Kurztest: République Remastered

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Christoph Vent 123725 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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28. Februar 2015 - 13:15 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
Ein totalitärer Staat, eine geheime Untergrundanlage, eine junge Frau, die aus dieser entkommen möchte, und ein unbekannter Helfer, der sie aus der Ferne dirigiert. So weit, so bekannt, doch was taugt die Remastered-Version des Schleichspiels für PC?
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Als das Indie-Studio Camouflaj im Mai 2012 eine Kickstarter-Kampagne für République ins Leben rief, war es gänzlich unbekannt. Dennoch fand das auf Mobilgeräte ausgerichtete Stealth-Actionspiel genügend Unterstützer, sodass am Ende 555.662 Dollar von mehr als 11.600 Backern zusammenkamen. Camouflaj lieferte auch verhältnismäßig schnell erste Ergebnisse: Im Dezember 2013 erschien République für iOS-Geräte. Nun liefert das Studio auch die bereits anfangs versprochene PC-Fassung nach. Diese enthält aktuell die ersten drei von fünf Episoden, die letzten beiden Folgen sollen "bald" kostenlos nachgeliefert werden.

Guter Storyansatz, aber...
Während wir die Situation durch eine Kamera beobachten, schicken wir Hope hinter einer Kiste in Deckung.
République Remastered spielt in der unterirdischen Einrichtung Metamorphosis, Teil einer Diktatur. Hauptperson ist Hope, die dort zu Beginn in einer Zelle gefangen gehalten wird. Wir steuern jedoch nicht die junge Frau, sondern eine unbekannte Person, die über ein geklautes Handy Kontakt mit ihr hält und ihr durch Einhacken in das Kamerasystem der Anlage und Öffnen von Türen zur Flucht verhelfen soll.

Das von George Orwells 1984 inspirierte Szenario von République würde sich perfekt für eine spannende Geschichte anbieten. Diese Chance verpassen die Entwickler jedoch, weil die Story immer wieder zu stark in den Hintergrund gerät. Zwar hängen überall Kameras herum, und es patrouillieren auch viele Wachen, doch könnte es sich bei dem Komplex auch um eine Forschungsanlage oder was auch immer handeln. Von dem, was an der Oberfläche stattfindet, bekommt ihr so gut wie nichts mit. Lediglich über Infoschnipsel wie herumliegende Zeitungen und andere Aufzeichnungen erfahrt ihr, dass der Staat seinen Aufstieg zur Nuklearmacht plant.

Die Zwischensequenzen sind dafür sehr gelungen: Wenn euch Hope über die Handykamera um eure Hilfe bittet, lässt sich ihre Verzweiflung regelrecht spüren. Auch sonst hat sich Camouflaj erfolgreich bemüht, die Cutscenes – auch wenn ihr sie häufig nur durch Kameras mitverfolgt – filmisch erscheinen zu lassen.

Der unbekannte Kameramann
Die Story bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück, trotz schöner Cutscenes.
Das aktive Geschehen erlebt ihr zu 100 Prozent aus dem Blickwinkel der Kameras. Diese lassen sich mit WASD und dem Mausrad sowohl in ihrem Winkel als auch im Zoom stufenlos verstellen, sodass ihr sie genau nach eurem Wunsch ausrichten könnt. Klickt ihr mit der linken Maustaste die nächste Kamera an, springt ihr zu dieser – vielleicht hat daher Watch Dogs sein ganz ähnliches Feature beim "Hacking". Hope schickt ihr ebenfalls mit der Maus zum nächsten Ziel – ein kurzer Klick in die Nähe einer Wand genügt, und sie sucht dort Deckung. Die Steuerung kann also die iPad-Herkunft nicht leugnen. Dennoch haben wir uns schnell an die indirekte Kontrolle gewöhnt.

