Indie-Check: Tormentum - Dark Sorrow
Teil der Exklusiv-Serie Indie-Check

PC MacOS
Bild von Dominius
Dominius 7006 EXP - 17 Shapeshifter,R7,S2,A2,J7
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8. März 2015 - 8:30
In unserer Rubrik Indie-Check stellen wir euch jede Woche ein interessantes PC-Spiel eines unabhängigen Entwicklerstudios vor. Die Rubrik wird von unseren Usern Der Marian, Zaunpfahl und Dominius betreut.

Das polnische Studio Ohnoo wagt mit Tormentum – Dark Sorrow einen mutigen Schritt in große Fußstapfen, die die surrealen Kunstwerke von H.R. Giger hinterlassen haben. Denn die Optik im Grafikadventure orientiert sich nicht nur einmal an dessen Vorliebe für unheimliche Mischungen von organischen und technischen Formen.

Immerhin regnet es in der Zelle kein Feuer

Gefangen in einer Hölle
Euer Abenteuer in Tormentum beginnt in einer Gefängniszelle. Nachdem ihr von einem fliegenden Schiff gefangen genommen worden seid, soll euch nun das Böse ausgetrieben werden – durch mannigfaltige Foltermethoden. Ihr selbst könnt euch allerdings an nichts erinnern, wollt die Folter aber verständlicherweise vermeiden. Eure erste Aufgabe ist also der Ausbruch aus Zelle und später aus dem Schloss, in dem diese liegt. Dazu löst ihr Rätsel, erfüllt seltsamen Wesen Gefallen oder schiebt auch mal ein paar Platten hin und her. Klassischste Adventurekost also, wie sie im Buche steht. Auf mehrstufige Kombinationen von Inventargegenständen müsst ihr allerdings verzichten, auch Dialogrätsel sind keine vorhanden.

Die Rätsel bleiben dabei immer klar umrissen, ihr müsst nie lange herumprobieren, was zu tun ist, Hinweise notiert euer Charakter automatisch, sodass ihr beim Überlegen keine Notizen anlegen müsst – dadurch werden manche Rätsel zu einfach, da ihr euch nahezu nichts wirklich merken braucht. Eine nur optionale Notizfunktion wäre hier vielleicht die bessere Wahl gewesen. Die Schiebe- oder Memory-Spielchen, die ihr manchmal bestreiten müsst, sind sehr schnell lösbar und sollten euren Fortschritt nicht aufhalten – denn auch hier ist es meist eindeutig, was zu tun ist.

Den Kniff, den Tormentum nun zusätzlich zu den Rätseln einfügt, sind die moralischen Entscheidungen, die ihr treffen müsst. Bringt ihr eine Gefangene im Käfig um, wenn der Hofnarr es euch befliehlt? Befreit ihr euren Kumpanen aus dem Käfig, obwohl ihr nicht wisst, ob er nicht zurecht dort sitzt? All diese Entscheidungen haben Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf, die sich aber ohne größere Spoiler nicht beschreiben lassen. Am Ende des Spiels werden euch nochmal die Konsenquenzen eurer Entscheidungen aufgezählt.

Dieser Zug hat seine besten Tage wohl schon hinter sich

Unbeschreibliche Bilder
Das Alleinstellungsmerkmal von Tormentum – Dark Sorrow ist auf den ersten Blick zu erkennen: Die Optik. Verzerrte Gestalten und öde und irreale Landschaften prägen das Bild, Gefahren drohen von Monstern, die sich hinter dem Alien nicht verstecken müssen. Der Grafikstil vermittelt das ganze Spiel über eine düstere Atmosphäre und lässt euch alle Charaktere doch in einem zweifelhaften Licht erscheinen. Die Frage „Ist wirklich alles so, wie es scheint?“ werdet ihr euch nicht nur einmal stellen.

Auf der hörbaren Seite gibt es dagegen nicht so viel zu vermelden. Tormentum unterstreicht die düsteren Landschaften mit einer düsteren Musik, die aber unauffällig bleibt. Auch auf eine Sprachausgabe müsst ihr leider verzichten, alle Texte und Dialoge warten also darauf, gelesen zu werden. Und hier kommen wir auch zum nächsten entscheidenen Adventure-Merkmal: zum Schreibstil. Wer des Polnischen mächtig ist, sollte es vermutlich im Original spielen, bei den deutschen Texten wird – auch ohne Kenntnis des Originals – deutlich, dass hier etwas verloren gegangen ist oder einfach zu wenig Leute an der Übersetzung beteiligt waren. Das soll nicht heißen, dass die Texte und Dialoge, die ihr vorgelegt bekommt, schlecht sind. Aber es bleibt doch immer das Gefühl, dass mit etwas mehr Sprachkenntnissen oder etwas mehr Zeit deutlich mehr drin gewesen wäre. Ein paar Lichtblicke gibt es durchaus, etwa wenn ihr auf ein Gedicht stoßt oder aber von einem verwirrten Magier rumkommandiert werdet.

