eShop-Check: Unepic
Teil der Exklusiv-Serie eShop-Check

PC WiiU
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30. Januar 2014 - 23:23 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
Jeden Donnerstag stellen wir euch ein interessantes eShop-Spiel (WiiU, 3DS oder Virtual Console) vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Um diese Rubrik kümmern sich unsere User CptnKewl und mrkhfloppy

Weil Nintendo sich (noch) ziert, die Metroid-Saga weiterzuführen, und der Belmont-Clan mittlerweile andere Plattformen bevorzugt, ist es momentan an Unepic, das Erbe der Metroidvanias auf der WiiU anzutreten. Das Ein-Mann-Projekt von Francisco Téllez de Meneses erscheint anderhalb Jahre nach der PC-Version auch für Nintendo WiiU – im heutigen eShop-Check prüfen wir, ob der Indie-Titel an die geistigen Vorbilder heranreicht.
Das Schloss ist gut bewacht, eure Axt groß. Der Frosch-Ballon begleitet euch.

Ein Nerd im Wunderland
Der Name von Unepic lässt bereits vermuten, dass der Titel sich nicht allzu ernst nimmt. Daniel, Protagonist und Held wider Willens, verbringt den Abend mit seinen Freunden bei einem klassischen Pen-und-Paper-Rollenspiel und will nur kurz das stille Örtchen aufsuchen als das Schicksal seinen Lauf nimmt: Das Licht geht aus. 

Im Lichtkegel des Feuerzeugs erkennt ihr schnell, dass ihr euch nicht mehr im heimischen Bad, sondern in einer Art Verlies befindet. Euer Charakter bleibt von diesem Umstand und der anschließenden Begegnung mit einem Geist unbeeindruckt. Dessen Versuch, eure Seele zu ergreifen, schlägt zum Glück fehl, aber fortan ist er an euren Körper gebunden. Erneut arrangiert sich Daniel äußerst schnell mit der neuen Situation und tauft seinen unliebsamen Mitbewohner auf den Namen Zeratul – der bekannte Protoss aus Starcraft lässt grüßen. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt Zeratul die Rolle des Reiseführers und erklärt euch die Zusammenhänge der Spielwelt. Weil der Geist die Freiheit nur durch das Ableben eures Alter Egos wiedererlangen kann, sind amüsante Dialoge vorprogrammiert: Nicht immer hat er euren Vorteil im Sinn.
 
Schnell findet ihr das erste Schwert, und auch die ersten Fledermäuse, Schlangen, Würmer und Ritter lassen nicht lange auf sich warten. Diese hinterlassen euch Gold, Energie und Items. Zudem plündert ihr Schatztruhen, Regale und Geheimverstecke für die Suche nach neuen, möglicherweise magischen Gegenständen. Euer Inventar ist bald gefüllt mit Schriftrollen, Ringen und Waffen aller Couleur – jetzt greift der Rollenspiel- und Sammelaspekt von Unepic. Überschüssiges wird beim nächsten Händler versetzt und in bessere Ausrüstung, Reparaturarbeiten oder Zutaten für Tränke investiert. Habt ihr die entsprechenden Rezepte erlernt, braut ihr am Feuer eigene Gift- und Heiltränke. 
Eure Beute könt ihr bei den Händlern Ubuntu und Fedora verkaufen. Passt aber auf: Das Spiel pausiert nicht, wenn ihr im Inventar seid.

Der Pudel des Grauens
Habt ihr genug Erfahrungspunkte durch Aktionen im Spiel gesammelt, steigt ihr im Rang auf und könnt fünf Fertigkeitspunkte verteilen. Ganz klassisch verbessert ihr so eure magischen Kräfte, Widerstände und die Zahl der Lebenspunkte. Außerdem könnt ihr Waffenkategorien wie Axt und Bogen, aber auch elementare Angriffszauber in ihrer Effektivität verbessern. Neue Fähigkeiten lernt ihr durch den Levelaufstieg nicht, dafür müsst ihr Bücher lesen und Quests absolvieren. Weil manche Abschnitte verstärkt auf ein bestimmtes Talent ausgelegt sind, solltet ihr immer ein paar Punkte in Reserve behalten. 

