Kurztest: Gauntlet

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Heinrich Lenhardt 9092 EXP - Freier Redakteur,R8,S3,A1
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26. September 2014 - 18:04 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Rein in den Dungeon, Monster killen, Gold raffen: Gauntlet stattet vier Helden der Spielautomaten-Vergangenheit mit neuen Kampftricks aus und bewahrt dabei seinen unkomplizierten Spielspaß, der sich vor allem beim Zusammenspiel im Freundeskreis entfaltet.
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Glück gehabt, der Krieger ist ein Netter: Zerstört relativ wenig Nahrungsmittel und tritt auch mal zur Seite, damit Mitspieler ihren Goldanteil sammeln können. Im Duett schlagen wir uns ganz nett und räumen alle drei Levels eines Dungeons ab. Nach knapp einer halben Stunde gibt's den Schadensausteil- und Goldsammel-Vergleich samt Einstufung in der Weltrangliste. Das Traumpaar kann weiter machen oder sich spontan trennen, um andere Zufallsbekanntschaften in den Gauntlet-Jagdgründen zu suchen. Vielleicht versuchen wir auch solo unser Glück, um mehr Edelmetall für ein Relikt-Upgrade zu sammeln, das die Überlebenschancen unseres Helden verbessert.

Das neue Gauntlet des Jahrgangs 2014 sorgt für Action-Rollenspielglück mit ganz starker Betonung auf "Action". Es ist eine kleine, feine und schwungvolle Neuinterpretation des altehrwürdigen Arcade-Automaten für das Steam-Zeitalter. Der Umfang ist überschaubar, es dropt keine Beute als Allheil-Motivationsmittel, und eine nennenswerte Story gibt es auch nicht. Dafür wirken die selbstironisch kessen Sprüche der Charaktere erfrischender als so mancher Fantasy-Brimborium-Handlungswulst. Gauntlet punktet durch Spielwitz und Charme, seine vier unterschiedlichen Charaktere mit pfiffigen Kampffähigkeiten sowie mit einer Online-Komponente, die nicht perfekt ist, aber im Freundeskreis ihr Partyspaß-Potential ausspielt. Nach unseren ersten Erlebnissen mit einer eingeschränkten Preview-Version konnten wir in den letzten Tagen die fertige Verkaufsversion testen und dabei auch den Koop-Modus in der Praxis ausprobieren.

Actionbetontes Hack-and-Slay
Gut gelauntes Getümmel: Nichts geht über eine chaotische Vier-Spieler-Partie.
Das Spielprinzip setzt auf Hack-and-Slay der Wohlfühlsorte. Wahlweise mit Fernkämpfer (Elf, Zauberer) oder Frontraufbold (Walküre, Krieger) rennt ihr in ein Dungeon-Labyrinth, in dem reichlich Gold von noch reichlicheren Monstermassen bewacht wird. Die Betrachterkamera hat reichlich Abstand zum Geschehen, was nicht wahnsinnig schön, aber zweckmäßig ist.

Dank guter Übersicht könnt ihr gut abhauen und ausweichen, lockt Gegner in bestimmte Ecken und Enden, um sie mit Flächenschaden effektiv wegzuputzen. Zufriedene "spielt sich gut"-Sattheit stellt sich aber nur bei Verwendung eines Gamepad-Controllers ein. Die Bedienung mit Maus und Keyboard ist zwar möglich, aber weniger intuitiv, und die Tastenbelegung nicht frei konfigurierbar.

Die Steuerung ist um einiges komplexer als bei den Serienanfängen, die uns einst an 8-Bit-Gerätschaften oder gar den leibhaftigen Spielautomaten fesselten. Neben einer Standardattacke gibt es pro Charakter mehrere Zusatzmanöver, bei denen Abklingzeiten teilweise die Dauerbenutzung einschränken. So fräst der Krieger per 360-Grad-Wirbelwind eine Schneise durch den dichtesten Monsterpulk, setzt die Walküre ihren Schild als Killer-Bumerang ein, pflanzt der Elf eine Flächenschaden-Bombe – und der Zauberer ist eine Wissenschaft für sich: In simplifizierter Magicka-Manier wechselt er durch Drücken verschiedener Tastenpärchen zwischen neun Sprüchen, vom Monsterverlangsamungs-Feld bis zur Feuerball-Granate.

