SOS-Kinderdorf lehnt kostenlose Werbung durch Spieleseiten ab

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30. Juli 2009 - 8:11 — vor 8 Jahren zuletzt aktualisiert

Machen wir uns nichts vor: Videospieler haben in Deutschland nach wie vor einen schlechten Stand. Wer die Berichterstattung nach Tragödien wie dem Amoklauf von Winnenden verfolgt hat und selber Videospiele konsumiert, kennt dieses Gefühl der Ohnmacht. Wenn Politiker (bevorzugt aus der Union), die in ihrem Leben noch nie einen Game Boy in der Hand hielten, von "Mord- und Vergewaltigungssimulatoren" fabulieren, die zwar in dieser Art nirgends existieren, aber doch scheinbar eine immanente Gefahr für die Jugend dieses Landes darzustellen scheinen. Wenn Talkshows, Boulevardmagazine und Nachrichtensendungen, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat, den Mythos von Counter Strike als primäres Trainingstool für Auftragsmörder rund um den Globus manifestieren. Wenn Figuren wie Christian Pfeiffer wenige Stunden nach schrecklichen Ereignissen im Fernsehstudio sitzen und über abstruse Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Videospielen und Gewaltbereitschaft phantasieren, während gleichzeitig an den Bildschirmen bundesweit unzählige, volljährige und mitten im Leben stehende Videospieler vor Unverständnis am liebsten in die Auslegeware beißen würden. Genau dann weiß man wieder , dass man als Videospieler in der Deutschen Medienwelt keine nennenswerte Lobby hat.

Geradezu abwechslungsreich mutet da die Meldung an, dass sich der SOS-Kinderdorf e.V. dem reichlich uninspirierten Einknüppeln auf die Videospiele angeschlossen hat. Grund dafür waren nicht etwa Kinderdörfer, die als Counter Strike Map im Netz kursierten, sondern die Anfrage der Spieleseite Gamersunity, ob SOS Kinderdorf nicht gerne kostenlos auf der Seite Werbebanner schalten lassen möchte. Die Antwort war ebenso unerwartet wie unpassend. Der SOS-Kinderdorf e.V. verzichtete auf die Werbebanner und begründete dies damit, dass man nicht mit "menschenverachtenden" Spielen in Verbindung gebracht werden möchte. Nun steht es natürlich jedem Verein vollkommen frei, wo und wie er beworben werden möchte. Die Art und Weise der Absage aber sorgte bei Julian Rauscher von Gamersunity für Unbehagen: 

Man könnte fast meinen, wir seien eine rechtsextremistische Webseite. Offensichtlich verzichtet man bei den Kinderdörfern lieber auf Spenden (und somit darauf, in Not geratene Menschen zu helfen), anstatt möglicherweise mit so etwas Bösem, wie unserer Seite, in Verbindung gebracht zu werden. Ich halte das für feige.

Gegenüber Eurogamer bekräftigte Thomas Laker von SOS-Kinderdorf die Haltung des Vereins, sich nicht von Spieleseiten unterstützen zu lassen: 

Tatsache ist, dass über Spielekonsolen, am PC oder online Spiele gespielt werden können, die dem Nutzer Gelegenheit geben, virtuelle Gewalt gegenüber realistischen Abbildern von Menschen auszuüben. Diese Spiele enthalten massive und wirklichkeitsnahe Gewaltdarstellungen, die wir als unethisch ablehnen.

Wir sind besorgt, dass auch junge User über diese Spiele - getarnt als harmlose Unterhaltung - auf vielfältige Weise mit Gewalt in Kontakt kommen können. Deshalb nehmen wir in besonderer Verantwortung für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen eine kritische und distanzierende Haltung zu den Inhalten von so genannten Shooterspielen beziehungsweise Online- oder PC-Kriegsspielen ein.

Deutschland im Juli 2009, drei Wochen vor der wichtigsten europäischen Leitmesse, die dieses Jahr in Köln stattfindet. Videospiele sind nach wie vor Feindbild der konservativen Politiker und des Boulevardjournalismus. E-Sport Veranstaltungen werden untersagt, Waffenbörsen am gleichen Ort gestattet. Eine karitative Einrichtung verwehrt sich gegen eine symbolische Unterstützung von einer Spieleseite. Deutsche Videospielszene, quo vadis?