Habt ihr die ersten Monsterhorden und Räume bewältigt, stoßt ihr auf Meister Jogurt, dessen Äußeres und Grammatik frappierend an einen kleinen grünen Jedi-Meister erinnern. In seiner Funktion als Orakel offenbart er euch das wahre Schicksal des Protagonisten: Ihr sollt Harnakon, den dunklen Herrscher des Verlieses, töten, und müsst dafür zunächst dessen Wächter überwinden. Diese und weitere Nebenmissionen werden euch in unvertonten Dialogen präsentiert. Der Humor und die unzähligen Referenzen auf Spiele, Filme und Betriebssysteme entschädigen fürs Lesen, auch wenn nicht jede Pointe zündet. Neben den typischen Sammelaufgaben bietet Unepic allerhand Skurriles: Damit euch etwa das Orakel hilft, müsst ihr dessen Bücherregale entstauben und für das Seelenheil eines kleinen Oger-Mädchens ihren Teddy vor dem Pudel des Grauens retten.
 
Ein Schloss zum Ruhme der Belmonts
Das anfängliche Verlies erweist sich als riesiges Schloss im Metroidvania-Stil. Peu à peu entreißt ihr den sieben Bossgegnern ihre Schlüssel und schaltet neue Areale frei, die über eine Schnellreisefunktion verbunden sind. Die richtige Taktik vorausgesetzt, sollten euch die Bosskämpfe vor keine großen Probleme stellen. Ihr betrachtet das Geschehen klassisch von der Seite, auf moderne 2.5D-Spielerein verzichtet der Titel komplett. Euer Weg führt in alte Minenschächte, hinab in die stinkende Kanalisation und durch zahlreichen Gänge, Bibliotheken und Kerker.

Jeder Spielabschnitt ist zunächst in völlige Dunkelheit gehüllt, aber Fackel für Fackel taucht ihr die Szenerie in ein schummrig-schönes Licht. Sind alle Lichtquellen eines Raumes entzündet, bleibt dieser auch nach dem Neustart oder Bildschirmtod erleuchtet. Für bereits erledigte Gegner gilt das Prinzip aber nicht: Sobald euer Speicherstand neu geladen wird, bevölkern sie erneut die Korridore der alten Gemäuer.
Der Wurm Dynidon ist der erste von sieben großen Wächtern, die ihr auf dem Weg zum finalen Kampf besiegen müsst. Stets gilt es, die richtige Taktik zu finden.
 
In der Küche brodeln Kessel, die Bibliothek ist mit Spinnweben behangen und das dreckige Wasser in der Kloake schimmert unheilvoll. Auf den ersten Blick wirkt die Grafik stimmig, aber schnell bemerkt ihr die geringe Auflösung der Figuren und die generelle Detailarmut. Auch die Animationen eures Charakters erinnern zum Teil an einen Hampelmann. Aufgrund der stark herausgezoomten Perspektive fallen diese Punkte aber wenig ins Gewicht. Im Gegenteil: Wir mussten im Test nah an den Bildschirm heranrücken, um die kleinen Details und Bildschirmtexte erkennen zu können. Ein Patch mit einer weiteren Zoomstufe soll dem bald Abhilfe schaffen.

Die musikalische Untermalung ist schlicht, aber passend. Kriegerische Trommelpassagen und düstere Ambientstücke unterstreichen den düsteren Charakter des Schlosses. Die Soundeffekte kommen aber etwas dünn daher, das Gefühl, mit einer Axt Goblins zu spalten, will sich akustisch nicht so recht einstellen.

 
Sinnvoller Einsatz des WiiU-Gamepads
Das komplette Spiel kann auf das Gamepad verlagert werden. Weil die Kamera dann näher ans Geschehen zoomt, ist diese Variante bis zum ersten Patch eine empfehlenswerte Alternative zum TV-Gerät. Auch bietet dieser Modus bereits die zusätzliche Zoomstufe. Ansonsten könnt ihr auf dem zweiten Display zum Beispiel euer Inventar verwalten, die Talentpunkte verteilen und Statistiken einsehen. Mit dem Stylus klappt die Eingabe sehr gut, für die Finger sind die Bedienelemente aber meist zu klein gewählt – man merkt dem Spiel seine PC-Herkunft an.

