USK-Projekt: Abschlussbericht zur Klassifizierung von Spielen

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16. September 2013 - 16:07 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert

Wie vielen von euch bekannt ist, entsteht die jeweilige Alterseinstufung eines Spiels bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) durch die Prüfung eines Gremiums. Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde von der USK im Zeitraum von Juni 2010 bis November 2011 eine andere Art der Klassifizierung getestet, die bereits in vielen anderen Ländern zum Einsatz kommt.

Genutzt wurde für die Untersuchung ein System, bei dem zum entsprechenden Titel Fragen zu Jugendschutzaspekten beantwortet werden müssen und in dem als Resultat die Altersbewertung automatisch erstellt wird. Kürzlich veröffentlichte die Prüfstelle nun den Bericht, mit dem das Projekt abschließend zusammengefasst und bewertet wird.

Während drei zeitlich aufeinanderfolgenden Phasen wurden im genannten Zeitraum insgesamt 931 Computer- und Videospiele ausgewertet und verglichen. Sowohl USK-Mitarbeiter als auch Angestellte von Spieleunternehmen füllten zuvor die jeweiligen Fragebogen aus, deren Antworten zudem mit den Entscheidungen des Prüfgremiums verglichen wurden. Als Basis dienten der PEGI-Fragenkatalog, der um einige deutsche Bedingungen erweitert wurde. Nach Angaben der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle bildeten sich im Verlauf der Untersuchung folgende drei Hauptergebnisse:

  1. Unter den Bedingungen des Pilotprojekts war es möglich, mit differenzierten Klassifizierungskatalogen ähnliche Ergebnisse zu erzielen wie durch Gremienentscheidungen, wobei die Abweichungen insbesondere in den höheren Altersstufen zu beachten sind.
  2. Unabhängig davon, ob die Klassifizierung durch einen Referenten der Selbstkontrolle (Phase 1), durch geschulte Sichter der Selbstkontrolle (Phase 2) oder durch geschulte Coder der Spiele-Unternehmen (Phase 3) durchgeführt wird, bleiben die Ergebnisse vergleichbar.
  3. Die Deckungsrate der Ergebnisse steigt deutlich an, sobald spezifisch deutsche Kriterien in den Klassifizierungskatalog aufgenommen werden.

Der USK zufolge zeigen diese Ergebnisse, dass „die Klassifizierung von Inhalten eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden System der Prüfung von Computerspielen auf der Grundlage des Jugendschutzgesetzes ist“. Noch nicht zufrieden sind die Prüfer mit den Resultaten in Bezug auf die Abgrenzung von jugendbeeinträchtigenden und jugendgefährdenden Inhalten.

Felix Falk, Geschäftsführer der USK, äußert sich ebenfalls positiv zum Abschluss des Projekts und macht darüber hinaus deutlich, dass die Prüfstelle beispielsweise im Bereich der Online-Spiele bereits jetzt auf die Erfahrungen mit dem System der Klassifizierung zurückgreift:

Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass sich der überwiegende Anteil der Spiele über einen eigenen Kriterienkatalog korrekt einstufen lässt. Gleichzeitig ist jedoch klar geworden, dass Klassifizierungssysteme nur wirksamen Jugendschutz ermöglichen, wenn eine Qualitätskontrolle stattfindet, bei der die Arbeit von Gremien ein wichtiger Faktor ist. Die Klassifizierung ist der einzige Weg, der für die große Masse an Spielen, die über unterschiedlichste technische Plattformen auf internationaler Ebene verbreitet werden, einen effektiven Kinder- und Jugendschutz über Alterskennzeichen ermöglicht.

Den vollständigen, 34 Seiten umfassenden Abschlussbericht könnt ihr euch als PDF-Dokument anschauen. Unter anderem erhaltet ihr neben zahlreichen Diagrammen Informationen zu den USK-spezifischen Kriterien oder auch einen Vergleich zwischen USK und PEGI.

Rattenaffe (unregistriert) 16. September 2013 - 16:25 #

Die USK wurde glücklicherweise in den letzten Jahren etwas liberaler, aber mir würde das PEGI System reichen. Diese Eigenbrötlerei ist gerade bei einem zusammengewachsenen EU-Markt überholt.

