eShop-Check: Retro City Rampage DX
Teil der Exklusiv-Serie eShop-Check

3DS
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mrkhfloppy 19277 EXP - 19 Megatalent,R10,S1,A9,J9
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26. Februar 2014 - 23:49 — vor 42 Wochen zuletzt aktualisiert
Jede Woche stellen wir euch ein interessantes eShop-Spiel (WiiU, 3DS oder Virtual Console) vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Um diese Rubrik kümmern sich unsere User CptnKewl und mrkhfloppy.
 
Im Wesentlichen haben schärfere Texturen, einige Kinect-Spielereien und Lara Crofts neue Haarpracht der Next-Gen-Version von Tomb Raider den Namenszusatz  "Definitive Edition" beschert. Bei Retro City Rampage DX liegt der Fall anders: Anderthalb Jahre nach der Ursprungsversion für den PC hat der Entwickler Brian Provinciano (nach Portierungen für PS3, Xbox 360, Wii und PSVita) das Spiel auch für den Nintendo 3DS veröffentlicht. Ausgerechnet diese Version für die schwächste Hardware-Basis bezeichnet Provinciano als die beste Fassung seines Werks. Wir haben den Open-World-Titel getestet und verraten euch, ob wir der Aussage zustimmen.
Willkommen in Theftropolis, der Stadt der Mario-World-artigen Gebüsche.
Zurück in die Gegenwart
Wer von den eigenen Eltern auf den Namen "Spieler" getauft wurde, kann es im Leben nicht leicht haben. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Protagonist von Retro City Rampage DX auf die schiefe Bahn gerät und als Kleinganove beim stadtbekannten Gangsterboss Harlekin anheuert. Euer Aufstieg hin zum Fahrer des Verbrechersyndikats nimmt jedoch ein jähes Ende: Eine Zeitreise-Telefonzelle – Bill und Ted lassen grüßen – befördert euch während eines Banküberfalls aus dem Jahr 1985 ins 21. Jahrhundert. 
 
Leider nimmt die Zelle dabei Schaden und ihr seid in der Zukunft gefangen. Zum Glück trefft ihr bei eurer Ankunft auf Doc Choc. Der leicht hysterische Besitzer eines markanten DeLoreans ist erfahren im Umgang mit derlei Geräten und will ich euch bei der Reparatur helfen, schließlich hält er euch für einen Helden der Stadt. Inhaltlich bleibt also alles beim Alten, und der Doktor schickt euch fortan quer durch die Stadt Theftropolis, um Stück für Stück alle Ersatzteile der Zeitmaschine aufzutreiben. Die meisten Aufgaben sind innerhalb weniger Minuten absolviert, sodass der Titel auch für eine schnelle Runde unterwegs geeignet ist.

Open World für die Hosentasche
Ob ihr der Haupthandlung von Retro City Rampage DX folgt oder eure Zeit lieber mit den zahlreichen Nebenmissionen und Herausforderungen verbringt, bleibt euch überlassen. Meistens laufen diese auf einfache Botengänge und mittlere Massaker hinaus. Die skurrilen Charaktere und witzigen Geschichten sorgen jedoch für Abwechslung. Ihr werdet zum Beispiel Schutzgelder eintreiben, Rennen gegen die Uhr fahren und innerhalb eines Zeitlimits so viel wie möglich Schaden anrichten. Jede erledigte Aufgabe erhöht euer Punkte- und Bankkonto, außerdem winken Achievements. 
 
Das sauer verdiente Geld könnt ihr in den zahlreichen Läden der Stadt ausgeben, welche ihr von Beginn an frei erkunden dürft. Tattoostudios, Friseursalons und Hutmacher warten auf euch und bieten die Möglichkeit zur Individualisierung. Das macht zwar weder spielerisch noch (Pixel-Look!) optisch Sinn, dafür aber Spaß. Wer nach dem Einkaufsbummel noch etwas auf der hohen Kante hat, kauft sich ein neues Fahrrad, verpasst sich eine Dröhnung in der nächsten Milchbar oder verprasst das Ersparte in der Spielhalle. Die zur Verfügung stehenden Automatentitel zitieren unter anderen die Bit.Trip-Serie und Super Meat Boy. Die Karte auf dem unteren Bildschirm zeigt euch alle Aufgaben und Geschäfte, nur ein Navigationssystem fehlt unverständlicher Weise.
Auch abseits der Haupthandlung gibt es viel zu entdecken, etwa Minispiele.

