GG-Kurztest: Dominions 4

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Rüdiger Steidle 4405 EXP - Freier Redakteur
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14. Oktober 2013 - 13:01 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Dominions teleportiert uns in ein weit entferntes Fantasiereich und Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit: Das Strategieepos sieht nicht nur aus wie von 1995, es spielt sich auch wie einer der Oldies von SSI, Microprose oder Maxis. Spaß kann es dennoch machen – oder vielleicht gerade deshalb.
 
Alle Screenshots (außer dem Aufmacherbild) stammen von GamersGlobal

Wenn das Handbuch eines Strategiespiels allein 1,5 von über 100 Seiten darauf verwendet, die Funktionsweise des Zufallsgenerators zu erklären, wenn die Menüs vor Prozentwerten und Zahlentabellen nur so wimmeln und wenn die Tastaturbelegung einer Flugsimulation das Wasser reichen kann, dann sind das eindeutige Hinweise, dass es sich bei dem vorliegenden Exemplar um ein echtes Schwergewicht des Genres handelt. Angesichts der Komplexität von Dominions 4 - Thrones of Ascension würde es schlicht den Rahmen dieses Artikels sprengen, die Mechanik im Detail auseinanderzunehmen. Wir wollen in diesem Test stattdessen versuchen, euch das Spielgefühl des Indie-Titels zu vermitteln und darzulegen, warum sich die aufwendige Einarbeitung lohnt.
 
Dominions 4 steht in der Tradition von „4X“-Strategiespielen à la Civilization, Master of Magic oder Lords of the Realm. Dementsprechend geht es darum, eine Fantasy-Welt zu erforschen, ein Imperium zu gründen, es zu erweitern und andere Reiche zu unterwerfen. Als euer Anführer fungiert dabei kein König oder General, sondern eine aufstrebende Gottheit, der ihr den Aufstieg in den Olymp ermöglichen sollt. Dazu gilt es, die Bevölkerung der Länder für euren Glauben zu gewinnen und magische Schreine zu erobern, die eure Macht steigern. Dummerweise konkurrieren andere Himmelsfürsten und ihre Anhänger mit euch um die Vormacht. Den Sieg könnt ihr nur mit Waffengewalt erringen.
Die Schlachten laufen automatisch ab. Wir können den Ausgang entweder in 3D-Sequenzen verfolgen oder uns einfach die Verlustrechnung anzeigen lassen.

Zentauren und Echsenwesen
Als erstes sucht ihr euch in einer Dominions-Partie ein Volk aus und erschafft eure Gottheit. Über 70 Fraktionen stehen zu Auswahl, die sich stark voneinander unterscheiden. Die Agarthianer beispielsweise sind humanoide Höhlenbewohner, die auf eine eher konventionelle Mischung aus  Infanterie und Kavallerie setzen. Pangaea führt Vogelkrieger sowie Zentauren ins Gefecht, die sich am besten in Wäldern schlagen. Die Atlanter wiederum sind Echsenwesen, die sowohl an Land als auch im Wasser kämpfen und Flüsse überqueren können. Leider schweigt sich das Handbuch trotz seines Umfangs über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Rassen weitgehend aus – hier ist Ausprobieren angesagt. Noch komplizierter wird die Angelegenheit dadurch, dass ihr nicht nur Truppen eurer eigenen Nation rekrutieren könnt, sondern je nach Gebiet auch auf lokale Milizen zurückgreifen müsst, die dann wieder andere Eigenheiten mitbringen.

Bei der Wahl eurer Gottheit habt ihr es auch nicht leichter, da sie sich noch weiter voneinander absetzen. Spielt ihr einen Drachen als Gott, stürzt sich dieser höchstpersönlich ins Getümmel und kann es mit ganzen Armeen aufnehmen. Andere Gottheiten manifestieren sich in Form von Statuen oder Monumenten in der Spielwelt, können sich also nicht über die Karte bewegen. Wieder andere schlüpfen in die Haut von Propheten oder Priestern, die zwar nicht gerade furchteinflößende Krieger sind, dafür aber potente Zauberer oder Forscher und ihren Untertanen Vorteile wie Schlachtenglück oder hohe Geburtenrate bringen.
 
