eShop Check: Weapon Shop de Omasse
Teil der Exklusiv-Serie eShop-Check

3DS
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14. März 2014 - 11:24 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Jeden Woche stellen wir euch ein interessantes eShop-Spiel (WiiU, 3DS oder Virtual Console) vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Um diese Rubrik kümmern sich unsere User CptnKewl und mrkhfloppy.
 
Der japanische Entwickler Level-5 produziert in Zusammenarbeit mit verschiedenen Game-Designern seit 2012 kurzweilige und nicht-zusammenhängende eShop-Titel, die genreübergreifend unter dem Label der Guild-Serie veröffentlicht werden. Nach Liberation Maiden, Aero Porter und Crimson Shroud erschien nun auch in Europa mit Weapon Shop de Omasse der Abschluss der ersten Guild-Sammlung. Wir haben das Spiel für den Nintendo 3DS unter die Lupe genommen.
Als Meister und Schüler rüstet ihr die (Möchtegern-) Helden mit Äxten und Schwertern aus.
Zwischen Hammer und Amboss
Weapon Shop de Omasse beginnt, wo andere Titel anfangen: Der Oberschurke des Landes, der sogenannte Böse Lord, wurde besiegt, eine Zeit des Friedens ist angebrochen. Ein halbes Jahrhundert nach diesem Ereignis übernehmt ihr die Rolle des jungen Yuhan, der seine Ausbildung in der Schmiede Omasse beginnt. Unter der Aufsicht des Meisters Oyaji fertigt ihr fortan Nahkampfwaffen aller Couleur für die zahlende Kundschaft.
 
Das Geschäftsmodell der Waffenmanufaktur erscheint zunächst ungewöhnlich und wenig rentabel. Statt die Klingen und Äxte zu verkaufen, werden sie dem Kunden für dessen bevorstehendes Abenteuer geliehen. Nur wenn dieser erfolgreich zurückkehrt, winkt euch eine Entlohnung. Andernfalls ist die Waffe verloren und eure Angebotspalette weist eine Lücke auf. Der nächste Interessent muss dann auf sein Objekt der Begierde warten, oder kommt vielleicht auch nie wieder. Erhaltet ihr eure Schmiedeerzeugnisse hingegen zurück, bekommen diese Erfahrungspunkte und steigen im Level auf. Der nächste Nutzer kann von den verbesserten Werten der Waffe profitieren, seine Erfolgsaussichten erhöhen sich. Zudem steigt auch eure Handwerksfertigkeit, sodass die nächsten Arbeiten bereits zu Beginn eine verbesserte Qualität aufweisen. Der Fortschritt ist auch nötig, denn der Fähigkeitenlevel eurer Besucher und der Anspruch der Aufgaben, die sie bewältigen wollen, steigen kontinuierlich.
Das Kriegshandwerk ist euer täglich Brot, diesmal sogar wortwörtlich.
 
Eine vermeintliche Herausforderung des Spiels besteht in der optimalen Verwaltung der Kampfgeräte. Jede Helden-Quest beherbergt Gegner mit speziellen Schwächen, und auch eure Kundschaft bevorzugt bestimmte Waffengattungen. Die optimale Lösung ist aber meist offensichtlich im Charakterbogen oder der Aufgabenbeschreibung zu finden. Ansonsten weist euch der knurrige Ausbilder den Weg.

Für die Herstellung der Gerätschaften benötigt ihr verschiedene Metalle und Erze. Diese erhaltet ihr als Belohnung von den Helden nach deren Rückkehr oder ihr investiert das erwirtschaftete Kapital. Aufgrund der üppigen Missionsausbeute müsst ihr aber sehr selten in die eigene Tasche greifen. Mischt ihr der Metalllegierung bestimmte Zusätze bei, erhöhen sich die Werte des Endprodukts, aber auch diese Ingredienzen sind keine Mangelware. 
 
Guitar Hero auf dem Amboss
Die eigentliche Schmiedearbeit funktioniert nach den Regeln von Musikspielen: Um die Form der gewünschten Waffe aus einem glühend roten Stahlblock zu hämmern, wird euch der Rhythmus der Schläge durch das Spiel vorgegeben. Schafft ihr es, den Takt zu halten, und tappst notengetreu auf den Touch-Bildschirm des Handhelds, baut ihr Punkteserien auf, welche die Werte des Angriffswerkzeugs steigern. Mit dem Rang des gefertigten Produkts steigen auch dessen Formkomplexität und die erforderliche Bearbeitungszeit. Dabei müsst ihr die Temperatur des Schmiedefeuers überwachen und bei Bedarf den Blasebalg nutzen oder Kohlen nachlegen. Kühlt die Glut aus oder benötigt ihr zu viel Brennmaterial, hat dies negative Konsequenzen für die Produktqualität.
Schlag für Schlag schmiedet ihr im vorgegebenen Takt die Waffen. Achtet dabei auf die unten befindliche Temperaturanzeige.  

