Halo-5-Entwickler sauer über Embargo-Brecher und "Insider"

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Nico Carvalho 24253 EXP - Freier Redakteur,R10,S8,A8
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21. Mai 2014 - 11:34 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
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Frank O'Connor, Franchise Development Manager der Halo-Serie für 343 Industries, hat sich in einem NeoGAF-Thread über Embargo-Brecher und die von ihm genannten "Insider" ausgelassen, die Informationen ohne Genehmigung vorab veröffentlichen.

Im speziellen Fall ging es um Halo 5 - Guardians, zu dem letzte Woche einige Details wie der Untertitel vorgestellt wurden. So habe der als "CBOAT" bekannte NeoGAF-User manche Informationen bereits Stunden vor der offiziellen Ankündigung vorweg angedeutet. In dem Thread, der sich um diese Halo-5-Details dreht, meldete sich O'Connor in einem Beitrag zu Wort:

Embargos zu brechen ist keine Prophezeiung. Es benötigt auch kein Talent und keine Eingebung. Unterm Strich nimmt oder erhält jemand Informationen und veröffentlicht sie, dies häufig illegal und mit fehlerhaften Details. [...] Nette Leute mit Kindern und Familien arbeiten sehr hart an diesen Sachen nur um eines Morgens herauszufinden, dass einige ihrer Anstrengungen einfach gesprengt wurden.

Diese ungewollt ans Tageslicht gekommenen Informationen seien für Spieler laut O'Connor nur von geringem Interesse, allerdings seien sie für den Entwickler sehr nervig. Die Publisher wollen schließlich selbst kontrollieren, wann welche Details zu ihren Titeln veröffentlicht werden. Für einige der Mitarbeiter könnten die Aktionen der "Insider" jedoch schwerwiegende Folgen haben, die auch ihren Arbeitsplatz bedrohen:

Wofür [macht man das]? [...] Damit jemand Unschuldiges angebrüllt oder sogar gefeuert wird?

O'Connor ist nicht darauf eingegangen, ob in Folge der Halo-5-Enthüllung manche Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz räumen mussten. Er gab ebenso keine konkreten Beispiele an, wann eine Spieleschmiede zu solch drastischen Maßnahmen greifen musste. Es ist unklar, ob diese Aussage einen tatsächlichen Hintergrund hat oder ob es sich hierbei nur um eine Übertreibung in einer hitzigen Diskussion handelt.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29629 - 21. Mai 2014 - 11:45 #

Wer Embargos bricht, tötet auch kleine Kätzchen! Zumindest liest sich der Teil mit der Familie so ;) .

immerwütend 21 Motivator - P - 30755 - 21. Mai 2014 - 11:55 #

Aber wirklich! Wem schaden denn diese "Enthüllungen"? Abgesehen von ein paar Nerds interessiert sich niemand dafür, und ob am Ende ein gutes Spiel herauskommt oder nicht, hängt nun wirklich von ganz anderen Faktoren ab.

Rashim of Xanadu 16 Übertalent - 4273 - 21. Mai 2014 - 12:13 #

Aber natürlich schaden die Enthüllungen den Entwicklern. Ich zum Beispiel werde mir garantiert kein Spiel kaufen, von dem ich schon Stunden vor der offiziellen Ankündigung den Untertitel kenne. Wo kämen wir denn da hin?

immerwütend 21 Motivator - P - 30755 - 21. Mai 2014 - 12:18 #

Ach, immer diese Feinheiten. Es reicht doch völlig, wenn der Publisher in seinen Anzeigen erklärt, das Spiel sei supertoll.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7281 - 21. Mai 2014 - 11:48 #

Boo hoo? Dann sollen sie sich doch einfach die ohnehin nervige Geheimniskrämerei schenken. Dadurch wird das Spiel auch nicht besser.

Flo_the_G 14 Komm-Experte - 2098 - 21. Mai 2014 - 11:51 #

Doch! Mensch! Was das für eine spektakuläre Enthüllung des Untertitels hätte sein können! Alles madig gemacht, von diesen Insiderschweinen!

