HW-News Folge 126: 8-Gigabyte-Grafikkarte, DirectX 12
Teil der Exklusiv-Serie Hardware-News

PC
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Dennis Ziesecke 29909 EXP - Freier Redakteur,R10,S10,C9,A8,J10
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1. März 2014 - 11:48 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
Es gibt Situationen, da fällt es schwer, sich ein Kichern zu verkneifen. Wenn man sich an Hardware-Highlights der Vergangenheit erinnert, beispielsweise. Kleiner Einblick in die wirre Gedankenwelt des Newsautoren: Vor etwa 14 Jahren gab es zwar bereits MP3-Player und Digitalkameras (und damit einen definitiven Bedarf an großen Mengen Speicher auf kleinstem Raum), Flashspeicher war aber sehr teuer und Speicherkarten wiesen eher bescheidene Kapazitäten auf. So kam es zur Entwicklung des Microdrives – einer 1 Zoll kleinen Festplatte, die in einer Compact-Flash-Speicherkarte untergebracht war. So ließen sich halbwegs handliche Datenträger mit Kapazitäten von bis zu acht Gigabyte basteln, ohne gleich den Gegenwert eines florierenden Kleinstaates verlangen zu müssen.

Heute hingegen rümpfen viele Anwender nur noch angewidert die Nase, wenn es um Festplatten geht – 
Palm Livedrive - Kein Tablet, kein Smartphone. Aber fast...
Flash ist das Speichermedium der Wahl, wer heute eine Speicherkarte erwähnt, die beim Sturz aus wenigen Zentimetern unwiderruflich in die ewigen Hardware-Jagdgründe eingeht, dürfte ungläubig angestarrt werden. Warum diese Episode eine Erwähnung wert ist? Schuld sind nostalgische Gedanken an einen Dachbodenfund (das Palm Livedrive ist ein PDA mit 4 Gigabyte Microdrive und so etwas wie der prähistorische Vorfahr von Tablets und Smartphones) sowie das Erscheinen neuer SSDs. Womit wir beim ersten Thema der aktuellen GamersGlobal-Hardwarenews wären.

Ähnlich rasant wie SSDs ist AMDs aktuelle Grafikkarte R9 290X, dank Sapphire nun auch mit einer satten Speicherbestückung. Und damit die neue Grafikkarte den ebenfalls neuen Prozessor so richtig ausnutzt, könnte ein kommendes DirectX die besten Neuerungen von AMDs Mantle-API aufgreifen und auch Nvidia-Nutzern bereitstellen.
Im Zeichen des Schädels: Intel SSD 730

Intel präsentiert SSD 730 und SSD 750
Während die SSD-Preise bei fast allen Herstellern stetig sinken, konnte Intel ein hohes Preisniveau halten. Das liegt unter anderem an der Konzentration auf Businesskunden und Serverumgebungen anstelle der preisbewussten Endanwender. Mit der SSD 730 erscheint nun ein weiteres Laufwerk, das sich primär an Firmenkunden und weniger für den privaten PC-Nutzer wendet.

Nichtsdestotrotz fühlt sich die SSD 730 auch in heimischen Desktops und Notebooks wohl. Letztere allerdings verzeihen dem Laufwerk seinen vergleichsweise hohen Energiebedarf von 5,5 Watt unter Last nicht so sehr wie der Desktop. Im Gegenzug stimmt aber die Performance, auch wenn sie sich auf den ersten Blick kaum von anderen modernen SSDs abhebt: Gelesen wird von der 730 mit bis zu 550 Megabyte pro Sekunde, geschrieben wird mit bis zu 470 Megabyte pro Sekunde. Mit bis zu 89.000 IOPS (lesend, 4K random) liegt auch die Ein-Ausgabeleistung auf bewährtem Niveau. Noch bessere Werte, vor allem bei den Lese- und Schreibraten, verhindert aktuell übrigens primär die SATA-Schnittstelle – diese ist mit 550 Megabyte pro Sekunde schon so gut wie komplett ausgelastet.