Hendrik -ZG- 26 Spiele-Kenner - P - 67697 - 16. September 2013 - 16:58 #

PEGI hat nur den Nachteil das die meisten Spiele uncut sind, da Europa viel liberaler als Deutschland auf Gewalt reagiert. Würde es nur PEGI geben, wären wahrscheinlich noch mehr Spiele auf dem Index. Siehe Sleeping Dogs und Bulletstorm, Beide PEGI indiziert, deutsche Versionen frei erhältlich....

XmeSSiah666X 16 Übertalent - 5798 - 16. September 2013 - 18:46 #

Sleeping Dogs und Bulletstorm sind in Deutschland aber auch nur frei erhältlich weil die deutschen Fassungen stark zensiert sind!
Würde Deutschland das PEGI System einführen, würde das ja nicht ausschließen, das zensierte Fassungen speziel für den deutschen Markt entwickelt werden.

Hendrik -ZG- 26 Spiele-Kenner - P - 67697 - 16. September 2013 - 21:23 #

Genau das mein ich doch, das die Spiele nur entschärft eine Marktchance hatten in Deutschland. Und nur PEGI einführen heisst nicht das die Spiele dann entschärft werden, um unsere Jugend zu "schützen".

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 12735 - 16. September 2013 - 22:26 #

PEGI ist das letzte was ich will. Es mag liberaler beim Thema Gewalt sein, bei anderen Themen jedoch, Alkohol, Drogen, Sexualität ist PEGI viel, viel strenger als die USK.

Außerdem, wenn PEGI kommt, dann ist die Altersfreigabe nicht mehr Schutz vor Indizierung. Viele Titel, die heute als ab 18 durchgehen, dann bei PEGI vielleicht gar eine niedrigere Einstufung bekommen, würden dann hier schlicht indiziert werden. Damit hätten wir wieder die Situation von vor 2003.

Name (unregistriert) 17. September 2013 - 11:45 #

PEGI ist kulanter im Bereich ab 18, dafür restriktiver im Bereich ab 12 Jahren. Gothic ist das Paradebeispiel, USK 12 <=> PEGI 16, wegen Sumpfkraut. Man würde Schnitte im Splatterbereich einfach gegen Schnitte im Bereich Spielweltdesign ersetzen.

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 16:25 #

Was denn, ist "Oberster Grundsatz aller Prüfverfahren ist: Bei der USK wird gespielt – jeder Titel." etwa nicht mehr durchführbar?
Das würde natürlich auch erklären, warum "Dieses Verfahren weltweit einmalig [ist]."

Zitate sind aus der USK Selbstbeschreibung.

Name (unregistriert) 16. September 2013 - 16:59 #

Was genau an den Wörtern "sinnvolle Ergänzung zum bestehenden System" bereitet Verständnisprobleme?

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 18:15 #

Nun man war immer so stolz auf die Gremien, um dem "strengsten Jugendschutz der Welt"(TM) Rechnung zu tragen und das PEGI System ist viel zu "starr" und öhm "unmenschlich" (ja ist ein Zitat) und jetzt auf einmal ist es eine sinnvolle Ergänzung.... ich habe kein Verständnisproblem, ich mache mich lediglich lustig über den Laden.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 12735 - 16. September 2013 - 22:30 #

Also was den strengsten Jugendschutz angeht, ich glaube Australien ist da auch ganz gut mit dabei. Und es gibt durchaus Länder, da ist das, was wir als harmlos empfinden schon verboten, und damit meine ich nicht mal islamische Staaten sondern eher einige asiatische und lateinamerikanische Länder.

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 22:34 #

Es war auch eher eine sarkastische Anspielung auf die plakativen/populistischen Äusserungen von diversen Politikern.

Punisher 19 Megatalent - P - 16308 - 16. September 2013 - 18:19 #

Nuja, erstens ists als Ergänzung gedacht, wie mein Vorredner schon weniger freundlich bemerkte, zweitens kann man sich das z.B. so vorstellen, dass die USK/Prüfstelle eben nur noch bei Spielen, die in dem Semi-Automatischen Verfahren zwischen "ab 16" und "ab 18" liegen, genauer prüft. Oder nur bei den Spielen, bei denen sie den Verdacht haben (anhand von Screenshots, Videos etc.) dass die Einstufung nicht korrekt sein könnte - müssen ja nicht mein leckeres Steuergeld dafür ausgeben, "Barbie auf dem Ponyhof" oder "TV Total Turmspringen" zu spielen... weniger Aufwand, weniger Kosten. Hoffentlich.

