Kurztest: Blue Estate

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Christoph Vent 123825 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
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25. Februar 2015 - 17:10 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
Ursprünglich für die PS4 erschienen, dürft ihr nun auch auf der Xbox One Gangster im Sekundentakt abballern. Doch lässt sich ein Railshooter überhaupt ordentlich mit Kinect steuern?
Blue Estate

Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Die große Zeit der Lightgun-Shooter ist endgültig vorbei. Erschienen in den 90ern noch zahlreiche Plastikpistolen für Konsolen, erlebte das Genre lediglich auf der Wii eine kleine Renaissance. Auf der aktuellen Konsolengeneration sieht es mit Nachschub an klassischen Railshootern, nicht zuletzt aufgrund fehlendem Pistolenzubehör, jedoch sehr mau aus. Mit Blue Estate für die PS4 ließ sich Entwickler Hesaw jedoch eine alternative Steuerungsvariante einfallen, bei der sie die Bewegungssensoren des Controllers zum Zielen einsetzten. Nun wurde Blue Estate auch für die Xbox One umgesetzt. Kinect vorausgesetzt, zielt ihr hier nun mit eurer Hand auf die Bösewichte.

John Woo für Arme
In Blue Estate übernehmt ihr die Rolle von Tony Luciano, den Sohn eines Gangsterbosses aus LA. Eure Freundin Cherry Popz wurde entführt, und natürlich wollt ihr sie retten. Dass sich ihm hierbei die gesamte Unterwelt der Stadt der Engel in den Weg stellt, interessiert ihn nicht die Bohne. Also ballert ihr euch mit Tony und später auch dem Ex-Navy-Seal Clarence in sieben Missionen durch scheinbar unendliche Gegnermassen.

Blue Estate setzt stark auf eigenwilligen Humor, der nicht immer zündet.

Viel erwarten dürft ihr von der Story nicht. Dafür solltet ihr euch aber definitiv auf Humor der sehr flachen Sorte einstellen, die der Comic-Vorlage von Viktor Kalvachev geschuldet ist. Die Dialoge sind äußerst simpel, Tony schmeißt mit üblen Schimpfworten geradezu um sich, sogenannte Eier-Treffer geben einen Punktebonus, und sexistisch wird es auch immer wieder. Und damit ihr auch ja keine Anspielungen verpasst, pausieren Einblendungen wie "John Woo für Arme" regelmäßig das Spielgeschehen für wenige Sekunden, wenn ihr etwa das Foyer einer Leichenhalle betretet und dort einen Vogelschwarm aufschreckt. Die Art des Humors in Blue Estate wird sicher nicht jedermanns Sache sein, hin und wieder konnte er uns aber immerhin ein Schmunzeln entlocken.

Die Hand als Lightgun-Ersatz
Wichtiger als Story und Humor ist bei Blue Estate aber die Frage, ob es sich mit Kinect überhaupt adäquat steuern lässt – schließlich setzt gerade ein Railshooter schnelle, aber auch präzise Reaktionen am Abzug voraus. Nach den ersten Minuten mit Blue Estate waren wir positiv überrascht: Hesaw hat sich bei der Anpassung der Steuerung für Kinect ernsthaft Gedanken gemacht. Gezielt wird mit der Hand. Ob ihr diese zu einer Waffe oder einer Faust formt, ist dabei egal. Fahrt ihr über einen Gegner, eröffnet euer Charakter automatisch das Feuer. Das mag im ersten Moment eine Vereinfachung des Spielprinzips darstellen, doch ist es der beste Kompromiss, einen Shooter für Kinect umzusetzen. Ebenso müsst ihr euch auf ein recht starkes Autoaim einstellen, für extrem präzise Zielbewegungen ist Microsofts Bewegungssensor nämlich nicht geeignet.
 

In der Praxis sind das automatische Schießen und das Autoaim aufgrund der stetigen Action aber schnell vergessen. Gut umgesetzt ist das Nachladen, für das wir, wie beim Ducken hinter einer Deckung, unterhalb des Spielbereichs zielen müssen. Der Waffenwechsel mit einem Griff hinter unsere Schulter ist ebenfalls intuitiv.

Ganz zufrieden sind wir mit der Anpassung an Kinect aber nicht, wobei das hauptsächlich an der Erkennung unserer Bewegungen liegt. Das geht schon im Startbildschirm, in dem wir unsere Hand heben sollen, los. Egal, was wir versucht haben, letztendlich half nur der Weg über die A-Taste des Controllers. Im Spiel stimmte unsere Zielrichtung dann nicht mal ansatzweise mit dem Fadenkreuz auf dem Bildschirm überein. Um beispielsweise einen Gegner in der Mitte des Fernsehers zu treffen, mussten wir minimal rechts unterhalb des Bilds zielen. Auch durch das mehrmalige Verändern der Sitzentfernung oder die Positionierung von Kinect konnten wir kein besseres Ergebnis erreichen. Letztendlich fanden wir uns mit dem "versetzten Zielen" ab und erreichten nach kurzer Übung auch gute Ergebnisse. Die alternative Controllersteuerung können wir hingegen gar nicht empfehlen, sie ist einfach zu träge.

