Rage läuft auf Xbox 360 schneller als auf der Playstation 3

PC 360 PS3
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Alex Hassel 17895 EXP - 19 Megatalent,R10,S8,C9,A8,J10
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30. Juli 2009 - 21:27 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
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Neuigkeiten vom ehrgeizigen Shooter und Rennspielcrossover Rage aus dem Hause id Software. Das Edge Magazin veröffentlichte einige technische Details über die verschiedenen Versionen des Spiels. Rage soll auf PC, Xbox 360 und PS 3 erscheinen. Laut Edge kommt die Xbox 360 Version nahe an die 60fps des PC Ablegers heran. Die Playstation 3 Version läuft hingegen in 20-30fps. John Carmack gegenüber dem Edge Magazin:

Die PS 3 hängt noch ein bisschen hinterher was die Leistung angeht, die man rauskitzeln könnte. Der Rasterer ist einfach ein bisschen langsamer - da besteht kein Zweifel dran. Der RSX [Reality Synthesizer = Grafikprozessor] ist langsamer als das was wir in der 360 haben. Die CPU ist bei beiden in etwa gleich, aber die 360 erleichtert es einem Vorgänge aufzuteilen. Bei der PS 3 hingegen war das ein großer Teil der Arbeit, die ganzen Aufgaben erstmal vernünftig auf der PS 3 zu verteilen.

Noch vor einer Woche äußerte sich Carmack über die Speichermedien der beiden Konsolen und sah hierbei leichte Vorteile bei Sonys Konsole (Wir berichteten). Während die PS 3 Version lediglich mit einer Blu Ray Disc auskommen wird, benötigt die Xbox 360 aufgrund des DVD Laufwerkes eigentlich mindestens 3 Discs, man arbeite aber an Kompressionsmethoden um eine Veröffentlichung auf 2 Discs verwirklichen zu können. id Software bestätigte ebenfalls, dass sich auch eine Mac Version noch in Entwicklung befindet.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 30. Juli 2009 - 22:25 #

Technisch ist der ATI-Beschleuniger in der Box auch deutlich moderner. Eine gute PC-Grafikkartengeneration immerhin, zusätzlich kommt eine kleine aber extrem schnelle Menge an embedded-DRAM auf dem Chip. Wer die PS3 leistungstechnisch wirklich treten möchte MUSS also die Cell-Kerne zur Videobearbeitung heranziehen. Nur dummerweise kennt sich kaum jemand mit der Programmierung dieser Recheneinheiten aus.. Sony hat zwar eine interessante Konsole auf dem Markt, ich verstehe aber alle Programmierer, die über die schon traditionell schwierige Programmierbarkeit schimpfen.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Juli 2009 - 23:12 #

Ich bin einer davon. Naja, zumindest schimpfe ich gerne drüber. ;)

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13878 - 30. Juli 2009 - 22:37 #

Sony hat mit Hilfe von IBM und Toshiba ein schönes Stück Prozessor-Technik auf den Markt gebracht, aber der Sony-Fluch der eigenen, tollen Lösung scheint leider auch bei den Cell-Prozessoren zu greifen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - 29503 - 30. Juli 2009 - 23:10 #

Toshiba schafft es ja bei den eigenen Notebooks nicht, den Cell als Multimediaprozessor vernünftig zu programmieren. Scheint alles etwas knifflig zu sein.

GamingHorror Game Designer - 968 - 30. Juli 2009 - 23:25 #

Das Problem ist der vektorbasierte Ansatz. Gewöhnlicher code wie ihn vermutlich 90% der Windows/Xbox Entwickler kennen, läuft einfach saulangsam auf der PS3 (also auf den Cells). Bedingte Sprünge wie bei if/else sollte man tunlichst vermeiden. Jetzt muss man sich erstmal überlegen wie man den Code und vor allem die Daten clever genug anpasst so das man kein if/else mehr braucht, und zwar womöglich mehr Daten stupide durcharbeitet aber am Ende noch sehr viel schneller ist. Für Streaming ist das hervorragend, für typische Gamelogik und dergleichen eigentlich nicht zu gebrauchen (es sei denn es wurde vorher entsprechend mit PS3 im Blick designed). Das muss dann die PowerPC CPU stemmen - fast dieselbe wie in der Xbox, aber halt weniger Kerne. Ich behaupte mal das ist der Hauptgrund warum es grade in den ersten beiden Jahren einige lausige/verzögerte/abgesagte PS3 ports gab.

Der Pseudocode hier - http://en.wikipedia.org/wiki/Vector_processor#Description - erklärt das Prinzip. Auf die Art zu programmieren ist allerdings kein Spaß, das geht nochmal 2 Schritte weiter als einfach "nur" multithreaded zu programmieren.

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 30. Juli 2009 - 23:46 #

Ich gebe zu, ich habe nicht mal die Hälfte davon verstanden... :P

Du programmierst auf einer PS 3 oder bist Du Programmierer der sich für die PS 3 interessiert?

Ben 13 Koop-Gamer - 1745 - 31. Juli 2009 - 0:54 #

mmmmmmmh - Gott verdammt!
Auf den ersten Blick ist es garnicht mal so schlimm, aber wenn man mal überlegt, welche abartige Änderung das für den Programmierstil und die Denkweise bedeutet ...
Dann noch, wie abartig viel mehr an zu verarbeitenden Daten anfallen. Die PS3 ist ein Rechenmonstrum - keine Frage. Aber die Art und Weise, wie man programmieren muss, ist das Todesurteil für die Rechenpower des Systems.