Angeboten wird das Laufwerk mit Kapazitäten von zunächst 240 und 480 Gigabyte. Profilieren will Intel sich anstelle bei den reinen Performancedaten eher im Bereich der Haltbarkeit: Die Mean Time Between Failure (MTBF) liegt bei zwei Millionen Stunden. Intel garantiert bis zu 70 Gigabyte Schreibvolumen pro Tag über die fünf Jahre Garantiezeit. Aufgrund von selektierten Bauteilen will Intel eine hohe Zuverlässigkeit erreichen. Diese Taktik schlägt sich jedoch auf den Preis nieder: Der Hersteller verlangt für das Modell mit 240 Gigabyte satte 249 US-Dollar, 480 Gigabyte sollen 489 Dollar kosten.

Den SATA-Flaschenhals umgeht Intel mit der SSD 750. Dieses Modell setzt auf ein PCIe-8x-Interface, wird also in den PC eingebaut wie eine Grafik- oder Soundkarte. Die deutlich höhere Geschwindigkeit der PCIe-Schnittstelle sorgt für Transferraten von bis zu 1500 Megabyte pro Sekunde (lesend) beziehungsweise 1100 Megabyte pro Sekunde (schreibend). Intel wird die SSD 750 in Kapazitäten von bis zu 600 Gigabyte anbieten und setzt auch hier auf selektierten MLC-Speicher in 20-nm-Fertigung.
Gut bestückt: Sapphire Radeon R9 290X (Bildquelle: www.videocardz.com)

Sapphire Radeon R9 290X Vapor-X jetzt mit 8 Gbyte VRAM
Es war eine Kampfansage von Sony an die Gamingwelt: Die Playstation 4 erschien als erste Konsole mit 8 Gigabyte schnellen GDDR5-RAMs, um so auch in Zukunft Leistungsreserven für hübsche Spiele bieten zu können. Gut betuchte PC-Gamer dürfen jetzt einmal die Augenbraue hochziehen, ihnen steht eine ganz andere Aufrüstoption offen.

Von Sapphire erscheint ein Modell der aktuellen Spitzen-Grafikkarte Radeon R9 290X mit satten 8 Gigabyte GDDR5-RAM – üblicherweise werden Grafikkarten dieses Typs mit „nur“ 4 Gigabyte bestückt. Damit es auch in hohen Auflösungen und mit Kantenglättung keinen Performance-Einbruch gibt, verordnete AMD der 290X zudem ein rasantes, 512 Bit breites Speicherinterface. Als GPU kommt der Hawaii-Chip aus aktueller Fertigung zum Einsatz, allerdings schweigt Sapphire noch über die Taktraten von GPU und RAM.

Zugegeben: 8 Gigabyte VRAM auf einer Grafikkarte, das ist aktuell noch mehr virtueller Genitalienvergleich, als eine sinnvolle Investition. Und so dürfte die Karte wohl primär Frameratenjäger und Litecoin-Miner anlocken, die sich aus zwei Karten ein performantes und mit einer Überdosis VRAM bestücktes Crossfire-Setup zusammenstecken. Ohne Rücksicht auf Verluste sozusagen.
Kontert Microsoft AMDs Mantle mit DirectX 12?

Mantle zeigt Wirkung: Microsoft will DirectX beschleunigen
Um DirectX wurde es in den vergangenen Jahren etwas ruhig. Zwar gab es ab und an neue Versionen der Schnittstellensammlung, vor allem die für Gamer wichtige Komponente Direct3D lässt jedoch wirkliche Innovationen in Bezug auf Performance und Nutzbarkeit vermissen. AMD nutzte dieses DX-Vakuum geschickt für den Release einer eigenen API namens Mantle und verspricht eine deutlich effektivere CPU-Nutzung als bei DirectX – was vor allem Nutzer der im Vergleich zu Intels Core-CPUs eher rechenschwachen AMD-CPUs zugute kommt. Erste Vorteile zeigen sich bereits beim bislang einzigen Mantle-Spiel, Battlefield 4. Vor allem in der Kombination mit teuren, aber schnellen Luxus-Grafikkarten holt Mantle einige zusätzliche FPS aus der CPU heraus.