Allerdings gibt es einen Nachteil: Um zwischen Kameras zu wechseln, müsst ihr zwingend per Leertaste den Pausemodus aufrufen. Dann startet die sogenannte Omni-View, in der euch alle klickbaren Objekte wie zu entriegelnde Türen in der näheren Umgebung eingeblendet werden. Hope einen Befehl geben dürft ihr dort aber nicht. Das ständige Aktivieren und Deaktivieren der Omni-View bremst den Spielfluss. Das Aufrufen der Karte erzielt einen ähnlichen Effekt – da die Areale trotz übersichtlicher Größe teils sehr verwinkelt sind, fällt es schwer, über mehrere Räume hinweg den Zielort im Auge zu behalten.

Hacken ohne Minispiele
Wer nicht regelmäßig auf die Karte schaut, verliert schnell die Orientierung.
Einen zentralen Part in République Remastered nimmt das Hacken ein. Nervige Minispielchen gibt es nicht, stattdessen reicht es, eine Tür anzuklicken, und schon könnt ihr mit Hope hindurchgehen. Voraussetzung ist jedoch, dass ihr die entsprechende Hackerstufe besitzt. Um den Levelausgang im ersten Kapitel zu erreichen, müsst ihr etwa ein bestimmtes Terminal erreichen, um eure Software zu aktualisieren. Dummerweise ist das genau am anderen Ende des Anlagenbereichs. In der zweiten Episode wiederholt sich das Spielchen dann in der Bibliothek.

Dennoch vermeidet Camouflaj klassisches Backtracking so gut wie möglich. Ganz gelingt das zwar nicht, immer wieder kreuzt ihr etwa den Hauptraum der Bücherei, doch alles in allem fällt dieser Punkt kaum negativ ins Gewicht. Stattdessen lernt ihr auch auf dem Rückweg noch neue Routen kennen. Wirklich selbstständig planen könnt ihr euren Weg durch die Anlage aber nicht. Durch die Berechtigungsstufen steuern die Entwickler schon sehr genau, wann ihr wo lang laufen dürft.

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Während wir Hope warten lassen, checken wir schon mal unten die Lage. Um sicher zu gehen, lassen wir uns zusätzlich den Laufweg der Wache anzeigen.
Jörg Langer Chefredakteur - P - 324118 - 28. Februar 2015 - 9:31 #

Viel Spaß beim Lesen!

EddieDean 14 Komm-Experte - P - 2326 - 28. Februar 2015 - 13:59 #

Vielen dank für den test. Gerade gestern habe ich nach einem deutschsprachigen test gesucht und nichts gefunden. Ich suche nämlich gerade nach einem Spiel dass ich nach dem zweiten Durchgang deus ex h.r. (bestes Spiel aller Zeiten ;-) ) spielen könnte. République fällt nach dem test erstmal raus. Die Entscheidung fällt zwischen Splinter cell blacklist und velvet Assassin
Irgendwelche Ratschläge von genre-Experten hier?

Epic Fail X 15 Kenner - P - 3574 - 28. Februar 2015 - 16:28 #

Velvet Assassin
Pro:
- prinzipiell gut funktionierende Spielmechanik
- auch nach heutigen Maßstäben noch durchaus hübsche Grafik mit einer, der Thematik angemessenen, bedrückenden und surrealen Atmosphäre
- günstiger Preis. taucht zusätzlich häufig in Steam-Sales auf und für 1€ lässt sich dann wenig falsch machen.

Contra:
- sehr geradlinig
- stellenweise bockschwer, was zusätzlich noch durch die spärlichen und nicht immer optimal gesetzten Speicherpunkte (kein freies Speichern) verstärkt wird.
- eines der dämlichsten Finale aller Zeiten. Wer kommt auf die bekloppte Idee im letzten Level aus einem Schleichspiel einen schlecht zu steuernden 3rd-Person-Shooter zu machen?

