Arcade-Check: Vital Force
Teil der Exklusiv-Serie Arcade-Check

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Old Lion 64879 EXP - 25 Platin-Gamer,R10,C10,A10,J10
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13. Februar 2014 - 18:27 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Jeden Mittwoch stellt der Arcade-Check ein interessantes Download-Spiel vom Xbox-Marktplatz vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Die Rubrik wird von unseren Usern Vampiro und Old Lion betreut.
"Hi. Mein Name ist Jessica. Ich bin acht Jahre alt. Ich kann mich nicht daran erinnern, was passiert ist, aber als ich meine Augen öffnete, fand ich mich in diesem kalten, dunklen Keller wieder. Wo zur Hölle bin ich? Und vor allem: Warum? Hilf mir!" Genau mit diesen herzergreifenden Worten beginnt Vital Force. Ob wir es geschafft haben, der Kleinen zu helfen, erfahrt ihr im heutigen Arcade-Check.

Wohin soll das führen?
Kacheln, überall. Am Boden, an den Wänden, an der Decke. Dazwischen ein paar Spinde, ein Stromkasten und eine Tür, die in die Wand eingelassen ist. Mit dem rechten Stick lassen wir den Blick in unserem Gefängnis umherschweifen. Gefesselt sind wir nicht, sondern können uns mit dem linken Stick frei im Raum bewegen und per Klick sogar zum Spurt ansetzen. Die Situation ist verstörend, zumal wir das gekachelte Verließ nie zuvor gesehen haben. Wer hat uns hier eingesperrt und weshalb? Um Antworten diese und andere Fragen zu finden, machen wir das, was wohl jedes achtjährige Kind machen würde: wir halten Ausschau nach unserem Smartphone.
Eure Flucht beginnt in diesem kahlen Kellerraum.

Licht ins Dunkel
Das Smartphone hat uns der Entführer, oder wie auch immer wir hierher gekommen sind, zum Glück gelassen und es bloß in einem der Spinde abgelegt. Es ist auch gut so, dass wir es rasch finden, da das Gerät fortan unser wichtigstes Hilfsmittel ist. Durch das Kameraobjektiv des Telefons erkennen wir dunkle, böse Materie, die uns bei Berührung Schaden zufügt und uns machmal auch in Form von Geistern, Skorpionen oder aus dem Boden ragenden Händen angreift. Diese paranormalen Erscheinungen erkennen wir allerdings nur beim Blick durch die Handykamera, nehmt ihr sie runter, verschwindet der Hokuspokus, aber die Gefahr ist keineswegs gebannt. Mithilfe des Mobiltelefons öffnen wir auch mit einem Zauber versperrte Türen, indem wir den Bannspruch mit dem Blitzlicht der Kamera bearbeiten.

Andere Türen sind nicht ganz so leicht zu öffnen, da sie zusätzlich mit einem Fluch belegt sind, der nur mit Runen gebannt werden kann. Die erhaltet ihr aber nur, wenn ihr ein paar Zwischengegner abmurkst. Darüber hinaus gibt es auch auf herkömmliche Weise verschlossene Türen, für die ihr den richtigen Schlüssel erst finden müsst. So ein Mist, hätte uns Papa die Smartphone-Variante mit 3D-Drucker gekauft, hätten wir die direkt an Ort und Stelle selbst anfertigen können!

Auf dieser Erkundungstour werden wir regelmäßig mit der dunklen Kraft konfrontiert. Während wir den linken Trigger im Anschlag haben, womit wir durch den Kamerasucher blicken, ziehen wir einfach auch noch den rechten, womit wir einen Kamerablitz auslösen. Damit greifen wir die böse Materie an und lassen sie auf diese Weise verschwinden. Befinden wir uns näher am Ziel, erhöht das die Wirkung des "Schusses", allerdings auch die Gefahr, selbst getroffen zu werden.
Bitte recht freundlich.

