App der Woche: Oceanhorn - Monster of uncharted Seas
Teil der Exklusiv-Serie App der Woche

iOS
Bild von Christoph Vent
Christoph Vent 123931 EXP - Redakteur,R10,S10,C10,A10,J10
Platin-Gamer: Hat den sehr hohen GamersGlobal-Rang 25 erreichtDieser User unterstützt GG seit fünf Jahren mit einem Abonnement.Xbox-Experte: Kennt sich mit Vollpreis-Spielen, DLC und Mediacenter ausAction-Experte: Wacht über alles, was mit dem Action-Genre zu tun hatAlter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertGold-Jäger: Hat 75 Erfolge erreicht -- Wahnsinn!Gold-Gamer: Hat den GamersGlobal-Rang 20 erreichtGold-Cutter: Hat 100 Videos gepostetAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertMeister-Antester: Hat 10 Angetestet-Artikel geschriebenMeister-Tester: Hat 10 Spiele-/Technik-Tests veröffentlichtRedigier-Guru: Hat 5000 EXP fürs Verbessern von Beiträgen gesammelt

30. November 2013 - 13:05 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
Die The Legend of Zelda-Serie begleitet Spieler seit Mitte der 80er Jahre. Angefangen auf dem NES erhielt danach quasi jede Nintendo-Plattform bis zuletzt der 3DS mit A Link between Worlds (GG-Test: 8.5) ihren eigenen Ableger. Besitzer anderer Konsolen schauen allerdings in die Röhre und müssen sich im Action-Adventure-Bereich nach Alternativen umsehen. Oceanhorn – Monster of uncharted Seas ist eine von ihnen.

Der iOS-Exklusivtitel machte zu seinem Release vor etwas mehr als zwei Wochen aber nicht nur durch seine offensichtlichen Parallelen zu den Zelda-Spielen, sondern auch durch seinen Preis auf sich aufmerksam: Oceanhorn kostet für App-Store-Verhältnisse teure 7,99 Euro, versteht sich im Gegenzug aber als sogenannte Premium-App. Soll heißen: Habt ihr ein Mal gezahlt, locken keine versteckten In-App-Käufe oder dergleichen – ein Preismodell, das in Apples Download-Store mittlerweile fast schon Ausnahmecharakter hat.
Unterwegs trefft ihr auf viele NPCs, die euch diverse Hinweise und Tipps geben. 

Ein junger Held und sein Schwert
Alles beginnt ganz ruhig: Ihr erwacht eines Morgens in der Rolle eines namenlosen Jungen auf einer malerischen Insel, wo ihr einen Brief eures Vaters vorfindet. Der musste plötzlich aufbrechen, weil er noch eine Rechnung mit dem Seeungeheuer Oceanhorn offen hat. Abenteuerlustig wie ihr seid, wollt ihr eurem Vater zur Hilfe stehen und ihm nacheilen. Doch bevor ihr dazu in der Lage seid, benötigt ihr erst mal eine Waffe – wie gut, dass euer Paps in einer Höhle der Insel sein Schwert zurück gelassen hat.

Wer jemals ein Zelda gespielt hat, wird sich direkt heimisch fühlen. Mit seiner isometrischen Kameraperspektive erinnert Oceanhorn vor allem an dessen Handheld-Ableger. Gesteuert wird euer Held über einen virtuellen Stick auf der linken Bildschirmhälfte, was nach kurzer Übung überraschend gut und flüssig funktioniert. Auf der rechten Seite befinden sich lediglich zwei relevante Tasten. Die Aktionstaste lässt euch unter anderem das Schwert schwingen. Haltet ihr sie länger gedrückt, führt ihr einen schweren Angriff aus. Kontextabhängig sprecht ihr mit der Taste aber auch NPCs an, hebt Steine auf, um sie auf Gegner zu werfen, oder öffnet Türen. Die zweite Taste benötigt ihr zur Verwendung der Sonderitems, die ihr nach und nach aufsammelt. So wehrt ihr mit einem Schild Feinde wie Ratten, Greifvögel oder Kobolde ab, oder springt mit verzauberten Schuhen durch die Gegend.
Sokoban: Bei den Rätseln schiebt ihr meist Kisten in die richtige Position.

Verwinkelte Dungeons
Die Geschichte um das titelgebende Seemonster führt euch regelmäßig auf neue Inseln. Schon sehr früh im Spiel besucht ihr etwa Tikarel. Dort findet ihr den Zugang zu einer Höhle, der allerdings durch ein Erdbeben verschüttet ist. Durch Gespräche mit den Einwohnern erfahrt ihr aber von der Bombeninsel, auf der sich Sprengstoff in Massen befinden soll. Der Vorrat an Schwarzpulver ist jedoch ausgegangen, und die Minenarbeiter zudem verschollen. Also macht ihr euch selber in die dunklen Minen auf, an deren Ende ihr eure ersten eigenen Bomben in Empfang nehmt.

