Games-Anwalt: Unzulässige Klauseln bei WoW
Teil der Exklusiv-Serie Games-Anwalt

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henrykrasemann 4518 EXP - 16 Übertalent,R5,C3
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19. Februar 2014 - 20:46
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Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat beim Landgericht Berlin (Urteil vom 28.1.2014, Az.: 15 O 300/12) einen Sieg gegen Blizzard Entertainment errungen: Neun Klauseln aus den ehemaligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von World of Warcraft waren danach unzulässig. Es geht hierbei um unzulässige Kündigungsmöglichkeiten auf Seiten Blizzards, eingeschränkte Kündigungsmöglichkeiten für den Spieler und freie Änderungsmöglichkeiten des Vertrages wiederum allein durch Blizzard.

Der Games-Anwalt von GamersGlobal.de, Rechtsanwalt Henry Krasemann, stellt alle neun strittigen Klauseln vor und erklärt das Urteil. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Aber es gilt ansonsten auch für Altverträge von Spielern von WoW seit dem 1. April 1977 [sic]!

Video:

Stromsky 16 Übertalent - 4734 - 20. Februar 2014 - 0:00 #

sehr interessant, nur fraglich ob das für den Endverbraucher überhaupt interessant wird das Urteil :)

Deep Thought 15 Kenner - 3159 - 20. Februar 2014 - 3:15 #

Warum denn nicht? Wenn die Klauseln rechtskräftig als unzulässig erklärt werden, wird sich Blizzard schwer tun, die weiter bei zu behalten. Ob dann nicht wieder andere unzulässige Klauseln nachrücken, steht zwar auf einem anderen Blatt. Inhaltsgleiche sind jedoch ausgeschlossen ;)

Und einige der gekippten Klauseln haben durchaus schon praktische Bedeutung gehabt. Leute, denen der Account gesperrt wurde, weil eine Zahlung platzte und danach noch mit den Mehrkosten belastet wurden, sind nun wirklich keine Seltenheit bei Blizzard.

Also insgesamt durchaus erfreulich für die Verbraucher, die WoW spielen.

Stromsky 16 Übertalent - 4734 - 20. Februar 2014 - 4:04 #

Hm, also ich kenne niemanden dessen Account wegen sowas gesperrt wurde. Probleme mit Kreditkarten und co haben normalerweise lediglich dazu geführt (sind natürlich nur die Erfahrungen die ich über Freunde und co gemacht habe und kann ich nicht generell sagen) das sie nicht mehr mit Kredikarte bzw. zum Teil nur noch mit den Prepaid-Karten ihre Spielzeit verlängern konnten. Von Mehrkosten oder gesperrten Accounts habe ich noch nie was gehört

Deep Thought 15 Kenner - 3159 - 20. Februar 2014 - 18:59 #

Mir selbst, aber auch ein paar Bekannten aus meinem Umfeld schon passiert. Ist zwar immer gefährlich, vom eigenen Umfeld auf die Allgemeinheit zu schließen. Wenn es aber sogar da schon vorkommt und es 2 Millionen+ potentielle "Opfer" gibt (jetzt nur Deutschland betrachtet), reicht schon ein geringer Prozentsatz bei der übrigen Spielerschaft, dass es eben nicht mehr selten ist. Vielleicht ist dann die Formulierung "keine Seltenheit" trotzdem etwas unglücklich. Tausch es einfach gegen etwas aus, was Dir besser passt XD

Zudem muss ich einräumen, dass ich nicht mehr genau weiß, wo die Mehrkosten angefallen sind, mit denen ich belastet wurde und wer diese letzten Endes zu verantworten hatte. Noch weniger weiß ich das natürlich bei den anderen. War mir ehrlich gesagt auch egal. Wenn Blizzard da aber einen Freibrief hätte, noch zusätzlich zu räubern, würde es mich nicht erstaunen, wenn sie es täten. Besser, wenn dann unmissverständlich klar gestellt wird, dass das eben nicht geht. Deshalb bleibe ich dabei: sehr erfreulich für den Verbraucher.

apple (unregistriert) 20. Februar 2014 - 11:50 #

[quote]
Leute, denen der Account gesperrt wurde, weil eine Zahlung platzte und danach noch mit den Mehrkosten belastet wurden, sind nun wirklich keine Seltenheit bei Blizzard.

