EA Mythic: Dungeon-Keeper-Entwickler geschlossen

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Johannes 32524 EXP - 22 AAA-Gamer,R10,S3,A8,J10
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29. Mai 2014 - 21:15 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert

Das langjährige EA-Entwicklerstudio Mythic Entertainment muss seine Pforten schließen. Das Team konnte sich vor allem in der MMO-Szene einen Namen machen. Es programmierte das Ultima Online-Addon Stygian Abyss sowie Warhammer Online und allen voran Dark Age of Camelot samt Erweiterungen. Den Kollegen von Kotaku gegenüber ging Electronic Arts zwar nicht auf die genauen Gründe für die Schließung ein, erklärte aber:

Wir werden den EA-Mythic-Standort in Fairfax, Virginia, schließen, uns aber mit anderen Studios weiter mit der Entwicklung von mobilen Spielen befassen. Wir wollen allen Betroffenen helfen, neue Beschäftigungen zu finden – entweder direkt bei EA oder bei anderen Firmen im Rahmen einer bevorstehenden Jobbörse.

Mythic Entertainment wurde 1995 gegründet und firmierte anfangs noch unter dem Namen Interworld Productions. Das letzte Spiel des Studios war die mobile Version von Dungeon Keeper, die stark dafür kritisiert wurde, dass sie den Namen eines Strategiespiel-Klassikers für einen Pay-2-Win-Titel nutzt, der mit dem Original nicht allzu viel gemein hat. Zudem schummelte das Spiel bei den ingame abgegebenen Bewertungen und ließ nur solche durch, bei denen der Autor die Höchstwertung von fünf Sternen vergeben hat. Peter Molyneux selbst brachte zum Ausdruck, dass ihm der Titel nicht gefällt und bezeichnete die langen Wartezeiten bei simplen Aufgaben als "lächerlich" (wir berichteten).

Vidar 18 Doppel-Voter - 12256 - 29. Mai 2014 - 21:22 #

Und das nächste übernommene Studio was dicht machen muss weil man es mehrmals umstrukturiert hat, immerhin ist es mit Westwood, Bullfrog und Co in guter Gesellschaft.

Mal sehen wie lang es Bioware noch aushält :D

Name (unregistriert) 30. Mai 2014 - 12:11 #

Mythic hat sich, wie übrigens Westwood und Origin auch, sein Grab selbst geschaufelt. Seit Dark Age of Camelot hat das Studio nichts mehr auf die Beine gestellt, was irgendwie weltbegewend wäre oder Umsatz gebracht hätte. Um das gleich klarzustellen, zwischen DAoC und der Übernahme lagen fünf Jahre! Als Warhammer Online 2008 endlich kam, war es ein glatter Schuss in den Ofen und der ist zu 100% auf dem Mist von Mythic gewachsen. Andere EA-Studios waren zwischenzeitlich erfolgreicher und Mythic damit überflüssig. Außerdem war es ein Dinosaurier aus den Abo-Tagen und hat nie den Sprung zu F2P geschafft. Das nennt sich Wettbewerb und den hat Mythic durch seine verkorksten Spiele in letzter Zeit verloren. Für ein Studio ohne Erfolgskonzept gibt es kein Geld für teure Neuentwicklungen und für die Betreuung von MMO-Oldies braucht es kein teures internes Entwicklerstudio. Die Auslagerung auf Broadsword war die logische Konsequenz.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12256 - 30. Mai 2014 - 17:20 #

Nachdem es von Ea übernommen wurde, wurde es aber auch mehrmals umgebaut.
Das dies am Ende kein gutes Ende nimmt war eigentlich klar.
Wenn das Studio sich auch nicht mehr beweisen darf, sondern von EA in die Schund-Ecke geschoben wird hat es recht wenig mit Wettbewerb zu tun.