Im Dunkeln ist gut munkeln
Nachdem wir mit Hilfe des Handys die erste Tür geöffnet haben, lugen wir verschüchtert in den Gang dahinter, nur um festzustellen, dass der genauso düster und angsteinflößend ist wie der Raum zuvor. Im schwachen Licht tappsen wir, die Handyfunzel stets voran, einen Gang nach dem anderen entlang, immer auf der Suche nach der nächsten Tür. Geöffnet fällt durch sie etwas Licht ins Dunkel und dahinter verbergen sich manchmal Hinweise darauf, welche Macht uns hierhin verschleppt hat. Leider hält der Akku unseres Smartphones bei intensiver Nutzung nicht allzu lang. Daher sammeln wir die Batterien in der Umgebung ein, um einem drohenden Telefonausfall vorzubeugen. Ist unsere Gesundheit in Mitleidenschaft geraten, finden wir immer auch immer wieder Medipacks.

Untermalt wird die ganze Szenerie von einem an den Nerven nagendem Pianospiel, das uns mit den Anschlägen in den hohen Lagen der Tonleiter mehr als einmal das Herz höher schlagen lässt. Die beklemmende Atmosphäre tut ihr weiteres, die Dunkelheit auf unserem Irrweg ist nahezu greifbar. Dann plötzlich schlägt das Handy Alarm. Irgendetwas scheint sich direkt vor uns zu befinden. Wir reißen den Sucher vors Auge und sehen einen Geist, der wild kreischend auf uns zukommt. Der Blitz unseres Handys beeindruckt den Geist kaum. Während er weiter seine grässlichen Laute von sich gibt, müssen wir warten, bis wir den Blitz erneut zünden können. Wir entschließen uns, davon zu laufen, den Geist im Nacken. Der Blitz ist wieder aufgeladen, also schleudern wir unserem Verfolger das grelle Licht erneut entgegen. Der Geist verschwindet, in Schweiß gebadet hasten wir dennoch zur nächsten Tür, um erst mal durchzuatmen. Puh, das war knapp!

Bis zum Ende unsere Reise durchleben wir noch viele solcher Situationen, die im ersten Moment vollkommen harmlos erscheinen, im nächsten jedoch zum wahrsten Horror mutieren und unseren Stresshormonpegel schneller ansteigen lassen als Michael Wendler das Dschungelcamp verlassen kann. Ab und an ist aber auch unsere Geschicklichkeit gefragt, wenn wir etwa einen Lavafluss überspringen müssen. Auf dem Weg zum finalen Boss sollte euch das aber genauso wenig aufhalten wie uns. Wer euch am Ende erwartet, müsst ihr aber selbst herausfinden.

Fazit
95 Cent. Das ist der Preis, den ihr für eine ordentliche Portion Horror und Grusel berappen müsst, wenn ihr dieses eindringliche Indiespiel austesten wollt. Komplett auf Atmosphäre ausgelegt, betretet ihr eine Welt, die ihr von Anfang an wieder verlassen wollt. Das nervenzehrende Pianospiel, die Schockmomente und die originelle Kameraidee am Smartphone lassen dieses Indiestück zu einer wahren Perle werden.
  • Indie-Horror
  • Preis am 12.2.2014: 0,95 Euro
  • Einzelspieler
  • Für alle Gruselfans
  • In einem Satz: Ein Königreich für einen zweiten Akku.
Freylis 20 Gold-Gamer - 20965 - 13. Februar 2014 - 18:54 #

Danke mal wieder fuer den Check, alter Loewe. Fesselnd geschrieben - und es scheint auch ein sehr spannendes Spiel zu sein. Die Implementierung des Smartphones als Lichtquelle und Ghost-Cam klingt auf jeden Fall gelungen - erinnert ein wenig an Silent Hill's Radio und andere Japano-Horrors, wo man mit Kamera Snapshots der Geisterwelt bekommt. Nicht schlecht.

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64879 - 13. Februar 2014 - 20:53 #

Danke!