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30789 - 28. Februar 2015 - 18:46 #

Ich würde dir zu Splinter Cell Blacklist raten. Velvet Assassin bietet ein interessantes Szenario und auch das (bockschwere) Schleichen klappt gut, aber Sam Fisher bietet das wesentlich ausgereiftere und variantenreicher Gameplay. Neben der prinzipiellen Wahl wie leise (Nahkampf, Betäuben, Schallgedämpft etc.) oder laut (schwere Waffen, Scharfschütze) man vorgehen will sind da die Gadgets, die akrobatischen Manöver (auch für alternative Levelrouten) oder aber die Interaktionsmöglichkeiten mit dem Level. Velvet Assassin ist da wesentlich puristischer und wirkt mMn wie ein zu enges Korsett.

Falls du die übrigen Deus-Ex-artigen Spiele (Vampire - Bloodlines, Alpha Protocol) schon durch hast, kannst du mal einen Blick auf E.Y.E: Divine Cybermancy werfen.

EddieDean 14 Komm-Experte - P - 2326 - 28. Februar 2015 - 19:04 #

Vielen dank euch beiden. Das Szenario bei velvet interessiert mich sehr, bei conviction mochte ich das gameplay, deshalb Komme ich auf blacklist, ich war da aber auch ein absoluter stealth-newbie. Die weiteren Tipps bzgl. Vampires (habe ich nie als stealth-titel wahrgenommen) und e.y.e. (kannte ich gar nicht) sind aber echt klasse und kommen auf meine liste. Epics contra-punkte zu velvet verschrecken mich zunächst, werde wohl zunächst den leichten weg mit blacklist nehmen, da kann man sich zur not auch kurz durchballern und die story ignorieren ;-)

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30789 - 28. Februar 2015 - 20:35 #

Oh, die letzten Spiele nannte ich, weil man in diesen seinen eigenen Lösungsweg bestimmen kann. Ein Schleichspiel ist Vampires zum Beispiel nicht direkt. Neben den offensiven Varianten kann man sich durch viele Dialogoptionen durch das Spiel quatschen und viele Situationen somit gewaltfrei lösen. Alpha Protocol bietet allerdings auch den Schleichweg, bei E.Y.E weiß ich es leider nicht. Auf alle Fälle wünsche ich viel Spaß.

Despair 16 Übertalent - 4434 - 1. März 2015 - 10:56 #

Die beste Stealth-Erfahrung in Vampire: Bloodlines hast du mit einem Nosferatu. Der ist so hässlich, dass er überwiegend in den Schatten und Abwasserkanälen unterwegs sein muss. :D

Makariel 19 Megatalent - P - 13446 - 3. März 2015 - 11:03 #

Hitman Blood Money?

Sonst würd ich eher zu Blacklist raten.

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30789 - 28. Februar 2015 - 19:00 #

Das Spiel klingt irgendwie so lala. Wenn es mal in nem Bundle ist, würde ich wohl reinschauen, aber so nicht mal zum Budget-Preis.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33795 - 28. Februar 2015 - 23:03 #

Danke für den Test. Das Spielprinzip klingt grundsätzlich interessant, optisch scheint es zumindest vom Stil her auch nett zu sein (wenn auch technisch logischerweise nicht auf der Höhe). Offenbar kann es sein Potenzial aber nicht ganz ausschöpfen, schade. Ich schaue mir jetzt mal noch das Video an, vielleicht bessert sich dann ja noch meine Meinung. ;-)

direx 16 Übertalent - - 5244 - 1. März 2015 - 10:27 #

Also, ich hab es schon auf dem iPad gespielt und bin restlos begeistert. Im Gegensatz zu GG finde ich die Story sehr gut erzählt und auch die Spielmechanik funktioniert super. Ich mag es, dass das Spiel nicht so überladen ist.
Mich hat dieses Spiel jedenfalls voll überzeugt, so sehr, dass ich jetzt auch die PC Fassung gekauft habe, um das Ding noch einmal in guter Grafik spielen zu können.