Gut gelöst ist die Schnellauswahl für maximal zwölf Gegenstände, indem ihr diesen jeweils eine Kombination aus Schulter- und Aktionstaste zuweist. Somit könnt ihr auch im Gamepad-only-Modus schnell auf die wichtigsten Utensilien zugreifen. Die praktische Übersichtskarte kann leider nicht auf dem Zweitbildschirm angezeigt werden
Auf dem Gamepad seid ihr näher am Geschehen, aber die Übersicht leidet darunter. Zudem fallen die grafischen Defizite der Figuren auf. 
Fazit
Unepic ist ein Rollenspiel der alten Schule und spricht die Urinstinkte des Genre-Freunds an. Es gibt viel zu entdecken und der nächste Levelaufstieg motiviert stets zum Weiterspielen. Auch wenn die 2D-Grafik mit Details geizt, schafft die Beleuchtung in Verbindung mit der Hintergrundmusik eine atmosphärische, düstere Spielwelt. Neben den Bosskämpfen bereichern die zahlreichen Anspielungen und pointierten Dialoge das Erlebnis. Nur die etwas ungenaue Steuerung, die PC-lastige Benutzeroberfläche sowie die teils langen Laufwege trüben den Spielspass. Das Niveau der Vorlagen kann Unepic nicht halten, bietet aber dennoch gute Unterhaltung. Genre-Fans dürfen bedenkenlos zugreifen.
  • 2D-Action-Rollenspiel
  • Solospiel
  • Gamepad-only-Unterstützung
  • Für Fortgeschrittene
  • Erhältlich seit 23.1.2014: 9,99 Euro
  • In einem Satz: Klon der Metroidvanias alter Schule mit vielen Popkultur-Referenzen.

Video:

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7624 - 30. Januar 2014 - 23:34 #

Hab mit dem Spiel viel Spaß gehabt :)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 346469 - 30. Januar 2014 - 23:37 #

Sehr schöner Check!

keimschleim 15 Kenner - 3099 - 31. Januar 2014 - 0:32 #

Gerade bei GOG für 2,49 $.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 246968 - 31. Januar 2014 - 1:38 #

2 Kudos für den Check. :)

Wulle Wurst (unregistriert) 31. Januar 2014 - 2:11 #

Was ist denn bitte ein "Klon der Metroidvanias"?
Meines Wissens nach gibt es keine Spielereihe namens Metroidvania.

Der Begriff bezeichnet das Genre, dass bereits die Klone selbst beinhaltet.

Bitte etwas mehr sprachliche Präzision!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 346469 - 31. Januar 2014 - 10:42 #

Und du glaubst, nur eine offizielle Spielereihe könne geklont werden, und nicht ein bekanntes Subgenre? Bitte etwas mehr Transferleistung!

McGressive 19 Megatalent - 14000 - 31. Januar 2014 - 12:25 #

Und wie unterscheidet sich ein "Klon der Metroidvanias" von einem 'herkömmlichen' Vertreter des Metroidvania Subgenres..?
So ganz unberechtigt war der Einwand mMn nämlich nicht ;)

BTT: Schöner Check! Als großer Fan der Metroidvanias(-Klone? ;P) sind solche Titel immer interessant für mich. Aktuell bin ich ganz hin und weg von dem großartigen Guacamelee! Einer der besten Vertreter dieser Art :)

Faerwynn 17 Shapeshifter - P - 7624 - 31. Januar 2014 - 16:44 #

Hm, guter Punkt. Ein Vertreter eines Genres kann dieses nicht klonen, sondern ist durch Übereinstimmung mit den entsprechenden Merkmalen eben einfach nur ein Vertreter davon. Next on gamersglobal: Grundkurs Taxonomie der Computerspiele :)

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