Videospielarchivierung für die Kulturforschung

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22. September 2013 - 16:29 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert

Für manch einen unter euch ist das Sammeln von Videospielen ein Hobby. Für andere Menschen ist es ein Beruf. Letzteres trifft zum Beispiel für Professor Koichi Hosoi von der Ritsumeikan-Universität in Kyoto zu. Dieser hält es für äußerst wichtig, Videospiele zu untersuchen, um die Jugendkultur des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts zu verstehen. Deshalb hat er es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Teil der Kultur auch langfristig zu sichern, damit auch Leute in 100 Jahren noch die Möglichkeit haben, die Videospiele zu untersuchen.

Um das zu erreichen hat er das "Video Game Archive Project" gestartet. Die Aufgabe des Projekts ist es, sämtliche Videospielkonsolen und dazugehörige Spiele, die in Japan entwickelt wurden, für die Nachwelt zu erhalten. Begonnen hat er damit im Jahr 1994, als er sich die Frage stellte, ob das überhaupt möglich ist. Damals erfuhr er auch, dass nicht einmal die Entwickler der Spiele selbst diese richtig aufbewahren. Professor Hosoi war der Meinung, dass die Videospielkultur der Vergangenheit im Laufe der Zeit verschwinden wird, sollte die aktuelle Situation weiter bestehen bleiben. Aufgrund von Verfall und technischen Defekten könnten die Konsolen im Laufe der Zeit schnell den Geist aufgeben.

Nur vier Jahre später startete er sein Projekt und erhielt tatkräftige Unterstützung. Nicht nur von den Spiele- und Konsolenherstellern selbst – Nintendo beispielsweise spendete alle bis dahin erschienenen 1.700 Spiele wie auch die dazugehörigen Konsolen – sondern auch von anderen Organisationen, Privatpersonen und sogar der Verwaltung von Kyoto, die Videospiele als einen der Hauptindustriezweige der Stadt ansieht. Kein Wunder: Immerhin hat Nintendo hier seinen Firmensitz und war in den 1980ern mitverantwortlich für den Videospiel-Boom. Auch bezog der Forscher einige Titel aus den Retro- und Gebrauchtspielläden Japans (GG-Report). Mittlerweile konnte er auf diese Weise 40 Konsolen und über 4.000 Spiele ansammeln. Von seinem eigentlichen Ziel ist er jedoch noch weit entfernt, denn insgesamt wurden circa 28.000 Videospiele in Japan zum Verkauf angeboten.

Bei seinem Vorhaben stößt Professor Hosoi jedoch auch auf Probleme. Nicht nur, dass sein Budget knapp wird und er gleichzeitig diverse Copyright-Genehmigungen benötigt, um Videospiele längerfristig aufbewahren zu können. Auch das Archivieren von Spielen, die nur digital verfügbar sind, ist problembehaftet. Gerade in den letzten Jahren wurden viele Spiele nur als Digital-Versionen vertrieben, sodass eine Ladenversion nicht existiert.

keimschleim 15 Kenner - 2967 - 22. September 2013 - 16:39 #

Kleiner Tippfehler: Archive. (2. Absatz, 1. Zeile)

Korbus 15 Kenner - 3189 - 22. September 2013 - 16:44 #

War nicht dieses so eine Mega-Sammlung älterer Konsolen und dazugehöriger Spiele im Angebot? Da hätte der gute Professor mal zugreifen sollen.

Keksus 21 Motivator - 25001 - 22. September 2013 - 16:45 #

Er hat ja so schon Finanzierungsprobleme. Da wird er das Geld wohl gezielter anlegen müssen, als in so Riesensammlungen, von denen er dann schon paar tausend Spiele besitzt.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6602 - 22. September 2013 - 18:40 #

Dazu kommen noch DLC und Onlinespiele, die man denke ich nur sehr schwer aufbewahren kann.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 22. September 2013 - 19:19 #

Und Spiele, die anderweitig auf dauerhafte Online-Verbindungen angewiesen sind wie etwa Sim City.
Generell könnten vor allem Bestrebungen, Spiele eher als Dienstleistung denn als Medienprodukt zu etablieren, ihnen die Möglichkeit, sich als kulturelles Erbe gleichbedeutend mit Büchern, Musik und Filmen einen Platz in den Archiven zu sichern, entziehen.