Allein die schiere Zahlengewalt ist erdrückend: Es gibt acht Magieschulen mit 800 Formeln, eigenen Ressourcen und 300 Artefakten, über 2.000 Truppentypen, Monster, Anführer und Spezialeinheiten. Erschwert wird der Einstieg ferner durch das Fehlen eines richtigen Tutorials. Es gibt zwar eine Übungspartie, die Erklärungen dazu stehen aber nur im Handbuch – verteilt über 15 Seiten. Immerhin: Die grundlegende Bedienung werdet ihr recht schnell beherrschen, sofern ihr bereits Erfahrung mit anderen Globalstrategiespielen gesammelt habt. Eigen ist Dominions 4 diesbezüglich nur bei der Tastenbelegung: So wählt ihr Einheiten (respektive die Sektoren, in denen sie sich befinden) mit der rechten Maustaste aus und erteilt Bewegungsorder mit der linken, statt wie üblich umgekehrt. Immerhin müsst ihr euch nur mit einer einzigen Spielansicht vertraut machen: der in Risiko-artige Zonen unterteilten zweidimensionalen Weltkarte. Es gibt zwar eine Handvoll Untermenüs, die aber alle sehr einfach gehalten und direkt vom Hauptbildschirm aus zu erreichen sind.
Die Spielkarte ist hässlich und unübersichtlich, aber man kann sich reinfuchsen.
 
Gott an die Front!
Wie im 4X-Genre üblich, läuft Dominions 4 rundenweise ab. Spielen wir einfach mal exemplarisch einen Zug durch. Unser erstes Augenmerk gilt üblicherweise unserem Gott. Der kann zwar auch selber kämpfen, wie eingangs erwähnt, ist aber oft besser fernab der Front in unserer Hauptstadt aufgehoben, wo er neue Formeln erforscht, magische Gegenstände herstellt oder globale Zauber wirkt. Dazu wählen wir zunächst per Rechtsklick unsere Heimatprovinz an, dann am linken Rand sein pixeliges Einheitensymbol und schließlich im Kontextmenü darunter die Option „Research“ (Dominions 4 ist komplett auf Englisch). Welcher Magieschule er seine Aufmerksamkeit widmen soll, können wir in einem weiteren Minimenü am rechten Bildschirmrand aussuchen.

Als nächstes kümmern wir uns per „Recruit Units“ um den Nachschub. Welche Einheitentypen zur Verfügung stehen, hängt von der gewählten Zone ab. Ebenso die maximale Anzahl: In manchen Sektoren dürfen wir gerade mal zwei schwache Plänkler pro Runde anheuern, in anderen gleich sechs Ritter. Auf jeden Fall dauert es eine Weile, bis wir eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt haben, weshalb wir die Rekrutierung nach unseren Vorgaben automatisieren können. Damit sich die Armee auch bewegen kann, müssen wir ihr noch einen Anführer zuweisen. Die Generäle besitzen ähnliche Fähigkeiten wie die Götter und sind entsprechend teuer. Sie gewinnen mit jeder Schlacht an Erfahrung (genau wie ihre Untergebenen) und lassen sich zudem mit magischen Artefakten ausstatten. Zum Abschluss unserer Beispielrunde beordern wir noch zwei Armeen in feindliche Gebiete und klicken auf „End Turn“.