Das Leveldesign der Dungeons ist mehr als gelungen: Die Höhlen sind zwar eher linear angelegt, trotzdem gibt es abseits der Hauptpfade immer ein paar Truhen mit Goldmünzen oder andere wertvolle Gegenstände zu entdecken. Die Entwickler geizen zudem nicht an Rätseleinlagen, auch wenn diese nicht sonderlich anspruchsvoll sind. Meistens handelt es sich um einfache Kistenschieberätsel, oder ihr beschwert einen Schalter mit einem Stein. Durch die gekonnte Mischung aus Kämpfen, kleinen Puzzleeinlagen und Entdeckungstouren spielt sich Oceanhorn sehr abwechslungsreich. Das Einzige, das wir dem Titel in dieser Hinsicht ankreiden können, ist eine gelegentliche Orientierungslosigkeit. Genaue Angaben, wo ihr als nächstes hinsollt, werdet ihr vergeblich suchen, stattdessen müsst ihr neue Inseln auch mal auf eigene Faust erkunden.
Wie in Zelda - Wind Waker seid ihr im Spielverlauf viel mit dem Schiff unterwegs.

Spaßiges Inselhopping
Zwischen den Inseln pendelt ihr mit eurem Boot. Wohin die Reise geht, bestimmt ihr per Klick auf der Übersichtskarte – über die Navigation müsst ihr euch während der Überfahrt also nicht kümmern. Dafür bekommt ihr es aber auch auf offener See mit feindlichen Kreaturen zu tun, sobald ihr euren Kahn erst mal mit einer Kanone ausgestattet habt. Vor größere Probleme werden euch die meisten Gegner aber nicht stellen. Kniffliger wird es erst bei größeren Ansammlungen von Feinden oder bei den Bossgegnern, die jeweils eine eigene Angriffstaktik erfordern.

Bei der Grafik setzt Oceanhorn auf einen sehr stimmigen Comicstil, der allerdings auch seinen Preis hat. Als Grundvoraussetzung nennt der Entwickler ein iPhone 4S, ein iPad 2, iPad Mini oder einen iPod Touch der 5. Generation. Doch selbst, wenn euer Gerät den Anforderungen entspricht, solltet ihr vor dem Start alle Hintergrundanwendungen schließen, da das Spiel ansonsten auch etwa auf einem iPad 3 zu Rucklern und kurzen Aussetzern neigt. Auf Grund des kleinen Bildschirms von iPhone und iPod touch raten wir zudem zu einer Installation auf iPad oder iPad Mini – zumal auf eine Synchronisation des Spielstands via iCloud verzichtet wurde. Ein Sonderlob verdient hat jedoch der Soundtrack mit seinem Ohrwurmcharakter. Kein Wunder, schließlich war an diesem unter anderem Nobuo Uematsu beteiligt, der bereits für mehrere Final Fantasy-Soundtracks verantwortlich zeichnet.
Gegner werden erst in größeren Gruppen gefährlich.

Fazit und Fakten
Wer gemein sein will, könnte Oceanhorn als dreiste Zelda-Kopie bezeichnen. Einige Spielelemente bedienen sich nämlich nicht nur der Nintendo-Reihe, sondern sind ihr exakt entnommen. So reist ihr wie in Wind Waker HD (GG-Test: 8.5) mit einem Boot umher, und auch das Auffinden neuer Herzteile kennt ihr so bereits aus der Vorlage. Auch das eigentliche Spielprinzip mit seiner Kombination aus Kampf, Rätsel und Erkundung versucht erst gar nicht, seine Herkunft zu verschleiern. Allerdings handelt es sich bei Oceanhorn auch deshalb tatsächlich um ein hochwertiges Action-Adventure, das kaum Schwächen aufweist. Und auch wenn seine Geschichte keinen Innovationspreis verdient, wollten wir stets wissen, wie es weiter geht. Fans von Spielen wie The Legend of Zelda sollten daher auf jeden Fall zuschlagen – und keinesfalls vor dem verhältnismäßig hohen Preis zurückschrecken.
  • Preis am 30.11.2013: 7,99 Euro (iOS, Universal)
  • Zelda-ähnliches Spielprinzip mit Kämpfen, Rätseln und Entdeckung
  • Gelungene und durchdachte Touchsteuerung mit wenigen Schaltflächen
  • 170 MB (iOS 5.0 oder höher; Momentan werden iPad 2, iPhone 4S, iPod Touch 5. Gen., iPad Mini oder neuer unterstützt)
  • Screenshots: GamersGlobal / iPad 3
  • In-App-Käufe: Nein
blobblond 19 Megatalent - 17762 - 30. November 2013 - 13:17 #

"Wer gemein sein will, könnte Oceanhorn als dreiste Zelda-Kopie bezeichnen."

