GG-Kurztest: Killer is Dead

PS3
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Keksus 25001 EXP - 21 Motivator,R10,S10,C5,A10,J9
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7. September 2013 - 10:34 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
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Suda51 ist für seine abgedrehten Actionspiele bekannt. In seinem neuesten Werk untermauert er sein Händchen für skurrile Settings, lässt euch das Katana schwingen und scharfe Ladys bezirzen.

Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Wenn man an Reinkarnation glaubt, könnte man leicht auf den Gedanken kommen, dass Franz Kafka als Gōichi Suda wiedergeboren wurde. Der vor allem unter seinem Künstlernamen Suda51 bekannte Spieledesigner ist nämlich für die Abgedrehtheit seiner Werke bekannt. Zuletzt schickte uns der Japaner in Lollipop Chainsaw (GG-Test: 8.0) als Cheerleaderin mit Kettensäge durch eine Zombieapokalypse. Nun steckt er uns in Killer is Dead in die Rolle von Mondo Zappa – einem abgebrühten Attentäter mit biomechanischem Arm und Katana.

Auftragskiller mit Hang zum Massenmord
Mondo Zappa ist Anzugträger und Frischling in einer staatlich finanzierten Agentur, die sich auf die Monsterjagd spezialisiert hat. Subtiles Vorgehen ist nicht gefragt, stattdessen stürzt ihr euch grundsätzlich direkt in die Offensive. Klingt nicht nach einem Job, in dem nicht viel Platz für Liebesvolles bleibt? Ein bisschen vielleicht schon, denn Zappa hat seinen Waffen Kosenamen gegeben. Hinter 'Gekkou' verbirgt sich sein Katana, 'Mussleback' ist wiederum sein biomechanischer linker Arm. Das Kampfsystem folgt dem Motto 'Leicht zu lernen, schwer zu meisten'. Ihr könnt leichte und schwere Angriffe ausführen, blocken und euren Arm in Zweitwaffen wie ein Gewehr oder einen Bohrer verwandeln. Im direkten Duell hämmert ihr dann die meiste Zeit auf eure Angriffstaste und achtet darauf, wann eure Gegner zum Schlag ausholen. So passt ihr den rechten Moment ab, um ihren Attacken auszuweichen oder sie zu parieren.

Erreicht ihr beim Blocken das perfekte Timing, färbt sich der Bildschirm rot und das Spiel wechselt in einen Zeitlupenmodus. In diesem entfacht ihr eine wahre Schwerthiebwelle, mit der ihr feindliche Angriffe kontert und die meisten schwächeren Gegner gar direkt ausschaltet. Aber auch eure Gegner beherrschen den Block. Um die Verteidigung eurer Feinde zu durchbrechen, müsst ihr zwingend auf schwere Angriffe ausweichen.

Andere Widersacher verlangen wiederum den Einsatz eurer Zweitwaffe oder eures Adrenalinschubs, der euch wie nach einem perfekten Block besonders schnell zuschlagen lässt. Der Einsatz von beidem verbraucht jedoch euren Blutvorrat, den ihr durch das Töten von Feinden aufladet. Eine weitere Methode, Blut zu erhalten, ist das 'Final Judgement'. Das aktiviert sich automatisch beim Angriff, wenn ihr den Combo-Zähler hoch genug getrieben habt. Killer is Dead lässt euch dann über die Exekutionsform entscheiden, womit ihr beeinflusst, ob euch der Gegner Lebensenergie, Blut oder Erfahrungspunkte hinterlässt. Letztere benötigt ihr, um Spezialangriffe freizuschalten – oder besondere Fähigkeiten wie Blut in Leben umzuwandeln.
Ein perfekter Konter, wie ihr ihn hier seht, versetzt euch in einen Zeitlupenmodus, in dem wir visuell reizvoll zu einem noch effektiveren Monsterkiller mutieren.
Dicke Bosse (zu) leicht gemacht
Schließlich erwarten euch am Ende jedes Levels von Killer is Dead noch Bossgegner. Die Kämpfe gegen sie verlaufen in mehreren Phasen, wobei sie ihr Kampfverhalten in jeder davon ändern. Ihr bekämpft sie zwar auch mit einer Kombination aus Draufhauen, Blocken und Ausweichen, macht ihr aber zu viele Fehler, quetschen euch die zähen Brocken schnell das letzte Fünkchen Lebensenergie aus dem Leib. Aber dafür gibt es ja noch die 'Mika Tickets', mit denen ihr euch reichlich vor Missionsstart eindecken könnt.

Löst ihr sie ein, eilt Charakter Mika herbei und führt eine Herz-Lungen-Wiederbelebung an Zappa durch. Sie muss wohl ihr Handwerk verstehen, denn nachdem sie wie wild geworden auf Zappas Brust rumgehämmert hat, steht der Anzugträger wieder bei voller Lebensenergie auf eigenen Füßen.

