Kirby-Schöpfer: "Überangebot an Fortsetzungen und Remakes"

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10. Oktober 2013 - 10:28 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert

In seiner Kolumne im Famitsu-Magazin prangert Masahiro Sakurai, Schöpfer von Kirby und Super Smash Bros., das Überangebot an Fortsetzungen und Remakes beziehungsweise Reboots in der Spieleindustrie an. Demnach gebe es in keiner anderen Unterhaltungsbranche wie Film, Theater, Comic oder Buch derart viele Fortsetzungen oder Neuauflagen von bekannten Marken.

Gibt es irgendeine Industrie, die so sehr auf der Wieder- und Wiederverwendung alter Titel beruht wie die Spielebranche? Im Vergleich zu anderen Medien wie Filmen, Theaterstücken, Büchern und Comics befindet sich die Flut an Fortsetzungen und Remakes bekannter Marken auf einem unnatürlich hohen Level.

Laut Sakurai liege das zum Teil auch in der Natur des Mediums Videospiele, da Leute die Regeln der Spiele lernen müssten, bevor sie loslegen können. Dadurch gebe es vom Start weg Hürden. Um diese so niedrig wie möglich zu halten, gebe es einheitliche Steuerungsstandards – mit dem X-Button Springen, Angreifen mit Dreieck. Die würden dann um ein paar neue Funktionen erweitert, sodass erfahrene Spieler mit ihrer bisher gesammelten Erfahrung ohne große Umstellungen weiterspielen können.

Allerdings will Sakurai die großen Spieleproduktionen wie Assassin's Creed oder Call of Duty nicht für ihren Erfolg und Vorgehensweise verteufeln. Vielmehr benötige es seiner Meinung nach auch entsprechende Alternativen.

Gute Spiele ziehen Fans an, und wenn du Fans hast, hast du einen Vorteil. Das versuchst du zu nutzen, um diese Spiele zu etwas Großem zu machen. Das heißt aber nicht, dass es in Ordnung ist, Innovationen aufzugeben. Beliebte, gut gemachte Spiele verdienen ein Lob, aber auch Spiele, die auf ihre Art und Weise einen einzigartigen, kreativen Funken versprühen, müssen gelobt werden.

Darum seien Auszeichnungen wie der "Japan Game Award" so wichtig. Diese würden sich nicht einfach der Mehrheit anschließen und auf Namen und vorherige Leistungen achten, so Sakurai. Damit seien solche Auszeichnungen ein Gegenpol zu der modernen Spielebranche mit ihren vielen Fortsetzungen, Remakes und Triple-A-Produktionen. Sakurai selbst gehört dem Gremium des "Game Designer's Award" an, der Teil des Japan Game Award ist. Letzterer wird jährlich von der japanischen Regierung verliehen. Diesmal wurde The Unfinished Swan (GG-Test: 7.0) die Auszeichnung des Game Designer's Award zuteil.

Dennis Kemna 15 Kenner - P - 3850 - 10. Oktober 2013 - 10:38 #

WAs hat der Mann bloß?

RECHT HAT ER!
RECHT!!!
-Malmsheimer

Name (unregistriert) 11. Oktober 2013 - 0:42 #

Wieviele Serien gibt es denn, die ständig mit denselben Figuren immer neue Spiele hervorbringen? Mir fällt da eigentlich nur Mario, Zelda, Kirby, Sonic, Donkey Kong, Pokemon, Spyro und Lara Croft ein. Management- und Sportsimulationen kann man da meiner Meinung nach gar nicht reinzählen, denn da ist das gleichbleibende Spielprinzip explizit erwünscht. Die meisten anderen Spielereihen kommen dagegen auf gerade einmal zwei oder drei Titel und warten zwischendurch mit Protagonisten oder Szenariowechseln auf.

Ich würde mal sagen, er spricht wohl eher ein in Japan verbreitetes Problem an, denn auffälligerweise sind auf meiner Franchise-Grindingliste vor allem Japaner. Aber ich würde auch sagen: Der Markt regelt sowas meistens von allein. Gäbe es keinen Umsatz, gäbe es das Produkt nicht. Zumindest westliche Publisher sind ja dafür verschrien, unprofitable Franchises ganz schnell wieder abzusägen.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6556 - 11. Oktober 2013 - 12:18 #

Ja?

Fast & Furious
James Bond
Star Wars
Die Olsen Bande

Und was ist mit den unzähligen Serien?

Ist das keine Wiederverwertung? Und ist Wiederverwertung per se schlecht?

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4660 - 10. Oktober 2013 - 10:44 #

Ist das so? Haben nicht viele Filme auch eine Zahl im Titel? Gibt es nicht bei Büchern und gerade auch bei Comics viele Serien, wo dieselben Leute im Prinzip die gleichen Dinge tun? Die genauen Zahlen würden mich interessieren, so direkt sehe ich das jetzt nicht.

