Russische Regierung wird "patriotische" Spiele bezuschussen

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10. Oktober 2013 - 12:16 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
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Das Teaser-Bild zeigt Wladimir Medinski, den russischen Kultusminister

Die russische Regierung wird ein Programm starten, um einheimischen Entwicklern von "patriotischen" Videospielen Zuschüsse gewähren zu können. Das geht aus einem Bericht der russischen Zeitung Izvestiya hervor. Laut Arseni Mironov, einem Berater des russischen Kultusministers Wladimir Medinski, gebe es zu viele Spiele mit historischem Setting, die die russische Armee in einem wenig schmeichelhaften und realitätsfremden Licht erscheinen lassen. Diese Darstellung vermittle jungen Russen einen völlig falschen Eindruck von der wahren Geschichte.

Von Entwicklern erwarten wir vor allem, dass sie historische Ereignisse wahrheitsgetreu und mit der größtmöglichen historischen Authentizität abbilden und keine negativen Bilder von russischen Soldaten malen. [...] Ein Spiel sollte nicht nur unterhalten, sondern auch die geistigen Fähigkeiten verbessern und die patriotische Erziehung fördern.

Um dieses, Mironov zufolge, verfälschte Bild in Videospielen zu ändern und die Geschichte wahrheitsgetreu abzubilden, wird das Kultusministerium ein Programm starten, das einheimischen Entwicklern von "patriotischen" Videospielen finanzielle Unterstützung zusichert. Welche Spiele in diese Kategorie fallen, entscheidet das Kultusministerium anhand von Richtlinien und einem Kriterienkatalog. Die maßgeblichen Kriterien sind hierbei "historische Akkuratesse" und die "Förderung eines positiven Bildes der nationalen Kultur". Geleitet soll das Programm von der "Russian Military Historical Society" werden. Außerdem unterstützt das Programm nicht nur inländische Entwickler, sondern gibt auch eigene Spiele in Auftrag. An einem solchen wird derzeit bereits gearbeitet: Es soll 2014 erscheinen und die Rolle der russischen Luftwaffe im Ersten Weltkrieg aufzeigen. Das Spiel ist aber nur der Auftakt einer ganzen Reihe von Spielen, die ein "historisch akkurates" Bild des russischen Militärs und dessen Rolle in der Geschichte vermitteln sollen.

Des Weiteren will das Kultusministerium auch den Inhalt von Spielen ausländischer Entwickler überwachen. Im Falle einer "Rufschädigung der russischen Soldaten" und "verzerrten historischen Fakten" könnte sogar ein Verkaufsverbot verhängt werden – laut Vertretern des Ministeriums betreffe das einen Großteil der Spiele. Als Beispiel wird Company of Heroes 2 (GG-Test: 9.0) genannt: Nach heftigen Protesten von Spielern aus Russland und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, aufgrund der Darstellung der russischen Soldaten, stoppte der Publisher für Osteuropa dessen Verkauf (wir berichteten).

Zudem zitiert die Zeitung die Psychologin Anfisa Kalistratova, wonach historische Informationen, die in einem spaßigen (Rollen-)Spiel vermittelt werden, von Kindern als unbestreitbare Tatsache angesehen würden. Folglich gebe es zahlreiche Versuche, Kindern falsche Wahrheiten einzuträufeln. Beispielsweise würden viele junge Fans des Films Pearl Harbor glauben, dass der Zweite Weltkrieg von den Amerikanern gewonnen wurde, so Kalistratova. Auf die Verwendung des Programms und Verbots als Propaganda, um zum Beispiel die Geschichte nach dem eigenen Gusto darzustellen – also das genaue Gegenteil der offiziell verkündeten Absichten –, wird allerdings nicht hingewiesen.

Philley 16 Übertalent - 5353 - 10. Oktober 2013 - 12:41 #

Oarch... werden wir jetzt, nach hunderten Ami-Hurra-Patriotismus-Militärspielen (insbesondere 2. weltkrieg, wo jeder Ami gleich ein "Held" war... natürlich), nun auch noch von der Gegenwelle aus Russland überrollt? Jaja... die Sowjets waren doch eigentlich ganz besonders lieb.

Schon klar, wer dann für beide als die Bösen herhalten muss...
*gähn*
bitte nicht...

Sleeper1982 14 Komm-Experte - 2485 - 10. Oktober 2013 - 12:47 #

klar im zweiten Weltkrieg gab es nur zwei böse mächte, das dritte reich und die Japaner. alle anderen waren absolut friedliebende Mächte.
Wie heißt es immer so schön der Sieger schreibt die Geschichte
(Versteht mich nicht falsch, die deutsche Führung war im dritten reiche wirklich scheiße, aber eigentlich hatten damals alle dreck am stecken. wir vielleicht ein wenig mehr als die anderen)

yankami (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 12:54 #

Genau! Die von dir genannten Länder (also Deutschland und Japan) haben zwar den Krieg mit verbrecherischer Absicht begonnen, aber wenn man sich gegen die Aggression wehrt, ist man natürlich mitschuldig.