Name (unregistriert) 30. Mai 2014 - 18:11 #

EA hat denen sicher keine Vorgaben gemacht, wie sie Wrath of Heroes, Ultima Forever und Dungeon Keeper im Detail zu gestalten haben. Die haben ihnen eine Lizenz, einen Projektrahmen und den Auftrag gegeben, daraus ein profitables Spiel zu entwickeln. Da dürfte genug kreativer Spielraum vorhanden gewesen, um sich selbst zu verwirklichen, dazu noch drei der bekanntesten Lizenzen überhaupt (Warhammer, Ultima, Dungeon Keeper). Wenn ihnen das selbst bei solch vergleichsweise kleinen Projekten absolut nicht gelingt, ein ansprechendes Spiel zu designen, wieso sollte ihnen dann ein weitaus größeres Projekt besser gelingen? Ihr letztes Großprojekt Warhammer Online hatten sie ja aus unternehmerischer Sicht bereits in den Sand gesetzt. Meine These ist eher, dass sie den Anschluss an den Markt verloren haben, nicht ihre unabhängige Kreativität. Wo sind denn die neuen Heldentaten von Studiogründer Marc Jacobs, der bereits 2009 das Weite suchte? Hat Matt Firor mit TESO etwa ein brilliantes Spiel abgeliefert? Es ist eher erstaunlich, dass das Studio überhaupt so lange weiterexistieren durfte.

Maik 20 Gold-Gamer - - 21482 - 30. Mai 2014 - 20:41 #

"Wo sind denn die neuen Heldentaten von Studiogründer Marc Jacobs, der bereits 2009 das Weite suchte?"

Der macht jetzt Camelot Unchained. Ist ein DAoC ohne PvE.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 30. Mai 2014 - 21:14 #

Kennt man ja. Der Quake-Macher bringt Daikatana raus, der Everquest-Macher Vanguard, der Ultima-Macher Tabula Rasa, die Kotor-Macher ToR, die Diablo-Macher Hellgate London. Was kann da schon schiefgehen :)

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23151 - 29. Mai 2014 - 21:22 #

Karma is a bitch. ;-)

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 29. Mai 2014 - 22:30 #

Du sagst es^^

v3to (unregistriert) 29. Mai 2014 - 21:43 #

was hier passiert ist in meinen augen purer unternehmerischer zynismus. man nehme ein respektables entwicklerstudio, stülpe ihm ein nicht funktionierendes konzept aus konzentrierten mikrotransaktionen mit 08/15 spielelementen und völlig unpassenden ip über. gewürzt mit einem sehr fragwürdigen bewertungssystem...

der massiven kritik aus presse und spielerschaft zum trotze läuft das marketing zur hochform auf, dass ja alle keine ahnung hat - die bewertungen der android-version sei ja phänomenal (in anderen bereichen würde man von selbstverarsche sprechen, aber sei es wie es ist). nur offenbar läuft diese melkmaschine nicht so, wie kalkuliert und so ist das ende des studios besiegelt.

tut mir leid, aber das trifft egal wie die falschen. ich frage mich echt, was noch alles passieren muss, bis ea-chefetage mal bei sich selbst eine echte umstrukturierung vornimmt. wie viele pannen und millionenverluste müssen da eigentlich noch ins land gehen???

Johannes 22 AAA-Gamer - P - 32524 - 29. Mai 2014 - 21:43 #

Hat EA nicht erst letztes Jahr einen neuen Chef bekommen?

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 29. Mai 2014 - 21:46 #

EA machte 2012 und 2013 erstmals seit Jahren wieder operativen Gewinn. Von 2012 auf 2013 komnte dieser sogar um 245,71% gesteigert werden. Sie machen momentan irgendwie alles richtig, also werden wir so etwas noch sehr häufig erleben.

v3to (unregistriert) 29. Mai 2014 - 22:15 #

da wäre mal ein etwas tieferer blick in die finanzen sehr interessant, wie sich das verteilt. wie kommt es, dass man fast jedes quartal verluste im zweistelligen millionenbereich meldet und am ende steht ein operativer gewinn?

mir ist immer noch dieses desaströse letzte quartal 2013 im hinterkopf, trotz ps4 und xone launch... im dritten quartal lag der verlust noch bei 308mio $, drei monate später hat man offensichtlich 400mio$ auftreiben können. da mussten ja gewinne in höhe eines mittleren ea-quartalsumsatzes eingefahren worden sein. da kam wohl die überweisung von ms für den fifa-xone-deal gerade rechtzeitig...

