Hotline Miami 2 : Keine Freigabe / "Kopiert es einfach" [Upd]

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15. Januar 2015 - 13:45 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
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News-Update:

Mittlerweile haben sich die Macher von Hotline Miami 2 zur Verweigerung der Altersfreigabe durch die australische Prüfbehörde geäußert. Dennaton Games bedauert den Schritt der Australier und kritisiert gleichzeitig die Entscheidung. So sei man enttäuscht, dass ein Gremium, das Spiele fair bewerten soll, die Tatsachen so verdrehe, Szenen nicht korrekt beschreibe und zudem unterschlage, dass man vor dem Start der in der ursprünglichen Meldung beschriebenen Sequenz wählen könne, ob man die dargestellte sexuelle Gewalt sehen möchte oder nicht. Damit sich jeder noch einmal selbst ein Bild von der Sequenz, zunächst ohne, dann mit sexueller Gewalt, machen kann, hat man die Szene auf YouTube veröffentlicht.

Jonatan Söderström riet indes einem australischen Fan, der ihn per Mail kontaktierte, vom Spiel im Falle der wahrscheinlichen Nicht-Freigabe in Australien einfach eine Raubkopie anzufertigen:

Wenn es am Ende in Australien nicht veröffentlicht werden kann, besorg dir nach dem Release einfach eine Raubkopie. Du musst uns kein Geld schicken, genieß einfach das Spiel.

Ursprüngliche News:

Bis vor wenigen Jahren erhielten in Australien aufgrund einer nicht vorhandenen Videospiel-Alterseinstufung für Erwachsene viele Titel keine Freigabe. Aber das im Jahr 2013 eingeführte 18er-Rating hat in Australien dennoch seine Grenzen. Erfahren musste dies kürzlich Dennaton Games' Hotline Miami 2 - Wrong Number (zum Angespielt-Bericht), dem die australische Prüfbehörde die Kennzeichnung verweigerte, womit ein regulärer Release in Down Under ausgeschlossen sein dürfte. Die Website Kotaku hat mittlerweile einen Auszug aus der Begründung veröffentlicht, der nahelegt, dass insbesondere eine Szene, in der eine Frau vom Protagonisten vergewaltigt werden soll, zur Nicht-Einstufung führte. Im Textauszug des Prüfberichts wird die Szene so beschrieben:

In der Sequenz Midnight Animal platzt der Protagonist in so etwas wie ein Filmset und tötet detailliert dargestellt vier Leute, die in einem Pool von Blut zusammenbrechen, oftmals begleitet von spritzendem Blut. Nach dem Tritt auf den Kopf eines fünften männlichen Charakters, schlägt er einen weiblichen Charakter in roter Unterwäsche. Sie wird auf den Boden geschleudert und landet mit dem Gesicht nach unten in der Blutlache. Man sieht den männlichen Protagonist mit halb heruntergelassener Hose, wobei sein Hintern teilweise zu sehen ist. Er drückt die Frau an den Armen nach unten [...] und vergewaltigt sie rücksichtslos von hinten, während man sieht, wie sie mit den Beinen strampelt. Die Darstellung der sexuellen Gewalt wird durch die Darstellung in der Mitte des Bildschirms und durch einen roten, pulsierenden und schwarz umrandeten Hintergrund stärker betont.

Findet ihr, dass die australische Freigabebehörde hier richtig gehandelt hat oder hätte das Spiel die 18er-Freigabe dennoch erhalten müssen?

Hotline Miami 2 soll irgendwann im Frühjahr erscheinen. Seit Ende letzten Jahres können Interessierte  eine Collector's Edition mit der Musik auf Schallplatte vorbestellen. Eine Alterseinstufung durch die deutsche Freigabe-Instanz USK gibt es bislang noch nicht. Der erste Teil von Hotline Miami (GG-Test: 8.0) erschien im deutschen PSN im Juni 2013.

Old Lion 26 Spiele-Kenner - 70409 - 15. Januar 2015 - 13:50 #

Ehrlich gesagt, ist es mir ziemlich egal was in Australien passiert!

stylopath 16 Übertalent - 4555 - 16. Januar 2015 - 11:59 #

Hey, das dachte ich mir auch! :) Manchmal wünscht man sich die Zeiten ohne Internet zurück.

Sancta 15 Kenner - 3295 - 15. Januar 2015 - 13:53 #

Bei einem Titel für Erwachsene gilt: Ob etwas geschmacklos ist, künstlerisch wertvoll, der letzte Dreck oder was auch immer - darüber darf keine Zensurbehörde entscheiden. So eine "Zensur" ist meiner Meinung nach lediglich für den Jugendschutz da und nicht für den Schutz von Erwachsenen. Es genügt, wenn sensible Erwachsene vor dem Inhalt gewarnt werden aber das wird ja schon getan.
Ich bin aus Prinzip gegen jede Art von Zensur auch wenn ich im Einzelnen bestimmte Dinge, die dargestellt werden, komplett ablehne und selbst nicht sehen oder spielen will. Zensieren würde ich sie trotzdem nicht.

rammmses 19 Megatalent - P - 13459 - 15. Januar 2015 - 14:00 #

Ich weiß nicht, wie es in Australien ist, aber in Deutschland ist die Rechtsgrundlage für Indizierungen etc., tatsächlich der Jugendschutz. Durch das Werbeverbot sollen diese gar nicht auf die Titel aufmerksam gemacht werden. In Zeiten des Internets natürlich anachronistisch und wahrscheinlich sind solche "Verbote" eher Werbung.

Dominius 17 Shapeshifter - P - 7373 - 15. Januar 2015 - 15:11 #

Hm, grundlegend würde ich dir zustimmen, allerdings würde ich mich Rücksicht auf eventuell Betroffene oder andere Gruppen durchaus den Vertrieb bzw. die Verbreitung von bestimmten Medien einschränken. Kein komplettes Verbot und auch niemals, niemals ein Besitzverbot, allerdings kann ich verstehen, wenn es Läden gibt, die ein Spiel mit Szenen wie bei HM2 nicht verkaufen wollen. Und da ist auch die Frage, ob so ein Titel neben anderen Spielen stehen muss, deren Inhalte wesentlich weniger problematisch sind. (Ab-18-Abteilungen, anyone?)

Aber in Zeiten von Online-Distribution und Internet-Versand sollte kein Menschen rumheulen, wenn sie*er das Spiel nicht im Laden kaufen kann.

P.S.: Nachspielen will ich solche Szenen tatsächlich nicht.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 12:43 #

Naja, die Läden können ja ohnehin frei entscheiden, was sie verkaufen. Es gibt ja keine Pflicht, alles verkaufen zu müssen, was nicht verboten ist :D

blobblond 19 Megatalent - 18595 - 15. Januar 2015 - 18:44 #

In Deutschland gib es den § 131 Gewaltdarstellung.

keimschleim 15 Kenner - 3125 - 15. Januar 2015 - 13:54 #

Kann man nicht in der Überschrift noch unterbringen, dass es sich hierbei "nur" um Australien handelt? Die hatte nämlich negative Gefühle ausgelöst, bis ich die News komplett las.

timb-o-mat 15 Kenner - P - 3327 - 15. Januar 2015 - 14:02 #

Ging mir genauso.

Toxe 22 AAA-Gamer - P - 32156 - 15. Januar 2015 - 14:29 #

Ja da sollte genauer auf Australien hingewiesen werden.

FliegenTod 13 Koop-Gamer - 1207 - 15. Januar 2015 - 14:41 #

Da stehe ich also absolut nicht alleine da.

Ganon 23 Langzeituser - P - 40413 - 15. Januar 2015 - 14:52 #

Von mir auch Zustimmung. Man nimmt natürlich automatisch an, dass Deutschlang gemeint ist. Dass es um Australien geht, sollte in der Überschrift stehen.

Triforce (unregistriert) 15. Januar 2015 - 15:07 #

Glaube kaum, dass die USK zu einem anderen Urteil kommen wird.

keimschleim 15 Kenner - 3125 - 15. Januar 2015 - 15:17 #

Die hat bisher aber noch nichts verlauten lassen.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7101 - 15. Januar 2015 - 16:37 #

Dafür bin ich auch, denn ich hatte schon wieder Sorgen, wie ich dann wohl Teil 2 auf Steam aktiviert kriege...

rammmses 19 Megatalent - P - 13459 - 15. Januar 2015 - 13:55 #

Ich finde, dass ganz grundsätzlich eine Freigabe ab 18 immer möglich sein muss, da sonst Erwachsene bevormundet werden. Das ist bei uns (mittlerweile seltener) so und in Australien scheinbar auch.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 15. Januar 2015 - 17:06 #

keine freigabe heißt hier aber tatsächlich, dass man das spiel in australien nicht erwerben kann. online direkt über den entwickler wahrscheinlich dann wieder schon. aber zumindest steam wird sich daran halten, wie sie auch sonst mir regionalen beschränkungen tun.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 12:46 #

Ohne Bevormundung in Form von Gesetzen funktioniert so eine komplexe Gesellschaft nun mal nicht so richtig gut. Ich bin jedenfalls an sich ganz froh, dass es verbindliche Regeln gibt, an die sich alle halten (sollten), auch wenn ich nicht mit jeder davon einverstanden bin.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12981 - 15. Januar 2015 - 14:13 #

Wenigstens nicht so etwas krankes wie Hatred....*hust*

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 12742 - 16. Januar 2015 - 19:03 #

Ehrlich gesagt sehe ich da keinen großen Unterschied und habe mich bei der Hatred Debatte hier auch schon verwundert darüber gezeigt, dass ein quasi identischens Hotline Miami in den Himmel gelobt und abgefeiert wird, während Hatred so niedergemacht wird.

