was die Dillinger LC da veranstaltet, ist in menien augen einfach nur albern.
"Die Firma Dillinger LLC wird von Jeffery Scalf geleitet, der behauptet der Enkel von John Dillingers Halbschwester zu sein"

Hört sich für mich an wie "Mein Freund dessen Vater, der wiederum einen Stiefbruder hatte, dessen Patentante.." Amerika, das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten, also ehrlich *g

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 6. September 2009 - 12:21 #

Der Film über Dillinger ist nicht sonderlich empfehlenswert finde ich. :)

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 6. September 2009 - 19:51 #

Ich fand ihn ganz unterhaltsam. Wahrscheinlich weit entfernt von der Wahrheit, aber unterhaltsam.

goodoldbismarck 12 Trollwächter - 1028 - 6. September 2009 - 18:17 #

zu dem Dillinger Typen kann man nur folgends sagen:

http://www.youtube.com/watch?v=F4irbHZB2FA&feature=response_watch

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