Mantle wird jedoch auch von Kinderkrankheiten geplagt, das größte Problem dürfte aber wohl der fehlende Support durch passende Software sein. Dennoch, bei Microsoft scheint AMD einen wunden Punkt getroffen zu haben. So ist bekannt geworden, dass Microsoft im kommenden Monat auf der GDC eine Session namens „DirectX: Evolving Microsoft's Graphics Platform“ angesetzt hat. Inhalt: Bessere Tools für mehr Leistung von PC, Konsole und Tablet. Zudem wird Microsoft sich bei „DirectX: Direct3D Futures“ um Neuerungen bei der populären Grafikschnittstelle kümmern. Vor allem der bei DirectX vergleichsweise große CPU-Overhead soll von den Microsoft-Entwicklern angegangen werden – exakt der Punkt, an dem Mantle ebenfalls erfolgreich ansetzt.

Die angestrebten Verbesserungen der Schnittstelle dürften wohl in das für Windows 9 erwartete DirectX 12 einfließen – sodass für die Nutzung unter Umständen erneut ein Betriebssystemwechsel vonnöten sein wird, zumindest wenn Microsoft wie schon in der Vergangenheit DirectX als Druckmittel für den Umstieg auf ein neues System nutzt. Mantle jedoch funktioniert auch mit Windows 7 und Windows 8, erfordert momentan allerdings eine aktuelle AMD-Grafikkarte sowie einen Beta-Treiber und etwas Begeisterung für Softwarebasteleien.

Die Vorträge zu DirectX sollen auf der GDC 2014 in San Francisco stattfinden. Datiert sind die Sessions auf den 20. März 2014, die GDC findet vom 17. bis 21. März statt.
Amco 18 Doppel-Voter - P - 10818 - 1. März 2014 - 11:51 #

Mich würde ja mal der Preis der Vapor-X interessieren. Und wo ihre Grenzen liegen. ;)

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11566 - 1. März 2014 - 11:55 #

Der Schädel auf der SSD ist schon argh seltsam, aber zum Glück wird quasi überall die SSD so eingebaut, dass man den Schädel nur sehr selten bis nie zu Gesicht bekommt. :D

Die Graka ist wirklich nur Show, aktuell werden die Spiele raher, die überhaupt kleinere Modelle wirklich ausreizen, besonders wenn es bei FullHD Auflösungen bleibt.

Decorus 16 Übertalent - 4278 - 1. März 2014 - 12:13 #

Das Ding ist ne reine Crossfire-Karte, imho. Alleine macht der Ram keinen Sinn, da die höchsten Auflösungen + Verbesserungen eine einzelne Karte überfordern.

Maverick_M 18 Doppel-Voter - 11644 - 1. März 2014 - 19:25 #

Mit Textur-Mods und 1440p Auflösung sollte es kein Ding sein den VRAM über 4GB zu ballern. Das sollte auch eine einzelne 290X noch packen. Aber ja, vor allem für CrossFire und Eyefinity ist das eine sehr schicke Karte.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29909 - 1. März 2014 - 12:28 #

Übrigens: Das Livedrive-Dings funktioniert noch hervorragend, akzeptiert SD-Karten bis 2 GByte und ist ein toller Video- und Musikplayer mit faszinierender Akkulaufzeit. Hab das Ding vor dem Erscheinen des ersten iPhone gebraucht bekommen und damals regelmäßig als Videoplayer im Bus (45 Minuten Fahrt zur Arbeit versüßen) genutzt. Irgendwie wurde ich damit immer sehr doof angeschaut. "Wassn das, was solln der Schwachsinn? Musste da die Finger nutzen um was zu machen? So'n Scheiss ey!" - und das von all den Leuten, die ein paar Jahre später zu 100% Smartphone-Zombies mutiert sind.