Noodles 23 Langzeituser - P - 38587 - 16. Januar 2015 - 19:04 #

Weil Hotline Miami so schön bunt ist und Hatred so düster grau. :D

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 16. Januar 2015 - 20:27 #

die gewalt in hotline miami ist halt satirisch überspitzt während sie in hatred völlig menschenverarchtend ist. ist doch klar ;)

v3to (unregistriert) 16. Januar 2015 - 20:30 #

... ich glaub, das liegt am soundtrack ;)

Sciron 19 Megatalent - P - 18020 - 16. Januar 2015 - 22:44 #

Identisch? In HM spielt man einen Auftragskiller der es mit bewaffneten Gegnern zu tun hat, die einen mit einem Treffer töten können. In Hatred ballert man (nach allem was man aus dem Trailer schließen kann) Reihenweise wehrlose Charaktere nieder. Da sehe ich schon nen Unterschied.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 16. Januar 2015 - 23:06 #

dabei wirds allerdings auch sicherlich nicht bleiben, immerhin soll das kein sandbox-spiel werden. die entwickler selbst haben ja postal als vorlage erwähnt. und da hat man es dann eben auch vor allem (ausgelöst durch die morde) mit sicherheitskräften zu tun.

v3to (unregistriert) 17. Januar 2015 - 1:21 #

die bewaffneten gegner bei hotline miami sehe ich auch mehr so als instant-death-spielelement. so richtig vergleichbar sind die spiele dadurch nicht, wobei in hotline miami dann doch solche dinge zelebriert, wie auf menschen einprügeln, wenn sie am boden liegen und ähnliches.

das ganze ist durch die an sich potthässliche grafik sehr abstrakt und überzeichnet. allerdings von dem, was da symbolisch abgeht, ist das schon eine verdammt harte nummer. btw verstehe ich auch nicht, was daran ironisch sein soll, wie das jemand anderes angemerkt hat. es ist doch eher vergleichbar mit einem splatter-film, mit kaum bis gar keiner handlung.

was man hotline miami zugute halten kann, dass es vom gameplay eigentlich her ordentlich designed und die präsentation eher staffage ist. der kick ist ja weniger das viele blut, sondern das anpirschen an die gegner, etwas rudimentäres exerimentieren mit der umgebung und gut getimtes zuschlagen... da hätte man auch irgendwelche monster, roboter oder atome nehmen können, das spiel hätte trotzdem funktioniert.

monkeyboobs 13 Koop-Gamer - 1508 - 15. Januar 2015 - 14:21 #

Trifft doch den Zeitgeist, Tabus gibt es nicht mehr. Beispiele:

Postal - Leichenschändung (anpissen)
Call of Duty - Folter
Hotline Miami - Vergwaltigung

Ist doch nur konsequent und ein Ausdruck von Freiheit, quasi ein Menschenrecht. Schlimm genug, dass man sowas in echt nicht machen darf (außer man "genießt" das Privileg Teil einer bewaffneten Konfliktgruppe in einem Bürgerkriegsland sein zu können, wo sowas noch gewünscht ist).

Gibt es eigentlich schon ein Spiel, in dem man Tiere und Kinder quälen kann? Sowas fehlte nämlich gerade noch.

FliegenTod 13 Koop-Gamer - 1207 - 15. Januar 2015 - 14:45 #

Tabus zu brechen regt eine Diskussion zu eben diesem an. Das mag oft mit einer "Vorschlaghammer Methode" geschehen, erweist sich aber wirkungsvoll. Beispiel: Waterboarding in GTA V.

Maik 20 Gold-Gamer - - 22177 - 15. Januar 2015 - 15:32 #

Was soll denn an der Waterboardingszene wirkungsvoll gewesen sein? Bis auf die Diskussionen im Gamerbereich ist doch nix passiert. Es wird oft zuviel Hoffnung gehegt, dass Themen innerhalb der Gamer-Community die Welt retten.

FliegenTod 13 Koop-Gamer - 1207 - 16. Januar 2015 - 14:07 #

Muss es denn wirklich gleich die Welt retten? eine Diskussion in der Zielgruppe reicht doch schon aus. Wenn aber innerhalb jener Zielgruppe Menschen aufgerüttelt werden und anfangen mehr darüber nach zu denken, ist dann nicht schon etwas getan worden?

Name (unregistriert) 15. Januar 2015 - 16:39 #

Das überrascht mich. Ich dachte, seit Guantanamo ist Folter von Menschen ohne EU- oder US-Pass wieder eine legitime Verhörmethode zur Sicherung des Weltfriedens?

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 15. Januar 2015 - 17:06 #

ja, gibt es.

Green Yoshi 21 Motivator - 25529 - 15. Januar 2015 - 17:49 #

Das muss eine freie Gesellschaft ertragen. Wir lassen auch Neo-Nazis in unseren Innenstädten demonstrieren. Und die sind schlimmer als es ein Spiel je sein könnte. Von meinem Recht auf Gegendemonstationen zu gehen, mach ich natürlich trotzdem Gebrauch.

guapo 18 Doppel-Voter - 11046 - 15. Januar 2015 - 23:08 #

Falls du den Umkehrschluss zulaesst: dann koennten wir statt Acker-Simulator auch einen KZ-Simulator zulassen

Green Yoshi 21 Motivator - 25529 - 16. Januar 2015 - 8:05 #

Das würde allerdings den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen.

guapo 18 Doppel-Voter - 11046 - 16. Januar 2015 - 8:45 #

Vergewaltigung erfüllt §§177,178 StGB

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 12:50 #

Hier handelt es sich allerdings nicht um eine Vergewaltigung, sondern um die Darstellung einer Vergewaltigung. :p

guapo 18 Doppel-Voter - 11046 - 16. Januar 2015 - 13:03 #

Mit der Begründung könntest du den o.a. KZ-Simulator rechtfertigen.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 13:37 #

Nicht, wenn er tatsächlich volksverhetzend ist und Volksverhetzung nicht nur darstellt. Menschen in einem KZ zu vernichten wäre mehr als nur Volksverhetzung und damit die passende Analogie zur Vergewaltigung.

guapo 18 Doppel-Voter - 11046 - 16. Januar 2015 - 14:05 #

Warum sollte das genau die Grenze der [Euphemismuswarnung] Geschmacklosigkeit sein? - Diese Grenze könnte man nach der Logik genauso in Frage stellen!

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 14:10 #

Ich spreche gar nicht von einer Grenze, sondern habe nur erklärt, warum deine Argumentation nicht korrekt war.

guapo 18 Doppel-Voter - 11046 - 16. Januar 2015 - 14:27 #

Ich hab nur Fragen gestellt, nicht argumentiert :p wenn das natürlich eine Unlogik hinsichtlich de(ine)s Darstellunsaspektes entlarvt. - Wenn ich argumentieren wollte, würde ich den Begriff Wertegesellschaft in die Diskussion einführen.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 14:43 #

Ich verstehe eben die Frage nicht: Was für eine Grenze meinst du? Und was habe ich mit dieser Grenze zu tun? Es ging um Gesetze und Paragraphen sowie den Unterschied zwischen etwas, das einen Tatbestand erfüllt und etwas, das nur etwas darstellt, was einen Tatbestand erfüllen würde. Möchtest du diskutieren, warum wir eine Grenze zwischen tatsächlicher Tat und bloßer Darstellung ziehen?

Ansonsten habe ich gar keine Grenzen gezogen, sondern nur erläutert, warum deine Aussage, man könne den KZ-Simulator genauso rechtfertigen, nicht zutrifft.

guapo 18 Doppel-Voter - 11046 - 16. Januar 2015 - 14:49 #

>tatsächlicher Tat und bloßer Darstellung

Ich glaube, dass eine Masse an Spielern _genau _nicht diese Unterscheidung trifft/treffen kann.
- (im Gegensatz zu sicherlich der Masse der (registrierten) Leser hier auf GG)

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 14:51 #

Das kann jeder glauben wie er mag, aber das spielt für unsere Rechtssprechung keine Rolle.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 16. Januar 2015 - 13:02 #

nö, eine fiktive tut dies nicht. für den begriff der volksverhetzung hingegen spielt dieser unterschied keine rolle.

Marulez 15 Kenner - P - 3579 - 15. Januar 2015 - 14:26 #

Iwie falsche Überschrift, bzw. irreführend

Jacko (unregistriert) 15. Januar 2015 - 14:33 #

musste direkt an Irreversibel denken.. kranker film und die geschmackloseste vergewaltigung die ich so in erinnerung habe..

der film natürlich trotzdem top.. vllt gerade deswegen.. *schulterzuck*

Pat1986 11 Forenversteher - 643 - 15. Januar 2015 - 14:46 #

Danke für den Spoiler. Großes Tennis.