Gleichzeitige Zugauswertung
Eine Eigenheit von Dominions 4 ist, dass die Züge aller Fraktionen (je nach Szenario mehr als zwei Dutzend) gleichzeitig ausgeführt werden. Das hat zur Folge, dass Armeen schon mal aneinander vorbei stürmen oder langwierige Katz-und-Maus-Spiele um Schlüsselsektoren entbrennen. Deshalb und weil viele der Karten geradezu gigantisch sind, dauern Dominion-Partien mitunter extrem lange – in etwa auf dem Niveau von Civilization 5. Anders als bei der Sid-Meier-Serie beschränkt sich das Spiel allerdings größtenteils auf die Kriegsführung. Forschung und Aufbau spielen eine untergeordnete Rolle, Diplomatie gibt es gar nicht. So laufen die Züge selbst relativ flott ab und es stellt sich schnell der genretypische Nur-noch-eine-Runde-Effekt ein. Zu Beginn jedes Zugs informiert uns ein Statusfenster über aktuelle Zufallsereignisse (etwa ein höheres Ressourceneinkommen in einem bestimmten Kartenabschnitt) und über den Ausgang der Gefechte. Die Auseinandersetzungen laufen komplett automatisch ab. Wir dürfen zwar nicht direkt eingreifen, wohl aber im Vorfeld Einfluss nehmen. Beispielsweise können wir unsere Truppen in Formationen aufstellen und diesen grundlegende Taktiken wie Sturmangriff oder Fernkampf befehlen.

Rüdiger Steidle
Dominions 4 macht es mir wirklich nicht leicht. Zunächst im wörtlichen Sinne: Dermaßen viele Einheiten, Spezialfähigkeiten, Formeln und Kampfeinflüsse sind einfach zu viel des Guten! Auch nach rund 30 Spielstunden habe ich die Feinheiten der Spielmechanik noch nicht völlig durchschaut und das gigantische Aufgebot an Völkern und Göttern nicht mal ansatzweise ausgelotet.

Aber auch im übertragenen Sinn macht es mir der Indie-Titel schwer: Wie bewertet man ein Spiel, das derart potthässlich aussieht, so wenig Hilfen oder  Bedienkomfort bietet, andererseits aber mit zunehmender Spieldauer echtes Suchtpotential entwickelt? Unsere Wertung richtet sich, wie immer, an "am Genre interessierte Normalsterbliche". Wer sich derart veraltete Technik heute nicht mehr antun möchte und den Komfort moderner Genrevertreter wie Civilization 5 zu schätzen weiß, der lässt besser die Finger von Dominions 4. Wem hingegen bei Namen wie Master of Magic oder Lords of the Realm wohlige Schauer über den Rücken jagen, obwohl er sie erst kürzlich neu gespielt hat (und somit vor der Nostalgie-Falle gefeit ist), der möge in Gedanken zwei Notenpunkte auf unsere Wertung draufsatteln.
Es gilt wie üblich: Bogenschützen besser hinter der Front aufstellen, Kavallerie an die Flanken, und so weiter. Die Resultate dürfen wir entweder in 3D-Sequenzen begutachten, die entfernt an Klassiker wie Nectaris und Panzer General erinnern.  Da sie erstens lange dauern und zweitens gruselig aussehen, begnügten wir uns bald mit der einfachen Verluststatistik.

Komplexes Schlachtenglück
Viele Faktoren beeinflussen das Schlachtenglück: Anführer, Formationen, Truppenqualität, Erfahrung, magische Unterstützung, Terrain, Moral, Taktiken und mehr. In den meisten Fällen genügt es jedoch, eine Übermacht aufzufahren. Haben wir ein Gebiet erobert, dürfen wir dort Nachschub rekrutieren, nach Artefakten und anderem jagen oder Bauwerke wie Burgen oder Labore in Auftrag geben. So kämpfen wir uns Sektor um Sektor vor, stets mit dem Ziel unsere Rohstoffe zu vergrößern (vor allem Gold und Kristalle für Zaubersprüche) und die eingangs beschriebenen Schreine für unsere Seite zu beanspruchen. Haben wir alle unter Kontrolle oder sämtliche Feinde vernichtet, ist der Sieg unser.

Dominions 4 bietet auch einen Multiplayer-Modus, den wir mangels Mitspieler und Interesse nicht getestet haben: Einen klassischen Solotitel, der so zeitaufwändig ist, im LAN oder gar per E-Mail zu spielen, dürfte nur eine Minderheit interessieren. Immerhin: Möglich ist es.