Sleeper1982 14 Komm-Experte - 2485 - 10. Oktober 2013 - 13:08 #

du hast mich glaube ich falsch verstanden, natürlich sind Deutschland und Japan schuld am beginn des zweiten weltkriegs. Aber kriegsverbrechen wurden von allen begangen. Bzw auch schon vor dem zweiten Weltkrieg gab es haufenweise Kriegsverbrechen von den "Siegermächten" Z.B. die Amis und ihre Indianer oder Vietnam oder die Briten waren in Afrika und Teilen von Asien auch nicht grade zimperlich mit den Eingeborenen. Eigentlich findet man zu jedem Land irgendwelche Sachen. Nur ist unser Verbrechen was unsere Vorfahren begonnen haben halt noch mit das jüngste und deswegen noch so "gut" in Erinnerung.
Aber so was gehört wohl nicht unbedingt auf eine Gaming Seite

irgendjemandiminternet 14 Komm-Experte - 1850 - 10. Oktober 2013 - 13:11 #

Oder die ganze Polnische Elite (Politiker, Intellektuelle etc. ) die im Sowjetischen Besetzten Teil Polens genauso systematisch verfolgt und ermordet wurden, wie die Juden etc. im von Deutschen besetzten Teil Polens.

canuck97 11 Forenversteher - 669 - 10. Oktober 2013 - 18:09 #

Sorry, aber diese Vergleiche sind so haarsträubend, dass sie schon fast wieder komisch sind.

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 10. Oktober 2013 - 21:26 #

Du willst doch hier wohl nicht den Holocaust relativieren.

flock (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 13:18 #

Oh bitte, Kindchen. Lies mal ein paar Bücher zu diesem Thema, bevor du mit deinem Halbschulwissen daher kommst.
Es ist nicht so als hätten die Alliierten mit Samthandschuhen gekämpft. Auch dort gab es Gewaltausbrüche und Kriegsverbrechen. Bei unnötigen Bombardierungen wurden zehntausende Zivilisten getötet, im Osten wurden Deutsche aus ihrer Heimat vertrieben und ermordet. Frauen, auch Nichtdeutsche, wurden von Sowjets massenhaft vergewaltigt und verstümmelt.
Die erste Atombombe wurde wohlgemerkt an japanischen Zivilisten getestet...

yankami (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 13:30 #

Immer erstmal ein feiner Zug, jemanden, mit dem man nicht einer Meinung ist und den man nicht kennt, als Kindchen zu bezeichnen.
Die Gewalttaten, die von jemandem verübt werden, in dessen Heimat trotz Nichtangriffsvertrages eingedrungen, dessen Mitbürger dezimiert und Infrastruktur plattgemacht wurde, sind ja wohl eher zu rechtfertigen als die der Aggressoren. Da ist es doch völlig unerheblich, dass Stalin ein verbrecherischer Diktator war, darum drehte sich ja der Konflikt nicht. Und die Bombardierungen sowohl Deutschlands als auch Japans hätte es nicht gegeben, hätten diese beiden Länder nicht den Krieg begonnen.

flock (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 13:41 #

Also wiegt für dich ein Unrecht ein anderes auf? Genau so unüberlegt argumentieren Kinder. Die Alliierten haben sich nicht nur gewehrt, zum Ende hin war das Töten nur noch eine Machtdemonstration, vollkommen unnötig und nur darauf abzielend den Gegner zu erniedrigen. Gebrochen war er schon längst.

yankami (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 14:05 #

Genau, deswegen wurde ja auch so erbittert um Berlin gekämpft, weil die Deutschen schon längst aufgegeben haben. Bezeichnend, wenn ein Geschichtsrevisionist wie Du andere beleidigt (und das noch mit absurden Vergleichen rechtfertigt). Die Alliierten haben den Krieg geführt, wie Kriege eben geführt werden, hart, zivile Opfer mit in Kauf nehmend, so grausam, wie Krieg halt ist. Die Deutschen haben einen Vernichtungskrieg geführt, der deutlich auch gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war. Und eines der Kriegsziele war, neben der Eroberung von Lebensraum, die Auslöschung der jüdischen Rasse. Diese Ziele und Mittel sind nicht zu vergleichen mit dem Kampf der Alliierten, auch nicht mit dem Bombenhagel der Amerikaner und Briten. Wer da sagt: "Ach, eigentlich waren alles Schweine", der verharmlost die deutschen Verbrechen.

Sparky (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 14:54 #

"Die Alliierten haben den Krieg geführt, wie Kriege eben geführt werden, hart, zivile Opfer mit in Kauf nehmend, so grausam, wie Krieg halt ist."

Das systematische Umbringen der Zivilbevölkerung war in der Größenordnung keineswegs gang und gäbe gewesen, sondern kam durch die neuen Möglichkeiten der Luftwaffen gerade erst auf. Etwas derartiges hatte es dieser Form noch nicht gegeben. Alte, Kinder und Frauen umzubringen, um die Moral zu schwächen ist unethisch. Schon immer gewesen und wird es immer sein. Dagegen hilft auch kein "die Anderen waren aber noch böser" - ja, das waren sie, es ändert aber nichts. Heute kommt man für sowas übrigens auch direkt vors Kriegsgericht. Wenn dich ein Mann auf offener Straße angreift ist auch unmoralisch sein danebenstehendes Kind niederzuschlagen, um ihn loszuwerden. Da kannst nicht auf Notwehr und nicht auf "der andere war aber viel böser" pochen, denn du hast kein Recht dich gegen eine Person zu wehren, die dir nichts getan hat. Auch nicht, wenn sie mit dem Aggressor verwand ist, oder die selbe Sprache, oder im selben Land wohnt. Nichteinmal, wenn sie Mitglied in derselben Partei ist.

Der zweite Weltkrieg war der Schlimmste Krieg, den diese Welt bisher gesehen hat. Ausgelöst von den Machtgelüsten eines gewissenlosen Deutschen hat er zu unzähligen Kriegsverbrechen auf allen Seiten geführt. Gerade die russische Armee hat sich in ihrem Vormarsch Mühe gegeben der Wehrmacht und der SS Konkurrenz zu machen. Das macht die Verbrechen der Ersteren Gruppen kein bisschen weniger schlimm oder verachtenswürdig, aber Rache ist grundsätzlich auch kein Rechtfertigungsgrund für die Verbrechen der Anderen. Vor allem dann nicht, wenn Verbrechen gegen 3. Gruppen verübt werden (z.B. die polnische Bevölkerung oder im Anschluss auch die Juden durch die Sowietunion).