Dito.Wieso kennst du meine gedanken?Geh mal schnell aus meinen Kopf wieder raus,danke!;)

CptnKewl 20 Gold-Gamer - - 22484 - 30. November 2013 - 13:32 #

Ich find nen Windwaker für die Hosentasche nicht verkehrt.
Mein WiiU Controller meldet jedenfalls, nach 14km Abstand zur Konsole keine Verbindung zur Konsole...dabei dachte ich DAS ist die Konsole

tvnel 16 Übertalent - 5672 - 30. November 2013 - 14:44 #

Aber das muss ja nicht immer schlecht sein ;)

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2201 - 30. November 2013 - 18:03 #

Mein ist iPod 4 schonwieder zu alt für die Spiele. Und das ist schon der zweite Ipod Touch den ich besitze. Ich könnt kotzen. Geplante Obsoleszenz die auch noch funktioniert.

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11219 - 1. Dezember 2013 - 9:13 #

Bin noch unschlüssig. Es sieht ja wirklich nett aus, aber weder Smartphone noch Tablet sind mMn sonderlich gut für derartige Spiele geeignet.

Christoph Vent Redakteur - P - 123931 - 1. Dezember 2013 - 12:18 #

Meinst du wegen der Steuerung? Da kann ich dich beruhigen: Klar kommt sie nicht an einen echten Controller ran, funktioniert aber sehr gut. Eigentlich kann ich diese virtuellen Sticks nicht ab, hier stören sie aber wirklich kaum.

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11219 - 1. Dezember 2013 - 12:45 #

Jap, die virtuellen Sticks sind ein Punkt. Hinzu kommt die Form der Geräte - eckig, flach, nicht sonderlich ergonomisch. Ich spiele allgemein schon nicht gerne darauf, solche Spiele -bei denen die Haltung der Hände ja quasi vorgegeben ist- allerdings noch weniger. Über einen eventuellen Steam- oder Konsolenrelease ist vermutlich nichts bekannt, oder?

1000dinge 15 Kenner - P - 2853 - 2. Dezember 2013 - 13:19 #

Die Steuerung ist echt okay, ich hasse diese virtuellen Sticks auch und komme damit nicht zurecht. Hier kann man aber die Sticks weglassen, man legt den Finger irgendwo auf den Screen und schiebt ihn in die Richtung in der Charakter gehen soll. Das funktioniert überraschend gut.

BlueKondor 09 Triple-Talent - 270 - 1. Dezember 2013 - 11:19 #

Für'ne Kopie ist mir der Preis doch zu happig, vor allem für ein iOS-Spiel.

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11219 - 1. Dezember 2013 - 12:48 #

Ich finde 50-60 Euro für ein CoD- oder Sportspiel-Jahres-Update viel schlimmer.^^

BlueKondor 09 Triple-Talent - 270 - 1. Dezember 2013 - 16:27 #

Einigen wir uns darauf, dass beides schlimm ist^^. Was CoD angeht habe ich mir nie eins gekauft und was die Sportspiele anbelangt war das letzte welches ich mir zugelegt habe Fifa aus dem Jahr 1998 :)

1000dinge 15 Kenner - P - 2853 - 2. Dezember 2013 - 13:22 #

Verstehe ich. Aber hier bekommt man tatsächlich recht viel Spiel fürs Geld und es ist außerdem wirklich sehr gut gemacht.

Es ist eins der wenigen Apps die ich in diesem Preissegment besitze und hier bin ich absolut der Meinung das es den Preis wert ist und kann es bedenkenlos weiter empfehlen.

Marsuka64 02 Sammler - 5 - 4. Dezember 2013 - 18:27 #

7,99 Euro ist nicht wenig Geld. Deshalb sollte man sich echt überlegen ob man sich die App runterladet. Für meinen eine gute Abwechslung wenn man noch Fan von Zelda ist. Aber fast 8 euro für eine App ausgeben ist schon etwas Teuer

Meseroth (unregistriert) 10. Dezember 2013 - 12:21 #

1. Die Grafik sollte zeitgemäß sein
2. Das Spiel sollte ohne in-App Käufe auskommen
3. Steuerung und Spieldauer sollten angemessen sein
Alles erfüllt! Gut, es ist echt ein dreister Klon, aber who cares? Deswegen macht es ja nicht weniger Spaß.

Nachdem all dies erfüllt wurde darf es aber bloß nicht teurer sein als anderthalb Döner! Alles klar! Das ist wirklich viel zuviel Geld!

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)