Autor: Rüdiger Steidle (GamersGlobal)

 Dominions 4
Pro
  • Hoher Spielumfang
  • Altbekannter Noch-ne-Runde-Effekt
  • Nette mittelalterliche Musik
  • Abwechslungsreiche Karten
  • Sehr unterschiedliche Fraktionen und Götter
  • Verständliches Handbuch
Contra
  • Schwieriger Einstieg, kein richtiges Tutorial, kaum Hilfsfunktionen
  • Veraltete Grafik
  • Langweilige selbstablaufende Schlachten
  • Kaum Soundeffekte
  • Prinzipiell einfache, aber wenig komfortable Bedienung
  • Unübersichtliche Menüs und Karte
Jörg Langer Chefredakteur - P - 324491 - 14. Oktober 2013 - 13:15 #

Viel Spaß beim Lesen!

Toxe 21 Motivator - P - 26120 - 14. Oktober 2013 - 13:16 #

Klingt interessant. (Und die Grafik interessiert mich nicht die Bohne.)

Maik 20 Gold-Gamer - - 21510 - 14. Oktober 2013 - 15:52 #

Ein wenig ist die Grafik schon interessant, denn ich will doch eine gute lesbare UI haben, sowie eine vernünftige Strategiekarte.

Limper 16 Übertalent - P - 5147 - 14. Oktober 2013 - 13:26 #

Finde ich super, dass ihr solche Nischentitel testet! Wer mehr Informationen zur Dominions-Reihe und deren Entwickler - zwei Schweden - erfahren möchte ist beim aktuellen Three Moves Ahead Podcast gut aufgehoben: https://www.idlethumbs.net/3ma/episodes/seeking-new-god . Selbst hab ich bisher nur den kleinen Bruder Conquest of Elysium 3, mit viel Freude, gespielt, werde mir aber, über kurz oder lang, auch mal Dominions zulegen.

vicbrother (unregistriert) 14. Oktober 2013 - 14:38 #

Das Spiel hat wie du schreibst auch nach 30 Stunden noch jede Menge Geheimnisse - und nun vergleichen wir das mal mit Rome2: Da ist die Wertung wohl vertauscht worden...

Hm, ich habe nur drei Icons auf meinem Desktop liegen, eins davon ist "Master of Magic" ein anderes "Lords of the Realm". Geniale Spiele. Man wünschte sich diese Spieltiefe mit ein wenig 3D ala "Fallen Enchantress" - und schon bräuchte man sich die nächsten 10 Jahre keine Spiele mehr zu kaufen und wäre einfach glücklich. Kein Wunder also, dass die Spieleindustrie nie ein solches Superspiel rausbringen wird, sondern lieber ein weiteres HoMM produziert...

Maik 20 Gold-Gamer - - 21510 - 14. Oktober 2013 - 15:55 #

Bis HoMM 3 ware es noch gut, aber dann ging es mächtig nach unten. Master of Magic und Master of Orion liegen bei mir neben Mount & Blade Warband gut sichtbar auf dem Desktop.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 14. Oktober 2013 - 21:53 #

Heroes 5 war wieder gut !

vicbrother (unregistriert) 15. Oktober 2013 - 6:56 #

Bitte ein wenig differenzierter: Was war an HoMM V wieder gut? Mir fällt da nichts ein. Insgesamt wird HoMM von Version zu Version spielerisch flacher...

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 15. Oktober 2013 - 7:42 #

Die Völker sind wieder gut, mit guten Fähigkeiten und interessanten Units.

Das Zaubersystem war wieder richtig cool.

Die Balance war wieder da.

Die Gestaltung der Karte war wieder gut.

Der Hot Seat klappt wunderbar, sogar Handel ist möglich.

Man kann die Helden vor der Runde wählen. Ihre Skills sind originell und umfangreich, bis hin zu einem Passive.

Es bleibt spannend bis ins Lategame der Map.

Alles ist wunderbar ausgewogen.

Die Grafik ist knuffig ansprechend. Sehr geile Animation der Fabelwesen. Magic lässt grüßen.

Die Stadt Trees sind super lang und clever verteilt was die Resourcen angeht.

Ich könnte den ganzen Tag weiter machen ^^

Und nach dem Patch ist Nekropole auch nichtmehr so stark.