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 30. Mai 2014 - 5:20 #

Ich weiß zwar nicht wie die genauen Quartalszahen aussehen, aber sie konnten den Gewinn so stark steigern, in dem sie einfach weniger Geld in die Forschung und ins Marketing stecken mussten, da sie sich nur noch auf die Kernmarken konzentrieren. Für das gerade beendete Fiskaljahr 2014, erwarten sie zusätzlich noch Lizenz-Einkommen aus dem Verleih von Lizenzen, in Miliardenhöhe.

Wenn die Prognose stimmt, war das vergangene Jahr das beste seit über 10 Jahren für EA.

v3to (unregistriert) 30. Mai 2014 - 8:45 #

forschung kann ich mir jetzt nicht wirklich vorstellen. sofern das als grund angegeben wurde, klingt das eher nach statistischer schieberei. neue konsolengeneration - erster technologiesprung seit mehr als einen halben jahrzehnt und forschung zurückfahren? das passt höchtens wenn man standortschließung, abkehr von facebook/nintendo als forschung verbucht - und in den punkten stehen am ende auch keine produkte mehr, mit denen man geld verdienen kann.

marketing scheint aber logisch. das einzig wirklich nennenswerte letztes jahr waren ja ea-seitig einige mobile games und gerade auch der microsoft-deal. dadurch wurde das marketing ja quasi zum selbstläufer... und das kurz vor einer fußball-wm.

bei erwarteten einnahmen wär ich btw skeptisch. an sich kann man mit sowas erst rechnen, wenn sie auf dem konto auch eingehen. auch wenn die größenordnung schon ziemlich beeindruckend ist.

Skeptiker (unregistriert) 29. Mai 2014 - 22:19 #

Ich hoffe, dass die Mitarbeiter alle schnell wieder einen Job bekommen, alleine schon, damit sie ihr letztes Machwerk selber weiterhin vernünftig spielen können. Das Spieldesign ist ja leider so, dass man als arbeitsloser Programmierer daran gar keinen Spaß haben kann, selbst wenn man vorher schon viel Geld reingesteckt hat. Schöne neue F2P- und "Abo"-Welt.

Name (unregistriert) 30. Mai 2014 - 12:14 #

Die wichtigsten Mitarbeiter sind bereits seit Februar bei der Neugründung Broadsword Online Games untergekommen, das auch die Betreuung von DAoC und Ultima Online übernommen hat. Die Schließung kommt daher alles andere als überraschend.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 30. Mai 2014 - 0:45 #

"Zudem schummelte das Spiel bei den Bewertungen im Appstore und ließ nur solche durch, bei denen der Autor die Höchstwertung von fünf Sternen vergeben hat."
Das ist schlicht falsch und sicherlich eine absichtliche Manipulation, damit es schöner in den tendenziösen Artikel passt. Man kann der App im Store jede Bewertung geben, die man will. Und von den vergebenen Bewertungen sind 75 % 4 oder 5 Sterne. Das es offensichtlich 100.000e Leute gibt, denen das Spiel gefällt, das passt natürlich nicht so schön in den Artikel.

Sancta 15 Kenner - 3153 - 30. Mai 2014 - 1:21 #

Und selbst wenn es 200.000 Leuten gefiele, bliebe es eines der übelstes Machwerke aus dem dunkelsten Winkel der Pay-to-Win Hölle.
Und natürlich sind die Wertungen indirekt manipuliert, denn wer aus dem Spiel heraus bewerten will, kann das entweder mit 5 Sternen direkt und automatisiert tun oder - falls er es schlechter findet - wird er auf eine e-mail an die Entwickler verwiesen. Eine unfassbare Sache über die man nur den Kopf schütteln kann.

