User-Meinung: Frontal 21 - Versuch einer Analyse

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6. August 2009 - 13:52 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
Drohende „Killerspiel“-Verbote, Gleichsetzungen mit Kriminellen, undifferenzierte und tendenziöse Berichterstattung in den Leitmedien ‑ machen wir uns nichts vor, das Image der Gamer könnte besser sein. Warum ist das so? Dieser Artikel ist ein Versuch, anhand des kürzlich ausgestrahlten Frontal-21-Beitrags eine Analyse vorzunehmen, um eine mögliche Begründung zu finden - sowohl für die teilweise unerträgliche Behandlung der Gamer in den Massenmedien, als auch für die öffentliche Meinung, die damit eng zusammenhängt. Abschließend wird ein Ausblick gewagt, was in Zukunft getan werden kann, um vielleicht die Massenmedien zu einem sachlicheren Umgang mit unserem Hobby zu bewegen.
 
Der Beitrag bei Frontal 21 am 04.08.2009 - meine Gedanken dazu
Jörg ist in seinem Kommentar ja bereits dezidiert auf die einzelnen Punkte eingegangen, die er dem Frontal-Team vorwirft. Das soll an dieser Stelle nicht noch einmal durchgekaut werden. Vielmehr soll versucht werden, eine Erklärung zu finden, weshalb der Bericht so ausgefallen ist, wie das nun mal der Fall war. Deshalb werden nur einige Aspekte des Frontal-21-Berichts noch einmal beleuchtet.
 
  • Da ist zum einen die reißerische Sprache des Beitrags und der Anmoderation:
„Bis zu 18 Stunden am Tag gefangen in Chats, bei Youtube, auf Sex-Seiten“
„Computerspiele bis zum Abwinken. Drei Tage und drei Nächte lang auf der Games Convention in Leipzig.“
„Viele spielen wochen-, monate-, jahrelang wie ferngesteuert.“
„World of Warcraft statt Abitur. Freundin weg. Die Eltern abgemeldet. Hartz IV.“
  • Zum anderen gibt es eine offensichtliche Diskrepanz zwischen dem Inhalt der Anmoderation und dem des Beitrags.
Die reißerische Sprache erinnert an die Diktion von Boulevardzeitungen. Es ist zu vermuten, dass damit verhindert werden soll, dass der Zuschauer gelangweilt ist und das Programm wechselt. Eine sachliche Auseinandersetzung mit einem Thema, die alle relevanten Aspekte beleuchtet, findet in den großen Fernsehsendern (zumindest im Abendprogramm zu dieser Zeit) in der Regel nicht statt ‑ meistens werden dem Zuschauer nur Fragmente serviert, die dann mehr oder weniger schlüssig verknüpft werden. Ist der Zuschauer nicht Fachmann auf einem bestimmten Gebiet, merkt er meist nicht, dass ihm oft nur Scheinzusammenhänge verkauft werden. Den Reportern scheint es wichtiger zu sein, die Beiträge in einer fesselnden Sprache und ‑ ihrer Meinung nach ‑ überzeugend zu präsentieren, als dem Zuschauer eine differenzierte Auseinandersetzung mit einem Thema zu ermöglichen.
 
Der Einfachheit halber wird angenommen, dass Beitrag und Anmoderation aus der Feder desselben Autors stammen und dass die Moderatorin sich mit dem Thema nicht besonders intensiv auseinandergesetzt hat - zumindest nicht mehr, als zum glaubwürdigen Ablesen eines Teasers erforderlich ist. Von daher ist vermutlich die Diskrepanz zwischen der Anmoderation und dem Beitrag (Online-Sucht / Computerspiele) etwas, das auf den Autoren bzw. die verantwortliche Redaktion zurückzuführen ist. Ob es sich hierbei um eine kalkulierte Diskrepanz oder um eine bewusste Irreführung handelt, soll später noch diskutiert werden.
 
Es bleibt festzuhalten, dass der Autor (oder die Redaktion) anscheinend kein Interesse daran hat, das Thema auf eine sachliche Art und Weise zu behandeln. Dies bestätigt auch die Analyse der Bildabfolge ‑ eine Szene zeigt einen Shooter, die nächste ein paar Teenies, die vor dem Bildschirm sitzen ‑ der Versuch, die Bilder dem Sinn entsprechend und passend zum Text zu arrangieren, wurde hier gar nicht unternommen. Das ist aber ein Phänomen, das im Fernsehen häufig zu beobachten ist und anscheinend zum „guten Ton“ zu gehören scheint. An dieser Stelle sei nur kurz auf das Buch „Stroh im Kopf“ von Vera F. Birkenbihl hingewiesen, die darauf aufmerksam macht, dass der Rezipient (in diesem Fall der Fernsehzuschauer) durch solche ungünstigen Bild-Ton-Kombinationen oft etwas völlig anderes in Erinnerung behält als dies möglicherweise ursprünglich beabsichtigt war.
 