Taller Ghost Walt 15 Kenner - 3210 - 30. Juli 2009 - 5:53 #

Sehr gut geschrieben!

Fohlensammy 16 Übertalent - 4199 - 30. Juli 2009 - 8:10 #

Wirklich super geschrieben!
Ich plädiere dafür, diese News zur Top-News zu ernennen. ;-)
Es ist echt unfassbar, wie ohnmächtig wir gegen diese Ignoranz und Intoleranz der "Höheren" sind. Ich könnte echt platzen, wenn ich von solchen Aktionen lese. :-(

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 34212 - 30. Juli 2009 - 8:13 #

Sehr interessant und gut; du solltest gleich Artikel schreiben ;)

Bibliothekar 11 Forenversteher - 770 - 30. Juli 2009 - 8:19 #

Wenn ich sowas lese muss ich mich immer wieder selbst dran erinnern, dass das Problem mit der Zeit wahrscheinlich einfach aussterben wird. Irgendwann einmal werden wir am Hebel sitzen.
Obwohl ... besser wirds dann auch nicht ;)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 346471 - 30. Juli 2009 - 11:14 #

Naja, besser schon, aber auch nicht perfekt. Ich kann bei mir selbst einen gewissen sich mit zunehmendem Alter verstärkenden Wertekonservatismus feststellen. Das ständige Spielen ist zwar ein guter Gegenpol, aber ohne meinen Beruf wäre ich vermutlich auch irgendwann der Meinung, dass Spiele Teufelszeug sind und neue Medien eine Gefahr für "die Jugendlichen" (in Wahrheit: meine eigene kleine, festgezurrte Welt).

prax 11 Forenversteher - 575 - 30. Juli 2009 - 8:35 #

Mir egal. Ich traue diesen Spendenvereinen eh nicht. Dennoch ist es schon ein Armutszeugnis für den Verein ^^

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 34212 - 30. Juli 2009 - 8:45 #

Naja, verwunderlich ist das nicht. Es hat Jahre gedauert um die Pädagogik für Computerspiele zu sensibilisieren und ihr müsst eine Sache bedenken. In solchen Einrichtungen sind auch zum Teil verhaltensgestörte Jugendliche untergebracht, die sich durch Shooter richtig "aufgeilen" können. Ich habe das schon selbst erlebt. Dennoch werden die Möglichkeiten ausgeblendet, denn mit Shanghai konnte ich einen Jugendlichen, der sich nach Angaben der Ausbilder "einfach nicht konzentrieren kann", eine dreiviertel Stunde an den Bildschirm fesseln. Ergo, man muss nur den richtige Weg finden. Spiele können da sogar helfen...

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 30. Juli 2009 - 9:55 #

Dazu kommt auch noch, dass die meisten der SOS-Pädagogen älteren Semesters sind. Die verpflichten sich mehrere Jahre (Sollen ja Familienstruktur aufbauen) in den Dörfern zu arbeiten und das machen meistens welche die keine Kinder bekommen können oder schon erwachsene Kinder haben und das sind halt meist 45+. Das ist eh die Zielgruppe (nach den Rentnern) die der öffentlich-rechtlichen Medienhatz am ehesten ins Netz gehen.

Nicht so dramatisch sehen, sie wissen es nicht besser.

Sehr gut geschriebene News.

0dysseus 06 Bewerter - 63 - 2. August 2009 - 3:18 #

Seh ich genauso!

Carstenrog 16 Übertalent - 4838 - 30. Juli 2009 - 8:49 #

Es grenzt langsam an Rassismus! Ich traue mich bald nicht mehr zu sagen: "Ich bin ein Gamer!"