Ganon 23 Langzeituser - P - 40413 - 15. Januar 2015 - 14:54 #

Ernsthaft? Warum hast du die News überhaupt gelesen? Oder nicht wenigstens vor dem Zitat aufgehört? Steht doch genau davor, dass dort eine Szene aus dem Spiel beschrieben wird.

Tr1nity 28 Endgamer - 101379 - 15. Januar 2015 - 14:57 #

Ich glaube schon die Headline war für ihn Spoiler genug. Und die sieht man ja in der News-Übersichts- bzw. Startseite.

Triforce (unregistriert) 15. Januar 2015 - 15:08 #

Du weißt was Hotline Miami ist? Das spielt man nicht unbedingt wegen der Story.

Sancta 15 Kenner - 3295 - 15. Januar 2015 - 15:17 #

Das dachte ich auch gerade.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7101 - 17. Januar 2015 - 12:42 #

Am Ende des Hauptteils und für die Bonuslevel hat es mich überrascht, dass die Story von Hotline Miami sich nicht nur ernst nimmt, sondern tatsächlich etwas tiefer gehen will. Und gerade in den angesprochenen Passagen hat mich die Story zum Weiterspielen motiviert.

Makariel 19 Megatalent - P - 14361 - 16. Januar 2015 - 12:18 #

Na toll, ich wusste nicht das es in Hotline 2 Tennis gibt, der Spoiler wär nicht nötig gewesen!

Stonecutter 19 Megatalent - - 16007 - 15. Januar 2015 - 15:11 #

Mir hat der erste Teil gut gefallen, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich ein Spiel spielen will, in dem mein Spielcharakter so handelt.

Berthold 15 Kenner - - 3086 - 16. Januar 2015 - 15:55 #

Yup, das sehe ich genauso. Will ich so was spielen? Diese Entscheidung muss jeder Erwachsene mit sich selber ausmachen! In Kinderhände gehört es auf keinen Fall. Ob ein Verbot allerdings im Zeitalter des Internet die sinnvolle Art und Weise ist das zu Verhindern .... Ich hab' da meine Zweifel...
Aber das würde jetzt wirklich zu weit führen...

Stonecutter 19 Megatalent - - 16007 - 17. Januar 2015 - 15:20 #

Ja, irgendwie kommen Jugendliche garantiert an solche Spiele, das lässt sich nicht mal in Nordkorea verhindern. Ich kann nur hoffen, dass ich bei meinen Kindern alles richtig mache, und sie lernen, sich mit solchen Inhalten kritisch auseinanderzusetzen.

Übrigens, nachdem mich mir das Youtube-Video angeschaut habe, hält sich bei mir die Aufregung in Grenzen, möchte jetzt aber nicht spoilern warum.

Olipool 16 Übertalent - 4334 - 15. Januar 2015 - 15:17 #

In meinen Augen gerechtfertigt. Meinungsfreiheit hin oder her, als Zensurbehörde kann man auch auf gesellschaftliche Werte schauen, die man in seinem Land haben möchte. Man hat schließlich auch die Gladiatorenkämpfe heut nicht mehr (zumindest offiziel), ja, sicher, Hotline Miami ist ein Spiel und virtuel etc. aber trotzdem vertritt es bestimmte Werte oder ignoriert diese eben. Man könnte auch argumentieren, gebt doch Gladiatorenkämpfe frei, wer sich abstechen möchte für Ruhm oder Geld solls doch machen, aber aus guten Gründen ist es eben nicht erlaubt.
Ich weiß nicht, ob die australische Behörde das neben Jugendschutz in ihrer Agenda hat, aber schlecht finde ich es nicht. Jugendschutz ist auch irgendwie ein seltsames Ding, bis 18 muss man alle tunlichst von allem bösen fernhalten aber danach sind alle reif genug, sich davon nichts anzunehmen.
Vielleicht seh ich das auch nur so, weil ich so eine Szene selbst gar nicht spielen wollen würde, das fand ich in GTA5 schon extrem schlecht gelöst.
Als neulich diese Amokläufersimulation aus Steam genommen wurde, fanden es irgendwie alle richtig. Ich seh hier nicht so den Unterschied.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 15. Januar 2015 - 18:56 #

hatred würde im übrigen einen tag später wieder in greenlight-programm aufgenommen und hats mittlerweile dank der ganzen aufmerksamkeit (danke streisand-effekt! ;) ) geschafft grünes licht zu bekommen.

zu deinem post an sich. kunst muss sich nun mal nicht irgendwelchen werten unterwerfen. man darf gesellschaftskritik mittels gewalt darstellen, genauso wie man auch brutalität regelrecht zelebrieren darf. oder um auf einen aktuellen fall der jüngsten vergangenheit einzugehen, kunst darf auch religionen beleidigen. wenn man meint bestimmte bereiche verbieten zu müssen, weil sie einem persönlich nicht passen, der landet schnell bei einer willkür gesteuert von der lobby-demonstration der woche.

Olipool 16 Übertalent - 4334 - 16. Januar 2015 - 10:28 #

prinzipiell geb ich dir recht, nur kann man eben auch schnell alles als kunst deklarieren. und im vorliegenden fall würde mir auch der sinn für gesellschaftskritik eher abgehen.
irgendwo hier im thread war auch die rede von vergewaltigung im theater, das sei dann ja ok weil kunst. ist in meinen augen nur so, weil theater in der langen tradition der "kunst" steht. und jemand, der kritik übt, gleich ein banause ist. es gibt sicher auch vieles im theater, was einfach nur billige provokation ohne fundierung ist wie z.b. von der bühne kacken.
und es geht bei der zensur auch nicht um bereiche, die jemandem persönlich nicht passen, sondern um werte, auf die man sich als "staat" geeinigt hat.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 12:57 #

Wenn du selbst sagst, dass du das möglicherweise nur so siehst, weil du die Szene selbst nicht spielen wollen würdest, zeigt das doch schon, wie viel persönlicher Geschmack in der Äußerung liegt. Und genau das sind doch dann auch diese "Werte", auf die sich geeinigt wird.

Olipool 16 Übertalent - 4334 - 16. Januar 2015 - 15:14 #

Ja ok das stimmt, ich hatte den Einwand so verstanden, dass jeder Zensor nch eigenem Gutdünken urteilen kann.

EddieDean 15 Kenner - P - 2703 - 15. Januar 2015 - 18:19 #

Danke für den post. Ich kann dich voll und ganz unterstützen! Es darf auch grenzen geben und die ist hier meiner Meinung nach überschritten.

Berthold 15 Kenner - - 3086 - 16. Januar 2015 - 16:00 #

GTA5 ist ein gutes Stichwort. Ich wusste nicht, dass es eine gewisse Szene gibt (will nicht spoilern, sonst schimpft wieder jemand...), aber als ich die gespielt habe, war GTA für mich eigentlich durch. So etwas will ich nicht spielen und ich habe seither GTA5 nicht mehr angerührt! Vielleicht zocke ist es mal fertig, aber irgendwie habe ich die Lust daran verloren. Kann man jetzt von Doppelmoral reden: Leute killen ist ok, aber da weint er dann rum. Für mich persönlich wurde da eine Grenze überschritten.

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - 7034 - 15. Januar 2015 - 15:33 #

Spiel ist mehr als nur beliebig austauschbarer virtueller Kram aus dem vollständig kontrollierbaren Kurzzeit-Speicher eines Computers.
Es ist von zentraler Bedeutung für die Identität eines Menschen.
Deshalb sind derlei die Menschenwürde aufs primitivste verachtende Industrieprodukte zu prüfen und ggf. zu sanktionieren.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7101 - 15. Januar 2015 - 17:11 #

Auch wenn ich den Nachfolger interessiert erwarte, finde ich deinen Kommentar hervorhebungswürdig.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 15. Januar 2015 - 17:19 #

da muss ich schon bei deiner kategorisierung widersprechen. ich sehe nicht, inwiefern man das werk aufgrund solch einer szene als menschenwürde-verachtend bezeichnen sollte. das tut man ja auch sonst nicht mit mord- oder vergewaltigungs-szenen.

Moriarty1779 15 Kenner - P - 3327 - 15. Januar 2015 - 17:36 #

So etwas zu sehen ist schon noch eine andere Ebene als es selbst zu spielen

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 15. Januar 2015 - 18:58 #

aber keine die die menschenwürde von personen verletzt.

FliegenTod 13 Koop-Gamer - 1207 - 16. Januar 2015 - 16:32 #

Aber genau das tut man nicht, es handelt sich dabei ja um eine cut scene, ich muss keine Tasten drücken um die Tat aus zu führen, wo also genau ist der Unterschied zum Film?

Green Yoshi 21 Motivator - 25529 - 15. Januar 2015 - 17:30 #

Ich glaube Du überschätzt die Wirkung von Spielen gewaltig.

Und warum der Ruf nach Sanktionen? Ignorier das Spiel doch einfach.

