Kurztest: The Walking Dead S2E3: In Harm's Way

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Karsten Scholz 11692 EXP - Freier Redakteur,R8,S9,J7
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17. Mai 2014 - 8:00 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Wenn eine neue Folge von The Walking Dead zum Download bereit steht, weiß jeder Kenner von Telltale Games' Adventure-Serie, was ihn erwartet: ein interaktives Comicbuch, das vor allem mit seinen erzählerischen Stärken begeistert. Was in der ersten Staffel noch vorzüglich funktionierte, hat zum Auftakt der zweiten Staffel etwas an Zugkraft verloren. Die spielerischen Elemente wurden in den letzten beiden Folgen All that remains (GG-Kurztest) und A House Divided (GG-Kurztest) deutlich reduziert. Gleichzeitig konnten die Ereignisse rund um Clementine, Carlos und Konsorten nicht die emotionale Wucht erreichen, die uns vor zwei Jahren noch so oft aus den Sitzen gehauen hat. Doch gilt das auch für In Harm's Way, oder setzt die Episode den erkennbaren Aufwärtstrend der letzten Folge fort?

Aller Anfang ist schwer
Selbst Clementine fragt sich mittlerweile, warum man sie ständig auf Himmelfahrtskommandos schickt.
In Harm's Way setzt genau dort an, wo A House Divided endete: William Carver und seine Gefolgschaft geleiten Clementine und die restlichen Überlebenden in ihr Lager, wo sie gefangen gehalten und zur Arbeit gezwungen werden. Wenn sie sich gut benehmen, so verspricht Carver, werden sie als vollwertiger Teil in die Gemeinschaft aufgenommen. Doch könnt ihr für Kost und Logis wirklich die Taten dieses Mörders vergessen?

Viel Zeit dürft ihr euch nicht lassen, denn nach etwa 80 Minuten und zwei Ingame-Tagen habt ihr das Finale der Folge bereits erreicht. Das ist wenig! Deshalb ist Episode 3 aber nicht weniger packend: Die starken Dialogszenen zogen uns regelrecht ins Geschehen rein – wir wollten stets wissen, wie es weiter geht, und saßen bis zum Abspann gespannt vor dem Monitor. Wichtig sind die ruhigen Momente aber auch, weil sie den Charakteren Leben einhauchen – etwa wenn Kenny sich nachts an seinen Sohn Duck erinnert und traurig feststellt, dass ihm nur noch die Macken des Juniors einfallen. Was in ihm vorgeht, können wir direkt in seinem Gesicht ablesen. Dementsprechend fühlen wir in solchen Situation auch mit, mehr sogar als Clementine selbst, die kurz darauf einschläft.
Kein Zombie-Angriff ohne Quick-Time-Event. Die sind gewohnt packend inszeniert, aber auch mal wieder viel zu einfach.
Pseudo-Entscheidungen
In den Gesprächen können wir wie gewohnt zwischen vier Antworten (auch Schweigen ist oft möglich) wählen. Doch spielt es eigentlich keine Rolle, welche Option wir nehmen: das Ergebnis ist fast immer dasselbe. Auch die wenigen "entweder/oder"-Entscheidungen hauen uns nicht vom Hocker, weil echte Konsequenzen ausbleiben. An einer Stelle treffen wir etwa die Wahl, ob wir eine brutale Szene miterleben wollen oder nicht – verhindern können wir sie jedoch keinesfalls.

Dass alle Wege nach Rom führen, damit können wir leben – denn nur mit einer linearen Erzählweise lässt sich eine gute und mitreißende Geschichte inszenieren. Doch fehlen uns die dramatischen Momente der ersten Staffel, in denen wir zwischen mehreren Übeln wählen mussten, und die uns oft fassungslos auf den Monitor starren ließen.

