Wochenend-Lesetipps KW36: Nintendo, #GamerGate

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5. September 2014 - 15:55 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert

Damit ihr den heutigen Wochenend-Lesetipps folgen könnt, müssen wir vielleicht erst ein bisschen ausholen. Vor einigen Tagen machte die Meldung die Runde, dass eine Spieleentwicklerin angeblich körperliche Dienstleistungen für positive Reviews anbieten würde. Allerdings hat eine Mehrheit der Magazine darüber nicht berichtet – womöglich um die Privatsphäre der beschuldigten Person zu schützen. Jedoch haben einige Spieler, die den Medien ohnehin nicht positiv gesonnen sind, diese Aktion als Beleg für deren Korruption gewertet. Unter anderem deswegen kreiden sie unter dem Hashtag #GamerGate auf Twitter Missstände im Spielejournalismus an, als wären sie einer großen Enthüllung auf der Spur.

Sowohl diese Entwicklung als auch die Reaktion einiger Journalisten darauf ist ein Thema, mit dem wir uns heute in den Lesetipps beschäftigen. Außerdem geht es noch um die jüngsten Neuankündigungen von Nintendo sowie um den Vergleich zweier Bücher, die mit Computerspielen zu tun haben.

"#GamerGeddon"
videogametourism.at am 29. August, Rainer Sigl

Unter dem Hashtag #GamerGate schreiben einige selbsterklärte "Core-Gamer" auf Twitter darüber, wie korrupt und zielgruppenfremd die Mehrheit der Spielejournalisten seien und sehen den Beleg dafür darin, dass es kein Medium gibt, das über solche Misstände berichtet. Rainer Sigl hält auf seinem Blog dagegen: "Kein ernstzunehmendes Medium wird über die krude Theorie, dass es eine "Agenda" der "Social Justice" geben soll, die hier gewaltsam gegen die arme Spielerschaft zum Einsatz gebracht wird, jemals wiedergeben, außer um sich über jene lustig zu machen, die daran glauben."

"Game-Buch-Battle auf dem roten Teppich"
polyneux.de am 25. August, mayaku

Der Autor dieses Blogposts lässt in seinem Text zwei Bücher, zu deren Rahmenhandlung Videospiele gehören, in vier Kategorien gegeneinander antreten. Dabei handelt es sich um "Ready Player One" von Ernest Cline und "Du bist tot" von Charles Stross. In Sachen Handlung könne sich Ersteres durchsetzen: "Bin zwar selbst viel zu jung, um alles zu kapieren, aber die Geschichte um die Jagd auf einen in einem MMORPG versteckten echten Milliarden-Dollar-Schatz ist voller Bezüge zu Spielen und Filmen aus den 70ern, 80ern und 90ern und macht auch mir Spaß."

"Wohin geht es mit Marios Heimatverein?"
gamona.de am 29. August, Leo Schmidt

Hyrule Warriors, Pokkén und der neue 3DS wirken wie undurchdachte Schnellschüsse des grundsätzlich experimentierfreudigen Konzerns Nintendo, meint Leo Schmidt von gamona.de: "Solche Maßnahmen wirken wie Tropfen auf einen Stein, der so heiß ist, dass er schon zu Lava zerfließt – zu wenig, zu spät, zu geisteskrank. Sie alleine werden nicht reichen." Dennoch solle man Nintendo nicht abschreiben, denn das Unternehmen konnte schon mehrfach Fehlschläge überstehen und sich wieder aufraffen, so Schmidt.

"Gaming Journalism is Over"
slate.com am 4. September, David Auerbach

Als Reaktion auf die #GamerGate-Debatte veröffentlichten verschiedene Webseiten Artikel, die sich darum drehten, das Thema "Gamer" hinter sich zu lassen. David Auerbach von Slate.com hält das für absurd: "Diese Artikel haben neben ihrer These ein paar Gemeinsamkeiten: sie sind nicht überzeugend, kaum belegt und voller Wunschdenken. [...] Wenn "Gamer" wirklich aussterben, hat das noch niemand den Vermarktern dieser Publikationen gesagt, die Werbekunden gegenüber weiterhin "Gamer" als demographische Hauptzielgruppe angeben."