Das soll kein "was die Wehrmacht getan hat war nicht so schlimm, weil die anderen ja auch..." Getue sein. Man darf aber vor den fürchterlichen Verbrechen Nazi-Deutschlands nicht übersehen, dass auch andere Verbrechen begangen haben. Das wäre in etwa so, als ob ein Mord nicht untersucht würde, nur weil zeitglei anderswo ein Amoklauf mit vielen Toten stattgefunden hat.

canuck97 11 Forenversteher - 669 - 10. Oktober 2013 - 18:21 #

Es ist richtig, dass man nicht das eine mit dem anderen aufrechnen sollte. Man sollte jedoch auch stets derartige Vergleiche nie aus dem Kontext herauslösen. Und da spielt es eben sehr wohl eine immense Rolle, auf welche Situation hier von Seiten der Alliierten reagiert wurde. Es ist nunmal unstrittig, wie der Vorschreiber schon erwähnte, dass vom Deutschen Reich ein ideologisch aufgeladener und von der Bevölkerung zu großen Teilen getragener Eroberungs- und Vernichtungskrieg geführt wurde (und das nicht ausschließlich an der Ostfront), dem um jeden Preis Einhalt geboten werden musste. Und hier spielt der Kontext sehr wohl eine Rolle, wenn bspw. die sowjetischen Soldaten auf ihrem Vormarsch durch ihr eigenes Heimatland hunderte von Kilometern von der Wehrmacht und den Besatzungseinheiten verwüstete Landstriche vorfinden. Das entschuldigt keineswegs begangene Verbrechen der sowjetischen Armee, die es zweifelsohne gab; doch man darf sie nicht einfach aus dem Kontext lösen und Pauschalvergleiche nach dem Motto Cowboys gegen Indianer aufstellen.

Sparky (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 18:41 #

Da stimme ich dir zu - natürlich sollte man die Handlungen auch immer im Kontext betrachten. Richtig macht das einige Handlungen der Allierten (vor allem der Sowiets) allerdings auch nicht. Was yankami jedoch getan hat ist mehr oder minder zu sagen, dass das schon alles irgendwie ok war, weil die Deutschen ja noch schlimmer waren. (erster Post: "...aber wenn man sich gegen die Aggression wehrt, ist man natürlich mitschuldig.")

Leider haben andere Länder ihre Verbrechen aber nicht so sehr aufgearbeitet, wie wir. Im Falle Russlands zum Beispiel garnicht. Dort existieren sie in den Geschichtsbüchern in der Schule nicht einmal. Da ist es doch schade, wenn auch die russische Regierung jetzt darin investiert, dass die Sowietische in Spielen heroischer dargestellt wird. Das führt nur zu blindem Hurra-Patriotismus und der ist niemals gut.

canuck97 11 Forenversteher - 669 - 10. Oktober 2013 - 19:04 #

Dem kann man sicherlich so zustimmen. Es ist nur mittlerweile einfach sehr anstrengend, immer wieder dieselben seltsamen Vergleichs- und Aufrechnungsversuche zu sehen, die einfach nur zeigen, dass hier nichts verstanden wurde (@Sparky: das ist NICHT auf dich bezogen). Insbesondere das reine sture Abgleichen vermeintlich gesicherter Opferzahlen zeugt davon.

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 10. Oktober 2013 - 21:30 #

6 Millionen Juden umbringen ist unethisch.

canuck97 11 Forenversteher - 669 - 10. Oktober 2013 - 18:11 #

@yankami: Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke.

Phin Fischer 16 Übertalent - 4076 - 10. Oktober 2013 - 13:46 #

Ich bin mir nicht sicher, ob es für Liquidierungen und Vergewaltigungen irgendeine Rechtfertigung gibt. Egal wer hier wen angegriffen hat.

Ich denke es ging hier nicht im Allgemeinen darum, dass Bomben über Deutschland abgeworfen wurden oder herauszufinden, wer hier die Guten und wer die Bösen waren.
Sondern vielmehr darum, dass wir patriotischen Käse jetzt aus beiden Richtungen abbekommen.

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 10. Oktober 2013 - 21:33 #

Die Amerikaner können es sich auch leisten patriotisch zu sein. Sie Russen(Sowjets) haben noch einiges aufzuarbeiten. Eine freie Presse existiert dort seit 1917 nicht(und davor wohl auch nicht).

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 10. Oktober 2013 - 21:29 #

Holocaustrelativierung mal wieder.

irgendjemandiminternet 14 Komm-Experte - 1850 - 10. Oktober 2013 - 13:10 #

Es sagt schon sehr viel aus, wenn Deutschland, das den Krieg begonnen hat, das einzige Land ist, das seine Verbrechen systematisch aufgearbeitet hat.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 10. Oktober 2013 - 14:25 #

Ok, wir haben jetzt alle verstanden, aus welcher Ecke Du kommst. Genau dieselben, immergleich argumentierten Relativierungsversuche konnte man vor 10 Jahren zur Hochzeit der WWII-Shooter oft genug lesen. Fehlt nur noch "Die Wehrmacht war eine ehrenvolle Armee, wurde nur leider missbraucht!".

Systematische Aufarbeitung würde ich das übrigens nicht gerade nennen, wenn gerade wieder die braunen Sympathien innerhalb des Verfassungschutzes zutage traten.

