Indie-Check: Reprisal Universe
Teil der Exklusiv-Serie Indie-Check

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26. September 2014 - 10:32 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
In unserer brandneuen Rubrik Indie-Check wollen wir euch jede Woche ein interessantes PC-Spiel eines unabhängigen Entwicklerstudios vor. Die Rubrik wird von unseren Usern Der Marian, Zaunpfahl und Dominius betreut.

Nachdem nun die geplante Wiedergeburt des Godgame-Genres durch Godus ausgeblieben ist und die Fans des einstigen Populous-Schöpfers enttäuscht wurden, machen sich die beiden Indie-Studios Electrolyte Games und Last17 daran, in die Fußstapfen des Urgöttervaters Populous höchstpersönlich zu treten. Reprisal Universe ist eine aktualisierte und erweiterte Version von Reprisal, das bereits als eine Hommage an Populous ins Rennen ging. Ob euch ein nostalgie-geladener Aufstieg in den Himmel oder doch eher ein Ausflug in die Hölle erwartet, klären wir im heutigen Indie-Check.

Landschaftsgärtnerei
Die Geschichte ist schnell erzählt: Ihr seid Thallos, ein ehemals mächtiger Herrscher und sollt nun eure Untertanen wieder vereinen. Dabei kommen euch andere Stämme in die Quere. Die Story wird zwischen manchen Missionen per Texteinblendung erzählt, ist für das Spiel aber eigentlich nicht weiter von Belang. Stattdessen sollten wir den Blick auf den Kern einer jeden Göttersimulation richten: Das Gameplay.

Erneut müssen wir den Namen Populous erwähnen, denn das Gameplay von Reprisal Universe ist mehr oder minder eine direkte Kopie. Ebenso wie im Klassiker hebt oder senkt ihr das Land, um euren Untertanen den Ausbau von Siedlungen zu ermöglichen. Je flacher das Land, umso größer und imposanter werden sie. Doch das hat nicht nur einen optischen Effekt, große Siedlungen (oder gar Festungen) produzieren stärkere, bewaffnete Untertanen. Natürlich dauert es hier länger, bis diese kampfbereit sind. Eure Untertanen sorgen auch für einen stetigen Mana-Nachschub, womit ihr Wunder oder Katastrophen auslöst. Weiterhin könnt ihr – eventuell von Godus inspiriert – auf die Häuser eurer Untertanen klicken, damit sie eher herauskommen. Das schien im Spiel keinen Nachteil zu haben, mit häufiger Klickerei sind sogar Rushs gegen die KI möglich.

Die göttliche Kräfte gibt es in drei Kategorien: Erde, Wind und Feuer. In jeder Kategorie gibt es fünf Fähigkeiten, vom einfachen Terraformen über Gewitter bis hin zu zerstörerischen Gesteinsköpfen, die die Landschaft umflügen. Anfangs besitzt ihr nur grundlegende Möglichkeiten, doch im Verlauf der Kampagne erhaltet ihr nach und nach mächtigere Fähigkeiten oder levelt die bestehenden auf. Voraussetzung dafür sind Erfahrungspunkte, die ihr durch das Sammeln bestimmter Artefakte erhalet. Es gibt 30 Singleplayer-Missionen, für die ihr, je nach gewählter Taktik, zwischen 5 und 10 Minuten braucht.

Ein heraufbeschworenes Gewitter verwüstet eine feindliche Siedlung

Das Universum ist nicht genug
Was Reprisal Universe auszeichnet, ist der "passive" Multiplayer-Modus. Nach ein paar Kampagnenmissionen wird der Zugang zum Universum freigeschaltet, sodass ihr auf anderen Planeten neue Missionen erfüllen könnt. Insgesamt soll es über 34 Planeten mit 184 Missionen geben. Doch ihr seid nicht allein in diesem Universum, denn die anderen Spielerinnen und Spieler von Reprisal Universe sind dort auch unterwegs und hinterlassen manchmal Spuren. So könnt ihr nachvollziehen, wer einen Planeten zuerst entdeckt hat. Nach bestimmten Missionen könnt ihr die Landschaft zudem für eure Nachfolger umgestalten, um es ihnen einfacher oder schwieriger zu machen – im Spiel wird das als Legacy bezeichnet. Einen direkten Konflikt mit anderen Menschen gibt es jedoch nie, ihr spielt auch in den Missionen weiterhin gegen den Computer. Für den Zugang zum Universe benötigt ihr eine aktive Internetverbindung, das Spiel selbst läuft aber auch offline.