Starslammer 15 Kenner - 2768 - 30. Juli 2009 - 10:29 #

Ich würde sagen, jetzt erst einmal recht zu den "Gamern" stehen ! :)

Phoenix 16 Übertalent - 4128 - 30. Juli 2009 - 12:07 #

So seh ich das auch! Man kann uns nicht für immer als minderheit ansehn! Aber meiner Meinung nach wird sich das Bild des Gamers in den Nächsten Jahren wieder etwas ändern. Denn wie ich gerade gelesen haben sind ja ein größteil der Gamer Abiturienten, also die Geistige Elite! Und wenn dann einmal (hoffentlich) Gamer im Parlament sitzen sieht die Sache ganz anders aus :D aber das dauert ja noch ein paar Jahrzehnte...

twinpunk 07 Dual-Talent - 132 - 30. Juli 2009 - 9:09 #

Super geschrieben

Patrick 15 Kenner - 3955 - 30. Juli 2009 - 10:08 #

Positiv am Kommentar finde ich, dass sie das Wort Killerspiele nicht nutzten. Sie schließen konkret Spielegenres aus. Insofern zwar nicht schön, aber im jetzigen gesellschaftlichen Konsens okay. Die Antwort hätte schlimmer sein können.

Medien pushen viel. Ich denke, dass es vielen egal ist, was wir mit unserer Freizeit anfangen.

Starslammer 15 Kenner - 2768 - 30. Juli 2009 - 10:28 #

Wenn man bedenkt, das Egoshooter für Erwachsene gerade mal 6% der ganzen verkauften Videospiele ausmachen !

Ich frage mich ob sie auch Spenden von Videoseiten und Filmproduzenten annehmen ? Die bringen stellenweise noch viel schlimmere und menschenverachtende Sachen auf dem Markt !

Und was wäre wenn jetzt die "Kriminellen" Nutzer der Software auch nicht mehr spenden würden, angesichts der Nachricht ?

raumich 16 Übertalent - 4673 - 30. Juli 2009 - 10:40 #

Ich werde als böser Gamer- Killerspielspieler ab sofort nichts mehr für SOS Kinderdörfer spenden, damit sich der Verein nicht mit einem schlechten Gewissen plagen muß.

Davon abgesehen: Toll geschriebene News.

Rudi (unregistriert) 30. Juli 2009 - 10:46 #

Auch ich werde ab sofort definitiv nicht mehr für SOS-Kinderdörfer spenden (habe ich bislang immer Weihnachten gemacht), sondern mir einen anderen wohltätigen Zweck aussuchen.

Apokalypse 17 Shapeshifter - 6613 - 30. Juli 2009 - 11:15 #

Die Verantwortlichen hinter den SoS-Dörfern leben wohl auch dort. Da könnte ein kleiner Obolus reinspringen und die lehnen ab weil ein paar Poliker rumquacken.

@An den Newsschreiber: Echt sauber geschrieben.

Maulwurfn Community-Moderator - P - 15456 - 30. Juli 2009 - 11:13 #

Sehr gut geschrieben, kann ich mich nur anschliessen.

Wundert mich, das dieser Laker überhaupt mit einem von Eurogamer gesprochen hat.
Und dieser Spruch, `getarnt als harmlose Unterhaltung` ist echt zuviel. Also wir machen ja hier nichts Unrechtes wenn wir daddeln, da muss nix `getarnt` werden. Der hat seine Meinung wohl auch nur der Boulevardpresse zu verdanken.

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11211 - 30. Juli 2009 - 11:24 #

Die Kinder, die von den Spenden profitiert hätten, werden es den Entscheidungsträger vom SOS-Kinderdorf mit Sicherheit danken, dass man dort keine kostenlose Werbung schaltet...

Gerjet Betker 19 Megatalent - 13638 - 30. Juli 2009 - 11:58 #

Somit wandert mein Weihnachtsspendengeld (Ja, ich spende 20 Euro an Weihnachten) dieses Jahr an "Child's Play".
Diese Spendenorganisation respektiert noch Gamer (und bekommt das meiste Geld durch diese) - leider ist es nicht möglich hier in Deutschland einen "Child's Play-Spendenmarathon" (wie den Mario Marathon) zu machen - da nicht so eine große Medienunterstützung ist, weil hier in Deutschland das Thema "Games" immer noch ein durch Populismus gefördertes NO-GO ist.

rkunit 13 11 Forenversteher - 591 - 30. Juli 2009 - 12:00 #

ich bin zwar Gamer....aber das Statement des Dorfes ist akzeptabel...wir spielen ja Shooter wo wir Menschenabbilder umlegen...nicht des sinnes wegen ,sondern wegen der Unterhaltung,was mann ihnen erst mal klar machen muss ,aber wie??...ich muss mich auch schon auf meiner Arbeit rechtfertigen,warum ich solche Spiele spiele wenn das Thema mal zur Sprache kommt....eine ganz bedrohliche Sache....da wird die Zeit nichts machen...

