TGS13: 3D-Brille Sony HMZ-T3 angeschaut

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Jörg Langer 324131 EXP - Chefredakteur,R10,S10,C10,A10,J9
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25. September 2013 - 9:45
Auf der Tokyo Game Show hatten wir am Freitag Gelegenheit, den "Personal 3D Viewer" Sony Xperia HMZ-T3, den es auch in einer leicht aufgebohrten, schwarz-silbernen WLAN-Fassung als HMZ-T3W gibt, auszuprobieren. Die Brille war kurz vor der diesjährigen IFA angekündigt worden. Sie ist aber nicht nur dazu gedacht, geeignete Filme in 3D anzusehen (indem jedem Auge ein etwas anderes Bild dargestellt wird, dem Prinzip hinter sämtlichen 3D-Verfahren, ob Kino oder 3DS): Sie soll auch schlicht, darauf weist der Name "Personal Viewer" hin, eine Art Monitor zum Mitnehmen sein: Die Auflösung von 1280x720 knapp vor den Augen entspricht quasi einem großen Fernseher (wir würden schätzen: mit etwa 50 Zoll Display-Diagonale), vor dem man sich ungefähr in 1,5 Meter Entfernung hinsetzt.

Unser Reporter vor Ort beim Praxistest (die Brille wurde noch  nachjustiert).
Die Brille wird in der von uns ausprobierten Fassung per Kabel mit einer Basisstation verbunden, in die wiederum das HDMI-Kabel eures Abspielgeräts gesteckt wird. In der W-LAN-Fassung bleibt weiterhin das Kabel von der Brille zur (recht kleinen) Basistation nötig, es sind die Abspielgeräte, die per zusätzlicher WLAN-Station drahtlos damit kommunizieren.

Aber nun zum kurzen Praxistest: Der 3D-Effekt per Film funktionierte gut, allerdings waren Schärfe und 3D-Effekt trotz des Festschnallens der Brille stark blickwinkelabhängig. Bei den Spielen konnten wir die HMZ-T3W nur in 2D ausprobieren: Wohl aus Praktikabilitätsgründen war nur eine PSVita angeschlossen, für die es keine echten 3D-Spiele gibt. So probierten wir einen simplen Runner aus sowie das RPG Chaos Rings, und freuten uns zumindest bei letzterem über die klaren Farben und das große, immersive Bild. Die Bildschärfe hingegen war unbefriedigend, trotz einiger Einstellversuche mit Hilfe der uns betreuenden Messehostess. Userberichte über die Vorgängermodelle bestätigen übrigens, dass die manuelle, mechanische Einstellung der Schärfe eine ganze Weile dauert, weil sie exakt sein muss.

Zudem: Die Brille fühlte sich nicht so leicht an, wie es die Gewichtsangabe von 320 Gramm vermuten ließe. Und das trotz zweier Haltebügel (die über den Kopf und Hinterkopf gehen) und einer Stirnauflage. Obwohl es auch für den brillentragenden News-Autoren möglich war, das Gerät zu nutzen, mag es bei großen Brillen Probleme geben. Komfortabel haben wir uns aber nicht gefühlt, und wir könnten uns zwar vorstellen, leicht zurückgelehnt und bei nach hinten abgestütztem Kopf einen anderthalbstündigen Film damit anzuschauen. Eine stundenlange Spielesession, aufrecht sitzend, würde sich aber mit einiger Sicherheit in verspannten Nackenmuskeln am nächsten Tag äußern. Außerdem vermuten wir, dass sich die Stirnauflage mit der Zeit unangenehm (Druckstelle!) bermerkbar machen wird – obwohl Sony deren Fläche vergrößert hat, um das Tragen angenehmer zu gestalten. Den (sehr guten) Sound erlebten wir nicht mit den eigentlich beiliegenden Ohrsteckern, sondern mit großen Sony-Kopfhörern; dies war sicher der Vorführsituation auf einer belebten Messe geschuldet.

Das ist natürlich nur unser Kurzeindruck nach knapp 15 Minuten Beschäftigung mit der HMZ-T3, aber Liebe auf den ersten Blick sieht anders aus. Bislang hat Sony die 3D-Brillen auch nach Deutschland gebracht, seit November 2012 ist das Modell HMZ-T2 zu haben; es kostet aktuell etwa 700 Euro (ursprünglich: um die 1.000 Euro). Aus unserer Sicht ist aber auch die HMZ-T3 ein Gerät, das eher für kleine japanische Wohnungen und sehr lange tägliche Pendelreisen in japanische Städte gedacht ist, als für deutsche Wohnungen, in die man sich fürs selbe Geld bereits recht große, bildstarke LCD-Fernseher stellen kann.
Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 25. September 2013 - 9:50 #

Rekapitulieren wir: Schlechterer Blickwinkel, schlechterer Tragekomfort, voraussichtlich doppelt so hoher Preis im Vergleich zu Oculus Rift. Warum bitte Sony sollte jemand eure Brille kaufen? Ich muss da kurz nicht aufgepasst haben.