Decorus 16 Übertalent - 4278 - 1. März 2014 - 12:57 #

RIP Palm :(

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29909 - 1. März 2014 - 14:43 #

Ich bin immer noch arg sauer auf HP. Und diese Dummheit - erst Milliarden für Palm ausgeben um ein innovatives Tablet-OS zu entwickeln und es dann nach wenigen Wochen auf dem Markt einfach einstellen. Wie blöde muss man sein?

rAmbAzAmbA 17 Shapeshifter - 7391 - 1. März 2014 - 15:14 #

Hab mir damals ein Pre3 Handy gekauft, als sie verramscht wurden. Ich muss sagen, einfach ein Traum, was Qualität und Bedienung angeht. Wenn ich mir gerade das S5 und 5S ansehe, und allgemein die Trends bei Smartphone, wünsche ich mir solche Geräte zurück. Hauptkritik ist bei mir die immer größeren Displays und immer mehr dämlicher SchnickSchnack und mehr Akku gibt es auch nicht (werden zwar stärker aber das verpufft wegen mehr Verbrauch). Auch diese Masse an Apps war Anfangs spannend, mittlerweile beschränke ich mich auf nützliche, die man an einer Hand abzählen kann, ich brauch keine 50 MediaPlayer oder 20 Browser und das 100 irgendwas Handygame mit selben Mechanik ist auch *gähn*. Momentan hab ich zwar noch ein S4, aber ich werde mir evtl ein Mini ode rein ganz anderes kaufen, weniger Display, mehr Akku, schwerer! und diese Brettchenform werde ich auch versuchen zu umgehen.

volcatius (unregistriert) 1. März 2014 - 14:39 #

Die Freuden der Jugend. Auf einem 3,8"-Display kann ich heute nix mehr erkennen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29909 - 1. März 2014 - 14:44 #

Jugend ist gut, ich war da auch schon über 30 ;) .

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11566 - 1. März 2014 - 14:47 #

Der alte Mann und die Hardware... ;)

pauly19 14 Komm-Experte - 2548 - 1. März 2014 - 17:37 #

Der weise Mann und das Meer . (ach ne, doch irgendwie anders ;) ).
Wie immer sehr gut geschriebene News mit persönlicher Note am Anfang. Klasse!!!

Kirkegard 19 Megatalent - 15913 - 3. März 2014 - 15:38 #

Haha, deswegen hab ich auch gerade auf ein Z1 vergrößert ^^
Jetzt kann ich auch ohne Lesebrille bei großer Schrift noch alles erkennen ;-)

Mclane 19 Megatalent - P - 13202 - 2. März 2014 - 12:06 #

Sehr schön. Ich dachte immer ich hätte alles gekauft wo Palm drauf stand. Aber das gute Stück ist völlig an mir vorbeigegangen.

cyberman67 13 Koop-Gamer - 1243 - 1. März 2014 - 16:53 #

Ein Teil von mir fragt sich was genau mit 8GB Grafikkartenspeicher gemacht werden soll. Der Andere lacht schallend und brummelt dabei "Komm, das hast Du damals bei den ersten DVD Laufwerken auch gesagt!". Dann klopft er dem Skeptiker begütigend auf die Schulter. "Komm schon, gib es zu, im Grunde findest Du so was auch cool. Brute Force, was?" Ja, ich gebe es zu, solche Dimensionen, an die wir in den Anfangstagen der Homecomputer noch nicht einmal zu denken wagten, wecken in mir heute Hoffnungen auf Rollenspielwelten ohne lange Ladezeiten, schönere Texturen, realistischere Effekte und lebensechtere Charakterdarstellung. Ich bin gespannt, welches Genre diese Hardware als erstes für sich entdeckt.

floppi 22 AAA-Gamer - P - 34445 - 2. März 2014 - 14:36 #

"Mehr als 640 Kilobyte Speicher werden sie niemals benötigen."
- Bill Gates (1981)

;-)

Maverick_M 18 Doppel-Voter - 11644 - 2. März 2014 - 17:23 #

Hat er nie gesagt.

http://de.wikiquote.org/wiki/Bill_Gates
http://en.wikiquote.org/wiki/Bill_Gates#Misattributed

