eShop-Check: 3D Ecco the Dolphin
Teil der Exklusiv-Serie eShop-Check

3DS
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12. Dezember 2013 - 23:59 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Jeden Donnerstag stellen wir euch ein interessantes eShop-Spiel (WiiU, 3DS oder Virtual Console) vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Um diese Rubrik kümmern sich unsere User CptnKewl und mrkhfloppy.

Das Meer als Schauplatz von Computerspielen ist auch heute noch eine Seltenheit, und wenn überhaupt, erkunden wir es an Bord von stählernen Kolossen oder im Bauch von U-Booten. An einen Delfin in einem Unterwasserszenario dachten bis 1992 wohl nur die wenigsten. Doch in diesem Jahr erschien Ecco the Dolphin für das Sega Genesis und fand, wie auch der Nachfolger Ecco - The Tides of Time, viele Fans – auch wenn diese nicht zahlreich oder interessiert genug blieben, um im Mai für das vom ehemaligen Designer gestartete Kickstarter-Projekt The Big Blue zu stimmen (wir berichteten). Im heutigen eShop-Check betrachten wir die Neuauflage des Klassikers auf dem Nintendo 3DS namens 3D Ecco the Dolphin und testen für euch die Wasserqualität.
Am Anfang schwimmt die ganze Delfinfamilie noch glücklich vereint umher.
Macht's gut und danke für den Fisch
Der namensgebende Protagonist des Spiels ist Ecco der Delfin. Dieser lebt mit seiner Familie in einer idyllischen Meeresbucht und kann sein paradiesisches Dasein genießen. Das Wasser ist strahlend blau, die Fischgründe sind ergiebig und am Horizont ist keine einzige dunkle Wolke in Sicht. Der Anfang des Spiels gestaltet sich dann auch völlig anders als ihr es vielleicht gewohnt seit, denn es gibt schlicht und ergreifend nichts zu tun.Keine Aufgabe oder unmittelbare Hintergrundgeschichte geben euch einen Hinweis auf das erste Spielziel. Ihr müsst die Welt von Ecco selbst erforschen und ihre Mechanismen entdecken. Diese Reise ins Unbekannte ist das Leitmotiv des Spiels – wir möchten euch nicht mehr vorwegnehmen, als unbedingt nötig.
 
Ganz traditionell bringt ein dramatisches Ereignis die Geschichte ins Rollen, und eure Spielfigur wird zum Fisch, pardon Säugetier der Stunde: Vom Himmel herab bildet sich urplötzlich ein riesiger Wirbelsturm, der der Bucht alle Meeresbewohner entreißt. Nur ihr bleibt zurück und das Blau des Meeres wirkt jetzt bedrückend, der Soundtrack hat sich in eine unheilsvolle Themenvariation verwandelt. Die Suche nach eurer Familie und der Ursache des Unglücks führt euch schließlich ins offene Meer hinaus, zum weisen Blauwal Big Blue. Dessen Aussagen offenbaren euch, dass nicht nur das Schicksal eurer Familie auf dem Spiel steht, aber mehr möchten wir an dieser Stelle nicht verraten.
 
Ecco im Unterwasserlabyrinth
Die Hauptaufgabe von Ecco in den 25 Levels des Spiels ist das Auffinden von Artgenossen und das Suchen des Levelausgangs. Per Tastendruck sendet er eine Schallwelle aus, die Feinden Schaden zufügt beziehungsweise ihm die Kommunikation mit Freunden ermöglicht. Auf diese Weise erfahrt ihr Details der Hintergrundgeschichte und erhaltet Hinweise auf neue Spielmechaniken. Die meisten Levels sind wie ein Labyrinth aufgebaut und fordern aufgrund der zahlreichen Abzweigungen und Sackgassen euer Gedächtnis. Wenn ihr die Schallwellen im Echolotverfahren nutzt, erhaltet ihr eine schematische Übersicht der unmittelbaren Umgebung. Weil keine Übersichtskarte existiert, ist dies eure einzige Orientierungsmöglichkeit.
Die Glyphen im Spiel versperren euch den Weg, sind aber auch Träger von Spielhinweisen, wenn ihr mit ihnen "kommuniziert".

In den Levels werdet ihr oft auf blaue Kristalle, sogenannte Glyphen, stoßen. Diese versperren euch den Weg oder liefern euch kurze Spielhinweise, wenn ihr mit ihnen per Schallwelle "kommuniziert". Als weitere Hindernisse erweisen sich Riesenkraken, ungünstige Strömungen oder Felsbrocken. Meist müsst ihr diese aus dem Weg räumen oder eine Umgehung suchen. Fehlende Markierungen und das generelle Leveldesign erschwerden euch diese Aufgabe – mehr als einmal werdet ihr die falsche Abbiegung nehmen oder die Orientierung verlieren. Eure Ausdauer und Leidensfähigkeit werden zweifellos gefordert werden.
 