Auch dieses Haus wird von einer seltsamen Gestalt bewohnt

Fazit
Tormentum – Dark Sorrow macht einiges richtig. Die Atmosphäre stimmt. Die Rätsel sind gut verdaulich und die kleinen Puzzlespielchen zu einfach, um wirklich zu nerven. Zwar könnte der Schreibstil deutlich besser sein, aber die grandiose Optik macht dieses Manko mehr als wett. Wenn ihr allerdings darauf hofft, nun wochenlang beschäftigt zu sein, solltet ihr euch klar machen, dass ihr bei Tormentum schon nach knapp zwei Stunden die Endsequenz sehen könnt – das Spiel ist schlicht zu einfach. Wenn ihr mit dem Ende jedoch unzufrieden seid, kann es sich lohnen, das Spiel nochmal von vorne zu versuchen und manche Entscheidungen anders zu treffen.

  • Adventure
  • Einzelspieler
  • Einsteiger
  • Preis: 11,99 Euro
  • In einem Satz: Einfaches & kurzes Adventure mit toller Giger-Look und Entscheidungen.

Video:

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 36636 - 8. März 2015 - 12:06 #

So ein kleiner Happen für zwischendurch im Giger-Stil könnte mir schon gefallen. Wird mal auf die Wunschliste gesetzt.
Ist bis zum 11. März auch noch zum Angebotspreis von 9,59 € bei Steam erhältlich.

Der Marian 19 Megatalent - P - 18010 - 8. März 2015 - 12:40 #

Klingt ja interessant. Mag ja eigentlich solch visuell interessante Spiele, aber der Preis für so ein kurzes Vergnügen schreckt mich noch ab.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 95749 - 8. März 2015 - 13:38 #

Sehr eigenwilliges Game, zumindest mal optisch, eine sehr freie Interpretation der Gigerschen Kunst, aber an sich ganz ansprechend.

Kirkegard 19 Megatalent - 15723 - 8. März 2015 - 14:24 #

Sehr gut, weiter so und danke für die Einschätzung.

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 34248 - 8. März 2015 - 17:04 #

Optisch gefällt mir das Spiel, aber 2 Stunden Spielzeit sind mir für den Preis zu wenig.

Dominius 17 Shapeshifter - P - 7006 - 9. März 2015 - 2:33 #

Zwei Stunden sind halt ein Playthrough. Es gibt durchaus unterschiedliche Enden, wobei ich nicht weiß, wie stark die sich unterscheiden und es gibt ein paar Entscheidungen, die sich auf den Spielverlauf bzw. das Ende auswirken.

Allerdings werden künftige Playthroughs ja auch nicht länger, wenn schon alle Rätsellösungen bekannt sind.

floppi 22 AAA-Gamer - P - 33999 - 8. März 2015 - 18:03 #

Sieht durchaus spaßig aus für ne Runde zwischendurch. Danke für das Video.

bsinned 17 Shapeshifter - 7041 - 8. März 2015 - 18:39 #

Hab die Steam-Demo gespielt und abseits der Optik bot es leider wenig spannendes für mich.

Dominius 17 Shapeshifter - P - 7006 - 9. März 2015 - 2:34 #

Der Anfang ist tatsächlich auch nicht so gut wie der Part außerhalb des Schlosses. Das Schloss und die Flucht ist ganz nett, aber die Welt außerhalb hat mir doch wesentlich besser gefallen, auch was die Rätsel und die Figuren anging.

bsinned 17 Shapeshifter - 7041 - 9. März 2015 - 11:58 #

Ok, dann lohnt sich vielleicht später ein zweiter Eindruck.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 36296 - 10. März 2015 - 16:58 #

ich fand die Demo auch eher schwach, der Text hier liest sich dagegen interessanter. Und schick aussehen tut es allemal. Aber 12 € für 2 Stunden Spielzeit sind mir dann doch viel zu viel.

Olipool 16 Übertalent - 4051 - 9. März 2015 - 10:50 #

Das letzte Giger-inspirierte Spiel, das ich mal angespielt habe, war Darkseed...einige Jahre her :)

Kirkegard 19 Megatalent - 15723 - 9. März 2015 - 12:30 #

Ein echter Reinfall damals. Als alter Giger Fan leider blind gekauft.

keimschleim 15 Kenner - 3036 - 9. März 2015 - 11:44 #

Korrektur: mit toller Giger-Look

Calidann 12 Trollwächter - P - 1194 - 20. Juni 2016 - 10:08 #

Ich spiele es derzeit und ich muss sagen es hat seine kleinen KOmfortmängel aber der inhalt ist interessant. Ich mag Giger nicht so gern und er stösst eher ab , aber hier passt es gut in die Welt und ist mal was anderes. Natürlich sind sie schon faszinierend aber nur weil man immer neue Dinge sieht oder kennenlernt. Die Rätsel sind gut und unterhaltsam. Schwierige Rätsel könnten sein ist aber ok so. Wenn dieses Zeichen für Ausgang , das erreichen und benutzen des INventars etwas besser wäre , das wäre gut. Das man nicht selbst speichern kann ist sehr ungewohnt, aber zumindest wird beim verlassen gespeichert , was mir aber nicht so gut gefällt. Adventure und nur 1 Speicherplatz (oder mehr? ) ist immer ein Problem. Früher hat man ja die RPG Memorycard gedoppelt ab PS 1 aufwärts :-) . Man wusste ja nie...geht sie noch oder net.

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