eShop-Check: Edge
Teil der Exklusiv-Serie eShop-Check

WiiU
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mrkhfloppy 30852 EXP - 21 Motivator,R10,S10,C4,A10,J10
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28. November 2013 - 12:46 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
Jeden Donnerstag stellen wir euch ein interessantes eShop-Spiel (WiiU, 3DS oder Virtual Console) vor, egal ob Indie oder Vollpreis. Um diese Rubrik kümmern sich unsere User CptnKewl und mrkhfloppy.
 
Gekrümmte Oberflächen, lebensechte Animationen und gestochen scharfe Details sind allenfalls Randnotizen im Genre der Klötzchenspiele, und dennoch haben diese Hochkonjunktur. Der Indie-Hit Minecraft, die zahlreichen Lego-Action-Adventures und die treue Anhängerschaft des Genre-Urgesteins Doom zeigen es: Manche mögen's eckig! Wir haben uns den Genrezuwachs Edge auf der WiiU angeschaut und zeigen euch im heutigen eShop-Check dessen Ecken und Kanten.
 
Alea iacta est - Der Würfel ist gefallen
Das Spielprinzip von Edge ist schnell erklärt. In dem 3D-Puzzle-Platformer steuert ihr einen Würfel so schnell wie möglich zum Ausgang. Sammelt ihr unterwegs "Prismen" auf, könnt ihr die Kippgeschwindigkeit eures Sechsseiters erhöhen und gelangt somit schneller zum Ziel. Schritt für Schritt schaltet ihr die über 100 Level von Edge frei, darunter befinden sich erweitere Fassungen der Grundlevels und besonders knifflige Bonusaufgaben. Am Ende eines jeden Levels erhaltet ihr, in Abhängigkeit von der benötigten Zeit und der Anzahl gesammelter Prismen, eine Bewertung. Während die Jagd nach den Prismen größtenteils lösbar erscheint, werden euch die zunchst unbekannten Zeitvorgaben vor eine echte Herausforderung stellen, wenn ihr ganz oben auf dem Treppchen landen wollt.
Rundungen werdet ihr nicht finden, dies ist ein Klötzchenspiel, bis hin zur Heldenfigur. Die blauen Prismen müsst ihr für eine gute Bewertung einsammeln.
 
Leveldesign ist Höhe mal Breite mal Tiefe
Prismen suchen und Levelausgang erreichen – was auf dem Papier so einfach klingt, erweist sich in der Klötzchenrealität natürlich als viel schwieriger. Start und Ziel eines jeden Levels befinden sich zumeist auf unterschiedlichen Plattformen im freien Raum. Diese setzen sich, dem bekannten dänischen Exportschlager gleich, aus achteckigen Elementen zusammen, welche anfänglich Gräben, Brücken und Höhenplateaus formen – die ersten Hindernisse des Spiels. Neben den offensichtlichen Unwegsamkeiten hält das Leveldesign aber auch manche Überraschung für euch bereit. Bodenplatten lösen sich auf, Sprungfedern befördern euch ins Nichts und Wände schieben den Würfel plötzlich über den Rand einer Klippe.
 