Roland 18 Doppel-Voter - 10797 - 30. Mai 2014 - 4:59 #

Dafür ein Kudos extra.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 30. Mai 2014 - 9:50 #

Wenn ein Spiel also so übel ist, dann muss man extra noch die Wahrheit verdehen, damit das auch jeder versteht?

Johannes 22 AAA-Gamer - P - 32524 - 30. Mai 2014 - 5:51 #

Wie Sancta auch schon sagte, gemeint ist, dass sie nur 5-Sterne-Wertungen durchgelassen haben, wenn du vom Spiel aus bewertet hast. Was ist an der News sonst noch tendentiös?

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 30. Mai 2014 - 9:50 #

Man kann viel meinen, da steht im App-Store, nicht im Spiel. Und das ist falsch. Und das Peter Molyneux gesagt hät, das Spiel wäre lächerlich, ist auch falsch.

Johannes 22 AAA-Gamer - P - 32524 - 30. Mai 2014 - 10:37 #

Schalte mal bitte einen Gang runter. Das mit Molyneux habe ich mal eben präzisiert, dass "im Appstore" rausgenommen (wobei die Bewertungen vom Spiel ja genau wohin gepostet werden?). Deine Unterstellung der "absichtlichen Manipulation" ist absurd.

Maik 20 Gold-Gamer - - 21482 - 30. Mai 2014 - 9:04 #

Nachdem die Entwicklung von DAoC und UO von Mythic zu Broadsword gegangen sind, war klar, dass etwas passiert. Und bei Broadsword sind etliche Mythic-Mitarbeiter zu finden. Mythic hat mich im Bereich MMO mit DAoC geprägt und das werde ich nicht vergessen. Auch Warhammer Online war ein tolles Spiele, wobei das PvP leider vergurkt war.

Wie wäre die Studiogeschichte weiter gegangen, wenn Mythic keine Warhammer-Lizenz bekommen hätte und das in Entwicklung befindliche MMO Imperator Online (Römerzeit) fertigstellt hätte? Wahrscheinlich würde es sie noch geben.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8030 - 30. Mai 2014 - 8:25 #

Von DAoC zu Dungeon Keeper Mobil ... was für ein Absturz. R.I.P.

Novachen 18 Doppel-Voter - 12747 - 30. Mai 2014 - 12:11 #

Na bevor man hier schimpft, dass EA Mythic aufgedrückt hat, dieses Spiel so zu machen wie es war, sollte man immer die Hintergründe wissen.

Sicherlich wollte EA ein Free-2-Play Titel mit Mikrotransaktionen im Dungeon Keeper Universum machen... aber so wie das Spiel am Ende funktioniert hat es halt immer noch Mythic und nicht EA zu verantworten.
Das ganze Spiel hätte auch anders aussehen können :). Das liegt halt dann soweit doch schon im Verantwortungsbereich des Entwicklers. Man muss nicht so tun, als wäre man vollkommen unmündig und dürfte gar nichts mehr entscheiden, wenn man Teil von einem größeren Unternehmen ist. Das ist halt schlicht falsch. EA und jedes anderes Unternehmen gibt da höchstens Rahmenbedingungen vor, die das Spiel beinhalten muss. Aber was man daraus macht, darf man halt dann doch selbst entscheiden ;)

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 30. Mai 2014 - 12:53 #

Ein Ex-Bioware-Mitarbeiter hat das mal so beschrieben, dass EA seinen Entwicklern so viel Strick gibt, dass man sich damit am Ende erhängen kann. Besser kann man es wohl nicht treffen. Die Entwickler machen, was sie für richtig halten. Und wenn das falsch war, dann tragen sie dafür die Konsequenzen.

