WoW: Nutzungsbedingungen teilweise unzulässig

PC
Bild von Old Lion
Old Lion 65741 EXP - 26 Spiele-Kenner,R10,C10,A10,J10
Platin-Gamer: Hat den sehr hohen GamersGlobal-Rang 25 erreichtNews-Redaktion: Hat von der Redaktion weitere Rechte für das News-Redigieren erhaltenDieser User unterstützt GG seit einem Jahr mit einem Abonnement.Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!Gold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtGold-Cutter: Hat 100 Videos gepostetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertDebattierer: Hat 5000 EXP durch Comments erhaltenIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Jäger: Hat Stufe 10 der Jäger-Klasse erreichtSilber-Archivar: Hat Stufe 10 der Archivar-Klasse erreicht

19. Februar 2014 - 17:50 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
World of Warcraft ab 11,59 € bei Amazon.de kaufen.

Nachdem das Landgericht Berlin einer Klage der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) stattgegeben hatte, kam nun heraus, dass insgesamt neun Klauseln in den Nutzungsbedingungen von World of Warcraft nicht dem deutschen Recht entsprechen.

Kurz zuvor hatte die Verbraucherzentrale der europäischen Abteilung von Blizzard Entertainment unzulässige Methoden vorgeworfen, die daraufhin umgehend begannen, ihre Nutzungsbedingungen zu ändern. Das Urteil (Az.: 15 O 300/12) ist noch nicht rechtskräftig, trotzdem reagierte Blizzard schon auf die entscheidenden Punkte. So darf ab sofort nicht mehr mit einer Kontolöschung oder Stilllegung des Spieler-Accounts gedroht werden, sollte eine Kreditkartenbuchung, eine Lastschrift oder gar ein Buchungsfehler der Grund für die Nichtbezahlung des Abos sein.

Auch das vorzeitige Kündigungsrecht, das Blizzard derzeit noch freiwillig einräumt, sollte WoW mindestens 72 Stunden am Stück nicht funktionieren, muss gekippt werden. Besonders drastisch empfand der vzbv, dass Blizzard sich vorbehält "sämtliche in dieser Vereinbarung enthaltenen Regeln und Bedingungen zu modifizieren, zu erweitern, auszutauschen oder zu löschen." Darunter fallen auch Abo-Gebühren, die bisher im Prinzip nach Belieben geändert werden durften, solange sie zur Verbesserung des Spielerlebnisses entscheidend beitrugen. Zur Zustimmung reichte es aus, dass die Spieler sich einfach wieder einloggten und weiterspielten. Auch diese Option wurde nun angepasst, so dass ihr umfassend informiert werdet und explizit zustimmen müsst, sollte sich eine Anpassung ergeben.

Henke 15 Kenner - 3636 - 19. Februar 2014 - 17:58 #

Aber erst unzulässig, nachdem(!) sich ein Gericht mit der schwierigen Materie auseinandergesetzt hat. In punkto AGB's wird es wohl nie eine wirklich eindeutige Rechtssprechung geben...

Makariel 19 Megatalent - P - 13636 - 19. Februar 2014 - 18:04 #

Ich dachte AGB sind in der EU ohnehin nicht gültig, da solchen Bedingungen zugestimmt werden müsste (und diese ergo leicht lesbar und verständlich zu sehen sein müssen) bevor man das Produkt kauft bzw. öffnet?

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22546 - 19. Februar 2014 - 19:08 #

Du kannst eigentlich das Produkt zum Händler zurückbringen wenn du die AGBs nicht akzeptierst.

Bei der Installation des WoW Clients musst du den AGBs das erste mal zustimmen um den CLient zu Installieren, nachdem Einloggen nickst du auch 3 AGB Dokumente ab.

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22546 - 19. Februar 2014 - 19:09 #

Das liegt glaub ich daran, das es sich hier um Zivilrecht handelt. Der Staat wird da nicht aktiv. Es gilt hier der Grundsatz wo kein Kläger da kein Richter - statt den VZB hätte aber auch Karlchen Klammer klagen können.