Im Übrigen kann ich die Kritik an den Texturen überhaupt nicht nachvollziehen. Vielleicht solltet ihr das Spiel mal in den höchsten Einstellungen spielen. Dann sind Texturen und Beleuchtung auf einem wirklich guten Niveau ...

Olphas 24 Trolljäger - - 46986 - 1. März 2015 - 17:19 #

Ich hab heute die erste Episode gespielt. Mir als Schleichspiel-Fan gefällt es sehr gut, auch wenn es hier und da mal etwas umständlich ist. Die Kritik am ständig unterbrochenen Spielfluß kann ich durchaus nachvollziehen, allerdings kommt mir das sehr entgegen. Ich mag das, mit den Kameras zu planen und erstmal ständig hin und her zu schalten. Das ist natürlich sehr gemächlich. Das muss man schon mögen. Die Grafik finde ich eigentlich auch ganz hübsch. Technisch sicher nicht up to date, aber passt für mich. Sehr gut finde ich die Sprecher. Und der Charakter, den Jennifer Hale spricht sieht ihr sogar ein bisschen ähnlich :D . David Hayter ist auch dabei, wenn auch nur auf Kassetten, die man finden und abspielen kann.

Freu mich auf jeden Fall auf die nächsten Episoden. Zwei hab ich ja jetzt noch, bevor das Warten auf den Rest beginnt.

Makariel 19 Megatalent - P - 13446 - 5. März 2015 - 16:25 #

Ich hab ebenfalls etwas reingespielt und stimme dem Test im großen und ganzen zu. Das man gezwungen ist zu pausieren und nicht in Echtzeit zwischen Kameras wechseln kann hat meinen Spielfluss schon ziemlich zum Stocken gebracht. Auch nervig sind die 'cinematischen' Sequenzen zwischendurch wo einem das bisschen Kontrolle das man hat auch noch genommen wird.

Nette Story, und mir gefällt die Republique selbst, aber vom Gameplay her ziemlich seicht.

dorunt 12 Trollwächter - 838 - 24. März 2015 - 9:05 #

Ich hatte Republique auch bereits auf dem iPad gespielt und direkt nach der ersten Episode den Staffelpass gekauft. Ich fand die Story und die Welt, die dort angedeutet wird reizvoll und so packend, dass ich stets mehr wissen wollte und auch versucht habe jeden Informationsschnipsel zu sammeln und keine Mails, Anrufbeantworter oder ähnliches auszulassen. Auch das kleine Augenzwinkern mit den Spielen, die man den wachen klauen kann ist äußerst unterhaltsam und motivierend. Ebenso wie die wenigen Personen, mit denen man zu tun bekommt und die einen durch die Welt leiten, um deren Motivation und Antrieb für Ihre Handlungen kennen zu lernen, hat mich persönlich gereizt. Was ich gut finde, da ich sonst gerne bei Schleichspielen die Geduld verliere und mich dann, wenn möglich, doch durchkämpfe und bei Republique war ich dennoch weiter motiviert nach jedem Fehlschlag und wollte das Spiel nicht weglegen.

Deshalb konnte ich über solche Dinge hinwegsehen, wie das Umschalten zur OMNI View und dem Backtracking, auch da die Schauplätze teils sehr ansprechend gestaltet sind. Insbesondere in der Bibliothek und die Bereiche um die Schlafräume. Die weiteren grauen Gänge können leicht eintönig wirken, wobei es dann noch dort die Plakate und ähnliches gibt, die dem ganzen einen gewissen Charme geben.

Wer also Interesse an einem netten und kurzweiligen Schleichspiel für zwischen durch hat und wem eine dystopische Geschichte mit orwellschen Anklängen zusagt, dem kann ich dieses Spiel ans Herz legen. Zumindest auf dem iPad. Man muss natürlich mit der Spieldauer und dem Warten auf neue Episoden klar kommen.

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