Ärgerlich wird es zudem, wenn die Autoren die von uns getroffenen Entscheidungen mit dem Holzhammer zurechtrücken. Das fällt vor allem dann auf, wenn ihr die Folge mehrfach durchspielt. Beim ersten Mal glaubt ihr noch, dass das Verhalten einer Figur von den Informationen bestimmt wird, die sie durch euch erhalten hat. Doch wenn ihr euer Wissen beim zweiten Durchlauf für euch behaltet, reagiert sie dennoch genauso wie zuvor – was plötzlich nicht mehr ganz so nachvollziehbar ist. Zweifellos: Letztlich war auch das in The Walking Dead schon immer so. Aber die Illusion der Einflussnahme hat Telltale Games schon besser gelöst als in Harm's Way.
Anstatt hier ein kleines Minispiel zu absolvieren, schaut ihr Clem lediglich zu.
Mehr Film als Spiel
Wie bei den Vorgängern könnt ihr erneut die Situationen an einer Hand abzählen, in denen ihr Clementine steuert. Dabei wird euch mehr vom Gleichen geboten: Mal durchsucht ihr einen Bereich nach den altbekannten Hotspots ab, mal schlagt ihr euch mit einem Quick-Time-Event herum, etwa wenn euch ein Zombie an die Wäsche will. Beides ist sehr simpel gehalten. Rätsel gibt es keine und auch die Reaktionstests sollten selbst Einsteigern keine Probleme bereiten. Da The Walking Dead noch nie für seine spielerischen Elemente berühmt war, wird das den wenigsten Spielern etwas ausmachen. Nicht aber, dass Telltale Games die eine oder andere Chance verstreichen lässt. Eine Szene im Gewächshaus hätte sich zum Beispiel sehr gut für etwas spielerische Abwechslung angeboten. Stattdessen schaut ihr aber nur dabei zu, wie Clementine ihrer Arbeit nachgeht. Da die Intensität des Spielgefühls somit in Harm's Way abnimmt und gleichzeitig der Umfang noch einmal deutlich zurück geht, senken wir unsere Wertungsprognose und warten ab, was Telltale Games in der vierten der fünf Episoden anzubieten hat.

Autor: Karsten Scholz / Redaktion: Christoph Vent (GamersGlobal)

Karsten Scholz
Während der ersten Staffel von The Walking Dead gab es Momente, in denen ich sekundenlang fassungslos auf den Bildschirm gestarrt habe. Die brillanten Autoren navigierten mich in Situationen, die ich so noch nie in einem Spiel erlebt habe. Die zweite Staffel versucht daran anzusetzen, und unterhält auch in der dritten Episode auf durchaus hohem Niveau. Doch scheint den Entwicklern die Leichtigkeit verloren gegangen zu sein, mit der sie mich 2012 noch regelmäßig überraschten. Die schlimmsten Momente der aktuellen Folge wirken unnatürlich erzwungen. Gleiches gilt auch für das Verhalten mancher Figuren oder die Art und Weise, wie Clem für die Gruppe zum x-ten Mal die Eisen aus dem Feuer holen soll.
 
Versteht mich nicht falsch, The Walking Dead - In Harm's Way erzählt seine Geschichte immer noch besser als die meisten anderen Spiele! Doch ohne echte Entscheidungsmöglichkeiten samt zugehörigem WTF-Moment und einer über alles stehenden Rahmenhandlung – Christa spielt aktuell etwa überhaupt keine Rolle mehr – erreicht auch die dritte Episode der zweiten Staffel viel zu selten die hohe Qualität ihres Vorgängers – zumindest bisher.

The Walking Dead S2E3: In Harm's Way
Pro
  • Tolle Dialoge
  • Exzellente englische Sprecher
  • Spannende Geschichte
  • Stilvolle Cel-Shading-Grafik
  • Packende QTE-Sequenzen
Contra
  • Nur rund 80 Minuten Spielzeit
  • Keine deutschen Untertitel
  • Entscheidungen führen selten zu echten Konsequenzen
Hinweis: Episoden-Test mit Wertungsprognose. Erst mit der letzten Episode vergeben wir die Note.
CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 23782 - 17. Mai 2014 - 8:02 #

Ohne den dezimal Punkt in der Wertung sieht die Zahl in den Klammern kommisch aus.