Name (unregistriert) 30. Mai 2014 - 14:25 #

Das Zitat stammt von Louis Castle, wurde aber von Richard Gariott und Trent Oster sinngemäß bestätigt. Und Oster fand die BioWare-Firmenkultur schon vor der Übernahme durch EA scheiße.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 30. Mai 2014 - 18:18 #

Sicher dürfen die verschiedene eigene Vorschläge erarbeiten. Wenn EA die aber nicht gefallen, sagen die "nö, so nicht" und dann muss eben was anderes her. Man kann also schon davon ausgehen, dass das Spiel, so wie es ist, von EA bewusst abgenickt ist.

volcatius (unregistriert) 30. Mai 2014 - 12:10 #

EA wollte wohl mal ausloten, wie weit man mit der Abzocke gehen kann. Die Grenzen scheint man jetzt zu kennen.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 30. Mai 2014 - 13:40 #

Die Grenze kannte man auch schon vorher, Simpsons Springfield soll sehr erfolgreich sein. Sie haben nur lediglich einem maroden Studio noch eine Chance gegeben, in dem man es gekauft und diesem eine bekannte Marke gegeben hat. Mythic hat ganz alleine in die Scheisse gereitet.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20727 - 30. Mai 2014 - 13:58 #

EA ist Geldgeber nix weiter. Die Verantwortlichen sind die Programmierer von Origin, Bullfrog, Westwood, Mythic und dessen letzte Pleiten - Ultima 10, Theme Park Manager, Earth & Beyond, Warhammer Online usw.

Johannes 22 AAA-Gamer - P - 32524 - 30. Mai 2014 - 14:01 #

Publisher stimmen sich ja auch mit den Entwicklern ab und EA hätte als Geldgeber z.B. sagen können "Nee, so'n Dreck bringen wir nicht raus"

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 30. Mai 2014 - 14:07 #

Bei Mythic haben sie anscheinend gesagt "Hier habt ihr eine Marke, hier habt ihr etwas Geld, versucht euch erstmal am günstigen Mobile-Sektor.". Lief wohl nicht ganz so optimal und jetzt wird die Konsequenz gezogen.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 30. Mai 2014 - 18:21 #

Woher kommt dieser Anschein? Könnten sie nicht auch gesagt haben "Macht mal was richtig dreistes"?

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 30. Mai 2014 - 18:47 #

EA ist eine Firma die darauf aus ist Geld zu verdienen. Eine Firma kauft keinen bekannten Hersteller, nur um etwas kurzfristig "dreistes" auszuprobieren, das kostet zuviel. Solche Projekte sourced man entweder an kleine Entwickler aus, das kostet nur kurzfristig etwas Geld und wenn der Erfolg dementsprechend war, kauft man einen bekannten Hersteller und zeigt dem wieviel Geld man mit einem Geschäftsmodell machen kann, wenn dieser ein vernünftiges Spiel programmiert. Anderfalls kopiert man einfach das Modell eines anderen Entwicklers, kauft einen maroden bekannten Hersteller, gibt dem eine Marke und zeigt ihm wie man gewinnbringend arbeiten kann, wenn man ein vernünftiges Spiel mit einem guten Geschäftsmodell kombiniert.

An Dungeon Keeper war nichts dreister als z.B. an dem Milliardenprodukt Clash of Clans von Supercell, es war einfach nur sehr vie schlechter, weil Mythic es anscheinend nicht geschafft hat, ein vernünftiges Spiel zu entwickeln, das langfristig Spaß macht.

"Clash of Clans belegte in 2012 und 2013 regelmäßig Spitzenplätze in den Download-Charts der App Stores von Apple, Google und anderen Anbietern. Bereits Ende 2012 nahm Supercell mit seinen zwei Erfolgstiteln, wovon Clash of Clans der bedeutendere ist, im iOS-App-Store mehr Geld ein, als Electronic Arts, das größte Unternehmen der Branche, mit fast 1000 Titeln zusammen."
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Clash_of_Clans

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 30. Mai 2014 - 19:14 #

Und wer sagt nun, dass es nicht vielleicht EA war, die unfähig waren, Mythic auf einen vernünftigen Weg zu bringen? Um mal wieder zu deiner Annahme zurückzukommen.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 30. Mai 2014 - 19:26 #

Wäre Mythic aufkaufbar gewesen, wenn sie fähig gewesen wären einen vernünftigen Weg zu beschreiten? Hast Du jemals Warhammer Online längerfristig gespielt? Das Spielwar mies, völlig egal wieviel sie dran gewerkelt haben.

