Indie-Check: Tri - Of Friendship and Madness
Teil der Exklusiv-Serie Indie-Check

PC
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19. Oktober 2014 - 0:30 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
In unserer Rubrik Indie-Check stellen wir euch jede Woche ein interessantes PC-Spiel eines unabhängigen Entwicklerstudios vor. Die Rubrik wird von unseren Usern Der Marian, Zaunpfahl und Dominius betreut.

Im heutigen Indie-Check geht es um den Egosicht-Puzzle-Plattformer Tri - Of Friendship and Madness, das von seinem Spielprinzip an bekannte Spiele wie Portal 2 (GG-Test 9.0), Quantum Conundrum (GG-Test: 7.0) und Q.U.B.E. erinnert. Alleine diese Aufzählung sollte doch schon reichen, euer Interesse zu wecken, oder nicht?

Gefuchste Plattformen
Im Gegensatz zu den genannten Spielen könnt ihr in Tri aber weder Portale erstellen oder die Wände verschieben noch irgendwelche Dimensionen wechseln – und auch fummelige Sprungeinlagen bleiben euch erspart. Das zentrale Spielelement sind nämlich die namensgebenden Tris, Dreiecke, die ihr mit Hilfe einer besonderen Kraft erstellt, in dem ihr drei beliebige Punkte in der Landschaft verbindet. Die einzige Regel, die ihr dabei beachten müsst: Die Punkte dürfen nicht zu weit auseinander liegen. Auf diese Weise erstellt ihr Plattformen, die euch neue Routen in den Levels ermöglichen. Da es keine Begrenzung gibt, wohin und wie viele Tris ihr erstellt, lässt euch das Spiel jederzeit genügend Raum für unterschiedliche, kreative Lösungsansätze.

Doch damit nicht genug. Einige Levels später erlernt ihr die Fähigkeit, auf Tris auch dann zu laufen, wenn sie sich an Wänden oder an der Decke befinden. Habt ihr diesen Kniff einmal verinnerlicht, seid ihr in der Lage, quasi beliebig durch die Levels zu stapfen. Allerdings passiert es schnell, dass ihr die Orientierung verliert und nicht mehr wisst, in welche Richtung die Schwerkraft nun wirkt.
Selbst die Blätter an den Büschen stehen ganz im Zeichen der Dreiecke.
Story und Technik
Eine Hintergrundgeschichte gibt es natürlich auch. Sie handelt von der Urgeschichte zweier Füchse (in diesem Falle göttliche und neckische Wesen im Sinne der japanischen Mythologie), die in der Welt der seltsamen Götter lebten, aber nun irgendwie verschwunden sind. Eure Aufgabe ist es, sie wiederzufinden, wobei ihr dazu die gestellten Puzzle-Aufgaben bewältigen sollt. Dazu müsst ihr in jedem Level drei Fuchsstatuen finden und an einen Ort bringen, wo sich dann das Portal zur nächsten Welt öffnet.

Die Steuerung macht keine Zicken und reagiert ordentlich. So habt ihr immer die Möglichkeit, euch nach Sprüngen an Kanten festzuhalten, wobei eure Sprungkraft an sich nicht sonderlich groß ist. Auch das Setzen der Tris geht leicht von der Hand. Grafisch reißt Tri keine Bäume aus. Die durch die leicht surreale und abstrakte Architektur erzeugte Stimmung und das Design erwecken aber trotzdem den Eindruck einer anderen Welt. Kleine Details wie sich bewegende Masken an den Wänden oder verschwindene Füchse lassen die Schauplätze auch ein wenig mysteriös wirken. Die musikalische Untermalung ist zurückhaltend, aber angenehm sphärisch, die (englische) Sprachausgabe, sowohl in den Zwischensequenzen als auch bei eurem „Lehrer“ kann ebenfalls überzeugen.

