App der Woche: Out There
Teil der Exklusiv-Serie App der Woche

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Florian Pfeffer 25273 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C4,A10,J10
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8. März 2014 - 16:34 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Jeden Samstag findet ihr bei GamersGlobal unsere App der Woche. In den meisten Fällen werden Spiele aus Apples App Store vorgestellt, wobei wir auch einmal im Monat bewusst eine Android-App vorstellen.

Diesmal testen wir ein Spiel, das sowohl für die beiden großen Mobilplattformen als auch für den PC erhältlich ist. Es sollte eigentlich schon im Herbst letzten Jahres erscheinen, doch der Hersteller nahm sich noch ein wenig Zeit für Optimierungen und brachte die App schließlich Ende Februar auf den Markt. Wie so viele andere beliebte Spiele versetzt euch Out There in den Weltraum. Ihr seid ein Raumfahrer, der mutterseelenallein in seinem Schiff aus der Cryostase erwacht und feststellt, dass er nicht etwa wie geplant beim Jupiter, sondern in einem völlig fremden Teil des Universums heraus gekommen ist. Es ist nun eure Aufgabe, mit den sehr begrenzten Ressourcen Treibstoff, Sauerstoff sowie Raumschiffpanzerung den weiten Weg nach Hause anzutreten
Solange ihr die Sprache noch nicht erlernt habt, gestaltet sich der Erstkontakt mit fremden Rassen schwierig. Zum Glück sind die meisten friedfertig.
Fremde Welten und bizarre Aliens
Wer hier Parallelen zu FTL vermutet, dem Weltraumspiel, das vor anderthalb Jahren von sich Reden machte, liegt zwar auf den ersten Blick gar nicht so falsch. Bei genauerer Betrachtung allerdings sind Out There und FTL zwei völlig verschiedene Spiele. Während sich bei letzterem viel ums Kämpfen dreht, ist davon bei Out There nichts zu spüren. Auf Feinde trifft man, wenn überhaupt, erst ganz am Ende. Der überwiegende Hauptteil des Spiels ist das schlaue Management der begrenzten Ressourcen und die reine Freude am Entdecken. Im Prinzip müsst ihr von einem Ende zum anderen Ende der Sternenkarte fliegen, ohne dass euch der Sprit ausgeht. Auftanken könnt ihr zum Beispiel an Gasriesen oder direkt an Sternen, wobei ihr dann aber eine spezielle Ausrüstung benötigt.

Jeder Wegabschnitt, sei es von System zu System oder innerhalb eines System von Planet zu Planet, verbraucht Treib- und Sauerstoff – ihr müsst daher immer abwägen, ob sich ein Ausflug zu einem der bewohnten Planeten lohnt, auf die ihr treffen werdet oder ob ihr besser weiterfliegt. Im Gegensatz zu den Felsplaneten, wo ihr Rohstoffe abbauen könnt und den bereits erwähnten Gasriesen könnt ihr dort auf verschiedene außerirdische Spezies treffen, die euch ihre Sprache beibringen, das mysteriöse Omega-Element geben oder eine neue Technologie beibringen. Zum Erbauen von neuen Komponenten benötigt ihr wiederum einen freien Slot in eurem Schiffshangar sowie die nötigen Materialien, die ihr meist auf den Felsplaneten aufsammeln könnt, was aber Sprit kostet.

Ab und zu trefft ihr sogar auf fremde, verlassene Raumschiffe, die ihr übernehmen könnt. Normalerweise lohnt sich das, denn zu Beginn verfügt ihr nur über ein relativ langsames Shuttle, das nicht besonders viel Fracht aufnehmen kann. Natürlich muss auch abgewogen werden, wofür die wertvollen Elemente ausgegeben werden sollen, die man abbaut. Ist nun ein verbesserter Antrieb sinnvoller, damit der Spritverbrauch sinkt oder doch lieber ein Scanner, mit dem man vorher sehen kann, welche Art von Planeten im Zielsystem vorhanden sind? Wenn ihr lange durchhaltet, werdet ihr sogar auf mächtige und teure Technologien stoßen, mit deren ihr öde Planeten terraformen oder eine Sonne zur Supernova werden lassen könnt. Auch schwarze Löcher dürft ihr mit dem entsprechenden Upgrade als Transportsystem nutzen.
Mit dem entsprechenden Equipment könnt ihr schon vorher sehen, welche Arten von Planeten euch im nächsten System erwarten und ob dort Feinde lauern.
Fazit und Fakten
Bei Out There gewinnt nicht die schnelle, sondern die kluge Entscheidung. Ein wenig Glück ist natürlich auch dabei, doch in erster Linie profitiert ihr davon, wenn ihr euch den nächsten Schritt ganz genau überlegt. Dies macht die spielerische Faszination von Out There aus. Dazu kommt noch die einfache, aber doch ansprechende Präsentation mit den handgezeichneten Grafiken und der meditative Soundtrack von Siddhartha Barnhoorn, dem Komponisten von Antichamber, den ihr am besten mit Kopfhörern genießen solltet.