Nicht alle Fallen von Edge sind sofort ersichtlich. Die instabilen Platten unterscheiden sich zum Teil gar nicht oder nur in Farbnuancen von ihren normalen Pendants, Sprungfedern agieren aus dem Nichts. An diesen Stellen müsst ihr geduldig das Schicksal eures Kubus erdulden und dem Trial-and-Error-Prinzip entsprechend einen Lösungsansatz suchen. Weil die ansonsten übersichtliche isometrische Kameraperspektive nicht drehbar ist, existieren bestimmte Levelareale nur in eurem (hoffentlich gut ausgeprägten!) räumlichen Vorstellungsvermögen; einige Prismenverstecke stellen dieses zusätzlich auf die Probe. Nur die abstrakte Spielkarte in der oberen Bildschirmecke unterstützt eure geometrische Phanasie in diesen Passagen. Spielentscheidend sind diese Designsünden nicht, zumal die Rücksetzpunkte fair gesetzt sind – aber manchen Nerv werden sie euch dennoch rauben.
Witzige Ideen wie dieser Roboter werten das gute Leveldesign zusätzlich auf.
Trotz der einfachen Levelbausteine haben die Designer ganze Arbeit geleistet und interessante Architekturen mit witzigen Ideen geschaffen, die wir euch natürlich nicht alle verraten wollen. Aber ein klitzekleines Beispiel sei uns gestattet: Bereits in den ersten Levels werdet ihr als Körperteil eines Roboters missbraucht, sucht den Weg durch ein Labyrinth und kooperiert mit einem schwarzem Zwillingswürfel, dessen Gesinnung zunächst unklar ist. Zeitlich abgestimmte Bewegungen und Schalterrätsel stellen anfangs noch keine geistigen Herausforderungen dar; wenn das Rätseldesign im späteren Spielverlauf neben der horizontalen auch die vertikale Dimension erobert, nimmt die Komplexität jedoch zu, bleibt aber stets überschaubar. 
 
Ein Wallride mit dem Würfel
Würfel als nahe Verwandte der Steine sind im Allgemeinen keine trainierten Akrobaten – und auch euer Alter Ego in Edge bildet keine Ausnahme. Ihr könnt als Kubus in alle vier Himmelsrichtungen kippen, von Klippen fallen und einfache Höhenunterschiede überwinden. Das "Körpergefühl" ist dabei angenehm schwerfällig, sodass ihr, das entsprechende Fingerspitzengefühl vorausgesetzt, den Würfel auf einer Kante ausbalancieren könnt. Diese sogenannte Kantenzeit wird am Ende des Levels von der Gesamtzeit subtrahiert und verbessert somit eure Bewertung. Außerdem müsste ihre dieses Fähigkeit zur Lösung einiger Rätsel anwenden, denn manche Abgründe könnt ihr nur überwinden, indem ihr euch kurzzeitig an eine bewegende Plattform heftet – ein Wallride für Würfel.
 
Anfangs erfordert die isometrische Perspektive eine Eingewöhnungsphase, denn Steuerbefehle und Kippverhalten des Würfels unterscheiden sich um 45 Grad. Statt einer Bewegung parallel zum Abgrund werdet ihr deshalb des Öfteren dessen Tiefe erforschen. Eine Touchsteuerung wie in der iOS-Version des Spiels ist für WiiU leider nicht vorhanden, und auch der Pro Controller sowie die Wiimote werden unverständlicherweise nicht unterstützt.
Tony Hawk wäre stolz auf den Kubus: Ihr könnt euch an bewegende Plattformen heften und so Abgründe per Wallride überwinden.
Hommage an die 8-Bit-Ära
Die Optik von Edge kommt sehr sparsam daher. Das Benutzerinterface besteht nur aus der zweidimensionalen Karte. Große, in den Farben Weiß und Grau gehaltene Flächen dominieren das Gesamtbild. Effekte gibt es keine. Der neonfarbende Würfel, die bunt leuchtenden Prismen und farbige Levelakzente lockern den Stil jedoch auf. Viele Details wie die reduzierte Farbpalette, der Verzicht auf Großbuchstaben und die serifenlose, klare Schriftart machen den minimalen, technischen Stil stimmig. Mehr Abwechslung in Form von weiteren Farbschemata hätte dem Spiel gut getan, aber Puristen freuen sich über die Konsequenz des Designs.
 