=> Das dürfte sogar eine ziemliche Seltenheit bei Schneesturm sein. Also nicht die Accountsperrungen wegen geplatzter Zahlungen, das ist recht normal (logisch), aber die Weitergabe der Kosten von Schneesturm an die Spieler. Denn das darf Schneesturm nach französischem Gesetz nicht.

Was dann besagte Spieler auf ihrem Konto finden, sind dann eher die von Banken und Kreditkartenfirmen selber erhobenen Bearbeitungs/Servivegebühren (aber die haben ja nichts mit Schneesturm zu tun).

MfG

blobblond 19 Megatalent - 17763 - 20. Februar 2014 - 13:19 #

"Leute, denen der Account gesperrt wurde, weil eine Zahlung platzte und danach noch mit den Mehrkosten belastet wurden, sind nun wirklich keine Seltenheit bei Blizzard.

Blizzard noch nie die kosten die bei einer Lastschriftrückgabe entstehen, weil das Konto des Spielers nicht gedeckt war, an die Spieler weitergegeben,in dieser hinsicht war Blizzard eher kulant,es reichte zum beispiel die 12,99 per KK zubezahlen und der Account war wieder frei.

Deep Thought 15 Kenner - 3159 - 20. Februar 2014 - 17:57 #

siehe oben. Macht wenig Sinn, auf im wesentlichen inhaltsgleiche Erwiderungen mehrfach zu antworten ;)

apple (unregistriert) 20. Februar 2014 - 11:34 #

Nur am Rande: man kann in WoW immer kündigen, sofern man ein Abo hat. Am Ende der Spielzeit wird dann der Account einfach eingefroren. Eine Verlängerung der Spielzeit oder ein "2 Jahre vorher kündigen" wie bei Handyverträgen gibt es nicht.

Nur damit niemand jetzt denkt, man könnte nicht kündigen.

MfG

Garm 07 Dual-Talent - 144 - 20. Februar 2014 - 16:08 #

Man muss natürlich zugeben, dass viele Klauseln eher theoretischer Natur sind. Also das Blizzard z.B. WoW mal für eine Woche abstellen würde und die Leute dann deswegen trotzdem nicht kündigen können, wird wohl eher nicht passieren.

Ich bin ja sowieso der Meinung, dass es für diese AGBs dringend ein neues Rechtssystem geben muss. Es kann ja nicht sein, dass der Endverbaucher sich eigentlich vor jeder Installation erst mal Rat bei einem Anwalt einholen muss, noch dazu, weil man die AGBs oft erst nach dem Kauf einsehen kann.

Deep Thought 15 Kenner - 3159 - 20. Februar 2014 - 17:55 #

Zum Glück ist es nicht ganz so schlimm. ABGs werden in aller Regel von praktisch allen Gerichten sehr verbraucherfreundlich ausgelegt. Und solche, die Dich in grobem Maße rechtlich benachteiligen, kannst Du sogar guten Gewissens ohne vorherige Konsultierung abnicken, da diese meistens eh keinen Bestand im Streitfall haben, so dass Du dann unter Umständen sogar besser dastehst als ohne ABGs.

Und im Zweifel ist die Verbraucherzentrale, auch wenn da schon wieder viele Spieler meckern, dass die sich um viel zu viel "Bagatellen" kümmern, ein guter Ansprechpartner. Die haben den nötigen Atem, auch lange Prozesse gegen die "schwarzen Schafe" gut durch zu stehen. Und sie sind, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, sehr freundlich, kompetent und engagiert.

immerwütend 21 Motivator - P - 28959 - 20. Februar 2014 - 17:54 #

Die armen Kapitalisten dürfen auch gar nix mehr ;-)

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