Am meisten Spaß macht aber die pure Lust am Entdecken im Weltraum. Allein dann, wenn man in einem neuen Sternensystem auf ein Artefakt oder einen Funkspruch trifft, steigt der Puls sprunghaft an. Und durch die zufälligen Ereignisse, die euch immer wieder zustoßen und mit denen gravierende Entscheidungen verbunden sind, die ihr zu treffen habt, ist jede Partie wieder von neuem spannend. Außerdem gibt es mindestens drei verschiedene Spielziele, die wir aber nicht verraten wollen. Zuerst FTL, dann vor einigen Wochen Rymdkapsel und nun Out There – über einen Mangel an brauchbaren Weltraumspielen können wir uns derzeit nicht beschweren. Und jedes davon ist ein Kleinod, das seine ganz eigene Daseinsberechtigung hat.

  • Preise am 08.03.2014: 3,59 Euro (iOS, Universal), 3,59 Euro (Android), 3,59 Euro (PC/Steam)
  • Spannendes Weltraumspiel für Entdecker
  • Ressourcenmanagement und Taktik überlebenswichtig
  • ca. 40 MB (iOS 5.1 oder höher, Android 2.2 oder höher)
  • Screenshots: GamersGlobal / iPad 2
  • In-App-Käufe: Nein
Fabes 14 Komm-Experte - 2418 - 8. März 2014 - 17:13 #

Klingt super geil. Auf in den PlayStore!

Nachtfischer 16 Übertalent - 5482 - 8. März 2014 - 18:03 #

Gute Grundidee, aber eine absolut furchtbare Umsetzung. Es scheint zunächst um Ressourcenmanagement und interessante Entscheidungen zu gehen, aber recht schnell wird klar, dass der Zufall mit Abstand der primäre Faktor ist. Die Anzahl und Unfairness der Situationen, die ausgewürfelt werden, ist horrend hoch. Teilweise verliert man einfach mal völlig aus dem Nichts und ohne Vorwarnung. Im Hardcore-iOS-Strategenforum von "Pocket Tactics" kam das Spiel daher überhaupt nicht gut an. Der Zufall an sich ist nicht das Problem, sondern dessen Ausgestaltung. Wenn ich beispielsweise vorgewarnt werde, dass mein Schiff Schaden nehmen könnte, wenn ich mich einem Gasgiganten nähere, ist das völlig okay. Wenn ich aber einfach - noch bevor ich mich überhaupt einem Planeten nähere - die Meldung bekomme, dass mein Reaktor sich gerade selbst vernichtet hat und dann noch mit dem gehässigen Zusatz "Ich hoffe, ich kann das reparieren, sonst bin ich geliefert", dann ist das frustrierend und schlicht und ergrefeind untransparentes und schlechtes Game-Design.

Das Spiel könnte vielleicht ein ordentlicher Story-Generator sein, aber es will eindeutig als Strategiespiel ernstgenommen werden (es gibt Ressourcen, ein klares spielmechanisches Ziel, sogar eine Punktzahl am Ende eines Laufs etc.). Das lässt der Zufall aber leider nicht zu. Übrigens ist der in Kombination mit dem Spielziel auch problematisch. Wenn man davon ausgeht, dass es das Ziel ist, die höchsten Punktzahl zu erreichen, die man jemals hatte (oder warum gibt es sonst einen Highscore, der gespeichert wird?), dann ist das ganze Risikomanagement, um das es vermeintlich geht, schon über den Haufen geworfen. Wenn es einzig um den höchsten Score aller Zeiten(!) geht, dann ist meine Strategie trivial und völlig klar: Maximiere jedes mögliche Risiko. Das ist uninteressant.

Leider ziehen also Inkonsistenzen an allen Enden dieses Spiel herunter - auch wenn es super aussieht. Am Ende bleibt wenig mehr als ein Glücksspielautomat im Strategiepelz.