Also ich weiss noch gut wie ich beim ersten mal gemeckert hab wie du, und als ich es nochmal rausgekramt hab und mitm Kumpel gezockt habe, merkte ich das es doch super gut ist. Ich spiels sogar mittlerweile lieber wie Heroes 3, da man Heroes 3 unendlich auswendig kennt.

vicbrother (unregistriert) 15. Oktober 2013 - 10:06 #

Ich werde mit HoMM und den HoMM-artigen-Spielen nicht warm. Der Spielablauf ist sehr unflexibel und statisch. Als Strategiespiel versagt es völlig, es fordert mich in keinster Weise. Für mich ist es mehr ein Jump n' Run - langweilig.

Ich habe mir sogar HoMM VI gekauft, aber als der UBI-Softlauncher erschien und mir Lebenszeit stehlen wollte, habe ich die Installation abgebrochen. Da spiele ich dann doch lieber "Lord of Magic".

Darth Spengler (unregistriert) 15. Oktober 2013 - 10:29 #

Jo teil 6 ist grütze, alles falsch gemacht was sie bei 5 hingekriegt haben.
Bekommt man übles Kopping und Wut wie bei FF13.
Lieber Finger von lassen.

Ich spiele seit über 10 jahren HoMM und habe in der ganzen zeit vielleicht
4,5 runden alleine gespielt. Es ist für mich ein reiner Coop
Hot seat titel, und in meinen augen der beste.

Calmon 13 Koop-Gamer - 1217 - 14. Oktober 2013 - 14:59 #

Ich spielte Dominions 2 + 3 bestimmt mit mehr als 1000 Stunden+ (nach nachdenken eher mehr)

Ich habe ca. 50 Mehrspielerpartien gespielt wobei jede über viele Monate ging.

Dominions ist perfekt für Leute tiefer Strategietitel.

Dominions ist für mich eine 10 Multiplayer

Dominions ist KEIN singleplayer Spiel. Natürlich kann man es so spielen, aber die vielen Optionen machen es für die AI unmöglich mit einem guten Spieler mitzuhalten. Ausserdem braucht man wenn man effektiv und gut spielt im späteren Spielverlauf für einen einzelnen Zug zwischen 30 und 60 Minuten. Das investiert man nicht für eine Billig-AI.

Der Zug wird zu bestimmten Zeitpunkten (MP Partie-abhängig) gehostet und das Ergebnis bekommt man quasi als Auswertung zu sehen. Wer VGAPlanets noch kennt, das Host System ist quasi das gleiche.

Edit: und was an den Schlachten langweilig sein soll, wenn man bis ins detail jedem Magier, jedem Trupp, jedem Commander seine Zaubersprüche/Befehle mitgegeben hat muss mir der Autor mal erklären, sie sind mitunter das beste! Da sieht man ob die eigene Taktik gegen das gegnerische Heer funktioniert hat. Man kann mitunter Stunden verbringen um Schlachten zu planen und vorzubereiten. Es gibt nichts vergleichbares in diesem Bereich. Und wie gesagt, natürlich investiert man diese Zeit nur in Multiplayer Matches.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324491 - 14. Oktober 2013 - 15:55 #

Zu den "langweiligen Schlachten": Diese Kritik kann ich sofort nachvollziehen -- dieses ja auch in Legion und ähnlichen Spielen verwendete System ohne Eingriffsmöglichkeit ist einfach nicht meine Sache. Klar kann erst seit relativ kurzer Zeit ein General einzelnen Soldaten gezielt Befehle in der Schlacht geben, und klar wurden viele antike Schlachten schon in der Aufstellung entschieden. Aber was ist mit Flaggensignalen, Meldereitern, Rauchsignalen, Trompeten?

Ich glaube dir aber, dass man sich da reinfuchsen kann, wenn das niemandem Spaß machen würde, gäbe es sicher nicht schon den vierten Hauptteil.

eQuinOx (unregistriert) 14. Oktober 2013 - 16:23 #

Dafür laufen aber auch keine Riesen über die Landkarte! ;)

vicbrother (unregistriert) 14. Oktober 2013 - 18:46 #

Hm, ich kenne keine langweiligeren Schlachten als bei CIV... das ist mehr so Tick für Truppenverbände...