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7281 - 21. Mai 2014 - 11:55 #

Na gut, du hast ja recht, ich suche meine Spiele immer nach den Untertiteln aus ;)

Punisher 19 Megatalent - P - 15357 - 21. Mai 2014 - 13:10 #

Das sie kontrollieren wollen, wann sie gewisse Details an die Öffentlichkeit lassen ist weder verwerflich und ungewöhnlich. Die Leute, die sowas "leaken" sind keine Whistleblower sondern meist schlicht Vertragsbrüchig. Releasetermine geheimzuhalten kann z.B. völlig Sinn machen, will man verhindern dass ein Spiel mit gleicher Zielgruppe absichtlich kurz vor dem eigenen released wird.

Bei Leaks einige Stunden vorher ist es natürlich nur nervig, weil du z.B. irgendwelche Leute hast, die dafür arbeiten Veranstaltungen auszurichten oder Pressemitteilungen zu schreiben, in denen du am Ende nur bereits bekanntes wiederholst, weil irgendeine Pfeife das schon vorher nach draussen gelassen hat.

Wärst du Unternehmer, möchtest du Mitarbeiter haben, die sich nicht an ihre Verträge halten und Firmengeheimnisse (unabhängig von der subjektiven Wichtigkeit dieser Geheimnisse) preisgeben? Ich nicht - daher kann ich den Ärger über sowas durchaus verstehen.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 23263 - 21. Mai 2014 - 13:40 #

Sehr guter Kommentar. Unterschreibe ich so.

wolverine 16 Übertalent - P - 4348 - 21. Mai 2014 - 14:22 #

Danke... Besser kann man's eigentlich nicht beschreiben!

Der Marian 19 Megatalent - P - 17824 - 21. Mai 2014 - 12:00 #

> Für einige der Mitarbeiter könnten die Aktionen der "Insider" jedoch schwerwiegende Folgen haben, die auch ihren Arbeitsplatz bedrohen:

Hier kann ich keine Kausalität nachvollziehen. Außer der betroffene Mitarbeiter war genau der "Insider".

Necromanus 16 Übertalent - P - 4486 - 21. Mai 2014 - 12:11 #

Der Zusammenhang erschließt sich mir auch nicht so ganz...

Punisher 19 Megatalent - P - 15357 - 21. Mai 2014 - 12:18 #

Wenn er Abends beim Bierchen nem Freund was erzählt hat - im Vertrauen - der das ins Internet postet hat er seinen Arbeitsvertrag verletzt. Wenn es sich um Informationen handelt, die nur wenige Mitarbeiter haben lässt sich das relativ einfach zurückverfolgen.

Der Marian 19 Megatalent - P - 17824 - 21. Mai 2014 - 12:58 #

Aber das fällt ja dann unter "insider". Wenn das die einzig denkbare Konstellation ist, müsste man das nicht so nebulös umschreiben und läuft ja dann auch eher unter "selbstverschuldet". In der News klingt das ja eher nach indirekten Effekten.

Punisher 19 Megatalent - P - 15357 - 21. Mai 2014 - 13:05 #

Das wäre jetzt die erste, die mir eingefallen ist. Wenn die Geheimhaltung z.B. eines Launchtermins, der nur wenigen bekannt ist (die Entiwckler kennen z.B. nur ihre interne Deadline) explizit in der Verantwortung eines einzelnen Mitarbeiters liegt kanns natürlich auch sein, dass der dafür Konsequenzen tragen muss... oder der Chef der Abteilung, stellvertretend für seine Mitarbeiter.

Oder - vielleicht - werden bestimmte PR-Aktionen abgeblasen, wenn Dinge zu früh bekannt werden, für die der Mitarbeiter explizit eingestellt wurde...

Denkbar ist da schon ein bisserl was.

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3267 - 21. Mai 2014 - 12:24 #

"Informationen seien für Spieler laut O'Connor nur von geringem Interesse, allerdings seien sie für den Entwickler sehr nervig."