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 23. September 2013 - 10:49 #

Darin sehe ich auch eine große Gefahr.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 91302 - 22. September 2013 - 21:53 #

Viel Erfolg, Professor! :)

NedTed 18 Doppel-Voter - P - 11744 - 22. September 2013 - 23:24 #

Vielleicht kann sich Christian Schmidt von ihm etwas abgucken :) Archivar für Spiele ist ja SEIN Traumjob!

partykiller 17 Shapeshifter - 6037 - 23. September 2013 - 0:59 #

Ehrgeiziges Vorhaben, aber schöne Sache. Es gibt ja auch für etliche Retro-Computer solche Archivierungsprojekte (CAPS Programm bzw. Software Protection Society). Bevor alte Datenträger nicht mehr lesbar sind, soltel man schauen, ob man sie irgendwie noch auslesen und archivieren kann. Für C64, Amiga und Atari Rechner (XL oder ST) gibt es solche Seiten auch häufiger zu finden.

Drapondur 25 Platin-Gamer - - 56466 - 23. September 2013 - 8:09 #

Wofür Copyright-Genehmigungen? Er stellt die Spiele ja nicht aus oder macht ein Museum daraus.

Keksus 21 Motivator - 25001 - 23. September 2013 - 10:49 #

Japan hat andere Gesetze.

Drapondur 25 Platin-Gamer - - 56466 - 23. September 2013 - 11:42 #

Wie kann man sich das vorstellen? Bezieht sich das auf Retailspiele oder nur auf welche die online verfügbar sind? Bei letzteren könnte ich es verstehen aber nicht bei ersterem?! *verwirrt bin*

Keksus 21 Motivator - 25001 - 23. September 2013 - 11:48 #

Das soll sich darauf beziehen, das was hier ohne Probleme einfach so machbar ist, in Japan schon wieder ganz anderen Gesetzen folgen kann. Ich kenne die Gesetze nicht. Aber das klingt mir nach so einem Fall.

MrWulf 10 Kommunikator - 476 - 23. September 2013 - 12:08 #

Nuja, wenn Du alte Spiele sichern willst musst Du den Inhalt der Datenträger auch mal umkopieren auf neue Speichermedien. Das ist nicht immer unbedingt legal.

Keksus 21 Motivator - 25001 - 23. September 2013 - 12:14 #

Und das ergibt irgendwie gleich viel mehr Sinn, als meine Vermutung.

Drapondur 25 Platin-Gamer - - 56466 - 23. September 2013 - 12:44 #

Ok, jetzt erkenn ich die Problematik. :)

Roboterpunk 16 Übertalent - 4325 - 23. September 2013 - 8:36 #

Find ich gut und wichtig. Es wäre äusserst bedauerlich, wenn wir in Zukunft nicht mehr auf die Anfangszeit des Mediums zugreifen könnten - wie dies bei manchen alten Filmen bereits heute der Fall ist. Auch Videospiele sollten archiviert und für die Nachwelt bewahrt werden. Und sei es nur in der Form von ROMs für Emulatoren.

Epic Fail X 15 Kenner - P - 3612 - 23. September 2013 - 14:36 #

Heißt das jetzt, er sammelt alle aus Japan kommenden Spiele, die auf japanischen Konsolen rausgekommen sind? Alle aus Japan kommenden Spiele, egal für welches System? Jedes auf einer japanischen Konsole verfügbares Spiel? Oder jedes jemals in Japan offiziell käufliche Spiel?

Killer Bob 18 Doppel-Voter - 11638 - 24. September 2013 - 0:43 #

interessant

7eQ78K2 (unregistriert) 24. September 2013 - 11:27 #

Bisher müssen sie eigentlich nur KotOR1, MAFIA und StarCraft archivieren. Den Rest sollte in Zukunft kein Mensch mehr sehen müssen.

Keksus 21 Motivator - 25001 - 24. September 2013 - 11:48 #

Und wieso gedenkst du, dass deine extrem subjektive Meinung auch nur einen hauch von Objektivität besitzt, die es ihr erlauben sollte den Kurs einer wissenschaftlichen Untersuchung zu verändern? Mal ganz davon abgesehen, dass Mafia 1 und Kotor glaube nichtmal in Japan erschienen sind.

IcingDeath 16 Übertalent - P - 5164 - 25. September 2013 - 17:23 #

ach komm, so ein offensichtlicher Kommentar sollte doch gar keine Antwort wert sein ;)

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