Calmon 13 Koop-Gamer - 1217 - 16. Oktober 2013 - 16:22 #

Es geht mehr darum komplett seine Schlacht zu planen. Und das ist schon eine Herausforderung, die Befehle so zu geben das sie in einer möglichen kommenden Schlacht perfekt zusammenspielen. Das ganze noch kombiniert mit strategisch geplanten Truppenbewegungen.

Natürlich brennt man darauf sich dir grossen Schlachten gegen einen menschlichen Konkurrenten um den spielsieg in voller länge anzusehen (macht man nicht bei jeder & es gibtr 'fast forward' wem es zu langsam geht).

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 14. Oktober 2013 - 18:32 #

Wie isn das, gibt es da ne Lobby oder ähnliches? Oder muss man strategieempfindliche Leute im Freundeskreis rekrutieren wenn man mal ein vernünftiges MP Match spielen will?

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 15. Oktober 2013 - 10:26 #

ohne es jetzt zu wissen aber "[...]wobei jede über viele Monate ging."
hört sich für mich nicht danach an das man das mit einer zufälligen Online Bekanntschaft spielt.

Calmon 13 Koop-Gamer - 1217 - 16. Oktober 2013 - 16:23 #

http://forum.shrapnelgames.com/forumdisplay.php?f=138

Dort im Multiplayer Forum für Dominions 3.

Es gibt auch eines für Dominions 2. Dominions 4 wird nicht mehr über shrapnelgames vertrieben.

Das Forum wird wegen auslaufender Verträge von Dominions 3 auch demnächst abgeschalten deshalb ist viel weniger los als zu den Hochzeiten.

eQuinOx (unregistriert) 14. Oktober 2013 - 14:56 #

Gibts übrigens für 24,99 € auf Desura oder Gamersgate:
http://www.desura.com/games/dominions-4-thrones-of-ascensions
http://se.gamersgate.com/DD-DOM4TA/dominions-4-thrones-of-ascension

Auf Desura hat es durchschnittlich (!) 9,5 von 10 Punkte in der Userwertung (353 Votes) und steht auf Platz 5 von 1600+ Spielen.

Labolg Sremag 12 Trollwächter - 1021 - 14. Oktober 2013 - 15:07 #

uuargh, da sag noch einer die Paradox Titel sehen häßlich aus...

ne, ne ich bleib meinen HoIs, EUs und Vics treu!

Kenner der Episoden 19 Megatalent - P - 16664 - 14. Oktober 2013 - 15:34 #

Okay, erstmal Kudos für die Erwähnung von Lords of the Realm. Die Serie wird meiner Meinung nach ja viel zu selten erwähnt, v.a. der 2. Teil war klasse. :)

Ach, ich finde, dass die Weltkarte sogar ganz sympathisch rüberkommt. Was ich aber niemals verstehen werde, sind solche Fehlleistungen bei der Bedienung wie Rechts- und Linksklick zu vertauschen. Warum etwas ändern, an das sich alle Spieler gewöhnt haben und das quasi Standard ist? Als hätten die Typen noch nie ein anderes Strategiespiel gespielt. :/

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 14. Oktober 2013 - 18:26 #

Nach ein paar Spielstunden hat man aber so eine Änderung verinnerlicht. Finde ich jetzt nicht soooooo ein großes Manko.

Ich finde es "reizend". Ja ich denke das trifft den ersten Eindruck.

Kenner der Episoden 19 Megatalent - P - 16664 - 14. Oktober 2013 - 19:29 #

Ja natürlich, aber warum überhaupt etwas ändern, was alle sowieso schon verinnerlicht haben? Mir wird einfach die Denke hinter solchen willkürlichen Änderungen nicht klar. Ich habe mich auch in Sins of a Solar Empire darüber aufgeregt, dass ich alle Einheiten gleichen Typs nicht wie üblich einfach mit Doppelklick auswählen konnte, sondern mit Alt+Mausklick. So ein Quatsch! ;)

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 14. Oktober 2013 - 21:05 #

Wahrscheinlich dachten sich die Entwickler: Break the Meta !