Voraussetzung für die Wiederauferstehung Zappas ist allerdings, dass ihr während Mikas Eingriff selbst wie bekloppt auf die Controllertasten eindrescht. So witzig diese Wiederbelebung auch ist: Diese Funktion macht die Bosskämpfe viel zu einfach. Wenn wenigstens nur ein Teil der Lebensenergie hergestellt würde. So aber werden selbst Buttonmasher durch die Unterstützung Mikas ohne nennenswerte Probleme zum Erfolg kommen.
Die mehrphasigen Bosskämpfe sind imposant, aber auch zu leicht.


Mein Name ist Zappa, Mondo Zappa
Mondo ist Monsterjäger – und Gigolo.
Killer is Dead hat aber noch anderes zu bieten als satte Prügelaction. Mondo Zappa ist nämlich auch ein Frauenheld, was ihr in den 'Gigolo-Missionen' unter Beweis stellt. Dort müsst ihr die sogenannten Mondo-Girls verführen, um neue Nebenwaffen und andere Boni freizuschalten. Wobei verführen es dann doch nur bedingt trifft. Bei einer Art Date sitzt ihr den Mondo-Girls nämlich gegenüber und müsst zunächst Mut ansammeln.

Mondo greift hierfür allerdings nicht auf beschwingende Getränke zurück, sondern glotzt seiner Begleiterin in den Schritt oder ins Dekolleté. Natürlich nur, wenn sie gerade wegschaut. In diesem Moment könnt ihr auch die Sonnenbrille aufsetzen, um die Gigolo-Vision zu aktivieren. Ganz unbekleidet sieht Mondo die Damen damit zwar nicht, aber er erfährt zumindest, von welchem Hersteller ihre Unterwäsche ist. Hat Mondo genügend Mut beisammen, kann er der Angebeteten Geschenke überreichen, um ihre Zuneigung zu erhöhen. Erreicht die das Maximum, wird es ein wenig intimer und das Bild wird schwarz. Ganz wie im echten Leben also.

Darüber, ob Killer is Dead diese Missionen wirklich brauchte oder Entwickler Grasshopper Manufacture die Belohnungen auch anders hätte an den Mann bringen können, lässt sich gewiss streiten. Wir erwischten uns jedenfalls ein paar Mal beim Schmunzeln, wenn Mondo etwa in Macho-Manier seinen Daumen nach oben zeigt, wenn seine Begleitung angebissen hat. Oder auch, wenn eine der Damen just in dem Moment wieder zu Mondo rüberschaut, als sein Gesicht bereits auf Tuchfühlung mit ihrem Ausschnitt ist.
Eine der größten Stärken von Killer is Dead ist der visuelle Stil. Aus rein technischer Sicht zeigt sich das Actionspiel hingegen nicht von der besten Seite.

Design: Kafkaesk, Technik: Mangelhaft
Gōichi Suda alias Suda51 ist normaler als seine Spiele vermuten lassen.
Der Stil von Killer is Dead erinnert an eine moderne Version von Suda51s früherem Spiel Killer 7. Das Design ist stark comichaft gehalten, der Farbkontrast besonders hoch. Die Levels sind thematisch zudem sehr abwechslungsreich. So wandert ihr unter anderem durch eine Traumwelt, ein futuristisches Musikstudio und ein Haus, dessen Innenarchitekt Maurits Escher gewesen sein könnte.

Ähnlich vielfältig sind auch die Charaktere, denen ihr im Verlauf der Geschichte begegnet. Selbstverständlich sind die nicht alle so 'normal' wie Mondo selbst. Sprich: Mit halbnackten Herrschern oder damit, dass Killer is Dead sprichwörtlich die vierte Wand einreißt, müsst ihr schon rechnen.

Während der sicherlich nicht universal kompatible Stil Lob verdient, ist die technische Umsetzung der von uns getesteten PS3-Version unbefriedigend. Häufige Ladezeiten, Tearing – und auch bei der ungünstigen Kameraführung bekleckern sich die Entwickler nicht gerade mit Ruhm. Erfreulich für O-Ton-Fans ist, dass ihr neben der sehr guten englischen Sprachausgabe auch das exzellente japanische Original auswählen könnt. Letztere kämpft allerdings damit, dass die Lippenbewegungen auf die englische Fassung abgestimmt sind, was gerade bei den Zwischensequenzen störend auffällt. Deutsche Sprache gibt es nur in Form von Untertiteln.

Autor: Mathias Dietrich / Redaktion: Benjamin Braun (GamersGlobal)

Mathias Dietrich
Ich liebe es, wenn Spiele kein Ebenbild der Realität abbilden wollen, sondern mich in fremde Welten entführen. Killer is Dead hat mich deshalb schwer beeindruckt. Die Grafik ist wunderschön und der Stil mit seinen surrealen Elementen trifft genau meinen Geschmack, die Zwischensequenzen sind atmosphärisch. Ich könnte außerdem endlos dabei zusehen wie Mondo nach einem perfekten Block in Zeitlupe zum Gegenschlag ausholt. Zudem bringt mich der Titel mit seinem Humor auch immer wieder zum Grinsen.