Kamikaze-Klongegner
Scharfschützen sind besonders gefährlich: Zwei Treffer und wir sind tot.
Blue Estate orientiert sich spielerisch stark an anderen Railshootern. Schon wenige Minuten nach Spielstart werdet ihr die ersten hundert Leichen zurückgelassen haben. Dass die Klonfabrik nur wenige Gegnertypen ausspuckt, fällt da natürlich umso mehr auf. Bekommt ihr es anfangs ausschließlich mit schwachen Feinden zu tun, die nur wenig einstecken, kommen schon bald die ersten gepanzerten Gegner auf euch zu. Treffer auf den Körper sind hier nur Munitionsverschwendung, stattdessen solltet ihr direkt die Beine und Arme oder am besten den Kopf ins Visier nehmen. Schnelligkeit verlangen auch die Kamikaze-Asiaten, die mit einem Katana auf euch zustürmen. Die übelsten Gegner sind jedoch die Scharfschützen, die nicht aus der Ferne, sondern wie alle anderen Gegner aus nur wenigen Metern angreifen.

Zwar habt ihr in Blue Estate relativ viel Zeit zum Zielen, zudem wird euch durch eine gelbe Kreismarkierung angezeigt, wer als nächstes auf euch schießt, trotzdem erfordert das Spiel höchste Konzentration. Der Schwierigkeitsgrad ist bereits auf der niedrigsten von drei Stufen nicht ohne. Geht euch das Lichtlein aus, dürft ihr direkt an der gleichen Stelle weitermachen, bis auch das letzte Leben verloren ist. Danach heißt es aber, das Level von vorne zu starten – echte Checkpoints gibt es nicht.

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Bosskämpfe sind selten, ansonsten habt ihr es meist mit Klongegnern zu tun.
Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6686 - 25. Februar 2015 - 17:36 #

Hab ich schon befürchtet, dann lieber House of the Dead Overkill und Time Crisis auf der PS3 mit Move. :/

Hanseat 13 Koop-Gamer - P - 1423 - 25. Februar 2015 - 18:07 #

Gurke des Monats? Sieht ja fast so aus.

XmeSSiah666X 16 Übertalent - 5787 - 25. Februar 2015 - 18:20 #

Also ich hatte mit der PS4 Version viel Spaß! :P

Cat Toaster (unregistriert) 25. Februar 2015 - 19:29 #

Krasser Systemseller!

Wunderheiler 19 Megatalent - 19022 - 25. Februar 2015 - 22:08 #

Ein Multiplattform Titel als Systemseller?

Cat Toaster (unregistriert) 26. Februar 2015 - 8:05 #

Acht Monate PS4-Exklusiv, oder? Ironie-Resistent?

Ich kann mich gar nicht entscheiden welche Konsole ich mir für dieses Spiel zuerst nicht kaufen will. Besser verständlich?

euph 23 Langzeituser - P - 38715 - 25. Februar 2015 - 19:44 #

Schade um die wertvolle Testzeit.

akoehn 14 Komm-Experte - P - 2572 - 25. Februar 2015 - 23:32 #

Sehe ich nicht so: der Test war gut geschrieben und ich weiß jetzt, dass so eine Steuerung prinzipiell funktioniert. Wenn ich nur Tests von Spielen lesen wollte, die ich mir auch kaufen möchte, wäre ich deutlich weniger auf GG ;-)

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 25. Februar 2015 - 19:48 #

Danke für diesen Test!

joker0222 26 Spiele-Kenner - P - 70313 - 25. Februar 2015 - 23:33 #

Dead Space Extraction gibt es auch als HD-Version für die PS3 und kann dort mit Move gesteuert werden. Wer sich die Limited Edition von Dead Space 2 aus UK (Wichtig!) gebraucht für schmales Geld besorgt bekommt Extraction auf Disk dazu.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 167082 - 26. Februar 2015 - 12:43 #

Wenn das Teil mal ins kostenlose Games with Gold-Programm kommen sollte, entstaube ich doch glatt Kinect 2.0. *hust*

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Mitarbeit
Action
Shoot-em-up
ab 16 freigegeben
16
Hesaw
Focus Home Interactive
24.06.2014
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5.0
6.5
PS4XOne