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29909 - 2. März 2014 - 17:27 #

Dann halt "30 Gigabyte monatliches Internetvolumen reichen vollkommen aus" - anonyme Telekomfreunde, 2013

floppi 22 AAA-Gamer - P - 34445 - 2. März 2014 - 23:08 #

Vielen Dank für den Hinweis, das war mir noch nicht bewusst.

cyberman67 13 Koop-Gamer - 1243 - 1. März 2014 - 16:58 #

Und ehe ich es vergesse: Unter allen Fehlern die je in der PC-Welt gemacht wurden sticht ein solches Husarenstück wie HPs Palm/WebOS-Desaster auch besonders heraus. Bei entsprechender Vermarktung und mit den richtigen Geräten wäre es sicher eine weitere interessante Plattform im Smartphone/Tablet-Markt geworden. Schade, offenbar fehlte eine Vision a la Google oder Apple - oder schlicht die Geduld, die Microsoft im Moment aufbringt und die sich möglicherweise langfristig auszahlen wird.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29909 - 1. März 2014 - 17:07 #

Deutsche Manager in US-Unternehmen bringen es halt nicht zwangsläufig. HP hat sich doch immer noch nicht von den Fehlern der Apotheker-Ära erholt. Und dann droht auch noch der Markt für Drucker auszusterben, ein weiteres Standbein weg. Inzwischen hätte HP groß im Geschäft mit Tablets und Smartphones sein können, vielleicht hätte sich WebOS/PalmOS ja sogar für ein wenig Zusatzgeld lizenzieren lassen.

Und stattdessen? Steigt HP *jetzt* "mal wieder" in den Tabletmarkt ein, verpennt den Tod des Desktop-PCs und den Abgesang auf klassische Notebooks. Und wenn sie mal was potentiell brauchbares produzieren kann man sicher sein, dass die Marke (ohne Geduld) verramscht wird. Die Envy-Notebooks hatten Anfangs durchaus das Potential zum MacBook-Killer. Und nun? 0815-Standardzeug, stattdessen werden neue Luxusbrands aufgebaut. Warum zur Hölle, plant da niemand?

Und gleich wird mir wieder vorgeworfen, ich solle die mal ruhig machen lassen, wie ich mir anmaßen kann, einem solchen Unternehmen Vorhaltungen zu machen, wo ich doch nur doofer Schreiberling ohne Marketingabschluss bin. Oder sind die 2012er-HW-News-Trolle nicht mehr aktiv?

Slaytanic 23 Langzeituser - P - 40499 - 1. März 2014 - 17:43 #

Da hoffe ich mal das der letzte Satz der Wahrheit entspricht.

Maverick_M 18 Doppel-Voter - 11644 - 1. März 2014 - 19:31 #

Der wirre Kurs von HP ist wirklich sehr seltsam. Dass sich die WebOS Geräte gut verkauft hätten, hat man ja gesehen als das Ding eingestampft und zu super günstigen Preisen verramscht wurde. Sogar nachproduziert musste noch einmal werden.

WebOS war für mich eine sehr sehr interessante Geschichte. Schade, dass HP da nicht mehr draus gemacht hat.

Andererseits gibt es auch andere Hersteller die solchen Bockmist bauen. Ich erinnere nur an Samsung mit BadaOS etc.

Cat Toaster (unregistriert) 2. März 2014 - 4:46 #

Ich bin zwar nicht von 2012 würde aber insofern widersprechen als das man weder mit Tablets noch mit Smartphones großes Geld verdienen kann wie mit Hardware generell nicht, noch dazu niedrigpreisiger "Zwei-Jahre-Wegwerf-Hardware" und vergleichbar billigem Consumer-Müll.

Seit HP Compaq übernommen hat ist die Firma für mich beruflich wie privat gestorben. Der Graumarkt ist mit Hardware überschwemmt, mit HP ist seit einem Jahrzehnt kein Projekt mehr zu holen wenn Du nicht T-Systems oder Bechtle bist. Praktisch haben die jede Firmenakquisition seit Compaq sukzessive zu Klump gewirtschaftet.