Würdet Du als Chef einer Firma, einem Mitarbeiter der vor 12 Jahren mal sehr gute Arbeit geleistet hat und es seitdem nicht mehr wirklich auf die Reihe kriegt, sofort einstellen und ein wichtiges Millionenprojekt geben?

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 30. Mai 2014 - 19:35 #

Hätte EA Mythic gekauft, wenn sie der Meinung gewesen wären, dass die keine vernünftigen Produkte entwickeln können? Und: Hätte EA Mythic einfach machen lassen, wenn sie die von dir genannte Skepsis schon gehabt haben sollten? Und ja, die Fragen sind rein rhetorisch :D

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 30. Mai 2014 - 19:39 #

Ja hätte EA, denn ein Mobile-Spiel verursacht keine großen Kosten, sondern kann mitunter eine Menge Geld einbringen, wenn man erfahrene Entwickler dransetzt. ;-)

Ist aber auch alles gehüpft wie gesprungen, egal ob rethorisch, theoretisch oder praktisch, Mythic ist tot. ;-)

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 30. Mai 2014 - 20:03 #

Ja, eben: kann Geld einbringen. EA wirft bestimmt kein Geld aus dem Fenster, verzichtet dabei auf die Option, Geld zu verdienen und riskiert negative Presse, nur weil man Mythic mal testen möchte ...

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 30. Mai 2014 - 22:54 #

Negative Presse weil ein veraltetes Game-Studio, das nur noch die Gaming-Opis unter uns kennen, geschlossen wird? Ich glaube du überschätzt ein wenig den heutigen Stellenwert von Mythic. Die größte Zielgruppe von EA kannte Mythic wahrscheinlich nicht einmal. :-D

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 30. Mai 2014 - 23:00 #

Ich überschätze nicht deren Wert. Ich sage nur, dass EA kein Geld aus dem Fenster wirft und einfach mal irgendwem Geld gibt, um dann abwartet, ob da was sinnvolles rauskommt. Da unterschätzt zu EA :p

Und natürlich ist es schlechte Presse, wenn EA schon wieder ein Studio schließt. Der Ruf haftet ihnen nun mal an. Da wird auch das schlechteste Studio zum Märtyrer stilisiert ;)

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 30. Mai 2014 - 23:21 #

EA könnte übers Wasser laufen und würde aus einer gewissen Ecke schlechte Presse bekommen, weil sie zu faul zum schwimmen sind. Von daher kann denen das herzlich egal sein, die werden auch sicherlich nicht aus herzensgüte ein Studio betreiben, dass nur mittelmäßige Spiele rausbrinbt.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 30. Mai 2014 - 23:29 #

Davon spricht ja auch keiner.

Tyntose 13 Koop-Gamer - 1677 - 31. Mai 2014 - 10:44 #

Da Mythic bereits 2006 von EA gekauft wurde und uns hier die Insidernews fehlen, bleiben deine Erörterungen zunächst mal Theorie. Ich hatte aber zumindest ein paar Wochen Spaß mit WAR, mies war es nicht, allenfalls überhyped.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 30. Mai 2014 - 14:28 #

Dann hätten sich wieder alle aufgeregt, dass der böse Publisher den guten Entwicklern reinredet.