Über jeden Zweifel erhaben ist der Soundtrack, sofern ihr den elektronischen Videospielklängen aus den späten 80ern und frühen 90ern etwas abgewinnen könnt. Die vielfältige Mixtur im Spektrum zwischen ruhigen, ambientartigen Passagen und treibenden Beats erinnert an die Chip-Musik vergangener Amiga- und C64-Zeiten und fügt sich gut in das reduzierte Gesamtkonzept von Edge ein. Lediglich wenige quirlige, eher zu einem Jump-and-Run-Titel passende, Tracks wirken deplaziert und auch die quitschenden Soundeffekte des Cubus haben wir nach wenigen Levels ausgeschalten.
Was aussieht wie die das Polygon-reduzierte Ende von Star Wars - Episode 4 ist in Wahrheit ein Labyrinth-Level.
Fazit
Edge erfindet weder das Genre der Puzzle-Spiele neu, noch setzt es starke eigene Impulse. Dennoch versprüht der Titel durch sein Gesamtkonzept einen eigenen Charme und rückt die Klötze ins rechte Licht. Ihr werdet immer wieder über die Ideen der Entwickler staunen, wenn ihr die geringe Zutatenliste bedenkt. Der moderate Schwierigkeitsgrad spricht auch Gelegenheitsspieler an und die Jagd nach der besten Levelbewertung motiviert Highscore-Liebhaber. Der heimliche Star des Titels ist jedoch der atmosphärische Soundtrack, der für sich allein genommen den Kauf rechtfertigen könnte, zumal Edge zum Budgetpreis angeboten wird. 
 
  • 3D-Puzzle-Platformer
  • Solospiel
  • Off-TV-Unterstützung
  • Für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Erhältlich seit 21.11.2013: 3,99 Euro
  • In einem Satz: Stylisches Würfel-Puzzlespiel mit famosen Soundtrack.

Video:

haip00r 03 Kontributor - 18 - 28. November 2013 - 12:49 #

Was mich anfixt, niemand schöpft das Potential der WiiU voll aus. Kaum einer abgesehen von Nintendo selbst, produziert noch hochwertige Titel. Erinnert mich an die PS Vita...

Leider.

Roland_D11 15 Kenner - 3685 - 28. November 2013 - 13:07 #

Das Problem ist, ähnlich wie bei der Vita, ein Teufelskreis.

Die Installationsbasis ist sehr klein, also produziert kein Dritthersteller exklusive Titel für die Wii U oder investiert bei der Portierung von Spielen viel Geld. Die Ursache für die kleine Installationsbasis dürfte das schwache Spieleangebot sein, gerade bei Verkaufsstart. Bei der Wii U wird das ganz, ganz langsam besser, aber eben nur langsam (ich selbst habe jetzt wegen Mario und der Perspektive auf Bayonetta 2 zugegegriffen). Und es könnte zu spät sein. Leider.

haip00r 03 Kontributor - 18 - 28. November 2013 - 13:11 #

Nintendo sagte ja selbst das sie jetzt noch einmal Hoffnung haben mit den neuen Mario titeln, aber ob sich das langfristig rentiert, bleibt abzuwarten.

Sony versucht es auch mit allen mitteln, siehe Remote Play auf der PS4 etc..

Harren wir der Dinge die da kommen, ich würde es der Wii U wünschen.

joker0222 26 Spiele-Kenner - P - 70333 - 28. November 2013 - 13:26 #

ich sehe da ehrlich gesagt schwarz. anfangs hieß es ja von nintendo, sie wollten mit der Wiiu auch die core-gamer einfangen, was ja zu dem sehr guten zombiu geführt hat, aber danach kam dann nicht mehr viel und inzwischen hängt alle hoffnung wieder an den üblichen nintendo kinderspielchen wie mario, zelda und co.

v3to (unregistriert) 28. November 2013 - 13:56 #

situation ist ähnlich wie bei der wii. bei dem sturzbach-verhältnis, wie die verkaufszahlen zwischen nintendo und third-party-hersteller waren - mal geschweige von der mageren hardwarebasis der wii u abgesehen - wäre alles andere auch eine überraschung. wobei zelda noch nie ein reines kinderspiel war und es auch immer noch solche lichtblicke, wie bei deus ex: human revolution gibt (was auf der wii u imo seine wahre heimat gefunden hat).

das problem wird am ende allerdings mehr die nintendo-kundschaft selbst sein. kann sich ja niemand darüber beschweren, dass es keine guten ansätze richtung mainstream-produkte gab. das war zuletzt zu zeiten des gamecubes so.