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - 7034 - 15. Januar 2015 - 19:09 #

Ich glaube eher im Gegenteil, das die Wirkung von Spiel unterschätzt wird - so wie im Übrigen dessen Wert.
Deshalb kann man manches auch nicht ignorieren. Es geht mir auch gar nicht um Computerspiele. Es geht um Abgründe, die sich da auftun angesichts einer völligen Aufgabe jeglicher Sensibilität für irgendeine letzte Spur von Verantwortung, die jeder in dieser Gesellschaft haben sollte.
In Australien scheint die gesellschaftliche Diskussion eine Stufe weiter zu sein als anderswo. Wir erinnern uns an die Diskussion bzgl. der Entfernung von GTA aus dem Sortiment zweier Ketten in Australien.
Den oben beschriebenen Schund kan man nur mit einem völlig technokratischen Verständnis von Freiheit rechtfertigen.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 15. Januar 2015 - 19:22 #

dazu benötigt es keine solche sichtweise. es reicht völlig aus, dass man künstlerische freiheit als demokratisches prinzip anerkennt. weiterhin impliziert der konsum oder die akzeptanz solcher werke nicht eine völlige "Aufgabe jeglicher Sensibilität für irgendeine letzte Spur von Verantwortung", dazu fehlt es an realen konsequenzen dieser fiktiven darstellungen.

Dominius 17 Shapeshifter - P - 7373 - 16. Januar 2015 - 12:49 #

Auch fiktive Darstellungen hatten schon immer und haben noch heute Auswirkungen auf die Menschen, die sie konsumieren,. Sowas abzustreiten, ist einfach völlig, ja, wirklich völlig absurd.

Allerdings lässt sich darüber streiten, welche Auswirkungen das im entsprechenden Falle nun sind. Ich erinnere dabei mal an den Werther-Effekt, der zu einer erhöhten Selbstmordrate unter jungen Männern* führte.

Tatsächlich sind die Auswirkungen von Medienkonsum nicht so ausgiebig untersucht und es spielen zu viele Faktoren eine Rolle, um zu eindeutigen Ergebnissen zu kommen.

Und zur "künstlerischen Freiheit". Die sollte auch dort enden, wo die Freiheiten anderer Leute verletzt werden. So lässt sich "Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden." nämlich auch interpretieren.

Green Yoshi 21 Motivator - 25529 - 15. Januar 2015 - 19:27 #

Eher eine aufklärerische Sicht von Freiheit frei nach Voltaire.

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - 7034 - 15. Januar 2015 - 20:01 #

Da höre ich die momentane Diskussion um Mohammed-Karikaturen raus. Dies ist aber nicht universell auf alles übertragbar. Voltaire wird da ja oft bemüht, nur fürchte ich, dass er sich angesichts dieses Vergewaltigungs-Spiels im Grabe umgedreht hätte.

Je Suis Juif (unregistriert) 15. Januar 2015 - 22:28 #

Willst du das gesamte Spiel auf eine einzige Szene reduzieren? Im Theater kommen auch oft Vergewaltigungen vor. Aber das ist nicht real, sondern Kunst. Ist es nicht genau so schlimm das Thema sexuelle Gewalt zu tabuisieren?

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - 7034 - 15. Januar 2015 - 23:05 #

Im Theater wirst Du eine Aussage vorfinden, die Dich zum Nachdenken anregt. Das hier ist einfach plumpes unreflektiertes Darbieten von Gewalt und Menschenverachtung, noch dazu interaktiv. Also sozusagen diametral entgegengesetzt.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 13:37 #

"Im Theater wirst Du eine Aussage vorfinden, die Dich zum Nachdenken anregt."
Gerade im Theater dienen solche Dinge doch oft nur der Provokation und/ oder dem Brechen von Tabus.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 13:00 #

Eigentlich braucht es dazu nur ein bisschen Toleranz. Denn genau dafür brauchen wir die: Um Dinge nicht verteufeln zu wollen, die wir nicht mögen.

Desotho 16 Übertalent - P - 4548 - 15. Januar 2015 - 16:10 #

Klingt jetzt nicht nach einer Szene die man in einem Spiel braucht. Da ist schon eine Grenze überschritten worden.

Sciron 19 Megatalent - P - 18020 - 15. Januar 2015 - 16:14 #

Immerhin bringt er sie nicht um *hust*. Naja, ist doch eigentlich ganz simpel. Wem solche Szenen zu heftig sind bricht das Spiel eben an der Stelle ab und trauert dann ggf. seinem Geld hinterher. Wichtig ist, dass man SELBST entscheidet wann es einem zu viel wird.

Olipool 16 Übertalent - 4334 - 15. Januar 2015 - 16:28 #

So gesehen könnte man das Vergewaltigen auch legalisieren und wenn Du das doof findest, musst Du ja nicht mehr aus dem Fenster gucken.

Was ich damit sagen will: es kann trotzdem unangenehm sein, wenn Du in einer Gesellschaft lebst, die es toleriert, wenn in jedem 2. Spiel vergewaltigt wird. Oder Leute wegen ihrer Herkunft nicht in die Disko dürfen.

Was aber psychologisch ganz interessant ist, dass eine Vergewaltigungsszene kontroverser diskutiert wird als eine Mordszene. Oder eben in GTA, wo das Foltern ja grausam ist und das Umfahren hunderter Zivilisten ein Spaß (also das drauf rumfahren, nicht das drum herum fahren:).

Toxe 22 AAA-Gamer - P - 32156 - 15. Januar 2015 - 16:45 #

Wobei die Schwierigkeit bei dieser ganzen Thematik noch ist, daß der Zusammenhang aus der News nicht klar wird. Ist der Spieler derjenige, der dieser Vergewaltigung durchführt? ("Press X to rape", sozusagen.) Oder ist das eine von selbst ablaufende Zwischensequenz? Und MUSS der Spieler das machen oder KANN er das bzw. kann er auch einfach weggehen?

In jedem Fall brauche ich das persönlich nicht und wegen mir bräuchten sie so eine Szene/Möglichkeit nicht einbauen, aber ich würde jetzt schon erstmal davon ausgehen, daß dem Spieler die Möglichkeit bleibt, die Frau da einfach sitzen zu lassen und rauszugehen. Hoffe ich zumindest.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 15. Januar 2015 - 17:20 #

"So gesehen könnte man das Vergewaltigen auch legalisieren und wenn Du das doof findest, musst Du ja nicht mehr aus dem Fenster gucken."

auch wenn es zynisch gemeint ist, aber du weißt ja selbst, dass diese übertreibung unlogisch ist. natürlich gesteht man kunst inhalte zu, die umgesetzt in der realität zurecht straftaten sind.

Sciron 19 Megatalent - P - 18020 - 15. Januar 2015 - 18:04 #

"So gesehen könnte man das Vergewaltigen auch legalisieren und wenn Du das doof findest, musst Du ja nicht mehr aus dem Fenster gucken."

Ne, ich kann Spiel und Realität unterscheiden und lehne Vergewaltigung im "echten Leben" ab, selbst wenn sie legalisiert werden würde.

Mord in Spielen hat sich schon ewig als legitimes Mittel um Spielfortschritt zu erreichen durchgesetzt. Zudem hat man den Faktor des "Sich zur Wehr setzen müssens". Vergewaltigung aus Notwehr heraus ist eben schwer vermittelbar.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 13:06 #

Das ist doch aber gerade der Kern unserer freiheitlichen Gesellschaft: Dass wir Dinge tolerieren, die uns selbst nicht unbedingt gefallen. Ich würde daher sagen, dass es in einer solchen Gesellschaft zentral wichtig ist, immer mal wieder über Dinge zu stolpern, die wir nicht gutheißen, weil es zeigt, dass Toleranz funktioniert. Wenn wir in der Gesellschaft *nicht* mehr die Chance haben, uns unwohl zu fühlen, weil in jedem zweiten Spiel eine Vergewaltigung vorkommt, wäre das ein schlechtes Zeichen.

volcatius (unregistriert) 15. Januar 2015 - 17:25 #

Mit der Verstümmelung und Tötung von Menschen in allen erdenklichen Variationen gibt es ansonsten wenig Probleme. Irrsinnige Welt.

Desotho 16 Übertalent - P - 4548 - 15. Januar 2015 - 18:04 #

Schon richtig, aber das zähle ich eher in Richtung "Lust an Zerstörung". Als Kind hat man doch auch gern Legosachen gebaut und dann crashen lassen und auch wenn Menschen keine gegenstände sind geht das für mich thematisch in die gleiche Richung.
Was anderes sind dann, wie ich finde, explizite Folterszenen in denen es dann eher um die Lust geht einen Menschen zu Quälen.

Insofern finde ich eine virtuelle Vergewaltigungsszene in der Tat schlimmer als eine Virtuelle Action-Tötung.

Aber durchaus interessantes Thema.

Viktor Lustig 15 Kenner - P - 3530 - 15. Januar 2015 - 17:37 #

Ich finde die Frage ziemlich schwer, den aus dem Artikel, bzw. aus dem Auszug des Prüfberichtes geht nicht wirklich die Motivation für die Nicht- Einstufung hervor. Und ohne die Kenntnis über diese Motivation ist es auch jeder Perspektive unmöglich zu sagen, ob das Verhalten der Prüfbehörde "richtig" war.

Ein Hinweis auf die Motivation ist höchstens in der Passage zu erkennen, wo von der Betonung der sexuallen Gewalt die Rede ist. Daraus könnte man schließen dass die Darstellung von sexueller Gewalt Auslöser für die Nichteinstufung gewesen sein könnte.