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 18:31 #

Siehe meine Antwort an "Name", die USK-Prüfungen bezahlen die Hersteller selber und Barbie auf dem Ponyhof wird ohnehin schon nicht mit "deutscher Gründlichkeit" geprüft.

Punisher 19 Megatalent - P - 16308 - 16. September 2013 - 21:19 #

Wie du selbst schreibst - Gesellschafter ist zum Teil auch der Staat.
Bei der USK Arbeiten neun Personen in Vollzeit (die Website spricht von 8, bei Team sind aber 9 Personen gelistet), zwei ständige Vertreter der Jugendbehörden (die das sicher nicht umsonst machen und deren Gehalt schonmal aus Steuergeldern kommt), 50 unabhängige Sachverständige (die sicher auch nicht ohne Bezahlung arbeiten) und 14 Personen sitzen im USK-Beirat (überwiegend aus kirchlichen und staatlichen Institutionen - woher die ihr Gehalt beziehen dürfte auch klar sein).

Selbst wenn also die festen Mitarbeiter ihr Gehalt durch die Prüfverfahren finanziert bekommen fliesst noch genug Steuergeld dort hinein, egal ob direkt oder indirekt.

Versteh mich nicht falsch, ich sage nicht dass die USK nen schlechten Job macht oder überflüssig ist. Aber grad bei staatlichen Einrichtungen und staatlich verbandelten Unternehmen ist "einsparen" meistens keine schlechte Idee.

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 21:43 #

Ob die Kosten der ständigen Vertreter ersetzt werden, ist mir nicht bekannt, aber ich gehe fast davon aus. Die unabhängigen Sachverständigen arbeiten ehrenamtlich(!) - da sind die Sparbrötchen schon am Werk. Und der Beirat der USK tagt nur ein oder zwei mal im Jahr, sollte also auch nicht die Kostenexplosion verursachen. Dazu kommt ja noch, dass die USK auch uhm, Consulting macht, also Firmen schon früh zu beraten, damits bei der Prüfung keine Probleme gibt. Nie war Jugendschutz so lukrativ wie heute.

Punisher 19 Megatalent - P - 16308 - 16. September 2013 - 22:08 #

Hm nein, das mit den Sachverständigen sieht mir nicht so aus - auf der Website sind die Ehrenamtlichen und die Sachverständigen nämlich explizit getrennt ausgewiesen, die 17 waren es glaub ich Ehrenamtlichen habe ich nicht erwähnt, weil die ja Ehrenamtlich tätig sind. Einen Hinweis, dass die Sachverständigen genauso wie die Ehrenamtler gratis arbeiten konnte ich auch nicht finden - und ich habe tatsächlich vor der ersten Antwort schon recherchiert, damit ich keinen völligen Quatsch von mir gebe. :)

Letztendlich werden wir diese Frage nicht abschließend klären können, ob direkt oder indirekt Steuergelder hier rein fließen, ohne die konkreten Zahlen zu kennen. Die USK sagt wohl, dass sie keine Geldmittel direkt vom Staat erhalten, auch wenn ich solche Statements nur als Hörensagen und nie aus direkter Quelle finden konnte. Hast du dazu was konkretes von der USK/Jugendschutzbehörde? Würde mich wirklich interessieren, wie es denn nun ist.

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 22:19 #

Zu den Sachverständigen hab ich das hier:
(4) Die Tätigkeit der Jugendschutzsachverständigen ist ehrenamtlich, sie erhalten
eine vom Rechtsträger der USK festzulegende Aufwandsentschädigung.
Quelle: http://www.usk.de/fileadmin/documents/Publisher_Bereich/USK_Grundsaetze_2011.pdf
Naja, dass sie keine Geldmittel kriegen bedeutet natürlich nicht, dass sie kein Personal kriegen. Überhaupt ist die Finanzierung sehr undurchsichtig, imho.
Edit: Ich finde immer nur Verweise auf Vereinbarungen zwischen der USK und den obersten (Landes)jugendschutzbehörden, etc. Wie genau die aussehen, das hab ich nicht gefunden.

