Kurztest: Escape Dead Island

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Rüdiger Steidle 4405 EXP - Freier Redakteur
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20. November 2014 - 19:32 — vor 1 Jahr zuletzt aktualisiert
Statt an das erfolgreiche Original anzuknüpfen, geht der jüngste Ableger der Dead Island-Saga eigene Wege, verheddert sich dabei allerdings im Genredschungel: Er kann sich einfach nicht entscheiden, ob er Survival-Horror, Action-Adventure oder Schleich-Shooter sein will.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Das ursprüngliche Zombie-Metzelfest Dead Island konnte als clevere Mischung aus Shooter, Rollenspiel und Überlebensabenteuer trotz beträchtlicher technischer Probleme eine große Schar Anhänger für sich begeistern. Ein Kunststück, das weder dem vorschnell nachgeschobenen Nachfolger Dead Island Riptide noch dem Spin-off Epidemic erneut gelingen wollte. Dem vierten Serienspross Escape Dead Island, entwickelt von War of the Roses-Macher Fatshark, kann man immerhin den Willen zu einigen Neuerungen nicht absprechen. Ob uns die aufwendig inszenierte Geschichte motiviert hat, das Geheimnis um das zombieverseuchte Pazifikeiland Narapela aufzuklären, erfahrt ihr im Folgenden.

Gestatten, Cliffy C
Schaffen wir es, einen Zombie von hinten zu überraschen, ist er sofort, äh, tot.
Wir schlüpfen in die Turnschuhe von Cliff Calo, verwöhntes Söhnchen eines reichen Medienmoguls. Der möchte offensichtlich seine Vaterkomplexe überwinden, indem er zusammen mit zwei Freunden den Zombie-Ausbruch auf Banoi und Narapela untersucht. Natürlich kommt es, wie es kommen muss: Das Boot, mit dem das Trio auf die abgelegene Tropeninsel schippert, sinkt nach einem Beben vor der Küste, und wir müssen die drei Möchtegernreporter irgendwie wieder in Sicherheit bringen.

Dabei bekommen wir es nicht nur mit wandelnden Leichen zu tun, sondern auch mit dem Sicherheitsapparat des für die Kannibalenseuche verantwortlichen Konzerns Geopharm und anderen Parteien. Herauszukriegen, wie es zu der Epidemie kommen konnte und wer welche Rolle spielt, ist unser Hauptantrieb.

Zwar lässt die Story kaum ein Genreklischee aus und baut auch keinen der Charaktere als Sympathieträger auf, wird aber mit 3D-Filmsequenzen, zahlreichen Dialogen und Einspielern im Comic-Stil sehr ansprechend erzählt. Zudem finden wir bei unseren Touren immer wieder versteckte Hinweise: Tagebucheinträge, Forschungsberichte, Audiologs, Postkarten oder Videoaufzeichnungen, die uns weitere Einblicke in die Hintergründe gewähren. Das Suchen und Sammeln spornt uns zusätzlich an. Leider gibt es aber kaum wirklich nützliche Gegenstände zu finden, auch vom Crafting aus Dead Island 1 keine Spur.

Auf der Pirsch nach Untoten
Anders als das ursprüngliche Dead Island wählt Escape eine Third-Person-Ansicht, wir blicken Cliff bei unseren Touren also über die Schulter. Das ist insofern hilfreich, als das Anpirschen an Gegner und deren heimtückisches Abmurksen ein wesentliches Spielelement darstellt – und das klappt nun mal besser, wenn wir mit der frei drehbaren Kamera vorsichtig um Ecken oder über Hindernisse spähen können. Ein Ausrufezeichen über den Köpfen unserer Opfer signalisiert uns Entdeckungsgefahr: Füllt es sich rot, droht uns die Aufmerksamkeit des Menschenfressers, färbt es sich gelb oder verschwindet es ganz, können wir uns sicher wähnen.

Mitunter finden wir in der Umgebung Objekte, die wir zur Ablenkung nutzen können: Radios, Alarmanlagen – alles, was Krach macht, lockt die neugierigen Gammelfleischträger an. Der große Vorteil der Stealth-Kills ist, dass wir damit bis auf Bosse jeden Zombie sofort ausschalten können. Frontalattacken fallen wesentlich riskanter aus.

Leider funktioniert die Sichtmechanik nicht ganz reibungslos: Teilweise erspähen uns die lebenden Toten aus den unmöglichsten Winkeln oder greifen uns durch Türen und Kisten hindurch an. Es gibt außerdem genug Stellen in Escape Dead Island, an denen wir um einen offenen Schlagabtausch nicht herumkommen. Dazu nutzen wir entweder Nahkampfwaffen wie Knüppel und Äxte oder Schießeisen wie Pistolen und Schrotflinten.