Danke für den Kurztest - ich warte auf das komplette Paket, vorher werd ich sonst nur rausgerissen und zock es dann nicht zueende...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 340459 - 17. Mai 2014 - 9:07 #

So soll es sein, ist schließlich nur eine Prognose.

jediii 17 Shapeshifter - P - 6748 - 17. Mai 2014 - 8:59 #

Und ich zocks heute und les mir den Test dann durch :)!

Dunkelgrau (unregistriert) 17. Mai 2014 - 9:21 #

Schlechteste Folge ever!

McSpain 21 Motivator - 27394 - 17. Mai 2014 - 9:29 #

Ich fand die Folge super. Und sogar besser als die letzte. Die Kritikpunkte lassen sich auch auf vorherige Folgen übertragen. Da war die Prognose allerdings höher ausgefallen. Ich fand die dritte Wolf Episode ernüchternder. Irgendwie doofes Timing das beide Staffeln grade im immer schwachen Mittelteil sind. Ich denke aber das Beide noch zum Finale anziehen werden.

Cat Toaster (unregistriert) 17. Mai 2014 - 10:00 #

Ja, sehe ich änhlich. Michael Madsen die Fassade demolieren zu dürfen (bzw. dem beizuwohnen)ist in der Folge ein großartiger Appell an niedrigste Instinkte den ich auf schauderhafte Art genossen habe.

Lediglich auf technischer Seite habe ich den Eindruck sie geben sich immer weniger Mühe, so abgehackt wie die Animationen vielfach rüberkommen. Ansonsten sind Soundtrack, Script, Dramaturgie und (Voice-)Acting der unfassbar hohlbornigen Real-TV-Serie mit ihrem unterirdischen Cast meiner Meinung nach Welten überlegen.

Nokrahs 16 Übertalent - 5756 - 17. Mai 2014 - 10:44 #

Bin mit beiden aktuellen Episoden (Wolf/TWD) auf alle Fälle wieder sehr gut unterhalten worden. Bei TWD sind ruhigere Passagen auch gut. Es gab wieder neue Gesichter zu sehen und auch einige harte Szenen, die aber nie aufgesetzt wirkten. Am Ende, also wenn die Staffel komplett ist, passt sicher alles perfekt zusammen.

Despair 16 Übertalent - 4708 - 17. Mai 2014 - 11:36 #

Für mich die beste Episode der aktuellen Season. Ein gewisser Abnutzungseffekt ist aber nicht zu leugnen. Wenn Telltale schon keine Rätsel einbaut, sollten sie wenigstens ein bisschen mehr Raum für Dialoge und die Erkundung der Umgebung lassen. Die aktuelle Erzählweise ist mir etwas zu gehetzt.

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 12489 - 17. Mai 2014 - 12:45 #

Es war eine gute Folge, gerade Michael Madsen als Bösewicht hat mir gefallen. Eher Film als Spiel tritt das ganze aber langsam zu sehr auf der Stelle und die Elemente wiederholen sich. Da sollte spielerisch und erzählerisch langsam etwas frischer Wind reinkommen. Das Gebotene ist nicht schlecht, aber kann nicht den selben Effekt erzeugen wie noch Staffel 1.

burdy 15 Kenner - 2743 - 17. Mai 2014 - 13:29 #

Inoffizieller Nachfolger zu "A Spy in H.A.R.M.’s Way"?

Lefty 10 Kommunikator - 518 - 20. Mai 2014 - 13:51 #

Das ging mir grad auch durch den Kopf als ich den Titel gelesen habe :D

PatStone99 16 Übertalent - P - 4036 - 17. Mai 2014 - 18:50 #

Im Vergleich zur ersten Episode, die mich noch nicht so richtig packen konnte, geht es zumindest erzählerisch langsam aufwärts. Leider geht das aber auch mit noch geringerer Interaktivität einher. Ein wenig mehr selbstgesteuerte Aktionen & mehr Spannung wie in S1/E3 dürften es schon sein.