Dazu passt, dass Sony über kurz oder lang eine Videobrille für die PS4 vorstellen wird - wahrscheinlich dieses oder ein etwas angepasstes Modell. Auch hier die Frage an Sony: Warum die schlechtere Eigenentwicklung? Sicher, damit lässt sich (auf dem Papier..) mehr Geld verdienen. Aber stimmt das wirklich wenns keiner kauft oder rechnet sich da eine Abteilung die Zahlen schön?

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324131 - 25. September 2013 - 9:58 #

Wobei ich selbst die Oculus Rift noch nie ausprobiert habe, ich bin generell sehr sensibel bei solchen Dingern. Habe aber auch vorhin mit Christoph gesprochen, im Vergleich scheint die Oculus doch komfortabler zu sein.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 25. September 2013 - 10:04 #

Ich fand schon, dass die Rift sehr angenehm auf dem Kopf saß. Den Vorgänger der von dir ausprobierten Sony-Brille fand ich aber auch eher ungemütlich. Dazu kommt die viel schlechtere Immersion bei Sony - scheint ja auch bei der neuen nicht viel besser geworden zu sein, wenn du von "50 Zoll aus 1,5m Entfernung" schreibst. Bei der Rift gibts keine Zollgrößen und Entfernungsangaben, da bist du mittendrin. Ist leider ohne es selbst gesehen zu haben nur sehr schwer vorstellbar. Vom Gefühl her ist der Unterschied zwischen einer Sony-Brille oder der Cinemizer zur Rift aber so groß, dass sogar mir die Vergleiche ausgehen ;) .

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324131 - 25. September 2013 - 10:12 #

Ja, es ist definitiv so, dass bei der HMZ vor dir quasi ein großer Monitor schwebt, statt dass du voll umgeben bist vom Bild.

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11729 - 25. September 2013 - 11:32 #

Jörg, mich würde mal ein kurzer Testbericht zum Rift von dir interessieren! Mit deiner Erfahrung kannst du sicher gut einschätzen, ob es wirklich DAS nächste große Ding sein wird!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324131 - 25. September 2013 - 13:34 #

Wie gesagt: Hatte bislang noch keine auf dem Kopf, außerdem gibt es bislang ja sowieso nur das schlechter aufgelöste Entwicklermodell zu kaufen.

Jadiger 16 Übertalent - 4885 - 25. September 2013 - 13:55 #

Du hast die Oculus nicht ausprobiert schäm dich echt. Ich mein bis nach Tokio und was weis ich noch wo hin aber die Oculus nicht ausprobiert. Ich mein das könnte vielleicht sehr viel verändern und ist meiner Meinung wirkliches Next Gen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324131 - 25. September 2013 - 14:02 #

GamersGlobal besteht nicht nur aus mir, als Redaktion haben wir sie selbstverständlich ausprobiert, siehe Gamescom-Berichte.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12270 - 25. September 2013 - 10:57 #

Sony will damit sicherlich nicht Oculus Rift konkurrenz machen, vor allem weil das hier keine VR-Brille ist.
Und Wer sowas kauft, nun wird schon ein paar geben, ist immerhin bereits die dritte Generation davon.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 25. September 2013 - 13:11 #

Die Rift geht auch als Videobrille durch, gibt inzwischen sogar ein Programm, um ein virtuelles Kino für deine Filme zu integrieren - da kannst du dich dann auf deinen Wunschplatz setzen und bist genau so weit von der Leinwand entfernt wie du gerne willst anstatt den vollen Bildausschnitt zu sehen.

Jede Videobrille steht automatisch in Konkurrenz zur Rift, so leid mir das für Zeiss und Sony tut. Und wer sowas kauft: Bislang gibts keine Konkurrenz.. Die kommt mit der Rift, anschließend sage ich dir und Sony extrem einbrechende Verkaufszahlen voraus (also von "so gut wie keine" auf "nur knapp mehr als null im Quartal"). Die abgehobenen Preise von Sony sind halt einfach mit nichts zu rechtfertigen.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23270 - 25. September 2013 - 11:06 #

Das Beeindruckende bei Oculus Rift fand ich gar nicht mal das Bild (war noch etwas pixelig, auf der gamescom wurde allerdings noch die alte Version gezeigt), sondern das Headtracking. Dass man sich frei umsehen kann im Cockpit eines Mech ist schon beeindruckend. Die Sony HMZ-T3 ist für Spieler uninteressant, da warte ich lieber auf PS4-Brille bzw. die Fortaleza Brille für die Xbox One nächstes Jahr.

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