Zu hinterfragen ist dabei, wie sich nun sexuelle Gewalt von Gewalt im Allgemeinen unterscheidet. Grundsätzlich scheint es kein Problem mit Gewalt zu geben, wohl nur mit bestimmten "Varianten" der Gewalt. Im Hinblick auf die "Variante" Sexuelle Gewalt ist wohl die Komponente Sexualität der problematische Aspekt in diesem Gedankengang, der die Reaktion der Prüfbehörde provoziert hat.

Ich finde diesen Gedanken durchaus ansprechend in dem Kontext, dass die Video- Spiel Kultur scheinbar ein schweres Problem mit Sexualität hat. Abgesehen von individuellen Ausprägungen nehme ich weiterhin an, dass hier in der Runde, wie auch in weiten Bereichen der Gamerschaft, Gewalt durchaus akzeptabel ist, sowohl in angedeuteter oder verniedlichter Form (siehe Super Mario etc.), oder auch "realistisch" und explizit dargestellt. Es ist erstaunlich zu sehen, dass teilweise so viel Mühe und auch Produktionsresourcen in etwas so negatives wie Gewalt gsteckt wird, um es besonders griffig und dem Publikumsgeschmack entsprechend darzustellen. Und scheinbar verlangt es diesen Geschmack nach Blut und immer mehr Extremen. Ich schließe einfach darauf da Spiele, die die Komponente der Gewalt ziemlich deutlich, wenn nicht gar reißerisch darstellen, sehr gut verkauft werden. Dagegen wird das doch eigentlich positiv besetzte Thema der Sexualität überhaupt nicht, und wenn doch, dann sehr sehr indirekt oder verkitscht dargestellt. Das Feld der Sexualität sollte als so großer Bereich doch eigentlich eine naherzu unerschöpfliche Quelle für Inspirationen sein, die in Video Spielen Eingang finden könnten. Aber bisher reduziert es sich doch eigentlich nur auf die Darstellung von Brüsten, und meistens ziemlich verkappten, nur angedeuteten geschlechtlicher Interaktion. Selbst die von vielen Kritikern postiv aufgenomme "Romanzen" in Mass Effect, als Bespiel genannt, erreichen doch bei Lichte betrachtet noch nicht einmal Ansatzweise das Niveau eines Liebesromans aus dem Bahnhofkiosk. Aber im Gegensatz zum Thema Gewalt, das höchstens Mal in einer saisonalen Killerspiel Debatte Eingang findet (es gilt hier eher Community gegen die Außenwelt), und das in Community selbst eigentlich kaum zu Kontroversren führt, scheint Sexualität ein wahres Schlachtfeld der Emotionen zu sein, insbesondere in der Community selbst. Siehe Gamergate- Skandal etc. Ohne darauf direkt einzugehen, und im Hinblick darauf, dass ich ja noch den Bogen zur Eingangsfrage schlagen muss, nur soviel;

Es sollte bedenklich stimmen, dass Gewalt scheinbar in der Gamerwelt akzeptabler ist als so etwas menschliche und schönes wie die Sexualität. Es ist müßig auf die USA und die dort vorherrschende puritanische Weltsicht, oder auf Australien, Malayia oder sonstwo zu zeigen; Wie ist es den bei uns? Sind da deutsche oder europäische Entwickler anders? Seht ihr liebe Community ein Unterschied zwischen Gewalt und sexueller Gewalt in Videospielen? Wenn ja, worauf ist der Unterschied begründet. Das würde mich mal sehr interessieren.

Arparso 15 Kenner - 3025 - 15. Januar 2015 - 18:10 #

Auch wenn du dich lang und breit daran abarbeitest: Sexualität ist hier nicht das Problem, sondern die explizit dargestellte, brutale Vergewaltigung ist es. Das hat mit "schöner Sexualität" und Prüderie rein gar nichts zu tun, sehr wohl aber mit Gewalt. Das hat auch nichts mit einer puritanischen Weltsicht der Amerikaner zu tun: der "Indische Massenvergewaltigungssimulator 2015" hätte auch in Deutschland schlechte Karten, denn sexuelle Gewalt und Vergewaltigung im besonderen sind in den allermeisten Teilen der Welt geächtet und strafbar.

Sehe ich einen Unterschied zwischen Gewalt und sexueller Gewalt in Videospielen oder in der Realität? Das kommt wohl auf den Einzelfall an. Sexuelle Gewalt bedient sich oft der Erniedrigung, Demütigung und des Auslebens eigener Machtfantasien - "normale" Gewalt entsteht in vielen videospieltypischen Szenen hingegen aus der Notwendigkeit heraus. Ein Soldat muss im Krieg kämpfen und töten, um zu überleben und ein typischer Fantasy-Held muss die untoten Horden in die Hölle zurücktreiben, um seine Welt zu retten. Mir fällt hingegen kein einziger Kontext ein, der etwa eine Vergewaltigung notwendig machen würde.

Viktor Lustig 15 Kenner - P - 3530 - 15. Januar 2015 - 18:30 #

Hi Arpaso,

Danke für deine Antwort;

Wenn du sagst, dass nicht die Sexualität, sondern die Gewalt das Problem ist, dann frage ich dich, wo genau der Unterschied ist beispielsweise zur Darstellung einer Folterung, die ja bereits in Spielen als spielbarer Inhalt eingebettet wurde. in beiden Fällen wird die Hilflosigkeit eines anderen Menschen ausgenutzt, in beiden Fällen wird jemand körperlich Misshandelt und in beiden Fällen erniedrigt. Die Folgen sind in beiden Fällen von den körperlichen Schäden abgesehen schwere Traumatas. Ich persönlich sehe hier nur die sexuelle Komponente als Unterschied, oder übersehe ich hier etwas?

Die Ächtung und Strafbarkeit akzeptiere ich als Argument nicht, da auch Körperverletzung in jedweder Form (zumindest die zwischen den Bürgern) ist in den mir bekannten Teilen der Welt gächtet und strafbar.

Gewalt als Notwendigkeit in einem PC- Spiel das Ziel zu erreichen. Ja, das würde ich auch so sehen. Es ist Teil eines Gamedesigns, vielleicht nicht zwingend erforderlich, aber wohl in der Mehrzahl aller Games verwendet. Bioshock 1 hat mit dieser Idee wie ich finde recht eindrücklich experimentiert. Der Spieler akzeptiert die Notwendig von Anwendung der Gewalt, da ihm dies vom Spiel als einzige Möglichkeit zur Zielerreicherung angeboten wird. Er empfindet dies als eigene Wahlmöglichkeit, die jedoch so in der Form nicht existiert, vom Verzicht auf das Spiel selbst mal abgesehen.

Die Notwendigkeit einer Vergewaltigung scheint ja in dem vorliegenden Spiel auch eingebaut zu sein, Wenn ich das richtig verstehe, ist dies dem Spieler vom Gamedesigner aufgezwungen. Ja, es fehlt an Interaktivität, aber wenn ich dies nicht akzeptiere dann kann ich das Spiel nicht weiterspielen,

Arparso 15 Kenner - 3025 - 15. Januar 2015 - 19:26 #

Mein Problem mit deinem ersten Kommentar war schlicht, dass du dich in 95% deines Textes daran abarbeitest, was für einen schweren Stand die Sexualität in Videospielen genießt, wo sie doch so eine schöne, natürliche Angelegenheit ist und all die Prüderie doch ungerechtfertigt ist.

Dem stimme ich zu.

Nur geht es in der beschriebenen Szene nicht um eine romantische (oder gar pornografische) Sex-Szene in einem Videospiel, sondern eine brutale Vergewaltung inmitten eines Blutbads... und dazu noch mit dem Spielercharakter als Täter. Das hat nichts mit Prüderie und Verklemmtheit zu tun, sondern vor allem mit brutaler Gewaltausübung. Insofern halte ich deine Aufregung nicht für berechtigt, denn hier wird ein Spiel ausdrücklich für die Art der Gewaltdarstellung kritisiert und nicht wegen einem Paar entblößter Brüste.

Auch meinte ich mit "Notwendigkeit" nicht "der Game Designer hat hier keine Alternative eingebaut", sondern eher die Frage danach, ob die Gewaltanwendung hier den Umständen angemessen oder moralisch vertretbar ist. Wer angegriffen wird, darf sich verteidigen und ein Soldat im Krieg darf natürlich auch auf seine Feinde schießen. Viele Spiele präsentieren Gewalt in diesem Rahmen, viele andere wiederum nicht. Etliche Spiele überlassen auch dem Spieler die Wahl: ein "Hitman" kann ich als psychopathischer Amokläufer durchspielen oder eben auch als methodischer Auftragskiller, der genau darauf achtet, dass kein Unbeteiligter zu Schaden kommt. In GTA kann ich Tausende Passanten umfahren und mich freuen, wie sie blutige Flecken aus dem Asphalt hinterlassen oder ich versuche eben, derlei Ereignisse zu vermeiden. Am Ende muss jeder selber wissen, wo er die Grenze zieht, falls er eine zieht.