Und einheitliche Standards sind eigentlich nur gut, solange nicht gezielt etwas revolutionäres angestrebt wird. Ich glaube es war bei The Cave, wo ich für's Springen immer die falsche Taste gedrückt habe, weil sie halt nicht standardkonform belegt war (oder ich andere Standards kenne).

Teschnertron 15 Kenner - 2967 - 10. Oktober 2013 - 11:15 #

Nun ja, bei Büchern (z.B. "The Wheel of Time"), Filmen (z.B. "Lethal Weapon") und Comics (z.B. "XIII") wird zumindest die Handlung fortgesetzt. Bei Spielen mag das auch so sein, aber durch den interaktiven Aspekt macht man als Spielender natürlich viele Sachen immer wieder so, wie auch schon im Vorgänger. So erwartet man in einem Ego-Shooter natürlich die WASD-Steuerung.

Innovative Spiele sind immer so eine Sache. Von einer Auszeichnung allein wird der Entwickler noch nicht reich, das Spiel muss auch seine Käufer finden. Und gerade hier hat es sich doch gezeigt, dass Fortsetzungen mit bekannten Marken und bekannten Spielprinzipien sich besser verkaufen als "innovative" Titel.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4660 - 10. Oktober 2013 - 11:45 #

Letzteres ist ja anderswo genauso. Ich denke wenn morgen ein neuer Bond in die Kinos kommt (wo ja eigentlich keine fortlaufende Handlung vorkommt) und der exakt gleiche Film mit anderem Titel, dürfte der Bond deutlich mehr Besucher verzeichnen. Oder sagen wir: mit demselben Werbebudget höhere Besucherzahlen verbuchen, denn der Marketingaufwand ist ja nochmal eine andere Sache.

Teschnertron 15 Kenner - 2967 - 10. Oktober 2013 - 14:30 #

Dazu kommt noch, dass man bestimmt schlechter bewertet wird, wenn der Film wie ein Bond ist, sich aber z.B. "Agent 4 Todesgrüße aus dem Pistolenlauf" nennt. Da sagt doch gleich jeder, dass man nur Ideen geklaut habe.

Grinzerator (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 11:13 #

Bei Büchern und Filmen ist es ja nun aber auch so, dass die Menschen die Autoren bzw. Regisseure oder Schauspieler kennen und ihnen daher von Werk zu Werk folgen können, auch wenn diese verschieden betitelt sind. Bei Spielen und auch bei Comics stehen die Schöpfer dagegen kaum im Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit, sodass nur der Name des Werks dazu dienen kann, die Spieler/Leser zum Wiederkehren zu bewegen. Allenfalls Rockstar und Blizzard erreichen einen ähnlichen Wiedererkennungswert mit dem Namen ihres Studios, aber auch Blizzard produziert nur Fortsetzungen seiner bekannten Marken.

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 10. Oktober 2013 - 14:10 #

Ein sehr guter Einwand den ich so noch nicht bedacht hatte.
*Kommentarkudos*

Novachen 18 Doppel-Voter - 12747 - 10. Oktober 2013 - 11:45 #

Das ist immer schwierig.

Gerade Comics und Buchreihen kann man da doch kaum vergleichen. Denn da gibt es meistens auch tatsächlich einen Plan. Wenn das erste Buch erscheint, weiß der Autor schon meistens wie viele Fortsetzungen es geben soll und wie die Geschichte abläuft und endet. War bei Harry Potter so, war bei Saga of the Seven Suns so und war sehr wahrscheinlich auch bei Lord of the Rings der Fall, nur um alleine drei Beispiel ohne großes Nachdenken zu präsentieren.

Bei der einen oder anderen Filmreihe ist das auch noch der Fall, da aber in meinen Augen auch schon deutlich weniger, wie auch bei Videospielen. Da entspricht der Geschichte eher einen Flickenteppich, weil da tatsächlich erst so richtig über eine Fortsetzung nachgedacht wurde, als es nen Kassenknüller wurde, aber vorher eher wenige bis keine Gedanken darum gemacht wurde. Da kommt eben nen Wirrwarr wie beispielsweise bei Assassins Creed heraus ^^.

Wenn es richtige Fortsetzungen wären, die sich auch gut zur Story des Vorgängers anfügen habe ich nichts dagegen. Aber wenn die Leute einfach nichts geplant haben und eigentlich gar nicht wissen, was sie in einem Spieluniversum noch erzählen sollen, dann wäre es besser einfach auch mal Schluss zu machen. Und Remakes und Reimagenings... nunja, das ist für mich in den letzten Jahren ehrlich gesagt das viel größere Übel, weil das für mich auch ein Stückweit ein Eingeständnis der Unfähigkeit ist, sich irgendwas komplett neues auszudenken und lieber schon mal verwendetes einfach nochmal von vorne nutzt und erzählt.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 9739 - 10. Oktober 2013 - 13:25 #

wobei ich das auch nur als reaktion auf die kundengruppe sehe die in foren, blogs, kommentaren immer wieder in einer nostalgischen verklärung aktuelle spiele im allgemeinen kritisiert und sich ihre klassiker wieder wünschen nach dem motto: "das spiel xyz einfach nur in neuer grafik - würde ich sofort kaufen!".
bitte sehr und das kriegen sie dann auch.