Klingt für mich irgendwie widersprüchlich, vor allem in Verbindung mit so viel Aufregung. Mich nerven übrigens Informationsstrategien, wo in 3 Tagen eine "geheimnisvolle News" erscheinen wird oder irgendein dummer Countdown läuft. Allerdings sind daran eher die Newsseiten schuld, die diese PR-Geschichten aufgreifen.

Ukewa 15 Kenner - 3689 - 21. Mai 2014 - 13:40 #

"Widerspruch" - War auch mein Gedanke.
Und die armen Kinder und Ehefrauen erst!

XmeSSiah666X 16 Übertalent - 5787 - 21. Mai 2014 - 12:30 #

"Wofür [macht man das]? [...] Damit jemand Unschuldiges angebrüllt oder sogar gefeuert wird?"

Bei diesem Satz musste ich sofort an einen Werbespot denken. :-)

http://www.youtube.com/watch?v=Dx_8Q1XZPzw

General_Kolenga 15 Kenner - 2866 - 21. Mai 2014 - 12:57 #

Zustimmung.

FPS-Player (unregistriert) 21. Mai 2014 - 13:33 #

"dies häufig illegal"
Was ist daran illegal, etwas auszusprechen? Gibt es ein Gesetz dagegen? Kann man verhaftet werden? Albern das alles...

Lasst die Heimlichtuerei halt weg, dann gibts das Problem nicht. Ausserdem: je mehr und je früher man von einem Spiel erfährt, desto besser, finde ich.

Nokrahs 16 Übertalent - 5748 - 21. Mai 2014 - 13:35 #

Also wenn es sich um einen Mitarbeiter der Firma handelt, dann steht in seinem Vertrag sicher etwas zu dem Thema.

FPS-Player (unregistriert) 21. Mai 2014 - 13:38 #

Schon klar. Aber der Bruch einer Verschwiegenheitsklausel ist ja nicht gleich illegal, wie es bspw. das brechen eines Gesetzes ist.

Nokrahs 16 Übertalent - 5748 - 21. Mai 2014 - 13:40 #

Es wird eben innerhalb der Firma als "illegal" angesehen. Möglicherweise ist das Statement so zu verstehen.

FPS-Player (unregistriert) 21. Mai 2014 - 14:00 #

Das mag dann sicherlich hinkommen, ja.

Makariel 19 Megatalent - P - 13853 - 21. Mai 2014 - 13:53 #

Vertragsbruch ist als nicht illegal? óÒa

Wenn ich für Firma A ein NDA unterschreibe und dann (anonym) an Firma B oder der Öffentlichkeit weitergebe woran Firma A arbeitet (vorausgesetzt Firma A bricht damit selbst keine Gesetze) ist das sehr wohl illegal. Für sowas kann man gefeuert werden, speziell in den USA wird da nicht lange gefackelt wenn wer interna ausplaudert.

Punisher 19 Megatalent - P - 15357 - 21. Mai 2014 - 13:58 #

Illegal heisst ja erstmal "nicht gesetzmäßig"... ein Verstoß gegen einen Vertrag ist soweit ich mich erinnere kein "Gesetzesverstoß", sondern ein Verstoß gegen eine privatrechtliche Vereinbarung, weshalb illegal wohl nicht das richtige Wort ist (vorsicht, Erbsenzählerei). Denke, allein um diese Unterscheidung geht es gerade.

FPS-Player (unregistriert) 21. Mai 2014 - 14:00 #

Exakt, das war mein Gedankengang. ;)

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 23263 - 21. Mai 2014 - 14:00 #

Ich bin da ja wirklich totaler Laie, aber ist Privatrecht nicht auch gesetzlich festgelegt?

Punisher 19 Megatalent - P - 15357 - 21. Mai 2014 - 14:10 #

Ich bin auch nur nicht-fertig-jura-studierer, aber soweit ich weiss ist in Deutschland nur festgelegt, dass Vertragsfreiheit gilt, solange diese nicht gegen GEsetze verstoßen oder sittenwidrig sind (letzteres war übrigens auch der Grund, dass Prostituierte ihe Bezahlung nicht einklagen konnten, wobei ich glaube dass das inzwischen nicht mehr als sittenwidrig gilt).