Helden stärken mit Relikten
Das ansehnliche Manöverrepertoire erweitert ihr durch den Erwerb von Relikten. Der Händler hat zwölf Relikte zur Wahl, die sich bis auf Stufe 3 ausrüsten lassen. Selbstredend, dass jedes Upgrade mehr Gold kostet. Aber die Spezialisierung lohnt sich! Schließlich könnt ihr jeweils nur zwei Relikte mit in die Schlacht nehmen, und bei deren Aktivierung wird eines der raren Magiefläschchen verbraucht. Im Ur-Gauntlet dienten die Tränke noch als Smartbomben, jetzt sind sie als Relikt-Munition noch wertvoller.

Die Fähigkeiten der bis zu zwölf Relikte pro Held baut ihr in drei Stufen aus.
Welche Modelle ihr wählt, ist eine Frage des Geschmacks und der Charakterklasse. Zum Beispiel braucht der Zauberer nicht noch einen Eiszauber, während Krieger oder Walküre durchaus vom Frostring profitieren. Nützlich sind auch Relikte, die Verbündete beschwören. Die kämpfen dann vorübergehend an eurer Seite und lenken die Monster ab. Der Händler hat auch ein paar Klamotten im Angebot. Dabei handelt es sich aber lediglich um kosmetische Änderungen ohne spielerische Auswirkungen. Langfristig besser werden eure Helden durch "Meisterschaften": Hier winken allerlei kleine Boni für das Absolvieren von Routinetätigkeiten wie bestimmte Monstersorten x mal killen oder Nahrung futtern. Wer zum Beispiel einen Dungeon ganz ohne Lebensverlust schafft, erhält eine um sechs Prozent erhöhte Laufgeschwindigkeit.

Online-Koop mit kleinen Hindernissen
Der spritzige Spielablauf profitiert von der Anwesenheit anderer Spieler – bis zu vier Helden stehen sich im Dauerkampf bei. Wie im Arcade-Vorbild müssen sich alle Charaktere im selben Bildausschnitt befinden, ihr könnt also nicht unabhängig von eurer Gruppe an einem anderen Ende des Dungeons flanieren. Das eignet sich besonders gut für Couch-Koop. Wer Online-Anschluss sucht, wird vom Hauptmenü aus der Lobby eines anderen Spielers zugeteilt. Der Host kann auch mit weniger als vier Teilnehmern die Partie starten.

"Lobby-Hopping" ist häufig, da mehrere Versionen eines Charaktertypen nicht gestattet sind: Wollt ihr unbedingt den Zauberer spielen, aber jemand anders hat ihn schon für sich reklamiert, müsst ihr wohl oder übel in einer anderen Lobby euer Glück versuchen. Erschwert wird die Geselligkeitsplanung auch dadurch, dass ihr nicht in eine laufende Partie einsteigen dürft. Am meisten Spaß macht es daher, gezielt Bekannte von der Freundesliste einzuladen.

Zur Seite 2 unserer Review zu Gauntlet
Der Elf entkommt solchen Kuddelmuddel-Momenten mit einer kessen Rolle, legt eine Bombe für nachrückende Verfolger. Wäre da nur nicht die Riesenspinne.
Jörg Langer Chefredakteur - P - 324491 - 26. September 2014 - 18:04 #

Viel Spaß beim Lesen!

Dryz 14 Komm-Experte - P - 2656 - 26. September 2014 - 18:10 #

Danke für den Test Heinrich. Liest sich wie immer sehr angenehm :)

Michl Popichl 24 Trolljäger - 50611 - 26. September 2014 - 18:32 #

ich schließe mich dem mal an, danke heini :-)

euph 23 Langzeituser - P - 38747 - 26. September 2014 - 18:21 #

Eine Umsetzung für Ps4 ist bestimmt nicht geplant, oder?