Im heutigen Video: Der Text, den die Melodie aus Super Mario World niemals hatte.

Wenn ihr selbst interessante Links oder unterhaltsame Videos zum Thema Computerspiele entdeckt, freut sich der Autor über eine PN oder einen entsprechenden Kommentar! Dieses Mal bedanken wir uns bei GG-User joker0222!

Video:

Admiral Anger 24 Trolljäger - P - 48873 - 5. September 2014 - 15:59 #

Naja, der "Mario lässt Yoshi fallen, um weiter zu springen"-Witz wird nach dem tausendsten Mal auch nicht lustiger...

immerwütend 21 Motivator - P - 29575 - 5. September 2014 - 16:06 #

Der GamerGate-Artikel trifft es auf den Punkt!

Lyhawk 15 Kenner - P - 3367 - 5. September 2014 - 17:37 #

Wenn man sich für die Gepflogenheiten von Meinungsaustausch, Meinungsmache und Dikussionskultur im Internet interessiert, kann man in dem Kommentarbereich zu dem Artikel sehr viel Zeit versenken.

Ist echt faszinierend, was da alles so vertreten ist und mit welcher Ausdauer der Blogger auf die Kommentare eingeht.

meanbeanmachine 14 Komm-Experte - 2466 - 5. September 2014 - 16:42 #

Wie stets ein großes Dankeschön für diese Auswahl!

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 31499 - 5. September 2014 - 19:51 #

Von mir auch! :)

Maverick 30 Pro-Gamer - P - 178191 - 5. September 2014 - 20:10 #

Dem schließe ich mich gerne an. :)

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 34222 - 5. September 2014 - 20:31 #

Dito, auch von mir ein Dankeschön.

BlueKondor 09 Triple-Talent - 270 - 6. September 2014 - 9:53 #

Na dann diesmal auch von mir ein Dankeschön :)

Prince of Persia (unregistriert) 5. September 2014 - 23:34 #

Wow, der Artikel von Rainer Sigl ist echt mies. Die Zustände im Videospieljournalismus werden zurecht angeprangert. Websites wie Polygon und Kotaku sind niveaulos und bedienen sich billigster Klischees. Wer diese verteidigt, ist am Ende nichts weiter als ein kleiner, feiger Rassist.

Ein aktuelles Beispiel:
neogaf.com/forum/showthread.php?t=874691

Die ach so böse "Gamer-Community" hat den Thread (und einen weiteren zum Thema) nach einer Minute gesperrt, während Polygon erst unter Protesten die Überschrift änderte.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 22230 - 5. September 2014 - 23:57 #

Hallo männlicher, weißer und bestimmt auch heterosexueller Spieler. Fühlst Du Dich auch diskriminiert?

Prince of Persia (unregistriert) 6. September 2014 - 8:59 #

Das männlich und das heterosexuell stimmt. Nein, ich fühle mich nicht diskriminiert, ich fühle mich lediglich in meinem Intellekt beleidigt von einer Spielepresse, die immer noch auf den 16-Jährigen Durchschnittszocker abzielt.

Wenn das einzige ist, was der Spielepresse zu Ferguson einfällt, dass die Polizisten in Watch Dogs auch Kameras auf ihren Helmen tragen, dann gute Nacht.

Twitter ist keine Gaming-Community, sondern ein soziales Netzwerk, das von jedermann genutzt werden kann. Darunter leider auch Neo-Nazis, die als Trittbrettfahrer auf den Zug aufspringen. Davon auf die Gaming-Community zu schließen, ist ein Witz. Wer sagt uns denn, dass besonders überzeugte Agitatoren nicht mit Dutzenden von Fake-Accounts eine Relevanz vorgaukeln wollen, die gar nicht vorhanden ist?

In der größten Gaming-Community im Netz lautet das Anfangsposting des einzigen GamerGate-Threads so:

The moderation team has been asked for a thread dedicated specifically to the #gamergate phenomena currently exploding on a Twitter near you.

Here are some articles to catch you up to speed if you haven't been following:

Some ground rules:

1. If you're not seriously interested in discussing the issue, don't post. This is a general rule, but it will be moderated sternly in this thread.