Deep Thought 15 Kenner - 3159 - 19. Februar 2014 - 19:27 #

Ähhm, so einfach ist das für Karlchen Klammer nicht. Denn grds. besteht ja erst einmal kein Kontrahierungszwang mit Blizzard, so dass rechtswidrige AGBs als solche keine zur Klage berechtigende Beschwer für diesen darstellen. Vielmehr muss dann erst einmal ein Fall auftreten, bei dem ein Nutzer durch Anwendung der AGBs vermeindlich in seinen Rechten verletzt worden ist. Etwa, dass ihm tatsächlich der Account gefreezt wurde, weil eine Zahlung geplatzt ist.

Allein bestimmte Verbraucherschutzverbände können die grundsätzliche rechtliche Überprüfung von vorformulierten Vertragsinhalten einleiten, falls Verbraucherschutzinteressen bedroht sein könnten. Die haben tatsächlich so etwas wie eine rechtliche Sonderstellung. Nicht staatlich, aber mit umfassenderen Rechten als Privatnutzer. § 22 AGBG

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22546 - 19. Februar 2014 - 19:35 #

Danke für die Aufklärung im speziellen Fall.
Ich wollte mit meinem Comment auch primär darauf hinaus, das hier eben der Staat nicht von sich aus Eingreift - denoch sehr Umfangreich und durchaus mit interessanten/neuen Details für mich, danke dafür

Deep Thought 15 Kenner - 3159 - 19. Februar 2014 - 19:40 #

Dachte ich mir schon, dass das Dein Hauptaugenmerk war. Und nichts zu danken ;)

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4712 - 19. Februar 2014 - 18:03 #

Schön, dass die Dinger wenigstens einer liest :)

bsinned 17 Shapeshifter - 6867 - 19. Februar 2014 - 18:22 #

Sag nicht sowas.
Als ich mit WoW damals angefangen hab, hatte ich grad seit 2 Tagen INet und wollte absolut nix falsch machen...

Novachen 18 Doppel-Voter - 12847 - 19. Februar 2014 - 18:45 #

Und ich dachte auf dieser Seite geht es um News ;).

Ich glaube die Liste an internationalen Internetdiensten mit gültigen Bedingungen ist sicherlich kürzer als die mit den unzulässigen :D.

PatStone99 15 Kenner - 3686 - 19. Februar 2014 - 19:24 #

99% aller Blizzard-Kunden scrollen doch eh nur schnell die AGB nach unten durch, um endlich ins Spiel zu gelangen ;)

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 33549 - 19. Februar 2014 - 19:34 #

Ich glaube nicht das das nur bei Blizzard Kunden so ist.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8073 - 19. Februar 2014 - 20:28 #

"99% aller Kunden scrollen doch eh nur schnell die AGB nach unten durch, um endlich ins Spiel zu gelangen ;)"

Hab das mal für dich korrigiert.

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22546 - 19. Februar 2014 - 20:39 #

is doch auch bei Software so - Micrsoft Produkt Installation:

Weiter -> Weiter -> Ich akzeptiere die AGBs -> Installieren

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11252 - 19. Februar 2014 - 21:03 #

Wer Software installiert, hat selten Lust und Zeit mal eben ein halbes Buch zu lesen.^^

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 19. Februar 2014 - 21:36 #

Wenn es denn einmalig ein halbes Buch wäre. Dummerweise fällt das bei jeder Software, jeder Registrierung und jedem Vertrag und jeder Änderung immer wieder an. Würde man alle dieser Dinger gewissenhaft und genau lesen (und verstehen), dann wäre man damit vermutlich vollzeit beschäftigt ...

Henke 15 Kenner - 3636 - 20. Februar 2014 - 0:07 #

Ganz ehrlich: Würde ich mir irgendeine AGB gewissenhaft durchlesen, wäre mein Hass auf den Hersteller/Publisher wahrscheinlich so groß, ich würde sämtliche Internetleitungen kappen und mich mit einem Stapel alter Module und meinem NES irgendwo verkriechen...

