Kurztest: To End All Wars

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Stephan Petersen 3826 EXP - Redakteur,R8,S1,A4
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4. September 2014 - 16:12 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Hundert Jahre liegt der Beginn des Ersten Weltkriegs zurück. Zu diesem Anlass flimmern etliche Dokumentationen über die Mattscheibe. Auch einige Spiele greifen das Thema auf, Valiant Hearts und Verdun etwa. Der für virtuellen Geschichtsunterricht bekannte Entwickler ageod steuert einen Strategie-Titel bei.
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Der rechte Flügel! Dieser verdammte rechte Flügel! Wieder einmal ist er nicht stark genug. Die deutsche Offensive bleibt kurz hinter der belgisch-französischen Grenze stecken. Der Schlieffen-Plan ist gescheitert. In diesem Fall stört uns das jedoch überhaupt nicht. Immerhin tragen wir als Oberbefehlshaber der westlichen Alliierten dafür wesentlich die Verantwortung. In Slitherines Strategiespiel To End All Wars müssen die Offensivbemühungen der Deutschen aber nicht scheitern, ihr könnt stattdessen einen teutonischen Sieg erringen.


Der richtige Kriegsplan
Unser Kriegsplan wirkt sich auf Faktoren wie die Aufstellung unserer Einheiten aus.
Vor dem Beginn einer Kampagne, die die Jahre 1914 bis 1918 abdeckt, entscheidet ihr euch für eine von drei Kriegsparteien. Mittelmächte, westliche Entente oder östliche Entente. Danach folgt die Festlegung auf einen von vier Kriegsplänen, der Auswirkungen auf die Aufstellung unserer Einheiten sowie einige weitere Faktoren hat. Wählt ihr als Deutschland etwa den Schlieffen-Plan und den Marsch durch das neutrale Belgien, habt ihr sofort Krieg mit Großbritannien.

Durch die Wahl eines anderen Kriegsplans lässt sich dieser Eintritt hingegen hinauszögern. In unserem Fall entscheiden wir uns als westliche Entente für eine defensive Strategie und sind auf den deutschen Einmarsch durch Belgien gut vorbereitet. Allerdings gehört ebenfalls etwas Glück dazu. Denn die KI beginnt in jedem Spiel mit einem anderen Kriegsplan. Alternativ könnt ihr natürlich ebenfalls mit historischen Aufstellungen starten.

Europa und Terra Incognita
Das Ziel unserer Anstrengungen ist es nicht etwa, alle Kriege zu beenden (ein Zitat des damaligen US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson), sondern unsere selbstsüchtigen Eroberungsgelüste umzusetzen. Das gelingt, wenn wir am Schluss mehr Siegpunkte als der Gegner haben. Diese erhalten wir durch Siege auf dem Schlachtfeld und die Einnahme bedeutender Städte. Das Geschehen spielt sich auf einer in Regionen unterteilten Weltkarte ab, wobei der Fokus klar auf dem europäischen Kriegsschauplatz liegt. Der Rest der Welt ist Terra Incognita beziehungsweise besteht aus nur wenigen Regionen. Das sieht nicht schön aus und ist anfangs ziemlich verwirrend, ist aber ein spielerisch und historisch nachvollziehbarer Umstand.

Auf der Karte verschiebt ihr rundenweise (eine Runde simuliert 15 Tage) eure Divisionen, Korps und Armeen. Sehr wichtig ist deren richtige Zusammenstellung, auf die ihr unbedingt achten solltet. Es gibt dutzende Einheiten verschiedener Gattungen, darunter auch Spezialeinheiten wie etwa Feldlazarette. Im Laufe des Spiels kommen weitere durch Forschung hinzu.

Einige Einheiten verfügen über Spezialfähigkeiten, die Boni bringen. Allen gemeinsam sind jedoch die zahlreichen verschiedenen Werte, die von Schusshäufigkeit über Moral bis hin zu verschiedenen Kampfwerten reichen. Einfluss auf den automatisch errechneten Schlachtausgang haben zudem die Kommandeure, das Terrain, das Wetter, der Nachschub und der Organisationswert der Einheit.