Deswegen verkloppt IBM ja Stück für Stück sein Hardware-Business seit Jahren (Drucker->Lexmark, PCs und Notebooks -> Lenovo, x86-Server -> Lenovo, Festplatten -> Hitachi -> WD, Halbleiter - machen die da noch was?). Sollen sich doch Dell, HP und Lenovo um die paar Brotkrumen balgen während das Geld mit Services und Software verdient wird. Was Schade ist, haben wir bei den x86-Servern doch nur noch die Wahl zwischen Teufel und Belzebub. HP ist durch für immer, Dell hat 30 Jahre den Direktvertrieb gepredigt auch durch, bleibt nur noch Lenovo oder der Intel-BTO-Kram von Wortmann, Acer und Co.

Die einzige Firma die an Consumer-Hardware noch richtig Geld verdient ist Apple, ausgerechnet Apple. Geht natürlich gar nicht denn an Apple verdient auch niemand außer Apple selbst, die "Partner" lässt man am ausgestreckten Arm verhungern, die Margen sind ein Witz (für die Partner).

Google hat einsehen müssen das sich Hardware nicht lohnt und Motorola für einen Bruchteil des Einstandspreises an Lenovo verkauft.

Es ist schon sehr Schade wie sich die Zahl der Markteilnehmer in den letzten Jahren dramatisch gelichtet hat. Ob bei Festplatten, x86-CPUs, Servern, Grafikchips...es ist sehr übersichtlich geworden. Nur die Beibehaltung der Markennamen suggeriert dem Verbraucher eine Vielfalt die es gar nicht mehr gibt. Packard Bell, Gateway, eMachines, Acer Aspire, Acer Travelmate: Alles Acer und nur Travelmates sind keine Consumer-Grütze).

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29909 - 2. März 2014 - 8:18 #

Gerade mit Tablets und Smartphones lässt sich, einen bekannten Namen im Rücken, gute Marge machen. Wie man an Chinaware sieht, lässt sich die Hardware für sehr wenig Geld produzieren, wie man an Markengeräten beispielsweise von Samsung sieht, lässt sich im Gegenzug aber auch (viel zu) viel Geld dafür verlangen. Im PC-Bereich träumt man von 5% Marge, bei Tablets sinds auch mal 30-40%. Und das bei Produkten, die teilweise wirklich im Jahreszyklus ausgetauscht werden - Goldgrube.

Bei Google und Motorola muss ich dir auch widersprechen, Google hat nie vorgehabt, Motorola wirklich als Hardwareproduzenten zu nutzen. Denen ging es um die Patente. Und davon haben sie auch nach dem Verkauf an Lenovo die meisten behalten. Die paar in der Zeit produzierten Google/Motoroloa-Geräte waren doch eher Alibi. Der Verkauf an Lenovo war für Google perfekt, sie haben immerhin fast alles an Knowhow behalten dürfen, die besten Ingenieure zu sich gezogen und massenweise wichtige und geldwerte Patente behalten. Und Lenovo? Hat eine ausgefledderte Hardwareklitsche bekommen und eine Handvoll Patente, während die meisten wichtigen Patente nur lizenziert wurden.

Generell gebe ich dir natürlich recht, dass HP schon länger viel Mist baut und dass der Markt für Hardware in vielen Bereichen am Boden ist. Aber ein paar Goldgruben gibt es noch, die müssten halt nur abgebaut werden und nicht zugeschüttet wenn man gerade das erste Glitzern sieht.

Abschließend: Du bist sehr sehr weit vom Troll-Status entfernt. Sinnvolle Unterhaltungen sind klasse, Meinungsaustausch wichtig und ich mag andere Blickweisen. Meine Anspielung auf das vorletzte Jahr bezog sich auf persönlich verletzende Deppen, die jedes Wort auf die Goldwaage gelegt haben und sowohl mir als auch den Lesern nachhaltig den Spaß verderben konnten. Da hättest du deinen Beitrag eben auch noch mit einer großen Prise Tourette würzen können ohne auf das Niveau abzusinken.