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 10. Oktober 2013 - 14:15 #

zum Thema Herr der Ringe als Trilogie:

"Der Herr der Ringe ist in sechs Bücher untergliedert und besitzt einige Anhänge. Anstatt in einer Gesamtausgabe wurde das Werk – gegen den Wunsch des Autors – [...]wegen der hohen Papierpreise im Nachkriegsengland, zunächst in drei Bänden publiziert. [...] Von der Sekundärliteratur wird der Roman daher oft als Trilogie bezeichnet. Tolkien selbst hat dagegen mehrfach zum Ausdruck gebracht, einen einzigen Roman geschaffen zu haben.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Herr_der_Ringe#Die_Einzelb.C3.BCcher_und_ihre_Titel

Noodles 21 Motivator - P - 30135 - 10. Oktober 2013 - 14:26 #

Also im Filmbereich gibt es doch auch total viele Fortsetzungen oder Remakes. Hollywood fällt doch auch nicht mehr wirklich was Neues an. Entweder es werden Bücher oder Comics verfilmt, Fortsetzungen gedreht, man nimmt einen ausländischen Film und macht davon ein Remake für die Amis oder es wird ein Remake eines alten Films gedreht. Sind dann halt die kleineren Produktionen, die mal was Anderes bieten und so ist es ja auch bei den Spielen, siehe Indie-Spiele.

VikingBK1981 18 Doppel-Voter - P - 12853 - 10. Oktober 2013 - 15:23 #

Remakes finde ich gar nicht so schlimm, Fortsetzungen schon ehr. Gegen Titel aus der PSone Zeit die neuaufgelegt würden hätte ich nichts. Z.B. ein Colony Wars wäre doch ganz schön.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 10. Oktober 2013 - 16:17 #

Gibt halt nicht soviel Materie. In der Regel muss schiessen und kämpfen rein, damit hat man 80% der Spiele bereits erfasst ^^

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 9739 - 10. Oktober 2013 - 17:19 #

in dem sinne kannste auch filme filme oder bücher plump zusammenfassen. in der regel müssen die da immer reden und streiten, damit haste dann auch das ganze medium erschlossen.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 10. Oktober 2013 - 17:57 #

Jo eben, und alles andere ist oft zu abstrakt. Der Bauer isst halt was er kennt ^^

joernfranz (unregistriert) 10. Oktober 2013 - 17:56 #

Diese Diskussion finde ich immer schwierig. Entscheidend sollte doch sein, ob ein Spiel gut ist oder nicht - was ja immer zu einem großen Teil sehr subjektiv ist. Dass es sich dann um eine Fortsetzung handelt oder nicht spielt für mich erst mal eine untergeordnete Rolle. NiNoKuni war z. B. ein echt tolles Spiel. Sollte dazu eine Fortsetzung kommen würde ich mich echt freuen. Kommt ein anderes RPG was ebenfalls toll ist, freue ich mich auch. Das es immer ein latentes Risiko gibt, dass erfolgreiche Spiele so lang fortgesetzt werden wie es für den Hersteller profitabel ist, kann man ja nicht wirklich verteufeln. Spiele werden in diesem Bereich ja nicht nur aus Spaß an der Freunde erstellt ;) Neue, innovative Spiele wird es m. E. immer geben, u.a. durch den Fakt das sich nicht jeder ein Team aus 400 Leuten leisten kann und deswegen allein aufgrund begrenzter Ressourcen kreativ ist bzw. sein muss.

Vampiro 21 Motivator - P - 30535 - 10. Oktober 2013 - 22:02 #

Ich will aber eine Fortsetzung/Remake vom NES Kirby!!!!!!!! Das war so geil! Für 2 Spieler gleichzeitig bitte.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33743 - 15. Oktober 2013 - 12:57 #

Stimmt schon, dass es in er Spielebranche sehr viele Fortsetzungen und Reboots gibt. Aber dass das nur dort in dem maße der Fall ist, halte ich nicht für richtig. Z.B. im Comicbereich: Bei Marvel und DC gibt's doch Dutzende von Reboots, Spin-Offs und Serien, die teilweise seit den 30ern existieren. Und in Kinofilmen gibt es auch seit längerer Zeit einen Trend zum Reboot, den die Spieleindustrie übernommen hat.
Überall gilt: Ein gesunder Mix aus Fortsetzungen (der Konsument will mehr von dem, was er kennt und mag) und neuen Marken & Innovationen (der Konsument sucht das Neuartige) ist die beste Lösung.

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