Schwer beschäftigter Gröfaz
Das wäre schon ziemlich viel, wenn wir nur eine Nation spielen würden. Aber als westliche Entente steuert ihr alle französischen und britischen Truppen. Je nach Spielverlauf kommen andere hinzu: Belgier, Italiener, US-Amerikaner, Portugiesen oder auch Japaner. Auf Seiten der Mittelmächte habt ihr kaum weniger Verantwortung. Das macht To End All Wars zu einem sehr komplexen Spiel, was aber keineswegs ein Nachteil ist. Ärgerlich ist aber, dass das Tutorial und das Handbuch nur unzureichend, teilweise auch falsch, bestimmte Spielmechaniken erklären. Hinzu kommt ein nur bedingt übersichtliches Interface. Der Diplomatiebildschirm ist auf der Weltkarte versteckt. In jeder Runde bekommt ihr dutzende Meldungen, in denen eine wichtige Nachricht wie die eines Kriegsbeitritts schon einmal locker übersehen wird. Der Forschungsbereich ist ein Untermenü in den Statistiken. Komplexität? Ja, bitte! Mangelnde Transparenz, Klickorgien und unübersichtliche Menüs? Nein, danke!

Hier geht's zur 2. Seite unseres Kurztests zu To End All Wars

Als Oberbefehlshaber der westlichen Entente kümmern wir uns um Einheiten aus Frankreich, Großbritannien, Portugal und Belgien – bis runter auf Brigaden-Ebene.
Benjamin Braun Redakteur - 281545 - 4. September 2014 - 17:09 #

Viel Spaß beim Lesen!

Scando 22 AAA-Gamer - P - 31258 - 4. September 2014 - 17:14 #

Danke für den Test. Ich werde es mir holen; allerdings auch erst einmal vorher einige Patches abwarten. AEGOD ist da ja immer recht fleißig. Vor allem die lange Rundenberechnung stört mich. Das wird bestimmt nachgebessert.

vicbrother (unregistriert) 4. September 2014 - 18:01 #

Im Meinungskasten wird das Endgame erwähnt: Wie entwickelt sich das Spiel denn in early/middle/late game? Gibt es auch bei Unterlegenheit der eigenen Einheiten (technisch oder in Anzahl) noch Siegmöglichkeiten oder bricht man ein Spiel dann eher ab? Gibt es ein spannendes Endspiel mit knapper Entscheidung oder ist es eher ein zäher Kampf der am Ende eher abgewogen wird?

Stephan Petersen Redakteur - 3826 - 5. September 2014 - 12:42 #

Ganz unterschiedlich, weil viele Faktoren (Kriegspläne, Anzahl/Qualität Verbündete etc.) Einfluss darauf haben. Generell bleibt es aufgrund der Spielmechanik aber lange spannend.

vicbrother (unregistriert) 5. September 2014 - 19:47 #

Das wäre schön, leider sind viele Spiele in dem Genre leider oft vor einem Sieg entschieden und somit nicht sehr gut designt.

Der Marian 19 Megatalent - P - 17289 - 4. September 2014 - 18:32 #

Ach herje, das sind ja ein paar dicke Minuspunkte. Schade, hätte mal wieder Lust auf so ein klassisches Strategiespiel.

Vampiro 21 Motivator - P - 30538 - 4. September 2014 - 19:01 #

Wenn du Lust auf den 1. WK hast, wäre vllt. Commander - The Great War etwas für dich.

Habe es selbst noch nicht gespielt, es kam bei 3MA aber sehr gut weg.

http://www.gamersglobal.de/news/90124/strategie-podcast-3ma-commander-the-great-war

Dann gibt es noch World War One in der Centennial Edition, da bin ich gerade dran, aber noch etwas skeptisch...

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 4. September 2014 - 22:15 #

Dann besser gleich zu Strategic Command WW1 mit dem Breakthrough Add-on greifen. Damit kann Commander The Great War absolut nicht mithalten.