Name (unregistriert) 16. September 2013 - 22:40 #

Für Staatsangestellte ist die Frage schnell zu beantworten. Sie dürfen keinen Zusatzverdienst aus solchen Gremienmitgliedschaften ziehen. Im Fall der USK ist es außerdem ihr Job, dafür bezahlt sie der Staat und jedes andere bezahlte Beschäftigungsverhältnis könnte die Loyalität zum Arbeitgeber untergraben.

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 22:54 #

Die Frage ist, ob das Staatsangestellte sind oder nur von den Behörden bestellte Personen.
"§ 4 Ständige Vertreter
Zur Mitwirkung in allen Fragen des Jugendschutzes sowie zur Freigabe und
Kennzeichnung von Bildträgern bestellen die Obersten Landesjugendbehörden im
Benehmen mit den in der USK beteiligten Verbänden der Computerspielwirtschaft
auf der Grundlage einer Vereinbarung der Obersten Landesjugendbehörden im
Sinne des § 14 Abs. 6 JuSchG Ständige Vertreter der Obersten
Landesjugendbehörden bei der USK, nachstehend „Ständiger Vertreter“ genannt."

Ganon 23 Langzeituser - P - 40245 - 16. September 2013 - 16:45 #

"Die Deckungsrate der Ergebnisse steigt deutlich an, sobald spezifisch deutsche Kriterien in den Klassifizierungskatalog aufgenommen werden."
Das ist nun nicht wirklich überraschend. ;-)

gracjanski (unregistriert) 16. September 2013 - 16:54 #

Hört sich alles so positiv an, dabei handelt es sich um eine Zensurbehörde *g* Ja, bitte mehr 1984 und natürlich auf Kosten von Steuerzahlern und für wirtschaftl. Versager.

Name (unregistriert) 16. September 2013 - 17:09 #

Nö, die Publisher zahlen für jeden Prüfvorgang und GAME ist gemeinsam mit dem Staat Gesellschafter der GmbH.

Zensieren tut die USK nirgends. Sie sagt den Entwicklern nur, welche Einstufung sie anhand der Kriterien bekommen und was notwendig wäre, um eine andere zu bekommen. Das können die Entwickler dann tun oder auch lassen. Im Falle der verweigerten Einstufung (z.B. bei potentiell gewaltverherrlichenden Spielen) kann das Unternehmen das Spiel ohne Probleme trotzdem auf den deutschen Markt bringen und kann bis zum Beschluss einer Indizierung legal im Laden angeboten und beworben werden, gilt halt solange als Freigegeben ab 18 Jahren. Indizieren kann nur der BPjM und Beschlangnahmung braucht einen Gerichtsbeschluss. Erst da fängt die staatliche Zensur dann an.

Clive Barker's Jericho ist ein Paradebeispiel. Keine USK-Einstufung bekommen, trotzdem veröffentlicht, nicht indiziert und dann nachträglich USK18-gesiegelt.

gracjanski (unregistriert) 16. September 2013 - 18:38 #

ja, denke erstmal über das Wort zensieren nach und überlege, wieviele Stufen von Zensur es gibt und lass mich bitte mit diesen theoretischen Müll in Ruhe

Tr1nity 28 Endgamer - 101357 - 16. September 2013 - 18:47 #

Auch wenn du noch so bockig wie ein Kleinkind mit dem Fuß aufstampfst, hat der anonyme Poster nunmal recht. "Zensieren" tut die USK nichts, also ist deine "Zensurbehörde" falsch. Steuern zahlen wir für diese übrigens auch nicht. "Zensieren" machen die Entwickler selber, um eine entsprechende Einstufung zu bekommen. Sie können es auch lassen, dann erfolgt gar keine Einstufung. Das Risiko einer Indizierung ist dann allerdings extrem hoch.

gracjanski (unregistriert) 16. September 2013 - 19:20 #

genau, was im Endeffekt auf dasselbe hinauskommt -.- aber hauptsache mal klugscheissen

Name (unregistriert) 16. September 2013 - 20:46 #

Nach dieser Bewertung ist jedes Spiel zensiert, denn die Entwickler halten sich von Haus aus bereits an die Vorgaben, die das ESRB ihnen in den USA auferlegt und meistens auchh gleich noch an die, die die puritanischen Eiferer sonst mit Pech und Fackeln gegen den Firmensitz des Unternehmens treiben würde (auch wenn es von der Meinungsfreiheit geschützt wäre).