Crizzo 18 Doppel-Voter - 11211 - 30. Juli 2009 - 13:35 #

Dein Hobby siehst du also als "menschverachtend" und damit die Hobbyisten als "meidbar" an?

Ganon 23 Langzeituser - P - 38211 - 30. Juli 2009 - 12:13 #

Also den ersten Absatz der Stellungnahme von Thomas Laker find ich ja noch in Ordnung - so eine Meinung kann man akzeptieren. Aber der Spruch von Gewalt "getarnt als harmlose Unterhaltung" ist eine Frechheit! Das klingt wieder so wie beim Kölner Aufruf, als solle hier böswillig Gewalt im Volk gesät werden. Armselig und weltfremd sowas!

Anonymous (unregistriert) 30. Juli 2009 - 14:04 #

Dieser Herr Laker würde sich wundern, wieviel Geld von Gamern, DVD-Guckern und Schützen also etablierten Mitglieder der Gesellschaft und Teil des Bürgertums, jährlich an seinen Verein gespendet wird.

Patrick 15 Kenner - 3955 - 30. Juli 2009 - 16:32 #

Immerhin sagt er es frei heraus und sackt nicht vorher euer Geld ein ;-)

Mister Y 10 Kommunikator - 448 - 30. Juli 2009 - 17:44 #

Wie es um das Ansehen von Spielen und Spielern bestellt ist merke ich immer wieder am eigenen Leib - Erst heute habe ich mir mal wieder den Spaß gemacht mit diesem T-Shirt: (http://www.fanmarkt.de/catalog/images/T77223.jpg) zum Einkaufen zu gehen. Als ich mir beim Bahnhofsbuchladen meines Vertrauens eine bekannte deutsche Spielezeitschrift (fängt mit PC an und endet mit Games) kaufen wollte, fragte mich die Verkäuferin allen ernstes ob ich denn schon 16 sei. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich 20,9 Jahre alt, 1,90m groß, nicht gerade zierlich gebaut bin und durchaus Bartwuchs habe. Außerdem sprachen die Blicke vieler älterer Leute, die mich schockiert aus den Augenwinkeln ansahen Bände. Mit Ironie hat es D halt nicht so...

Rondrer (unregistriert) 31. Juli 2009 - 8:45 #

hat dieses T-Shirt irgend nen anderen Grund außer zu provozieren? Ich seh keinen. Natürlich ist das ironisch gemeint, aber warum sollte das jemand verstehen, der mit dem Thema nichts am Hut hat.
Und da wunderst du dich, wenn du schief angeguckt wirst?

Mister Y 10 Kommunikator - 448 - 31. Juli 2009 - 13:50 #

Klar provoziert man damit - keine Frage. Was mich etwas irritiert hatte war die Frage ob ich denn schon 16 sei. Ich wurde schon seit ca. 5 Jahren nicht mehr gefragt ob ich schon 18(!) sei. Ich tippe mal darauf, dass die gute Frau in dem Laden sich gedacht hat "Wer so einen Scheiß spielt muss ja noch ein Kind sein" - anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären. Die irritierten Blicke wundern mich kein Bisschen - ist schließlich auch ein Bisschen gewollt.

bolle 17 Shapeshifter - 7614 - 30. Juli 2009 - 18:10 #

Sorry, ich stimm der Vorherrschenden Meinung hier nicht zu. Ich teile die Ansicht dieser Organisation nicht, aber wenn sie "Nein" sagen, aus welchen Gründen auch immer, dann ist das ihr gutes Recht. Das ist halt deren Meinung, und diese steht ihnen Frei.

Wenn alle Rechts wählen, so ist das aus meiner Sicht natürlich nicht schön, aber so ist das leider in der Demokratie, man muss anderen Leuten ihre "falschen Meinung" erlauben.

patchnotes 14 Komm-Experte - 1845 - 30. Juli 2009 - 18:41 #

Wenn sie Nein sagen, dann muss man das akzeptieren.
Wenn sie aber diffamierend und diskriminierend nachtreten dann ist das nicht akzeptabel, sondern eine ziemliche Unverschämtheit.