Der Marian 19 Megatalent - P - 17289 - 5. September 2014 - 7:56 #

Dank euch für die Tipps. Werde ich mir mal anschauen.

DarthTK 13 Koop-Gamer - P - 1578 - 5. September 2014 - 10:09 #

Leider finde ich das weder bei Amazon, noch bei Steam.

Der Marian 19 Megatalent - P - 17289 - 5. September 2014 - 10:14 #

Gibt's wahrscheinlich für ziemlich teuer bei Matrix. Hab aber noch nicht geschaut.

Edit: Ne, die verkaufen das direkt selbst, die Entwickler. 55$ für Grundspiel plus Add-On. Gibt auch eine Demo.

DarthTK 13 Koop-Gamer - P - 1578 - 5. September 2014 - 11:08 #

Danke dir. hab auch danach gesucht und es gefunden. Die Demo werd ich mal antesten. Aber scheint mir für das Alter schon recht teuer...

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 5. September 2014 - 19:52 #

Sofern es sich um Strategic Command handelt:
das gibt es direkt bei Battlefront zu kaufen.

Im Preis enthalten ist aber einiges:

1. Weltkrieg
2. Weltkrieg
Russischer Bürgerkrieg

und wirklich sehr, sehr viele kleinere Kampagnen (Deutsch-Ostafrika, Balkankrieg, der Preussisch-Französische Krieg von 1870-1871) etc. etc.

Ganesh 16 Übertalent - 4868 - 6. September 2014 - 8:15 #

Ist wirklich alles enthalten? Ich sehe da nix zum WW2, sondern 'nur' ein Komplettpaket zum ersten Weltkrieg.

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 6. September 2014 - 10:58 #

Zusammen mit dem Breakthrough Add-on gibt es die folgenden Inhalten

Bereits im Hauptspielt enthalten (mit installierten Patch 1.7):

Große Kampagnen:
1914 Call to Arms (Start: 01.08.1914, 1. Weltkrieg Standard Kampagne)
1914 Triple Alliance (Start: 01.08.1914, Alternative What-if WW1-Kampagne bei der Italien doch auf Seiten der Mittelmächte in den Krieg eintritt)
1917 Fate of Nations (Start: 27.01.1917, Kann das Deutsche Reich Frankreich und Russland besiegen, bevor der Kriegseintritt der USA das Kräfteverhältnis endgültig zugunsten der Entente verschiebt?)
1939 Storm over Europe (Start: 01.09.1939, 2. Weltkrieg in Europa, 1939-1945)

Kleine Kampagnen
1914 Race to the Sea (Start: 11.10.1914, Die Kampf um die Küstenstädte am Ärmelkanal, welcher letztlich in der Schlacht von Ypern endete)
1915 Gallipolli (Start: 25.04.1915, Die ANZAC Truppen treffen auf die osmanische Geheimwaffe: Mustafa Kemal)
1917 Cambrai (Start: 20.11.1917, Der allererste massierte Panzerangriff der Geschichte: kann der Durchbruch erzielt werden?)
1917 Gaza-Beersheba (Start: 31.10.1917, Wird Allenby das erreichen, was vielen andere vor ihm nicht gelang: die Eroberung von Jerusalem?
1918 Georgette (Start: 09.04.1918, Kann die Portugisische Armee die Hauptlast des Deutschen Ansturms auf Flandern überstehen?)
1918 Kaiserschlacht (Start: 21.03.1918, General Ludendorffs startet die erste seiner massiven Frühlingsoffensiven 1918)
1918 Megiddo (Start: 19.09.1918, Allenby und Lawrence von Arabien treten gegen Liman von Sanders um die Schlacht von Palestina an)

Das Add-on Breakthrough (mit installierten Patch 1.05) bringt eine verbesserte Engine (neuen Features!) sowie vielen neue und einige überarbeitete Feldzüge:

Große Kampagnen:

1914 Call to Arms (Start: 01.08.1914, Diesmal ist die Mobilisation noch nicht abgeschlossen, der Spieler kann durch das Platzieren von einigen Einheiten noch eigene Schwerpunkte setzen, im Westen wie im Osten)
1914 France's Struggle (Start: 03.08.1914, Eine auf Korps-Ebene stattfindende Kampagne des Kampfes an der WESTFRONT)
1914 March on Paris (Start: 02.08.1914, Die initiallen Kämpfe an der Westfront, spielbar auf Divisions-Ebene)
1914 Ostaufmarsch (Start: 01.08.1914, Alternative Kampagne, bei der das Deutsche Reich den Schwerpunkt gegen Russland setzt)
1914 Russia's War (Start: 01.08.1914, Kampagne auf Korps-Ebene, welche den Fokus auf Russland und somit den Überlebenskampf des Zaren setzt)
1916 East Africa (Start: 05.03.1916, Von Lettow Vorbeck's Askaris gegen die Übermacht des Britischen Empires)
1918 Ludendorff Offensive (Start: 21.03.1918, Die deutschen Frühjahrsoffensiven des Jahres 1918, auf Divisions-Ebene)
1918 Russian Civil War (Start: 11.11.1918, Verteidige die große sozialistische Revolution, oder bereite ihr das frühzeitiges Ende)
1939 Storm over Europe (Start 01.09.1939, der Zweite Weltkrieg in Europa, 1939-1945, diesmal mit der verbesserten Engine des Breakthrough Add-ons)

Kleine Kampagnen:

1870 Franco-Prussian War (Start: 24.07.1870, Napoleon der 3. gegen Bismark und von Moltke den Älteren, Spiegelsaal von Versailles: Krönung oder Kapitulation?)
1912 First Balkan War (Start: 08.10.1912, Die Verbündeten der Balkan-Liga greifen das morsche Osmanische Reich an)
1914 Tannenberg (Start: 15.08.1914, Ostpreussen: kann Paul von Hindenburg die Russische Invasoren stoppen?)
1915 Breakthrough (Start: 25.09.1915, Eine alternative Kampagne, bei der den Briten der Durchbruch während der Schlacht von Loos gelingt)
1915 Siege of Kut (Start: 07.12.1915, Erreicht die Britische Entsatzarmee Kut rechtzeitig, oder muss General Townshend kapitulieren?)
1916 Verdun (Start: 21.02.1916, Können die Deutschen Verdun mit einem schnellen Sturmangriff erobern?)
1916 Brusilov Offensive (Start: 04.06.1916, Kann die Brusilov Offensive die Östereich-Ungarn aus dem Krieg heraushämmern?)
1916 Jutland (Start: 31.05.1916, Skagerrak Schlacht, die Deutsche Hochseeflotte trifft auf die Britische Grand Fleet)
1917 Nivelle Offensive (Start: 16.04.1917, Es ist Zeit, die Deuschen aus der Chemin de Dames-Stellung zu werfen)
1918 Second Marne (Start: 27.05.1918, Ludendorffs Operation Blücher: wird Paris halten oder dem deutschen Ansturm erliegen?)
1918 St. Mihiel Offensive (Start: 12.09.1918, Patton's Panzer an der Spitze der ersten amerikanischen Offensive des Krieges)
1918 Meuse-Argonne (Start: 26.09.1918, eine der letzten US-Amerikanische Offensives des Krieges)

Hier die Links zu den Kampagnen (sind leider etwas versteckt am linken Bildschirmrand, unter den Discussion Boards Link):
Hauptspiel:
http://www.battlefront.com/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=269&Itemid=463
Breakthrough Add-on:
http://www.battlefront.com/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=269&Itemid=463

Der Marian 19 Megatalent - P - 17289 - 6. September 2014 - 18:35 #

Ui, das ist echt eine Menge. Das relativiert auch den Preis.