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 10. Oktober 2013 - 21:36 #

Es gibt auch kein Land das so viel Dreck am Stecken hat.

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32743 - 10. Oktober 2013 - 21:56 #

Im pauschalisieren bist du grossartig.

OtaQ 16 Übertalent - 4359 - 10. Oktober 2013 - 13:21 #

jo, die Deutschen hatten VIELLEICHT EIN WENIG mehr Dreck am Stecken als die anderen.. aber nur ganz vielleicht, hm?

Die sechs Millionen vergasten Juden zum Beispiel.. aber hey, die Amis und die Russen waren schließlich auch gaaaanz böse, war schließlich Krieg und selbst wenn Gandhi, Dalailama und John Lennon angegriffen werden würden, wären die beiden damit automatisch auch ein wenig böser, nicht wahr?

Nö, nicht wahr.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 10. Oktober 2013 - 14:09 #

Gutmensch-Alarm m(

Anonhans (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 14:27 #

Ich hab ein Déjá-vu :D

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 10. Oktober 2013 - 14:28 #

http://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch#Verwendung_als_.E2.80.9Eideologischer_Code.E2.80.9C

2011 war der Begriff Kandidat für das Unwort des Jahres in Deutschland. Dies wurde durch die Jury folgendermaßen begründet:

„Mit dem Ausdruck Gutmensch wird insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren. Ähnlich wie der meist ebenfalls in diffamierender Absicht gebrauchte Ausdruck Wutbürger widerspricht der abwertend verwendete Ausdruck Gutmensch Grundprinzipien der Demokratie, zu denen die notwendige Orientierung politischen Handelns an ethischen Prinzipien und das Ideal der Aushandlung gemeinsamer gesellschaftlicher Wertorientierungen in rationaler Diskussion gehören. Der Ausdruck wird zwar schon seit 20 Jahren in der hier gerügten Weise benutzt. Im Jahr 2011 ist er aber in unterschiedlichen gesellschaftspolitischen Kontexten einflussreich geworden und hat somit sein Diffamierungspotential als Kampfbegriff gegen Andersdenkende verstärkt entfaltet.“

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 10. Oktober 2013 - 14:30 #

'Andersdenkende' trifft nicht zu.

Naja, Laienlexikon als Basis. War zu erwarten ^^

Anonhans (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 14:49 #

Ach komm :) Wir hatten doch genau die selbe Diskussion schonmal (ich glaube es ging auch um russische Kriegsverbrechen) und das endete damit, dass nen Moderator einschreiten musste und ich glaube sogar Kommentare gelöscht wurden.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 10. Oktober 2013 - 15:11 #

Ja, GG ist für viele Diskussionen (innerhalb der Kommentare) sowieso nicht geeignet, wobei das willkürliche Löschverhalten nur ein Grund dafür ist. Kein Beinbruch :)

Larnak 21 Motivator - P - 25531 - 10. Oktober 2013 - 21:56 #

Wenn's gelöscht werden muss, ist es in der Regel keine "Diskussion" mehr :p

Anohannes (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 15:38 #

Lass doch das Eismännchen, der will doch nur Aufmerksamkeit für sein kleines Egochen.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 10. Oktober 2013 - 16:01 #

Weil Anonhännchen ja so einen Einfluss auf mein Leben haben xD

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 10. Oktober 2013 - 21:36 #

Wenn er ein Gutmensch ist, bist du ein Schlechtmensch.

Fabowski (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 14:16 #

Von dem Gesülz krieg ich das Kotzen

Vidar 18 Doppel-Voter - 12256 - 10. Oktober 2013 - 17:02 #

Stalin hat In der Ukraine und deren Region(noch vorm Krieg) schätzungen zufolge bis zu 14 Millionen Menschen, auf seinen befehl hin, verhungern lassen um den Wiederstand zu "bekämpfen".

Die Russen haben unter Stalin mehrere Millionen Menschen in KZs äh Gulags geschickt. Man schätzt heute das bis zum Ende der Sowjetischen Zeit insgesamt 40 Millionen Menschen in diesen KZs umgekommen sind.

Soll man da weitermachen?
Man geht davon aus das allein unter Stalin 20 Millionen durch "saäuberungen" ums leben kamen, da ist nur von zivlisiten die Rede..

Wi5in 14 Komm-Experte - 2682 - 10. Oktober 2013 - 12:59 #

Wenn die Spiele auf einem hohen Niveau sind, könnte das ganz interessant sein, mal aus einer anderen Sicht was zu spielen. Auch wenn es von der Story her mehr so Richtung Grütze geht....

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 10. Oktober 2013 - 21:43 #

Ich kann dir sagen aus wessen Sichtweise das ganze spielt. Aus Putins Sicht.

RyuKawano 11 Forenversteher - 711 - 13. Oktober 2013 - 10:33 #

Wohin uns die Ami-Sichtweise im realen Leben gebracht hat, sehen wir ja tagtäglich in den Nachrichten.

monkeyboobs 12 Trollwächter - 1124 - 10. Oktober 2013 - 12:57 #

Irgendwo nachvollziehbar, die US-Army unterstützt auch schon seit Urzeiten Medien, die sie ins "rechte Licht" rücken. Dennoch meiner Meinung nach ein falscher Ansatz. Interessanter wäre doch die Förderung kritischerer Spiele wie Papo & Yo oder Spec Ops: The Line.

Was so alles möglich wäre:

Ein Spiel ähnlich dem koreanischen Antikriegsfilm Brotherhood, wo man aus der Sicht beider Kriegsparteien spielt.