2. Don't drop a link and say, "That's how I feel!" If you can't be bothered to put your opinions into your own words, don't post.

3. Don't post enormous crazy-person image files of 800 tweets in the same image. That's not convincing, unless you're trying to convince people you're not entirely there.

4. Substantiate your claims. If you claim there's a conspiracy, you better have evidence. And not "Ah, but they all started writing about this at the same time!" circumstantial evidence, but actual evidence of collusion and impropriety.

5. Don't link to stuff you aren't willing to support. If you post it, you posted it. If it contains something that would get a ban, you're going to take that ban.

6. Attempt to be kind to one another. If you can't manage that, be civil.

Sorry, aber das klingt für mich einfach nicht nach einem Feldzug der männlichen, weißen Spielerschaft gegen Randgruppen. Aber wer schon so verblendet ist in seinem Anti-Amerikanismus wie Rainer Sigl, den interessiert das nicht.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 22230 - 6. September 2014 - 16:06 #

Es ging in Sigls Artikel nur leider nicht um eine Spielepresse, die sich über das Tragen von Helmen in WD unterhält, sondern darum, dass angeblich ein Feldzug gegen männliche, weiße Spieler durchgeführt wird, indem Spiele, die auch Randgruppen berücksichtigen, in News und redaktionellen Artikeln besprochen werden. Daher mein etwas flappsiger Kommentar zu Deinem ersten Beitrag.
Irgendwie hast Du da das Thema, um dass es Sigl ging, etwas verfehlt, scheint mir.

Die Regeln, die Du hier zitiert hast, sind alle vernünftig und sind tatsächlich darauf ausgerichtet, dass zu der "Gamergate"-Thematik ordentlich diskutiert wird. Sowas ist aber eigentlich selbstverständlich und ich finde es regelrecht peinlich, dass es wirklich notwendig ist, sowas explizit zu einem speziellen Themen-Thread zu erwähnen.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 22230 - 6. September 2014 - 0:08 #

Alleine der Screenshot vom Video ist mir dermaßen unsympathisch, dass ich mir das sicher nicht anschauen werde.

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 31499 - 6. September 2014 - 0:17 #

Lohnt sich auch nicht. ;)

Der Marian 19 Megatalent - P - 17589 - 6. September 2014 - 10:10 #

Kannst du dir auch sparen.

Epic Fail X 15 Kenner - P - 3625 - 6. September 2014 - 8:04 #

Na toll! Jetzt hat auch die Gaming-Community ihren eigenen Kloppi-Club.
Aber es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis die besorgten, gegen die Systemmedien aufklärenden Bürger, die Chemtrail-Warner, die Montagsdemogänger und all die anderen Durchgeknallten sich auch zum Thema Videospiele zusammenrotten.

P.S.: Vorsicht vor den Chemtrails! Wenn ihr aus dem Haus geht, vergesst auf keinen Fall euren Aluhut!

McSpain 21 Motivator - 27128 - 6. September 2014 - 17:42 #

Spiele sind halt jetzt in der Mitte der Gesellschaft. Also da wo sich diese Verrückten und Unsympathen halt auch rum treiben. Kann man also eigentlich auch positiv sehen. Bzw. ist das Problem nicht das die Spiele dort angekommen sind sondern eher was da sonst gerade in der Mitte der Gesellschaft los ist.

Epic Fail X 15 Kenner - P - 3625 - 6. September 2014 - 18:48 #

Ich habe ja immer noch die Hoffnung, dass es sich bei diesen Leuten nicht um die Mitte der Gesellschaft handelt, sondern um eine an den Rändern irrlichternde Minderheit. Aber zumindest gefühlt werden sie immer mehr. Oder auch nur lautstärker.

McSpain 21 Motivator - 27128 - 6. September 2014 - 22:57 #

Ich glaube es ist eine Minderheit die sich in der Mitte aufhalten darf, weil es genügend gibt die es dulden. Zudem machen sie sich gern größer als sie sind. Hatte heute eine "Diskussion" mit einem selbsternannten Männerrechtler der 4-5 Twitter Accounts hatte um so "mehr Aufmerksamkeit" zu bekommen. (a. k. a. Leute anpöbeln)

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