Von daher gibt es mehrere Möglichkeiten, wie die unsachliche und tendenziöse Aufmachung des Frontal-21-Beitrags begründet werden könnte: entweder bewusste Irreführung, um den Zuschauern ein bestimmtes Bild zu vermitteln ‑ oder schlicht schlampiger Journalismus, der dem eigenen Unvermögen, Unlust, Zeitdruck oder mittlerweile etablierten Standards im TV-Geschäft geschuldet ist ‑ oder einer Kombination aus allem.
 
Das Bild der Gamer in der Öffentlichkeit
Fest steht, dass Konsumenten von Videospielen keinen guten Leumund haben und die Massenmedien wie das Fernsehen und die Boulevardzeitungen wenig dazu beitragen, dieses Bild zu verbessern. Man kann über diesen Umstand klagen, aber um etwas daran zu ändern, muss man zunächst versuchen, herauszufinden, was die Gründe dafür sein könnten.
 
Dass die Anmoderation und der eigentliche Beitrag inhaltlich wenig miteinander zu tun hatten, ist bereits angesprochen worden. Ich behaupte: die Verantwortlichen haben diesen Unterschied gar nicht bemerkt, da sie eine diffuse Wahrnehmung des Themas haben, in der sich vieles vermischt. Onlinespiele, Sex-Seiten, World of Warcraft, Killerspiele - in den Augen der „älteren“ Generation gehört das alles zusammen, und die „ältere“ Generation ist nun mal die Hauptzielgruppe des ZDF. Auch die Boulevardzeitungen werden vornehmlich von Personengruppen gekauft, die mit den Gamern eine relativ geringe Schnittmenge haben. Bei diesen Personengruppen ist, vermutlich, die Wahrnehmung der „neuen Medien“ (hierzu können auch Onlinespiele gezählt werden, da sie das Internet als Infrastruktur erfordern und einige Überschneidungen mit sozialen Netzwerken aufweisen) vergleichbar mit der, die die Redaktion von Frontal 21 hat ‑ man kennt sich nicht richtig aus, hat aber schon mal was davon gehört und sich seine Meinung gebildet.
 
Die Berichterstattung in den Massenmedien und die öffentliche Meinung stehen in einer Wechselwirkung zueinander. Am Beispiel des ZDF lässt sich das gut aufzeigen: Das ZDF, das nachweislich ältere Zuschauer als Hauptzielgruppe hat, hält offensichtlich seine Zuschauer nicht für „reif“ genug, um in das Thema tiefer einzusteigen. Eine oberflächliche Berichterstattung wie bei Frontal 21 reicht anscheinend aus, um dem Informationsauftrag ‑ wie der Sender diesen begreift ‑ gerecht zu werden. Somit wird das diffuse Bild, das die Redakteure von der Thematik haben, an die Zuschauer weitergegeben und der eher negativ besetzte Eindruck verfestigt sich. Hierdurch werden die Zuschauer eher abgeschreckt, als sich für das Thema zu interessieren ‑ und warum sollte man auch eigene Nachforschungen anstellen, wenn man sich schon aufgrund der TV-Berichterstattung ein Bild gemacht hat. Schließlich wissen die Redakteure ja besser Bescheid als man selbst. Durch dieses negative Image, mit dem die videospielende Zunft in den Massenmedien dargestellt wird, wird die öffentliche Meinung beeinflusst ‑ und die führt letztlich wieder zu einer Berichterstattung in einer Form, wie diese die Öffentlichkeit bzw. die Zielgruppe wünscht / versteht, die also auf die Zielgruppe zugeschnitten ist. Und das Ganze geht wieder von vorne los.
 
Das diffuse Bild, das von den Medien transportiert wird, ist leider auch eines, das sich anscheinend in den Köpfen der Politiker festgesetzt hat. Anders sind Verbotsforderungen für Killerspiele und der Ruf nach Internetsperren kaum zu erklären ‑ denn hätte man sich einmal fundiert damit auseinandergesetzt, würde man feststellen, dass diese Maßnahmen unverhältnismäßig, teilweise sogar unwirksam (Internetsperren) sind und kaum geeignet, das ausgerufene Ziel zu erreichen.
 