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 14. Oktober 2013 - 18:24 #

Ich weiss nicht... aber sieht sehr interessant aus. 25€ Tacken ist natürlich für so ein Spiel nicht wenig. Wenn es einen Hot Seat gäbe wäre es ein Instabuy, so muss ich mal schauen.

mighty_scoop (unregistriert) 14. Oktober 2013 - 21:55 #

Das ist der erste deutsche Bericht über Dominions4, da muss ich auch meinen Senf dazu geben.
Zuerst kurz: das Spiel ist der absolute Hammer.
Jetzt länger:
Ich habe vor 4 Jahren mit Dom3 angefangen. Der Anfang war Krampf und harte Arbeit. Aber es hat sich gelohnt. Dieses Spiel bietet so unglaublich viel. Selbst nach 3 Jahren Dom3 habe ich immer noch was neues entdeckt und Dom4 ist einfach noch besser. Endlich kein langweiliges Orc gegen Elfen gewurschtel. Hier kämpft das alte römische Imperium (interpretiert als Kult von Nekromanen und Geister) gegen Skandinavische Riesen. BÄM!
Die Grafik ist nicht schön ? a) How cares und b) Hallo? Handgezeichnete Landkarten - Klasse ! Und die neuen Sprites sehen auch super aus.
Die Kämpfe sind langweilig ? Ganz ehrlich, ob Civ, Rome, Europa Universalis, Homm, etc. ich habe bisher noch keine spannendere Schlachten gesehen und erlebt. Die ersten (kleinen) Scharmützel gegen Independent haben sicherlich noch keinen epischen Charakter, aber wer schonmal eine entscheidende Multiplayer Schlacht miterlebt hat (z.B. eine riessige Armee durch Opfergabe herbeibeschworene Dämonen gegen kleinere elite Squads sich selbstheilende Eis-Riesen), weiss was ich meine. Ausserdem wenn man nach 4 Jahren noch immer in jeden Kampf reinschaut, hat das schon was zu bedeuten.
Was gibt es noch zu sagen ... Achja, die Entwickler reichen auch noch nach 5 Jahren kostenlose Content Patch nach (grösser als so mancher DLC). Spielbar ist es unter Windows, Mac und Linux (auch Cross-play). Multiplayer möglich per Netzwerk, Email und HOT SEAT. Hilfsbereite Community (inklusive Entwickler) ist auch vorhanden.
Jeder der ein Strategie Spiel mit Tiefgang sucht, der angenervt vom Xten BOGE (böse Orcs gute Elfen) Klon ist und sich auch mal in ein Spiel reinarbeiten kann, hat soeben den heiligen Gral gefunden. Aaaaahhhhhh

LG

MicBass 19 Megatalent - 14272 - 14. Oktober 2013 - 23:16 #

Danke für deine Begeisterung. :) Sehr schön. Klingt gut.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 15. Oktober 2013 - 0:16 #

Uh heiliger Gral + Hot Seat ! Jetz werd ich schwach ^^

mik 12 Trollwächter - 938 - 15. Oktober 2013 - 7:53 #

Hm, hatte auf ein Spiel ala Panzer General gehofft (mit schnellem Einstieg und nicht zu komplex)

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33843 - 15. Oktober 2013 - 10:06 #

Na gut, ist jetzt nicht meine Art Spiel, aber ich muss sagen, SOOO hässlich scheint mir die 2D-Grafik gar nicht zu sein (3D wohl schon, aber kann man ja überspringen). "Achtziger-Jahre-Shareware-Grafik", wie Jörg im MoMoCast sagte, scheint mir aber doch übertrieben. Eher Mitte der Neunziger. ;-)

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 9934 - 15. Oktober 2013 - 11:27 #

gerade die schlachtgrafik erinnert doch an titel wit myth oder medieval total war.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324491 - 15. Oktober 2013 - 11:36 #

Anfang der 90er...? :-)

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33843 - 15. Oktober 2013 - 12:25 #

Ok, da können wir uns drauf einigen. Gab es in den 80ern überhaupt schon Shareware? ;-)

eQuinOx (unregistriert) 15. Oktober 2013 - 17:11 #

In den 80ern war ALLES Shareware... *HUST* ^^

Can1s 15 Kenner - 3194 - 16. Oktober 2013 - 8:15 #

Alles vor Steam war Shareware!