Passatuner 14 Komm-Experte - P - 2086 - 26. September 2014 - 23:49 #

Bisher nicht, soweit ich weiß. Ich selbst würde auch eine begrüßen.

Heinrich Lenhardt Freier Redakteur - P - 9092 - 27. September 2014 - 0:49 #

Bislang sind keinerlei Konsolen-Versionen angekündigt. Da die Steuerung bereits Controller-optimiert ist, wäre eine PS4-Fassung im Prinzip leicht machbar. Wenn sich das auf PC halbwegs gut verkauft, würde ich mich nicht über baldige Ankündigungen anderer Versionen wundern.

euph 23 Langzeituser - P - 38747 - 27. September 2014 - 7:02 #

Dann Daumen drücken. Gauntlet auf Homecomputer hab ich Sau gerne gespielt. Und die Demo auf der Gamescom hatte mir auch ganz gut gefallen. Als Download für Konsole wäre das Super für unsereZockerabende.

BOP 12 Trollwächter - P - 990 - 26. September 2014 - 18:33 #

Klasse Test und das Spiel macht wirklich Spaß. Gauntlet ist ein schönes Spiel für zwischendurch. :)

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 26. September 2014 - 18:40 #

Klingt gut :-)

Disteldrop 13 Koop-Gamer - P - 1608 - 26. September 2014 - 21:04 #

Das hab ich in den 80ern gespielt?
Oder war es Anfang der 90er?

Danke für den Test.

Jürgen -ZG- 21 Motivator - 28281 - 26. September 2014 - 23:21 #

Auf jeden Fall ist es bei uns beiden eine Weile her.

Kommt bestimmt mal in einen Sale. Dann isses meins.

Aex 08 Versteher - 156 - 26. September 2014 - 21:08 #

Gauntlet halt. Irgendwann gehörts mir. ;)

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86537 - 27. September 2014 - 0:08 #

Ach ja, doch gut?

jguillemont 21 Motivator - P - 26467 - 27. September 2014 - 11:48 #

Schöner Test, danke!

buedi 10 Kommunikator - 547 - 27. September 2014 - 13:10 #

Hat hier jemand Hammerwatch und das neue Gauntlet gespielt und kann etwas dazu sagen? Ich kenne nur das Ur-Gauntlet und Hammerwatch. Letzteres habe ich dieses Jahr mehrmals durchgespielt und hatte einen riesen Spass dabei. Der Grafikstil und vor allem die Musik haben mich sehr angesprochen. Das Gameplay fand ich ausgezeichnet und es hat riesig Spass gemacht die einzelnen Charaktere nach und nach besser ausstatten zu koennen. Nur leider ist im Multiplayer bei Hammerwatch nicht all zu viel los, weshalb ich das Spiel bisher immer nur alleine zu Ende bringen konnte.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 167134 - 27. September 2014 - 18:09 #

Schön, dass das Spiel als kurweiliger Koop-Schnetzler ordentlich Spass macht. In nächsten Sale auf Steam kaufe ich es mir. Das Ur-Gauntlet habe ich früher mit Freunden saugerne gespielt, hatte mir für die Xbox 360 auch noch mal die Arcade-Version von Gauntlet gekauft und ausgiebig gedaddelt.

Maddino 16 Übertalent - P - 4986 - 29. September 2014 - 20:57 #

Gar nicht so uninteressant.

Passatuner 14 Komm-Experte - P - 2086 - 30. September 2014 - 20:35 #

Ich habe es mir dann mal doch geholt, auch wenn ich gern eine PS4 Version gesehen hätte. Und ich muss sagen, dass es mir richtig gut gefällt, perfekt für gemütliches Hack and Slay von der Couch aus. Schönes Gauntlet Feeling, wie ich es in den 80ern geliebt habe.

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