Möglicherweise wäre die Unterstützung für Internetsperren in der Bevölkerung geringer, wenn umfassender und besser über das Thema aufgeklärt werden würde. Vielleicht wäre auch das Image der Gamer ein besseres, wenn eine differenzierte Berichterstattung in den Medien stattfinden würde. Gemeinsam haben beide Themen, dass es sich vornehmlich um Belange von Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen handelt, von denen in der öffentlichen Wahrnehmung ein verschwommenes Bild zu existieren scheint ‑ die Massenmedien tragen ihren Teil dazu bei. Solange sich dieses Bild nicht in ein schärferes verwandelt, wird auch die Berichterstattung in den meisten Fällen nicht besser werden, da es für die Massenmedien anscheinend ausreichend ist, die Erwartungen ihrer Konsumenten zu befriedigen anstatt diese mit neuen Erkenntnissen zu überfordern.
 
Es sollte dennoch das Ziel sein, in den Massenmedien eine differenziertere Berichterstattung ‑ unter Anderem über das Gaming, aber auch über das Internet und die „neuen Medien“ im Allgemeinen ‑ zu erreichen, um irgendwann einmal sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Politikern eine sachlichere Herangehensweise an diese Themen zu bewirken. Vielleicht führt das ja dann auch dazu, dass sich das Image der Gamer verbessert.
 
Was kann getan werden? 
Wie bereits dargelegt, ist meine These, dass die Darstellung in den Massenmedien zu einem guten Teil aus der öffentlichen Wahrnehmung des Themas herrührt bzw. sich beides gegenseitig bedingt. Weiterhin kann dieser Teufelskreis nur dann beeinflusst werden, wenn in den Medien eine differenzierte Berichterstattung stattfindet. Solange die Medien ein Thema tendenziell eher negativ darstellen, wird sich auch die Wahrnehmung dieses Themas in der Öffentlichkeit nicht zum Positiven entwickeln. Wie kann also erreicht werden, dass sich Redakteure sachlicher mit der Thematik auseinandersetzen, so dass Beiträge wie der vom 04.08.2009 in Zukunft weniger werden und der Zuschauer besser informiert wird?
 
Zum einen müssen die Redakteure der gaming-fremden Medien mit besseren Informationen ausgestattet werden. Wer nicht aus der Szene ist, der verfügt vermutlich über wenig Material, um einen Beitrag für das Fernsehen zusammenzustellen. Also muss mehr oder weniger gewissenhaft recherchiert werden. Je nachdem, wie gründlich diese Recherchen durchgeführt werden und wer zu den einzelnen Themen befragt wird, kommen dann die entsprechenden Reportagen zustande. Würde man die Reporter gezielt mit Informationen ausstatten, die über die Inhalte der eigentlichen Spiele hinausgehen, wären evtl. weniger, mitunter zweifelhafte, Recherchen erforderlich und die Qualität der Reportagen würde hoffentlich steigen. Auch Image-Kampagnen könnten hierbei hilfreich sein, in denen z.B. gezielt die soziale Komponente von Online-Spielen herausgestellt wird und Halbwahrheiten wie z.B. „3 - 7% sind onlinesüchtig“ entkräftet werden. Vielleicht könnten ja auch die Personen, die die Spiele konsumieren, stärker in den Mittelpunkt gerückt werden ‑ wenn erst einmal klar ist, dass nicht nur 15-jährige Freaks, sondern auch über 30-jährige Familienväter „Killerspiele“ spielen, würde das vielleicht auch zu einer differenzierteren Wahrnehmung des Themas bei den Journalisten führen.
 
Zum anderen sollte dringend einmal Gegenwehr gegen eine solche Berichterstattung stattfinden. Und ich meine jetzt nicht die Kommentare auf den Spielewebsites und in den Spielezeitschriften ‑ das lesen die Frontal-21-Redakteure nicht und wenn doch, werden sie davon ausgehen, dass die Verfasser ohnehin befangen sind. Wütende Postings in Spezialforen bringen ebenfalls nichts, da diese eine noch geringere Öffentlichkeitswirkung haben als Online- oder Offline-Spielezeitschriften. Nein, ein Umdenken bei den Redakteuren kann nur dann erreicht werden, wenn gezielt auf die verantwortlichen Personen (Redakteure, Intendanten usw.) zugegangen wird. Und zwar umso besser, je wichtiger derjenige ist, der das tut.
 