Ganz wie im großen Grand Theft Auto-Vorbild könnt ihr für eure Dienstreisen jeden fahrbaren Untersatz auf die Schnelle akquirieren und bei Bedarf umlackieren und tunen. Weil Schwerverbrecher zumeist nur rudimentäre Kenntnisse auf dem Gebiet der Diplomatie besitzen, stellt euch das Spiel zahlreiche Debattierhilfen zur Verfügung. Neben Schrotflinten, Golfschlägern und Flammenwerfern steht euch auch eine Doktor-Octopus-Kralle zur Verfügung. Über das Touch-Display gelangt ihr schnell ins Waffeninventar und wechselt so mit zwei Tapsern die Waffe. Die automatische Gegneraufschaltung ist etwas hakelig, eine manuelle Zuweisung gibt es nicht. Neu im Spiel sind die Waffentrucks, die ihr über die ganze Stadt verteilt findet. Dort stockt ihr gegen Bezahlung euer Arsenal auf oder verschafft euch mit Gewalt den Fünf-Finger-Rabatt. Seit jedoch gewarnt, die Händler sind zähe Burschen. 

Eine neue Perspektive und die Folgen
Ihr betrachtet das Spielgeschehen aus einer leicht schrägen Vogelperspektive. Wegen der geringen Größe der einzelnen Pixel des 3DS-Displays wurde deren Anzahl je Objekt aber verdoppelt. Ansonsten wären die verwendeten Sprites zu klein für die geringe Bildschirmgröße des Handhelds. Zudem wurde die Zoomstufe und damit die Spielgeschwindigkeit erhöht. Damit die Übersicht nicht zu stark unter dieser Anpassung leidet, adaptiert die Kamera den Standort der Gegner sowie eure Bewegungsrichtung (besonders beim Fahren) und verschiebt ihre Position. Dadurch bekommt das Gebiet vor euch mehr Platz auf dem Bildschirm, während eure Spielfigur an den Rand rückt. Dennoch lassen sich Opfer unter den Fußgängern und Blechschäden nur selten vermeiden.
 
Die Vertreter von Recht und Ordnung schauen euren Treiben natürlich nicht tatenlos zu. Jede neue Straftat erhöht den Fahndungslevel und steigert die staatliche Gegenwehr bis hin zu Spezialeinheiten und Panzern. Sterbt ihr den virtuellen Tod, werdet ihr euch über die zahlreichen Rücksetzpunkte freuen, deren Anzahl für 3DS nochmals erhöht wurde. Aber auch das freie Speichersystem schont das Nervenkostüm. Zum Senken eures Bekanntheitsgrads könnt ihr die nächste Lackiererei aufsuchen, euch verstecken oder eine der seltenen Polizeimarken aufsammeln. Die Entwickler haben dem Spiel aber noch eine weitere, neue Möglichkeit spendiert: Eliminiert ihr alle Gesetzeshüter (mindestens drei) auf dem Bildschirm, lässt der letzte Beamte ebenfalls eine Dienstmarke fallen. Diese Variante spart Zeit, und die teils lästigen Verfolgungsjagden entfallen.
Neu: Schaltet ihr alle Polizisten aus, winkt die Senkung des Fahndungslevels.
Es wird nicht mehr in die Röhre geschaut
Technisch bleibt Retro City Rampage DX nahezu unverändert, die wenigen neuen Fahrzeug-Animationen und Effekte fallen kaum ins Gewicht. Zudem wurde die Bildschirmmaske der anderen Versionen entfernt. Somit geht ihr jetzt im Vollbildmodus auf Raubzug, anstatt den emulierten Röhrenfernseher der übrigen Portierungen zu betrachten. Geblieben ist natürlich die Optik im pixeligen Retro-Look, die schon bei der Erstveröffentlichung die Gemüter spaltete und technisch auf Höhe der Famicon-Ära anzusiedeln ist. Natürlich ist dies vom Designer gewollt, aber im Jahr 2014 muss dies nicht jedem gefallen. Den stereoskopischen 3D-Effekt des Handhelds unterstützt Retro City Rampage DX nicht.
Warum kein 3D-Effekt?
Brian Provinciano hat auf dem Studio-Blog den Verzicht auf den 3D-Effekt erläutert. Bei zweidimensionalen Spielen mit seitlicher Perspektive könnten für den 3D-Effekt Vorder- und Hintergrund ohne großen Aufwand voneinander abgesetzt werden. Die Draufsicht von Retro City Rampage DX würde aber die Neumodellierung von 3D-Objekten, eine neue Render-Engine und ein angepasstes Kamerasystem erfordern. Der notwendige Arbeitsaufwand hätte die Kapazitäten des kleinen Indie-Studios überstiegen und eine lange Entwicklungszeit bedeutet. 
 