Doch leider ist nicht alles so perfekt. Als großer Freund japanischer O-Ton-Synchros stört mich die fehlende Lippensynchronität ungemein, die technischen Defizite auf PS3 sind deutlich zu groß. Für mich hätten die Bosskämpfe außerdem deutlich anspruchsvoller ausfallen dürfen, zumal die Wiederbelebungen ohnehin schon die Sargnägel für den Schwierigkeitsgrad sind. Auch wenn mich die Kampagne nie gelangweilt hat und viel Abwechslung bot, sind fünf Stunden Spielzeit auf "normal" schlichtweg zu kurz.

 Killer is Dead
Pro
  • Abgedrehter Stil
  • Künstlerisch ansprechende, kontrastreiche Grafik
  • Flottes Kampfsystem
  • Abwechslungsreiche Levels und Gegner
  • Haufenweise freischaltbare Fähigkeiten und Kostüme
  • Eigenwilliger, aber unterhaltsamer Humor
Contra
  • Kurze Spielzeit
  • Kämpfe zu leicht
  • Kamera teilweise nicht optimal
  • Keine deutsche Sprachausgabe
Amco 18 Doppel-Voter - P - 10721 - 7. September 2013 - 12:51 #

Sieht ziemlich abgedreht aus. Sogar noch abgedrehter als Lollipop Chainsaw.

Retrofrank 11 Forenversteher - 750 - 7. September 2013 - 18:38 #

Suda´s Settings sind Feinkost, die Spielmechanik aber irgendwie immer nur Erbsensuppe.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 34534 - 10. September 2013 - 16:12 #

Ohne es selbst gespielt zu haben, kommt mir Lollipop Chainsaw für Suda-Verhältnisse auch ziemlich "normal" vor. ;-)

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2013 - 13:43 #

Oh Mann, also Kafka muss jetzt wohl für alles herhalten... auch wenn nicht mal ansatzweise ein Bezug herstellbar ist. "Spiel ist bizarr, also schreib' ich irgendwas mit Kafka, kommt immer intellektuell, zwar nie gelesen, aber egal..."

Keksus 21 Motivator - 25001 - 7. September 2013 - 13:50 #

Der Kafka-Bezug hat seine Gründe. Das ist Suda51s Lieblingsautor. Aufgrund dessen nutzte ich diese Verbindung.

Linksgamer 14 Komm-Experte - 1931 - 7. September 2013 - 15:04 #

OK, dann geht der Vorwurf des Größenwahns an ihn über. ;)

Kafka hat nun wirklich nix mit Zombieslaying oder überhaupt mit Action in irgendeiner Form zu tun. Hätten es nicht H.P. Lovecraft oder Poe getan, die werden doch auch immer gerne genommen... ;)

Keksus 21 Motivator - 25001 - 7. September 2013 - 15:20 #

Kafka hat aber was mit dem abstrakten zu tun.

Makariel 19 Megatalent - P - 13578 - 9. September 2013 - 12:24 #

Suda ist aber nicht abstrakt sondern eher... explizit, insofern versteh ich die parallele auch nicht ganz. Kafka's Werke folgten alle einer gewissen Logik, Suda wirft nur zufällige Sachen an die Wand und hofft das ein paar davon kleben bleiben.

Jadiger 16 Übertalent - 4944 - 7. September 2013 - 14:30 #

Das Spiel ist echt Geschmacks Sache ich fand es die erste halbe Stunde noch ok, aber dann nur noch durchschnittlich wenn nicht sogar schlecht. Zur Story sag ich jetzt mal nicht wer die nicht mag der wird das Spiel nicht gut finden soviel ist sicher.

Guldan 17 Shapeshifter - P - 8314 - 7. September 2013 - 17:46 #

Hab noch nicht so viel gespielt aber bisher haut es mich nicht um, wie Lollipop Chainsaw. Schade bin etwas enttäuscht ne 7.0 ist grad so ok nach meinem Ersteindruck. Gigolo Missionen find ich total mies und die eine Nebenmission die ich gemacht habe war auch nichts tolles.

Dragon Ninja 13 Koop-Gamer - 1292 - 8. September 2013 - 12:58 #

Ich finde auch nur die Optik super. Das Spiel an sich ist ja beinahe ein Lollipop Chainsaw Klon.

oojope 15 Kenner - 3028 - 8. September 2013 - 14:56 #

Hol ich mir irgendwann mal wenn es günstiger zu haben ist. Will an dem Spiel echt nichts kritisieren, aber es ist so speziell, dass ich dafür nicht unbedingt den Vollpreis zahlen und dann auf die Schnauze fallen möchte^^

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