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 20. Februar 2014 - 0:38 #

Das ist dabei eine häufige Nebenwirkung, ja :D Meist gefolgt von Resignation.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8073 - 20. Februar 2014 - 0:49 #

Dazu noch das Problem, wenn deine Software nur Online funktioniert. Die ändern nun deine AGB's, du akzeptierst sie nicht - weil du mal die Zeit hattest sie zu lesen - und dein Spielfortschritt bzw. dein ganzes Spiel funktioniert nicht mehr.

Das ist so als wenn du vom Vermieter die Mitteilung bekommst, ab dem nächsten 15ten ist Kochen nur noch von 1-2 Uhr morgens erlaubt, falls das nicht akzeptiert wird folgt am 16ten automatisch die Zwangsräumung.

Ich nenn das mal Digitale Erpressung.

was is hier los^^ (unregistriert) 20. Februar 2014 - 10:33 #

So einfach ist das aber auch wieder nicht, die AGB's kann man nicht machen wie man will, auf jeden Fall im deutschen Recht nicht, denn es gibt Richtlinien. Da sie dieses Spiel auch gezielt im deutschen Raum anbieten, müssten auch deutsche Richtlinien für die AGB's gelten.

Deep Thought 15 Kenner - 3159 - 21. Februar 2014 - 3:31 #

AGB unterliegen zunächst einmal keinen Richtlinien. Wir haben in Deutschland Vertragsfreiheit. D.h. bei jedem Vertragsschluss entscheiden die entsprechenden Parteien, was Vertragsinhalt werden soll. So gesehen können die AGB so rechtswidrig sein, wie sie wollen, sie werden erst einmal Vertragsbestandteil. Es obliegt im Streitfall der belasteten Vertragspartei dann darzulegen, warum dieser Vertragsbestandteil keine Anwendung finden soll. Du musst Dir also im Zweifel das Recht in einem Zivilprozess erst einmal erstreiten.

Wenn Verbraucherschutzinteressen betroffen sind, können (nicht müssen) da auch Verbraucherschutzverbände einspringen und eine generelle Überprüfung anstoßen. Aber eben nur in diesem Fall.

Dennoch ist es natürlich nicht im Interesse von Unternehmen, grob einseitige AGB zu Lasten des Kunden zu verwenden. Sollte eine Überprüfung ergeben, dass Teile nicht rechtmäßig sind, werden diese ersatzlos gestrichen. Der Gestaltungsspielraum wird also komplett entfernt und nicht etwa auf das rechtlich zulässige Maß gestutzt. Somit könnten sie am Ende schlechter dastehen, als wenn sie von Anfang an gleich fairere AGB benutzt hätten. Das Ganze ist also mehr eine Gratwanderung. Vor dreisten AGB schützen tut Dich aber erst einmal keiner.

Andi Amo Extern (unregistriert) 20. Februar 2014 - 12:03 #

Kann ich denn mein Geld zurück verlangen wenn ich mit den AGB's bei Spielen nicht einverstanden bin?

Eigentlich sollten die AGB's vor einem Kauf einsehbar sein und nicht erst bei der Installation. Oder gibt's sowas?

Larnak 21 Motivator - P - 25775 - 20. Februar 2014 - 14:24 #

Wenn du nach dem Kauf feststellst, dass du die Bedingungen nicht akzeptieren kannst/ willst (und sie vorher nicht vorgelegt bekommen hast), dann ja.

Deep Thought 15 Kenner - 3159 - 20. Februar 2014 - 20:18 #

Ob Du Dein Geld zurück verlangen kannst, lässt sich nur mit einem klaren "Jaein" beantworten :)

Das hängt von vielen Einzelumständen ab, nicht zuletzt von Deiner Hartnäckigkeit und Deinem Stehvermögen ;)

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)