Ghost0815 13 Koop-Gamer - 1635 - 4. September 2014 - 20:59 #

Danke für den Test, aber ich werde auch mal auf die ersten paar Patche warten.

smartai (unregistriert) 4. September 2014 - 21:30 #

Spiele im ersten Weltkrieg leiden an dem Problem, daß die technologische Entwicklung jener Tage den Verteidiger massiv bevorteilt hat. Wenn man es halbwegs realistisch macht, hat man als Angreifer immer das nachsehen. Ausser man macht Blitzkrieg. Ohne Panzer die die Bezeichnung verdienen nur leider unmöglich. :)

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 4. September 2014 - 22:18 #

Nicht ganz richtig. Materielle Überlegenheit ist Entscheidend, nicht ob Anfriff oder Verteidigung.
Abgesehen davon gab es im Osten durchaus einen anderen Kriegsablauf als im Westen, ganz zu schweigen vom Seekrieg, dem Kampf um die Kolonien und dem Luftkrieg.

Da gibt es genügend Möglichkeiten, Schwerpunkte zu setzen bzw. zu verschieben. Und ein gutes WW1 Spiel wird genau das liefern.
Das eine mehr, das andere weniger.

jqy01 15 Kenner - 3274 - 4. September 2014 - 22:53 #

Mit dem Argument der materiellen Überlegenheit sind vor allem die Briten an der Somme mächtig auf die Nase gefallen.

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 4. September 2014 - 23:54 #

Das Problem war aber nicht die Überlegenheit, sondern die mangelhafte Verwertung derselben bzw. die falsche Taktik beim Angriff.
Im Schritt-Tempo gegen feindliche MG-Stellungen zu marschieren ist einfach eine wenig hilfreiche Idee.

vicbrother (unregistriert) 5. September 2014 - 8:34 #

Es war vor allem ein Taktik-Problem: Die Stosstruppentaktik der Deutschen zum Kriegsende war zB erfolgreich, die Taktik musste zu der Entwicklung erst an die Mechanisierung aufschliessen.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6674 - 5. September 2014 - 0:49 #

Nur auf Englisch ein Minuspunkt? Im 21. Jh? ;)

vicbrother (unregistriert) 5. September 2014 - 8:13 #

Reine Fremdsprachigkeit ist immer ein Minuspunkt oder würdest du Englisch nicht abwerten, dafür Französisch, Spanisch oder Russisch?

Hetzel (unregistriert) 5. September 2014 - 7:12 #

wow, ein erfrischend gut geschriebener Test bei GamersGlobal, man merkt dass da wohl ein Herr Langer nicht seine Finger im Spiel hatte beim Testen sowie beim endgültigen Artikel.

McNapp64 17 Shapeshifter - P - 6389 - 5. September 2014 - 8:36 #

Wenn die Katze aus dem Haus ist... oder wie?

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73394 - 5. September 2014 - 10:10 #

Nee, nur das übliche 08/15-Bashing von ihm. Einfach nicht beachten.

Olipool 15 Kenner - 3742 - 5. September 2014 - 9:08 #

Gibts eigentlich zu der Thematik auch ein Serious Game? Valiant Hearts scheint ja in die Richtung zu gehen, sonst noch was? Ich will das Spiel nicht madig reden, aber in der Position des Strategen erhält man doch ein ganz anderes Bild des Krieges als in den Gräben.
Und das es nur einen Spielstand gibt ist für manchen vielleicht ärgerlich, tut aber der Atmosphäre sicherlich gut. Eigentlich müsste das rougelike sein, ohne Speichern, aber so lang am Stück mag sicher keiner spielen.

Noch als Qeurverweis, wer gerne Geschichtspodcasts hört, so sei zu dem Thema 1. WK die laufende Serie "Blueprint for Armageddon" von Dan Carlin empfohlen (kostenlos).

jqy01 15 Kenner - 3274 - 5. September 2014 - 10:53 #

Weiterer Querverweis: Wer sich mal ein Bild vom Leben im Schützengraben des Ersten Weltkriegs machen möchte, dem sei auch noch Ernst Jüngers "In Stahlgewittern" empfohlen. Das Buch ist sehr sachlich geschrieben, spannend und besser als sein Ruf. Es verherrlicht in meinen Augen nicht den Krieg, wie ihm Kritiker vorwerfen, sondern beschreibt wertungsfrei den harten Alltag und das Glück, das man zum Überleben an der Front brauchte.