Auf Höhe der Zeit sind die vielen Details des Spiels: Die Schriftzüge und Plakatwerbungen der Geschäfte karikieren zum Teil heutige Firmen, Entfernungen werden standesgemäß in Pixel angegeben und insgesamt 24 mehr oder weniger sinnvolle Farbmodi stehen euch zur Verfügung. Schlagt ihr mit der Gitarre auf den Gegner ein, ertönt eine Tonleiter anstatt eines einfachen Plonks. Auf  Sprachausgabe wird komplett verzichtet, und auch die akustische Untermalung ist in den 90er Jahren stecken geblieben. Das ist konsequent, aber hier wäre mehr drin gewesen. Die Geräusche nach dem Erfassen von Passanten und Auffahrunfälle erinnern so stark an einen wilden Flipperautomaten, dass ihr freiwillig die Straßenverkehrsordnung einhaltet. Zumindest könnt ihr auf dem unteren Display den Radiokanal wechseln oder das Geduddel ganz abschalten.
Gestatten, Dr. Von Buttnik! Wo bleibt der blaue Igel, wenn die Welt ihn braucht?
Sonic und Mario in Theftropolis
Im Prinzip könnte der Titel als GTA im Retro-Look durchgehen. Die Gameplay-Elemente erinnern so frappierend – mit allen Stärken und Schwächen – an das Vorbild, dass es euch überlassen ist, ob ihr dies Kopie oder Hommage nennen möchtet. Eine unbestrittene Eigenleistung des Spiels sind aber die zahlreichen popkulturellen Referenzen. Ihr findet die Leiche von Frogger, klemmt euch hinter das Steuer des Ghostbuster-Mobils und die Figur des Doc Choc ist eine videospielgewordene Huldigung der Zurück in die Zukunft-Trilogie. Zum Teil sind ganze Spielabschnitte einem Klassiker oder Genre gewidmet. So übernehmt ihr die Rolles des Paperboys und tragt auf dem Fahrrad Zeitungen aus, sucht in einer Adventure-Sequenz den Zugang zur Bat-Höhle und auch eine kurze 2D-Jump-and-Run-Einlage in der Kanalisation mitsamt eines ikonischen Steinblocks zum Zertrümmern gereicht dem italienischen Klempner zum Ruhme.   
 