Ist sexuelle Gewalt schlimmer als Folter? Nein. Sexuelle Gewalt IST oftmals Folter bzw. eine Form davon. Wenn mal wieder jemandem eine Autobatterie an die Kronjuwelen angeschlossen wird, nackte Iraker durch Abu Ghraib geritten werden oder ein Perverser seine Töchter jahrzehntelang im Keller hält und vergewaltigt, dann ist das auch eine Form von Folter. Und ja, ich denke sexuelle Gewalt ist oftmals schlimmer als reine physische Gewalt. Sexualität ist etwas sehr intimes und persönliches und ein Mißbrauch eben dieser steigert IMHO vor allem die psychische Wirkung der Gewaltanwendung ganz erheblich.

Ich finde nicht, dass Hotline Miami 2 wegen dieser Szene gleich verboten gehört, aber dennoch landet es sicher nicht auf meiner persönlichen Wunschliste. Ganz besonders, weil ich hier eher das Kalkül der Entwickler vermute, mit einem Skandal die Verkaufszahlen steigern zu wollen. Blutfontänen und herumfliegende Körperteile reichen für sowas ja heutzutage nicht mehr aus, das erzeugt bei den Jugendlichen doch nur noch ein Gähnen. Nach all der Aufregung um die Andeutung einer versuchten Vergewaltigung im letzten Tomb Raider scheint nun also die explizite Darstellung einer brutalen Vergewaltigung inmitten eines Blutbads mit dem "Helden" als Täter das Mittel der Wahl zu sein.

... kann mich natürlich auch täuschen, ich habe das Spiel ja noch nicht gespielt.

Viktor Lustig 15 Kenner - P - 3530 - 15. Januar 2015 - 20:03 #

Danke für dein Statement Arpaso. Ich möchte hier zuerst direkt sagen, dass ich mich nicht aufregen, ich hoffe mein Text liest sich nicht so.

Es stimmt, ich habe mich in meiner Argumentation mehr dauf die Idee gestützt, dass möglicherweise die Sexualität für die Prüfbehörde mehr das Problem war als die Gewalt an sich. Du betrachtest die Problematik mehr aus der Perspektive der angemessenen, bzw vertretbaren Gewalt bzgl des Kontext, eine legitime Perspektive, ich habe da einfach in diesem Fall einen anderen Schwerpunkt. Vielleicht ist dieser auch falsch bzw unangemessen, ich stoße mich halt mmer wieder daran, dass bei Prüfstellen weltweit scheinbar eine größere Problematik bei sexuellen inhalten als Gewaltinhalten existiert, und wollte eben verstehen, warum dies bei einer Vergewaltigung anders ist als z.B bei einer Folterung. Ob ein solcher Eingriff vielleicht einfach als noch drastischer als "normale" Gewalt von den Behörden empfunden wird (wie auch von dir) ist wohl auch ein möglicher anderer Grund.

Ich vermute wie du, dass es hier um Kalkül des Entwicklers geht, einen Skandal zu provozieren. Ich hoffe nur dass das keine Schule macht!

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 13:23 #

Ich denke nicht, dass Gewalt grundsätzlich akzeptiert und frei von Diskussionen ist und es somit nur der sexuelle Charakter ist, der hier das Problem darstellt. Ein wichtiger Aspekt dieser Akzeptanz bei Spielern (zumindest so mein Eindruck) ist, im Gegensatz zu Außenstehenden, die oft rein nach der Darstellungsweise urteilen, die Motivation, die dahinter steht. Und da wird dann auch ein (potentiell, je nach Einsatzgebiet) elementarer Unterschied zwischen Folter und Sexueller Gewalt deutlich: Folter *kann* aus der Notwendigkeit heraus eingesetzt werden und/ oder gegen Menschen, die es "verdient" haben, schlecht behandelt zu werden. Genauso ist es mit der "normalen" Videospielgewalt, also dem fortlaufenden Niedermetzeln von Gegnern. In sehr vielen Spielen geschieht das aus der erzählerischen Notwendigkeit heraus, in vielen anderen wird es zumindest gegen verwerflich agierende Menschen eingesetzt, denen in unserer Gesellschaft üblicherweise kein Mitleid zuteil würde (Verbrecher, Mafiosi, ..).

Wird die Gewalt aber, wie momentan bei Hatred, losgelöst von solcherlei Kontext eingesetzt gegen absolut unschuldige, normale Menschen, für deren Tod es keinerlei Notwendigkeit gibt und die ihren Tod auch aus einer normalen Perspektive heraus nicht "verdient" haben, gibt es auch bei reiner Gewalt sehr schnell heftige Diskussionen. Und das ist wohl das Problem der Sexuellen Gewalt: Es besteht in Spielen keinerlei erzählerische Notwendigkeit dazu und sie richtet sich (soweit mir bekannt) nicht gegen "Bösewichtinnen", sondern in der Regel gegen wehrlose, unschuldige Opfer. Sie dient allein dem Vergnügen des Spielcharakters bzw. des Spielers, was dann die gleiche Basis darstellt wie beispielsweise bei der Gewalt-Diskussion zu Hatred.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 16. Januar 2015 - 14:03 #

eine vergewaltigung gegen unschuldige als teil der handlung eines spiels kann ja genauso eine erzählerische notwendigkeit darstellung, bzw ein wichtiger bestandteil der handlung sein. nicht alles was in einem videospiel dargestellt wird muss der notwendigkeit unterliegen, dass es dem spieler gefällt oder es spaß bereitet.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 14:15 #

Da stimme ich dir zu. Es scheint mir nur schlicht so, dass Handlungen, die aus Sicht des Spielers nicht notwendig, gerechtfertigt oder zumindest angemessen erscheinen, viel stärker zu Diskussionen führen als solche, bei denen das anders ist. Und oft ist das ja gerade bei Spielen, die für den Spieler selbst eine Qual darstellen (sollen) auch Zweck der Übung, wenn man beispielsweise an This War of Mine denkt, bei dem die Verstörung des Spielers sicher zum Konzept gehört.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 25204 - 17. Januar 2015 - 1:27 #

Schön analysiert.

v3to (unregistriert) 17. Januar 2015 - 2:10 #

dieses argument, bzw der vergleich zwischen unschuldigen und figuren die aus bestimmter perspektive den tod verdient hätten, finde ich ziemlich heikel. weil - an sich neigt man dann dazu, zwei ethisch nicht akzeptable dinge so zu wichten, dass einer davon tendenziell harmlos wirkt.

das ist ein bisschen so wie die einschätzung einer todesstrafe, um es mal so zu sagen... vom bauchgefühl her gibt es immer mal wieder individuen, bei denen es wohl besser wäre, wenn sie nicht mehr auf erden wandeln aber rational steht da eher, dass man selbst kein recht hat über leben und tod zu entscheiden.

zu hatred will ich garnichts weiter sagen. bei hotline miami empfand ich die ganze gewalt inklusive setting komplett aufgesetzt. und verdammt trashig dargestellt (mit ausnahme der musik). dadurch erinnert es eher an irgendwelche billigen easter-slashermovies aus den 80ern... es wirkt halt entfremdet, wenngleich die darstellung der aktionen schon heftig ist. ob das nun im vergleich zu realistischen tötungsszenen eine bessere form der gewaltdarstellung ist, sei mal dahingestellt.

Old Lion 26 Spiele-Kenner - 70409 - 15. Januar 2015 - 18:20 #

"Ich finde die Frage ziemlich schwer, [...]ob das Verhalten der Prüfbehörde "richtig" war.

Hätte vollkommen gereicht!

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 13:14 #

Stimmt, aber danach kam ja erst der interessante Teil.

Schnulli (unregistriert) 15. Januar 2015 - 17:43 #

Sorry Leute, als tausendfacher virtueller Mörder fühle ich mich moralisch nicht sooo überlegen, dass ich mich über eine virtuelle Vergewaltigung aufregen kann. Aber einige schaffen es wohl trotzdem..

PS: Damit ich es verstehe: Wenn er ihr Gesicht mit der Shotgun über den Boden verteilt hätte, wäre das nicht bäh, sondern cooler Gore, oder? Entschuldigt meine blöde Frage, aber ich kapiere das mit der Moral echt nicht so..

Toxe 22 AAA-Gamer - P - 32156 - 15. Januar 2015 - 18:08 #

Also so viel Aufregung gibt es hier eigentlich nicht, finde ich.

Arparso 15 Kenner - 3025 - 15. Januar 2015 - 17:51 #

Als Teil von Gesellschaftskritik oder im Rahmen eines ernsthaften Dramas oder Thrillers habe ich mit Vergewaltigungsszenen kein Problem, aber als Teil einer Highscoregeilen Power Fantasy wie Hotline Miami finde ich's hingegen geschmacklos. Wirkt auf mich, als wenn man einfach nur möglichst drastisch provozieren will, um darüber dann Verkäufe zu generieren.

... trotzdem bin ich generell gegen Zensur von Medien aller Art. Wer erwachsen ist, sollte sowas auch erwerben und besitzen dürfen. Nur ich selbst muss es nicht unbedingt haben...

Moriarty1779 15 Kenner - P - 3327 - 16. Januar 2015 - 10:30 #

Leider wird das Argument "Gesellschaftskritik" häufig als Hintertürchen genutzt, um eine Unangreifbarkeit des Werkes zu erzeugen. Beim Kunstbegriff ist es ähnlich.

"Geschmacklos?" - "Nee, ist Gesellschaftskritik / Kunst" - damit ist eine vernünftige Diskussion über das Werk an sich kaum mehr möglich. Meinem Bauchgefühl nach macht man sich das zu auf diese Weise zu einfach...