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 21:20 #

Daher vielleicht auch der Ausdruck "Schere im Kopf". Ausserdem nicht jedes Spiel, es gibt ja auch noch Nischenspiele, die keine große Auflage brauchen oder Leute, die die Verkaufszahlen mit "Moralbrechern" erhöhen wollen.

Name (unregistriert) 16. September 2013 - 22:21 #

Bei jedem greift irgendwann irgendwo eine Schere, nennt sich Normen und Werte. Ohne Normen und Werte funktioniert keine Gesellschaft, was historisch gerade einer der evolutionären Vorteile des Menschen ist.

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 22:33 #

Womit wir dann wieder bei den verschiedenen Formen von Zensur wären, wie sich doch der Kreis schliesst......

Name (unregistriert) 16. September 2013 - 22:57 #

Das darf man gerne so sehen, nur stelle ich mir das sehr anstrengend vor, wenn man überall im Alltag von Zensuren verfolgt wird, nur weil einem gewissen Normen, Werte oder Gesetzmäßigkeiten nicht gefallen. ;)

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 16. September 2013 - 23:11 #

Nein, manche Zensuren hat man ja aus guten Gründen (Snuff Videos und dergleichen), beim Jugendschutz reicht allerdings schon der Verdacht es könnte etwas schädlich sein, das lässt sich sehr leicht missbrauchen und deswegen lehne ich das in der jetzigen Form ab.

gracjanski (unregistriert) 17. September 2013 - 21:03 #

na, nicht bei jedem Produkt, es gibt ja auhc Entwickler und Künstler, die gerne die Normen wiederspiegeln wollen und das sind nicht wenige in meinen Augen. Dass angeblich keine Gesellschaft ohne Normen funktionieren würde, halte ich für Propaganda. Es ist klar, dass wenn du eine Weltregierung anstrebst, du die Leute normieren = gleichschalten musst. Aber niemand braucht eine Weltregierung oder eine Gleichmacherei von 1 Mrd MEnschen oder 500 Millionen. Die Welt kann auch mit >200 Staaten funktionieren

Tr1nity 28 Endgamer - 101357 - 16. September 2013 - 21:33 #

Im Endeffekt kommt nicht dasselbe raus, weil du schlichtweg den falschen Baum anbellst.

Viktor Lustig 15 Kenner - P - 3530 - 17. September 2013 - 0:02 #

Ich finde das USK System so gut wie es ist. Und nein, ich fühl emich als erwachsener Mensch nicht von der USK bevormundet, und ich habe nicht nur das Gefühl, sondern ich weiß das hier nichts zensiert wird.

1. Im Gegensatz zu anderen "Jugendschutz"- Systemen wie in den USA, Australien, und in mehreren asiatische Staaten ist die USK wirklich liberal. Schaut euch doch mal an, was es in den USA oder Australien für Probleme gibt wenn es nur ein Hauch von "Erotik" in den Spielen gibt. Für mich sind das die erwachsenen Themen, und nicht igendwelche unrealistischen Blutfontänen.

2. Eben zum Thema Blutfontänen; In den meisten hier erschienen geschnitten Spielen vermisse ich selten etwas, den worum geht es hier den größtenteils? Um Gewalt! Wie gesagt, ich brauche keine Meere aus Blut, um ein Spiel gut zu finden. Und wenn es mir dann doch etwas ausmacht, dann nehme ich mir halt eine UK- Version, die ist frei zu erwerben, über viele Händler bestellbar, und kostet teilweise noch weniger!Aber das kommt kaum vor, da die ab 18 Versionen in Deutschland durchaus nicht gerade Ponyhof sind!
Wenn ich mich über eine deutsche Version aufrege, dann eher über eine miese Synchronisation, als das ich einem Gegner nicht die Augen auspuhlen darf!