Eine Frage der Perspektive: In Tri befindet sich der Boden gerne mal oben.
Gelungene Rätselkost
Die wichtigste Frage bei einem Puzzle-Spiel ist aber nicht etwa die nach der Grafik, der Musik oder der Story, sondern die nach den Puzzles. Diese sind, vor allem was das Finden der drei Fuchsstatuen pro Kapitel angeht, angenehm herausfordernd, aber auch nicht zu schwierig gestaltet. So müsst ihr öfter an Wänden und Decken entlang, um Schalter umzulegen. Manchmal sollt ihr auch Kisten stapeln, um an höhere Orte zu kommen, oder ihr dürft gleich ganze Teile der Levelarchitektur rotieren, um versteckte Abschnitte zu erkunden. Einziger Wermutstropfen: Die Physikengine reagiert teilweise zu empfindlich.

Mit ein wenig Hirnschmalz sind alle Rätsel zu meistern. Wenn ihr jedoch eine weitere Herausforderung sucht, solltet ihr nach den geheimen goldenen Idolen Ausschau halten, die teilweise an wirklich unmöglichen Orten versteckt sind. Dafür ist dann die Freude über den Fund umso größer – und für diejenigen, denen das wichtig ist, gibt es dafür sogar manchmal ein Steam-Achievement. Außerdem schalten die gesammelten Idole Bonusinhalte wie Screenshots oder Level-Kommentare frei.

Fazit
Tri erreicht sicher nicht den nahezu perfekten Glanz eines Portal 2, muss sich deswegen aber bestimmt nicht verstecken. Die Mechanik, neue Plattformen zu erstellen, eröffnet euch teilweise absurd kreative Möglichkeiten, mit der Levelarchitektur zu spielen – wenn ihr dann plötzlich auf dem „Dach“ des Levels steht, werdet ihr des Öfteren stolz denken, die Leveldesigner überlistet zu haben.
  • 3D-Puzzle-Plattformer
  • Einzelspieler
  • Für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Preis: 12,99 Euro bei Steam und GOG
  • In einem Satz: Gewitzter Puzzle-Platformer, in dem ihr buchstäblich um drei Ecken denken müsst.
Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 14902 - 19. Oktober 2014 - 0:50 #

Ui das klingt in der Tat spannend. Wandert auf die Wunschliste :)

EddieDean 14 Komm-Experte - P - 2470 - 19. Oktober 2014 - 7:55 #

Könnte mir nach the swapper gefallen

Der Marian 19 Megatalent - P - 18144 - 19. Oktober 2014 - 8:05 #

Etwas verspätet diese Woche ;).

Interessantes Spiel, das übrigens von einem deutschen Zwei-Personen-Indiestudio aus Halle zunächst als 72-Stunden-Prototyp für den Ludum Dare Gamejam eintwickelt wurde. Die Prototypenversion kann man hier auch mal anspielen:
http://ludumdare.com/compo/ludum-dare-20/?action=preview&uid=3663

Der Insert Moin Podcast hat auch ein ausfürliches Interview mit den Entwicklern:
http://superlevel.de/cast/im1119-tri-interview-mit-rat-king-entertainment/

immerwütend 22 AAA-Gamer - P - 31586 - 19. Oktober 2014 - 17:46 #

Klingt gut - und sogar ganz ohne Multiplayer :-)

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 37732 - 19. Oktober 2014 - 20:20 #

Kenne ich von Wasteland 2. :)

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 36805 - 29. Oktober 2014 - 15:33 #

Das war mir tatsächlich völlig neu, klingt aber sehr interessant. Kann mir jemand was zum Umfang sagen? Wie lange sitzt man in etwa dran?

Jana Reinhardt (unregistriert) 3. November 2014 - 19:23 #

Hallo und vielen Dank für die Review. Hat uns sehr grefreut!
Der Umfang von TRI beläuft sich auf ca. 8-10 Stunden, je nachdem wie man sich anstellt ;) und ob man alle Secrets finden möchte.

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