eShop-Check: Lone Survivor - Director's Cut
Teil der Exklusiv-Serie eShop-Check

WiiU
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15. Oktober 2014 - 7:30 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Jede Woche stellen wir euch ein interessantes eShop-Spiel (WiiU, 3DS oder Virtual Console) vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Um diese Rubrik kümmern sich unsere User CptnKewl und mrkhfloppy.

Spätestens seit Hotline Miami (GG-Test: 8.0) wissen wir: Wo Jasper Byrne drauf steht, ist tolle Musik drin. Neben seiner Tätigkeit als Komponist entwickelt der Brite aber auch eigene Spiele, zumeist im Alleingang. Bereits mit Soundless Mountain 2, einem 2D-Demake von Silent Hill 2, bewies er seine Liebe zum Horrorgenre und unterstreicht diese nun mit Lone Survivor. Wir haben den Director’s Cut auf der WiiU getestet und verraten euch im heutigen eShop-Check, ob der Titel uns trotz Pixeloptik das Fürchten gelehrt hat.

Der einzige Überlebende
Ihr kauert in einer dunklen Ecke. Es hat euch nicht erwischt. Ihr lebt noch. Das Geräusch einer ächzenden Maschine dringt aus den Lautsprechern und warnt euch als eine Art Instinkt vor dem langsam schlürfenden Haufen Fleisch, der früher einmal ein Mensch war. Hättet ihr noch drei Kugeln im Lauf, könntet ihr der armen Seele Frieden schenken. Ausgehungert und dem Wahnsinn nahe müsst ihr ihn jedoch passieren lassen und schnell euer Heil in der Flucht suchen. Irgendwo muss es einen Ausweg aus diesem Alptraum geben!

Die 2D-Welt von Lone Survivor ist menschenleer, düster, beklemmend. Das Spiel verrät euch nicht, warum gerade ihr die große Seuche überlebt habt, die den Rest der Menschheit in hungrige Zombies verwandelte. Ausgerüstet mit einer Taschenlampe und einer Handfeuerwaffe durchforstet ihr die drei Etagen des Wohnblocks, der noch vor Kurzem euer Zuhause war. Obwohl ihr das Geschehen von der Seite betrachtet, bewegt ihr euch durch eine dreidimensionale Welt. Habt ihr euch daran gewöhnt, dass es Türen im Vorder- und Hintergrund gibt, fällt die Orientierung dank der Übersichtskarte leicht. Verschlossene Zugänge, eingestürzte Korridore und Orte von besonderer Bedeutung werden automatisch in diese eingetragen.
Eure einstigen Nachbarn sehnen sich jetzt nach eurem Fleisch.

Versteckspiel mit Pixel-Look
Der Director's Cut
Lone Survivor erschien ursprünglich 2012 für den PC. Für die Veröffentlichung im Playstation Network polierte Byrne das Spiel technisch auf und fügte auch neue Inhalte hinzu. Darunter befinden sich Musikstücke, zusätzliche Räume sowie weitere Nebenaufgaben. Der neue Expertenmodus intensiviert die Spielerfahrung zusätzlich. Hierbei fehlen zum Beispiel sämtliche Hinweise auf Interaktionen mit der Umgebung.
Ein Hinweis zu Beginn führt euch zu einer vermeintlichen Party, auf der ihr weitere Überlebende vermutet. Zunächst noch unbewaffnet, könnt ihr euch an vorgegebenen Stellen in den dunklen Ecken des Hintergrunds verstecken und die Untoten umschleichen. Mit verrotteten Fleisch aus den Kühlschränken eurer ehemaligen Nachbarn könnt ihr deren Laufwege auch zu euren Gunsten manipulieren. Kreuzt ihr den Pfad der Zombies nicht zu nahe und habt eure Taschenlampe ausgeschaltet, lassen diese euch zumeist auch in Ruhe. Ein paar verschlossene Türen, Umwege und einfache Kombinationsrätsel später gelangt ihr schließlich auf die Feier. Die Anwesenden zelebrieren das Leben ob des sicheren Todes, nur euer Alter Ego kann das nicht nachvollziehen. Letztlich verlassen wir die Wohnung mit einer Waffe sowie einigen Fragen und suchen unser heimisches Bett zum Speichern auf.