Oder eine Versoftung Fadejews "Die Neunzehn" oder "Die Junge Garde" aus der Sicht von Partisanen kurz nach WWI bzw. während des WWII, in der Hoffnungen und Erwartungen in eine neue, bessere Welt zerstört werden.

Oder der Vietnamkrieg aus Sicht einer/s Vietcong, der/die erst die Japaner vertreiben, sich dann gegen die neuerliche Besatzung durch die Franzosen erwehren und schließlich gegen die USA und Südvietnam kämpfen muss (Napalm, Agent Orange inkl.).

Oder ein paar Lebensabschnitte eines kurdischen Unabhängigkeitskämpfers, einer bosnischen Flüchtlingsfamilie im Jugoslawischen Bürgerkrieg, eines Kindersoldaten aus dem Kongo.

Oder der Versuch einer deutschen Familie die letzten Kriegsmonate und den Bombenkrieg in Dresden durchzustehen.

Oder der verzweifelte Kampf der Sioux oder anderer Natives in Süd- und Nordamerika, sich der Landnahme und Zwangsmissionierung durch die europäischen Kolonisten zu erwehren.

Oder..............

irgendjemandiminternet 14 Komm-Experte - 1850 - 10. Oktober 2013 - 13:16 #

Aber aber sowas Verkauft sich doch nicht.

Der Patriotische Ami will doch nicht Amerikanische Helden ermorden, die den Nordamerikanischen Kontinent von der Plage der Ureinwohner säubern wollten.

monkeyboobs 12 Trollwächter - 1124 - 10. Oktober 2013 - 13:30 #

Ich meine doch, dass das eine echte Chance für die russische Regierung gewesen wäre, sinnvolle Gegenpropaganda zu fördern, anstatt die gleichen Fehler zu machen wie ihre amerikanischen Freunde.

In anderen Medien gibt es sowas auch. Selbst wenn die keine kommerziellen Erfolge würden, so werden sie dennoch von Stiftungen, Vereinen und Behörden mit finanziellen Mitteln gestützt, um zur Aufklärung und Kulturförderung beizutragen. Dafür stehen solche Mittel bereit.

In Deutschland etwa werden bereits Spieleprojekte mit Bildungswert unterstützt. The Skillz, Winterfest, Generation Zero (lebt das eigentlich noch?)....

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 10. Oktober 2013 - 14:12 #

Ja aber offenbar sind in Russland kritische Stimmen nicht so gewünscht wie hier. Wird nicht auch Stalin als Volksheld verehrt, die ganzen politischen Morde eben nötig damit Russland gegen die Nazis bestehen konnte?

Maik 20 Gold-Gamer - - 21479 - 10. Oktober 2013 - 14:28 #

Brotherhood war ein sehr einseitiger Film, nämlich pro Südkorea. Ich fand ihn erdrückend patriotisch in der zweiten Hälfte. Deswegen kann ich ihn nur halb gut nennen. Vor einigen Wochen mal einen Artikel gelesen, dass China auch mehr ihrer Werte in die eigenen Filme bringen will. Daher ziehen die Russen nur nach.

DarkMark 15 Kenner - 2908 - 10. Oktober 2013 - 13:15 #

Jetzt wissen wir doch auch endlich, warum bei den russischen Panzern in "World of Tanks" so häufig nach der Nerf-Bat gerufen wird. Die werden querfinanziert :D

Philley 16 Übertalent - 5353 - 10. Oktober 2013 - 13:19 #

Das wollte ich jetzt nicht so laut sagen, aber sowas dachte ich auch. Ist das noch immer so schlimm?

Maik 20 Gold-Gamer - - 21479 - 10. Oktober 2013 - 14:21 #

Nein, da die anderen Länder aufgerüstet wurden. Und inzwischen kennt jeder die Weakspots der russischen Panzer. Im Bereich T9/10 fahren inzwischen 50% TD rum, die mit ihren dicken Kanonen jeden T10-Heavy in 1-2 Sekunden zerlegen können. Somit gleicht sich das jetzt aus.

Arparso 15 Kenner - 3025 - 10. Oktober 2013 - 13:40 #

Da tauscht man eine historische Verfälschung gegen die andere aus. Es ist ja löblich, mehr historische Akkuratesse fördern zu wollen - das widerspricht sich aber noch im selben Satz heftigst mit dem Verbot jedweder negativen Darstellung der eigenen Nation. Sicher werden Russen und Sowjets in westlichen Spielen gerne als klischeehafte Bösewichte bedient, wenn mal grad keine Nazis oder islamistische Terroristen zur Verfügung stehen ... sie als Heilige zu präsentieren, ist da aber keine Lösung, sondern nur staatlich finanzierte Propaganda von der Gegenseite.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73381 - 10. Oktober 2013 - 13:56 #

Das wäre mir dann schon wieder zuviel Patriotismus in der Spielewelt.

Anonhans (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 14:08 #

Ach...wir spielen, gucken und lesen doch schon seit Jahrzehnten mit Begeisterung patriotische, US-amerikanische "Propaganda". Hat schon seine Gründe, wieso es den Amis nicht besonders schwer fällt, Rekruten zu finden, die mit Begeisterung für ihr Land in den Krieg ziehen. Da macht nen bisschen mehr von der "anderen Seite" den Kohl auch nichtmehr fett :D

Maik 20 Gold-Gamer - - 21479 - 10. Oktober 2013 - 14:22 #

Du meinst die amerikanischen Sitcoms im Fernsehen sind Propaganda? Völlig richtig! :)

Anonhans (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 14:47 #

So lustig is das garnicht :D Ne Serie wie NCIS ist zB garnicht soweit entfernt von ner Sitcom. Und die Serie trieft nur so vor Patriotismus und wird mit Sicherheit auch an allen Ecken und Enden von der US-Navy und anderen Einrichtungen der US-Regierung unterstützt.
Aber ich guck mir die Serien und Filme trotzdem an, lese die Bücher und zocke auch viele der Spiele...solange der Rest stimmt, ist mir das inzwischen irgendwie egal. Bin zu alt, um als gehirngewaschener, junger Rekrut für irgendwen in den Krieg zu ziehen und die USA tut ja schon seit längerem genug dafür, um mit Negativ-Schlagzeilen der Medien-Propaganda entgegenzuwirken.