Leider verkommt die Arbeit mit dem Hammer zur repetitiven Pflichtaufgabe. Der grundlegende Ablauf verändert sich im Spielverlauf nicht, sodass euch keine Abwechslung geboten wird. Dieser Umstand wird durch ein zweites Minispiel verstärkt: Direkt nach der Fertigung oder der Rückgabe sollt ihr die Waffen polieren. Dabei wischt ihr solange über deren Konturen, bis ihr eine Balkenanzeige gefüllt habt. Nach der Wiederholung des Vorgangs für die Rückseite winkt die abermalige Steigerung der Produktwerte. Weil sowohl die Herstellung, als auch die Pflege der Schmiedeerzeugnisse nur kurze, etwa 30sekündige, Spielsequenzen darstellen, fällt die fehlende Variation etwas weniger ins Gewicht. 
 
Ein Kammerspiel für Helden
Eure Besucher töten Drachen auf der Suche nach Ruhm und Reichtum, verstärken die Verteidigung der örtlichen Stadtmauern oder dürsten nach Rache für zugefügtes Leid. Von alledem bekommt ihr aber wenig mit, denn der gesamte Spielablauf findet in der Schmiede statt. Hier besuchen euch die skurrilen Figuren und berichten von ihren Vorhaben. Der selbsternannte Held Sir Jean mit seinem starken französischen Akzent, eine rüstige Großmutter auf der Suche nach ihren Gatten und ein Samurai, dessen Schwerter vom Zoll beschlagnahmt wurden, zählen zu eurem Kundenkreis. Einen Großteil der Spielzeit werdet ihr mit dem Lesen der langen, aber auch witzigen Dialoge verbringen. Stück für Stück erfahrt ihr mehr über eure Kundschaft, deren Leben und die Vorgänge der Spielwelt. Bald wird klar, dass der Böse Lord noch lebt und dessen Rückkehr nur noch eine Frage der Zeit ist. 
 
Weapon Shop de Omasse ist aufgebaut wie eine amerikanische Sitcom. Wenn Charaktere die Schmiede betreten, werden sie von einem imaginären Publikum per Applaus begrüßt, witzige Passagen sind mit lautem Lachen unterlegt. Euer Meisters Oyaji spielt dabei den knurrigen Sidekick, der viele Szenen im Nachhinein mit pointierten Einzeilern kommentiert. Die Figuren wachsen euch vermutlich schnell ans Herz und personenspezifische Hintergrundmusik fördert die Identifikation. Ihre Erlebnisse könnt ihr im sogenannten Grindcast verfolgen: In dem Twitter-artigen Nachrichtenportal berichten die Helden in Echtzeit über ihre Taten und Gedanken. Viele Nachrichten lesen sich amüsant und offenbaren witzige Charakterdetails. Die Piratin Malibu beispielsweise gibt sich im Dialog als harte und selbstsichere Kämpferin, ihre Nachrichten lesen sich zum Teil aber gegenteilig und sind mit Emoticons ausgeschmückt.
Diese Geschwister wollen den Dieb eines Familien-Erbstücks jagen und benötigen dafür euer Geschick als Schmied.
 
Technisch ist Weapon Shop de Omasse durchaus gelungen. Die comichaften 3D-Figuren sind schön gezeichnet und besitzen jeweils charakteristische Details und Mimik. Eure Achievements schmücken in Form von Ingame-Trophäen die Schmiede, aber diese bleibt der einzige Handlungsort des Spiels. Auf Dauer fehlt es somit an optischer Abwechslung. Weil die Interaktionen mit der Spielwelt auf dem unteren Bildschirm stattfinden und der obere zumeist Dialoge darstellt, hält sich der Nutzen des stereoskopischen 3D-Effekts arg in Grenzen. Er stört aber auch nicht. Die Steuerung der Minispiele geht flott von der Hand, der Einsatz des Stylus hat sich aber vor allen beim Polieren der Waffen als bessere Wahl gezeigt.
 
Fazit
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile – diese alte Weisheit demonstriert Weapon Shop de Omasse. Der Genre-Mix bedient sich der grundlegenden Elemente von Rollen-, Handels und Musikspielen und garniert das Ergebnis mit einem großzügigen narrativen Zuckerguss. Dem Gameplay fehlt es schnell an Abwechslung, die Wirtschaftskomponente ist zu einfach gestaltet und der repetitive Charakter der Minispiele nervt. Trotzdem ist der ungewöhnliche Spielansatz interessant, und die skurrilen Charaktere motivieren zum Weiterspielen. Die Bereitschaft, lange Texte zu lesen, ist aber eine zwingende Voraussetzung für den Titel. Ein episches Abenteuer erwartet euch in der Schiede Omasse nicht, aber kurzweilige Unterhaltung zum Budget-Preis allemal.     
  • Mix aus Rollen- und Musikspiel 
  • Solospiel
  • Für Einsteiger
  • Erhältlich seit 20.2.2014: 7,99 Euro
  • In einem Satz: Waffen basteln im Guitar-Hero-Stil, um Helden Abenteuer bestehen zu lassen.

Video:

TheEdge 14 Komm-Experte - 2420 - 14. März 2014 - 22:21 #

wow danke für den test. konnte mir echt nichts unter dem spiel vorstellen. scheint mal was anderes zu sein.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 92415 - 15. März 2014 - 17:06 #

lustiges game! :)

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