Maverick_M 18 Doppel-Voter - 11644 - 2. März 2014 - 17:30 #

Dem kann ich nur zustimmen. Entwender man bleibt flexibel und passt sich im beinahe jährlichen Takt den Wankelmütigen Consumern an oder man bedient einfach nur noch den Business und Prosumer Markt. Insofern macht IBM das genau richtig. Sony versucht aktuell genau das Gegenteil in dem sie ihre PC Sparte abwerfen und sich voll auf den Home-Entertainment Markt verlassen. (In meinen Augen keine schlechte Idee)

Auch im klassischen PC Markt gibt es noch Nachfrage. Nur ist da eben nicht mehr das große Geld zu holen, weshalb man dort entweder kleine Klitschen (Custom Built) oder nur sehr wenige große findet.

Im Übrigen halte ich Apple generell für ein schlechtes Beispiel. Diese Firma entbehrt jeglicher Marktwirtschaftlichen Logik.

floppi 22 AAA-Gamer - P - 34445 - 2. März 2014 - 23:55 #

Sony verlässt sich mitnichten nur auf den Home-Entertainment-Markt. Sony ist ebenfalls ganz stark im Kamera-Geschäft vertreten und investiert dort nicht nur viel Geld sondern glänzt mit Innovationen, beispielsweise wurden letztes Jahr die Kameras Sony A7 und A7r vorgestellt, die kleinsten spiegellosen Vollformat-Kameras -- zu Kampfpreisen. Damit wildert Sony im Leica-Universum (Leica M gibt es ab 4000 Euro aufwärts, die A7 ab 1200 Euro) Und selbst Profis sind davon begeistert: ( http://www.stevehuffphoto.com/2013/11/29/the-sony-a7-and-a7r-camera-review-by-steve-huff/ )

Auch das Spiegelreflex-System versucht Sony zu revolutionieren und bietet als einziger Anbieter auf dem Markt sogenannte DSLT-Kameras an, mit einem feststehenden, teildurchlässigen Spiegel. Deswegen mag ich Sony, sie haben Mut zu Innovationen. Ob sich das alles durchsetzt wird sich natürlich erst noch zeigen. Aber ich persönlich bin davon überzeugt, dass der Markt der Spiegelreflex-Kameras in naher bis mittelfristiger Zukunft schrumpft, während die spiegellosen Kameras mehr und mehr Marktanteile erhalten. Die elektronischen Sucher sind inzwischen so gut, dass sie gegenüber einem optischen Sucher, denn das ist der Hauptgrund für den Spiegel, mehr Vor- als Nachteile bieten. Und die wenigen Nachteile werden mit fortschreitender Entwicklung immer geringer. Der Spiegel wird bald nur noch ein Relikt der analogen Fotografie sein.

Inzwischen ist Sony im Digitalkameramarkt knapp hinter Nikon auf Platz 3. Noch dazu setzt Nikon Sony-Sensoren ein (auch die neue Nikon-Kamera der Redaktion hat einen Sony-Sensor), ebenso Olympus und einige andere Kamerahersteller, beispielsweise auch die Luxusmarke Hasselblad, die sogar komplette Sony-Kameras nur umlabeln und dann sündhaft teuer verkaufen (Beispielsweise die Hasselblad HV, was einer Sony Alpha 99 entspricht -- Hasselbad HV >10.000 Euro, Sony A99 2300 Euro).

Bin ein bisschen abgeschweift, sorry. ;)

PS: Nein, ich nutze keine Sony-Kamera aktuell, bin zu Olympus umgestiegen. ;)

Maverick_M 18 Doppel-Voter - 11644 - 3. März 2014 - 1:21 #

Ja sorry, den Fotobereich hab ich nicht extra erwähnt. Und ja, die Sony Kameras sind gut, auch wenn ich persönlich eine Canon DSLR habe.
Dafür habe ich Smartphone und Tablet von Sony. :)

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