3. Ich will nicht verhehlen, dass die USK manchmal überreagiert. Aber kein System ist perfekt, und wie gesagt, mir ist das deutsche USK System lieber als die von vielen anderen Ländern. Das wo die USK es übertreibt (Stichwort grünes Blut) ist durchaus zum aushalten!

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 17. September 2013 - 0:55 #

Woher kommt eigentlich der Irrglaube, die Amerikaner wären Prüde?

Viktor Lustig 15 Kenner - P - 3530 - 17. September 2013 - 8:13 #

Alle sicherlich nicht, insbesondere nicht die, die in den großen Städten wie New York, Los Angeles etc. leben.

Allerdings sind auch viele andere Amerikaner Anhänger evangelikaler Kirchen jedweder Form, und gemein ist nahezu allen diesen Kirchen, dass die was Sexualität angeht sehr repressiv sind. Daher muss ich mich immer wundern, wenn sich hierzulande die Leute über orthodox gläubige Moslems und deren vermeintlich Intoleranz/ Frauenverachtung aufregen, obwohl die Evangelikalen da teilweise sogar darüber hinausgehen.

Aber um beim Thema Games zu bleiben; Bisher gab es in den USA schon viele Wellen der Entrüstung bei "sexuellem" Inhalt von Spielen, Einzelhandelsketten haben die Produkte aus den Regalen genommen, Elternverbände geklagt, CNN hat das Ende der Welt herausbeschworen... ich sage nur "Hot Coffee Mod". Und so ein Verhalten ist halt der Prüderie geschuldet (was nicht ausschliesst, das die USA der größte Porno Produzent ist)

Und obwohl wir Deutschen ja bekanntlich mit dem Internet Neuland betreten *hust*, habe ich bisher hier einen solchen Sturm der Entrüstung nicht erlebt.

Ganon 23 Langzeituser - P - 40245 - 17. September 2013 - 9:19 #

"Und obwohl wir Deutschen ja bekanntlich mit dem Internet Neuland betreten *hust*, habe ich bisher hier einen solchen Sturm der Entrüstung nicht erlebt."
Außer wenn Boulevard-Medien berichten, dass man in Counter-Strike kleine Mädchen abknallt oder ähnliches... Gab es doch alles schon.

"Das wo die USK es übertreibt (Stichwort grünes Blut) ist durchaus zum aushalten!"
Die Zeiten von grünem Blut oder Robotern statt Menschen sind ja zum Glück so ziemlich vorbei. Und das war alles in den dunklen Zeiten als die USK noch nicht bindend war und vor Indizierung schützte. Also eigentlich ist das jetzige System schon ganz gut. Ich hätte allerdings auch nichts dagegen, wenn mehr Hersteller sich was im Bereich Erotik in Spielen trauen würden, statt die Blutmenge immer weiter hochzuschrauben. Zum Glück gibt's ja auch Entwickler in anderen Ländern als den USA. ;-)

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 17. September 2013 - 10:31 #

"Zum Glück gibt's ja auch Entwickler in anderen Ländern als den USA. ;-)"
Das ist ja das lustige: Gears of War, Mass Effect, The Witcher, alles "rated Mature".

Name (unregistriert) 17. September 2013 - 11:47 #

Ironischerweise ist gerade Mass Effect 1 bei uns bereits ab 16 feigegeben. ;)

The Witcher kommt aus Polen. Worauf beziehst du dich?

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 17. September 2013 - 12:05 #

Mature ist (Empfehlung) ab 17, kein großer Unterschied.
Ich beziehe mich darauf dass ME mit seinem Dryhumping das gleiche Rating bekommt wie The Witcher, obwohl deutlich expliziter und Gears ohne all das ebenfalls M rated ist, also so einen harten Einfluss scheints ja nicht zu haben.

Name (unregistriert) 17. September 2013 - 12:26 #

Darüber kommt ja nur noch das Porno-Rating AO, womit du in keinem anständigen Laden mehr einen Platz in den Regalen findest. Das entspricht vom Standing her USK18. USK16 entspricht eher T.