Fazit
Retro City Rampage DX ist ein Open-World-Titel mit tollen Gameplay und wenigen Schwächen in der Bedienung. Die Benutzeroberfläche wurde gut an die Gegebenheiten des Handhelds angepasst und auch der verkleinerte Bildausschnitt stört nicht. Die Schwächen der Missionen werden durch den tollen Humor, die skurrilen Figuren und natürlich die unzähligen Reminiszenzen an Videospiele und Filme ausgeglichen. Das neue Feature zur Reduzierung des Fahndungslevels über Polizeimarken hat uns gefallen, die weiteren Neuerungen zu den bekannten Fassungen halten sich in engen Grenzen.
  • Open-World-Action
  • Solospiel
  • Für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Erhältlich seit 20.2.2014: 8,99 Euro
  • In einem Satz: GTA-Klon im Retro-Look mit vielen Popkultur-Referenzen.

Video:

CptnKewl 19 Megatalent - Abo - 13823 EXP - 27. Februar 2014 - 0:08 #

Wie immer sehr schöner Check deinerseits. Werd mir den Titel sicherlich mal angucken, wenn Yoshis Island fürn 3DS durch ist

McGressive 19 Megatalent - 13544 EXP - 27. Februar 2014 - 0:16 #

Ha, dann lag ich mit meiner Vermutung richtig und hab den "richtigen" Floppy im Miiverse abonniert. Zumindest war da einer, der sehr fleißig in der RCR-Community gepostet hat, daher überrascht mich der Check jetzt gar nicht ;D

Freut mich, dass die 3DS-Umsetzung gelungen ist, denn ich wollte das Spiel unbedingt auf 'nem Handheld zocken und die Vita kann ich (noch) nicht mein Eigen nennen. Wird über kurz oder lang definitiv gekauft!

CptnKewl 19 Megatalent - Abo - 13823 EXP - 27. Februar 2014 - 0:17 #

jaja der Check-Kollege spamt gern das MiiVerse für Screenshots voll. Aber es lohnt sich

mrkhfloppy 19 Megatalent - Abo - 19277 EXP - 27. Februar 2014 - 14:43 #

Ich kam mir gleich so verfolgt vor :) Diesmal habe ich aber die Bilder vom Hersteller genutzt, weil sie das HUD und den zweiten Screen in Originalqualität darstellten. Sonst skaliere ich die 3DS-Bilder aus dem Miiverse hoch, welches ich als "Image-Hoster" nutze. Hoffe das Big-N endlich die Screenshot-Funktion verbessert.

v3to 15 Kenner - Abo - 3904 EXP - 27. Februar 2014 - 14:53 #

das perfekte geschenk, falls geld keine rolle spielen sollte: ein 3ds mit video capture mod...
http://www.nintendolife.com/news/2013/10/guide_how_to_capture_video_and_screenshots_from_your_3ds

Sid Icarus 08 Versteher - 194 EXP - 27. Februar 2014 - 1:52 #

Ich habe das Spiel gleich am ersten Tag gekauft und es nicht bereut.
Super witzig, viel Action und coole Minispiele.
Nur das schnelle und dadurch manchmal chaotische Gameplay schreckt ein wenig ab.

Dieses Spiel wurde übrigens schon vor vielen Jahren unter dem Namen Grandtheftendo begonnen und sollte ein Demake von GTA 3 fürs NES werden!
(Der Protoyp ist ingam spielbar.)

Uisel 14 Komm-Experte - Abo - 2609 EXP - 27. Februar 2014 - 8:56 #

mit 'schwächste Hardware-Basis' ist die leistung des 3DS im vergleich zu den anderen Geräten gemeint, nicht die Verbreitung des Geräts, oder?

schöner check. hab schon länger ein auge drauf geworfen. meine sammelleidenschaft lässt mich aber auch auf die version schielen die man direkt beim entwickler kaufen kann...

CptnKewl 19 Megatalent - Abo - 13823 EXP - 27. Februar 2014 - 9:24 #

ja, damit ist die reine Geräteleistung gemeint

Vampiro 19 Megatalent - Abo - 18645 EXP - 27. Februar 2014 - 16:29 #

Sieht richtig chic aus.

TheEdge 14 Komm-Experte - 1948 EXP - 27. Februar 2014 - 21:14 #

würd es mir gerne zulegen aber der 3ds hat so viele geile spiele zur zeit.

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