Delfine sind bekanntlich Säugetiere und benötigen Sauerstoff zum Atmen. Auch Ecco unterliegt diesem Naturgesetz und muss periodisch Luft holen. Entweder taucht ihr dafür auf, sucht einen Hohlraum unterwasser oder findet eine Stelle, an der Luftblasen aus dem Meeresboden dringen. Unter dem Lebensbalken findet ihr den Sauerstoffindikator und ihr solltet diese beiden (einzigen) Bildschirmanzeigen tunlichst im Auge behalten.
 
Alle lieben Flipper? Mitnichten!
Delfine sind dem heutigen popkulturellen Auffassungsvermögen nach süße, kinderliebende und hilfreiche Meeresäuger, deren Ruf auch auf die Fernsehserie Flipper aus den 60er Jahren zurück geht. Glaubt uns aber, wenn wir behaupten, dass der Introscreen der einzige kindgerechte Inhalt von Ecco the Dolphin ist! Verantwortlich für diese Einschätzung ist neben dem fordernden Leveldesign der zünftige Schwierigkeitsgrad des Spiels.

Nahezu alle Bewohner des Meeresgrunds sind euch feindlich gesinnt; neben Haien und Riesenkraken wollen euch sogar die Rochen – immerhin bekennende Vegetarier – an den Kragen. Kehrt ihr zu einem früheren Levelabschnitt zurück, werden euch die vormals besiegten Gegner erneut begegnen. Dies frustriert auf Dauer. Selbst die Fauna in Form von dornenbesetzten Büschen und anderen Garstigkeiten möchte euch die wenigen Lebenspunkte abknapsen. Zeit zum Durchatmen gibt es nicht, denn die Sauerstoffknappheit ist die nächste Gefahr für euer virtuelles Dasein. Ihr solltet stets den Weg zum nächsten Fischschwarm oder Luftreservoir im Hinterkopf behalten, denn der Bildschirmtod versetzt euch erbarmungslos zum Anfang des Levels zurück, Rücksetzpunkte existieren nicht. Aber es existiert zum Glück etwas anderes...
Nicht nur Captain Jack Sparrow fürchtet ihn, auch Ecco ist kein Freund des Kraken

Neu hinzugekommen ist nämlich die Möglichkeit, einen Spielstand anzulegen: An jeder beliebigen Stelle des Levels könnt ihr speichern und bei Bedarf das Spiel laden. Dies entschärft den Schwierigkeitsgrad des Spiels enorm, allenfalls Puristen rümpfen die Nase über diesen "Luxus" und nutzen das ursprüngliche Passwortsystem: Wer braucht schon alle seine Nervenzellen?

Für die ganz harten Fälle hat der Entwickler der Neuauflage den sogenannten Super-Delfin-Modus hinzugefügt. Dieser Modus macht Ecco unverwundbar und seinen Sauerstoffvorrat unbegrenzt. Ihr könnt euch somit ganz auf die Levelarchitektur und die Geschichte konzentrieren. Dieser Gott-Modus kann jedoch nach häufigen Scheitern nicht temporär aktiviert werden, wie es beispielsweise bei aktuellen Jump-and-Runs aus dem Hause Nintendo üblich ist, sondern muss von Beginn an ausgewählt sein. Dies raubt dem Spiel aber jeglichen Anspruch und ist nicht empfehlenswert.

Blau, blau, blau ist der Ozean [sic]
Das Szenario von 3D Ecco the Dolphin diktiert die Farbpalette, wenig überraschend dominieren Blautöne die Levels. Dennoch drängen sich in den späteren Spielabschnitten auch Braun- und Grautöne in die Komposition, richtig farbenfroh wird's zu keinem Zeitpunkt. Dies deckt sich aber mit der düsteren Grundstimmung und fällt aufgrund der abwechslungsreichen Themenwelten nicht sehr ins Gewicht. Ihr werdet unter anderen das freie Meer, Unterwasserruinen, die Arktis sowie andere geheimnisvolle Orte besuchen – die wir mit Rücksicht auf die Geschichte nicht erwähnen. Fans der britschen Rockband Pink Floyd werden am Ende des Spiels erkennen, dass der Designer wohl ihre Vorliebe teilte: der letzte Level ist nach einem Track des 1975er Albums Wish you were here benannt.

Der stereoskopische 3D-Effekt der 3DS-Fassung setzt wahlweise den Vorder- oder Hintergrund des Spiels ab und drängt sich den traditionsbewussten Spielern nicht unbedingt auf. Eine nette Idee ist hingegen die Option, die Bildschirmkrümmung eines Röhrenfernsehers zu emulieren. Doch nach dem ersten nostalgischen Grinsen haben wir den Effekt wieder ausgeschaltet. Früher war eben doch nicht alles besser! Zeitlos hinggegen sind die gezeichneten Meersbewohner und deren Animationen, die wie die einfachen Abbildungen in einer Kinderfibel wirken. Die Bewegungen von Ecco fühlen sich sehr flüssig an, zumal das Bewegungsmomentum gut umgesetzt wurde. Die Hintergründe und Leveldetails haben dem Zahn der Zeit hingegen weniger gut getrotzt, es mangelt ihnen an Details und Abwechslung. Der Soundtrack fügt dem Spiel selten etwas hinzu, nervt auf der anderen Seite aber auch nicht. Alles in allem kann sich die Unterwasserwelt auch heute noch hören und sehen lassen. 
 