Mein Grundschullehrer sagte mal: "Nicht alles, wo ein Tier drin vorkommt, ist auch eine Fabel" - ich finde, das passt. In der Fabel muss die Handlung auf eine -meist belehrende- Schlußpointe mit einer allgemeingültigen Moral hinwirken.

Sicher gibt es bei Gesellschaftskritik auch eine gewisse Schöpfungshöhe. Das schiere Überzeichnen von Gewalt - und den Konsumenten dann seiner eigenen Deutung überlassen - das kann es doch nicht sein...?

ReD_AvEnGeR 13 Koop-Gamer - P - 1474 - 15. Januar 2015 - 20:19 #

Finds gut das sowas dargestellt wird.
Die Realität sieht nämlich so aus das Vergewaltigungen unter den Tisch gekehrt werden.

Noodles 23 Langzeituser - P - 38587 - 15. Januar 2015 - 20:58 #

Klingt nach einer Szene, die ich nicht unbedingt in einem Spiel bräuchte, aber dennoch sollte jeder Erwachsene selber darüber entscheiden dürfen, ob er sowas spielen will oder nicht.

Je Suis Juif (unregistriert) 15. Januar 2015 - 21:44 #

Ist denn überhaupt genau definiert, was eine Vergewaltigung ist? Für mich ganz persönlich war der Sex in GTA San Andreas keine Vergewaltigung. Im Ersten Deutschen Fernsehen (ich meine die Sendung hieß Panorama) wurde das Spiel hingegen als Vergewaltigungs-Simulator beschrieben. Manche mögen jetzt wieder "Lügenpresse!" schreien, aber vielleicht zeigt es auch, dass es unterschiedliche Definitionen gibt.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Hauptcharakter in Hotline Miami auf eher ruppigen Sex steht, vielleicht sogar mit Schmerzen verbunden. Aber das muss ja nicht bedeuten, dass der Sex nicht freiwillig geschieht. Sollte man nicht zumindest mal ein Video der Szene gesehen haben, bevor man über das Spiel urteilt?

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 15. Januar 2015 - 21:54 #

scheint aus der mode gekommen zu sein. heute weiß man auch ohne das spiel selbst gespielt zu haben, dass es menschenverachtender schund ist ohne spielerischen mehrwert. siehe etwa die kommentare zu hatred.

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - 7034 - 15. Januar 2015 - 21:58 #

Das bringt mich jetzt zum Nachdenken... vielleicht wollten die 4 getöteten Menschen in o.g. Szene auch eigentlich sterben...? Vielleicht ist das eine Art Third-Person-Suizid-Simulator?

Je Suis Juif (unregistriert) 15. Januar 2015 - 22:23 #

Das bezweifle ich, aber Hotline Miami 2 ist nicht das erste Videospiel, in dem man auf Menschen schießt. Nur ist die Darstellung anders als bei einem Call of Duty satirisch überzogen und wird comichaft dargestellt.

Unregistrierbar 17 Shapeshifter - 7034 - 16. Januar 2015 - 11:56 #

Die Frage nach Fotorealismus ist für eine evtl. Immersion nicht entscheidend. Sonst würden Minecraft und Supermario jeden Spieler einfach nur kalt lassen.

Tr1nity 28 Endgamer - 101379 - 15. Januar 2015 - 21:58 #

Die Szene wird ja in der News beschrieben. Kann ja sein, daß der Hauptcharakter auf ruppigen Sex steht. Tut das aber auch die Frau? Freiwillig? Ich bezweifle es.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 15. Januar 2015 - 23:00 #

ich bezweifle, dass das ein spiel wird in dem solche fragen im detail geklärt werden ^^

Olipool 16 Übertalent - 4334 - 16. Januar 2015 - 10:47 #

Dei Zensurstelle hat ja nicht nur ein Video gesehen, sie hats auch selber gespielt und über deren Urteil diskutieren wir ja. Sollte sich das Spiel doch als ganz anders heraus stellen, so ist die Diskussion trotzdem führenswert. Allein die Tatsache, dass ein sexuelle-Gewalt-o-Meter angezeigt wird, spricht Bände...

Sylar 13 Koop-Gamer - 1333 - 16. Januar 2015 - 1:12 #

Also ich kann mangels genauerer infos zu dem spiel nicht sagen, ob der Inhalt des Prüfberichtes so zutrifft wie beschrieben oder doch stark übertreibt, aber nachdem jetzt hier ausführlich über das Handeln der Prüfbehörde und Zensur im Allgemeinen diskutiert wurde, stelle ich mir doch eher die Frage wozu diese Szene überhaupt gut sein soll!?
Ich weiss ja nicht wie ihr dazu steht, aber ich hab keine Lust Spiele zu spielen in denen mein Avatar zum Vergewaltiger wird. (Ohne darauf eingehen zu wollen dass die Morde ansich ja viel brutaler seien, das gibt mir nämlich auch nichts)
Ich lese hier immernur von Zensur hier und persönliche Freiheit da, aber wer von euch findet diese Szene angebracht?
Nicht falsch verstehen, ich bin auch gegen staatliche Zensur und diese sollte auch bei HM2 nicht angewendet werden, aber ich frage mich für wen eigentlich solche Szenen gemacht werden bzw. wer daran eigentlich Spaß hat. Ich jedenfalls nicht.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 16. Januar 2015 - 2:32 #

auch solche szenen sind im kontext des gesamtwerkes zu sehen. andernfalls könntest du mit jener gragestellung praktisch jedes werk auf diese weise zerpflücken.
solch eine szene muss auch nicht spaß oder gar anturnen machen, damit sie gerechtfertigt ist. auch eine negativer reaktion des betrachters kann die erzielte wirkung sein und ingesamt diesen dennoch überzeugen.

Olipool 16 Übertalent - 4334 - 16. Januar 2015 - 10:43 #

in diesem fall aber, wenn ich mal von hotline miami 1 ausgehe, ist die gewalt ins keinster weise abschreckender natur, da sie sehr comichaft umgesetzt ist. daher glaube ich auch eher, dass die vergewaltigung keine edukative wirkung haben soll sondern eher in richtig tarantino geht. mir fällt da from dusk til dawn z.b. ein, in der die vergewaltigung abschreckend ist, ja, den charakter als "böse" etabliert, ja, aber das wär auch alles anders möglich, die tatsache, dass die szene so umgesetzt ist wie sie ist, sagt in meinen augen eher etwas über tarantino aus, als über die protagonisten.

Ganon 23 Langzeituser - P - 40413 - 16. Januar 2015 - 10:55 #

Nun ja, auch wenn die Grafik in Hotline Miami sehr grobpixelig und comichaft ist, ist die Gewaltdarstellung ja sehr explizit mit ihren riesigen Blutlachen und so. Das kann man schon abschreckend finden. Und auch wenn ich die Vergewaltigungsszene noch nicht gesehen habe, könnte man darüber vermutlich dasselbe sagen. Die Grafik bleibt ja im Wesentlichen gleich, also wird das im Stil ähnlich sein. Ob man das dann abschreckend findet, liegt im Auge des Betrachters, aber realistischerweise sollte das dann für das Abknallen von Leuten und für die Vergewaltigung gleichermaßen gelten - oder eben nicht.

Olipool 16 Übertalent - 4334 - 16. Januar 2015 - 11:08 #

ja ich meinte die gesamtdarstellung mit comichaft, nicht nur die grafik sondern die riesenblutlache, das abschlachten mit einem messerhieb etc. und ich wollt damit nicht sagen, dass es nicht abschreckend ist, sondern dass es nicht das primärziel der entwickler war, die abschreckung zu erzeugen (mir poppt grad old boy in den kopf als gegenbeispiel).
und richtig was du anmerkst, das abschlachten sollte eigentlich genauso abschrecken, hatte ich weiter oben schonmal angemerkt, dass es ein sehr interessantes phänomen ist, dass uns das schon gar nicht mehr als abstoßend auffällt (ausnahmen gibts immer). heißt das nicht, dass wir uns schon so richtig dran gewöhnt haben? und würde sowas mit vergewaltigungsszenen nicht auch irgendwann so gehen? und wäre der transfer auf die echtwelt für manchen leichtgeist dort nicht viel leichter, weil weniger auswand involviert ist? gab doch auch mal vor jahren die diskussion, ob h&m seine halbnackten models an bushaltestellen aushängen sollte und ob sowas wartende frauen nicht gefährden könnte.

Way Forward (unregistriert) 16. Januar 2015 - 8:31 #

Hotline Miami 2 developer to censored Australians: “Just pirate it”

arstechnica.com/gaming/2015/01/hotline-miami-2-developer-to-censored-australians-just-pirate-it/

Geile Aussage! Ganz schön viele Moralapostel hier.

Vampiro 22 AAA-Gamer - P - 35715 - 16. Januar 2015 - 11:59 #

Saugeil!

stylopath 16 Übertalent - 4555 - 16. Januar 2015 - 12:01 #

"Wenn es am Ende in Australien nicht veröffentlicht werden kann, besorg dir nach dem Release einfach eine Raubkopie. Du musst uns kein Geld schicken, genieß einfach das Spiel."