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 15. Oktober 2013 - 10:32 #

Eigentlich find ich solche Spiele ja klasse aber ich bezweifel ganz einfach das ich die Geduld hätte mich da reinzufuchsen. Ich mein wenn der Tester hier schreibt er hat schon über 30 Stunden auf dem Buckel und die Feinheiten der Spielmechanik immer noch nicht durchschaut muss man für dieses Spiel ja alleine fürs erlernen schon mehrere Wochen Spielzeit aufbringen ^^

Horst JENS (unregistriert) 19. Oktober 2013 - 6:54 #

Gratulation zur ersten deutschen Review von Dominions4.

Als alter Fan der Serie (seit Dominions PPP) hier ein paar Ergänzungen die meiner Meinung nach wichtig sind:

a) Multiplayer vs. Singleplayer:
Ich spiele selbst fast exclusiv im Single-Player Modus aber der ist bei Dominions Spielen eigentlich nur zum Üben gedacht. Das Spiel lebt vom Multiplayer Modus ! Wie in anderen Postings schon beschrieben: da die Zugauswertung gleichzeitig erfolgt ist ein Spiel mit 12 Leuten genauso "schnell" wie eines mit 2 Leuten. Jeder macht seinen Zug, der Server hostet in einem Intervall auf das man sich im Vorfeld einigt ( bei großen Partien z.B. alle 24 Stunden ). Dazwischen bleibt jede Menge Zeit für Diplomatie, Bündnisse und Backstabbing. (Praktischerweise per Email und nicht per ingame-message)

b) interaktive Kämfpe
Bin mir nicht sicher ob der Autor verstanden hat dass man vor dem Kampf nicht nur die Truppen-Aufstellung manipulieren kann sondern auch die Magier "skripten" kann. Jeder Magier kann im Gefecht bis zu 5 spezifische Zaubersprüche abarbeiten (sofern erlernt) bevor seine Aktionen von der Battlefield-AI gesteuert werden. Aufwendigere Sprüche erfordern Magiekristalle und/oder die Zusammenarbeit mehrerer Magier. Hier wird das Spiel richtig komplex da man strategisch die richtigen Zaubersprüche erforschen muss um sie taktisch klug einzusetzen. Z.B. Erst Giftimmunität für alle freundlichen Truppen und dann das gesamte Schlachtfeld vergiften. Oder zuerst Kampfelefanten "buffen" mit IronSkin und Berserk und danach Kampfelefanten losstürmen lassen etc.
Die Interaktivität bei den Kämpfen besteht in der Planung vor dem Gefecht, danach sieht man ob der Plan geklappt hat.

Njordin (unregistriert) 1. November 2013 - 23:04 #

Diese Wertung wird dem Spiel nicht im geringsten gerecht.

Lieber auf Desura.com auf der Hauptseite des Spiels die Reviews lesen und man versteht schnell warum dieses Spiel dort auf einer 9.5 (User-Reviews) landet. Damit eines der bestbewerteten Spiele ( knapp 2000 ) auf Desura und bald auch auf Steam erhältlich.

Hier spricht übrigens kein Fanboy sondern ein Fan von 4x/grandstrategy/tbs/rts im allgemeinen. Absoluter Neuling in Dominions 4 und ich habe 10min gebraucht um mich an den Tastentausch zu gewöhnen, wenige Stunden um die Spielebasics zu verstehen. Der Rest ist Tiefe die man sich gerne erarbeitet und für ein gewonnenes Spiel gegen die AI nichteinmal notwendig ist. ( Gegen humanoide Kontrahenten natürlich schon ;) )

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