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 30. Juli 2009 - 19:34 #

Wie patchnotes treffend bemerkt hat: Natürlich darf sich auch SOS Kinderdorf aussuchen bei wem sie Werbung machen wollen und bei wem nicht, daran gibt es gar nichts auszusetzen.

Kritisch hingegen die Art und Weise dieses Herrn Laker. Ein einfaches "Nein Danke" hätte es ja auch getan, stattdessen ein vollkommen grundloser Rundumschlag gegen Videospiele, der nichts weiter beinhaltet als die übliche Phrasendrescherei aus den Innenministerien. Das war nicht in Ordnung.

Armin Luley 19 Megatalent - 13655 - 30. Juli 2009 - 19:46 #

Andererseits hätte sich EuroGamer auch nicht mit einem "Nein, danke" zufrieden gegeben.

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 30. Juli 2009 - 19:50 #

Eurogamer trat ja erst auf den Plan nachdem Laker die Spiele gegenüber Gamersunity als "menschenverachtend" bezeichnete.

bolle 17 Shapeshifter - 7614 - 30. Juli 2009 - 21:46 #

Wenn ich mir das längere (nachgetretene) Statement durchlese, kann ich nichts diffamierendes/diskriminierendes finden. Es ist alles sachlich formuliert.

Ich meine, natürlich ist das ein konservativer Verein, der seine Spendengelder hauptsächlich von alten Omas kriegt. Was glaubt ihr denn, wie die reagieren, wenn die Bild schreibt, SOS arbeite mit Killerspielern zusammen? Die hängen nun mal eben am Tropf der Massen, und darum können sie sich kein heldenhaftes "In die Bresche springen" leisten.

Und all die Gamer, die jetzt motzen, sie würden nie mehr dem Kinderdorf was spenden. Habt ihr das je vorher getan?

patchnotes 14 Komm-Experte - 1845 - 31. Juli 2009 - 12:43 #

Ich weiß zwar nicht, was du durchgelesen hast, aber Aussagen wie "menschenverachtend" und "getarnt als harmlose Unterhaltung" bezeichne ich nicht als sachlich, sondern diffamierend.

bolle 17 Shapeshifter - 7614 - 31. Juli 2009 - 13:34 #

Ich habe durchgelesen was in dem Artikel steht.

Nochmal mein Standpunkt: Ich habe nicht die Ansicht des Typen der SOS Kinderdörfer, aber ich stelle jedem frei, sie zu haben. Und das ist kein Grund für die Hetzjagd die auf jeder Spielewebsite abgeht. Man kann das auch mit einem einfachen "Ok, dann nicht" besiegeln und fertig.

Kolenga (unregistriert) 30. Juli 2009 - 19:17 #

Aha. Das heisst wohl den SOS Kinderdörfern muss man ichts mehr spenen. DIe wollen ja keine Hilfe.

Camaro 18 Doppel-Voter - 10083 - 30. Juli 2009 - 19:54 #

Ich versteh den Herrn Laker nicht.
Erstens gibt es eine große Vielfalt an Spielen, wo wahrscheinlich der größte Teil nicht annähernd etwas mit "töten" zu tun hat! Und zweitens wäre dies doch die Chance für ihn gewesen, uns "mit Gewalt in Kontakt gekommenden" Usern auf das Leid anderer Jugendlicher aufmerksam zu machen und uns auf eine gewisse Art und Weise zu "retten". Aber wer nicht will...

Edit: Ganz passend.... habe gerade bei mir oben Werbung von "World Vision" laufen. Die wollen also... ;-)

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 30. Juli 2009 - 23:49 #

Schon etwas undifferenziert, diese Reaktion. :/

Guter Beitrag. :)

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7341 - 31. Juli 2009 - 6:18 #

Ok, dann braucht anscheinend SOS Kinderdorf mein Geld nicht. Dann verhungern halt afrikanische Kinder, weil ich nirgendwo auf SOS Kinderdorf aufmerksam werden kann. Ob das im Sinne des Erfinders ist?