Claus 28 Endgamer - - 108684 - 8. März 2014 - 20:41 #

Trotz allem mach das Spiel Spaß, auch wenn alles, was du schreibst, nicht ganz falsch ist.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6665 - 9. März 2014 - 11:17 #

+1
Es ist wesentlich mehr Spiel als vieles im App Store :) Und es ist von der Bedienung passend für ein Touch-Device!

Nachtfischer 16 Übertalent - 5482 - 9. März 2014 - 12:23 #

Das habe ich nie bestritten. ^^

FromOuterSpaceRandom (unregistriert) 9. März 2014 - 0:24 #

Cool! Kling gut! Muß ich haben ;P

jaws 15 Kenner - 2986 - 9. März 2014 - 8:42 #

Die Punkte, die du ansprichst stimmen, keine Frage, allerdings passt der Zufall bzw. die Unvorhersehbarkeit auch gut zum Thema des Spiels.

Eines habe ich bei deinen Ausführungen aber nicht verstanden: inwiefern deuten ein klares mechanisches Spielziel und eine Punktzahl am Ende eindeutig auf ein Strategiespiel hin?

Nachtfischer 16 Übertalent - 5482 - 9. März 2014 - 10:24 #

Naja, die beiden Faktoren allein deuten einfach auf ein kompetitives Spiel hin (auch das allein würde unter dem schwunghaften Zufall schon leiden). Aber ich meinte das in Kombination mit dem Ressourcenmanagement (einem ganz klassischen Strategiespielprinzip).

Sciron 19 Megatalent - P - 15764 - 8. März 2014 - 18:03 #

Das klingt echt interessant. Kann man hier neue Schiffe und/oder Technologien auch dauerhaft - wie bei FTL - freischalten, damit man sie von Beginn an nutzen kann oder startet man jedes mal wieder bei Null?

Nachtfischer 16 Übertalent - 5482 - 8. März 2014 - 18:11 #

Man startet stets bei Null.

Sciron 19 Megatalent - P - 15764 - 8. März 2014 - 18:56 #

Ok, thx. Find ich etwas schade. Hab kein Problem damit, mich durch Roguelikes (wenn man das hier so nennen kann) immer wieder durchzubeissen, aber die ein oder andere Belohnung, die weitere Spieldurchgänge erleichtert oder verschiedene Taktiken ermöglicht, würde ich dann doch gerne sehen. Nur mit dem Standardschiff wäre FTL auch recht schnell öde geworden. Allerdings fokusiert sich das auch eher auf die Kämpfe.

Nachtfischer 16 Übertalent - 5482 - 8. März 2014 - 19:49 #

Ja, leider. Die Kämpfe sind in FTL meines Erachtens der mit Abstand langweiligste Teil. Nach ein paar Durchgängen hat man die optimale Strategie eh drauf und es ist nur noch ein Haufen Wartezeit.

Nebenbei: Roguelikes würde ich beide Titel nicht nennen, auch wenn die Marketing-Maschinerie das gerne tut. Beide haben reichlich wenig mit gitterbasierten, rundenweisen, taktischen Kämpfen in Zufallsdungeons zu tun. Das, was sie mit Rogue gemeinsam haben, ist einfach, dass es zufallsgenerierte Faktoren gibt und dass man verlieren kann. Dann wäre Tetris aber auch ein Roguelike. Ich würde sie einfach als kompetitive Single-Player-Spiele bezeichnen.

jaws 15 Kenner - 2986 - 9. März 2014 - 8:41 #

Ich glaube, das liegt daran, dass heute alles mit Permadeath als Roguelike verkauft wird.

Out There (unregistriert) 9. März 2014 - 0:38 #

Die PC/Steam Version gibt es nicht, aber dafür gibt es Humble Widgets für die Android Version des Spieles. Wahlweise auf auch mit Soundtrack :)

Olphas 24 Trolljäger - - 46975 - 9. März 2014 - 11:38 #

Tatsache, die PC-Version gibt es wirklich nicht. Im Humblestore auf den der PC-Link verweist gibt es nur die Android-Version. Aber es soll wohl noch eine PC-Version kommen, wenn ich das richtig gesehen hab.

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 6665 - 9. März 2014 - 11:13 #

Macht Spaß, danke für den Tip! :)

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86471 - 10. März 2014 - 10:32 #

oh, interessant. schau ich mir nachher gleich an.

ManPac 07 Dual-Talent - 142 - 20. März 2014 - 22:45 #

Muss man am Wochenende probieren. ManPac dankt!

Maverick 30 Pro-Gamer - - 166749 - 22. März 2014 - 23:13 #

Danke für die Vorstellung der App. :)

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Mi-Clos Studio
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27.02.2014
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