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 17. September 2013 - 14:00 #

Das mit AO ist lustig, da bei Filmen "unrated" sogar ein Marketinginstrument ist. Aber T(een) ist eher 13+ lt. ESRB.

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 17. September 2013 - 14:27 #

„Porno-Rating" ist gut. Die Uncut-Version von Fahrenheit (bei uns ab 16) ist in den USA AO. Von Pornographie kann ich da aber nix finden...

Name (unregistriert) 17. September 2013 - 15:42 #

Die europäischen und US-Vorstellungen von erlaubter Nacktheit unterscheiden sich eben. Fast alle Spiele auf der AO-Liste sind dort wegen "strong sexual contents" eingordnet. Wer das Label bekommt, erhält sofort AO. Weitere Titel auf dieser Liste: Wet: The Sexy Empire, Lula 3D und Leisure Suite Larry: Magna Cum Laude. Die beiden ersteren sind bei uns USK16, letzteres USK18. AO ist außerdem das, was San Andreas bekam, als Hot Coffee bekannt wurde, davor war es M.

Das einzige richtig gewalthaltige Spiel auf der AO-Liste ist Manhunt 2 und selbst das nur in der PC-Version und ebenfalls mit dem Verweis strong sexual content. Die PS2-/Wii-Version sind M. Hier wird m.E. ein Unterschied der Bewertung deutlich. Das ESRB bewertet die m.E. sehr stark die optische Präsentation, die USK primär die vermittelte Botschaft.

Weiteres AO-Kriterium ist Glücksspiel.

Decorus 16 Übertalent - 4286 - 17. September 2013 - 15:49 #

"Fast alle Spiele auf der AO-Liste sind dort wegen "strong sexual contents" eingordnet. Wer das Label bekommt, erhält sofort AO."
Grand Theft Auto V
Platform: PlayStation 3, Xbox 360
Rating Category: Mature
Content Descriptors: Blood and Gore, Intense Violence, Mature Humor, Nudity, Strong Language, Strong Sexual Content, Use of Drugs and Alcohol
Die ESRB listet sogar ein Spiel, das mit "Sexual Violence" mit M durchgekommen ist.

Name (unregistriert) 17. September 2013 - 16:00 #

Okay, das Muster ist trotzdem erkennbar. Die überwiegende Mehrheit der Titel auf der Liste stehen dort wegen ihrer sexuellen Darstellung/Thematik.

htt p://en.wikipedia.org/wiki/List_of_AO-rated_products

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 17. September 2013 - 15:49 #

Dem kann man nicht widersprechen :)
Nur der Porno-Begriff irritierte mich leicht.

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 17. September 2013 - 14:47 #

So halb bin ich mit dir auf einem Nenner, aber etwas Senf muss ich auch noch drauf kleckern:

Die Arbeit von FSK/USK: Gut. Definitiv. Von allen Inhalten, die unsere Gesellschaft nicht gerne sieht, finde ich, dass Gewalt am meisten restriktiv behandelt werden sollte. Nur wie, dass ist die Frage. Sollte Gewalt geschnitten werden? Ich sage nein (und unterscheide mich hier von dir), denn Entwickler sollten die Freiheit haben, ihr Spiel so zu gestalten, wie sie es wollen. Wo ich mich wieder mit dir decke: Ich empfinde Gewalt, je nachdem wie sie dargestellt ist, noch nicht einmal als zwangsläufig „erwachsen". Sachen wie Black Ops empfinde ich eher als Lockinstrument für Jugendliche (ich spreche aus eigener Erfahrung: Fast jeder männliche Jugendliche ist mal „Gorehound"). Trotzdem: Eher ab 18 und uncut als 18 und geschnitten, denn hey, Erwachsenen sollte man die Freiheit gewähren, zu spielen, was sie wollen. Ich weiß, das geht in Good Old Germany (UK-Import etc.), aber warum so kompliziert, wenns auch einfacher gehen könnte?

Lange Rede, kurzer Sinn: FSK/USK bitte so lassen, Indizierungen für Filme/Spiele dagegen abschaffen (Verweigerung nur noch bei strafrechtlicher Relevanz, auch, wenn §131 StGB ebenfalls ordentlich zweckentfremdet wird. Ursprünglich mal gedacht, nur Nazizeugs einzuziehen, wurde 1984 mit Tanz der Teufel eine der ersten Filme ausgerechnet von einem jüdischen Regisseur beschlagnahmt).