Olipool 15 Kenner - 3742 - 5. September 2014 - 11:53 #

Das hab ich auch noch auf der Liste, Jünger wird oft zitiert in dem Podcast, daher bin ich drauf aufmerksam geworden.
Kannst Du eine Fassung empfehlen? Oder gibt es die Tagebücher auch unbearbeitet?

jqy01 15 Kenner - 3274 - 5. September 2014 - 12:29 #

Das mit den Fassungen von in Stahlgewittern ist ein äußerst komplexes Thema. Jünger selbst hat ja das Buch seit der ersten Fassung von 1920 mehrmals umgearbeitet. Es gibt ja bis 1978 insgesamt sieben von Jünger umgearbeitete Fassungen. Das scheint wohl seine Art der Kriegsbewältigung gewesen zu sein. Eine Fassung von 1924 enthält dann wiederum wohl sehr nationalistische Passagen (daher auch der schlechte Ruf des Buches), die er interessanterweise 1934 wieder komplett entfernt hat. Es scheint aber wohl zumindest laut Wikipedia so zu sein, dass von Fassung zu Fassung die Darstellung Kriegsgräuel mehr und mehr abgeschwächt wird. Daher wäre wohl die 1920er Fassung am dichtesten "dran".

Ich hab jetzt nur die letzte Fassung von 1978 gelesen und für mich hat die Darstellung gereicht. Er kann wirklich gut den Alltag, aber auch die Landschaften und Orte beschreiben. So hab ich das Buch in Verbindung mit Google Maps gelesen und da konnte man noch die Straßen und Hügel um die gekämpft wurde und teilweise auch noch die Gräben in denen Jünger wohl mal gestanden haben muss noch in der Landschaft sehen. Wie gesagt, es ist sehr sachlich und weitesgehend nüchtern geschrieben, aber gerade das regt zum eigenen Nachdenken und Verstehen des Leids der Soldaten an.

Seine Kriegstagebücher habe ich nicht gelesen, vielleicht hol ich das aber mal nach, sind auch erhältlich und erst vor einigen Jahren editiert worden. Du kannst dir ja mal die Rezension dazu durchlesen. http://www.deutschlandfunk.de/der-stenograf-des-todes.700.de.html?dram:article_id=84866

Olipool 15 Kenner - 3742 - 5. September 2014 - 12:44 #

Danke für die kompetente Auskunft, so ein Spiele-Magazin für Erwachsene hat schon Vorteile. :)
Nationalistische Passagen muss man natürlich im Kontext der damaligen Zeit einordnen, das ist 1924 ja was anderes als 1950 oder 2014. Ich finde diese gesellschaftlichen Auswirkungen des 1. WK auch extrem spannend.

bonesaw 12 Trollwächter - P - 1095 - 8. September 2014 - 13:31 #

Ich schließe mich hier Olipool an.

Vielen Dank für die Podcast/Buch-Empfehlungen.

Die nächsten Abende sind gerettet :)

zynic 10 Kommunikator - 395 - 5. September 2014 - 14:21 #

Ich hänge mich mal an Buchempfehlungen an: "Im Westen nichts neues" von Erich Maria Remarque (hoffentlich richtig geschrieben ...).
Gibt dazu auch ältere Verfilmungen, laufen ab und an spät abends im TV.

