Umfrage ergab: Abiturienten spielen häufiger als Hauptschulabgänger

Bild von Camaro
Camaro 9797 EXP - 18 Doppel-Voter,R10,S9,A8,J9
Alter Haudegen: Ist seit mindestens 5 Jahren bei GG.de registriertAlter Haudegen: Ist seit mindestens 3 Jahren bei GG.de registriertIdol der Massen: Hat mindestens 10.000 Kudos bekommenSilber-Reporter: Hat Stufe 10 der Reporter-Klasse erreichtBronze-Jäger: Hat Stufe 5 der Jäger-Klasse erreichtVielspieler: Hat 250 Spiele in seine Sammlung eingetragenBronze-Archivar: Hat Stufe 5 der Archivar-Klasse erreichtLoyalist: Ist seit mindestens einem Jahr bei GG.de dabeiBronze-Schreiber: Hat Stufe5 der Schreiber-Klasse erreichtBronze-Reporter: Hat Stufe 6 der Reporter-Klasse erreichtScreenshot-Geselle: Hat 500 Screenshots hochgeladenStar: Hat 1000 Kudos für eigene News/Artikel erhalten

29. Juli 2009 - 21:30 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) gab bei der Hamburger Aris Umfrageforschung eine telefonische Befragung in Auftrag. Hierbei wurden 1.002 Personen, die 14 Jahre oder älter waren, kontaktiert. Auf Basis deren Angaben kam nun heraus, dass fast jeder dritte Abiturient am PC, der Konsole oder dem Handy spielt. Bei den Hauptschulabgängern sieht es dagegen so aus, dass hier nur jeder fünfte spielt.

Achim Berg (Vizepräsident BITKOM & Chef von Microsoft Deutschland):

"Mit dem Bildungsniveau wächst die Neigung zu Computerspielen."

Genauso deutlich ist es zu erkennen, wenn man sich nur die Werte bei den Spielekonsolen anschaut. Während jeder elfte Abiturient Konsolen nutzt, sitzt nur jeder 20. Hauptschulabgänger zum spielen vor dem Fernseher.

BITKOM geht von 21 Millionen Video- und Computerspielern in Deutschland aus. Dadurch nutzt -- auf Grundlage der Umfrage -- gut jeder vierte Bundesbürger (29 %) über 14 Jahren digitale Spiele. Die meisten Spieler findet man in der Altergruppe der 14- bis 29-Jährigen. Hier spielen knapp 70% "digital". Das beliebteste Spielgerät aller Befragten ist der Computer - rund 23 % nutzen ihn. Danach folgen die Spielkonsole (10 %), die Handys (5 %) sowie die mobilen Konsolen bzw. Handhelds (2 %).

Wolfgang Marzin (Vorsitzender der Geschäftsführung GCO):

"Der Trend geht zum vernetzten Spielen, immer mehr Gamer treffen sich online und bilden Spielergemeinschaften. Auf der Games Convention Online (GCO) haben diese Communitys die Gelegenheit, sich real zu treffen, sich besser kennenzulernen und gemeinsam Spaß zu haben an den Events der Messe"

Auf der Games Convention Online in Leipzig (31.07. bis 02.08.2009) -- welche die Ersatzmesse für die nach Köln abgewanderte Games Convention (jetzt gamescom) darstellt -- werden im Rahmen eines Konferenzprogramms weitere Ergebnisse vorgestellt.

Anonymous (unregistriert) 29. Juli 2009 - 22:27 #

Fällt mir auch auf. Mein Freund hat auch einen hohen IQ und zockt viel, da wird es also schon irgendeinen Zusammenhang geben.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6484 - 30. Juli 2009 - 8:04 #

Ich hab' auch einen hohen IQ und zock' viel ;) - aber ob der Zusammenhang SO simpel ist?

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6484 - 6. November 2009 - 11:21 #

Ich hab' auch einen hohen IQ und esse gern medium-rare Rinderfiletsteaks. Hängt das auch zusammen?