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30800 - 13. Februar 2014 - 19:01 #

Klingt wie Project Zero für die Smartphone-Generation -- und das war mir schon zu gruselig. Du hast das Spiel so gut beschrieben, dass ich es mir garantiert nicht zulegen werde.

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64879 - 13. Februar 2014 - 20:54 #

Trau dich, kh! Nach dem dritten Herzinfarkt macht es auch Spass!

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30800 - 13. Februar 2014 - 21:01 #

Ich muss dann immer bei voller Beleuchtung und runtergepegelten Ton spielen. Das ist bestimmt nicht im Sinne des Erfinders. Bis jetzt habe ich wohl noch kein Horrorspiel durchgespielt.

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64879 - 13. Februar 2014 - 21:06 #

Aber es gibt ein Smartphone!

COFzDeep 19 Megatalent - P - 14531 - 13. Februar 2014 - 21:41 #

Toll geschrieben, aber ich muss auch sagen dass mir das Spielprinzip vertraut ist. Aber hey, für den Preis kann man sicher nix falsch machen, auch wenn es "nur" ein Klon ist.
Der zweite Absatz müsste nochmal überarbeitet werden, da steht nämlich dass der rechte Stick sowohl zum Umschauen als auch zum Bewegen benutzt wird - eines von beiden wird wohl mt dem linken gemacht. Da ich nicht weiß, was von beiden, kann ich es leider nicht selbst korrigieren...

Hal Fischer 17 Shapeshifter - - 7093 - 14. Februar 2014 - 6:41 #

Ein ähnliches, per Indiegogo finanziertes Spiel kommt demnächst fürn Pc : Dreadout. Die Demo sollte noch auf der HP der Entwickler verfügbar sein. Allerdings spielt sich Dreadout aufgrund der 3. Perspektive wirklich wie Fatal Frame mit Smartphone. - das mir das Herz bei einiges Jumpscares neinahe stehenblieb inklusive.

Sciron 19 Megatalent - P - 15780 - 14. Februar 2014 - 9:43 #

Das fällt doch genau in mein Beuteschema. Schau ich mir sicher mal an.

Vampiro 21 Motivator - P - 30538 - 14. Februar 2014 - 14:04 #

Sehr geiler Check, da lief es mir beim Lesen kalt den Rücken runter :-D

Beim Einstieg habe ich kurz überlegt, ob es nicht doch ein Elder Scrolls-Spiel ist ;-D Für 0,95 werde ich wohl mal zuschlagen. Habe Spiele dieser Art auch noch nicht gespielt.

Michl Popichl 24 Trolljäger - 50611 - 16. Februar 2014 - 18:27 #

wieso gibt's noch keinen steckbrief digger ???

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64879 - 16. Februar 2014 - 21:25 #

Jetzt wo du es sagst. Der scheint komplett vergessen wordrn zu sein. Wer mag?

Michl Popichl 24 Trolljäger - 50611 - 17. Februar 2014 - 15:58 #

frag doch mal die jungspunde :-)

Maverick 30 Pro-Gamer - - 167082 - 17. Februar 2014 - 8:43 #

Schöner Check, danke !

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64879 - 17. Februar 2014 - 11:42 #

Gerne, danke!

Maverick 30 Pro-Gamer - - 167082 - 17. Februar 2014 - 12:43 #

Eine Frage hätte ich noch: Wieviel Stunden Spielzeit bietet das Spiel circa ?

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64879 - 17. Februar 2014 - 12:59 #

Naja, so 5-6 würd ich mal sagen. Eventuell n Stündchen länger, wenn du öfters stirbst.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 167082 - 18. Februar 2014 - 0:51 #

Ok, also so ungefähr wie bei Outlast. Danke. :)

Old Lion 25 Platin-Gamer - P - 64879 - 18. Februar 2014 - 8:09 #

Ja, für n Taler ist das für n Gruselabend in Ordnung.

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