Auf eurem Weg durch das Wohnhaus begegnen euch überall Verfall und Verderbnis. Trotz der absichtlich niedrig aufgelösten und grobpixeligen Optik strahlt jeder Ort in Lone Survivor eine beklemmende Morbidität aus. Erdfarbene Töne sowie geschickt eingestreute Farbfilter und Nebeleffekte kreieren eine Atmosphäre, die nicht von ungefähr an die ersten Teile der Silent Hill-Reihe erinnert. Wie in Konamis Horrorserie warnt euch ein Rauschen vor nahenden Feinden, und die Lampe trägt der Protagonist stilecht an die Brusttasche geheftet. Der hervorragende Synthie-Soundtrack, der bisweilen auch Ambient-Töne anschlägt, rundet das Endzeitabenteuer ab.

Blaue und grüne Pillen
Wenn ihr schließlich im letzten Akt die Stadt erreicht, habt ihr nicht nur den Untoten, sondern auch dem ständigen Hunger und drohenden Wahnsinn getrotzt. Solltet ihr nicht regelmäßig Nahrung zu euch nehmen und das Bett für eine Nacht aufsuchen, sinkt eure Lebensenergie auf ein absolutes Minimum, sterben werdet ihr aber nicht. Mangels einer Anzeige müsst ihr dies alles dem aktuellen Rotstich des Bildschirms entnehmen. Ihr werdet Personen begegnen, die sich urplötzlich in Luft auflösen. Ihr werdet  Gedächtnislücken eures Charakters bemerken. Und ihr werdet merkwürdigen Visionen beiwohnen.

Schluckt ihr vor dem Schlafen eine Pille, führt ihr im Traum Dialoge mit skurrilen Charakteren; am nächsten Morgen finden sich dann Batterien für die Lampe oder ein neues Magazin im Inventar. Überschneidungen mit der Realität und die Frage, ob ihr nicht mit einer Projektion eurer selbst redet, prägen die Träume zunehmend. Auch die Unterhaltungen mit anderen Überlebenden – und sei es eine Katze – werfen mehr Fragen als Antworten auf. Die fünf möglichen Enden von Lone Survivor hängen auch davon ab, ob ihr euch für die nächtlichen Drogentrips entscheidet und welche Gesprächsoptionen ihr trefft.
Dem Mann mit dem Pappkarton begenet ihr in den skurrilen Traumsequenzen.
 
Fazit 
Lone Survivor ist eine Pixel-Hommage an die Silent-Hill-Spiele. Das beklemmende Gefühl der Einsamkeit und die omnipräsente Morbidität reichen trotz der Klötzchenoptik an die Atmosphäre des Vorbilds heran. Auch der tolle Soundtrack trägt seinen Teil dazu bei. Dass wir trotz Schlaf- und Essensentzug nicht sterben können, nimmt dem Gameplay zwar etwas den Schrecken. Dennoch ist das Erkunden der Spielwelt nichts für Zartbesaitete, denn Munition ist ein knappes Gut, das ihr sinnvoll einsetzen solltet. Habt ihr nach etwa fünf Stunden das Ende erreicht, drängt sich ob der unterschiedlichen Enden ein erneuter Durchgang geradezu auf.

  • 2D-Horror
  • Solospiel
  • Für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Off-TV-Feature
  • Erhältlich seit 16.9.2014 für 11,99 Euro
  • In einem Satz: Morbides Endzeit-Abenteuer im Pixel-Look mit doppelten Boden.

Video:

euph 23 Langzeituser - P - 38625 - 15. Oktober 2014 - 7:35 #

Sehr schöner Check. Das Spiel hört sich interessant an. Kommt auf die Liste der Spiele, die ich mal im Hinterkopf behalte.

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64867 - 15. Oktober 2014 - 7:41 #

Toller Check, KH. Hätte ich diese Konsole, ich würde zuschlagen.

Aigni 11 Forenversteher - 768 - 15. Oktober 2014 - 8:11 #

Gibt's doch auch für Steam? (http://store.steampowered.com/app/209830/)

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64867 - 15. Oktober 2014 - 8:14 #

Lass mal!Danke!

CBR 20 Gold-Gamer - P - 20263 - 15. Oktober 2014 - 7:58 #

Danke für den Test. Das Spiel habe ich zwar aus einem Humble Bundle, bisher aber immer ignoriert.

EddieDean 14 Komm-Experte - P - 2325 - 15. Oktober 2014 - 8:01 #

Hab ich noch durch PS+ auf der Konsole liegen, warte nur noch auf eine geeignete freie Nacht, in der ich es am Stück spielen kann :-)

joker0222 26 Spiele-Kenner - P - 70303 - 15. Oktober 2014 - 8:43 #

Wäre vielleicht ein Grund mal wieder die Vita zu reaktivieren.

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