Falls man gerade keinen Chefredakteur einer Boulevardzeitung oder Intendanten eines Fernsehsenders in seiner Bekanntschaft hat, bleibt einem als Gamer nur die Möglichkeit, an Demonstrationen teilzunehmen oder Online-Petitionen zu zeichnen, um die Medien auf diese Weise auf das Thema aufmerksam zu machen. Überhaupt ist jede Form des Aufmerksam-Machens wichtig. So fand ich beispielsweise die Idee des parlamentarischen Spieleabends im Bayerischen Landtag gut, deswegen hätte ich mir auch gewünscht, dass noch viel mehr Bürger die „Killerspiele“-Petition unterzeichnet hätten, einfach um damit zu sagen: „Wir sind da, wir sind viele und wir sind ganz normale Menschen.“ Solange das weiter im ‑ mehr oder weniger ‑ Verborgenen stattfindet, ist zu befürchten, dass sich an der Berichterstattung und dem schlechten Image, das wir Gamer haben, vorerst nichts ändert...

 
Gamaxy 19 Megatalent - P - 13403 - 6. August 2009 - 14:55 #

Hab das jetzt einfach mal geschrieben und noch nicht online geschaltet. Vielleicht taugt es ja als Kolumne, als News wollte ich es nicht einstellen...

Tim Gross Freier Redakteur - 23836 - 6. August 2009 - 16:43 #

Ich werde den Jörg darauf aufmerksam machen

Jörg Langer Chefredakteur - P - 339959 - 6. August 2009 - 21:53 #

Wäre ein schöner USer-Artikel :-)

Hab's jetzt einfach als News mit Titel "User-Meinung" veröffentlicht und dir +20 EXP gegeben für den lange, durchdachten Text.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13403 - 6. August 2009 - 22:16 #

In meiner Auflistung erscheinen zwar nur 10, aber ist auch egal. Freut mich, dass er live geschaltet worden ist, thx :)

HardBoiled08 17 Shapeshifter - 6116 - 6. August 2009 - 22:21 #

Respekt! Da haste aber ganze Arbeit geleistet.
Ich finde das sollte zumindest als Topnews auf der Seite kommen!

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29654 - 6. August 2009 - 22:35 #

Oder als User-Artikel eingestuft werden. Irgend etwas halt, damit so ein liebevoll geschriebener und umfangreicher Artikel nicht nach wenigen Stunden wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13403 - 6. August 2009 - 22:41 #

Cool wäre natürlich auch, wenn der Beitrag eine Diskussion anstoßen würde - ich fänd's zwar schön fürs Ego, wenn mein Nickname dauerhaft ganz oben auf der Startseite erscheinen würde, aber wenn das Thema in der Diskussion noch weiterentwickelt würde und sich vielleicht ein sinnvoller Ansatz daraus ergeben würde, was man tun könnte, wäre mir das noch lieber...

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 6. August 2009 - 23:39 #

Schöner Text, dem ich auch inhaltlich voll und ganz zustimmen kann. Allein mir fehlt der Glaube, dass Redaktionen wie die von Frontal 21 überhaupt daran interessiert sind, ihre Meinung zu ändern.

Denen geht es in erster Linie darum, ihre Sendezeit zu füllen, dabei noch das Zielpublikum zu bedienen (was vielleicht mal im Radio von "diesem Internet" gehört hat) und gut ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass in den Redaktionen Leute sitzen, die ziemlich genau wissen, dass ihre Beiträge verzerrend und manipulativ sind. Aber es ist wie bei der BILD, dort arbeiten auch hervorragend qualifizierte Journalisten, nur wessen Brot ich ess, dessen Lied sing ich.

Nicht zu vergessen dieses Kuddelmuddel an Aufsichtsräten und Landesmedienanstalten, wo jeder Politiker aus den Volksparteien auch nochmal Ansprüche anmeldet.

Es ist halt der Weg des geringsten Widerstandes, zum Thema Videospiele einfach immer wieder die alten Klischees und Vorurteile zu bedienen. Ich glaube auch nicht, dass das Stammpublikum des ZDF auf eine veränderte Berichterstattung anspringen würde. Ich könnte meiner Oma stundenlang die Vorzüge von Rock n Roll erklären, sie würde es dennoch nicht nachvollziehen können und wollen.