Maik 20 Gold-Gamer - - 21479 - 10. Oktober 2013 - 14:54 #

Gerade NCIS ist die einzige aktuelle Serie, die ich noch anschaue. Den Rest der Zeit wird gezockt. :) Ist doch offenes Geheimnis, das solche Serien gespo9nsert werden. Das ist im gesemten TV-Business gang und gebe. Manche Serien/Filme wären wohl nie ohne Staats-Gelder entstanden.

Azzi (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 14:09 #

Wen juckts, bisher bekamen wir ja auch meist den amerikanischen Patriotismus in Reinform serviert. In CoD sogar in ner besonders widerlichen unreflektierten Art und Weise. Nun machen die Russen halt auch mal mit.

Robokopp 12 Trollwächter - 1068 - 10. Oktober 2013 - 14:14 #

Demmächst im Handel:

Call of the Motherland: Georgian Warfare
Call of the Motherland: Black Ops Afghanistan

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 11. Oktober 2013 - 15:09 #

Fehlt noch:

KGB Assault: Chechnya Commandos

Maik 20 Gold-Gamer - - 21479 - 10. Oktober 2013 - 14:24 #

Ein konsequente Entscheidung und völlig legitim. Auch in Deutschland gibt es Fördergelder für Entwickler. Leider ist es meint zuwenig Geld und die Themen sind keine patriotischen Themen.

Shenzakai (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 14:36 #

Historisch akkurat und patriotisch in einem Satz alleine disqualifzieren jegliche authentische Wiedergabe der Ereignisse. Statt "Medal of Honor" gibt es nun eben das russische Pendant. Würg!

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 10. Oktober 2013 - 15:45 #

korrekt. Das die nicht immer die bösen sein wollen kann ich verstehen, aber das "wahrheitsgetreu" sollte man dann weg lassen, denn echter Krieg ist mal richtig scheiße, egal aus welcher Sicht.

Novachen 18 Doppel-Voter - 12747 - 10. Oktober 2013 - 14:56 #

In westlichen Spielen wimmelt es ja auch von Patriotismus. Also kein Grund für Russland es auch zu machen.

Aber fand es eigentlich schade, auch wenn man die wirklich guten Spiele aus russischer Schmiede oft im Heuhaufen suchen muss, trauen sich russische Entwickler immerhin etwas. Ein Spiel wo man Völkermörder wie Stalin beschützen muss, wären im Westen doch eher undenkbarer als es in Russland der Fall ist. ;). Und manchmal sind da auch Spiele dabei, die sich erstaunlich selbstkritisch über Russland oder eben auch die UdSSR äußern. Die gibt es meiner Empfindung nach auch wesentlich häufiger als westliche Spiele die ähnliches tun.

In Russland machen sich die Entwickler oft immerhin noch Gedanken über die freie Meinungsäußerung, die ja in anderen Medien da ja bekanntlich eher eingeschränkt ist ;).

Aber natürlich habe ich in den letzten Jahren, vor allem Weltraumsimulationen, aus russischer Produktion gespielt, wo man tatsächlich nicht selten Teil von russisch ähnlichen Streitkräften spielt und menschliche Feinde nicht selten westliche Namen haben :D.

Ardrianer 19 Megatalent - P - 18183 - 10. Oktober 2013 - 15:14 #

wie soll das denn aussehen? mit Putin virtuell auf Bärenjagd gehen? o.O

Fleischesser (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 16:01 #

In etwa so - Stalin vs. Martians:

youtube.com/ watch?v=gAfsSA6_GrE

Lipo 14 Komm-Experte - 2021 - 10. Oktober 2013 - 16:32 #

Man stelle sich vor ein deutscher Politiker würde das sagen . Die Aufschreie wären groß .

Anonhans (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 16:53 #

Aus gutem Grund.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12256 - 10. Oktober 2013 - 17:02 #

Aber bei Russen ists okay?

gracjanski (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 17:24 #

ihr Deutschen habt bloss einen Knall, was Patriotismus angeht. Da hat die Gehirnwäsche durch die Amis gute Arbeit geleistet und solche Beiträge zeigen es immer wieder.

Zur News: Eine Propaganda, die es durch die USA schon gibt wird mit Gegenpropaganda beantwortet. Ist so besser als vorher in meinen Augen.

Dominius 17 Shapeshifter - P - 6906 - 10. Oktober 2013 - 17:43 #

Gehirnwäsche durch die Amis? Das ist doch ein wenig zu plump.
Patriotismus (meint eigentlich: Nationalismus) ist eine verquere und ausschließende Ideologie, die wie so einiges anderes für immer auf den Müllhaufen der Geschichte gehört.