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 29. Juli 2009 - 22:58 #

Das ist ein Fall für die Sozialwissenschaftler. Sind Hauptschüler womöglich bodenständiger als Gymnasiasten? Erfordern Spiele ein Mindestmaß an geistiger Beweglichkeit? Sind die meisten Hauptschüler mit dem Typus des "Rütli-Schülers" vergleichbar? Kifft die gymnasiale Oberstufe sich die letzten grauen Zellen weg? Fragen über Fragen.

Entscheidend wäre wohl nun, wie die Industrie oder warum nicht auch die pädagogischen Institute diese Erkenntnis gewinnbringend verwerten können...

Alex Hassel 19 Megatalent - 17895 - 30. Juli 2009 - 0:24 #

Es ist in diesem Land kein Geheimnis und nachgewiesen das der soziale Status der Eltern in vielen Fällen entscheidend ist für eine Zulassung zum Gymnasium. Salopp gesagt: "reiche" Gymnasialschüler haben eher das Geld für das doch recht kostenintensive Hobby Videospiele als "arme" Hauptschüler aus sozial schwachen Schichten.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6484 - 30. Juli 2009 - 8:02 #

Das glaube ich nicht. Genauso gut könnte man behaupten, "reiche" und gebildetere Eltern nehmen ihre Kinder öfter mit ins Theater und auf Ausflüge zu Burgen und Museen, während "arme" und ungebildetere Eltern ihre Kinder öfter vor Fernseher und xbox sitzen lassen.

Es könnte zum Beispiel auch einfach daran liegen, daß Abiturienten wegen der längeren Schulzeit in den Lebensjahren 17-19 ein paar hundert Nachmittage mehr Zeit zum Spielen haben, weil sie nicht bei der Arbeit sind...

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 31. Juli 2009 - 8:09 #

... und andere soziale Schichten besuchen als andere.

Im Grunde dreht sich dieser Aspekt im Kreis, wobei ich denke, dass es wirklich der Faktor "Zeit" ausmacht.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 31. Juli 2009 - 12:40 #

Glaube ich nicht, wenn ich zu wenig Kohle hab dann bleib ich halt mal auf meinem System sitzen und kauf mir keine Grafikkarte für 190 Euro. Die PS 2 reicht auch zum Spielen und kostet 70 Euro. Und das kann sich jeder motivierte Mensch an einem Wochenende Aushilfsjobben leisten.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 30. Juli 2009 - 1:49 #

Da aber jedes Hobby relativ kostenintensiv ist, müsste das bedeuten, daß sich Kinder aus ärmeren und bildungsfernen Bevölkerungsschichten garkeine Hobbs leisten könnten.

Das halte ich nur für bedingt wahrscheinlich. Es sind auch Hauptschüler in Sportvereinen und das Phänomen "Bei uns ist der Kühlschrank zwar leer, wir haben aber drei Flachbildfernseher und mehrere Spielkonsolen" ist ja auch existent.

Wobei diese Form sozialer Verwahrlosung nicht nur auf Menschen in ärmeren und bildungsfernen Verhältnissen begrenzt ist. Das sollten wir schon bei den Arm-Reich Debatten berücksichtigen.

Vielmehr glaube ich, daß Eltern unabhängig vom Einkommen schon dadurch viel bewirken können, daß sie ihre elterliche Verantwortung Ernst nehmen und sich um die Kinder kümmern.