Rafael Sägemehl 15 Kenner - 3511 - 17. Mai 2014 - 23:14 #

Wenn ich das so lese, bin ich im Zweifel, ob ich es nicht mit Staffel 1 bewenden lassen soll. Spannender und emotional packender wird es anscheinend nicht, dazu auch mit noch weniger Einfluß- und Entscheidungsmöglichkeiten. Und einen größeren Knaller als das Ende der ersten Staffel kann es ja wohl auch kaum geben.

Grumpy 16 Übertalent - 5162 - 18. Mai 2014 - 11:12 #

das muss aber doch nicht heißen, dass es nicht auch ein sehr gutes spiel sein/werden kann und viel spaß machen kann

Cat Toaster (unregistriert) 18. Mai 2014 - 11:27 #

Ich genieße immer noch jede Minute, den Mangel an wenigstens geringfügiger Interaktion und Kombinatorik finde ich allerdings sehr Schade. Man kann schon sagen in der zweiten Season - hier besonders Episode 3- nichtmal mehr eine minimale Interaktion mit dem Inventar stattfindet.

In einer Szene laufe ich erstmal das Gelände ab (selten genug das man das kann) und löse am Ende meiner Runde wieder einen weiterführenden Trigger aus ohne das ich mit all den Leuten vorher noch Gespräche geführt habe (was an der Stelle möglich gewesen wäre). Sowas ägert mich dann schon. Dadurch das es kein Denken, keine Aufgaben und praktisch kein Inventar mehr gibt reicht oft ein einziger Klick auf ein Objekt um das nächste "weiterführende Ereignis" auszulösen und man hat keine Ahnung welcher Klick das ist. So um Dialoge und Charakterentwicklung gebracht zu werden erhöht bei mir nicht den Wiederspielwert.

Kirkegard 19 Megatalent - 15723 - 19. Mai 2014 - 10:26 #

"Packende QTE-Sequenzen" und "Nur rund 80 Minuten Spielzeit"
Sowas kann mich mal.

Nokrahs 16 Übertalent - 5756 - 19. Mai 2014 - 23:56 #

Nunja...es sind 5 Episoden für 20€ und von denen wurde eine heraus genommen und bewertet.

Das komplette Spiel ist also ein wenig umfangreicher. Warum hier jeder Fetzen und nicht das komplette Spiel am Ende getestet wird ist mir eh ein Rätsel. Prognose...okay.

News sind ja okay, aber für einen Test sollte man das gesamte Bild vor sich haben.

Kirkegard 19 Megatalent - 15723 - 21. Mai 2014 - 8:31 #

Naja, da hast du Recht. Aber "packende QTE Sequenzen" bleiben nunmal packende QTE Sequenzen ;-)

Sancta 15 Kenner - 3167 - 19. Mai 2014 - 10:44 #

Klingt alles ganz gut. Wenn so eine Episode maximal 3-5 Euro kosten würde, wäre das ok, denn sie bietet ungefähr den Gegenwert einer Doppelfolge einer TV Serie.

McSpain 21 Motivator - 27394 - 19. Mai 2014 - 11:33 #

Bei Steam 22€.das sind unter 5€ pro Folge. Sales noch nicht mitgerechnet. Wie teuer ist es den auf Konsolen?

Bastro 15 Kenner - 3439 - 19. Mai 2014 - 17:47 #

Für den PS3-Seasonpass habe ich im PSN-store vor einer Woche 19,xx Euro bezahlt.

Despair 16 Übertalent - 4708 - 19. Mai 2014 - 13:21 #

Im Humble Store gibt's Season zwei momentan für knapp 21 Euro.

Ich hab' S2 einen Tag vor Release der ersten Episode im Telltale-Shop für umgerechnet 16 Euro "vorbestellt". Dabei hasse ich Vorbestellungen. Einen Tag Wartezeit konnte ich aber gerade noch ertragen. ;)

Grumpy 16 Übertalent - 5162 - 19. Mai 2014 - 15:05 #

dann hast du ja glück, denn genauso viel kosten sie ja auch ;D

Spezieh 18 Doppel-Voter - 9409 - 19. Mai 2014 - 12:05 #

Hat schon gut Laune gemacht. Nun heißt es wieder auf die nächste Folge warten :<

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