Sleeper1982 14 Komm-Experte - 2485 - 10. Oktober 2013 - 18:36 #

Gehirnwäsche würde ich das auch nicht unbedingt nennen, aber die komplette "westliche Welt" ist doch schon sehr amerikanisch geprägt. Grade auch durch die Medien, egal ob jetzt Film, Musik oder Games.
Aber so was ist ja auch irgendwo normal dass das "mächtigste" Land irgendwo die Richtung vorgibt. (siehe in der Sowjetunion war es Russland, oder zur Zeit von Napoleon waren die Franzosen in Europa die "angesagten")

gracjanski (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 21:52 #

ok, das wurde nicht richtig verstanden. Euphimistisch lernen wir die Gehirnwäsche als Entnazifizierung in der Schule kennen...

Anonhans (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 19:24 #

Ich seh grade in der heutigen Welt einfach keinerlei Platz mehr für Patriotismus und/oder Nationalismus. Wenn es die Propaganda der Amis war, die mich zu der Überzeugung gebracht hat, weiß ich ja, bei wem ich mich bedanken darf :D Allerdings würde ich eher drauf tippen, dass es die Erziehung meiner Hippie-Eltern war, die eigentlich keine wirklichen Freunde von US-Propaganda waren und lieber gegen amerikanische Atomwaffen in Deutschland demonstriert und Urlaub auf Kuba gemacht haben...

HamuSumo 10 Kommunikator - 441 - 10. Oktober 2013 - 20:56 #

Dem muss ich widersprechen. Eine gesunde Heimatliebe (und nichts anderes ist im Grunde Patriotismus) ist nie verkehrt. Wo man für sich die Grenze zieht (bei der eigenen Stadt, bei der Region, beim Bundesland, usw.), ist jedem selbst überlassen. Wenn man seine Heimat nicht mag, so ist das auch in Ordnung. Aber man sollte die tolerieren, die anders darüber denken, ggf. Brauchtum pflegen und vielleicht durch die patriotische Gesinnung versuchen Dinge zum Besseren zu verändern, weil sie nicht im Status Quo verbleiben möchten.

"Patriotismus ist Liebe zu den Seinen; Nationalismus ist Haß auf die anderen."
-- Richard von Weizsäcker, dt. Bundespräsident a. D.

Name788 (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 22:02 #

Patrioten (gesunde wie auch ungesunde) sind an sich selten übel, das Problem ist nur dass sie sich leider viel zu häufig jeden Mist als "patriotische Pflicht" verkaufen lassen und schon mal ihr Gehirn grosszügig ausschalten. Auch Richard von Weizäcker hat ja lange allzu brav mitgemacht und wollte hinterher fast nichts gewusst haben. Und bestimmt eher aus Liebe zu den Seinen (nicht zuletzt zu seinem Vater und zu seiner Nation) denn aus Hass auf die Anderen.

Wie dem auch immer sei, patriotische Spiele brauch ich jedenfalls weder aus russischer noch aus US-amerikanischer Produktion.

Allerdings frage ich mich andererseits auch, ob ich ein wahrhaft "historisch akkurates" Spiel zu irgendeinem Krieg spielen möchte, "Spass" würde das doch kaum mehr machen.

Wobei es einigen Spielern (mich noch nicht mal ausgenommen) vielleicht gut tun würde, zuzusehen wie der eigene Alte Ego nach den ersten wenig heroischen und dafür umso grausameren Schlachten in einem hygienisch prekären und überfüllten Spital dahinsiecht, nur um anschliessend als Krüppel mit minimaler Rente nach Hause zu kommen und von "Volk und Nation" weitgehend vergessen zu werden...

Auch das wäre natürlich nicht "die" historische Realität, aber man käme damit zumindest den Lebens- und Leidensgeschichten von Abermillionen von vergessenen Soldaten ein wenig näher, die in den vergangenen Jahrtausenden das zweifelhafte Vergnügen hatten mit dem "Feld der Ehre" allzu nahe Bekanntschaft zu machen.

Aber Spass, Spass wäre das nicht mehr.

Anonhans (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 23:03 #

Das Zitat alleine ist für mich schon nen riesen Problem. Die Seinen und die Anderen...da zieht man Grenzen wo keine sein müssten und die, solange sie weiterhin in den Köpfen der Leute besteht, auch immer bei manchen Menschen zu Hass auf "die Anderen" führen wird. Man grenzt sich und die Seinen und seine Stadt/Region/Land von anderen ab und das führt einfach in viel zu vielen Fällen zu Ablehnung, Hass und Gewalt.

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 10. Oktober 2013 - 22:11 #

Bullshit.

eQuinOx (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 18:40 #

Wenn man Deutschland auf 1933-1945 beschränkt, dann ja.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 85939 - 10. Oktober 2013 - 19:05 #

Plemplemland, naja, nicht überraschend für eine Nation, die "Schwulenpropaganda", was das auch immer sein soll, verbietet. "Antipatriotische" Spiele sind ja auch total schlimm und so ;)

Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9855 - 10. Oktober 2013 - 20:31 #

Jetzt muss ich net nur Ami-Patriotismus-Spiele, sondern auch noch russische ertragen? Ach ihr Leute, bitte...