Name (unregistriert) 17. September 2013 - 16:16 #

Indizierung ist ja kein Verkaufsverbot. Der Sinn der Indizierung ist u.a. auch, Werbung durch Zurschaustellung exakt dieser als jugendgefährdend eingeschätzten Inhalte zu unterbinden. Niemand fände es spaßig, die Kettensägen-Szene aus Tanz der Teufel als Werbetrailer im TV-Mittagsprogramm zu sehen.

Hendrik -ZG- 26 Spiele-Kenner - P - 67697 - 17. September 2013 - 17:22 #

Tja aber Werbeverbot und nur unter der Ladentheke verkaufen, ist der Todesstoß. Mal abgesehen davon das man Indexspiele nicht im Inet in deutschen Onlineshops bekommt. Und da dort nun mal der Großteil der Masse einkauft,die anders als Otto Normalnerd dank Werbeverbot nicht wissen das manche Spiele existieren, ist es indirekt doch ein Verkaufsverbot.

Daeif 19 Megatalent - 13770 - 17. September 2013 - 18:43 #

Du brauchst mir nicht zu sagen, dass Indizierungen kein Verkaufsverbot sind. Ich kritisiere eher, dass sie der kommerzielle Todesstoß sind(siehe Henbab). Und für Werbung von ab-16 bzw. ab-18-Medien gibt es jetzt schon Regeln. Szenen aus dem kürzlich erschienenen Evil-Dead-Remake dürfen erst ab 23h gesendet werden, genauso wie Werbung für das neueste CoD. Es sei denn, da ist was schwer an mir vorbei gegangen (ich schau kein Nachmittagsprogramm).

Ganon 23 Langzeituser - P - 40245 - 18. September 2013 - 9:07 #

Im TV-Nachmittagsprogramm dürfen auch FSK-18-Filme nicht beworben werden. Nicht mal 16er, zumindest nicht mit bewegten Bildern, soweit ich das verstehe.

Viktor Lustig 15 Kenner - P - 3530 - 17. September 2013 - 22:05 #

Ich kann deine Einwende da gut verstehen.

1. Ich frage mich, ob es wirklich so große finanziele Einbußen gibt durch eine Indizierung. Ich meine, es wird zwar immer wieder gesagt, insbesondere von den jeweiligen Publishern/ Produzenten, aber wirkliche Zahlen habe ich noch nicht dazu gesehen. Ich nehme zwar an, dass es Einbußen gibt, doch in welcher Höhe ist mir absolut unbekannt. Wer Quellen hat, ich freue mich darüber!

2. Es ist grundsätzlich die Frage, was mehr überwiegt; Die Kunstfreiheit (darunter fallen ja auch Spiele, Filme etc.) oder der staatliche Schutz der Jugend. In Deutschland ist es klar, die Kunstfreiheit tritt hinter dem Jugendschutz zurück, wobei man auch sagen muss, dass im Laufe der Jahrzehnte es da schon große liberale Fortschritte gab. Die Frage ist nur, wie schützt man am besten Jugendliche, und ehrlich gesagt fällt mir keine bessere Möglichkeit als die Indizierung ein, den alleine irgendwelche Sticker halten wohl keine ab, so etwas zu kaufen.
Natürlich, dieses "Gorehound" ist wirklich bei den meisten eine Phase, so männlich 14- 18 "Hast du das gesehen, als er dem den Arm rausgerissen und ihm dann von hinten ***, voll cool!"... typischer Pausenhofgesprächsstoff halt.^^ Aber es mus strotzdem nicht sein, dass man Jugendliche mit interaktiven Folterungsszenen "beglückt".

Das natürlich Filmschaffende/Spieleentwickler nicht ihre Werke schneiden wollen ist klar, und da ist die Frage, ab wann Gewalt als Kunstmittel genutzt wird, und ab wann nur als Marketingmittel. Und bevor der Staat das entscheiden muss halte ich die Indizierung zwar für ärgerlich, aber durchaus notwendig. Aber wie gesagt, für alternative Vorschläge bin ich offen.

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