Fazit
3D Ecco the Dolphin hinterlässt beim Besuch zum 21jährigen Jubiläum einen gespaltenen Eindruck. Auf der einen Seite werdet ihr als Spieler ernst genommen und bekommt nicht den gesamten Inhalt vorgekaut serviert. Das Spiel ist auch (ohne God-Modus) heute noch eine Herausforderung, und das Erkunden der Levels und die Suche nach Antworten und Lösungen motiviert und frustriert gleichermaßen. 
 
Oft werdet ihr euch einsam und ziellos fühlen, zumal die Rätsel nicht immer den Gesetzen der Logik folgen. Die zahlreichen Abzweigungen in den Labyrinthen besitzen keinen hohen Wiedererkennungswert und fordern viel Geduld und repetitives Vorgehen, wenn ihr zum x-ten mal falsch abgebogen seit. Wir empfehlen euch daher, die neue Speicherfunktion zu nutzen, den Super-Delfin-Modus aber zu ignorieren – so habt ihr die beste Spielerfahrung.
  • 2D-Action-Adventure
  • Solospiel
  • Für Fortgeschrittene und Experten
  • Erhältlich seit 12.12.2013: 4,99 Euro
  • Internationale und japanische Fassung enthalten
  • In einem Satz: Das tiefe Blau ist nichts für Memmen!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 347316 - 13. Dezember 2013 - 0:33 #

Sehr schöner eShop-Check!

llg 13 Koop-Gamer - 1344 - 13. Dezember 2013 - 1:20 #

Bei diesem Spiel fällt mir immer nur eines ein:
http://youtu.be/zt4zLSgTL9Y#t=69

bykkse (unregistriert) 13. Dezember 2013 - 2:56 #

Um Gottes Willen. Die Leute. Die Effekte. Alles.
;)

cdr_tofino 13 Koop-Gamer - 1410 - 13. Dezember 2013 - 9:14 #

Hm, mir fällt dabei irgendwie immer SeaQuest DSV ein ;-)

Olphas 24 Trolljäger - - 48532 - 13. Dezember 2013 - 9:35 #

Ich hatte Ecco vor ein oder zwei Jahren nochmal auf dem PC spielen wollen. Das war ja in einer dieser Sega Collections. Ich war ja doch überrascht, wie unbarmherzig das Spiel ist. Hatte ich so gar nicht in Erinnerung. Bin anscheinend verweichlicht :D

Dennis Hillor 22 AAA-Gamer - P - 32991 - 13. Dezember 2013 - 9:37 #

Das sind wir doch alle! :D

Dennis Hillor 22 AAA-Gamer - P - 32991 - 13. Dezember 2013 - 9:37 #

Schöner Check!

Roboterpunk 16 Übertalent - P - 4479 - 13. Dezember 2013 - 9:59 #

Hehe mit Ecco verbindet mich eine ziemliche Hassliebe. Ich fand das Spiel damals zwar interessant, weil ganz anders und atmosphärisch. Aber der Schwierigkeitsgrad und die oftmalige Planlosigkeit haben mich dann doch sehr genervt. Ich scheiterte oft schon an den Sprungaufgaben, was Wutausbrüche zur Folge hatte, wie ich sie heute nur noch selten pflege.

SirDalamar 14 Komm-Experte - 2035 - 13. Dezember 2013 - 10:53 #

Auf dem MegaDrive mochte ich dieses Spiel, aber es gehört in die Kategorie "einmal reicht TOTAL" für mich. Das seelenlose Leveldesign nervt einfach zu sehr :)

(Harte Aussage, ich weiß, aber nicht einmal als Kind konnte ich mich dafür erwärmen...)

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 11709 - 13. Dezember 2013 - 12:06 #

die aussage zu der musik in dem test lässt ja dann den schluss zu, dass es sich dabei um die aus der genesis-version handelt. die sega cd version hingegen hat einen genialen soundtrack. wenn man die wahl hat, sollte man sich diese version antun.

ps: hatte innerhalb des letzten jahres an einen shader für retroarch gearbeitet der dithering-muster erkennt und verwischt. lustigerweise war eines meiner test-beispiele der title screen von ecco ^^

http://i.imgur.com/7qJp9eJ.png
http://i.imgur.com/hFQLoXF.png

Hendrik -ZG- 26 Spiele-Kenner - P - 66037 - 13. Dezember 2013 - 18:56 #

Das Spiel konnte mich schon auf dem Mega Drive nicht überzeugen.

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