BFBeast666 14 Komm-Experte - 2062 - 7. August 2009 - 1:20 #

Das Problem geht noch tiefer. Man erinnere sich z.B. an die heute-Journal-Sendung vom 21.04.

http://www.youtube.com/watch?v=pmDnbBdsms8

Dazu nur folgender Blog-Eintrag (nicht meiner)

http://greenninja87.blogspot.com/2009/04/einseitige-berichterstattung-im-zdf.html

Besonderes Augenmerk lege ich hierbei auf das Formschreiben der heute-journal-Redi und die Quellen, auf die sie sich berufen. Solange Pfeiffer ungestraft seine Grütze in den Äther blasen darf und die Verbände der Software-Industrie (BIU, GAME) keine Gegenargumente (ob sie gehöhrt/gesendet werden, sei mal dahingestellt) liefern, wird sich auch an der Berichterstattung nix ändern.

GamingHorror Game Designer - 968 - 7. August 2009 - 2:55 #

Folgende Anmerkungen:

- Moderatoren von solchen Sendungen (Nicht live, keine Gäste) setzen sich nie mit dem Thema auseinander. Das sind einfach nur Sprecher die kurz vorher ihre Texte üben und in die Kamera lächeln. Da sind ganz andere Kriterien wichtig als die Thematik.

- Frontal 21 ist von der Ausrichtung immer auf Konfrontation aus. Daher der Name. Die setzen ihre Moderation, Sprecher, Bildauswahl, usw. sehr bewusst in Szene um den gewünschten Eindruck zu erreichen. Und der ist: dem Zuseher verdeutlichen das hier mal wieder eine Riesensauerei von Frontal 21 aufgedeckt wurde - wie gut das es uns gibt, sonst würde es ja keiner ansprechen. Das ist also ganz normaler Alltag bei Frontal 21. Sachlichkeit ist überhaupt nicht deren Anspruch.

- solche Reportagen-Sendungen sind entweder: informativ und investigativ oder suggestiv und konspirativ. Die sprechen dabei einfach zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen des Fernsehens an. Die einen sind aufgeschlossen und lernen gern dazu, die anderen sind zufrieden mit möglichst fatalen Entwicklungen und sehen lieber ihre Meinung bestätigt.

- Es gibt auch durchaus positive Berichterstattung zum Thema Computerspiele, und noch viel mehr neutrales. Fällt uns nur weniger auf, weil darüber schreibt ja keiner. ;)

- das Fernsehen beeinflusst die Meinung, aber ehrlich gesagt im Falle von Computerspielen glaube ich war der schlechte Ruf oder vielmehr eine schwelende Angst und gewisse Befürchtungen seitens der Eltern schon vor dem Fernsehen da. Es wird von den Medien nur noch aufgegriffen und wiedergekaut zurückgeben. Verstärkung einer bestehenden Meinung viel eher als Bildung neuer. Das ist ein bißchen wie PR, sobald etwas über die critical mass hinaus ist kommt es ganz hoch in den Medienhimmel. Manchmal fällt es sofort wieder runter, manches hält sich länger.

Ich hab noch ganz andere solcher Themen miterlebt. Ob nun vom Heavy Metal zum Satanismus, vom Kiffer zum Heroin-Junkie, oder vom Computerspieler zum virtuellen Junkie - solch undifferenzierte Berichterstattung wirds immer geben. Ich glaube auch nicht das sich daran etwas ändern wird, oder das wir mit Protesten und Demos (oder Petitionen) was daran ändern können. Auch wenns mir nicht gefällt. Wichtig ist nur das jeder seinen Beitrag dazu leistet einen gewissen gesunden Menschenverstand in seinem Umfeld herbeizuleiten. Diskutieren, da wo man an die Menschen rankommt, wo sie Respekt vor einem haben, da ist das möglich.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 36226 - 7. August 2009 - 13:57 #

Wow, ein toll geschriebener und umfangreicher Text! Als News ist der viel zu schade, ich finde, das sollte ein User-Artikel sein.

Zum Thema "Es gibt auch durchaus positive Berichterstattung zum Thema Computerspiele": Stimmt, meistens bei den Privaten! Sonst gelten die öffentlich-rechtlichen ja immer als deutlich seriöser (meist zurecht), aber in solchen Bereichen ist es eher umgekehrt. Ist ja auch klar, die Privaten haben eine jüngere Zielgruppe und äußern sich eher mal positiv über Computerspiele u.ä.
Besonders in Erinnerung blieb mir eine ausgabe ovn "Welt der Wunder" bei RTL2, wo Moderator Hendrik Hey sich einem Versuch unterzogen hat, ob Shooter agressiv machen. Würde ein ARD- oder ZDF-Mensch nie machen, die zitieren lieber Pfeiffer & Co.

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