Der Inhalt deines Vertrages wird aber nicht mit einem Gesetz gleichgesetzt und hat eine Zivilklage zur Folge die eine der beteiligten Parteien einreichen muss, während Gesetzesverstöße im Strafprozess oder auch im Ordnungswidrigkeitsverfahren von Staatsseite automatisch verfolgt werden. Irgendwie so. Herr Krasemann kanns sicher richtiger und beser erklären.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 23263 - 21. Mai 2014 - 14:18 #

Okay. Danke für die Rückmeldung :)

Makariel 19 Megatalent - P - 13853 - 21. Mai 2014 - 16:03 #

Eine Vertrag wird hier (UK) z.B. nach civil law beurteilt, ergo wird alles was einen Vertrag bricht hier genauso unlawful bzw. illegal bezeichnet, als würde es criminal law betreffen ;-) und ich glaub die USA handhabt das genauso.

Asderan 14 Komm-Experte - 2423 - 21. Mai 2014 - 14:00 #

Lex f. (Plural Leges, lateinisch für „Gesetz“). Gesetze werden nicht gebrochen, sondern Vereinbarungen zwischen Privaten. Vertragsbrüchig wäre also das richtige Wort gewesen. Jedenfalls nach meinem deutschen Rechtsverständnis. Keine Ahnung wie das bei den Angelsachsen ist.

Makariel 19 Megatalent - P - 13853 - 21. Mai 2014 - 15:56 #

Hier wird ein Unterschied gemacht zwischen Civil Law und Criminal Law. Civil Law dreht sich grad um Vertragsrecht und alles was gegen Civil Law verstößt wird zumindest in England genauso illegal genannt.

Punisher 19 Megatalent - P - 15357 - 21. Mai 2014 - 18:43 #

Jain, es wird "unlawfull" genannt... :) das wort "illegal" kennt die englische Sprache auch. Ich würde annehmen, dass das von der Bedeutung eher "unrechtmäßig" bedeutet bzw. selbst wenn die Brits es für beides benutzen wäre es hier zu Lande immernoch falsch lokalisiert, "illegal" zu verwenden, da das hier schlicht eine andere Bedeutung hat.

Bei uns hat "Stuhl" auch mehrere unterschiedliche Bedeutungen, einen deutschen Text würde trotzdem keiner mit "He was sitting on his stool" übersetzen, solange der arme Kerl nicht mächtig in der Sch... sondern auf einem normalen Stuhl sitzt.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 23263 - 21. Mai 2014 - 13:44 #

Auch wenn mitunter etwas überspitzt formuliert wurde: Ein absolut nachvollziehbares Statement!

Kainchen 13 Koop-Gamer - 1376 - 21. Mai 2014 - 17:54 #

Übertrieben und reißerisch, freie Berichterstattung und Punkt.

volcatius (unregistriert) 21. Mai 2014 - 18:14 #

Was? Es kommt ein neues Halo?

Anonhans (unregistriert) 21. Mai 2014 - 20:04 #

Sogenannte "Leaks" werden doch inzwischen von der Spieleindustrie selbst gezielt dazu genutzt, Hype zu generieren. Wenn man Spieler und "Journalisten" drauf trainiert, dass Leaks der heiße Scheiß sind, dringen natürlich früher oder später auchmal ungewollt Informationen nach außen. Das macht halt Welle und erzeugt Aufmerksamkeit, weil sowas inzwischen wie selbstverständlich von jeder News-Seite aufgegriffen wird. Da kann die Versuchung groß sein, auchmal auf eigene Faust was auszuplaudern. Die Suppe hat man sich meiner Meinung nach teilweise selbst eingebrockt. Da finde ich das Rumheulen, wenn es mal nen echten Leak gibt, etwas scheinheilig.

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