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20727 - 30. Mai 2014 - 17:39 #

Meinst du ernsthaft das EA bei Bioware mehr ansieht als ein Pitch Video und das E3 Vorführvideo? Die hocken da nicht drin und spielen das Spiel durch.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 30. Mai 2014 - 18:25 #

Ich kenne die Struktur von EA nicht, aber von mindestens einem großen Publisher weiß ich, dass sie genau das auf mehreren Ebenen tun. Daher würde ich in Bezug auf EA sagen: Doch, vermutlich tun sie genau das. Alles andere wäre ziemlich waghalsig.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 30. Mai 2014 - 18:20 #

Kein Publisher ist "nur" Geldgeber. Und wenn das Studio dann noch gekauft ist, also zum Publisher dazugehört, noch viel weniger. Die Studios machen dann das, was der Publisher will.

Name (unregistriert) 31. Mai 2014 - 11:53 #

Keine weit entfernte Außenstelle egal welchen Konzerns steht unter der direkten Fuchtel einer Konzernzentrale. EA sitzt bei San Francisco, Mythic war in Virginia. Die dürften sehr viele Eigenständigkeit ohneständige Kontrolle besessen haben, denn Riccitiello oder Gibbeau sind sicher nicht jeden Montag zum Firmenmeeting nach Fairfax geflogen sein. Der Publisher wird sich hauptsächlich für die Einhaltung der Milestones und des Projektplans interessiert haben, Excellisten, aber sicher nicht für die Designebene. Das ist Aufgabe des Producers, dem Team dabei auf die Finger zu schauen und ansonsten seine Sicht der Dinge an das Management zu reporten.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 31. Mai 2014 - 18:30 #

Es gibt heutzutage sogar so moderne Dinge wie Emails und Cloud-Services. Sogar Videotelefonie soll möglich sein, hab ich gehört :p

Scherz beiseite, natürlich fliegen der CEO nicht jeden Tag persönlich da vorbei und schaut sich an, ob Feature 24.6c richtig umgesetzt wird und natürlich sind Milestones und der Projektplan der Kern dessen, mit dem der Publisher zu tun hat. Trotzdem wird aber das Spiel dort auch sicherlich mit eigenen Teams gespielt und detailliert auch auf Designebene kritisiert, vor allem, wenn es nicht so funktioniert wie laut Projektplan gewünscht. Und wenn der Producer, von dem du ja schon sprichst, vom Publisher eingesetzt wird, ist es auch gar nicht mehr nötig, dass der CEO dauernd vorbeischaut – dafür ist ja dann der Producer im Auftrag des Publishers zuständig.

Sich nur auf die Milestones und die zugehörigen Präsentationen zu verlassen ergibt aus Publishersicht auch wenig Sinn, das ließe sich dann viel zu leicht manipulieren Seitens der Entwickler.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 31. Mai 2014 - 20:00 #

Irgendwann werden sie es sicherlich merken, wenn das Spiel nicht besonders gut ist. Und dann haben sie die Wahl, direkt den Stecker ziehen und das Geld abschreiben (C&C), weitermachen im Zeitplan, das gröbste bereinigen und hoffen, dass man etwas vom investierten Geld wieder reinbekommt (DK). Oder den Release-Zeitpunkt verschieben und Geld nachschießen, in der Hoffnung, dass man die Schwachstellen ausmerzen kann und es sich langfristig auszahlt.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 31. Mai 2014 - 20:05 #

Eben deshalb geben Publisher nicht einfach mit einem "Mach mal was draus!" Geld, sondern prüfen frühzeitig und häufig, ob das Spiel in die von ihnen gewünschte Richtung geht.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 31. Mai 2014 - 21:48 #

Was aber kein Widerspruch dazu ist, dass der Entwickler die Designentscheidungen macht und nicht der Publisher. EA sagt "Macht mal nen F2P-Dungeon Keeper" und Mythic macht dann das Spiel- und Monetarisierungs-Konzept. Und wenn EA am Ende sieht, das ist Mist, was die da machen, dann machen die den Laden zu.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 31. Mai 2014 - 22:22 #