Freylis 20 Gold-Gamer - 20960 - 10. Oktober 2013 - 20:34 #

Dabei sind Spiele neben anderen kulturellen Ausdrucksformen eigentlich DAS Medium, wo man heftigst Gesellschaftskritik betreiben kann, ohne geschlachtet zu werden. - Und wir reden hier von Gesellschaftskritik der EIGENEN Gesellschaft ;)
Nichts gegen einen gesunden Patriotismus, der wuerde Deutschland wohl auch gut stehen, aber eine bewusste Profilierung patriotischer Gehalte oder Zensierung unpatriotischer oder systemkritischer Aussagen und Darstellungen ist ebenso realitaetsfern wie lachhaft - und einem jedweden tiefgruendigen, inhaltsreichen Spiel abtraeglich.

supersaidla 15 Kenner - P - 3891 - 10. Oktober 2013 - 21:07 #

Is mir egal von welchen Supertrooper die Nazis eins auf die Zwölf kriegen ;)

Worth2die4 13 Koop-Gamer - 1432 - 10. Oktober 2013 - 22:02 #

"Von Entwicklern erwarten wir vor allem, dass sie historische Ereignisse wahrheitsgetreu und mit der größtmöglichen historischen Authentizität abbilden und keine negativen Bilder von russischen Soldaten malen"

Hm, irgendwie ein Widerspruch in sich... ^^

Aber passt perfekt zu meiner Meinung, die ich von diesem Land derzeit habe...

philipp1981 12 Trollwächter - 1182 - 10. Oktober 2013 - 22:12 #

Eine Lupenreine Demokratie eben.

Rattenaffe (unregistriert) 11. Oktober 2013 - 1:22 #

Wenn die spielerische Qualität stimmt, freue ich mich auf neue Games jeglicher Art. Strunzdoofe Storys, eindimensionale Charaktere, historischer Unsinn, verblendeter Patriotismus und zelebrierte Menschenverachtung ist in Videospielen wahrlich keine Neuigkeit und in der Vergangenheit wurden genug dieser Spiele mit Top Wertungen gesegnet.
Ich freue mich zwar über ein paar Perlen, welche aus diesem Muster auszubrechen versuchen, bin aber nicht abgeneigt darüber hinwegzusehen und ein Videospiel aufgrund des Gameplays zu genießen. So ist es auch bei Filmen etc. Wenn ich mich ernsthaft mit einem Thema auseinandersetzen will bediene ich mich anderer Quellen.

Sleeper1982 14 Komm-Experte - 2485 - 11. Oktober 2013 - 5:04 #

ich bin ja echt erstaunt wie "sachlich" dieses doch eher heikle Thema hier diskutiert wird. Ich kenne da die eine oder andere Seite wo jetzt schon die ersten Leute gebannt worden wären wegen Kommentaren ala was die Mutti abends so auf der Straße knapp bekleidet so treibt oder einfach das typische f... dich gelaber.
Da ist man ja echt froh das die Community hier anscheinend doch um einiges Reifer ist als auf anderen Seiten (was ja nicht zwingend was mit dem alter zu tuen hat)

JC_Denton 13 Koop-Gamer - 1751 - 11. Oktober 2013 - 9:15 #

Das von manchen herbeigesehnte oder gar als greifbar nah dargestellte "Ende der Geschichte" mit Vorbildfunktion der USA wird nicht kommen. Ich begrüße es auch, dass die russische Förderation als überwiegend europäisch geprägtes Land hier gegensteuert, ohne dabei über die Stränge zu schlagen.

Es ist das gute Recht der gewählten russischen Regierung, mit selbst erwirtschafteten Steuergeldern bestimmte Bereiche der Wirtschaft zu fördern, die aus Sicht der Politik fördernswert erscheinen. Russland könnte eine Aufarbeitung bestimmter Episoden seiner Geschichte im Prinzip sicher gebrauchen, allerdings ist auch verständlich, dass man in dem Land, das sich immer noch nicht komplett vom Zusammenbruch der UDSSR erholt hat, lieber "aufbauende" Inhalte in Spielen sehen will. Die Selbstkritik einer Nation bezüglich zurückliegender Ereignisse muss sich immer in Grenzen halten, um das Leben der Menschen in der Gegenwart nicht zum Erstarren zu bringen. Aufarbeitung soll der heutigen Generation nutzen, nicht ihr schaden.

Jassir 11 Forenversteher - 738 - 11. Oktober 2013 - 11:05 #

Wir brauchen mehr Alternativen zur Wahrheit.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 11. Oktober 2013 - 15:19 #

Naja... Es ist ja nicht nur so, dass die Stalin-Ära nicht richtig aufgearbeitet wurde - es werden sogar neue Stalin-Statuen aufgestellt!

Russland hat aus meiner Sicht ein Riesenproblem: Freiheit hat überhaupt keine Tradition. Es hat sie dort fast nie gegeben. Erst der Zar, dann kurze Phase der Befreiung, die aber leider schnell in Stalin überging. Nach 1989 und Gorbatschow ("Wir brauchen Demokratie wie Luft zum Atmen.) dasselbe Spiel. Ganz schnell war einer wie Jelzin dran, kein Stalin, aber auch bestimmt kein Demokrat. Und inzwischen sieht's wieder ganz düster aus (außer für Schröder).

Calmon 13 Koop-Gamer - 1217 - 11. Oktober 2013 - 9:35 #

War nicht Castle Wolfenstein ziemlich realitätsnah? :D

Trollwynn 11 Forenversteher - 621 - 11. Oktober 2013 - 12:26 #

Förderung historischer Korrektheit ist ja an sich eine gute Sache .. nur irgendwie verträgt sich das nie (bzw. eher selten) mit politischen Zielen bestimmter Machthaber ...

Inso 15 Kenner - P - 3553 - 11. Oktober 2013 - 14:57 #

Ja Square Enix, mal fix aus der Lara Croft nen Putin machen, und schon rollt der Rubel^^

Mazrim_Taim 15 Kenner - 3106 - 12. Oktober 2013 - 12:37 #

@Thema
Ich habe nichts gegen einen "gesunde" Prise Patriotismus ABER was da bis jezt idR. in Filmen & Spielen zum tragen kommt schlägt mir auf dem Magen und ich wäre froh wenn das alles rausfliegt.

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