Absolut cool, die wohl beste PR die man machen kann.

blobblond 19 Megatalent - 18595 - 16. Januar 2015 - 12:05 #

Die Entwickler könnten es auch kostenlos auf ihrer Homepage anbieten.
So bräuchte man sich um Maleware keine gedanken machen.

Green Yoshi 21 Motivator - 25529 - 16. Januar 2015 - 13:57 #

Da würden dann aber auch Nicht-Australier zuschlagen. ^^

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. Januar 2015 - 15:10 #

Die Entwickler haben eine gepatchte Bugfreie Version auf Piratebay hochgeladen, damit die Leute mit Malware und der verbuggten 1. Version keine Probleme haben.

Philley (unregistriert) 16. Januar 2015 - 12:18 #

"ALLUDE to sexual violence" trifft es ziemlich genau, denn man sieht im Video ziemlich gut, dass man

a) nichts sieht und
b) es sich nicht um "Spielrealität" handelt, sondern um ein Filmset und
c) man entscheiden kann, ob man diese 1,5 Sekunden an Animation sehen möchte.

Für ein Spiel, das eh keine Jugendfreigabe erhält, finde ich das ziemlich lächerlich. Allerdings sollte es auch nicht schwer sein, den Part zu entfernen.

P.S.: There's no such thing as bad publicity. Wir wissen nun alle bescheid, dass Hotline Miami bald erscheint. -> kostenlose Werbung

Ganon 23 Langzeituser - P - 40413 - 16. Januar 2015 - 12:36 #

"Wir wissen nun alle bescheid, dass Hotline Miami bald erscheint. -> kostenlose Werbung"

Stimmt schon, allerdings gehen die Einnahmen aus Australien verloren.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 13:32 #

Wie ist das mit dem Filmset gemeint? Aus der obigen Beschreibung geht nicht hervor, dass es sich um keine "spielreale" Handlung handelt.

Ganon 23 Langzeituser - P - 40413 - 16. Januar 2015 - 13:38 #

Aus dem oben im Update verlinkten Video der Szene schon.

Larnak 21 Motivator - P - 26265 - 16. Januar 2015 - 13:42 #

Das muss ich dann wohl mal gucken nachher :)

calleg 14 Komm-Experte - 2485 - 16. Januar 2015 - 12:37 #

Was ein kranker scheiss. Braucht kein mensch.

Marulez 15 Kenner - P - 3579 - 16. Januar 2015 - 12:44 #

"kopiert es einfach"
Man sind das gute Vorbilder diese Entwickler

Philley (unregistriert) 17. Januar 2015 - 20:35 #

Ist doch aber die Realität. Wer ein Spiel unbedingt spielen will, aber nicht bereit ist, es zu kaufen, wird es kopieren, ob man ihm das nun sagt, oder nicht. Macht, denke ich, keinen Unterschied.

Wer nicht bezahlen will, oder kann, den hast Du als Kunden schon verloren, bevor er es sich kopiert.

Toxe 22 AAA-Gamer - P - 32156 - 16. Januar 2015 - 12:52 #

Diese ganze Thematik der Altersfreigabe in Australien geht mir eigentlich ziemlich am Pöppes vorbei aber ich habe mir gerade mal die Szene im oben verlinkten Video angeschaut und da kann ich jetzt erstmal nur sagen: Was ist denn das für ein Blödsinn? Macht das in irgendeiner Form Sinn?

Womit ich jetzt nicht das Spiel meine, sondern nur diese Szene. Ich spiele ja auch gerade Hotline Miami 1 und das Spiel ist super, nur obige Szene finde ich jetzt erstmal ziemlich idiotisch. OK, vielleicht fehlt mir da noch weiterer Kontext und mir ist schon klar daß auch sehr bizarre Dinge in Hotline Miami vor sich gehen aber egal, obige Szene... macht für mich erstmal keinen Sinn und wirkt eher albern.

Ganon 23 Langzeituser - P - 40413 - 16. Januar 2015 - 13:07 #

Jetzt hab ich mir das Video angeguckt und finde die ganze Aufregung nur noch lächerlich. Die im Prüfbericht geschilderte Szene kann ich da nicht erkennen.

"Er drückt die Frau an den Armen nach unten [...] und vergewaltigt sie rücksichtslos von hinten, während man sieht, wie sie mit den Beinen strampelt."

Ähm, nö, nicht wirklich. Noch dazu wird im Kontext klar, dass es sich nur um Filmaufnahmen handelt und der Frau in Wirklichkeit nichts passiert. Bescheuert!

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7101 - 17. Januar 2015 - 12:48 #

Genau das war auch mein Gedanke. Auch wenn es zumindest für mich keinen großen Unterschied macht, kann man außerdem wählen, ob man die Szene sehen möchte.

Dominius 17 Shapeshifter - P - 7373 - 16. Januar 2015 - 13:18 #

Ich möchte mal meinen Senf dazu geben, wieso (vermutlich nicht nur) ich "Vergewaltigung" und "sexualisierte Gewalt" in Videospielen als problematischer empfinde als etwa Mord.

Das hängt einfach damit zusammen, dass die Fallzahlen für sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung um mindestens ein Zehnfaches höher sind, je nach dem, was genau betrachtet wird.
Das bedeutet zweierlei: Einerseits sind die Opferzahlen damit auch deutlich höher, es gibt also viel mehr Menschen, die eine entsprechende Erfahrung gemacht haben und auch Menschen, die solche Menschen kennen. Für die ist es sicher nicht schön, solche Szenen zu sehen.
Es bedeutet aber auch, dass Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (wie es beim BKA heißt) eine wesentlich niedrigere Hemmschwelle haben als Strafteten gegen das Leben. Leute trauen sich also eher, zu vergewaltigen als zu töten.

Im gesellschaftlichen Kontext sind also mehr Menschen von Vergewaltigung etc. betroffen als von Mord. Die Wahrnehmung dessen, gerade im privaten Rahmen, wird also auch wesentlich höher sein. Dazu kommen Statistiken darüber, dass etwa jede dritte Frau* in ihrem Leben mindestens einmal sexualisierte Gewalt erlebt. Das ist eine ganz andere Dimension.

Für Spiele bedeutet das, dass die Abstraktionsebene bei Mord einfach wesentlich höher ist. Die statistische Wahrscheinlichkeit, Mordopfer zu werden, einen Mord zu begehen oder einen zu beobachten ist äußerst gering. Da Mord also extrem wenig mit der Lebensrealität der meisten Menschen zu tun hat, ist eine Distanzierung einfacher. Bei Vergewaltigung und sexualisierter Gewalt ist dies aus genannten Gründen schon anders. Da ist die statistische Wahrscheinlichkeit für die genannten Dinge wesentlich höher, daher (vermutlich) die Distanzierung eventuell schwieriger und der Abstraktionsgrad niedriger. Eben genau weil es wahrscheinlicher ist, dass mensch sowas schonmal erlebt oder mitbekommen hat.

Zu den Zahlen: 2013 gab es in D knapp 3000 Straftaten gegen das Leben und etwa 47000 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. (Quelle: Statistik des BKA)

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12159 - 16. Januar 2015 - 14:12 #

nur um mal bei dieser dieser oft erwähnten aber offensichtlich oftmals nicht genau nachgelesenen studie nachzuhaken. dabei ging es um allgemeine physische gewalt (darunter auch sexuelle) gegenüber frauen innerhalb der EU. das ergebnis war dann, dass ein drittel aller frauen schon mal gewalt in welcher form auch immer erlebt hat. das ist zwar unschön aber nicht wirklich erschreckend. ich kenne aus meinem umkreis wirklich niemanden, der in seinem leben nicht schon mal körperliche gewalt erlebt hat. das so etwas im verlaufe des lebens vorkommt ist eigentlich etwas normales. insofern kann man sich eigentlich auch freuen, dass nur ein drittel der frauen überhaupt körperliche gewalt aus eigener erfahrung kennen. männer dürften diesbzgl eine wesentlich höhere quote haben.

Olipool 16 Übertalent - 4334 - 16. Januar 2015 - 15:10 #

Ah, danke für den Punkt mit der Abstraktionsebene, das scheint wirklich der Kasus Knacktus zu sein, dass es wesentlich weiter von der Lebensrealität weg ist. Ggf. spielt auch noch rein, dass hier das "schwache Geschlecht" betroffen ist. Bin mir recht sicher, dass man es weniger schlimm empfünde, wenn dort ein böser Muskelprotz unter den "Hammer" käme. Ebenso wird es vielleicht fraglicher, auf weibliche Bösewichte zu schießen, aber das ist erstmal in den Raum spekuliert.

volcatius (unregistriert) 16. Januar 2015 - 13:49 #

Nette Reaktion des Entwicklers auf die ganze Heuchelei.

Noodles 23 Langzeituser - P - 38587 - 16. Januar 2015 - 15:44 #

Also in dem Video wirkt die Szene jetzt viel weniger schlimm, als sie im Prüfbericht beschrieben wurde. Den Sinn der Szene sehe ich aber immer noch nicht.

Ultrabonz 14 Komm-Experte - 2316 - 16. Januar 2015 - 16:58 #

Doppelmoral :(

Filme und Spiele werden immer noch nicht gleich behandelt.

Im Vergleich zu der pausenlosen Gewaltorgie dieses Spiels ist die Vergewaltigungsszene völlig harmlos.

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