Eine links und eine rechts
Gehen wir in den Clinch, können wir eine leichte, schnelle Attacke oder einen härteren, aber auch schwerfälligen Hieb versuchen. Tatsächlich dauert die Animation für den Powermove derart lange, dass wir währenddessen fast immer zwei, drei Treffer einstecken, was ihn nahezu unbrauchbar macht. Das gilt übrigens genauso für Finishing-Moves bei am Boden liegenden Kontrahenten: Weil wir währenddessen weiterhin Angriffen ausgesetzt sind, verzichten wir besser auf solche Aktionen. Da obendrein das Ausweichen auf Tastendruck schwer zu kontrollieren ist, erschöpfen sich die Nahkämpfe meist darin, schneller drauflos zu kloppen als die Widersacher und im Zweifelsfall Reißaus zu nehmen.

Cliff hält nicht wirklich viel aus, zudem können wir mangels Gesundheitsanzeige nur schwer erkennen, wie es um unseren Helden bestellt ist. Zunehmend größere Blutspritzer auf dem Bildschirm sind der einzige Hinweis, dass wir besser die Beine in die Hand nehmen sollten. In Verschnaufpausen füllt sich der Hitpoint-Vorrat wieder auf.

Schießeisen lassen sich etwas komfortabler handhaben: Der Colt richtet zwar nur bei Kopftreffern nennenswert Schaden an, ist dafür aber auch auf größere Entfernungen noch zielgenau. Die Pumpgun nehmen wir fürs Grobe, wenn wir etwa in einer Sackgasse einem Haufen Finsterlinge gegenüberstehen. An Patronen herrscht (angesichts des Szenarios überraschenderweise) selten Mangel. Geben wir an einer bestimmten Stelle allzu oft den Löffel ab, hilft uns das Programm sogar mit zusätzlichen Munitionspäckchen aus; der Spielstand wird vor Schlüsselereignissen automatisch gesichert.

Zur Seite 2 unserer Review zu Escape Dead Island

Mit der Pistole richten nur Kopftreffer nennenswert Schaden an.
Nokrahs 16 Übertalent - 5686 - 20. November 2014 - 19:52 #

Spricht mich nicht wirklich an. Der kunterbunte Comic Look wirkt auf mich wie ein Telltale Spiel auf Drogen. Dann lieber noch mal "The Last of Us" und im Anschluß ein Telltale Spiel.

Kleiner Fehler im ersten Absatz des Tests: "Dead Island 2" ist noch nicht erschienen. Der angesprochene "Nachfolger" trägt den Namen "Dead Island: Riptide" und spielt sich wie ein großed "add-on".

falc410 14 Komm-Experte - 2357 - 20. November 2014 - 21:17 #

Das ändert nichts an der Tatsache das ein Dead Island 2 gerade in der Entwicklung ist.

Nokrahs 16 Übertalent - 5686 - 20. November 2014 - 21:20 #

" Ein Kunststück, das weder dem vorschnell nachgeschobenen Nachfolger Dead Island 2 noch dem Spin-off Epidemic erneut gelingen wollte."

Klingt so, als wäre Dead Island 2 schon lange erschienen? Das es in der Entwicklung ist und nicht von Techland weil die mit "Dying Light" an den Start gehen weiss ich selbst.

Noodles 21 Motivator - P - 30231 - 20. November 2014 - 21:20 #

Und das ändert nix an der Tatsache, dass im Artikel trotzdem Riptide gemeint ist und fälschlicherweise Dead Island 2 geschrieben wurde. :P

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324509 - 20. November 2014 - 22:29 #

Wird korrigiert!

falc410 14 Komm-Experte - 2357 - 21. November 2014 - 8:18 #

Ok, ist akzeptiert :)

malkovic 13 Koop-Gamer - P - 1253 - 20. November 2014 - 22:28 #

Am Spiel hab ich kein Interesse, aber der Testbericht ist ziemlich pfiffig geschrieben! Bitte mehr davon...

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23320 - 21. November 2014 - 9:12 #

Ja, da hätte es im November spannendere Spiele zum testen gegeben. Beispielsweise die Halo Masterchief Collection, Little Big Planet 3, Persona Q und Super Smash Brothers WiiU. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

stylopath 16 Übertalent - 4053 - 21. November 2014 - 3:32 #

Spricht mich nicht an, aber guter Test!

Goldfinger72 15 Kenner - 3093 - 21. November 2014 - 9:48 #

Den Grafikstil finde ich sehr schick. Nur schade, dass das eigentliche Spiel da nicht mithalten kann.

Gatling_Jack 07 Dual-Talent - 149 - 21. November 2014 - 15:24 #

wie man das Spiel auch immer im Einzelnen findet, der Preis ist der größte Witz - 39,99 Euro.
Für das gebotene und nur SP wären vielleicht die Hälfte angemessen.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 167329 - 23. November 2014 - 15:38 #

Danke für den Test, mit einem eher durchschnittlichen Spiel hatte ich nach den ersten Berichten auch gerechnet.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33857 - 23. November 2014 - 23:21 #

Ein Stealth-Spiel mit Zombies ist schon eine merkwürdige Idee...

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