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7101 - 31. Juli 2009 - 9:05 #

Großartig formuliert, abgesehen von der Aussage des Inhalts habe ich den Artikel sehr gerne gelesen =)

Zum Inhalt selbst:

Es ist einfach erschütterlich, wie in letzter Zeit vorallem bei Wohlfahrtsorganisationen die Menschlichkeit immer mehr ins Hintertreffen gerät. Gerne erinnere ich hier auch noch an die Diskussion, dass Medipacks in Shootern nicht mehr das "Rote Kreuz" tragen dürfen.

Nun ist es einerseits für eine seriöse Hilfsorganisation sicherlich nicht verkehrt auf ihr internationales Profil zu achten. Doch andererseits wird gerade in den ersten Zeilen der Argumentation für die Ablehnung deutlich, wie hier auf "ethische Werte" verwiesen. Ich bin der Ansicht, dass die SOS Kinderdörfer in ihrer Stellung der Gesellschaft, mit der aktuellen öffentlichen Meinung des Wohltäters, des Patenschaftenvermittlers, sich zwar sehr wohl raussuchen kann die Spiele-Szene zu meiden, aber hier nun nicht mehr annähernd von Ethik gesprochen werden kann. Ein Großteil der heutigen Jugendkultur lebt sich nun mal in der virtuellen Welt aus, vermischt sich gerne in der Spieleunterhaltung und würde sicherlich so auch erreicht werden. Man muss hier ganz klar sagen, dass Integrität auch ein Zeichen von Ethik ist: Das Handeln der SOS Kinderdörfer muss auch mit dem Konzept deckungsgleich sein, sonst dürften ethische Wertungsysteme garnicht mehr angewendet werden. Selbst als objektiver Betrachter dürfte hier auffallen, dass hier eindeutig der selbstverliehene Zweck verfehlt wird. (Wobei man auch bedenken muss, dass der Zweck auch nicht die Mittel heiligen soll.) Bei einem derartigen Aufspringen auf die aktuellen Pressewinde sollten gewisse Organisationen sehr vorsichtig sein, wie sie Stellung beziehen.

Alternative -> Verwandtes Patenschaftskonzept:
http://www.plan-deutschland.de/

Ottarocker 06 Bewerter - 76 - 31. Juli 2009 - 10:27 #

Nunja das Wohl der Kinder liegt ihnen doch nicht so am Herzen...

BFBeast666 14 Komm-Experte - 2062 - 2. August 2009 - 1:33 #

Ohne Worte.

Tja, RTL, Frontal 21 und Co. haben's also geschafft. Hurra. Vielleicht sollte man ihnen ein Dankesschreiben schicken, in dem man ihnen gratuliert, wie sehr sie die Meinung zu einem absolut ungefährlichen Hobby geprägt haben. Grrrrrr....

Anonymous (unregistriert) 2. August 2009 - 2:51 #

Da gibt es doch eine genauso einfache wie krasse Lösung Boykott der Kinderdörfer bis sie ihre mittelalterliche Haltung überdenken.

RaPe 09 Triple-Talent - 278 - 2. August 2009 - 20:41 #

Die Hetze von gewissen Politikern und Medien trägt nun langsam Früchte.
Sowas zieht sich wie ein Leitfaden durch die Geschichte der Menschheit. Man sucht sich einen Buhmann aus und der muß dann für gesellschaftliche Verfehlungen herhalten. Mit mehr oder weniger negativer Auswirkung für die ausgegrenzte Gruppe.
Wenn man sich die Ablehnung durch die Leitung der SOS-Kinderdörfer vor Augen führt dann könnte man vermuten, dass die betreuten Kinder sich in ihrer Freizeit nicht mit PC-und Videospielen beschäftigen dürfen.

luckypete 15 Kenner - P - 2848 - 3. August 2009 - 1:26 #

Also gut, das SOS-Kinderdorf darf dann aber auch nicht mehr Werbung im Fernsehen (obwohl "Killerfilme" ja gar nicht existieren), in Zeitschriften (obwohl Sexismus ja auch kein böses Verbrechen ist) usw. machen, weil da werden meiner meinung nach auch menschenverachtende Themen gebracht. Ehrlich gesagt finde ich die Reaktion schon nachvollziehbar, alleine die Wortwahl könnte doch etwas mehr Respekt vertragen.

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