Dass der Entwickler kein Design festlegt, habe ich nicht gesagt. Aber EA wird im Zweifel schon mehr gesagt haben als das. Gerade bei der Monetarisierung wird man aus offensichtlichen Interessen immer genau gucken, ob das den Wünschen entspricht. Die warten da doch nicht einfach bis zum Ende. Deswegen finden doch Entwickler Crowdfunding so toll: Weil da während der Entwicklung keiner dazwischen quatscht.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 1. Juni 2014 - 8:48 #

Klar, keiner, bis auf die Spieler, die sich da reingekauft haben und erwarten, dass dafür ihre Vorstellungen umgesetzt werden.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 1. Juni 2014 - 10:57 #

Im Forum über Dinge zu diskutieren und dann freiwillig das umzusetzen, was auch den Entwicklern zusagt, ist halt was anderes als ein "So und nicht anders!" zu hören :)

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 1. Juni 2014 - 12:17 #

Und wenn die Entwickler sagen "Ne, das ist scheiße, das machen wir nicht", wie lange dauert es wohl bis die Kommentare kommen "Ich hab dafür gezahlt und ich will was für mein Geld" :)

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 1. Juni 2014 - 12:30 #

Och die kommen natürlich schnell, siehe Broken Age :) Eine Möglichkeit, die Wünsche durchzusetzen, gibt es nur nicht. Inwieweit Kickstarter also nicht nur die Wünsche der Entwickler, sondern auch der Spieler erfüllen kann, werden wir dann sehen, wenn erstmals eine größere Zahl der Spiele aus dem "Kickstarter Hype" erscheint. Also vermutlich in den nächsten 12 Monaten.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 1. Juni 2014 - 13:42 #

Kickstarter wird schon die Wünsche irgendwelcher Spieler erfüllen können. Spiele machen wir vor 20 Jahren ist eine Nische, in der es Käufer gibt. Es werden aber sicherlich einige merken, dass nicht alles früher so toll war, wie man das in Erinnerung hat

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 1. Juni 2014 - 13:53 #

Irgendwelcher Spieler bestimmt, aber wenn Crowdfunding auf lange Sicht funktionieren soll, müssen es schon ein paar mehr sein :) Ist halt die Frage, ob die alten Designer-Legenden es geschafft haben, zu verstehen, warum ihren Spielen noch heute so berühmt sind und ob sie diese Faszination übertragen können. Beides nicht ganz leicht.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 1. Juni 2014 - 14:56 #

Die sind heute noch berühmt, weil die Käufer als Kinder ihre Spiele mochten. William Shatner zB ist auch sicherlich nicht berühmt, weil er ein begnadeter Schauspieler ist, sondern weil er in einer damals tollen Serie dabei war.
Aktuell zerrt die Crowdfund-Kampagne einzig und allein davon, dass sich Leute Spiele kaufen wollen, die sie als Kinder gern gespielt haben. Ohne diese Leute gege es gar keine Kickstarter-Spiele. Ich seh ehrlich gesagt nicht, das jetzt massenhaft Leute wegen Shadowrun, Wasteland 2, etc Dragon Age, Skyrim, etc abschwören würden. Das ganze wird sich sicherlich nicht aus der Nische entfernen.

Larnak 21 Motivator - P - 25537 - 1. Juni 2014 - 15:49 #

Von "aus Nische entfernen" hat auch niemand gesprochen. Eher von "Nische etablieren". Wenn nämlich diese Leute, von denen du sprichst, beispielsweise feststellen, dass ihre Helden nicht mehr in der Lage sind, das zu liefern, was sie wollen, wird die Bereitschaft, so etwas weiterhin zu unterstützen, sinken.

burdy 14 Komm-Experte - 2687 - 1. Juni 2014 - 16:57 #

Die vielen gescheiterten Projekte in letzter Zeit zeigen ja, dass der Markt schon übersättigt ist. Er wird aber denk ich auf kleinerem Niveau bestehen bleiben.

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Mitarbeit
ChrisL
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