Auch Kinder von besser Verdienenden werden mitunter nicht verantwortungsvoll in elterliche Obhut genommen und zu sinnvoller Beschäftigung wie Sport ermutigt, sondern genauso in die Betriebskrippen abgeschoben und zu Hause vor die Spielkonsole gesetzt.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6484 - 30. Juli 2009 - 8:03 #

Yep. So isses.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12279 - 30. Juli 2009 - 9:32 #

jo 14 jahre schön wenn man bedenkt das die meisten hauptschüler mit 15 aus der schule kommen und danach in die lehre starten ist das ergebnis nicht verwunderlich1 zumal bei nur 1000 befragten sagt diese studie auch noch weniger aus als die andren

Rondrer (unregistriert) 30. Juli 2009 - 13:32 #

Ich weiß nicht ob die Umfrage repräsentativ war, aber wenn doch reichen 1000 Leute durchaus um ein ziemlich gutes Ergebnis zu erreichen. Es gibt sehr viele Einflüsse, die das Ergebnis einer solchen Befragung beeinflussen, aber die Anzahl der Probanden spielt ab einem gewissen Wert kaum noch eine Rolle.

Phoenix 16 Übertalent - 4127 - 30. Juli 2009 - 9:37 #

Ich glaube das die Bildung nicht der Einzige Punkt ist warum dies so ist. Auch die Zeit spielt eine große Rolle. Denn wenn Schüler nach dem 9 Schuljahr zu Arbeiten beginnen ist die Zeit sich er knapper bemessen als bei Schülern die ohnehin sehr viel Freizeit haben.

SynTetic (unregistriert) 30. Juli 2009 - 11:35 #

Ich glaube, ein wesentlicher Punkt ist der Zeitfaktor. Als Abiturient hat man - das kann ich aus eigener Erfahrung sagen (und ich glaube, bis heute hat sich daran nicht wirklich viel geändert) - gerade in der Oberstufe Zeit ohne Ende. Die Fächer sind alle gut zu schaffen; Ganztagsschulen waren (zumindest vor ein paar Jährchen) noch die Ausnahme. Ergo KANN man sich einfach viel mehr mit PCs beschäftigen. Und da man sich eh daran gewöhnt, "Schreibtischarbeit" zu leisten (nichts anderes waren all die Aufsätze/Hausarbeiten usw. in der Oberstufe), leuchtet mir ein, dass die Wahl schnell auf den PC fällt.

Nach einem Einstieg in das "echte" Berufsleben (ab Ausbildung) ist die Freizeit weg. Ganz überwiegend zumindest.

Sicherlich spielen da noch viele weitere Faktoren eine Rolle, aber wie gesagt: Der Zeitfaktor, denke ich, ist wesentlich. Heutzutage jedenfalls - ich muss inzwischen auch "richtig" arbeiten ;) - habe ich deutlich weniger Zeit zum Spielen. Ganz abgesehen von anderen Verpflichtungen (Wohnung, Einkäufe, Familie usw.)...

goodoldbismarck 12 Trollwächter - 1028 - 30. Juli 2009 - 17:09 #

Eins sollte man nicht vergessen:

Auch Kinder aus armen Familien gehen aufs Gymnasium ;)

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 30. Juli 2009 - 22:46 #

Guter Punkt. :)

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 31. Juli 2009 - 12:47 #

Allerdings signifikant weniger, statisch gesehen. Und woran das liegt weiß keiner so genau.

Ottarocker 06 Bewerter - 76 - 31. Juli 2009 - 9:22 #

Ich merks auch bei mir in der umgebung!

Anonymous (unregistriert) 31. Juli 2009 - 9:37 #

Gabs hier nicht diesen Nerd-Artikel? Computerspiele werden viel von sogenannten Nerds, die sich gerne auch darüber definieren lassen, gespielt. Hauptschüler gehen halt ab einem gewissen Alter mit Tussis aus, Gymnasiasten ziehen lieber Quadratwurzeln...

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 31. Juli 2009 - 12:54 #

http://imgs.xkcd.com/comics/useless.jpg

Und auch Winkelfunktionen, Ableitungen, Einheitsmatrizen und die Fourier-Transformation ;)

Schließlich gilt:
http://www.mikexia.com/etc/wp-content/uploads/2009/01/engineerbillboard.jpg

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 1. August 2009 - 17:20 #

Man braucht einfach ne gewisse Intelligenz wenn man bestimmte Spiele rallen will ...

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)
Mitarbeit