Olipool 15 Kenner - 3742 - 5. September 2014 - 15:44 #

Das hab ich mal zu Schulzeiten angefangen, aber so ohne "Lebenserfahrung" ist das Perlen vor die Säue.
Ist die Verfilmung die, wo ein paar Soldaten arg hungern und einer dann unter Lebensgefahr übers flache Feld rennt um einen abgeworfenen Versorgungsconatiner zu holen, beschossen wird, den Conatiner schultert und auf dem Rückweg erschossen wird, der Conatiner sich öffnet und lauter Orden herauspurzeln?

zynic 10 Kommunikator - 395 - 5. September 2014 - 16:03 #

Abgeworfen und erster Weltkrieg? Ich glaub eher nicht. Kanns dir aber nicht 100%ig sagen, habe die Filme nie so richtig aktiv geschaut ;)

jqy01 15 Kenner - 3274 - 5. September 2014 - 16:23 #

Das ist eine Szene aus "Die Brücke von Arnheim/A bridge too far".

Die Verfilmung von im "Westen nichts Neues" ist vor allem durch die (im Buch nicht vorkommende) Schuhmethaper und die Szene zwischen den sterbenden Franzosen und dem Protagonisten Paul Bäumer bekannt.

Es gibt wohl auch noch einen relativ guten Film über den Ersten Weltkrieg aus der Weimarer Republik, der ebenso wie "Im Weste nichts Neues" wegen "pazifistischer Tendenzen" von den Nazis verboten wurde. Er heißt "Westfront 1918". Ich hab den Film noch nicht gesehen, aber ich bin letztens auf Youtube über den Film gestolpert.

Olipool 15 Kenner - 3742 - 5. September 2014 - 19:06 #

Ah richtig, der wars, danke dir! :)

"Pazifistische Tendenzen"...skandalös...

vicbrother (unregistriert) 5. September 2014 - 19:57 #

Nein. Wenn du dir eine Verfilmung von "Im Westen nichts neues" ansehen möchtest, dann nimm die von 1930 und nicht die von 1978. Die von 1930 ist m.E. dramaturgisch besser und wartet mit einigen sehr guten Szenen auf.

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 5. September 2014 - 20:32 #

Stimmt.
Dazu sind die deutschen Sprecher perfekt besetzt.

Die Verfilmung aus den 70er Jahren ist dagegen eher eine Qual.
John Boy Walton und Ernest Borgnine - danke, aber danke nein.

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 5. September 2014 - 19:49 #

In Stahlgewittern wurde von dem einen oder anderen Leser gerne auch schon mal als "War-Porn" betitelt. :)

Empfehlen kann ich "Heeresbericht" von Edlef Köppen. Würde ich mal so als eine Mischung aus "Im Westen nichts neues" und "In Stahlgewittern" bezeichnen. Steht den beiden Titeln jedenfalls in absolut nichts nach.

jqy01 15 Kenner - 3274 - 6. September 2014 - 11:36 #

Naja, Jüngers Werk als "Warporn" zu bezeichnen ist schon ungerecht, das wird der stilistischen Klasse des Buchs in keiner Weise gerecht.

vicbrother (unregistriert) 6. September 2014 - 20:34 #

Ich stimme dir voll zu. Bücher sollte man immer aus dem Blickwinkel der Zeit sehen, gerade dann entfalten sie eine ganz besondere Magie.

gnal 12 Trollwächter - 1079 - 5. September 2014 - 22:51 #

Auch sehr gut und leider viel zu wenig bekannt ist "Heeresbericht" von Edlef Köppen. Beschreibt gut, wie sich der Krieg im laufe der Jahre von den Kavallerieangriffen zu den furchbaren Artilleriefeuerwalzen, Tanks und Gasangriffen gewandelt hat.

Claus 28 Endgamer - - 108700 - 6. September 2014 - 0:15 #

So say we all...
;)

Stephan Petersen Redakteur - 3826 - 5. September 2014 - 12:47 #

Verdun - www.verdungame.com

Derzeit bei Steam im Early Access.

Olipool 15 Kenner - 3742 - 5. September 2014 - 13:11 #

Danke für den Tipp, werd ich im Auge behalten.
Momentan sieht es aber nicht nach Serious Game aus. Es impliziert ja, dass man als Squad in dem Kampf, wenn man gut spielt, gewinnen kann.

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