und zombi u... ich weiß ja nicht. ein typischer starttitel mit vielen technischen defiziten und auch nix für ästheten. da machten die renommierten big-budget-games schon mehr her, zwar multiplatform (wobei sowas an sich nur dann ein problem sein sollte, falls die zweit-konsole standard würde), aber das sollte an sich nicht so die große rolle spielen bei der potentiellen kundschaft. aber was willste erwarten, wenn selbst ein rayman legends auf der wii u als verkaufsflop gehandelt wird...

joker0222 26 Spiele-Kenner - P - 70333 - 28. November 2013 - 14:08 #

grafisch reisst zombiu natürlich nicht so viel...was solls.
es hatte aber so eine herrlich morbide atmosphäre, die es zusammen mit dem survival-aspekt für mich als Zombie-Fan zu einem top-spiel machten.
deus ex ist auch so eine sache. mag sein, dass die wiiu-version die spielerisch beste ist, aber da offenbart sich ein weiteres problem bei den multiplattformtiteln für die wiiu: der preis der spiele. der DC kostet auf der wiiu 40 euro, wohlgemerkt für ein spiel aus 2011 mit ein paar Anpassungen. für die PC-Version habe ich im Steam-sale komplett mit DC und soundtrack keine 10 Euro hinlegen müssen. ähnliches gilt für Resident Evil Revelations und SC Blacklist.
3 Spiele, die ich gerne auf der WiiU gespielt hätte, aber nur für etwas touchscreen-interaktion bin ich nicht bereit im schnitt 20 euro mehr zu zahlen.

v3to (unregistriert) 28. November 2013 - 14:24 #

das mit dem preisunterschied war schon eine fragwürdige entscheidung des publishers. kann man nicht anders sagen. auch, wenn es richtung nintendo-konsole eine neuveröffentlichung darstellt.

wobei man wirklich über die nerdbrille hinwegschauen sollte. es ist nicht unbedingt standard, dass es mehrere konsolen im haushalt gibt. und bei nintendo ist man gewohnt, dass der vollpreis sich (zumindest im örtlichen einzelhandel) über jahre hält. sonderaktionen, wie man sie manchmal im eshop erlebt, gab es beispielsweise für die wii nicht ein einziges mal. im eigenen universum sind 40€ eigentlich midprice.

tatsächlich empfinde ich die situation auf der konsole fast schon surreal. da wird sicher der großteil als anschaffung für den nachwuchs gesehen (der erfolgreiche sporty-sporty-für-die-ganze-familie-ansatz der wii wurde ja lange vernachlässigt). der core-gamer-ansatz wäre eigentlich wasser auf die mühlen, damit die eltern auch was zu zocken haben. mal so als klischee. nur schätze ich mal, dass bei der zielgruppe der papa eher mit einer xbox/playstation und skylanders im schlepptau aus dem markt kommt...

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 14326 - 28. November 2013 - 13:41 #

Edge hab ich schon länger am PC, ist ein nettes Puzzle, ich hab aber irgendwann die Geduld daran verloren.

McGressive 19 Megatalent - 13786 - 28. November 2013 - 14:07 #

btw: im Steckbrief fehlt das iOS-Tag

Toxe 21 Motivator - P - 26116 - 28. November 2013 - 14:43 #

Also den Bezug zu Star Wars Episode 6 kann ich jetzt irgendwie nicht herstellen. Wenn schon dann erinnert mich das viel eher an Episode 4 und den Flug durch den Graben auf dem Todesstern.

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30852 - 28. November 2013 - 15:18 #

Asche ueber mein Haupt, Episode verwechselt. Werde zur Strafe die Episoden 1 - 3 anschauen!

Toxe 21 Motivator - P - 26116 - 28. November 2013 - 15:43 #

Uff, nee, Irren ist doch menschlich, das wäre dafür eine zu harte Strafe!

tvnel 16 Übertalent - 5672 - 28. November 2013 - 23:12 #

Also ich hatte des mal aufm Android, hat echt spaß gemacht :)

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