Würde mich auch mal interessieren, in welchem Umfang du wo für die PS3 codest :)
Edit: Sehe gerade, dass die Kolumne von dir Stammt über die QTEs. Bleibt nur noch die Fragen nach dem Umfang =)

GamingHorror Game Designer - 968 - 31. Juli 2009 - 10:13 #

Programmiert nur wenig aber hautnah bei der Umsetzung viel mitbekommen und den Prozess durchlaufen wie man den vorhandenen Code ändern könnte/müsste (Aufwandsabschätzung). Dazu die entsprechenden internen Trainings durchlaufen und gesehen wie einfach das für die 360 war (Code lief nach rund einer Woche, PS3 devkit war nach einer Woche noch nicht mal voll konfiguriert und lauffähig). Das hat mir (und eigentlich allen) gereicht. ;)

Wir wollen halt Spiele entwickeln, nicht laufend die Hardware mit berücksichtigen müssen bei jeder Entscheidung. Auf der PS3 ist es der klassische Kampf Mensch gegen Maschine.

prax 10 Kommunikator - 465 - 31. Juli 2009 - 5:11 #

Moment mal... Rage ist Multiplattform? Jetzt auch noch ID?
Da kann man als PC Spieler einfach nur noch den Kopf schütteln..

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 31. Juli 2009 - 8:41 #

Weshalb?

KosmoM 13 Koop-Gamer - 1769 - 31. Juli 2009 - 10:54 #

MMh, wieso dreschen jetzt eigentlich alle ein wenig auf die PS3 ein. Man merkt eher mittlerweile, wie profitorientiert doch die Firmen sind. Denn ich erinnere mich, dass in der letzten Generation die Ps2 ähnlich schwer zu programmieren war, weil der Speicher der Grafikkarte sehr klein war. Nur, dass es damals keinen gestört hat, weil sich die Spiele wie geschnitten Brot verkauft haben. An der Misere mit der PS3 sind sie selbst schuld. Hätten die schon Sony damals kritisiert, wäre sowas wie die Ps3 in der Form nicht released worden...

GamingHorror Game Designer - 968 - 31. Juli 2009 - 11:24 #

Errr ... die Entwickler selber haben erstmal wenig bis keinen Einfluß auf die Entwicklung einer neuen Konsole. Es Bedarf der Einsicht und Bereitschaft des Konsolenentwicklers, die Entwickler und deren Wünsche schon in der Planungsphase mit einzubeziehen. Sony macht das traditionell nicht, geht man doch davon aus das die Entwickler im Laufe der Zeit sich das Wissen aneignen werden. Bisher lagen sie damit richtig, da sie mit dem Playstation brand unangefochten an der Spitze standen und Entwickler schlicht keine Wahl hatten. Da war das halt einfach die Norm das die führende Konsole schwer zu programmieren ist (und der kleine Videospeicher war nur ein Teil davon, der andere war der Vektorprozessor im Zusammenspiel mit CPU und Video).

Microsoft hat diese Schwäche von Sony konsequent ausgenutzt und sich sehr viel stärker den Wünschen der Entwickler verschrieben und ein ordentliches Entwicklerkit und Software zusammengestrickt. Dabei kam ihnen das ganze know-how als Softwareentwickler zugute. Damit sind sie dann bei den Entwicklern hausieren gegangen während bei Sony weiterhin eine gewisse Arroganz gegenüber Entwicklern regierte. Immerhin dürfen sie doch für die beste und modernste Konsole entwickeln, sollen die sich mal nicht so anstellen.

Das ganze ist sehr schön hier beschrieben (nicht unbedingt neutral aber das war auch nicht der Anspruch des Buchs):
http://www.amazon.de/Xbox-360-Uncloaked-Microsofts-Next-Generation/dp/0977784215/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1249035598&sr=8-1

prax 10 Kommunikator - 465 - 31. Juli 2009 - 16:22 #

Den wünschen der Entwickler? Die Xbox und sein 360 Nachfolger sind immernoch PCs in einem Minigehäuse. Vorteil für die Entwickler ist das die Programmierung fast Identisch mit der von PC Spielen ist nur das die Hardware Anpassungen wegfallen. Schließlich ist in jeder Xbox ja die selbe Hardware. Das war einfach nur ein (Wirtschaftlich) genialer Zug von M$. Und das bei PC spielen die verschiedenen Hardwarekombinationen schon immer ein Dorn im Auge der Entwickler war, ist ja nicht erst seit gestern bekannt.

GamingHorror Game Designer - 968 - 1. August 2009 - 13:43 #

Also für die Xbox lasse ich das noch gelten, aber bei der 360 sieht es schon etwas anders aus. Da steckt ein stark modifizierter PowerPC Prozessor drin, bei dem man schon einiges berücksichtigen muss. Das wichtigste: im Gegensatz zu Desktop PCs und Macs macht diese CPU keine automatischen Optimierungen des Code-Ablaufs (in-order execution). Dazu ist die GPU viel enger an die CPU und Speicher angebunden als auf PCs, wodurch man hier die ganze Schnittstelle PCIe vom PC umgeht.

Natürlich ist das für die meisten Programmierer weitgehend transparent und mit einigen Anweisungen was man tun und sein lassen sollte auch nicht wesentlich schwieriger zu programmieren als ein PC. Ein PC ist die Xbox360 trotzdem nicht (mehr). Aber mit Sicherheit kann man sagen das die zentralen Komponenten von der Entwicklung der herkömmlichen CPUs und GPUs profitierten und davon abgeleitet und hochoptimiert sind.

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