Reprisal setzt grafisch auf einen Retro-Pixelcharme, der aber abstrakter rüberkommt als Vorbild Populous. Insgesamt ist die Ästhetik gelungen. Die Spezialeffekte beim Einsatz eurer göttlichen Fähigkeiten sind zwar pixelig, aber gut gemacht. Die Sounduntermalung bietet neben ein paar Geräuschen hingegen wenig, Musik fehlt komplett. Das Terraforming geht mit der Maus leicht von der Hand, Fehlklicks passieren selten und lassen sich schnell korrigieren. Insgesamt ist die Bedienung übersichtlich, die Oberfläche sehr aufgeräumt (aber dadurch auch etwas kühl), allerdings lässt sich die Karte nicht mit der Maus scrollen.

Im Vergleich zum alten Reprisal spielt sich die Universe-Variante durch die veränderten Spielmechaniken (auf die Häuser klicken, Untertanen kommen sonst langsamer nach) etwas hektischer als das Original. Ob das gefällt, ist Geschmackssache, aber zur Entspannung taugt Reprisal Universe daher nicht unbedingt. Wirklich einfach ist der Titel auch nicht, wenn ihr zu sehr trödelt, wird euch die KI schon in den ersten Kampagnenmissionen überrennen. Comebacks sind aber möglich, wenn ihr klug spielt und eure Fähigkeiten geschickt einsetzt.

Ein Blick aufs Reprisal-Universum

Fazit
Reprisal Universe ist eine Hommage an Populous und auch eine durchaus gelungene. Der Pseudo-Multiplayerpart liefert noch jenseits der Kampagne eine Menge Content nach. Wenn ihr gut genug seid, könnt ihr euren Namen auch im Spiel verewigen – oder zumindest andere fluchen lassen, wenn ihr deren Missionsstart versaut. Ob euch die Nostalgie für Populous allerdings 10 Dollar wert ist, müsst ihr selbst entscheiden, schließlich gibt es das Original auch bei GOG. Genügen euch die vielen Worte nicht zur Einschätzung, so gibt es zu Reprisal Universe auch eine Demo und ihr könnt den direkten Vorgänger Reprisal kostenlos im Browser spielen.

  • Göttersimulation
  • Einzelspieler (und Pseudo-Mehrspieler)
  • Für Fortgeschrittene
  • Preis: 10 Dollar, je nach Plattform zwischen 7,49 Euro (Desura) und 9,99 Euro (Steam)
  • In einem Satz: Hommage an Populous mit manchmal hektischer Klickerei
Old Lion 26 Spiele-Kenner - 69313 - 26. September 2014 - 10:34 #

Schöner Check, interessantes Spiel!

Olphas 24 Trolljäger - - 48261 - 26. September 2014 - 10:52 #

Interessant. Populous (und Powermonger!) hab ich damals ja geliebt.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 344930 - 26. September 2014 - 10:58 #

Klingt wirklich gut!

Der Marian 19 Megatalent - P - 18514 - 26. September 2014 - 12:01 #

Super Check. Werde ich mir wohl noch zulegen, fand die Browser-Version damals schon klasse.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 37513 - 26. September 2014 - 12:01 #

Mir fällt gerade auf: Ich sehe nirgendwo eine Möglichkeit, eine Übersicht mit allen Ausgaben des Indie Check aufzurufen. Hier im Artikel gibt's keinen Link und auf der Exklusiv-Seite fehlt er auch.

Arrr 16 Übertalent - P - 5819 - 27. September 2014 - 7:34 #

Oh ja, das wäre wirklich eine sehr praktische Angelegenheit! :)

Trollwynn 11 Forenversteher - 621 - 26. September 2014 - 17:02 #

Fand die Browserversion auch ok. Allerdings glaube ich nicht, dass mich ein Vollpreisspiel davon lange fesseln würde.

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